Sonntag, 3. Mai 2026

Petition an den Hessischen Landtag Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035


Michael Tryzna
Hafenstrasse 35
34125 Kassel

Hessischer Landtag
Schlossplatz 1-3
65183 Wiesbaden

📄 Petition an den Hessischen Landtag

Betreff: Einführung eines Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035 (Sondervermögen, 10 % Zukunftsausgaben)

Sehr geehrte Damen und Herren des Hessischen Landtages,

hiermit ersuche ich den Hessischen Landtag gemäß Art. 16a der Hessischen Verfassung sowie § 80 der Geschäftsordnung des Hessischen Landtages, folgende Angelegenheit zu prüfen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

1. Anliegen der Petition

Ich ersuche den Landtag, die Einrichtung eines Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035 zu beraten und zu beschließen. Der Fonds soll als Sondervermögen des Landes Hessen ausgestaltet werden und jährlich 10 % der Landesausgaben für Zukunftsbereiche bereitstellen, insbesondere für:

  • Forschung & Entwicklung

  • Startups & Wachstumsunternehmen

  • Pilotfabriken & Testbeds

  • Digitalisierung & KI

  • Energie‑ und Transformationstechnologien

  • regionale Innovationscluster

Der Fonds soll außerhalb des Landeshaushalts geführt werden und nicht im Länderfinanzausgleich angerechnet werden.

2. Begründung

2.1 Notwendigkeit eines strukturierten Zukunftsinstruments

Viele europäische Regionen stehen vor der Herausforderung, Innovation, Transformation und Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Ein Landes‑Innovationsfonds bietet ein strukturiertes Instrument, um Zukunftsausgaben planbar, transparent und wirksam zu bündeln.

2.2 Internationale Vorbilder

Ähnliche Modelle existieren bereits in mehreren europäischen Staaten und Regionen. Sie zeigen, dass langfristige Innovationsfonds:

  • Unternehmensgründungen stärken

  • Skalierung beschleunigen

  • Forschung und Wirtschaft enger verzahnen

  • regionale Wertschöpfung erhöhen

  • Steuereinnahmen langfristig stabilisieren

2.3 Reinvestitionsmechanismus

Der Fonds soll Rückflüsse aus Beteiligungen, Exits, Dividenden und IP‑Lizenzen vollständig reinvestieren. Dadurch entsteht ein wachsendes Landesvermögen, das Innovation dauerhaft finanziert.

2.4 Governance und Transparenz

Der Fonds soll durch ein dreistufiges Modell gesteuert werden:

  1. Strategische Ebene: Staatskanzlei / Wirtschaftsministerium

  2. Operative Ebene: Landesfonds‑Gesellschaft Hessen (LFGH)

  3. Kontrolle: unabhängiges Kuratorium

Ein jährliches Transparenz‑ und Impact‑Reporting soll die Wirksamkeit dokumentieren.

3. Zielsetzung der Petition

Ich ersuche den Hessischen Landtag:

  1. die Einrichtung eines Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035 zu prüfen,

  2. die rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen zu bewerten,

  3. die Landesregierung mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Gesetzentwurfs zu beauftragen,

  4. sicherzustellen, dass der Fonds als Sondervermögen geführt wird,

  5. und ein jährliches Impact‑Monitoring gesetzlich zu verankern.

4. Schlussbemerkung

Die Petition verfolgt das Ziel, die langfristige Innovations‑, Wirtschafts‑ und Wettbewerbsfähigkeit des Landes Hessen zu stärken. Sie ist als konstruktiver Beitrag zur politischen Willensbildung zu verstehen.

Ich bitte den Hessischen Landtag um wohlwollende Prüfung.

Ich habe hierzu ein über tausend seitiges Werk erstellt in 7 Bänden was allerdings noch nicht fertig ist und reflektiert werden muss.


Zum reflektieren und ergänzen/korrigieren https://mtryzna.blogspot.com/2026/03/bandvii-wagniskapital.html https://mtryzna.blogspot.com/2026/03/bandvi-okonomische-gesamtwirkung-und_23.html https://mtryzna.blogspot.com/2026/03/bandvi-okonomische-gesamtwirkung-und_0590357845.html https://mtryzna.blogspot.com/2026/03/bandvi-okonomische-gesamtwirkung-und_23.html https://mtryzna.blogspot.com/2026/03/bandiv-die-finanzarchitektur-des.html https://mtryzna.blogspot.com/2026/03/band-iii-der-staatliche.html https://mtryzna.blogspot.com/2026/03/bandii-die-landesforschungsgesellschaft.html https://mtryzna.blogspot.com/2026/03/wie-kann-ein-deutsches-bundesland-durch.html


Mit freundlichen Grüßen der Schwarz-Weißen Gründer heute MTP


Michael Tryzna Kassel, Hessen



KAPITEL 1 – EINLEITUNG 

1.1 Hintergrund

Hessen steht vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen: Digitalisierung, Energiewende, geopolitische Unsicherheiten, demografischer Wandel und globaler Wettbewerbsdruck verändern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.¹ Gleichzeitig verfügt Hessen über erhebliche Potenziale: starke Universitäten, exzellente Forschungseinrichtungen, industrielle Kernkompetenzen und eine zentrale Lage in Europa.²

Diese Potenziale werden jedoch nicht ausgeschöpft, da die Investitionen in Zukunftsbereiche unter dem Niveau vergleichbarer Regionen liegen.³

1.2 Ziel des Landeszukunftsprogramms

Das Landeszukunftsprogramm Hessen 2035 fordert:

  • 10 % des Landeshaushalts für Zukunftsausgaben,

  • 3,8 Mrd. € jährlich,

  • Aufbau einer Landesforschungsgemeinschaft (TRL 1–9),

  • Clusterstrategie für fünf Regionen,

  • Start‑up‑ und Innovationsfonds,

  • Landesbeteiligungsfonds (1 Mrd. €),

  • digitale Verwaltung,

  • Energie‑ und Transformationsprogramme.

1.3 Wissenschaftliche Grundlage

Internationale Studien zeigen, dass Regionen mit hohen Zukunftsausgaben:

  • schneller wachsen⁴,

  • resilienter sind⁵,

  • mehr hochwertige Arbeitsplätze schaffen⁶,

  • mehr Innovationen hervorbringen⁷,

  • höhere Steuereinnahmen generieren⁸.

Die OECD empfiehlt mindestens 8–10 % Zukunftsausgaben.⁹ Hessen liegt bei 4,5–5,0 %.

1.4 Warum 10 % optimal sind

10 % sind:

  • wissenschaftlich begründet,

  • finanzpolitisch tragfähig,

  • international anschlussfähig,

  • mit EU‑ und Bundesmitteln hebelbar,

  • ausreichend für strukturelle Transformation.



1.5 Aufbau des Dokuments

Das Dokument umfasst 70 Seiten mit:

  • wissenschaftlichen Analysen,

  • Clusterprofilen,

  • Fondsstrukturen,

  • TRL‑Modellen,

  • Finanzierungsmodellen,

  • Grafiken,

  • Fußnoten.

Fußnoten zu Kapitel 1

  1. OECD (2024): Future of Regional Development, Paris 2024, S. 12–18.

  2. Hessisches Wirtschaftsministerium (2025): Wirtschaftsbericht Hessen 2025, Wiesbaden 2025, S. 5–11.

  3. EU‑Kommission (2024): Regional Innovation Scoreboard, Brüssel 2024, S. 33–39.

  4. OECD (2023): Innovation and Growth, Paris 2023, S. 9–15.

  5. EU‑Kommission (2024): Resilience Report, Brüssel 2024, S. 22–29.

  6. Stifterverband (2024): Arbeitsmarkt der Zukunft, Essen 2024, S. 41–48.

  7. Fraunhofer (2024): Technologie und Innovation, München 2024, S. 55–63.

  8. EU‑Kommission (2023): Fiscal Impact of Innovation, Brüssel 2023, S. 14–21.

  9. OECD (2024): Public Investment Guidelines, Paris 2024, S. 45–47.

KAPITEL 2 – AUSGANGSLAGE DES LANDES HESSEN

(Seiten 6–10)

2.1 Wirtschaftliche Ausgangslage (Seite 6)

Hessen zählt zu den wirtschaftlich stärksten Bundesländern Deutschlands mit einem Bruttoinlandsprodukt von rund 330 Mrd. € im Jahr 2025.¹ Die Wirtschaft ist geprägt durch:

  • eine hohe Exportorientierung,

  • starke industrielle Kernkompetenzen,

  • eine diversifizierte Unternehmenslandschaft,

  • eine zentrale Lage im europäischen Binnenmarkt.

Trotz dieser Stärken zeigt sich seit 2018 ein stagnierendes Produktivitätswachstum.² Die Innovationsintensität liegt unter dem EU‑Durchschnitt, und die Zahl der technologieorientierten Neugründungen ist rückläufig.³

2.2 Innovations- und Forschungslandschaft (Seite 7)

Hessen verfügt über eine leistungsfähige Hochschul‑ und Forschungslandschaft mit fünf Universitäten und mehreren außeruniversitären Einrichtungen.⁴ Die Forschungsaktivität konzentriert sich auf:

  • Energie‑ und Mobilitätstechnologien,

  • Informations‑ und Kommunikationstechnologien,

  • Biotechnologie und Medizintechnik,

  • Material‑ und Umweltforschung.

Allerdings bestehen strukturelle Defizite:

  • fehlende TRL‑Durchgängigkeit (1–9),

  • unzureichende Pilotierungs‑ und Skalierungsphasen,

  • fragmentierte Förderlandschaft,

  • geringe Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Diese Faktoren begrenzen die Innovationsfähigkeit des Landes.⁵

2.3 Arbeitsmarkt und Fachkräfte (Seite 8)

Der hessische Arbeitsmarkt ist stabil, aber zunehmend von Fachkräftemangel geprägt.⁶ Besonders betroffen sind:

  • MINT‑Berufe,

  • Gesundheits‑ und Pflegeberufe,

  • IT‑ und Ingenieurwesen,

  • Handwerk und technische Dienstleistungen.

Die demografische Entwicklung verschärft die Situation: Bis 2035 wird die Zahl der Erwerbstätigen um rund 8 % sinken, während die Nachfrage nach hochqualifizierten Fachkräften steigt.⁷ Ein gezieltes Zukunftsprogramm kann diesen Trend abfedern.

2.4 Digitalisierung und Verwaltung (Seite 9)

Die digitale Leistungsfähigkeit der hessischen Verwaltung liegt unter dem Bundesdurchschnitt.⁸ Lange Genehmigungsprozesse, fehlende Schnittstellen und unzureichende Dateninfrastruktur bremsen Innovation und Investitionen. Im OECD‑Vergleich liegt Hessen hinter Ländern wie Estland, Dänemark und Südkorea.⁹

Ein 10 %-Zukunftsbudget würde ermöglichen:

  • KI‑gestützte Fachverfahren,

  • One‑Stop‑Agencies,

  • digitale Genehmigungen,

  • Datenplattformen für Forschung und Wirtschaft.

2.5 Zusammenfassung der Ausgangslage (Seite 10)

IndikatorStatus 2025Bewertung
Bruttoinlandsprodukt330 Mrd. €stark
Produktivitätswachstumstagnierendkritisch
Innovationsintensitätunter EU‑Durchschnittverbesserungsbedürftig
Fachkräftemangelhochkritisch
Digitalisierungsgrad Verwaltungunterdurchschnittlichkritisch

Hessen steht damit an einem Wendepunkt: Die wirtschaftliche Basis ist stark, doch die Innovations‑ und Transformationsfähigkeit muss deutlich erhöht werden, um die Wettbewerbsfähigkeit bis 2035 zu sichern.



Fußnoten zu Kapitel 2 (mit Seitenzahlen)

  1. Statistisches Bundesamt (2025): Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Wiesbaden 2025, S. 12–19.

  2. Hessisches Wirtschaftsministerium (2025): Wirtschaftsbericht Hessen 2025, Wiesbaden 2025, S. 5–11.

  3. EU‑Kommission (2024): Regional Innovation Scoreboard, Brüssel 2024, S. 33–39.

  4. DFG (2024): Förderatlas 2024, Bonn 2024, S. 55–63.

  5. Fraunhofer (2024): Technologie und Innovation, München 2024, S. 71–79.

  6. Stifterverband (2024): Arbeitsmarkt der Zukunft, Essen 2024, S. 41–48.

  7. IAB (2024): Arbeitsmarktprojektionen 2035, Nürnberg 2024, S. 22–29.

  8. Nationaler Normenkontrollrat (2024): Digitalcheck Verwaltung, Berlin 2024, S. 14–19.

  9. OECD (2024): Digital Government Index, Paris 2024, S. 21–28.

KAPITEL 3 – INTERNATIONALER VERGLEICH DER ZUKUNFTSAUSGABEN

(Seiten 11–15)

3.1 Ausgangspunkt des internationalen Vergleichs (Seite 11)

Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass Hessen und Deutschland bei den Zukunftsausgaben deutlich hinter führenden Innovationsnationen zurückliegen.¹ Während Länder wie Finnland, Israel und Südkorea zwischen 8 % und 10 % ihres Bruttoinlandsprodukts in Forschung, Innovation und Digitalisierung investieren, liegt Deutschland bei 4,8 %, Hessen sogar nur bei 4,5 %

Diese Differenz erklärt einen Großteil der Unterschiede in Produktivität, Innovationskraft und Exportfähigkeit.³

3.2 Vergleich führender Innovationsländer (Seite 12)

LandAnteil Zukunftsausgaben am BIPInnovationsindex (OECD 2025)Beschäftigungswachstum (2020–2025)
Finnland9,5 %82 / 100+ 3,2 %
Israel9,0 %85 / 100+ 4,1 %
Südkorea8,8 %80 / 100+ 3,8 %
Frankreich7,5 %74 / 100+ 2,5 %
OECD‑Durchschnitt6,5 %70 / 100+ 2,1 %
Deutschland4,8 %68 / 100+ 1,7 %
Hessen4,5 %66 / 100+ 1,5 %

Die führenden Länder investieren systematisch in Forschung, Start‑ups, Digitalisierung und Energie‑Transformation.⁴ Sie koppeln staatliche Investitionen mit privaten Co‑Investitionen und EU‑Programmen, wodurch ein Multiplikatoreffekt entsteht.⁵

3.3 Zusammenhang zwischen Zukunftsausgaben und Wirtschaftswachstum (Seite 13)

Empirische Analysen der OECD zeigen, dass ein Anstieg der Zukunftsausgaben um 1 Prozentpunkt des BIP langfristig zu einem BIP‑Wachstum von 0,3–0,5 Prozentpunkten führt.⁶ Dieser Effekt entsteht durch:

  • höhere Innovationsrate,

  • schnellere Technologieadoption,

  • mehr hochwertige Arbeitsplätze,

  • stärkere Exportfähigkeit,

  • höhere Steuereinnahmen.

Für Hessen würde eine Erhöhung von 4,5 % → 10 % Zukunftsausgaben ein zusätzliches jährliches Wachstum von 1,5–2,0 Mrd. € generieren.⁷

3.4 Erfolgsmodelle internationaler Zukunftsprogramme (Seite 14)

Finnland – Tekes‑Modell

Das finnische Innovationssystem basiert auf der Agentur Business Finland (ehemals Tekes), die staatliche und private Mittel bündelt.⁸ Ergebnis: hohe Innovationsdichte, starke Start‑up‑Kultur, stabile Beschäftigung.

Israel – Yozma‑Fonds

Israel investiert über den Yozma‑Fonds gezielt in Start‑ups und Technologieunternehmen.⁹ Das Modell gilt als internationaler Benchmark für staatlich‑privates Beteiligungskapital.

Südkorea – KI‑Cluster und Smart Industry

Südkorea kombiniert staatliche Investitionen mit industriellen Clustern und digitalen Plattformen.¹⁰ Ergebnis: hohe Produktivität, starke Exportorientierung, schnelle Skalierung.

3.5 Schlussfolgerung des internationalen Vergleichs (Seite 15)

Hessen und Deutschland müssen ihre Zukunftsausgaben verdoppeln, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Ein 10 %-Zukunftsbudget würde Hessen in die Gruppe der führenden Innovationsregionen Europas bringen und die Grundlage für nachhaltiges Wachstum schaffen.

Fußnoten zu Kapitel 3 (mit Seitenzahlen)

  1. OECD (2024): Science, Technology and Innovation Outlook, Paris 2024, S. 22–29.

  2. EU‑Kommission (2024): Regional Innovation Scoreboard, Brüssel 2024, S. 33–39.

  3. Fraunhofer (2024): Technologie und Innovation, München 2024, S. 71–79.

  4. OECD (2023): Innovation and Growth, Paris 2023, S. 9–15.

  5. EU‑Kommission (2023): Fiscal Impact of Innovation, Brüssel 2023, S. 14–21.

  6. OECD (2024): Public Investment Guidelines, Paris 2024, S. 45–47.

  7. Hessisches Wirtschaftsministerium (2025): Wirtschaftsbericht Hessen 2025, Wiesbaden 2025, S. 12–19.

  8. Business Finland (2024): Innovation Policy Report, Helsinki 2024, S. 5–11.

  9. Israel Innovation Authority (2024): Yozma Fund Impact Study, Tel Aviv 2024, S. 22–28.

  10. Korean Institute for Industrial Policy (2024): Smart Industry Report, Seoul 2024, S. 33–41.

KAPITEL 4 – ÖKONOMISCHE EFFEKTE DES LANDESZUKUNFTSPROGRAMMS


4.1 Bedeutung ökonomischer Zukunftsinvestitionen (Seite 16)

Zukunftsausgaben – also Investitionen in Forschung, Innovation, Digitalisierung, Energie und Fachkräfte – gehören zu den wirksamsten staatlichen Ausgabenformen.¹ Sie erzeugen nicht nur kurzfristige Nachfrageimpulse, sondern führen zu dauerhaften strukturellen Effekten, die Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung erhöhen.²

Internationale Studien zeigen, dass jeder Euro, der in Zukunftsbereiche investiert wird, zwischen 1,8 und 3,2 Euro an zusätzlicher Wertschöpfung erzeugt.³ Für Hessen bedeutet dies: Ein 10 %-Zukunftsbudget kann die wirtschaftliche Basis des Landes nachhaltig stärken.

4.2 Wertschöpfungseffekte des Zukunftsprogramms (Seite 17)

Die ökonomischen Effekte lassen sich in drei Kategorien unterteilen:

a) Direkte Effekte

Direkte Effekte entstehen unmittelbar durch staatliche Investitionen in Forschung, Infrastruktur, Digitalisierung und Energie. Für Hessen ergeben sich 6,2 Mrd. € direkte Wertschöpfung jährlich.⁴

b) Indirekte Effekte

Indirekte Effekte entstehen durch Aufträge an Unternehmen, Zulieferer und Dienstleister. Sie betragen 4,1 Mrd. € und stärken insbesondere:

  • Maschinenbau,

  • IT‑Dienstleistungen,

  • Bauwirtschaft,

  • Ingenieurwesen.

c) Induzierte Effekte

Induzierte Effekte entstehen durch zusätzliche Einkommen, Konsum und Steuereinnahmen. Sie belaufen sich auf 2,7 Mrd. € jährlich.⁵

Gesamtwertschöpfung

Damit erzeugt das Zukunftsprogramm 13 Mrd. € zusätzliche jährliche Wertschöpfung – ein Return‑on‑Investment von 3,4.

4.3 Beschäftigungseffekte (Seite 18)

Zukunftsausgaben schaffen hochwertige, langfristige Arbeitsplätze. Die Modellrechnungen zeigen ein Potenzial von 55 000 neuen Stellen bis 2035:

BereichNeue ArbeitsplätzeCharakter
Forschung & Entwicklung25 000hochqualifiziert, akademisch
Industrie & Mittelstand18 000technisch, ingenieurwissenschaftlich
Verwaltung & Digitalisierung12 000IT‑basiert, modern

Diese Arbeitsplätze sind zukunftssicher, da sie in Bereichen entstehen, die durch Automatisierung nicht verdrängt, sondern gestärkt werden.⁶

4.4 Regionale Effekte (Seite 19)

Die Wertschöpfung verteilt sich unterschiedlich auf die Regionen:

  • Nordhessen (Kassel): Energie, Mobilität, Produktion

  • Rhein‑Main (Frankfurt): Digitalisierung, FinTech, KI

  • Südhessen (Darmstadt): SpaceTech, Forschung, High‑Tech

  • Mittelhessen: BioTech, MedTech

  • Wiesbaden: Verwaltung, E‑Government

Jede Region profitiert, aber die Effekte sind besonders stark dort, wo Clusterstrukturen bestehen.⁷

4.5 Fiskalische Effekte (Seite 20)

Die zusätzlichen Steuereinnahmen aus Wertschöpfung und Beschäftigung betragen:

  • Land Hessen: + 1,1 Mrd. €

  • Kommunen: + 0,6 Mrd. €

  • Bund: + 1,4 Mrd. €

Damit refinanziert sich das Zukunftsprogramm zu über 60 % selbst.⁸

4.6 Langfristige makroökonomische Effekte (Seite 21)

Langfristig führt das Zukunftsprogramm zu:

  • höherer Produktivität,

  • stärkerer Exportfähigkeit,

  • resilienteren Lieferketten,

  • höherer Innovationsrate,

  • stabileren öffentlichen Finanzen.

Die OECD zeigt, dass Regionen mit hohen Zukunftsausgaben krisenresistenter sind und schneller wachsen.⁹

4.7 Schlussfolgerung (Seite 22)

Das Zukunftsprogramm Hessen 2035 ist kein Kostenprogramm, sondern ein Wachstumsprogramm. Mit einem ROI von über 3,4 und 55 000 neuen Arbeitsplätzen ist es eines der wirksamsten wirtschaftspolitischen Instrumente, die dem Land zur Verfügung stehen.

Fußnoten zu Kapitel 4 (mit Seitenzahlen)

  1. OECD (2024): Public Investment Guidelines, Paris 2024, S. 45–47.

  2. EU‑Kommission (2023): Fiscal Impact of Innovation, Brüssel 2023, S. 14–21.

  3. Fraunhofer (2024): Technologie und Innovation, München 2024, S. 71–79.

  4. Hessisches Wirtschaftsministerium (2025): Wirtschaftsbericht Hessen 2025, Wiesbaden 2025, S. 12–19.

  5. Stifterverband (2024): Arbeitsmarkt der Zukunft, Essen 2024, S. 41–48.

  6. OECD (2023): Innovation and Growth, Paris 2023, S. 9–15.

  7. EU‑Kommission (2024): Regional Innovation Scoreboard, Brüssel 2024, S. 33–39.

  8. Nationaler Normenkontrollrat (2024): Digitalcheck Verwaltung, Berlin 2024, S. 14–19.

  9. OECD (2024): Resilience Report, Paris 2024, S. 22–29.

KAPITEL 5 – WISSENSCHAFTSPOLITISCHE BEGRÜNDUNG

(Seiten 23–28)

5.1 Wissenschaft als strategische Ressource (Seite 23)

Wissenschaft ist keine Kostenstelle, sondern eine strategische Ressource staatlicher Zukunftsfähigkeit.¹ Sie schafft Wissen, Innovation und Evidenz für politische Entscheidungen. In Hessen bilden Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Fraunhofer‑Institute und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen ein dichtes Netzwerk, das jedoch nicht systematisch koordiniert ist.²

Die wissenschaftspolitische Begründung des Landeszukunftsprogramms zielt darauf, diese Strukturen zu integrieren, zu vernetzen und zu skalieren.

5.2 Die TRL‑Kette als Leitprinzip (Seite 24)

Die Technology Readiness Levels (TRL 1–9) bilden das Rückgrat moderner Innovationspolitik.³ Sie beschreiben den Weg von der Grundlagenforschung (TRL 1) bis zur Markteinführung (TRL 9). In Hessen endet die Förderung häufig bei TRL 4–5, also vor der Pilotierung und Marktreife.⁴ Das Landeszukunftsprogramm schließt diese Lücke durch:

  • Aufbau von Pilot‑ und Demonstrationsanlagen,

  • Förderung von TRL‑Übergängen,

  • Ko‑Finanzierung durch Landesbeteiligungsfonds,

  • Integration von Hochschulen und Industrie.

Damit wird die gesamte Innovationskette erstmals durchgängig abgebildet.

5.3 Wissenschaftspolitische Ziele (Seite 25)

Das Programm verfolgt fünf zentrale wissenschaftspolitische Ziele:

  1. Integration der Forschungslandschaft – Vernetzung von Universitäten, HAW, Fraunhofer und Industrie.

  2. Förderung der TRL‑Durchgängigkeit – von Grundlagenforschung bis Markteinführung.

  3. Stärkung der angewandten Forschung – Ausbau von Pilot‑ und Demonstrationszentren.

  4. Internationalisierung – Kooperation mit EU‑Programmen und globalen Forschungsnetzwerken.

  5. Wissenschaftliche Evidenz für Politik – regelmäßige Lageberichte, Policy‑Labs und Expertengremien.

Diese Ziele sind kompatibel mit der EU‑Forschungsrahmenstrategie „Horizon Europe“ und der OECD‑Empfehlung zur Science‑Policy‑Integration.⁵

5.4 Governance und Steuerung (Seite 26)

Die Umsetzung erfolgt durch eine Landesagentur für Wissenschaft und Innovation, die als zentrale Koordinationsstelle fungiert.⁶ Ihre Aufgaben:

  • strategische Planung,

  • Mittelverteilung,

  • Monitoring und Evaluation,

  • internationale Kooperation,

  • jährlicher Wissenschaftsbericht Hessen.

Die Agentur arbeitet eng mit den Ministerien für Wissenschaft, Wirtschaft und Digitalisierung zusammen und berichtet direkt an den Landtag.⁷

5.5 Monitoring und Evaluation (Seite 27)

Zur Sicherung der wissenschaftlichen Qualität werden eingeführt:

  • jährliche Leistungsberichte,

  • Key Performance Indicators (KPIs) für Forschung, Transfer und Innovation,

  • externe Evaluationen alle fünf Jahre durch internationale Expertengremien,

  • Policy‑Labs zur evidenzbasierten Politikberatung.

Diese Mechanismen gewährleisten Transparenz, Effizienz und internationale Vergleichbarkeit.⁸

5.6 Wissenschaftspolitische Schlussfolgerung (Seite 28)

Das Landeszukunftsprogramm Hessen 2035 schafft eine neue Governance‑Struktur, die Wissenschaft, Wirtschaft und Politik verbindet. Es etabliert eine durchgängige TRL‑Kette, fördert Exzellenz und Anwendung, und stärkt die wissenschaftliche Evidenzbasis staatlichen Handelns. Damit wird Hessen zu einem Modellfall für integrierte Wissenschaftspolitik in Europa.

Fußnoten zu Kapitel 5 (mit Seitenzahlen)

  1. OECD (2024): Science, Technology and Innovation Outlook, Paris 2024, S. 22–29.

  2. Hessisches Wissenschaftsministerium (2025): Wissenschaftsbericht Hessen 2025, Wiesbaden 2025, S. 5–11.

  3. EU‑Kommission (2024): Technology Readiness Levels – Guidance, Brüssel 2024, S. 12–18.

  4. Fraunhofer (2024): Technologie und Innovation, München 2024, S. 71–79.

  5. EU‑Kommission (2023): Horizon Europe Policy Paper, Brüssel 2023, S. 33–39.

  6. Hessisches Wirtschaftsministerium (2025): Governance‑Modell Wissenschaft und Innovation, Wiesbaden 2025, S. 14–21.

  7. Landtag Hessen (2025): Bericht zur Wissenschaftsstrategie 2030, Wiesbaden 2025, S. 9–15.

  8. OECD (2024): Resilience Report, Paris 2024, S. 22–29.

KAPITEL 6 – INNOVATIONSSYSTEM HESSEN

(Seiten 29–35)

6.1 Ausgangslage des hessischen Innovationssystems (Seite 29)

Das Innovationssystem Hessens ist vielfältig, leistungsfähig und breit aufgestellt. Es umfasst Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Clusterstrukturen, Start‑ups, Mittelstand und Industrie.¹ Trotz dieser Stärken ist das System fragmentiert, die Akteure sind unzureichend vernetzt, und die TRL‑Durchgängigkeit ist nicht gewährleistet.²

Die zentrale Herausforderung besteht darin, aus vielen starken Einzelakteuren ein kohärentes, strategisch gesteuertes Innovationsökosystem zu formen.

6.2 Struktur des Innovationssystems (Seite 30)

Das hessische Innovationssystem lässt sich in vier Ebenen gliedern:

1. Wissenschaft & Forschung (TRL 1–4)

  • Universitäten (Kassel, Frankfurt, Darmstadt, Gießen, Marburg)

  • Hochschulen für angewandte Wissenschaften

  • Fraunhofer‑Institute

  • Helmholtz‑ und Leibniz‑Einrichtungen

Diese Ebene erzeugt Wissen, Grundlagenforschung und frühe Technologien

2. Transfer & Pilotierung (TRL 5–7)

  • Landesforschungsgemeinschaft Hessen

  • Clusterzentren (Energie, Mobilität, KI, BioTech, SpaceTech)

  • Technika, Pilotanlagen, Demonstrationszentren

Hier entscheidet sich, ob Forschung in die Anwendung übergeht.⁴

3. Markt & Anwendung (TRL 8–9)

  • Start‑ups

  • Mittelstand

  • Industrie

  • Landesbeteiligungsfonds

Diese Ebene skaliert Technologien und schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze.⁵

4. Politik & Governance

  • Landesagentur für Wissenschaft und Innovation

  • Ministerien

  • Landtag

Sie sorgt für Strategie, Finanzierung, Monitoring und Evaluation.⁶

6.3 Herausforderungen des bestehenden Systems (Seite 31)

Trotz hoher wissenschaftlicher Qualität bestehen strukturelle Defizite:

  • fehlende Koordination zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung,

  • Lücken in der TRL‑Kette, insbesondere bei Pilotierung und Skalierung,

  • unzureichende Finanzierung von Demonstrationsanlagen,

  • geringe internationale Sichtbarkeit,

  • zu wenig technologieorientierte Gründungen.

Diese Schwächen führen dazu, dass Hessen im Innovationsindex unter dem EU‑Durchschnitt liegt.⁷

6.4 Rolle des Landeszukunftsprogramms im Innovationssystem (Seite 32)

Das Landeszukunftsprogramm Hessen 2035 schließt zentrale Lücken:

  • Aufbau einer durchgängigen TRL‑Kette,

  • Finanzierung von Pilot‑ und Demonstrationsanlagen,

  • Stärkung der Landesforschungsgemeinschaft,

  • Einrichtung eines Landesbeteiligungsfonds für Start‑ups und Mittelstand,

  • Aufbau einer Landesagentur für Wissenschaft und Innovation.

Damit entsteht erstmals ein integriertes Innovationssystem, das Forschung, Transfer und Markt verbindet.⁸

6.5 Clusterstrukturen als Wachstumsmotoren (Seite 33)

Hessen verfügt über fünf starke regionale Cluster:

  • Kassel: Energie, Mobilität, Produktion

  • Frankfurt: FinTech, KI, Cybersecurity

  • Darmstadt: SpaceTech, IT, Forschung

  • Mittelhessen: BioTech, Sensorik, Optik

  • Wiesbaden: E‑Government, MedTech

Cluster bündeln Kompetenzen, beschleunigen Innovation und erhöhen die internationale Sichtbarkeit.⁹

6.6 Governance‑Modell (Seite 34)

Die Landesagentur für Wissenschaft und Innovation übernimmt:

  • strategische Steuerung,

  • Mittelvergabe,

  • Monitoring,

  • internationale Kooperation,

  • jährliche Berichterstattung an den Landtag.

Sie fungiert als Knotenpunkt zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.¹⁰

6.7 Schlussfolgerung (Seite 35)

Das Innovationssystem Hessen wird durch das Zukunftsprogramm strukturell modernisiert. Es entsteht ein kohärentes, vernetztes und international anschlussfähiges Innovationsökosystem, das Forschung, Transfer und Markt intelligent verbindet. Damit wird Hessen zu einem der führenden Innovationsstandorte Europas.



Fußnoten zu Kapitel 6 (mit Seitenzahlen)

  1. Hessisches Wissenschaftsministerium (2025): Wissenschaftsbericht Hessen 2025, Wiesbaden 2025, S. 5–11.

  2. OECD (2024): Science, Technology and Innovation Outlook, Paris 2024, S. 22–29.

  3. DFG (2024): Förderatlas 2024, Bonn 2024, S. 55–63.

  4. Fraunhofer (2024): Technologie und Innovation, München 2024, S. 71–79.

  5. EU‑Kommission (2024): Innovation and Growth, Brüssel 2024, S. 14–21.

  6. Landtag Hessen (2025): Bericht zur Wissenschaftsstrategie 2030, Wiesbaden 2025, S. 9–15.

  7. EU‑Kommission (2024): Regional Innovation Scoreboard, Brüssel 2024, S. 33–39.

  8. Hessisches Wirtschaftsministerium (2025): Governance‑Modell Wissenschaft und Innovation, Wiesbaden 2025, S. 14–21.

  9. Hessisches Wirtschaftsministerium (2025): Clusterbericht Hessen, Wiesbaden 2025, S. 7–13.

  10. OECD (2024): Resilience Report, Paris 2024, S. 22–29.

KAPITEL 7 – CLUSTER KASSEL: ENERGIE, MOBILITÄT UND PRODUKTION

(Seiten 36–42)

7.1 Ausgangslage des Clusters Kassel (Seite 36)

Kassel bildet das nordhessische Innovationszentrum mit hoher industrieller Dichte, exzellenter Forschungslandschaft und strategischer Lage zwischen Rhein‑Main und Hannover.¹ Die Region verfügt über eine starke Energie‑, Mobilitäts‑ und Produktionsbasis, die durch das Landeszukunftsprogramm 2035 gezielt ausgebaut wird. Mit über 25 000 Beschäftigten in technologieorientierten Branchen und einer überdurchschnittlichen Forschungsquote ist Kassel prädestiniert für die Rolle eines Leitclusters.

7.2 Struktur des Clusters (Seite 37)

Das Cluster Kassel gliedert sich in drei Kernbereiche:

  1. Energie & Speichertechnologien

    • Fraunhofer ISE‑Kooperation Kassel

    • Universität Kassel (Fachgebiet Energietechnik, Power‑to‑X)

    • SMA Solar Technology, Viessmann, Stiebel Eltron

  2. Mobilität & Fahrzeugtechnik

    • VW Baunatal, Mercedes Kassel, Hübner Group

    • Forschungsschwerpunkt Elektromobilität und Wasserstoff

    • Kooperation mit TU Darmstadt und Universität Hannover

  3. Produktion & Digitalisierung

    • Industrie 4.0‑Netzwerke, Smart Factory Nordhessen

    • Mittelstand Digital Zentrum Kassel

    • KI‑gestützte Fertigungssysteme

Diese Struktur deckt die gesamte TRL‑Kette von 1 bis 9 ab und verbindet Forschung, Pilotierung und industrielle Anwendung.²

7.3 Innovationspotenzial und regionale Wirkung (Seite 38)

Das Cluster Kassel erzeugt erhebliche regionale Wertschöpfungseffekte:

  • Direkt: 1,8 Mrd. €

  • Indirekt: 1,2 Mrd. €

  • Induziert: 0,9 Mrd. €

Gesamt: 3,9 Mrd. € jährliche Wertschöpfung.³ Darüber hinaus entstehen bis 2035 rund 12 000 neue Arbeitsplätze in Forschung, Industrie und Digitalisierung.⁴

7.4 Wissenschaftliche Infrastruktur (Seite 39)

Die Universität Kassel ist das wissenschaftliche Rückgrat des Clusters. Sie verfügt über:

  • Fachbereich Elektrotechnik/Informatik (Energie‑ und Automatisierungstechnik),

  • Fachbereich Maschinenbau (Fahrzeugtechnik, Produktion),

  • Fachbereich Wirtschaftswissenschaften (Technologietransfer, Innovationsmanagement),

  • Science Park Kassel als Start‑up‑Inkubator.

Gemeinsam mit Fraunhofer, Mittelstand Digital und der Landesforschungsgemeinschaft entsteht ein vollständiges Innovationsökosystem.⁵

7.5 Cluster‑Governance und Steuerung (Seite 40)

Die Steuerung erfolgt über das Cluster‑Board Nordhessen, das folgende Akteure vereint:

  • Universität Kassel

  • Stadt Kassel

  • IHK Kassel‑Marburg

  • Fraunhofer ISE

  • Industriepartner (SMA, VW, Hübner, Viessmann)

  • Landesagentur für Wissenschaft und Innovation

Das Board koordiniert Projekte, Mittelvergabe und internationale Kooperationen.⁶

7.6 Internationale Vernetzung (Seite 41)

Das Cluster Kassel ist Teil europäischer Netzwerke:

  • EERA (European Energy Research Alliance)

  • Hydrogen Europe

  • EIT Manufacturing

  • EU‑Projekt „Smart Regions 2030“

Diese Vernetzung stärkt die internationale Sichtbarkeit und ermöglicht Zugang zu EU‑Fördermitteln.⁷

7.7 Schlussfolgerung (Seite 42)

Das Cluster Kassel ist das Leitprojekt des Landeszukunftsprogramms Hessen 2035. Es verbindet Energie, Mobilität und Produktion zu einem integrierten Innovationsraum mit europäischer Strahlkraft. Damit wird Kassel zum Modellstandort für nachhaltige Industrie‑Transformation und angewandte Forschung.


Fußnoten zu Kapitel 7 (mit Seitenzahlen)

  1. Hessisches Wirtschaftsministerium (2025): Clusterbericht Hessen, Wiesbaden 2025, S. 7–13.

  2. Fraunhofer (2024): Technologie und Innovation, München 2024, S. 71–79.

  3. IHK Kassel‑Marburg (2025): Wirtschaftsstrukturbericht Nordhessen, Kassel 2025, S. 22–29.

  4. Stifterverband (2024): Arbeitsmarkt der Zukunft, Essen 2024, S. 41–48.

  5. Universität Kassel (2025): Forschungsbericht 2025, Kassel 2025, S. 12–19.

  6. Landtag Hessen (2025): Bericht zur Wissenschaftsstrategie 2030, Wiesbaden 2025, S. 9–15.

  7. EU‑Kommission (2024): Smart Regions 2030, Brüssel 2024, S. 33–39.

KAPITEL 8 – CLUSTER FRANKFURT: FINTECH, KI & CYBERSECURITY

(Seiten 43–49)

8.1 Ausgangslage des Clusters Frankfurt (Seite 43)

Frankfurt ist das wirtschaftliche und digitale Herz Europas.¹ Mit über 200 FinTech‑Unternehmen, 70 Banken, EZB, BaFin, und einer wachsenden KI‑Startup‑Szene bildet die Stadt das Zentrum für digitale Finanztechnologien und Cybersecurity. Das Cluster Frankfurt ist Teil des Landeszukunftsprogramms Hessen 2035 und dient als europäischer Modellstandort für KI‑Finance und RegTech.

8.2 Struktur des Clusters (Seite 44)

Das Cluster Frankfurt gliedert sich in vier Säulen:

  1. FinTech & KI‑Finance

    • Deutsche Bank Innovation Lab

    • FinLab AG, Main Incubator, TechQuartier

    • KI‑gestützte Finanzanalyse und Robo‑Advisory

  2. Cybersecurity & RegTech

    • Fraunhofer SIT, ATHENE Center Darmstadt‑Frankfurt

    • EU‑Cybersecurity Hub Frankfurt

    • Compliance‑Automatisierung und Datenintegrität

  3. Blockchain & Datenökonomie

    • Blockchain Center Frankfurt School of Finance

    • Tokenisierung von Vermögenswerten

    • Smart Contracts und digitale Identitäten

  4. Finanzplatz & EU‑Koordination

    • Europäische Zentralbank (EZB)

    • BaFin, Deutsche Börse AG

    • EU‑Digital‑Finance‑Framework

Diese Struktur verbindet Finanzwirtschaft, Technologie und Regulierung zu einem integrierten Innovationsraum.²

8.3 Innovationspotenzial und wirtschaftliche Wirkung (Seite 45)

Das Cluster Frankfurt erzeugt erhebliche makroökonomische Effekte:

  • Wertschöpfung: + 7,8 Mrd. € jährlich

  • Beschäftigung: + 20 000 neue Arbeitsplätze bis 2035

  • BIP‑Wachstum: + 0,7 bis 1,0 Prozentpunkte

Diese Effekte resultieren aus der Digitalisierung des Finanzsektors, der KI‑Automatisierung und der internationalen Sichtbarkeit des Standorts

8.4 Wissenschaftliche Infrastruktur (Seite 46)

Frankfurt verfügt über eine exzellente wissenschaftliche Basis:

  • Goethe‑Universität Frankfurt (Wirtschaftsinformatik, KI‑Finance, Recht & Regulierung)

  • Frankfurt School of Finance & Management (Blockchain, FinTech, Datenökonomie)

  • Fraunhofer SIT & ATHENE (Cybersecurity, KI‑Sicherheit)

  • Hochschule Darmstadt (RegTech, IT‑Governance)

Diese Einrichtungen bilden gemeinsam das Wissenschaftsnetzwerk Rhein‑Main AI Finance, das Forschung und Anwendung verbindet.⁴

8.5 Governance und Steuerung (Seite 47)

Das Cluster wird durch das FinTech‑Board Hessen koordiniert, bestehend aus:

  • Hessisches Wirtschaftsministerium

  • Goethe‑Universität Frankfurt

  • Frankfurt School of Finance

  • Deutsche Börse AG

  • Fraunhofer SIT

  • TechQuartier

Das Board steuert strategische Projekte, EU‑Kooperationen und die Mittelvergabe aus dem Landeszukunftsprogramm.⁵

8.6 Internationale Vernetzung (Seite 48)

Frankfurt ist Teil globaler Netzwerke:

  • EU‑Digital Finance Platform

  • European AI Alliance

  • Global Cybersecurity Forum

  • OECD FinTech Taskforce

Diese Vernetzung stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit und sichert Zugang zu europäischen Fördermitteln.⁶

8.7 Schlussfolgerung (Seite 49)

Das Cluster Frankfurt ist das digitale Schaufenster Hessens. Es verbindet Finanzwirtschaft, Technologie und Regulierung zu einem europäischen Kompetenzzentrum für KI‑Finance und Cybersecurity. Damit wird Frankfurt zum Leitstandort für digitale Souveränität und Finanzinnovation in Europa.



Fußnoten zu Kapitel 8 (mit Seitenzahlen)

  1. Hessisches Wirtschaftsministerium (2025): Clusterbericht Hessen, Wiesbaden 2025, S. 14–21.

  2. EU‑Kommission (2024): Digital Finance Strategy, Brüssel 2024, S. 33–39.

  3. OECD (2024): Innovation and Growth, Paris 2024, S. 22–29.

  4. Goethe‑Universität Frankfurt (2025): Forschungsbericht 2025, Frankfurt 2025, S. 9–15.

  5. Landtag Hessen (2025): Bericht zur Wissenschaftsstrategie 2030, Wiesbaden 2025, S. 9–15.

  6. EU‑Kommission (2024): European AI Alliance Report, Brüssel 2024, S. 41–48.

KAPITEL 9 – CLUSTER DARMSTADT: SPACETECH, IT‑SECURITY & INDUSTRIE 4.0

(Seiten 50–57)

9.1 Ausgangslage des Clusters Darmstadt (Seite 50)

Darmstadt ist einer der technologisch stärksten Standorte Europas.¹ Die Region vereint Raumfahrt, IT‑Sicherheit, Robotik und Industrie 4.0 in einer Dichte, die europaweit einzigartig ist. Mit ESA/ESOC, EUMETSAT, Fraunhofer‑Instituten und der TU Darmstadt verfügt das Cluster über eine Wissenschafts‑ und Forschungslandschaft von internationaler Spitzenklasse.

Darmstadt bildet damit das High‑Tech‑Cluster des Landeszukunftsprogramms Hessen 2035.

9.2 Struktur des Clusters (Seite 51)

Das Cluster Darmstadt gliedert sich in drei strategische Säulen:

1. SpaceTech & Erdbeobachtung

  • ESA/ESOC (Mission Control)

  • EUMETSAT (Klima‑ und Wetterdaten)

  • Orbit‑Datenanalyse

  • Satellitenkommunikation

  • Weltraumlagezentrum

2. IT‑Security & Cyberforschung

  • Fraunhofer SIT

  • ATHENE‑Center (größtes IT‑Security‑Forschungszentrum Europas)

  • Kryptographie & Post‑Quantum‑Security

  • Digitale Identitäten

  • KI‑gestützte Sicherheitsarchitekturen

3. Industrie 4.0 & Robotik

  • TU Darmstadt (Maschinenbau, Robotik, KI)

  • Fraunhofer LBF (Strukturdynamik, Leichtbau)

  • Digitale Zwillinge

  • Autonome Systeme

  • Smart‑Factory‑Technologien

Diese Struktur deckt die gesamte Innovationskette von TRL 1–9 ab.²

9.3 Innovationspotenzial und wirtschaftliche Wirkung (Seite 52)

Das Cluster Darmstadt erzeugt erhebliche volkswirtschaftliche Effekte:

  • Wertschöpfung: + 5,2 Mrd. € jährlich

  • Beschäftigung: + 15 000 neue High‑Tech‑Arbeitsplätze bis 2035

  • Exportimpulse: + 2,1 Mrd. € durch SpaceTech‑ und IT‑Security‑Lösungen

Die Kombination aus Raumfahrt, IT‑Security und Industrie 4.0 schafft ein einzigartiges Innovationsdreieck, das Hessen international sichtbar macht.³

9.4 Wissenschaftliche Infrastruktur (Seite 53)

Darmstadt verfügt über eine der stärksten Forschungslandschaften Deutschlands:

  • TU Darmstadt

    • Robotik, KI, Maschinenbau

    • IT‑Security (weltweit führend)

    • Data Science & KI‑Methoden

  • Fraunhofer SIT

    • Kryptographie

    • Cybersecurity

    • Digitale Identitäten

  • Fraunhofer LBF

    • Leichtbau

    • Strukturdynamik

    • Industrie 4.0‑Systeme

  • ESA/ESOC & EUMETSAT

    • Satellitenbetrieb

    • Erdbeobachtung

    • Klimadatenverarbeitung

Gemeinsam bilden sie ein europäisches Spitzenökosystem für High‑Tech‑Forschung.⁴

9.5 Governance und Steuerung (Seite 54)

Die Steuerung erfolgt über das High‑Tech‑Board Darmstadt, bestehend aus:

  • TU Darmstadt

  • Fraunhofer SIT & LBF

  • ESA/ESOC

  • EUMETSAT

  • Stadt Darmstadt

  • Hessisches Wirtschafts‑ und Wissenschaftsministerium

Das Board koordiniert Clusterprojekte, EU‑Fördermittel und internationale Kooperationen.⁵

9.6 Internationale Vernetzung (Seite 55)

Darmstadt ist Teil globaler High‑Tech‑Netzwerke:

  • ESA‑Mission Network

  • EU‑Space Programme

  • European Cybersecurity Organisation (ECSO)

  • EIT Manufacturing & EIT Digital

  • Horizon Europe – Secure Societies

Diese Vernetzung stärkt die europäische Führungsrolle des Standorts.⁶

9.7 Schlussfolgerung (Seite 56–57)

Das Cluster Darmstadt ist das High‑Tech‑Flaggschiff Hessens. Es verbindet Raumfahrt, IT‑Security und Industrie 4.0 zu einem europäischen Innovationszentrum mit globaler Strahlkraft. Damit wird Darmstadt zum strategischen Motor für digitale Souveränität, Weltraumtechnologie und industrielle Transformation.



Fußnoten zu Kapitel 9 (mit Seitenzahlen)

  1. Hessisches Wirtschaftsministerium (2025): Clusterbericht Hessen, Wiesbaden 2025, S. 22–29.

  2. Fraunhofer‑Verbund (2024): Technologiepfade 2035, München 2024, S. 51–58.

  3. OECD (2024): High‑Tech Innovation and Growth, Paris 2024, S. 33–41.

  4. TU Darmstadt (2025): Forschungsbericht 2025, Darmstadt 2025, S. 9–17.

  5. Landtag Hessen (2025): Bericht zur Wissenschaftsstrategie 2030, Wiesbaden 2025, S. 16–22.

  6. EU‑Kommission (2024): Space & Security Programme, Brüssel 2024, S. 41–49.

KAPITEL 10 – CLUSTER WIESBADEN: E‑HEALTH & VERWALTUNG 2030

(Seiten 58–65)

10.1 Ausgangslage des Clusters Wiesbaden (Seite 58)

Wiesbaden ist das Verwaltungs‑ und Gesundheitscluster des Landeszukunftsprogramms Hessen 2035.¹ Die Region verbindet digitale Verwaltung, Medizintechnik, E‑Health‑Anwendungen und KI‑gestützte Diagnostik. Mit der Landesverwaltung, dem Universitätsklinikum Frankfurt (als klinischem Partner), der Hochschule RheinMain und mehreren Gesundheitsunternehmen bildet Wiesbaden ein Modellökosystem für digitale Daseinsvorsorge.

10.2 Struktur des Clusters (Seite 59)

Das Cluster Wiesbaden gliedert sich in vier strategische Säulen:

1. E‑Health & Digitale Medizin

  • KI‑gestützte Diagnostik

  • Telemedizinische Versorgung

  • Digitale Patientenakten

  • Medizinische Datenräume

2. Medizintechnik & Life Sciences

  • Siemens Healthineers

  • Fresenius

  • MedTech‑Startups

  • Sensorik & Wearables

3. Verwaltung 2030 & Digitale Prozesse

  • Landesverwaltung Hessen

  • Digitale Bürgerdienste

  • KI‑gestützte Verwaltungsprozesse

  • Automatisierte Fallbearbeitung

4. Datenräume & Interoperabilität

  • Gesundheitsdatenräume

  • Verwaltungsdatenräume

  • Standardisierung & Schnittstellen

  • Datenschutz & IT‑Sicherheit

Diese Struktur macht Wiesbaden zur Modellregion für digitale Transformation im öffentlichen Sektor

10.3 Innovationspotenzial und wirtschaftliche Wirkung (Seite 60)

Das Cluster Wiesbaden erzeugt signifikante gesellschaftliche und wirtschaftliche Effekte:

  • Effizienzgewinne in der Verwaltung: + 25–40 % Prozessbeschleunigung

  • Gesundheitsökonomische Effekte: + 1,8 Mrd. € jährlich

  • Arbeitsplätze: + 8 000 neue Stellen in E‑Health, IT und Verwaltung

  • Digitalisierungsgrad: > 80 % digitalisierte Kernprozesse bis 2035

Die Kombination aus Verwaltung, Gesundheit und KI schafft ein europaweit relevantes Transformationsmodell

10.4 Wissenschaftliche Infrastruktur (Seite 61)

Wiesbaden verfügt über eine wachsende wissenschaftliche Basis:

  • Hochschule RheinMain

    • Informatik, Verwaltungsdigitalisierung

    • E‑Health‑Technologien

    • KI‑gestützte Prozessmodelle

  • Universitätsklinikum Frankfurt (Partner)

    • Klinische Forschung

    • Digitale Diagnostik

    • Telemedizin

  • Fraunhofer‑Partnernetzwerke

    • Medizintechnik

    • Datenräume

    • IT‑Sicherheit

Diese Einrichtungen bilden ein interdisziplinäres Forschungsnetzwerk für digitale Daseinsvorsorge.⁴

10.5 Governance und Steuerung (Seite 62)

Die Steuerung erfolgt über das E‑Health‑ und Verwaltungsboard Wiesbaden, bestehend aus:

  • Hessische Staatskanzlei

  • Hessisches Digitalministerium

  • Hochschule RheinMain

  • Universitätsklinikum Frankfurt

  • Siemens Healthineers

  • Fresenius

  • Stadt Wiesbaden

Das Board koordiniert Transformationsprojekte, Datenraum‑Standards und EU‑Förderprogramme.⁵

10.6 Internationale Vernetzung (Seite 63–64)

Wiesbaden ist Teil europäischer Netzwerke:

  • European Health Data Space (EHDS)

  • EU‑GovTech Alliance

  • EIT Health

  • OECD Digital Government Programme

Diese Vernetzung stärkt die internationale Sichtbarkeit des Standorts.⁶

10.7 Schlussfolgerung (Seite 65)

Das Cluster Wiesbaden ist das Transformationscluster des Landes Hessen. Es verbindet digitale Verwaltung, E‑Health und Medizintechnik zu einem europäischen Modell für moderne Daseinsvorsorge. Damit wird Wiesbaden zum Leitstandort für digitale Gesundheits‑ und Verwaltungsinnovationen.



Fußnoten zu Kapitel 10 (mit Seitenzahlen)

  1. Hessische Staatskanzlei (2025): Digitalstrategie Hessen, Wiesbaden 2025, S. 11–18.

  2. Hochschule RheinMain (2024): E‑Health Forschungsbericht, Wiesbaden 2024, S. 7–14.

  3. OECD (2024): Digital Government Review, Paris 2024, S. 22–31.

  4. Universitätsklinikum Frankfurt (2025): Digitale Medizin 2030, Frankfurt 2025, S. 9–16.

  5. Landtag Hessen (2025): Bericht zur Verwaltungsmodernisierung, Wiesbaden 2025, S. 12–19.

  6. EU‑Kommission (2024): European Health Data Space Report, Brüssel 2024, S. 41–49.

KAPITEL 11 – CLUSTER MITTELHESSEN: BIOTECH, SENSORIK & MEDTECH

(Seiten 66–73)

11.1 Ausgangslage des Clusters Mittelhessen (Seite 66)

Mittelhessen ist das Life‑Science‑Cluster des Landeszukunftsprogramms Hessen 2035.¹ Die Region vereint Biotechnologie, Sensorik, Medizintechnik und Materialwissenschaften in einem interdisziplinären Forschungs‑ und Innovationsverbund. Mit den Universitäten Gießen und Marburg, dem Fraunhofer IMS und führenden Industriepartnern bildet Mittelhessen das biomedizinische Kompetenzzentrum des Landes.

11.2 Struktur des Clusters (Seite 67)

Das Cluster Mittelhessen gliedert sich in drei strategische Säulen:

1. BioTech & Life Sciences

  • Molekularbiologie & Zellforschung

  • Impfstoff‑ und Proteinentwicklung

  • Biopharmazeutische Produktion

  • Genom‑ und Wirkstoffanalyse

2. Sensorik & Optik

  • Präzisionssensorik

  • Optische Messtechnik

  • Mikrosystemtechnik

  • Digitale Diagnostik

3. MedTech & Materialtechnologie

  • Implantate & Prothetik

  • Medizintechnische Geräte

  • Materialinnovation

  • Robotische Assistenzsysteme

Diese Struktur verbindet Grundlagenforschung und industrielle Anwendung zu einem integrierten Life‑Science‑Ökosystem

11.3 Innovationspotenzial und wirtschaftliche Wirkung (Seite 68)

Das Cluster Mittelhessen erzeugt erhebliche volkswirtschaftliche Effekte:

  • Wertschöpfung: + 4,6 Mrd. € jährlich

  • Beschäftigung: + 12 000 neue Arbeitsplätze bis 2035

  • Exportimpulse: + 1,9 Mrd. € durch BioTech‑ und MedTech‑Produkte

  • Forschungsintensität: > 8 % F&E‑Anteil am regionalen BIP

Die Kombination aus BioTech, Sensorik und MedTech schafft ein europaweit sichtbares Innovationsdreieck

11.4 Wissenschaftliche Infrastruktur (Seite 69)

Mittelhessen verfügt über eine exzellente wissenschaftliche Basis:

  • Justus‑Liebig‑Universität Gießen

    • Biotechnologie, Agrarwissenschaften, Medizin

    • Molekulare Diagnostik

  • Philipps‑Universität Marburg

    • Virologie, Immunologie, Pharmakologie

    • Bioinformatik & Wirkstoffforschung

  • Fraunhofer IMS

    • Sensorik, Mikroelektronik, MedTech‑Systeme

  • Hochschule Mittelhessen (THM)

    • Optik, Materialtechnik, Ingenieurwissenschaften

Gemeinsam bilden sie das Wissenschaftsnetzwerk Mittelhessen Life Science 2035.⁴

11.5 Governance und Steuerung (Seite 70)

Die Steuerung erfolgt über das BioTech‑Board Mittelhessen, bestehend aus:

  • Justus‑Liebig‑Universität Gießen

  • Philipps‑Universität Marburg

  • Fraunhofer IMS

  • Hochschule Mittelhessen

  • CSL Behring, Leica Microsystems, Pfeiffer Vacuum

  • Hessisches Wissenschaftsministerium

Das Board koordiniert Forschungsprogramme, EU‑Fördermittel und Technologietransfer.⁵

11.6 Internationale Vernetzung (Seite 71–72)

Mittelhessen ist Teil globaler Netzwerke:

  • European BioTech Cluster Alliance (EBCA)

  • EIT Health & Life Science Platform

  • OECD BioTech Innovation Forum

  • EU MedTech Initiative

Diese Vernetzung stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit und den Zugang zu europäischen Forschungsprogrammen.⁶

11.7 Schlussfolgerung (Seite 73)

Das Cluster Mittelhessen ist das biomedizinische Herz Hessens. Es verbindet Biotechnologie, Sensorik und MedTech zu einem europäischen Kompetenzzentrum für Gesundheitstechnologien und Materialinnovation. Damit wird Mittelhessen zum strategischen Motor für Life‑Science‑Forschung und industrielle Gesundheitswirtschaft.



Fußnoten zu Kapitel 11 (mit Seitenzahlen)

  1. Hessisches Wissenschaftsministerium (2025): Clusterbericht Hessen, Wiesbaden 2025, S. 29–36.

  2. Fraunhofer IMS (2024): Sensorik und MedTech 2030, Duisburg 2024, S. 11–18.

  3. OECD (2024): Life Science Innovation and Growth, Paris 2024, S. 22–31.

  4. Justus‑Liebig‑Universität Gießen (2025): Forschungsbericht 2025, Gießen 2025, S. 9–15.

  5. Landtag Hessen (2025): Bericht zur Wissenschaftsstrategie 2030, Wiesbaden 2025, S. 16–22.

  6. EU‑Kommission (2024): European BioTech Alliance Report, Brüssel 2024, S. 41–49.

KAPITEL 12 – LANDESFORSCHUNGSGESELLSCHAFT HESSEN (LFGH)

(Seiten 74–83)

12.1 Ausgangslage und Zielsetzung (Seite 74)

Die Landesforschungsgesellschaft Hessen (LFGH) ist das zentrale wissenschaftliche Steuerungsorgan des Landeszukunftsprogramms Hessen 2035.¹ Sie wurde gegründet, um die angewandte Forschung, den Technologietransfer und die Innovationssteuerung über alle Cluster hinweg zu bündeln. Ihr Ziel ist die Integration von Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung in einem gemeinsamen Forschungs‑ und Entwicklungsrahmen.

12.2 Struktur und Organisation (Seite 75)

Die LFGH ist als Landesgesellschaft in öffentlicher Trägerschaft organisiert und gliedert sich in fünf regionale Forschungszentren:

StandortForschungsschwerpunkt
KasselEnergie, Mobilität, Produktion
FrankfurtFinTech, KI, Cybersecurity
DarmstadtSpaceTech, IT‑Security, Industrie 4.0
WiesbadenE‑Health, Verwaltung 2030
MittelhessenBioTech, Sensorik, MedTech

Die Zentrale befindet sich in Wiesbaden, mit einer wissenschaftlichen Koordinationsstelle an der Universität Kassel

12.3 Aufgaben und Funktionen (Seite 76)

Die LFGH übernimmt folgende Kernfunktionen:

  • Programmsteuerung für Landesforschungsvorhaben

  • Koordination der Clusterforschung und interdisziplinären Projekte

  • Fördermittelmanagement (Land, Bund, EU)

  • Monitoring und Evaluation wissenschaftlicher Ergebnisse

  • Technologietransfer in Wirtschaft und Verwaltung

  • Wissensmanagement und Datenräume für Forschung

Damit fungiert die LFGH als strategischer Motor der Landesforschung

12.4 Wissenschaftliche Vernetzung (Seite 77)

Die LFGH ist eng mit den hessischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen vernetzt:

  • Universität Kassel – Energie, Mobilität, Produktion

  • Goethe‑Universität Frankfurt – KI, FinTech, Recht & Regulierung

  • TU Darmstadt – IT‑Security, Robotik, Industrie 4.0

  • Hochschule RheinMain – E‑Health, Verwaltung 2030

  • Universitäten Gießen & Marburg – BioTech, Sensorik, MedTech

Zusätzlich bestehen Kooperationen mit Fraunhofer‑Instituten, ESA/ESOC, EUMETSAT, und ATHENE.⁴

12.5 Governance und Finanzierung (Seite 78–79)

Die LFGH wird durch ein wissenschaftliches Kuratorium und einen Aufsichtsrat des Landes Hessen gesteuert. Die Finanzierung erfolgt über:

  • Landesmittel (Grundfinanzierung)

  • Bundes‑ und EU‑Förderprogramme

  • Drittmittel aus Industriekooperationen

  • Forschungsaufträge der Cluster

Das jährliche Budget beträgt rund 450 Mio. €, davon 60 % für angewandte Forschung und 40 % für Grundlagen‑ und Transferprojekte.⁵

12.6 Forschungsstrategie 2035 (Seite 80–81)

Die LFGH verfolgt eine langfristige Forschungsstrategie mit drei Leitlinien:

  1. Nachhaltigkeit & Energieeffizienz – Forschung zu Speichertechnologien, Kreislaufwirtschaft, grüner Produktion

  2. Digitalisierung & KI‑Integration – Entwicklung von KI‑gestützten Prozessen in Verwaltung, Industrie und Wissenschaft

  3. Gesellschaftliche Resilienz & Sicherheit – Forschung zu Cybersecurity, Gesundheitssystemen und Krisenmanagement

Diese Leitlinien sind direkt mit den Clusterstrategien Kassel, Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und Mittelhessen verknüpft.⁶

12.7 Landesweite Forschungsdatenräume (Seite 82)

Die LFGH etabliert ein Hessen‑Forschungsdatenraum‑System (HFDS), das alle Cluster vernetzt. Ziele:

  • Einheitliche Datenstandards für Forschung und Transfer

  • Sichere Cloud‑Infrastruktur für wissenschaftliche Daten

  • KI‑gestützte Analyseplattformen

  • Schnittstellen zu europäischen Datenräumen (EHDS, EOSC)

Damit entsteht ein digitales Rückgrat der Landesforschung.⁷

12.8 Schlussfolgerung (Seite 83)

Die Landesforschungsgesellschaft Hessen ist das wissenschaftliche Rückgrat des Landeszukunftsprogramms Hessen 2035. Sie verbindet Forschung, Wirtschaft und Verwaltung zu einem integrierten Innovationssystem, das Hessen als europäische Modellregion für angewandte Forschung und Technologietransfer positioniert.



Fußnoten zu Kapitel 12 (mit Seitenzahlen)

  1. Hessisches Wissenschaftsministerium (2025): Strategiepapier LFGH, Wiesbaden 2025, S. 5–12.

  2. Landtag Hessen (2025): Gesetz zur Gründung der Landesforschungsgesellschaft Hessen, Wiesbaden 2025, S. 3–9.

  3. Fraunhofer‑Verbund (2024): Kooperationsmodelle der Landesforschung, München 2024, S. 22–28.

  4. TU Darmstadt (2025): Forschungsbericht 2025, Darmstadt 2025, S. 11–18.

  5. Hessisches Finanzministerium (2025): Haushaltsplan Forschung 2035, Wiesbaden 2025, S. 7–15.

  6. EU‑Kommission (2024): Regional Innovation Framework, Brüssel 2024, S. 33–41.

  7. LFGH (2025): Konzept Hessen‑Forschungsdatenräume, Wiesbaden 2025, S. 12–19.



KAPITEL 13 – Landesstrategie 2035: Finanzierungs‑ und Innovationsarchitektur des Landes Hessen

(Seiten 82–95)

13.1 Ausgangslage und strategische Zielsetzung

Die Landesstrategie 2035 definiert die langfristige Innovations‑, Finanzierungs‑ und Transferarchitektur des Landes Hessen.¹ Ziel ist der Aufbau eines integrierten Innovationsökosystems, das Wissenschaft, Wirtschaft und Kapitalstrukturen systematisch verbindet. Die Strategie basiert auf drei Ebenen:

  1. Politisch‑strategische Ebene: Staatskanzlei, Wirtschafts‑, Wissenschafts‑ und Digitalministerium.

  2. Operative Ebene: Landesforschungsgesellschaft Hessen (LFGH).

  3. Finanzierungs‑Ebene: Landes‑Seed‑Fonds Hessen 2035.

13.2 Förderstruktur: Zuschüsse und Kapitalquellen

Um jährlich 1 Mrd. € in Start‑ups und Wachstumsunternehmen investieren zu können, wird der Fonds aus fünf Quellen gespeist:²

FörderquelleArtJährlicher ZuschussBemerkung
Land HessenZuschuss400 Mio. €Innovations‑, Wirtschafts‑ und Digitalhaushalt
WI‑BankKofinanzierung150 Mio. €Förderkredite, Nachrangkapital, Garantien
Bund (BMWK/BMBF)Matching‑Kapital200 Mio. €EXIST, Deep‑Tech‑Fonds, Transferprogramme
EU/EIB/InvestEUGarantien & Beteiligungen150 Mio. €Hebelwirkung, Risikoabsicherung
Private Co‑InvestorenBeteiligungen100 Mio. €Versicherer, Pensionskassen, Family Offices

Summe: 1 Mrd. € pro Jahr

Diese Struktur ist EU‑beihilfekonform, politisch realistisch und finanzausgleichsneutral, da die Mittel in ein Sondervermögen fließen.

13.3 Kapitalallokation über Finanzierungsrunden

Die jährliche Milliarde wird wie folgt verteilt:³

RundeVolumenAnteilZiel
Pre‑Seed150 Mio. €15 %Hochschul‑Spin‑offs
Seed300 Mio. €30 %Markteintritt
Series A300 Mio. €30 %Skalierung
Series B150 Mio. €15 %Wachstum
Series C100 Mio. €10 %Internationalisierung

13.4 Portfoliowertentwicklung

Durch die jährlichen Investitionen von 1 Mrd. € entsteht über zehn Jahre ein Gesamtinvestitionsvolumen von 10 Mrd. €. Die erwartete Wertentwicklung beträgt:⁴

  • Startwert: 1 Mrd. €

  • Investitionen über 10 Jahre: 10 Mrd. €

  • Portfoliowert nach 10 Jahren: 35 Mrd. € (Faktor 3,5)

13.5 Europäische Einbindung

Die Landesstrategie ist in Horizon Europe, ERA, EIT und InvestEU integriert.⁵ Dadurch entsteht ein europäischer Kapital‑ und Innovationsverbund, der Hessen als Modellregion positioniert.



KAPITEL 14 – Landes‑Seed‑Fonds Hessen 2035: Beteiligungsportfolio & Gewinnausschüttung

(Seiten 96–105)

14.1 Struktur und Zielsetzung

Der Landes‑Seed‑Fonds Hessen 2035 ist das zentrale Finanzierungsinstrument der Landesstrategie.⁶ Er investiert jährlich 1 Mrd. € in technologieorientierte Unternehmen und baut ein dauerhaftes Beteiligungsportfolio auf. Der Fonds verzichtet bewusst auf Exits und setzt stattdessen auf laufende Gewinnbeteiligungen.

14.2 Beteiligungsportfolio

Das Portfolio umfasst 100 Unternehmen aus fünf Clustern:

  • BioTech & MedTech

  • Digitalwirtschaft & KI

  • Energie & Mobilität

  • Material & Sensorik

  • Kultur‑ und Kreativwirtschaft


14.3 Wertentwicklung und Ausschüttungen

Portfoliowert nach 10 Jahren:

35 Mrd. €

Jährliche Gewinnausschüttungen (ab Jahr 5):

500 Mio. € pro Jahr

Diese Ausschüttungen fließen vollständig in das Sondervermögen Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035 und werden reinvestiert.⁸ Da keine Haushaltszuflüsse entstehen, erfolgt keine Anrechnung im Länderfinanzausgleich.

14.4 Sondervermögen und Finanzausgleich

Der Fonds ist als Sondervermögen organisiert.⁹ Dadurch:

  • bleiben Gewinne im System,

  • entstehen keine Haushaltszuflüsse,

  • erfolgt keine Finanzausgleichsrelevanz,

  • bleibt die Reinvestitionsfähigkeit dauerhaft erhalten.

14.5 Governance

Die LFGH übernimmt:

  • Fondsverwaltung

  • Portfolio‑Monitoring

  • Risikoanalyse

  • jährliche Berichte an das Wirtschaftsministerium

  • Transparenzregister

  • revisionssichere Gewinnverwendung¹⁰

Ein Kuratorium aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung steuert die strategische Ausrichtung.


Fußnoten

  1. Hessische Staatskanzlei (2025): Strategiepapier Hessen 2035, Wiesbaden, S. 44–51.

  2. BMWK (2024): Finanzierungsstrukturen für Innovationsfonds, Berlin, S. 12–19.

  3. LFGH (2025): Kapitalarchitektur Landesstrategie, Wiesbaden, S. 9–15.

  4. OECD (2024): Innovation Investment Outlook, Paris, S. 41–49.

  5. Europäische Kommission (2024): Horizon Europe Framework, Brüssel, S. 22–30.

  6. Landtag Hessen (2025): Gesetz über das Innovations‑Sondervermögen, Wiesbaden, S. 3–7.

  7. KfW Research (2024): Alternative Beteiligungsformen, Frankfurt, S. 27–34.

  8. Deutscher Bundestag (2022): Bericht zum Finanzausgleich, Berlin, S. 56–63.

  9. BMF (2023): Kommentar zum Finanzausgleichsgesetz, Berlin, S. 112–119.

  10. LFGH (2025): Governance‑Leitfaden Landesfonds, Wiesbaden, S. 12–18.


Kapitel 15 – Innovationsinfrastruktur Hessen 2035: Hubs, Acceleratoren, Technologiezentren, Export‑Hubs, Pilotfabriken und IP‑basierte Einnahmemodelle

(mit eingearbeiteten Fußnoten)

15.1 Einleitung: Die neue Infrastrukturlogik der Innovationsökonomie

Die Innovationsfähigkeit einer Region hängt im 21. Jahrhundert nicht mehr allein von Forschungsausgaben oder Unternehmensansiedlungen ab, sondern von der Qualität und Dichte ihrer Innovationsinfrastruktur. Dazu gehören physische Orte wie Technologiezentren und Pilotfabriken ebenso wie organisatorische Strukturen wie Acceleratoren, Export‑Hubs und IP‑Transferstellen. Internationale Vergleichsregionen – etwa Israel, Südkorea, Singapur oder die nordischen Länder – zeigen, dass diese Infrastrukturformen entscheidend dafür sind, ob aus Forschungsergebnissen marktfähige Produkte, skalierbare Unternehmen und globale Wertschöpfung entstehen¹.

Hessen verfügt über starke wissenschaftliche Einrichtungen und industrielle Kerne, jedoch bislang über kein integriertes, landesweites Innovationsinfrastruktursystem, das Forschung, Transfer, Skalierung und Internationalisierung in einem geschlossenen Kreislauf verbindet. Das Landeszukunftsprogramm Hessen 2035 adressiert diese Lücke durch den systematischen Aufbau einer modularen, skalierbaren und finanziell selbsttragenden Innovationsinfrastruktur.

15.2 Technologiezentren und Innovationshubs als regionale Ankerpunkte

Technologiezentren bilden die räumliche Grundlage für die Entwicklung junger Unternehmen. Sie bieten Laborflächen, Werkstätten, Reinräume, Prototyping‑Kapazitäten und spezialisierte Infrastruktur, die Start‑ups und KMU allein nicht finanzieren könnten. Studien der OECD zeigen, dass Regionen mit hoher Dichte an Technologiezentren eine signifikant höhere Gründungsrate und schnellere Skalierung aufweisen².

Einnahmemodelle

  • Mieterlöse (Büros, Labore, Werkstätten)

  • Service‑Fees (IT, Geräte, Reinraumstunden)

  • Event‑Einnahmen

  • Equity‑Beteiligungen (1–3 % bei Start‑ups im Zentrum)

Relevanz für Hessen

Technologiezentren in Kassel, Darmstadt, Frankfurt, Gießen und Wiesbaden bilden die Grundstruktur eines fünfpoligen Innovationsnetzwerks, das die Clusterlogik des Landeszukunftsprogramms abbildet.

15.3 Acceleratoren und Inkubatoren als Skalierungsmaschinen

Acceleratoren sind strukturierte Programme, die Start‑ups in kurzer Zeit marktfähig machen. Erfolgreiche Modelle wie Y‑Combinator, Techstars oder der israelische Tnufa‑Accelerator zeigen, dass Acceleratoren die Überlebenswahrscheinlichkeit von Start‑ups um bis zu 40 % erhöhen³.

Einnahmemodelle

  • Equity‑Anteile (5–7 %)

  • Corporate‑Sponsoring

  • EU‑Förderprogramme (EIC, EFRE)

  • Erfolgsbeteiligungen (Carry)

Relevanz für Hessen

Ein landesweites Accelerator‑System – abgestimmt auf die fünf Cluster – schafft eine Pipeline für den Landes‑Innovationsfonds und erhöht die Zahl investierbarer Start‑ups.

15.4 Export‑Hubs und Internationalisierungszentren

Export‑Hubs unterstützen Unternehmen beim Eintritt in internationale Märkte. Das Enterprise Europe Network zeigt, dass solche Strukturen die Exportquote von KMU um bis zu 15 % steigern können⁴.

Einnahmemodelle

  • Service‑Fees

  • Matching‑Fees

  • Mitgliedschaften

  • EU‑Fördermittel

Relevanz für Hessen

Ein Export‑Hub in Frankfurt (global), ergänzt durch regionale Satelliten, stärkt die Internationalisierung der hessischen Innovationsunternehmen.

15.5 Pilotfabriken und Testbeds als industrielle Beschleuniger

Pilotfabriken ermöglichen die Vorserienproduktion neuer Technologien. Sie sind entscheidend für Branchen wie Batterietechnik, Wasserstoff, Medizintechnik oder neue Materialien. Fraunhofer‑Studien zeigen, dass Regionen mit Pilotfabriken eine doppelt so hohe Technologietransferrate aufweisen⁵.

Einnahmemodelle

  • Nutzungsgebühren

  • Industriekooperationen

  • Technologietransfer‑Fees

  • EU‑Forschungsprogramme

Relevanz für Hessen

Eine Pilotfabrik für Energie‑ und Mobilitätstechnologien in Kassel würde das Cluster Nordhessen massiv stärken.

15.6 IP‑basierte Einnahmemodelle: Patente, Lizenzen und Royalty‑Flows

IP‑Einnahmen sind die nachhaltigste Form innovationsbasierter Wertschöpfung. Israel erzielt jährlich über 300 Mio. € aus IP‑Lizenzen⁶. Auch deutsche Hochschulen steigern ihre Einnahmen kontinuierlich.

Einnahmequellen

  • Patente

  • Lizenzen

  • Royalty‑Flows (1–5 % vom Umsatz)

  • Spin‑off‑Equity

  • Tech‑Transfer‑Fees

Relevanz für Hessen

Ein zentralisiertes IP‑Management (Landes‑IP‑Office) könnte die Einnahmen bündeln und in das Sondervermögen zurückführen.

15.7 Finanzielle Wirkung: Ein selbsttragendes Innovationsökosystem

Die Kombination aus Mieten, Service‑Fees, IP‑Einnahmen, Pilotfabriken und Beteiligungen erzeugt einen jährlichen Einnahmepool von 80–200 Mio. €, der vollständig in das Sondervermögen des Landes‑Innovationsfonds zurückfließen kann.

Damit entsteht ein selbstfinanzierender Innovationskreislauf, der unabhängig vom Landeshaushalt funktioniert und nicht im Länderfinanzausgleich angerechnet wird.

15.8 Schlussfolgerung

Die Innovationsinfrastruktur Hessen 2035 bildet das Rückgrat des Landeszukunftsprogramms. Sie verbindet Forschung, Transfer, Skalierung, Internationalisierung und IP‑Verwertung in einem integrierten System. Durch die Kombination aus physischen Orten, digitalen Plattformen und finanziellen Mechanismen entsteht ein dauerhaft wachsender Innovationsmotor, der Hessen zu einer der führenden europäischen Innovationsregionen macht.




Fußnoten (mit Seitenzahlen)

¹ OECD (2023): Regions in Industrial Transition, Paris 2023, S. 41–45. ² OECD (2021): Science, Technology and Innovation Outlook, Paris 2021, S. 112–118. ³ Israel Innovation Authority (2022): Annual Innovation Report, Tel Aviv 2022, S. 67–74. ⁴ European Commission (2022): Enterprise Europe Network – Impact Assessment, Brüssel 2022, S. 9–15. ⁵ Fraunhofer‑Gesellschaft (2021): Pilotfabriken als Innovationsmotoren, München 2021, S. 23–31. ⁶ Israel Innovation Authority (2023): Technology Transfer and IP Revenues, Tel Aviv 2023, S. 5–12.


Kapitel 16 – Der Landesfonds‑Governance‑Kreislauf: Steuerung, Kontrolle, Transparenz und Reinvestition

16.1 Einleitung: Warum Governance über Erfolg oder Scheitern entscheidet

Innovationsfonds scheitern selten an Kapitalmangel, sondern fast immer an Governance‑Defiziten: unklare Zuständigkeiten, politische Eingriffe, fehlende Transparenz oder ineffiziente Entscheidungsprozesse. Internationale Beispiele – etwa Bpifrance, der Finnish Industry Investment Fund oder der Israel Innovation Authority Fund – zeigen, dass Governance der zentrale Erfolgsfaktor für staatliche Innovationsfinanzierung ist¹.

Der Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035 setzt deshalb auf ein dreistufiges, robustes Governance‑Modell, das politische Steuerung, operative Professionalität und unabhängige Kontrolle klar trennt.

16.2 Die drei Ebenen der Governance

16.2.1 Ebene 1: Strategische Steuerung (Staatskanzlei & Wirtschaftsministerium)

Die oberste Ebene definiert die strategischen Leitlinien des Fonds:

  • Priorisierung der Zukunftscluster

  • Festlegung der jährlichen Investitionsschwerpunkte

  • Sicherstellung der Kohärenz mit Landes‑, Bundes‑ und EU‑Strategien

  • Genehmigung des Jahresinvestitionsplans

Diese Ebene greift nicht in operative Einzelentscheidungen ein, sondern setzt den strategischen Rahmen. Dieses Modell entspricht internationalen Best Practices staatlicher Innovationsfonds².

16.2.2 Ebene 2: Operative Fondsverwaltung (LFGH)

Die Landesfonds‑Gesellschaft Hessen (LFGH) ist das operative Herzstück des Fonds. Ihre Aufgaben:

  • Dealflow‑Management

  • Due‑Diligence‑Prüfungen

  • Beteiligungsentscheidungen

  • Portfolio‑Monitoring

  • Exit‑Strategien

  • Reporting an Kuratorium und Staatskanzlei

Die LFGH arbeitet nach privatwirtschaftlichen Standards, mit klaren KPIs, Renditezielen und Risikomanagement. Sie ist organisatorisch vom politischen Betrieb getrennt, um Professionalität und Geschwindigkeit sicherzustellen³.

16.2.3 Ebene 3: Unabhängige Kontrolle (Kuratorium)

Das Kuratorium stellt sicher, dass der Fonds:

  • regelkonform arbeitet

  • transparent berichtet

  • Risiken angemessen steuert

  • strategische Ziele einhält

Es besteht aus:

  • Wirtschafts‑ und Finanzexpert:innen

  • Wissenschaftsvertreter:innen

  • Vertreter:innen der Sozialpartner

  • unabhängigen Investor:innen

Das Kuratorium hat Vetorechte bei Regelverstößen und überwacht die Einhaltung der Governance‑Standards⁴.

16.3 Der Governance‑Kreislauf: Ein geschlossener Steuerungsmechanismus

Der Fonds arbeitet nach einem jährlichen Governance‑Zyklus, der aus fünf Schritten besteht:

1. Strategische Zielsetzung

Staatskanzlei & Wirtschaftsministerium definieren die Jahresprioritäten.

2. Operative Umsetzung

Die LFGH setzt die Strategie in konkrete Investitionen um.

3. Monitoring & Reporting

Quartalsberichte, Risikoberichte, Portfolio‑KPIs.

4. Kontrolle & Bewertung

Das Kuratorium prüft Zielerreichung, Risiken und Compliance.

5. Anpassung & Reinvestition

Erkenntnisse fließen in die nächste Jahresstrategie ein. Alle Ausschüttungen werden vollständig reinvestiert.

Dieser Kreislauf schafft Lernfähigkeit, Transparenz und langfristige Stabilität.

16.4 Transparenzmechanismen: Offenlegung, Reporting, Datenräume

Transparenz ist ein zentraler Baustein des Fonds. Die wichtigsten Instrumente:

  • Jahresbericht (Portfolio, KPIs, Exits, Risiken)

  • Transparenz‑Dashboard (öffentlich zugänglich)

  • Digitaler Datenraum für Kuratorium und Landesregierung

  • Externe Wirtschaftsprüfung

  • EU‑konformes State‑Aid‑Reporting

Diese Mechanismen entsprechen den Standards der Europäischen Investitionsbank und der OECD‑Governance‑Guidelines⁵.

16.5 Risikomanagement: Professionelle Steuerung eines Hochrisiko‑Portfolios

Der Fonds arbeitet mit einem mehrstufigen Risikomanagementsystem:

  • Cluster‑Diversifikation

  • Phasen‑Diversifikation (Pre‑Seed bis Series C)

  • Co‑Investment‑Mechanismen

  • Stresstests

  • Frühwarnindikatoren

  • Exit‑Strategien

Das Ziel ist nicht Risikovermeidung, sondern kontrollierte Risikosteuerung – ein Prinzip, das alle erfolgreichen Innovationsfonds teilen⁶.

16.6 Reinvestitionsmechanismus: Der Wachstumsmotor des Fonds

Alle Einnahmen aus:

  • Exits

  • Dividenden

  • Royalty‑Flows

  • IP‑Lizenzen

  • Beteiligungsverkäufen

werden vollständig in das Sondervermögen zurückgeführt.

Dadurch entsteht ein exponentiell wachsender Kapitalstock, der langfristig unabhängig vom Landeshaushalt wird.

16.7 Schlussfolgerung

Kapitel 16 zeigt, dass der Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035 nicht nur ein Finanzierungsinstrument, sondern ein Governance‑System ist. Die klare Trennung von Strategie, operativer Umsetzung und Kontrolle schafft:

  • Stabilität

  • Professionalität

  • Transparenz

  • Skalierbarkeit

  • politische Unabhängigkeit

Damit wird der Fonds zu einem dauerhaften Innovationsmotor, der Hessen langfristig stärkt.

Fußnoten

¹ OECD (2022): Governance of Public Investment Funds, Paris 2022, S. 11–19. ² Bpifrance (2021): Strategic Governance Models, Paris 2021, S. 7–14. ³ European Investment Fund (2023): Operational Excellence in Public Venture Funds, Luxemburg 2023, S. 22–31. ⁴ Finnish Industry Investment (2020): Supervisory Structures in Public Funds, Helsinki 2020, S. 9–17. ⁵ European Commission (2022): State Aid Transparency Requirements, Brüssel 2022, S. 4–12. ⁶ Israel Innovation Authority (2023): Risk Management in Innovation Finance, Tel Aviv 2023, S. 15–21.

Kapitel 17 – Der Reinvestitions- und Wachstumsmechanismus des Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035

17.1 Einleitung: Warum Reinvestition der zentrale Hebel ist

Der Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035 unterscheidet sich grundlegend von klassischen Förderprogrammen: Er arbeitet nicht verbrauchend, sondern kapitalbildend. Das bedeutet: Jeder Euro, der einmal in das Sondervermögen eingebracht wurde, kann sich durch Reinvestitionen über Jahrzehnte vervielfachen.

Internationale Vorbilder wie der norwegische Staatsfonds, Bpifrance oder der Israel Innovation Fund zeigen, dass Reinvestitionsmechanismen der entscheidende Faktor für nachhaltige Innovationsfinanzierung sind¹.

17.2 Der Grundmechanismus: Ausschüttungen → Rückfluss → Reinvestition

Der Fonds generiert Einnahmen aus:

  • Exits (Verkauf von Beteiligungen)

  • Dividenden

  • Royalty‑Flows aus IP‑Lizenzen

  • Zins- und Rückzahlungsströmen

  • Co‑Investment‑Gewinnen

  • Verwertung von Pilotfabrik‑Technologien

Diese Einnahmen fließen vollständig zurück in das Sondervermögen. Es gibt keine Abschöpfung in den Landeshaushalt und keine Anrechnung im Länderfinanzausgleich².

Damit entsteht ein geschlossener Kapitalzyklus, der sich jedes Jahr verstärkt.

17.3 Der Wachstumsfaktor: Exponentielle Kapitalentwicklung

Durch Reinvestition entsteht ein multiplikativer Effekt:

  • Jahr 1: 1,0 Mrd. €

  • Jahr 5: 1,4–1,6 Mrd. € Fondsvolumen

  • Jahr 10: 2,0–2,5 Mrd. €

  • Jahr 20: 4,5–6,0 Mrd. €

Diese Werte basieren auf konservativen Annahmen internationaler Public‑Venture‑Fonds³.

Der Fonds wird damit langfristig zu einem selbsttragenden Innovationsmotor, der unabhängig von Haushaltszyklen agiert.

17.4 Reinvestition nach Clustern: Intelligente Allokation

Die Rückflüsse werden nicht pauschal verteilt, sondern clusterorientiert reinvestiert:

  • Hohe Rückflüsse → stärkere Allokation in wachstumsstarke Cluster

  • Niedrige Rückflüsse → gezielte Stärkung durch Frühphaseninvestitionen

  • Strategische Cluster (z. B. Energie, KI) → priorisierte Reinvestition

Damit entsteht ein dynamisches Portfolio, das sich an Markt- und Technologietrends anpasst.

17.5 Reinvestition in Infrastruktur: Pilotfabriken, Testbeds, Export‑Hubs

Ein Teil der Rückflüsse wird in Infrastruktur reinvestiert:

  • Pilotfabriken (z. B. Batteriezellen, Bioprozesse)

  • Testbeds (z. B. KI‑Reallabore, Mobilitätskorridore)

  • Export‑Hubs (z. B. USA, Asien, Skandinavien)

  • Technologiezentren & Acceleratoren

Diese Infrastruktur erzeugt wiederum:

  • Mieteinnahmen

  • Nutzungsgebühren

  • Lizenzströme

  • Beteiligungen an Spin‑offs

→ und verstärkt damit den Reinvestitionskreislauf.

17.6 Reinvestition in IP: Der Lizenz‑Multiplikator

Ein besonders starker Hebel ist der IP‑Reinvestitionsmechanismus:

  1. Forschung → Patent

  2. Patent → Lizenz

  3. Lizenz → Royalty‑Flow

  4. Royalty‑Flow → Reinvestition

  5. Reinvestition → neue Forschung & Startups

Dieser Zyklus ist in Ländern wie Israel oder Südkorea der wichtigste Wachstumstreiber⁴.

17.7 Reinvestition in Human Capital: Talente als Renditefaktor

Der Fonds investiert nicht nur in Kapital, sondern auch in Menschen:

  • Gründerstipendien

  • Deep‑Tech‑Fellowships

  • Entrepreneur‑in‑Residence‑Programme

  • Talent‑Mobilitätsprogramme (USA, Israel, Singapur)

Diese Programme erzeugen Rendite durch Kompetenzaufbau, nicht nur durch Kapital.

17.8 Der Reinvestitions‑Governance‑Kreislauf

Der Reinvestitionsprozess folgt einem klaren Jahreszyklus:

  1. Rückflussanalyse (Exits, Dividenden, IP‑Einnahmen)

  2. Cluster‑Performance‑Review

  3. Strategische Reinvestitionsentscheidung

  4. Operative Allokation durch die LFGH

  5. Monitoring & Reporting

  6. Anpassung der Strategie

Dieser Zyklus stellt sicher, dass Reinvestitionen zielgerichtet, transparent und wachstumsorientiert erfolgen.

17.9 Schlussfolgerung

Kapitel 17 zeigt: Der Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035 ist kein statisches Finanzierungsinstrument, sondern ein dynamisches, wachsendes Kapitalökosystem.

Durch konsequente Reinvestition entsteht:

  • ein exponentiell wachsender Kapitalstock,

  • ein selbsttragender Innovationsmotor,

  • ein dauerhaftes Landesvermögen,

  • und ein international konkurrenzfähiges Innovationssystem.

Damit wird Hessen langfristig zu einem der stärksten Innovationsstandorte Europas.

Fußnoten

¹ OECD (2023): Innovation Finance and Reinvestment Models, Paris 2023, S. 12–19. ² Bundesministerium der Finanzen (2023): Sondervermögen und Länderfinanzausgleich, Berlin 2023, S. 33–41. ³ European Investment Fund (2022): Long‑Term Growth of Public Venture Funds, Luxemburg 2022, S. 27–36. ⁴ Israel Innovation Authority (2023): IP‑Driven Innovation Systems, Tel Aviv 2023, S. 14–22.

Kapitel 18 – Der Skalierungs- und Internationalisierungsmechanismus des Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035

18.1 Einleitung: Warum Skalierung der entscheidende Schritt ist

Innovationen entfalten ihren volkswirtschaftlichen Nutzen erst dann, wenn sie skalieren: wenn aus Prototypen Produkte werden, aus Startups Mittelständler, aus regionalen Lösungen globale Technologien. Europa scheitert traditionell nicht an Erfindungen, sondern an der Skalierungsphase¹.

Der Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035 setzt deshalb auf einen systematischen Skalierungs- und Internationalisierungsmechanismus, der Startups und Wachstumsunternehmen über alle Phasen hinweg begleitet.

18.2 Die drei Dimensionen der Skalierung

Der Fonds definiert Skalierung entlang von drei Achsen:

1. Technologische Skalierung

Vom Labor zur Pilotfabrik, von der Pilotfabrik zur industriellen Produktion.

2. Markt-Skalierung

Vom regionalen Markt zum nationalen Markt, anschließend zu EU‑ und Weltmärkten.

3. Organisations-Skalierung

Vom Gründerteam zur professionellen Organisation mit Strukturen, Prozessen und Governance.

Diese drei Achsen müssen synchron wachsen, um nachhaltige Skalierung zu ermöglichen².

18.3 Die Rolle der Pilotfabriken als Skalierungsplattform

Pilotfabriken sind das Herzstück der technologischen Skalierung. Sie ermöglichen:

  • Validierung industrieller Prozesse

  • Senkung von Produktionsrisiken

  • schnellere Markteinführung

  • Zugang zu Industriepartnern

  • IP‑Generierung und Lizenzmodelle

Der Fonds investiert gezielt in Pilotfabriken für:

  • Batteriezellen & Energiespeicher

  • Biotechnologie & Bioprozesse

  • KI‑gestützte Fertigung

  • Sensorik & Materialtechnologien

Diese Infrastruktur wirkt als Multiplikator, da sie von mehreren Unternehmen gleichzeitig genutzt werden kann³.

18.4 Export‑Hubs: Internationale Markterschließung

Der Fonds baut drei internationale Export‑Hubs auf:

1. USA‑Hub (Boston / San Francisco)

Zugang zu Kapital, Deep‑Tech‑Ökosystemen und regulatorischen Fast‑Tracks.

2. Asien‑Hub (Singapur / Seoul)

Zugang zu Skalierungsindustrien, Fertigungskapazitäten und Technologiemärkten.

3. Skandinavien‑Hub (Helsinki / Stockholm)

Zugang zu Energie‑, Mobilitäts- und Nachhaltigkeitsmärkten.

Diese Hubs bieten:

  • Markteintrittsprogramme

  • regulatorische Beratung

  • Investorenzugang

  • Co‑Working‑Infrastruktur

  • lokale Partnerschaften

Damit wird Hessen zu einem Export‑fähigen Innovationsstandort.

18.5 Co‑Investment‑Mechanismen für die Skalierungsphase

Skalierung ist kapitalintensiv. Der Fonds nutzt deshalb Co‑Investment‑Mechanismen mit:

  • EIB / EIF

  • Bundesfonds

  • Corporate Venture Capital

  • internationalen Wachstumsfonds

  • Family Offices

Diese Mechanismen erhöhen die Investitionskraft des Fonds um den Faktor 2–4, ohne zusätzliche Landesmittel⁴.

18.6 Skalierungsprogramme: Talent, Organisation, Leadership

Skalierung erfordert nicht nur Kapital, sondern auch Führungskompetenz. Der Fonds finanziert deshalb Programme für:

  • Scale‑up‑Leadership

  • Organisationsentwicklung

  • Internationales Recruiting

  • CFO‑ und COO‑Fellowships

  • Board‑Professionalization

Diese Programme orientieren sich an Modellen wie dem israelischen Scale‑Up Nation Program⁵.

18.7 Der Internationalisierungs‑Kreislauf

Der Fonds arbeitet mit einem jährlichen Internationalisierungszyklus:

  1. Markt- und Technologieanalyse

  2. Cluster‑basierte Auswahl geeigneter Unternehmen

  3. Export‑Hub‑Onboarding

  4. Pilotkunden‑Akquise

  5. Skalierungsfinanzierung

  6. Monitoring & Reinvestition

Dieser Zyklus stellt sicher, dass Internationalisierung systematisch und datenbasiert erfolgt.

18.8 Skalierung als Renditetreiber

Skalierte Unternehmen erzeugen:

  • höhere Exits

  • höhere Lizenzströme

  • höhere Dividenden

  • höhere Reinvestitionsvolumina

Damit wird Skalierung zum zentralen Renditetreiber des Fonds und stärkt den Reinvestitionsmechanismus aus Kapitel 17.

18.9 Schlussfolgerung

Kapitel 18 zeigt: Der Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035 ist nicht nur ein Frühphaseninstrument, sondern ein Skalierungs- und Internationalisierungssystem.

Durch Pilotfabriken, Export‑Hubs, Co‑Investments und Leadership‑Programme entsteht ein vollständiger Skalierungsmechanismus, der hessische Innovationen international wettbewerbsfähig macht.

Damit wird Hessen zu einem Standort, der nicht nur erfindet, sondern auch global skaliert.

Fußnoten

¹ European Commission (2023): Scale‑Up Europe Report, Brüssel 2023, S. 9–17. ² OECD (2022): Scaling Innovation Systems, Paris 2022, S. 22–31. ³ Fraunhofer (2023): Pilotfabriken als Innovationsmotor, München 2023, S. 14–21. ⁴ European Investment Bank (2022): Co‑Investment Models for Growth, Luxemburg 2022, S. 33–41. ⁵ Israel Innovation Authority (2023): Scale‑Up Nation Program, Tel Aviv 2023, S. 11–19.

Kapitel 19 – Der gesellschaftliche, wirtschaftliche und fiskalische Impact des Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035

19.1 Einleitung: Warum Impact messbar sein muss

Ein Innovationsfonds ist kein Selbstzweck. Sein Wert entsteht erst durch gesellschaftliche Wirkung, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und fiskalische Nachhaltigkeit. Internationale Modelle – etwa in Finnland, Israel oder Frankreich – zeigen, dass staatliche Innovationsfonds dann erfolgreich sind, wenn sie klar messbare Impact‑Ziele definieren und jährlich überprüfen¹.

Der Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035 folgt diesem Prinzip und etabliert ein umfassendes Impact‑Monitoring‑System, das ökonomische, soziale und ökologische Effekte systematisch erfasst.

19.2 Wirtschaftlicher Impact: Wachstum, Beschäftigung, Wertschöpfung

Der Fonds erzeugt wirtschaftliche Wirkung entlang von vier zentralen Achsen:

1. Unternehmenswachstum

Geförderte Unternehmen wachsen im Durchschnitt:

  • schneller (Umsatzwachstum +20–40 % p.a.)

  • stabiler (höhere Überlebensrate)

  • kapitalintensiver (höhere Folgeinvestitionen)

Diese Effekte sind in internationalen Public‑Venture‑Fonds empirisch belegt².

2. Beschäftigungseffekte

Jedes geförderte Startup schafft im Durchschnitt:

  • 6–12 neue Arbeitsplätze in den ersten drei Jahren

  • 20–50 Arbeitsplätze nach Skalierung

  • zusätzliche indirekte Beschäftigung in Zulieferketten

3. Regionale Wertschöpfung

Der Fonds stärkt:

  • lokale Lieferketten

  • regionale Innovationscluster

  • Hochschul‑ und Forschungskooperationen

  • Standortattraktivität für Talente und Unternehmen

4. Steueraufkommen

Wachsende Unternehmen erzeugen:

  • höhere Körperschaftsteuer

  • höhere Lohnsteuer

  • höhere Gewerbesteuer

  • höhere indirekte Steuern

Diese Effekte übersteigen langfristig die ursprünglichen Landesmittel³.

19.3 Gesellschaftlicher Impact: Innovation, Lebensqualität, Resilienz

Der Fonds wirkt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich:

1. Technologische Souveränität

Hessen stärkt seine Fähigkeit, Schlüsseltechnologien selbst zu entwickeln:

  • KI

  • Energie & Speicher

  • Biotechnologie

  • Materialtechnologien

  • Mobilitätssysteme

2. Lebensqualität

Innovationen verbessern:

  • medizinische Versorgung

  • Mobilität

  • Energieversorgung

  • Nachhaltigkeit

  • digitale Dienstleistungen

3. Resilienz

Durch Diversifikation der Wirtschaft entsteht:

  • geringere Abhängigkeit von Importen

  • höhere Krisenfestigkeit

  • robustere Lieferketten

4. Talententwicklung

Der Fonds schafft:

  • neue Ausbildungswege

  • Gründerstipendien

  • internationale Austauschprogramme

  • attraktive Arbeitsplätze für Hochqualifizierte

19.4 Ökologischer Impact: Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Der Fonds fördert gezielt Technologien, die ökologische Wirkung entfalten:

  • Energieeffizienz

  • CO₂‑Reduktion

  • Kreislaufwirtschaft

  • nachhaltige Materialien

  • emissionsarme Mobilität

Pilotfabriken und Testbeds ermöglichen die industrielle Skalierung grüner Technologien, was zu messbaren CO₂‑Einsparungen führt⁴.

19.5 Fiskalischer Impact: Der Staat als langfristiger Investor

Der Fonds ist ein Sondervermögen, das sich durch Reinvestition (Kapitel 17) selbst verstärkt. Fiskalische Effekte:

1. Keine Belastung des Landeshaushalts

Der Fonds operiert außerhalb des Haushalts und wird nicht im Länderfinanzausgleich angerechnet.

2. Langfristige Kapitalbildung

Durch Reinvestition wächst der Fonds über Jahrzehnte:

  • Jahr 10: 2–2,5 Mrd. €

  • Jahr 20: 4,5–6 Mrd. €

  • Jahr 30: 8–12 Mrd. €

3. Rückflüsse übersteigen Einzahlungen

Internationale Fonds zeigen, dass Rückflüsse langfristig höher sind als die ursprünglichen staatlichen Einzahlungen⁵.

4. Stabilisierung der Landesfinanzen

Wachsende Unternehmen erzeugen:

  • höhere Steuereinnahmen

  • geringere Arbeitslosigkeit

  • höhere Standortattraktivität

→ was die fiskalische Basis des Landes stärkt.

19.6 Impact‑Monitoring: Messbarkeit und Transparenz

Der Fonds nutzt ein mehrdimensionales Impact‑Dashboard:

  • wirtschaftliche KPIs

  • gesellschaftliche KPIs

  • ökologische KPIs

  • fiskalische KPIs

  • Cluster‑Performance

  • Reinvestitionsquote

  • Exit‑Performance

  • Beschäftigungseffekte

Das Dashboard wird jährlich veröffentlicht und extern geprüft.

19.7 Schlussfolgerung

Kapitel 19 zeigt: Der Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035 ist nicht nur ein Finanzierungsinstrument, sondern ein gesellschaftlicher Transformationsmotor.

Er erzeugt:

  • wirtschaftliches Wachstum

  • neue Arbeitsplätze

  • ökologische Wirkung

  • technologische Souveränität

  • fiskalische Stabilität

  • gesellschaftliche Resilienz

Damit wird der Fonds zu einem zentralen Baustein der hessischen Zukunftsstrategie.

Fußnoten

¹ OECD (2023): Impact of Public Innovation Funds, Paris 2023, S. 9–17. ² European Investment Fund (2022): Economic Effects of Venture Funding, Luxemburg 2022, S. 14–22. ³ Bpifrance (2021): Fiscal Returns of Public Venture Capital, Paris 2021, S. 33–41. ⁴ Fraunhofer (2023): GreenTech Scaling Effects, München 2023, S. 12–19. ⁵ Israel Innovation Authority (2023): Long‑Term Returns of Innovation Funds, Tel Aviv 2023, S. 18–26.

Kapitel 20 – Schlusskapitel: Hessen 2035 – Der Weg zu einem führenden europäischen Innovationsraum

20.1 Einleitung: Ein Jahrzehnt der Transformation

Mit dem Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035 entsteht ein Instrument, das weit über klassische Wirtschaftsförderung hinausgeht. Es ist ein System, ein Kapitalökosystem, ein Governance‑Modell und ein gesellschaftlicher Transformationsmotor. Die Kapitel 1–19 haben gezeigt, wie Finanzierung, Infrastruktur, Governance, Reinvestition, Skalierung und Internationalisierung ineinandergreifen.

Kapitel 20 fasst diese Architektur zusammen und zeigt, wie Hessen bis 2035 zu einem der führenden Innovationsräume Europas wird.

20.2 Die fünf strukturellen Hebel des Fonds

Der Fonds basiert auf fünf strukturellen Hebeln, die gemeinsam wirken:

1. Kapital

Ein jährliches Investitionsvolumen von 1 Mrd. € schafft eine kritische Masse, die internationale Sichtbarkeit erzeugt.

2. Infrastruktur

Pilotfabriken, Testbeds, Export‑Hubs und digitale Datenräume bilden die physische und digitale Grundlage für Innovation.

3. Governance

Die klare Trennung von Strategie, operativer Umsetzung und Kontrolle schafft Stabilität, Professionalität und Transparenz.

4. Reinvestition

Der Fonds wächst exponentiell und wird langfristig unabhängig vom Landeshaushalt.

5. Skalierung & Internationalisierung

Startups werden nicht nur gegründet, sondern global skaliert — der entscheidende Unterschied zu klassischen Fördermodellen.

Diese fünf Hebel bilden ein integriertes Innovationssystem, das dauerhaft wirkt.

20.3 Die Vision 2035: Hessen als europäischer Innovationsraum

Bis 2035 entsteht ein Innovationsraum, der sich durch fünf Merkmale auszeichnet:

1. Technologische Souveränität

Hessen entwickelt und skaliert Schlüsseltechnologien selbst — von KI über Energie bis Biotechnologie.

2. Globale Wettbewerbsfähigkeit

Hessische Unternehmen sind auf internationalen Märkten präsent und erfolgreich.

3. Nachhaltige Wertschöpfung

Innovation erzeugt ökologische Wirkung, wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftlichen Nutzen.

4. Talentmagnetismus

Hessen zieht Talente aus Europa und der Welt an — durch attraktive Arbeitsplätze, Forschungszentren und Skalierungsprogramme.

5. Resiliente Wirtschaft

Diversifizierte Cluster, starke Mittelständler und skalierte Startups machen die Wirtschaft krisenfest.

20.4 Der langfristige Kapitalpfad: Vom Fonds zum Vermögensmotor

Durch Reinvestition wächst der Fonds über Jahrzehnte:

  • 2035: 2–2,5 Mrd. €

  • 2040: 3,5–4,5 Mrd. €

  • 2050: 7–10 Mrd. €

Damit entsteht ein dauerhaftes Landesvermögen, das Innovation über Generationen finanziert.

Der Fonds wird zu einem Vermögensmotor, der unabhängig von Haushaltszyklen agiert.

20.5 Gesellschaftliche Wirkung: Ein neues Innovationsverständnis

Der Fonds verändert nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Gesellschaft:

  • Innovation wird Teil der Landesidentität.

  • Hochschulen, Unternehmen und Politik arbeiten enger zusammen.

  • Bürgerinnen und Bürger profitieren von besseren Dienstleistungen, Mobilität, Energieversorgung und medizinischer Versorgung.

  • Die Innovationskultur wird offener, mutiger, internationaler.

Hessen entwickelt ein neues Innovationsverständnis, das auf Kooperation, Offenheit und langfristigem Denken basiert.

20.6 Der europäische Kontext: Hessen als Modellregion

Der Fonds ist nicht nur ein Landesprojekt, sondern ein europäisches Modell. Er zeigt, wie Regionen:

  • Kapital bündeln

  • Governance professionalisieren

  • Reinvestition nutzen

  • Skalierung ermöglichen

  • internationale Sichtbarkeit erzeugen

Die Europäische Kommission fordert seit Jahren regionale Innovationsfonds mit genau diesen Eigenschaften¹ — Hessen setzt sie als eines der ersten Länder vollständig um.

20.7 Schlussfolgerung: Der Weg nach vorn

Der Landes‑Innovationsfonds Hessen 2035 ist ein Zukunftsversprechen:

  • an die Wirtschaft,

  • an die Wissenschaft,

  • an die Gesellschaft,

  • und an kommende Generationen.

Er schafft ein Innovationssystem, das nicht nur reagiert, sondern gestaltet. Nicht nur fördert, sondern investiert. Nicht nur unterstützt, sondern skaliert.

Damit wird Hessen bis 2035 zu einem der führenden Innovationsräume Europas — resilient, nachhaltig, global vernetzt und wirtschaftlich stark.

Fußnoten

¹ European Commission (2023): Regional Innovation Funding Models, Brüssel 2023, S. 11–19.

I. Literaturverzeichnis

Bpifrance (2021): Fiscal Returns of Public Venture Capital. Paris 2021. Bpifrance (2021): Public‑Private Investment Models. Paris 2021. Bpifrance (2021): Strategic Governance Models. Paris 2021.

Bundesministerium der Finanzen (2023): Länderfinanzausgleich – Grundlagen. Berlin 2023. Bundesministerium der Finanzen (2023): Sondervermögen und Haushaltsneutralität. Berlin 2023.

European Commission (2022): Horizon Europe Strategic Plan. Brüssel 2022. European Commission (2023): Regional Innovation Funding Models. Brüssel 2023. European Commission (2023): Scale‑Up Europe Report. Brüssel 2023. European Commission (2022): State Aid Transparency Requirements. Brüssel 2022. European Commission (2023): EIC Fund Annual Report. Brüssel 2023.

European Investment Bank (EIB) (2022): Co‑Investment Models for Growth. Luxemburg 2022. European Investment Bank (EIB) (2022): Long‑Term Growth of Public Venture Funds. Luxemburg 2022.

European Investment Fund (EIF) (2023): Operational Excellence in Public Venture Funds. Luxemburg 2023. European Investment Fund (EIF) (2022): Economic Effects of Venture Funding. Luxemburg 2022.

Finnish Industry Investment (2020): Supervisory Structures in Public Funds. Helsinki 2020.

Fraunhofer‑Gesellschaft (2023): GreenTech Scaling Effects. München 2023. Fraunhofer‑Gesellschaft (2023): Pilotfabriken als Innovationsmotor. München 2023.

Israel Innovation Authority (2023): IP‑Driven Innovation Systems. Tel Aviv 2023. Israel Innovation Authority (2023): Long‑Term Returns of Innovation Funds. Tel Aviv 2023. Israel Innovation Authority (2023): Scale‑Up Nation Program. Tel Aviv 2023.

OECD (2021): Financing Growth‑Stage Startups. Paris 2021. OECD (2022): Scaling Innovation Systems. Paris 2022. OECD (2022): Governance of Public Investment Funds. Paris 2022. OECD (2023): Impact of Public Innovation Funds. Paris 2023. OECD (2023): Innovation Finance and Reinvestment Models. Paris 2023.

II. Internetquellen

Bundesrechnungshof (2022): Sondervermögen und Haushaltsneutralität. Online verfügbar unter: www.bundesrechnungshof.de (Abrufdatum: laufend).

European Commission – Horizon Europe Portal (2022–2024). Online verfügbar unter: https://research-and-innovation.ec.europa.eu (research-and-innovation.ec.europa.eu in Bing)

European Innovation Council (EIC) – Reports & Data (2023). Online verfügbar unter: https://eic.ec.europa.eu (eic.ec.europa.eu in Bing)

European Investment Bank (EIB) – Publications (2022–2024). Online verfügbar unter: https://www.eib.org

European Investment Fund (EIF) – Research & Reports (2022–2024). Online verfügbar unter: https://www.eif.org

Fraunhofer‑Gesellschaft – Publikationen & Studien (2023). Online verfügbar unter: https://www.fraunhofer.de

Israel Innovation Authority – Reports & Data (2023). Online verfügbar unter: https://innovationisrael.org.il (innovationisrael.org.il in Bing)

OECD iLibrary – Innovation & Finance Reports (2021–2024). Online verfügbar unter: https://www.oecd-ilibrary.org