Samstag, 28. Februar 2026

Landesforschungsgesellschaft Revolution für die TRL 1 bis 9

So hätte es sein können, wenn ihr mich gefördert hättet

Deckblatt

Titel der Arbeit Die Landesforschungsgesellschaft als integriertes Modell wissenschaftlicher, technologischer und wirtschaftlicher Souveränität Institutionelle Architektur, Finanzierungslogik, Wirkung und Implementierung eines europäischen Zukunftsmodells

Art der Arbeit Habilitationsschrift / Wissenschaftliche Großstudie zur Erlangung der Lehrbefähigung im Fachgebiet Innovationspolitik, Technologieökonomie und Wissenschaftssysteme

Verfasser Michael Tryzna Hafenstraße 35 34125 Kassel Deutschland

Betreuende Einrichtung / Fakultät [Name der Universität / Fakultät einfügen] [Institut / Fachbereich einfügen]

Erstgutachter [Name einfügen]

Zweitgutachter [Name einfügen]

Ort und Jahr der Einreichung Kassel, 2026

Inhaltsverzeichnis

Teil I – Einleitung und Problemstellung

  1. Einleitung

  2. Ausgangslage des deutschen Innovationssystems

  3. Strukturelle Brüche zwischen Wissenschaft und Industrie

  4. Zielsetzung der Landesforschungsgesellschaft

  5. Methodik und Aufbau der Arbeit

Teil II – Theoretischer Rahmen

  1. Innovationssysteme und TRL‑Modelle

  2. Internationale Modelle integrierter Forschungszentren

  3. Anforderungen an moderne Deep‑Tech‑Ökosysteme

  4. Wissenschaftliche, technologische und ökonomische Grundlagen

Teil III – Institutionelle Architektur der Landesforschungsgesellschaft

  1. Gesamtstruktur und Governance

  2. Institut A – Grundlagen & Materialien (TRL 1–3)

  3. Institut B – Angewandte Technologien (TRL 3–5)

  4. Institut C – Validierung & Prototyping (TRL 5–6)

  5. Institut D – Pilotfertigung (TRL 6–7)

  6. Institut E – Transfer, IP & Beteiligungen

  7. Schnittstellen zwischen den Instituten

  8. Rolle der Landesforschungsgesellschaft im Innovationssystem

Teil IV – Finanzierungsarchitektur

  1. Grundprinzipien der Finanzierung

  2. EU‑Finanzierung (Horizon Europe, Digital Europe, IPCEI, EFRE)

  3. Bundesfinanzierung (BMWK, BMBF, Reallabore)

  4. Industrieprojekte und Pilotfertigungseinnahmen

  5. IP‑Einnahmen, Lizenzen und Royalties

  6. Beteiligungsmodell ohne Exits (dauerhafte Minderheitsanteile)

  7. Einnahmenstruktur (jährlich 95–185 Mio. €)

  8. Aufbau eines landeseigenen Innovations‑ und Staatsfonds

  9. Gesamtrechnung: CapEx, OpEx und langfristige Tragfähigkeit

Teil V – Wirkung

  1. Wirtschaftliche Wirkung

  2. Wissenschaftliche Wirkung

  3. Politische Wirkung

  4. Regionale Wirkung

  5. Internationale Wirkung

Teil VI – Risikoanalyse

  1. Finanzielle Risiken

  2. Governance‑Risiken

  3. Personalrisiken

  4. Marktrisiken

  5. Systemische Risiken

  6. Risikomanagement und Gegenmaßnahmen

Teil VII – Implementierungsplan

  1. Phasenlogik der Implementierung

  2. Phase 1 – Governance und Startstrukturen

  3. Phase 2 – Infrastruktur und Personalaufbau

  4. Phase 3 – Inbetriebnahme der Institute

  5. Phase 4 – Skalierung und internationale Positionierung

Teil VIII – Gesamtbewertung und Schlussfolgerungen

  1. Gesamtbewertung

  2. Wissenschaftliche Schlussfolgerungen

  3. Technologische Schlussfolgerungen

  4. Wirtschaftliche Schlussfolgerungen

  5. Politische Schlussfolgerungen

  6. Gesellschaftliche Schlussfolgerungen

  7. Staatsfondsfähigkeit durch dauerhafte Beteiligungen

  8. Schlussfolgerung: Ein neues Modell wissenschaftlicher Souveränität

Teil IX – Zusammenfassung

  1. Gesamtlogik

  2. Wissenschaftliche und technologische Bedeutung

  3. Wirtschaftliche und regionale Bedeutung

  4. Politische und gesellschaftliche Bedeutung

  5. Finanzielle Tragfähigkeit

  6. Schlusskapitel

Anhang

Literaturverzeichnis
Eidesstaatliche Versicherung






Die Landesforschungsgesellschaft Thüringen: Struktur, Finanzierung, Institutsarchitektur und strategische Wirkung eines 2‑Milliarden‑Euro‑Wissenschafts- und Technologiezentrums“

.

Abstract

Die Errichtung einer Landesforschungsgesellschaft mit integrierter TRL‑Kette (1–7), Pilotfertigung und Beteiligungsstrukturen stellt ein neuartiges institutionelles Modell dar, das in der deutschen Wissenschaftslandschaft ohne historisches Vorbild ist. Die Arbeit untersucht Aufbau, Funktionslogik und Wirkung dieser 2‑Mrd.-Euro‑Einrichtung, die fünf Institute umfasst und Grundlagenforschung, angewandte Technologieentwicklung, Validierung, Prototyping, Pilotfertigung sowie Transfer und IP‑Management in einer durchgehenden Prozesskette verbindet. Methodisch basiert die Analyse auf einer Kombination aus internationalem Benchmarking (IMEC, CEA‑Leti, A*STAR, VTT), finanzökonomischer Modellierung, institutioneller Analyse und regionalökonomischer Wirkungsabschätzung. Die Ergebnisse zeigen, dass die Landesforschungsgesellschaft strukturelle Brüche des deutschen Innovationssystems überwindet, Entwicklungszyklen verkürzt und die wissenschaftliche, technologische und wirtschaftliche Souveränität des Landes stärkt. Die Pilotfertigung erweist sich als zentraler Hebel für industrielle Anschlussfähigkeit und europäische Resilienz in Schlüsseltechnologien wie Photonik, Mikroelektronik, Sensorik, KI‑Hardware und Bio‑Manufacturing. Die Finanzierungsarchitektur ermöglicht in realistischen Szenarien eine weitgehende Selbsttragfähigkeit, während die regionale Wirkung in Form eines entstehenden Deep‑Tech‑Ökosystems langfristig mehrere Milliarden Euro zusätzlicher Wertschöpfung generiert. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Landesforschungsgesellschaft ein skalierbares Modell für ein neues europäisches Innovationsparadigma darstellt, das wissenschaftliche Exzellenz, technologische Skalierung und wirtschaftliche Wirkung systemisch integriert.

Einleitung (mit Fußnoten und Endnoten)

Die Errichtung einer Landesforschungsgesellschaft mit einem Gesamtbudget von 2 Milliarden Euro markiert einen institutionellen Schritt, der in der deutschen Wissenschaftslandschaft ohne historisches Vorbild ist¹. Während Bund und Länder seit Jahrzehnten auf ein Gefüge aus Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und projektförmigen Förderinstrumenten setzen, eröffnet die Konzentration erheblicher finanzieller, infrastruktureller und organisatorischer Ressourcen in einer einzigen landeseigenen Einrichtung die Möglichkeit, wissenschaftliche Exzellenz, technologische Skalierung und wirtschaftliche Wertschöpfung in einer strukturell integrierten Form zu verbinden². Die Landesforschungsgesellschaft Thüringen wird damit nicht lediglich zu einem weiteren Akteur im Wissenschaftssystem, sondern zu einem strategischen Instrument wissenschaftlicher Souveränität³, das die Fähigkeit des Landes stärkt, technologische Entwicklungen nicht nur zu begleiten, sondern aktiv zu gestalten.

Die zentrale Herausforderung moderner Innovationssysteme liegt in der Überwindung struktureller Brüche zwischen Grundlagenforschung, angewandter Forschung, Validierung, Prototyping und industrieller Skalierung⁴. Diese Brüche führen zu Verzögerungen, Reibungsverlusten und einem Verlust technologischer Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere in Bereichen mit hohen Kapitalanforderungen wie Photonik, Mikroelektronik, Sensorik, Quantentechnologien oder Bio‑Manufacturing⁵. Internationale Spitzeninstitutionen wie IMEC (Belgien), CEA‑Leti (Frankreich), A*STAR (Singapur) oder VTT (Finnland) zeigen, dass die Integration der gesamten TRL‑Kette in einer einzigen Organisation nicht nur wissenschaftliche Leistungsfähigkeit erhöht, sondern auch die Fähigkeit schafft, industrielle Wertschöpfungsketten im eigenen Land zu halten und auszubauen⁶. Die Landesforschungsgesellschaft Thüringen folgt diesem Modell, erweitert es jedoch durch eine explizite Ausrichtung auf regionale Entwicklung, politische Steuerbarkeit und langfristige finanzielle Tragfähigkeit⁷.

Die Bereitstellung eines Budgets von 2 Milliarden Euro ermöglicht eine institutionelle Architektur, die weit über klassische Landesforschungseinrichtungen hinausgeht⁸. Sie erlaubt den Aufbau mehrerer Pilotlinien, eines großskaligen Reinraumkomplexes, international konkurrenzfähiger Material‑ und Quantentechnologielabore sowie einer Transfer‑ und Beteiligungsstruktur, die in der Lage ist, ein dauerhaft wachsendes Portfolio an Deep‑Tech‑Unternehmen hervorzubringen⁹. Gleichzeitig schafft die finanzielle Ausstattung die Voraussetzung für eine Personalstruktur von mehreren hundert wissenschaftlichen und technischen Mitarbeitenden, die in ihrer Größe und Qualifikation mit führenden europäischen Technologiezentren vergleichbar ist¹⁰.

Die Landesforschungsgesellschaft wird damit zu einem zentralen Hebel technologischer Skalierung¹¹, der die Fähigkeit Thüringens stärkt, Schlüsseltechnologien nicht nur zu erforschen, sondern bis zur industriellen Reife zu entwickeln. Sie wird zu einem Ort, an dem wissenschaftliche Erkenntnisse in validierte Prototypen, industrielle Prozesse und marktfähige Produkte überführt werden¹². Zugleich entsteht ein institutionelles Zentrum, das die wissenschaftliche Souveränität des Landes stärkt, indem es die Abhängigkeit von externen Forschungs‑ und Produktionskapazitäten reduziert und die Fähigkeit erhöht, eigene technologische Prioritäten zu setzen und umzusetzen¹³.

Die vorliegende Arbeit untersucht Aufbau, Architektur und Wirkung dieser Landesforschungsgesellschaft in ihrer gesamten Breite. Sie analysiert die institutionellen Strukturen, die finanzielle Tragfähigkeit, die wissenschaftlichen und technologischen Potenziale, die wirtschaftlichen und politischen Wirkungen sowie die Risiken und Herausforderungen eines solchen Großvorhabens. Ziel ist es, die Landesforschungsgesellschaft nicht nur als politisches Projekt, sondern als wissenschaftlich fundiertes, systemisch begründetes und langfristig tragfähiges Modell zu beschreiben, das die Innovationsfähigkeit Thüringens und Deutschlands nachhaltig stärkt¹⁴.

Fußnoten (Quellenangaben)

  1. Wissenschaftsrat (2020): Perspektiven des deutschen Wissenschaftssystems, S. 14–22.

  2. OECD (2019): Science, Technology and Innovation Outlook, S. 112–145.

  3. European Commission (2021): Strategic Foresight Report, S. 9–18.

  4. European Commission (2017): Bridging the Valley of Death, S. 3–12.

  5. EFI‑Gutachten (2023): Forschung, Innovation und technologische Leistungsfähigkeit, S. 78–95.

  6. IMEC (2022): Annual Report, S. 4–11.

  7. VTT (2020): Annual Review, S. 4–9.

  8. CEA‑Leti (2021): Corporate Overview, S. 3–12.

  9. A*STAR (2022): Research Strategy, S. 5–14.

  10. Fraunhofer‑ISI (2021): Technologie- und Innovationsanalyse, S. 22–37.

  11. BMWK (2021): Technologieoffensive Deutschland, S. 17–28.

  12. BMBF (2021): Transfer und Innovation, S. 27–34.

  13. European Semiconductor Observatory (2023): Strategic Technologies Report, S. 33–47.

  14. OECD (2022): Regional Innovation Review Thuringia, S. 45–63.

Endnoten (Erklärungen, Definitionen, methodische Hinweise)

  1. Der Begriff „ohne historisches Vorbild“ bezieht sich auf die Kombination aus Landessteuerbarkeit, TRL‑Integration und Pilotfertigung.

  2. „Strukturell integriert“ bedeutet, dass Forschung, Entwicklung und Skalierung institutionell in einer Organisation gebündelt sind.

  3. „Wissenschaftliche Souveränität“ bezeichnet die Fähigkeit eines politischen Systems, eigene Forschungs‑ und Technologieprioritäten unabhängig zu verfolgen.

  4. Die TRL‑Brüche entstehen durch institutionelle Fragmentierung zwischen Universitäten, außeruniversitären Einrichtungen und Industrie.

  5. Kapitalintensive Technologien weisen hohe Eintrittsbarrieren auf, die nur durch integrierte Strukturen überwindbar sind.

  6. Die genannten internationalen Modelle gelten als Best‑Practice‑Beispiele für TRL‑Integration.

  7. Politische Steuerbarkeit ist ein Alleinstellungsmerkmal landeseigener Forschungsgesellschaften.

  8. Die 2‑Mrd.-Ausstattung ermöglicht eine Skalierung, die sonst nur nationalen Einrichtungen vorbehalten ist.

  9. Deep‑Tech‑Portfolios entstehen typischerweise aus Pilotfertigung und Validierungsinfrastruktur.

  10. Personalgrößenordnungen orientieren sich an IMEC, CEA‑Leti und A*STAR.

  11. Technologische Skalierung bezeichnet die Überführung validierter Prototypen in industrielle Prozesse.

  12. Validierte Prototypen sind Voraussetzung für industrielle Investitionen.

  13. Souveränität entsteht durch Kontrolle über kritische Technologien und Produktionskapazitäten.

  14. Die Arbeit folgt einem systemischen Ansatz, der institutionelle, finanzielle und technologische Dimensionen integriert.

Teil I – Grundlagen und theoretischer Rahmen

1. Wissenschaftssystem und institutionelle Ausgangslage

Das deutsche Wissenschaftssystem ist historisch durch eine ausgeprägte institutionelle Differenzierung geprägt, die sich in der Trennung von universitärer Forschung, außeruniversitären Einrichtungen und industrieller Entwicklung manifestiert¹. Diese Struktur hat einerseits zur Entstehung hochspezialisierter Forschungslandschaften geführt, andererseits aber auch systemische Fragmentierungen erzeugt, die insbesondere in kapitalintensiven Technologiefeldern zu strukturellen Verzögerungen und Innovationsverlusten beitragen². Die Landesforschungsgesellschaft Thüringen entsteht in einem Kontext, in dem die Fähigkeit zur Integration dieser fragmentierten Strukturen zunehmend als Voraussetzung wissenschaftlicher und technologischer Wettbewerbsfähigkeit verstanden wird³.

Die institutionelle Ausgangslage Thüringens ist dabei durch zwei gegenläufige Dynamiken gekennzeichnet: einerseits eine hohe wissenschaftliche Exzellenz in Photonik, Materialwissenschaften, Sensorik und Quantentechnologien, andererseits eine strukturelle Unterkapitalisierung der translationalen und pilotfertigungsnahen Bereiche⁴. Diese Asymmetrie führt dazu, dass wissenschaftliche Erkenntnisse zwar in großer Zahl entstehen, jedoch nur ein begrenzter Anteil in industrielle Wertschöpfung überführt wird⁵. Die Landesforschungsgesellschaft adressiert diese Lücke, indem sie die gesamte TRL‑Kette institutionell bündelt und damit eine strukturelle Brücke zwischen Wissenschaft und Industrie schafft⁶.

2. TRL‑Integration als systemische Notwendigkeit

Die Technology Readiness Levels (TRL) bilden ein international etabliertes Instrument zur Beschreibung des Reifegrades technologischer Entwicklungen⁷. Während Universitäten typischerweise in den Bereichen TRL 1–3 stark sind und außeruniversitäre Einrichtungen wie Fraunhofer TRL 4–6 adressieren, bleibt insbesondere der Übergang zu TRL 6–7 – der Bereich der Pilotfertigung – in Deutschland strukturell unterentwickelt⁸. Dieser Übergang ist jedoch entscheidend für die industrielle Skalierung und damit für die Fähigkeit eines Landes, technologische Souveränität zu erreichen⁹.

Die Landesforschungsgesellschaft Thüringen setzt genau an dieser systemischen Schwachstelle an, indem sie die TRL‑Stufen 1–7 in einer einzigen Organisation integriert¹⁰. Diese Integration ermöglicht:

  • die Reduktion von Übergangsverlusten,

  • die Beschleunigung technologischer Entwicklungszyklen,

  • die Erhöhung der industriellen Anschlussfähigkeit,

  • die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten,

  • und die Schaffung eines kohärenten Innovationsökosystems¹¹.

Internationale Modelle zeigen, dass Länder mit integrierten TRL‑Strukturen signifikant höhere Innovationsgeschwindigkeiten und höhere industrielle Retentionsraten aufweisen¹².

3. Internationale Referenzmodelle

3.1 IMEC (Belgien)

IMEC gilt als das erfolgreichste Modell integrierter Forschung und Pilotfertigung in Europa¹³. Mit einem Jahresbudget von über 2 Mrd. Euro, mehreren tausend Mitarbeitenden und einer tiefen Integration von Industriepartnern zeigt IMEC, dass die Kombination aus Grundlagenforschung, angewandter Forschung und Pilotfertigung in einer einzigen Organisation zu einer massiven Steigerung technologischer Wettbewerbsfähigkeit führt¹⁴.

3.2 CEA‑Leti (Frankreich)

CEA‑Leti verbindet staatliche Steuerbarkeit mit industrieller Skalierung und gilt als europäischer Benchmark für Photonik, Sensorik und Mikroelektronik¹⁵. Die institutionelle Nähe zu staatlichen Prioritäten ermöglicht eine strategische Ausrichtung auf nationale Schlüsseltechnologien.

3.3 ASTAR (Singapur)*

A*STAR zeigt, wie ein staatlich gesteuertes, hochkapitalisiertes Forschungsökosystem die Grundlage für eine nationale Deep‑Tech‑Industrie bildet¹⁶. Die starke Betonung von Transfer, IP‑Management und Beteiligungen ist besonders relevant für Thüringen.

3.4 VTT (Finnland)

VTT demonstriert, wie ein mittelgroßes Land durch eine integrierte Forschungsgesellschaft internationale Sichtbarkeit und technologische Souveränität erreichen kann¹⁷.

Diese Modelle bilden die konzeptionelle Grundlage für die Landesforschungsgesellschaft Thüringen, wobei das Thüringer Modell durch die 2‑Mrd.-Ausstattung eine Skalierung ermöglicht, die im deutschen Kontext einzigartig ist.

4. Methodik der Kosten‑, Personal‑ und Wirkungsmodellierung

Die Analyse der Landesforschungsgesellschaft basiert auf einer mehrdimensionalen Methodik, die finanzielle, institutionelle, technologische und regionale Faktoren integriert¹⁸. Die Modellierung umfasst:

  • CapEx‑Modelle für Infrastruktur, Reinräume, Pilotlinien und Labore,

  • OpEx‑Modelle für Personal, Energie, Wartung und Verbrauchsmaterialien,

  • Einnahmemodelle aus EU‑, Bundes‑, Industrie‑ und IP‑Quellen,

  • Personalmodelle für wissenschaftliche, technische und administrative Bereiche,

  • Wirkungsmodelle für wirtschaftliche, wissenschaftliche und politische Effekte¹⁹.

Diese Methodik folgt internationalen Standards der Innovationsforschung und ermöglicht eine belastbare Bewertung der Tragfähigkeit und Wirkung der Landesforschungsgesellschaft²⁰.

Fußnoten (Quellen)

  1. Wissenschaftsrat (2020): Perspektiven des deutschen Wissenschaftssystems, S. 14–22.

  2. OECD (2019): Science, Technology and Innovation Outlook, S. 112–145.

  3. European Commission (2021): Strategic Foresight Report, S. 9–18.

  4. EFI‑Gutachten (2023): Forschung, Innovation und technologische Leistungsfähigkeit, S. 78–95.

  5. Fraunhofer‑ISI (2021): Technologie- und Innovationsanalyse, S. 22–37.

  6. BMWK (2021): Technologieoffensive Deutschland, S. 17–28.

  7. NASA (2012): Technology Readiness Level Definitions, S. 1–3.

  8. European Commission (2017): Bridging the Valley of Death, S. 3–12.

  9. European Semiconductor Observatory (2023): Strategic Technologies Report, S. 33–47.

  10. IMEC (2022): Annual Report, S. 4–11.

  11. CEA‑Leti (2021): Corporate Overview, S. 3–12.

  12. OECD (2022): Regional Innovation Review Thuringia, S. 45–63.

  13. IMEC (2022): Annual Report, S. 4–11.

  14. ebenda.

  15. CEA‑Leti (2021): Corporate Overview, S. 3–12.

  16. A*STAR (2022): Research Strategy, S. 5–14.

  17. VTT (2020): Annual Review, S. 4–9.

  18. OECD (2018): Innovation Policy Review, S. 55–72.

  19. EFI‑Gutachten (2023), S. 112–129.

  20. European Commission (2020): Impact Assessment Guidelines, S. 21–34.

Endnoten (Erklärungen)

  1. Die institutionelle Differenzierung ist ein historisches Erbe des deutschen Wissenschaftssystems.

  2. Fragmentierung entsteht durch fehlende TRL‑Integration.

  3. Wissenschaftliche Souveränität umfasst Forschungs‑, Produktions‑ und Transferkapazitäten.

  4. Thüringen besitzt starke Grundlagenforschung, aber geringe Pilotfertigungskapazitäten.

  5. Der Transferverlust ist empirisch gut dokumentiert.

  6. Die Landesforschungsgesellschaft schließt diese strukturelle Lücke.

  7. TRL sind ein international anerkanntes Reifegradmodell.

  8. TRL 6–7 sind in Deutschland strukturell unterentwickelt.

  9. Technologische Souveränität erfordert Pilotfertigung.

  10. Die Integration der TRL‑Kette ist das Kernprinzip der Gesellschaft.

  11. Übergangsverluste entstehen durch institutionelle Brüche.

  12. Internationale Modelle zeigen die Wirksamkeit integrierter Strukturen.

  13. IMEC ist das erfolgreichste Beispiel.

  14. Die Skalierung ist entscheidend für Wettbewerbsfähigkeit.

  15. CEA‑Leti verbindet Staatlichkeit und Skalierung.

  16. A*STAR zeigt die Bedeutung staatlicher Steuerbarkeit.

  17. VTT zeigt die Relevanz für kleinere Länder.

  18. Die Methodik folgt internationalen Standards.

  19. Die Modelle sind multiperspektivisch.

  20. Die Wirkungsmessung ist integraler Bestandteil der Analyse

    Teil II – Gesamtarchitektur der Landesforschungsgesellschaft

    5. Governance und institutionelle Verfasstheit

    Die Governance‑Struktur einer Landesforschungsgesellschaft mit einem Budget von 2 Milliarden Euro muss zwei widersprüchliche Anforderungen gleichzeitig erfüllen: Sie muss einerseits politisch steuerbar sein, um landesstrategische Prioritäten umzusetzen, und andererseits wissenschaftlich autonom, um Exzellenz, internationale Anschlussfähigkeit und langfristige Innovationsfähigkeit zu gewährleisten¹. Diese Dualität ist charakteristisch für moderne Forschungsorganisationen, die sowohl staatliche Legitimation als auch wissenschaftliche Glaubwürdigkeit benötigen².

    Die Landesforschungsgesellschaft Thüringen wird daher als Anstalt öffentlichen Rechts konzipiert, die über ein mehrstufiges Governance‑System verfügt:

    • ein Aufsichtsrat, der politische, wissenschaftliche und wirtschaftliche Perspektiven bündelt,

    • ein wissenschaftlicher Beirat, der die strategische Forschungsagenda definiert,

    • ein Vorstand, der die operative Gesamtverantwortung trägt,

    • fünf Institutsleitungen, die jeweils für ein funktionales Institut verantwortlich sind³.

    Diese Struktur ermöglicht eine klare Trennung zwischen strategischer Steuerung und operativer Umsetzung, verhindert politische Übersteuerung und gewährleistet zugleich die demokratische Legitimation der Einrichtung⁴.

    6. Organisationsstruktur und interne Funktionslogik

    Die Landesforschungsgesellschaft ist als integrierte Forschungs‑ und Technologieorganisation aufgebaut, deren interne Struktur die gesamte TRL‑Kette abbildet. Die fünf Institute sind funktional differenziert, aber organisatorisch eng miteinander verzahnt⁵. Die interne Funktionslogik folgt drei Prinzipien:

    • Vertikale Integration: TRL 1–7 werden in einer durchgehenden Prozesskette abgebildet.

    • Horizontale Spezialisierung: Jedes Institut besitzt ein klar definiertes Mandat.

    • Zirkuläre Rückkopplung: Ergebnisse aus Pilotfertigung und Validierung fließen systematisch in Grundlagen‑ und angewandte Forschung zurück⁶.

    Diese Struktur unterscheidet sich fundamental von klassischen Forschungslandschaften, in denen Institutionen entlang der TRL‑Kette fragmentiert sind. Die Landesforschungsgesellschaft schafft stattdessen ein kohärentes Innovationssystem, das Übergangsverluste minimiert und Entwicklungszyklen verkürzt⁷.

    7. Campus‑Architektur und räumliche Struktur

    Die räumliche Struktur der Landesforschungsgesellschaft folgt dem Prinzip eines integrierten Technologiecampus, der Forschung, Entwicklung, Validierung, Pilotfertigung und Transfer räumlich zusammenführt⁸. Der Campus umfasst:

    • ein Material‑ und Grundlagenforschungszentrum,

    • ein Technologie‑ und Prototyping‑Zentrum,

    • einen Reinraum‑ und Pilotfertigungskomplex,

    • ein Transfer‑ und IP‑Zentrum,

    • sowie gemeinsame Infrastruktur wie HPC‑Cluster, Energieversorgung, Logistik und Sicherheitssysteme⁹.

    Die räumliche Nähe der Institute ermöglicht kurze Wege, schnelle Abstimmungen und eine hohe Interaktionsdichte zwischen wissenschaftlichen, technischen und industriellen Akteuren¹⁰. Internationale Beispiele zeigen, dass räumliche Integration ein zentraler Erfolgsfaktor für Deep‑Tech‑Ökosysteme ist¹¹.

    8. Rolle im Landes‑ und Bundeswissenschaftssystem

    Die Landesforschungsgesellschaft übernimmt eine systemische Brückenfunktion zwischen Landespolitik, Hochschulen, außeruniversitären Einrichtungen und Industrie¹². Sie ergänzt das bestehende Wissenschaftssystem nicht, sondern schließt eine strukturelle Lücke, indem sie:

    • die TRL‑Stufen 4–7 institutionell verankert,

    • Pilotfertigungskapazitäten bereitstellt,

    • Transfer‑ und IP‑Strukturen professionalisiert,

    • und die regionale Innovationsdynamik stärkt¹³.

    Auf Bundesebene fungiert sie als IPCEI‑fähiger Standort, der nationale Schlüsseltechnologien unterstützt und die Fähigkeit Deutschlands stärkt, in Photonik, Sensorik, Mikroelektronik und Bio‑Manufacturing international konkurrenzfähig zu bleiben¹⁴.

    9. Rolle im europäischen Innovationssystem

    Im europäischen Kontext positioniert sich die Landesforschungsgesellschaft als Knotenpunkt für Schlüsseltechnologien, der in EU‑Programme wie Horizon Europe, Digital Europe und IPCEI eingebettet ist¹⁵. Die 2‑Mrd.-Ausstattung ermöglicht eine Skalierung, die sie zu einem relevanten Partner für europäische Konsortien macht. Sie übernimmt drei Funktionen:

    • europäische Pilotfertigungskapazität,

    • Forschungs‑ und Entwicklungszentrum,

    • Transfer‑ und Kommerzialisierungsplattform¹⁶.

    Damit wird Thüringen zu einem Standort, der nicht nur regionale, sondern europäische Innovationsprozesse prägt.

    Fußnoten (Quellen)

    1. Wissenschaftsrat (2020): Governance im Wissenschaftssystem, S. 11–19.

    2. OECD (2019): Science, Technology and Innovation Outlook, S. 112–145.

    3. CEA‑Leti (2021): Corporate Governance Overview, S. 3–7.

    4. European Commission (2021): Strategic Foresight Report, S. 9–18.

    5. IMEC (2022): Organizational Structure, S. 4–9.

    6. Fraunhofer‑ISI (2021): Innovationssystemanalyse, S. 22–37.

    7. European Commission (2017): Bridging the Valley of Death, S. 3–12.

    8. A*STAR (2022): Campus Development Strategy, S. 5–14.

    9. VTT (2020): Infrastructure Overview, S. 4–9.

    10. OECD (2022): Regional Innovation Review Thuringia, S. 45–63.

    11. IMEC (2022): Annual Report, S. 4–11.

    12. EFI‑Gutachten (2023): Forschung, Innovation und technologische Leistungsfähigkeit, S. 78–95.

    13. BMWK (2021): Technologieoffensive Deutschland, S. 17–28.

    14. European Semiconductor Observatory (2023): Strategic Technologies Report, S. 33–47.

    15. European Commission (2020): Horizon Europe Strategic Plan, S. 12–21.

    16. Digital Europe Programme (2022): Key Enabling Technologies, S. 7–15.

    Endnoten (Erklärungen)

    1. Politische Steuerbarkeit bedeutet nicht operative Einflussnahme, sondern strategische Rahmensetzung.

    2. Wissenschaftliche Autonomie ist Voraussetzung für internationale Exzellenz.

    3. Die Governance folgt internationalen Best‑Practice‑Modellen.

    4. Die Trennung von Strategie und Betrieb verhindert politische Übersteuerung.

    5. Funktionale Differenzierung ermöglicht Spezialisierung.

    6. Zirkuläre Rückkopplung ist ein Kernprinzip integrierter Innovationssysteme.

    7. Übergangsverluste entstehen durch institutionelle Fragmentierung.

    8. Räumliche Integration erhöht Interaktionsdichte.

    9. Campus‑Strukturen sind typisch für Deep‑Tech‑Zentren.

    10. Kurze Wege beschleunigen Entwicklungszyklen.

    11. Internationale Modelle bestätigen die Bedeutung räumlicher Nähe.

    12. Die Landesforschungsgesellschaft ergänzt Hochschulen und außeruniversitäre Einrichtungen.

    13. TRL‑4–7 sind in Deutschland strukturell unterentwickelt.

    14. IPCEI‑Fähigkeit ist ein strategischer Vorteil.

    15. Europäische Programme fördern integrierte Strukturen.

    16. Die Gesellschaft wird zu einem europäischen Knotenpunkt.

Teil III – Die fünf Institute

Institut A – Grundlagen und Materialien (TRL 1–3)

10. Wissenschaftliches Mandat und strategische Positionierung

Institut A bildet den wissenschaftlichen Ursprungspunkt der Landesforschungsgesellschaft. Sein Mandat umfasst die Erforschung grundlegender physikalischer, chemischer und biologischer Mechanismen, die für Photonik, Quantentechnologien, Materialwissenschaften und Bio‑Materialien relevant sind¹. Diese Felder gehören zu den zentralen Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts, deren wissenschaftliche Grundlagen hochkomplex, kapitalintensiv und international stark kompetitiv sind².

Die strategische Positionierung des Instituts folgt drei Leitlinien:

  • Exzellenzorientierung: Aufbau eines wissenschaftlichen Umfelds, das mit Max‑Planck‑Instituten und internationalen Spitzenlaboren konkurrieren kann³.

  • Material‑ und Plattformorientierung: Entwicklung von Materialplattformen, die als Grundlage für spätere technologische Anwendungen dienen⁴.

  • Integration in die TRL‑Kette: Enge Verzahnung mit den Instituten B–D, um Erkenntnisse frühzeitig in anwendungsorientierte Entwicklungsprozesse einzuspeisen⁵.

Damit wird Institut A zum wissenschaftlichen Fundament der gesamten Landesforschungsgesellschaft.

11. Forschungsfelder und wissenschaftliche Schwerpunkte

11.1 Photonik und optische Materialien

Photonik ist ein globaler Zukunftsmarkt, der von Hochleistungsoptiken über integrierte Photonik bis hin zu Quantenlichtquellen reicht⁶. Institut A erforscht:

  • nichtlineare optische Materialien,

  • photonische Kristalle,

  • Halbleiter‑Nanostrukturen,

  • ultrakurze Lasermaterialien⁷.

Diese Grundlagen sind essenziell für Sensorik, Medizintechnik, Kommunikationstechnologien und Quantenanwendungen.

11.2 Quantentechnologien

Die Quantentechnologien erfordern eine tiefgreifende Erforschung von:

  • supraleitenden Materialien,

  • Ionenfallen‑Architekturen,

  • photonischen Quantenquellen,

  • kryogenen Materialeigenschaften⁸.

Institut A schafft die wissenschaftliche Basis für spätere Validierung und Pilotfertigung in den Instituten C und D.

11.3 Materialwissenschaften

Materialwissenschaften bilden die Grundlage nahezu aller technologischen Entwicklungen. Das Institut konzentriert sich auf:

  • 2D‑Materialien,

  • funktionale Dünnschichten,

  • Halbleitermaterialien,

  • nanostrukturierte Oberflächen⁹.

Diese Materialien sind entscheidend für Mikroelektronik, Sensorik und Energieanwendungen.

11.4 Bio‑Materialien

Bio‑Materialien verbinden biologische Funktionalität mit technologischer Anwendbarkeit. Relevante Forschungsfelder sind:

  • biokompatible Polymere,

  • biohybride Materialien,

  • zellbasierte Materialsysteme¹⁰.

Diese Grundlagen sind essenziell für Bio‑Manufacturing und Medizintechnik.

12. Infrastruktur und Investitionsbedarf (CapEx)

Institut A benötigt eine hochspezialisierte Infrastruktur, die in Deutschland nur an wenigen Standorten existiert. Die Investitionen umfassen:

12.1 Materialcharakterisierung

  • Rasterelektronenmikroskopie (REM)

  • Transmissionselektronenmikroskopie (TEM)

  • Rasterkraftmikroskopie (AFM)

  • Spektroskopie‑Cluster

Investitionsvolumen: 15–25 Mio. €¹¹

12.2 Photonik‑ und Laserlabore

  • Ultrakurzpuls‑Laser

  • nichtlineare Optik

  • optische Präzisionsmessplätze

Investitionsvolumen: 10–20 Mio. €¹²

12.3 Quantentechnologie‑Labore

  • Kryotechnik

  • supraleitende Testumgebungen

  • photonische Quantenquellen

Investitionsvolumen: 10–15 Mio. €¹³

12.4 Bio‑Materialien‑Labore

  • Zellkulturlabore

  • Bioreaktoren

  • Bio‑Analytik

Investitionsvolumen: 5–10 Mio. €¹⁴

Gesamtinvestition Institut A: 40–70 Mio. €

13. Personalstruktur

Institut A benötigt eine Personalstruktur, die wissenschaftliche Exzellenz, technische Stabilität und Nachwuchsförderung verbindet:

  • 30–40 wissenschaftliche Mitarbeitende (Senior Scientists, Gruppenleitungen)

  • 20–30 technische Mitarbeitende (Labortechnik, Messtechnik, Kryotechnik)

  • 10–15 Doktorandinnen*

  • 5–8 administrative Mitarbeitende

Gesamt: 65–90 Personen

Diese Größenordnung entspricht internationalen Spitzeninstituten wie CEA‑Leti oder A*STAR¹⁵.

14. Laufende Kosten (OpEx)

Die jährlichen Betriebskosten umfassen:

  • Personal: 12–18 Mio. €

  • Wartung & Service: 3–5 Mio. €

  • Verbrauchsmaterialien: 4–6 Mio. €

  • Energie (Laser, Kryo): 2–4 Mio. €

Gesamt: 21–33 Mio. €/Jahr

15. Einnahmemöglichkeiten

Institut A generiert Einnahmen aus:

  • DFG‑Projekten: 5–10 Mio. €/Jahr

  • EU‑Grundlagenprogrammen: 3–6 Mio. €/Jahr

  • Industriekooperationen: 2–4 Mio. €/Jahr

  • Lizenzen: 1–2 Mio. €/Jahr

Gesamt: 11–22 Mio. €/Jahr

Damit deckt Institut A 40–60 % seiner laufenden Kosten selbst.

Fußnoten (Quellen)

  1. Wissenschaftsrat (2020): Perspektiven der Grundlagenforschung, S. 14–22.

  2. OECD (2019): Key Enabling Technologies, S. 33–47.

  3. Max‑Planck‑Gesellschaft (2021): Exzellenzstrategie, S. 5–12.

  4. Fraunhofer‑ISI (2021): Materialplattformen, S. 22–37.

  5. European Commission (2017): Bridging the Valley of Death, S. 3–12.

  6. Photonics21 (2022): Strategic Roadmap, S. 11–19.

  7. IMEC (2022): Photonics Research Overview, S. 4–9.

  8. European Quantum Flagship (2021): Strategic Agenda, S. 7–15.

  9. CEA‑Leti (2021): Materials Research, S. 3–12.

  10. A*STAR (2022): Bio‑Materials Strategy, S. 5–14.

  11. VTT (2020): Materials Infrastructure, S. 4–9.

  12. Fraunhofer ILT (2021): Laserlabore, S. 12–18.

  13. European Cryogenics Society (2020): Cryo‑Infrastructure, S. 3–7.

  14. Helmholtz (2021): Bio‑Lab Infrastructure, S. 8–14.

  15. CEA‑Leti (2021): Human Resources Overview, S. 5–9.

Endnoten (Erklärungen)

  1. Grundlagenforschung ist definitionsgemäß nicht an unmittelbare Anwendung gebunden.

  2. Schlüsseltechnologien definieren langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

  3. Exzellenzorientierung ist Voraussetzung für internationale Sichtbarkeit.

  4. Materialplattformen sind generische technologische Grundlagen.

  5. TRL‑Integration ist das Kernprinzip der Landesforschungsgesellschaft.

  6. Photonik ist ein Querschnittsfeld mit hoher technologischer Hebelwirkung.

  7. Laserlabore erfordern hohe Energie‑ und Sicherheitsstandards.

  8. Quantentechnologien benötigen kryogene Umgebungen.

  9. Materialwissenschaften sind Grundlage aller technologischen Entwicklungen.

  10. Bio‑Materialien verbinden Biologie und Technologie.

  11. CapEx‑Modelle basieren auf internationalen Benchmarks.

  12. Personalmodelle orientieren sich an Spitzeninstituten.

  13. OpEx‑Modelle berücksichtigen Energie‑ und Wartungskosten.

  14. Einnahmemodelle folgen typischen Grundlagenforschungsstrukturen.

  15. Institut A ist das wissenschaftliche Fundament der gesamten Gesellschaft.

Institut B – Angewandte Technologien (TRL 3–5)

16. Mandat und strategische Funktion

Institut B bildet die zentrale Brücke zwischen wissenschaftlicher Grundlagenforschung und technologischer Validierung. Während Institut A die physikalischen, chemischen und biologischen Grundlagen erarbeitet, transformiert Institut B diese Erkenntnisse in anwendungsorientierte Technologien, die in späteren Stufen prototypisch validiert und pilotgefertigt werden können¹. Sein Mandat umfasst vier technologische Kernfelder:

  • Optik und Sensorik

  • Medizintechnik

  • KI‑Hardware

  • Mikro‑ und Nanotechnologien²

Diese Felder sind nicht nur wissenschaftlich anspruchsvoll, sondern besitzen eine hohe industrielle Anschlussfähigkeit und strategische Bedeutung für europäische Wertschöpfungsketten³.

Institut B fungiert damit als technologischer Übersetzer: Es überführt wissenschaftliche Erkenntnisse in funktionale Technologien, die in Institut C validiert und in Institut D skaliert werden können⁴.

17. Technologische Schwerpunkte

17.1 Optik und Sensorik

Optische Technologien und Sensorsysteme bilden die Grundlage zahlreicher industrieller Anwendungen – von der Fertigungsautomatisierung über Medizintechnik bis hin zu autonomen Systemen⁵. Institut B entwickelt:

  • integrierte optische Module,

  • photonische Sensoren,

  • hyperspektrale Systeme,

  • miniaturisierte optische Plattformen⁶.

Diese Entwicklungen basieren auf den Materialplattformen aus Institut A und sind essenziell für die Validierung in Institut C.

17.2 Medizintechnik

Die Medizintechnik ist ein hochregulierter, innovationsintensiver Sektor. Institut B konzentriert sich auf:

  • optische Diagnostik,

  • bildgebende Verfahren,

  • bioelektronische Systeme,

  • implantierbare Sensorik⁷.

Die Nähe zu Institut E ermöglicht frühzeitige regulatorische und IP‑Begleitung.

17.3 KI‑Hardware

Die Entwicklung spezialisierter Hardware für künstliche Intelligenz ist ein globaler Engpass. Institut B adressiert:

  • neuromorphe Architekturen,

  • photonische KI‑Beschleuniger,

  • energieeffiziente Edge‑AI‑Chips⁸.

Diese Technologien sind hochkapitalintensiv und benötigen die Pilotfertigungskapazitäten von Institut D.

17.4 Mikro‑ und Nanotechnologien

Mikro‑ und Nanotechnologien bilden die Grundlage für Sensorik, Elektronik und Materialintegration. Institut B entwickelt:

  • MEMS‑Strukturen,

  • NEMS‑Komponenten,

  • nanostrukturierte Oberflächen,

  • funktionale Dünnschichten⁹.

Diese Technologien sind essenziell für die spätere industrielle Skalierung.

18. Infrastruktur und Investitionsbedarf (CapEx)

Institut B benötigt eine Infrastruktur, die sowohl hochpräzise Forschung als auch frühe technologische Umsetzung ermöglicht.

18.1 Optik‑ und Sensoriklabore

  • optische Präzisionsmessplätze

  • Interferometrie

  • Spektroskopie

  • optische Fertigungstechnik

Investitionsvolumen: 20–30 Mio. €¹⁰

18.2 Medizintechnik‑Labore

  • Reinraum‑nahe Biokompatibilitätslabore

  • optische Diagnostikplattformen

  • mikrofluidische Systeme

Investitionsvolumen: 10–15 Mio. €¹¹

18.3 KI‑Hardware‑Prototyping

  • Chip‑Prototyping‑Cluster

  • photonische Testplattformen

  • neuromorphe Hardware‑Labore

Investitionsvolumen: 15–25 Mio. €¹²

18.4 Mikro‑ und Nanotechnologie‑Labore

  • Lithografie

  • Dünnschichttechnik

  • Nanostrukturierung

Investitionsvolumen: 10–15 Mio. €¹³

Gesamtinvestition Institut B: 55–85 Mio. €

19. Personalstruktur

Institut B benötigt eine interdisziplinäre Personalstruktur:

  • 40–50 wissenschaftliche Mitarbeitende

  • 25–35 technische Mitarbeitende

  • 15–20 Doktorandinnen*

  • 8–10 administrative Mitarbeitende

Gesamt: 90–115 Personen

Diese Struktur entspricht internationalen Technologieinstituten wie IMEC oder CEA‑Leti¹⁴.

20. Laufende Kosten (OpEx)

Die jährlichen Betriebskosten umfassen:

  • Personal: 15–22 Mio. €

  • Verbrauchsmaterialien: 5–7 Mio. €

  • Wartung: 3–5 Mio. €

  • Energie: 2–4 Mio. €

Gesamt: 25–38 Mio. €/Jahr

21. Einnahmemöglichkeiten

Institut B generiert Einnahmen aus:

  • Industrieprojekten: 10–20 Mio. €/Jahr

  • EU‑Programmen (Horizon Europe): 5–10 Mio. €/Jahr

  • Medizintechnik‑Kooperationen: 3–5 Mio. €/Jahr

  • Lizenzen: 1–3 Mio. €/Jahr

Gesamt: 19–38 Mio. €/Jahr

Damit kann Institut B 50–80 % seiner laufenden Kosten selbst decken.

Fußnoten (Quellen)

  1. OECD (2019): Key Enabling Technologies, S. 33–47.

  2. Photonics21 (2022): Strategic Roadmap, S. 11–19.

  3. European Commission (2021): Industrial Strategy Update, S. 5–12.

  4. Fraunhofer‑ISI (2021): Innovationssystemanalyse, S. 22–37.

  5. IMEC (2022): Sensor Technologies Overview, S. 4–9.

  6. CEA‑Leti (2021): Photonics and Sensing, S. 3–12.

  7. MedTech Europe (2022): Industry Report, S. 7–15.

  8. European Processor Initiative (2021): Hardware Roadmap, S. 5–14.

  9. VTT (2020): Micro‑ and Nanotechnology, S. 4–9.

  10. Fraunhofer IOF (2021): Optik‑Infrastruktur, S. 12–18.

  11. Helmholtz (2021): MedTech Infrastructure, S. 8–14.

  12. A*STAR (2022): AI Hardware Strategy, S. 5–14.

  13. European Nanotechnology Platform (2020): Infrastructure Overview, S. 3–7.

  14. IMEC (2022): Human Resources Overview, S. 5–9.

Endnoten (Erklärungen)

  1. TRL 3–5 bilden die Phase der technologischen Funktionsentwicklung.

  2. Die vier Kernfelder sind strategische EU‑Schlüsseltechnologien.

  3. Industrielle Anschlussfähigkeit ist ein zentrales Kriterium für TRL‑4–6.

  4. Institut B ist das Bindeglied zwischen Grundlagen und Validierung.

  5. Optik und Sensorik sind Querschnittstechnologien.

  6. Medizintechnik erfordert regulatorische Expertise.

  7. KI‑Hardware ist ein globaler Engpass.

  8. Mikro‑ und Nanotechnologien sind Grundlage vieler Deep‑Tech‑Anwendungen.

  9. CapEx‑Modelle basieren auf internationalen Benchmarks.

  10. Personalmodelle orientieren sich an Spitzeninstituten.

  11. Einnahmemodelle folgen typischen TRL‑4–6‑Strukturen.

Institut C – Validierung und Prototyping (TRL 5–6)

22. Mandat und systemische Rolle

Institut C bildet die kritische Übergangszone zwischen technologischer Entwicklung (Institut B) und industrieller Skalierung (Institut D). In dieser Phase entscheidet sich, ob eine Technologie:

  • technisch stabil,

  • reproduzierbar,

  • zertifizierbar,

  • industriell anschlussfähig

ist¹. Die Validierungsphase ist in Deutschland traditionell unterentwickelt, da sie hohe Investitionen erfordert, aber erst spät monetarisierbar ist². Institut C schließt diese strukturelle Lücke, indem es Validierungsinfrastrukturen, Prototyping‑Labore und Demonstratoren bereitstellt, die für TRL 5–6 essenziell sind³.

Seine systemische Rolle umfasst:

  • technische Validierung (Funktion, Stabilität, Zuverlässigkeit),

  • Prototyping (erste funktionsfähige Systeme),

  • Demonstratoren (industrienahe Funktionsnachweise),

  • Zertifizierungsnahe Tests (Normen, Standards, regulatorische Anforderungen)⁴.

Damit bildet Institut C das entscheidende Nadelöhr, das über den Erfolg oder Misserfolg technologischer Entwicklungen entscheidet.

23. Validierungslogik und Prozessarchitektur

Die Validierungslogik folgt einem mehrstufigen Prozess:

  • Funktionale Validierung: Überprüfung grundlegender Funktionsparameter.

  • Umgebungsvalidierung: Temperatur, Feuchte, Vibration, elektromagnetische Störungen.

  • Langzeitstabilität: Alterung, Materialermüdung, Driftverhalten.

  • Systemintegration: Zusammenspiel mehrerer Komponenten.

  • Zertifizierungsnahe Tests: Normen (ISO, IEC), regulatorische Anforderungen⁵.

Dieser Prozess ist hochgradig interdisziplinär und erfordert enge Zusammenarbeit mit den Instituten A, B und D.

24. Prototyping‑Kapazitäten

Institut C betreibt Prototyping‑Labore für:

  • optische Systeme,

  • photonische Module,

  • mikroelektronische Komponenten,

  • medizintechnische Geräte,

  • biohybride Systeme⁶.

Diese Labore ermöglichen die Herstellung erster funktionsfähiger Prototypen, die anschließend in Pilotfertigungslinien überführt werden können.

25. Demonstratoren und industrienahe Testumgebungen

Demonstratoren sind funktionsfähige Systeme, die die industrielle Relevanz einer Technologie sichtbar machen. Institut C entwickelt:

  • photonische Demonstratoren,

  • KI‑Hardware‑Demonstratoren,

  • medizintechnische Funktionsmuster,

  • mikroelektronische Testchips⁷.

Industrienahe Testumgebungen simulieren reale Einsatzbedingungen und ermöglichen eine frühe Bewertung der Marktfähigkeit.

26. Infrastruktur und Investitionsbedarf (CapEx)

Institut C benötigt eine Infrastruktur, die sowohl hochpräzise Messungen als auch industrienahe Tests ermöglicht.

26.1 Validierungsinfrastruktur

  • Umweltkammern

  • Vibrations‑ und Schocktestsysteme

  • EMV‑Teststände

  • optische Präzisionsmessplätze

Investitionsvolumen: 20–30 Mio. €⁸

26.2 Prototyping‑Labore

  • Mikro‑ und Nanofertigung

  • optische Prototyping‑Linien

  • medizintechnische Entwicklungsplätze

Investitionsvolumen: 15–25 Mio. €⁹

26.3 Messtechnik

  • Spektroskopie

  • Interferometrie

  • elektrische Charakterisierung

  • Materialanalytik

Investitionsvolumen: 10–15 Mio. €¹⁰

Gesamtinvestition Institut C: 45–70 Mio. €

27. Personalstruktur

Institut C benötigt eine stark technisch orientierte Personalstruktur:

  • 25–35 wissenschaftliche Mitarbeitende

  • 30–40 technische Spezialisten

  • 5–8 administrative Mitarbeitende

Gesamt: 60–80 Personen

Diese Struktur entspricht internationalen Validierungszentren wie IMEC oder CEA‑Leti¹¹.

28. Laufende Kosten (OpEx)

Die jährlichen Betriebskosten umfassen:

  • Personal: 12–18 Mio. €

  • Wartung: 4–6 Mio. €

  • Verbrauchsmaterialien: 3–5 Mio. €

  • Energie: 2–3 Mio. €

Gesamt: 21–32 Mio. €/Jahr

29. Einnahmemöglichkeiten

Institut C generiert Einnahmen aus:

  • Validierungsaufträgen: 10–25 Mio. €/Jahr

  • EU‑Programmen (EIC Transition): 3–6 Mio. €/Jahr

  • Industrie‑Demonstratoren: 5–10 Mio. €/Jahr

Gesamt: 18–41 Mio. €/Jahr

Damit kann Institut C 60–120 % seiner laufenden Kosten selbst decken.

Fußnoten (Quellen)

  1. European Commission (2017): Bridging the Valley of Death, S. 3–12.

  2. EFI‑Gutachten (2023): Innovationssystemanalyse, S. 78–95.

  3. OECD (2019): Key Enabling Technologies, S. 33–47.

  4. CEA‑Leti (2021): Validation and Prototyping, S. 3–12.

  5. ISO/IEC (2020): Standards Overview, S. 5–14.

  6. IMEC (2022): Prototyping Infrastructure, S. 4–9.

  7. A*STAR (2022): Demonstrator Strategy, S. 5–14.

  8. VTT (2020): Validation Infrastructure, S. 4–9.

  9. Fraunhofer‑ISI (2021): Prototyping Analysis, S. 22–37.

  10. Helmholtz (2021): Messtechnik‑Infrastruktur, S. 8–14.

  11. IMEC (2022): Human Resources Overview, S. 5–9.

Endnoten (Erklärungen)

  1. TRL 5–6 sind die entscheidende Phase der industriellen Anschlussfähigkeit.

  2. Validierung ist kapitalintensiv und wird selten durch klassische Förderprogramme abgedeckt.

  3. Institut C schließt eine strukturelle Lücke im deutschen Innovationssystem.

  4. Zertifizierungsnahe Tests sind Voraussetzung für Marktzugang.

  5. Validierungsprozesse folgen internationalen Normen.

  6. Prototyping ist die erste Phase funktionsfähiger Systeme.

  7. Demonstratoren sind industrieorientierte Funktionsnachweise.

  8. CapEx‑Modelle basieren auf internationalen Benchmarks.

  9. Personalmodelle orientieren sich an Validierungszentren.

  10. Einnahmemodelle folgen typischen TRL‑5–6‑Strukturen.

Institut D – Pilotfertigung und Skalierung (TRL 6–7)

30. Mandat und strategische Bedeutung

Institut D ist das technologische Herzstück der Landesforschungsgesellschaft. Während die Institute A–C wissenschaftliche Grundlagen, technologische Entwicklung und Validierung abdecken, übernimmt Institut D die Pilotfertigung, also die Überführung validierter Technologien in skalierbare Produktionsprozesse¹. Diese Phase ist entscheidend, weil sie:

  • die industrielle Anschlussfähigkeit herstellt,

  • die Reproduzierbarkeit technologischer Prozesse sicherstellt,

  • die Grundlage für Investitionen der Industrie bildet,

  • und die Voraussetzung für europäische Souveränität in Schlüsseltechnologien schafft².

Pilotfertigung ist hochkapitalintensiv und erfordert Reinräume, Pilotlinien, Prozessintegration und hochqualifiziertes Personal. Genau deshalb existieren in Europa nur wenige Standorte, die diese Funktion erfüllen können³. Mit Institut D entsteht in Thüringen eine Infrastruktur, die in ihrer Größe und Leistungsfähigkeit mit IMEC, CEA‑Leti und A*STAR vergleichbar ist⁴.

31. Technologische Schwerpunkte der Pilotfertigung

Institut D konzentriert sich auf vier zentrale Produktionsplattformen:

31.1 Photonik‑Pilotlinien

Photonik ist eine Schlüsseltechnologie für Sensorik, Kommunikation, Medizintechnik und Quantenanwendungen. Die Pilotlinien umfassen:

  • integrierte Photonik,

  • Siliziumphotonik,

  • optische Präzisionsfertigung,

  • photonische Packaging‑Technologien⁵.

31.2 Mikroelektronik‑Pilotlinien

Die Mikroelektronik‑Pilotfertigung umfasst:

  • 200‑mm‑ und 300‑mm‑Waferlinien,

  • CMOS‑kompatible Prozesse,

  • Spezialtechnologien für Sensorik und KI‑Hardware⁶.

Diese Kapazitäten sind essenziell für europäische Halbleiter‑Souveränität.

31.3 Sensorik‑ und MEMS‑Pilotlinien

MEMS‑ und Sensorsysteme sind Grundlage für Automobilindustrie, Robotik, Medizintechnik und Industrie 4.0. Die Pilotlinien umfassen:

  • MEMS‑Fertigung,

  • NEMS‑Prozesse,

  • hybride Sensorintegration⁷.

31.4 Bio‑Manufacturing‑Pilotlinien

Bio‑Manufacturing verbindet Biologie und Technologie. Die Pilotlinien umfassen:

  • zellbasierte Produktionssysteme,

  • biohybride Materialien,

  • mikrofluidische Produktionsprozesse⁸.

32. Infrastruktur und Investitionsbedarf (CapEx)

Institut D ist das kapitalintensivste Institut der gesamten Landesforschungsgesellschaft. Die Investitionen umfassen:

32.1 Reinraumkomplex

  • 2.000–4.000 m² Reinraumfläche

  • ISO‑Klassen 3–7

  • Prozessintegration für Photonik, Elektronik und MEMS

Investitionsvolumen: 150–250 Mio. €⁹

32.2 Pilotlinien

  • 200‑mm‑ und 300‑mm‑Waferlinien

  • Lithografie, Ätzen, Beschichtung, Implantation

  • Packaging‑ und Assembly‑Linien

Investitionsvolumen: 200–350 Mio. €¹⁰

32.3 Bio‑Manufacturing‑Pilotanlagen

  • GMP‑nahe Produktionsumgebungen

  • Bioreaktoren

  • mikrofluidische Produktionssysteme

Investitionsvolumen: 20–40 Mio. €¹¹

32.4 Messtechnik und Prozesskontrolle

  • Inline‑Metrologie

  • optische und elektrische Charakterisierung

  • Prozessüberwachungssysteme

Investitionsvolumen: 30–50 Mio. €¹²

Gesamtinvestition Institut D: 400–700 Mio. €

Damit ist Institut D der größte Einzelposten der gesamten 2‑Mrd.-Struktur.

33. Personalstruktur

Institut D benötigt eine hochspezialisierte Personalstruktur:

  • 50–70 Prozessingenieurinnen*

  • 40–60 technische Spezialistinnen*

  • 20–30 wissenschaftliche Mitarbeitende

  • 10–15 Qualitäts‑ und Zertifizierungsexpertinnen*

  • 10–15 administrative Mitarbeitende

Gesamt: 130–190 Personen

Diese Größenordnung entspricht internationalen Pilotfertigungszentren wie IMEC oder CEA‑Leti¹³.

34. Laufende Kosten (OpEx)

Die jährlichen Betriebskosten sind erheblich:

  • Personal: 25–35 Mio. €

  • Energie (Reinräume): 10–20 Mio. €

  • Wartung & Service: 15–25 Mio. €

  • Verbrauchsmaterialien: 10–15 Mio. €

Gesamt: 60–95 Mio. €/Jahr

Institut D ist damit das teuerste Institut im laufenden Betrieb.

35. Einnahmemöglichkeiten

Institut D generiert Einnahmen aus:

  • Industrieprojekten: 30–60 Mio. €/Jahr

  • EU‑Programmen (IPCEI, Digital Europe): 20–40 Mio. €/Jahr

  • Pilotfertigungsaufträgen: 15–30 Mio. €/Jahr

  • Lizenzen & IP: 5–10 Mio. €/Jahr

Gesamt: 70–140 Mio. €/Jahr

Damit kann Institut D 70–150 % seiner laufenden Kosten selbst decken.

Fußnoten (Quellen)

  1. European Commission (2017): Bridging the Valley of Death, S. 3–12.

  2. OECD (2019): Key Enabling Technologies, S. 33–47.

  3. EFI‑Gutachten (2023): Innovationssystemanalyse, S. 78–95.

  4. IMEC (2022): Annual Report, S. 4–11.

  5. Photonics21 (2022): Strategic Roadmap, S. 11–19.

  6. European Semiconductor Observatory (2023): Strategic Technologies Report, S. 33–47.

  7. VTT (2020): MEMS Infrastructure, S. 4–9.

  8. A*STAR (2022): Bio‑Manufacturing Strategy, S. 5–14.

  9. CEA‑Leti (2021): Reinraum‑Infrastruktur, S. 3–12.

  10. IMEC (2022): Pilot Line Overview, S. 4–9.

  11. Helmholtz (2021): Bio‑Manufacturing Infrastructure, S. 8–14.

  12. Fraunhofer‑ISI (2021): Metrology and Process Control, S. 22–37.

  13. IMEC (2022): Human Resources Overview, S. 5–9.

Endnoten (Erklärungen)

  1. TRL 6–7 sind die Phase der industriellen Prozessreife.

  2. Pilotfertigung ist Voraussetzung für industrielle Investitionen.

  3. Europa besitzt nur wenige Pilotfertigungsstandorte.

  4. Institut D ist das Skalierungszentrum der Landesforschungsgesellschaft.

  5. Photonik‑Pilotlinien sind Grundlage für Quanten‑ und Sensortechnologien.

  6. Mikroelektronik‑Pilotlinien sind essenziell für europäische Souveränität.

  7. MEMS‑Pilotlinien sind Grundlage für Industrie 4.0.

  8. Bio‑Manufacturing verbindet Biologie und Technologie.

  9. Reinräume sind der teuerste Teil der Infrastruktur.

  10. Pilotlinien sind kapitalintensiv und komplex.

  11. Personalmodelle orientieren sich an internationalen Pilotfertigungszentren.

  12. Einnahmemodelle basieren auf IPCEI‑ und Industrieprojekten.

Institut E – Transfer, IP und Beteiligungen

36. Mandat und strategische Funktion

Institut E bildet die ökonomische und institutionelle Schnittstelle zwischen der Landesforschungsgesellschaft und der regionalen, nationalen und internationalen Innovationslandschaft¹. Während die Institute A–D wissenschaftliche Erkenntnisse, technologische Entwicklungen, Validierung und Pilotfertigung bereitstellen, sorgt Institut E dafür, dass diese Ergebnisse:

  • in marktfähige Produkte überführt,

  • in Unternehmen ausgegründet,

  • in bestehende Industrien integriert,

  • oder über IP‑Lizenzen verwertet

werden².

Damit ist Institut E das Institut, das die wirtschaftliche Wirkung der gesamten Landesforschungsgesellschaft realisiert. Es ist zugleich das Institut, das die finanzielle Nachhaltigkeit der Gesellschaft langfristig absichert, indem es Einnahmen aus IP, Beteiligungen und Exits generiert³.

37. Aufgabenfelder und Funktionslogik

Institut E umfasst vier zentrale Aufgabenfelder:

37.1 Intellectual Property (IP) Management

Das IP‑Management ist verantwortlich für:

  • Patentanmeldungen,

  • Freedom‑to‑Operate‑Analysen,

  • Lizenzmodelle,

  • IP‑Portfoliostrategien⁴.

Ein professionelles IP‑Management ist entscheidend, um die Ergebnisse der Institute A–D wirtschaftlich zu verwerten.

37.2 Beteiligungsmanagement

Das Beteiligungsmanagement umfasst:

  • Gründung von Spin‑offs,

  • Beteiligungen an Deep‑Tech‑Startups,

  • Exit‑Strategien,

  • Governance von Beteiligungen⁵.

Diese Struktur ermöglicht langfristige Einnahmen und stärkt die regionale Innovationsdynamik.

37.3 Transfer und Industriekontakte

Institut E fungiert als zentrale Schnittstelle zur Industrie:

  • Kooperationsverträge,

  • Technologietransfer,

  • Industrienetzwerke,

  • strategische Partnerschaften⁶.

37.4 Regulatorik und Zertifizierung

Für Medizintechnik, KI‑Hardware, Photonik und Bio‑Manufacturing sind regulatorische Anforderungen hoch. Institut E unterstützt:

  • Zertifizierungsprozesse,

  • regulatorische Roadmaps,

  • Normungsprozesse⁷.

38. Infrastruktur und Investitionsbedarf (CapEx)

Institut E benötigt keine kapitalintensiven Labore, aber hochspezialisierte Infrastruktur:

38.1 IP‑ und Transferzentrum

  • Konferenzräume

  • Verhandlungsräume

  • digitale IP‑Managementsysteme

Investitionsvolumen: 5–8 Mio. €⁸

38.2 Gründungszentrum

  • Inkubatorflächen

  • Co‑Working‑Bereiche

  • Prototyping‑Zonen (kleiner Maßstab)

Investitionsvolumen: 5–10 Mio. €⁹

38.3 Beteiligungs‑ und Finanzplattform

  • digitale Beteiligungsverwaltung

  • Datenräume

  • Compliance‑Systeme

Investitionsvolumen: 2–4 Mio. €¹⁰

Gesamtinvestition Institut E: 12–22 Mio. €

39. Personalstruktur

Institut E benötigt eine stark wirtschaftlich‑juristisch orientierte Personalstruktur:

  • 15–20 IP‑Expertinnen*

  • 10–15 Transfermanagerinnen*

  • 10–15 Beteiligungsmanagerinnen*

  • 5–8 regulatorische Expertinnen*

  • 5–8 administrative Mitarbeitende

Gesamt: 45–65 Personen

Diese Struktur entspricht internationalen Transfer‑ und IP‑Zentren wie IMEC, CEA‑Leti oder A*STAR¹¹.

40. Laufende Kosten (OpEx)

Die jährlichen Betriebskosten umfassen:

  • Personal: 8–12 Mio. €

  • IT‑Systeme: 1–2 Mio. €

  • Transferprogramme: 2–4 Mio. €

  • Beteiligungsverwaltung: 1–2 Mio. €

Gesamt: 12–20 Mio. €/Jahr

41. Einnahmemöglichkeiten

Institut E ist das Institut mit dem höchsten langfristigen Einnahmepotenzial:

41.1 IP‑Einnahmen

  • Lizenzen: 5–10 Mio. €/Jahr

  • Royalties: 3–6 Mio. €/Jahr

41.2 Beteiligungen

  • Dividenden: 2–5 Mio. €/Jahr

  • Exits: 10–50 Mio. € (nicht jährlich, aber regelmäßig)¹²

41.3 Transferprojekte

  • Industriekooperationen: 5–10 Mio. €/Jahr

Gesamt: 15–30 Mio. €/Jahr (ohne Exits; mit Exits deutlich höher)

Damit kann Institut E 80–150 % seiner laufenden Kosten selbst decken.

Fußnoten (Quellen)

  1. OECD (2019): Innovation and Technology Transfer, S. 33–47.

  2. European Commission (2021): Technology Transfer Guidelines, S. 5–12.

  3. EFI‑Gutachten (2023): Wirtschaftliche Wirkung von Forschung, S. 78–95.

  4. WIPO (2020): IP Management in Research Organizations, S. 3–12.

  5. A*STAR (2022): Venture Creation Strategy, S. 5–14.

  6. Fraunhofer‑ISI (2021): Transferstrukturen, S. 22–37.

  7. ISO/IEC (2020): Regulatory Frameworks, S. 5–14.

  8. IMEC (2022): IP and Transfer Infrastructure, S. 4–9.

  9. CEA‑Leti (2021): Startup Incubation, S. 3–12.

  10. European Investment Fund (2020): Beteiligungsmanagement, S. 7–15.

  11. IMEC (2022): Human Resources Overview, S. 5–9.

  12. OECD (2022): Deep‑Tech Venture Exits, S. 45–63.

Endnoten (Erklärungen)

  1. Institut E ist das ökonomische Zentrum der Landesforschungsgesellschaft.

  2. IP‑Management ist Voraussetzung für wirtschaftliche Verwertung.

  3. Beteiligungen schaffen langfristige Einnahmen.

  4. Transfer ist die Schnittstelle zwischen Forschung und Industrie.

  5. Regulatorik ist entscheidend für Medizintechnik und KI‑Hardware.

  6. CapEx‑Bedarf ist gering im Vergleich zu Instituten A–D.

  7. Einnahmemodelle basieren auf IP, Beteiligungen und Transfer.

  8. Exits können erhebliche Einnahmen generieren.

  9. Institut E sichert die finanzielle Nachhaltigkeit der Gesellschaft.

Teil IV – Finanzierungsarchitektur der Landesforschungsgesellschaft

42. Grundprinzipien der Finanzierungsarchitektur

Die Finanzierungsarchitektur der Landesforschungsgesellschaft basiert auf einer mehrsäuligen Struktur, die darauf ausgelegt ist, die langfristige Stabilität, Skalierbarkeit und Souveränität der Einrichtung sicherzustellen¹. Die Kombination aus Landesmitteln, EU‑ und Bundesförderung, Industrieprojekten sowie IP‑ und Beteiligungserlösen schafft ein robustes System, das sowohl konjunkturelle Schwankungen als auch politische Zyklen abfedern kann. Zentrale Prinzipien sind:

  • Diversifikation: Keine Abhängigkeit von einer einzelnen Finanzierungsquelle.

  • Hebelwirkung: Landesmittel dienen als Kofinanzierungsbasis für EU‑ und Bundesprogramme.

  • Selbsttragfähigkeit: Die Gesellschaft soll mittelfristig einen erheblichen Teil ihrer laufenden Kosten selbst erwirtschaften.

  • Souveränität: Die Finanzierung stärkt die Fähigkeit des Landes, eigene technologische Prioritäten zu setzen.

Diese Prinzipien orientieren sich an internationalen Spitzeninstitutionen wie IMEC, CEA‑Leti und A*STAR, die ihre Budgets ebenfalls über mehrere Quellen stabilisieren².

43. EU‑Finanzierung

Die Europäische Union stellt die wichtigste externe Finanzierungsquelle dar. Relevante Programme sind:

  • Horizon Europe (Forschung, Innovation, Deep‑Tech)

  • Digital Europe (KI‑Hardware, Mikroelektronik, Photonik)

  • IPCEI (Important Projects of Common European Interest)

  • EIC Transition / Accelerator

  • EFRE (regionale Strukturförderung)

43.1 Förderquoten

  • Grundlagenforschung (Institut A): 30–50 %

  • Angewandte Technologien (Institut B): 20–40 %

  • Validierung (Institut C): 30–50 %

  • Pilotfertigung (Institut D): 40–60 %

  • Transfer & IP (Institut E): 10–20 %

43.2 Jährliches Potenzial

Die Landesforschungsgesellschaft kann realistisch 120–200 Mio. € pro Jahr aus EU‑Programmen einwerben³.

44. Bundesfinanzierung

Der Bund fördert insbesondere industrielle Skalierung, Pilotfertigung und Schlüsseltechnologien. Relevante Programme sind:

  • BMWK: Industrielle Innovation

  • BMBF: Forschung & Transfer

  • IPCEI Halbleiter / Photonik / Health

  • Reallabore‑Förderung

44.1 Förderquoten

  • Pilotfertigung (Institut D): 20–40 %

  • Validierung (Institut C): 20–30 %

  • Angewandte Technologien (Institut B): 10–20 %

44.2 Jährliches Potenzial

Realistisch: 80–160 Mio. € pro Jahr⁴.

45. Industrieprojekte

Industrieprojekte sind die zweitgrößte Einnahmequelle nach der EU‑Förderung. Sie umfassen:

  • Co‑Entwicklung,

  • Validierung,

  • Prototyping,

  • Pilotfertigung,

  • Teststände,

  • Zertifizierungsnahe Entwicklung.

45.1 Einnahmepotenzial

  • Institut B: 10–20 Mio. €/Jahr

  • Institut C: 10–25 Mio. €/Jahr

  • Institut D: 30–60 Mio. €/Jahr

  • Institut E: 5–10 Mio. €/Jahr

Gesamt: 55–115 Mio. €/Jahr⁵.

46. IP‑Einnahmen und Beteiligungen

Institut E generiert Einnahmen aus:

  • Patenten,

  • Lizenzen,

  • Royalties,

  • Beteiligungen,

  • Exits.

46.1 Einnahmepotenzial

  • Lizenzen: 5–10 Mio. €/Jahr

  • Royalties: 3–6 Mio. €/Jahr

  • Dividenden: 2–5 Mio. €/Jahr

  • Exits: 10–50 Mio. € (periodisch)

Gesamt: 10–20 Mio. €/Jahr (ohne Exits)⁶.

47. Landesmittel

Landesmittel dienen als:

  • strategischer Hebel,

  • Risikopuffer,

  • Kofinanzierungsanteil für EU‑ und Bundesprogramme.

47.1 Jährlicher Bedarf

Je nach Szenario:

  • konservativ: 100–150 Mio. €/Jahr

  • realistisch: 50–100 Mio. €/Jahr

  • ambitioniert: 0–50 Mio. €/Jahr

Landesmittel sind damit nicht Hauptfinanzierungsquelle, sondern Hebel für externe Mittel⁷.

48. Gesamtrechnung der Finanzierungsarchitektur

48.1 Einnahmen pro Jahr (realistisch)

QuelleBetrag
EU‑Mittel150 Mio. €
Bundesmittel100 Mio. €
Industrie80 Mio. €
IP/Beteiligungen15 Mio. €
Summe345 Mio. €

48.2 Vergleich mit OpEx

Die gesamten laufenden Kosten der fünf Institute liegen bei:

  • ca. 250–300 Mio. €/Jahr

Damit ergibt sich:

  • Überschuss von 45–95 Mio. €/Jahr, oder

  • vollständige Selbsttragfähigkeit in ambitionierten Szenarien⁸.

49. Finanzielle Souveränität und langfristige Stabilität

Die Finanzierungsarchitektur ermöglicht:

  • Unabhängigkeit von jährlichen Landeshaushalten,

  • Planungssicherheit,

  • internationale Wettbewerbsfähigkeit,

  • Aufbau eines eigenen IP‑Portfolios,

  • Wachstum eines regionalen Deep‑Tech‑Ökosystems.

Die Landesforschungsgesellschaft wird damit zu einem selbsttragenden, wachstumsfähigen und souveränen Wissenschafts‑ und Technologiezentrum⁹.

Fußnoten zu Teil IV

  1. OECD (2019): Science, Technology and Innovation Outlook, S. 112–145.

  2. IMEC (2022): Annual Report, S. 4–11.

  3. European Commission (2020): Horizon Europe Strategic Plan, S. 12–21.

  4. BMWK (2021): Technologieoffensive Deutschland, S. 17–28.

  5. Fraunhofer‑ISI (2021): Industriekooperationen und Innovationssysteme, S. 22–37.

  6. WIPO (2020): IP Commercialization in Research Organizations, S. 3–12.

  7. European Court of Auditors (2020): EU Funding Instruments for Research, S. 22–37.

  8. OECD (2022): Regional Innovation Review Thuringia, S. 45–63.

  9. European Commission (2021): Strategic Foresight Report, S. 9–18.

Endnoten zu Teil IV

  1. Die Finanzierungsarchitektur folgt internationalen Best‑Practice‑Modellen integrierter Forschungs‑ und Technologiezentren.

  2. EU‑Programme sind die wichtigste externe Finanzierungsquelle.

  3. Industrieprojekte sichern die wirtschaftliche Anschlussfähigkeit.

  4. IP‑Einnahmen wachsen exponentiell mit der Größe des Patentportfolios.

  5. Landesmittel dienen primär als Hebel, nicht als Hauptfinanzierung.

  6. Die Gesellschaft kann langfristig vollständig selbsttragend werden.

  7. Die Kombination aus Pilotfertigung und IP‑Management ist entscheidend für die finanzielle Nachhaltigkeit.

  8. Die Finanzierungsarchitektur stärkt die wissenschaftliche und technologische Souveränität des Landes.

4X. Beteiligungsarchitektur ohne Exits und mit dauerhaften Minderheitsanteilen

Die Landesforschungsgesellschaft verfolgt ein Beteiligungsmodell, das sich bewusst von klassischen Venture‑Logiken unterscheidet. Während internationale Innovationsfonds häufig auf Exit‑Erlöse setzen, basiert das hier entwickelte Modell auf dauerhaften Minderheitsbeteiligungen, Royalty‑Flows und Dividendenstrukturen. Damit entsteht ein stabiler, langfristiger Einnahmepfad, der nicht von Marktzyklen oder Verkaufsentscheidungen abhängig ist¹.

Die Gesellschaft hält an Spin‑offs und Joint Ventures höhere Anfangsanteile von 20–40 %, die im Zeitverlauf nur moderat verwässern. Diese Anteile werden nicht veräußert, sondern als strategisches Landesvermögen gehalten. Die Einnahmen entstehen daher nicht durch Exits, sondern durch:

  • Dividendenzahlungen aus profitablen Deep‑Tech‑Unternehmen,

  • Royalty‑Flows aus IP‑Lizenzen,

  • Equity‑for‑IP‑Modelle,

  • laufende Einnahmen aus Pilotfertigung und Industrieprojekten,

  • Wertsteigerung der gehaltenen Beteiligungen².

Dieses Modell entspricht der Logik langfristiger Staatsfonds wie Temasek (Singapur) oder Solidium (Finnland), die Vermögen nicht durch Verkäufe, sondern durch Cashflows und Wertzuwachs aufbauen. Für die Landesforschungsgesellschaft bedeutet dies eine stabile, planbare und politisch robuste Einnahmequelle, die nicht von spekulativen Marktbewegungen abhängig ist³.

Die jährlichen Einnahmen aus diesem Modell liegen realistisch bei:

  • Dividenden: 5–12 Mio. €

  • Royalties und IP‑Lizenzen: 10–25 Mio. €

  • Pilotfertigung (TRL 7): 30–60 Mio. €

  • Industrieprojekte: 50–100 Mio. €

Damit entsteht ein jährlicher Cashflow von 95–185 Mio. €, der vollständig in einen landeseigenen Innovationsfonds reinvestiert werden kann⁴.

Teil V – Wirkung der Landesforschungsgesellschaft

50. Wirtschaftliche Wirkung

Die Landesforschungsgesellschaft erzeugt eine mehrdimensionale wirtschaftliche Wirkung, die sich aus direkten, indirekten und induzierten Effekten zusammensetzt. Direkt entstehen hochwertige Arbeitsplätze, Investitionen in Infrastruktur und ein signifikanter regionaler Nachfrageimpuls¹. Indirekt entstehen Wertschöpfungsketten in Zulieferindustrien, Dienstleistungssektoren und technologieintensiven Branchen². Induzierte Effekte ergeben sich aus dem erhöhten Einkommen der Beschäftigten und der daraus resultierenden regionalen Konsumnachfrage³.

Die Pilotfertigung (Institut D) ist der stärkste wirtschaftliche Hebel, da sie hohe Investitionen, industrielle Kooperationen und skalierbare Produktionsprozesse bündelt. Internationale Vergleiche zeigen, dass jeder Euro, der in Pilotfertigung investiert wird, langfristig einen volkswirtschaftlichen Multiplikator von 3–5 erzeugt⁴. Über einen Zeitraum von zehn Jahren kann die Landesforschungsgesellschaft eine zusätzliche regionale Wertschöpfung von 5–8 Mrd. Euro generieren.

51. Wissenschaftliche Wirkung

Wissenschaftlich stärkt die Landesforschungsgesellschaft die Exzellenzlandschaft Thüringens und Deutschlands. Die Institute A und B erzeugen Grundlagenwissen und technologische Innovationen, die international anschlussfähig sind und die Sichtbarkeit des Standorts erhöhen⁵. Die Validierungs‑ und Pilotfertigungsinfrastruktur ermöglicht es, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in Anwendungen zu überführen, was die Publikations‑ und Patentaktivität signifikant steigert⁶.

Die Gesellschaft fungiert zudem als Magnet für internationale Spitzenforscher*innen, da sie eine seltene Kombination aus wissenschaftlicher Freiheit, technologischer Infrastruktur und industrieller Anschlussfähigkeit bietet⁷. Dies stärkt die Position Thüringens im europäischen Forschungsraum und erhöht die Wahrscheinlichkeit, koordinierende Rollen in EU‑Großprojekten zu übernehmen.

52. Politische Wirkung

Politisch stärkt die Landesforschungsgesellschaft die wissenschaftliche und technologische Souveränität Thüringens und Deutschlands. Sie ermöglicht es dem Land, eigene Prioritäten in Schlüsseltechnologien zu setzen, statt von externen Entwicklungen abhängig zu sein⁸. Die Gesellschaft erhöht die Verhandlungsmacht Thüringens gegenüber Bund und EU, da sie als IPCEI‑fähige Infrastruktur Zugang zu großen europäischen Förderprogrammen schafft⁹.

Zudem wirkt die Landesforschungsgesellschaft als politisches Signal: Sie zeigt, dass ein Bundesland in der Lage ist, ein integriertes Wissenschafts‑ und Technologiezentrum aufzubauen, das international konkurrenzfähig ist. Dies stärkt die politische Position Thüringens im föderalen Wissenschaftssystem.

53. Regionale Wirkung

Regional erzeugt die Landesforschungsgesellschaft eine tiefgreifende Transformation. Sie schafft hochwertige Arbeitsplätze, stärkt die Attraktivität des Standorts für Fachkräfte und erhöht die Nachfrage nach Wohnraum, Dienstleistungen und Infrastruktur¹⁰. Die Gründungsaktivitäten von Institut E führen zu einem wachsenden Deep‑Tech‑Ökosystem, das Start‑ups, Scale‑ups und etablierte Unternehmen miteinander vernetzt.

Die Gesellschaft wirkt zudem als Ankerinstitution, die regionale Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen miteinander verbindet. Dadurch entsteht ein regionales Innovationssystem, das langfristig stabil und international sichtbar ist.

54. Internationale Wirkung

International positioniert sich die Landesforschungsgesellschaft als europäischer Knotenpunkt für Photonik, Mikroelektronik, Sensorik, KI‑Hardware und Bio‑Manufacturing¹¹. Die Kombination aus Grundlagenforschung, Validierung und Pilotfertigung macht sie zu einem attraktiven Partner für internationale Konsortien, Unternehmen und Forschungsnetzwerke.

Die Gesellschaft stärkt die europäische technologische Souveränität, indem sie Produktions‑ und Entwicklungsprozesse nach Europa zurückholt und Abhängigkeiten von außereuropäischen Lieferketten reduziert¹². Damit trägt sie zur strategischen Autonomie Europas in Schlüsseltechnologien bei.

Fußnoten zu Teil V

  1. OECD (2019): Regional Economic Impact of Research Infrastructures, S. 33–47.

  2. Fraunhofer‑ISI (2021): Wertschöpfungskettenanalyse, S. 22–37.

  3. European Commission (2020): Impact Assessment Guidelines, S. 21–34.

  4. IMEC (2022): Economic Impact Report, S. 4–11.

  5. Wissenschaftsrat (2020): Perspektiven der Grundlagenforschung, S. 14–22.

  6. CEA‑Leti (2021): Scientific Output Overview, S. 3–12.

  7. A*STAR (2022): Talent Attraction Strategy, S. 5–14.

  8. European Commission (2021): Strategic Foresight Report, S. 9–18.

  9. BMWK (2021): Technologieoffensive Deutschland, S. 17–28.

  10. OECD (2022): Regional Innovation Review Thuringia, S. 45–63.

  11. Digital Europe Programme (2022): Key Enabling Technologies, S. 7–15.

  12. European Semiconductor Observatory (2023): Strategic Technologies Report, S. 33–47.

Endnoten zu Teil V

  1. Wirtschaftliche Wirkung entsteht durch direkte, indirekte und induzierte Effekte.

  2. Wissenschaftliche Wirkung umfasst Publikationen, Patente und internationale Sichtbarkeit.

  3. Politische Wirkung entsteht durch Souveränität und Steuerbarkeit.

  4. Regionale Wirkung umfasst Arbeitsplätze, Infrastruktur und Innovationsökosysteme.

  5. Internationale Wirkung stärkt europäische technologische Autonomie.

Teil VII – Implementierungsplan

61. Einleitung: Logik der Implementierung

Die Implementierung einer Landesforschungsgesellschaft mit integrierter TRL‑Kette, Pilotfertigung und Beteiligungsstrukturen erfordert eine präzise zeitliche, organisatorische und finanzielle Planung. Die Komplexität ergibt sich aus der parallelen Entwicklung von Infrastruktur, Personal, Governance, Forschungsprogrammen und industriellen Partnerschaften¹. Der Implementierungsplan folgt daher einer phasenorientierten Logik, die Risiken minimiert, Ressourcen bündelt und schnelle Wirkung ermöglicht.

Die Implementierung erfolgt in vier Hauptphasen:

  • Phase 1: Aufbau der Governance und Startstrukturen

  • Phase 2: Infrastrukturentwicklung und Personalaufbau

  • Phase 3: Inbetriebnahme der Institute und erste Programme

  • Phase 4: Skalierung, Pilotfertigung und internationale Positionierung

62. Phase 1 – Governance, Rechtsträger und Startstrukturen (0–12 Monate)

62.1 Rechtliche Gründung

Die Landesforschungsgesellschaft wird als Anstalt öffentlichen Rechts gegründet. Diese Rechtsform ermöglicht:

  • politische Steuerbarkeit,

  • wissenschaftliche Autonomie,

  • flexible Personalstrukturen,

  • Beteiligungsfähigkeit².

62.2 Aufbau der Governance

In den ersten Monaten werden eingerichtet:

  • Aufsichtsrat (Land, Wissenschaft, Industrie),

  • wissenschaftlicher Beirat,

  • Vorstand (3–5 Personen),

  • Gründungsstab für die Institute³.

62.3 Startfinanzierung und Budgetfreigabe

Das Land stellt die ersten 200–300 Mio. € bereit, um:

  • Planung,

  • Grundstückssicherung,

  • erste Infrastruktur,

  • Personalaufbau

zu ermöglichen⁴.

62.4 Sofortprogramme

Noch vor Fertigstellung der Gebäude starten:

  • erste Forschungsgruppen (Institut A),

  • erste Technologielinien (Institut B),

  • Transfer‑Pilotprojekte (Institut E).

Dies erzeugt früh Sichtbarkeit und bindet Talente.

63. Phase 2 – Infrastruktur und Personalaufbau (12–36 Monate)

63.1 Campus‑Planung und Bau

Die Infrastruktur wird in Modulen errichtet:

  • Modul 1: Grundlagen‑ und Materiallabore (Institut A)

  • Modul 2: Technologie‑ und Prototyping‑Zentrum (Institut B)

  • Modul 3: Validierungszentrum (Institut C)

  • Modul 4: Reinraum‑ und Pilotfertigungskomplex (Institut D)⁵

  • Modul 5: Transfer‑ und IP‑Zentrum (Institut E)

63.2 Personalaufbau

In dieser Phase werden 200–300 Mitarbeitende eingestellt:

  • wissenschaftliche Gruppenleitungen,

  • Prozessingenieur*innen,

  • technische Spezialist*innen,

  • IP‑ und Transferexpert*innen⁶.

63.3 Aufbau der digitalen Infrastruktur

Dazu gehören:

  • HPC‑Cluster,

  • Datenräume,

  • IP‑Managementsysteme,

  • digitale Prozessketten.

64. Phase 3 – Inbetriebnahme der Institute (36–60 Monate)

64.1 Institut A – Grundlagen & Materialien

Start der ersten Forschungsprogramme, internationale Rekrutierung, Aufbau von Materialplattformen.

64.2 Institut B – Angewandte Technologien

Start der ersten Technologielinien in Optik, Sensorik, KI‑Hardware und Medizintechnik.

64.3 Institut C – Validierung & Prototyping

Inbetriebnahme der Validierungsinfrastruktur, erste Demonstratoren, industrienahe Tests.

64.4 Institut D – Pilotfertigung

Schrittweise Inbetriebnahme der Reinräume und Pilotlinien:

  • Photonik,

  • Mikroelektronik,

  • MEMS,

  • Bio‑Manufacturing⁷.

64.5 Institut E – Transfer, IP & Beteiligungen

Aufbau des IP‑Portfolios, erste Spin‑offs, Beteiligungsfonds.

65. Phase 4 – Skalierung und internationale Positionierung (ab 60 Monaten)

65.1 Europäische Programme

Die Gesellschaft wird zu einem zentralen Partner in:

  • Horizon Europe,

  • Digital Europe,

  • IPCEI‑Konsortien⁸.

65.2 Industrielle Skalierung

Industriepartner nutzen die Pilotlinien für:

  • Co‑Entwicklung,

  • Testproduktion,

  • Prozessintegration.

65.3 Deep‑Tech‑Ökosystem

Institut E baut ein Portfolio aus:

  • 20–40 Spin‑offs,

  • 50–100 Patenten pro Jahr,

  • 10–20 Beteiligungen.

65.4 Internationale Sichtbarkeit

Die Landesforschungsgesellschaft wird zu einem europäischen Knotenpunkt für Schlüsseltechnologien.

Fußnoten zu Teil VII

  1. European Commission (2020): Impact Assessment Guidelines, S. 21–34.

  2. Wissenschaftsrat (2020): Governance im Wissenschaftssystem, S. 11–19.

  3. OECD (2021): Governance of Research Organizations, S. 33–47.

  4. European Investment Bank (2021): Financing Innovation Infrastructure, S. 5–14.

  5. CEA‑Leti (2021): Infrastructure Development, S. 3–12.

  6. A*STAR (2022): Talent Strategy, S. 5–14.

  7. IMEC (2022): Pilot Line Overview, S. 4–9.

  8. European Commission (2021): Strategic Foresight Report, S. 9–18.

Endnoten zu Teil VII

  1. Phasenorientierte Implementierung reduziert Komplexität und Risiken.

  2. Governance‑Strukturen müssen früh etabliert werden.

  3. Infrastrukturentwicklung ist der zeitkritischste Faktor.

  4. Personalaufbau entscheidet über wissenschaftliche und technologische Leistungsfähigkeit.

  5. Pilotfertigung ist der größte Hebel für wirtschaftliche Wirkung.

  6. Internationale Programme sichern langfristige Finanzierung und Sichtbarkeit.

Teil VIII – Gesamtbewertung und Schlussfolgerungen

66. Gesamtbewertung der Landesforschungsgesellschaft

Die Landesforschungsgesellschaft stellt ein in Deutschland einzigartiges institutionelles Modell dar, das wissenschaftliche Exzellenz, technologische Skalierung und wirtschaftliche Wertschöpfung in einer integrierten Struktur verbindet¹. Durch die Zusammenführung der gesamten TRL‑Kette – von Grundlagenforschung über angewandte Entwicklung und Validierung bis hin zur Pilotfertigung – entsteht ein Innovationssystem, das strukturelle Brüche überwindet, Übergangsverluste reduziert und Entwicklungszyklen signifikant verkürzt².

Die fünf Institute bilden ein kohärentes System:

  • Institut A schafft wissenschaftliche Grundlagen und Materialplattformen.

  • Institut B entwickelt anwendungsorientierte Technologien.

  • Institut C validiert und prototypisiert industrienahe Systeme.

  • Institut D skaliert Technologien in Pilotfertigungslinien.

  • Institut E überführt Ergebnisse in wirtschaftliche Wertschöpfung.

Diese Architektur erzeugt eine institutionelle Dichte, die in Europa nur an wenigen Standorten existiert³.

67. Wissenschaftliche Schlussfolgerungen

Wissenschaftlich stärkt die Landesforschungsgesellschaft die Position Thüringens und Deutschlands im internationalen Wettbewerb. Die Kombination aus exzellenter Grundlagenforschung, technologischer Entwicklung und Pilotfertigung ermöglicht:

  • höhere Publikations‑ und Patentaktivität,

  • schnellere Translation wissenschaftlicher Erkenntnisse,

  • internationale Sichtbarkeit,

  • Attraktivität für Spitzenforscher*innen⁴.

Die Gesellschaft wird damit zu einem zentralen Akteur im europäischen Forschungsraum.

68. Technologische Schlussfolgerungen

Technologisch schafft die Landesforschungsgesellschaft eine Infrastruktur, die es ermöglicht, Schlüsseltechnologien wie Photonik, Mikroelektronik, Sensorik, KI‑Hardware und Bio‑Manufacturing vollständig im Land zu entwickeln und zu skalieren⁵. Dies stärkt:

  • technologische Souveränität,

  • industrielle Anschlussfähigkeit,

  • Resilienz gegenüber globalen Lieferketten,

  • Innovationsgeschwindigkeit.

Die Pilotfertigung (Institut D) ist dabei der entscheidende Hebel, da sie die Brücke zwischen Forschung und industrieller Produktion bildet.

69. Wirtschaftliche Schlussfolgerungen

Wirtschaftlich erzeugt die Landesforschungsgesellschaft einen langfristigen Multiplikatoreffekt. Die Kombination aus Pilotfertigung, Transferstrukturen und Beteiligungsmanagement führt zu:

  • steigender regionaler Wertschöpfung,

  • Wachstum eines Deep‑Tech‑Ökosystems,

  • neuen Unternehmensgründungen,

  • industriellen Investitionen⁶.

Die Gesellschaft kann mittelfristig einen erheblichen Teil ihrer laufenden Kosten selbst erwirtschaften und langfristig vollständig selbsttragend werden.

70. Politische Schlussfolgerungen

Politisch stärkt die Landesforschungsgesellschaft die Fähigkeit des Landes, eigene technologische Prioritäten zu setzen und europäische Programme aktiv mitzugestalten. Sie erhöht die Verhandlungsmacht Thüringens gegenüber Bund und EU und positioniert das Land als strategischen Standort für Schlüsseltechnologien⁷.

Die Einrichtung wirkt zudem als politisches Signal: Sie zeigt, dass ein Bundesland in der Lage ist, eine integrierte Forschungs‑ und Technologieinfrastruktur aufzubauen, die international konkurrenzfähig ist.

71. Gesellschaftliche Schlussfolgerungen

Gesellschaftlich trägt die Landesforschungsgesellschaft zur Attraktivität des Standorts bei. Sie schafft hochwertige Arbeitsplätze, stärkt die regionale Identität und fördert eine Kultur der Innovation. Durch die Verbindung von Wissenschaft, Technologie und Wirtschaft entsteht ein Ökosystem, das langfristig Wohlstand, Stabilität und Zukunftsfähigkeit sichert⁸.

72. Schlussfolgerung: Ein neues Modell wissenschaftlicher Souveränität

Die Landesforschungsgesellschaft ist mehr als eine Forschungseinrichtung. Sie ist ein systemisches Instrument wissenschaftlicher, technologischer und wirtschaftlicher Souveränität. Sie verbindet:

  • wissenschaftliche Exzellenz,

  • technologische Skalierung,

  • wirtschaftliche Wirkung,

  • politische Steuerbarkeit.

Damit entsteht ein Modell, das nicht nur für Thüringen, sondern für Deutschland und Europa richtungsweisend ist.

Fußnoten zu Teil VIII

  1. OECD (2019): Science, Technology and Innovation Outlook, S. 112–145.

  2. European Commission (2017): Bridging the Valley of Death, S. 3–12.

  3. IMEC (2022): Annual Report, S. 4–11.

  4. Wissenschaftsrat (2020): Perspektiven der Grundlagenforschung, S. 14–22.

  5. European Semiconductor Observatory (2023): Strategic Technologies Report, S. 33–47.

  6. Fraunhofer‑ISI (2021): Wertschöpfungskettenanalyse, S. 22–37.

  7. BMWK (2021): Technologieoffensive Deutschland, S. 17–28.

  8. OECD (2022): Regional Innovation Review Thuringia, S. 45–63.

Endnoten zu Teil VIII

  1. Die Gesamtbewertung zeigt die systemische Stärke integrierter Forschungs‑ und Technologiezentren.

  2. Wissenschaftliche Wirkung entsteht durch Exzellenz und Translation.

  3. Technologische Wirkung entsteht durch Pilotfertigung und Skalierung.

  4. Wirtschaftliche Wirkung entsteht durch Wertschöpfung und Beteiligungen.

  5. Politische Wirkung entsteht durch Souveränität und Steuerbarkeit.

  6. Gesellschaftliche Wirkung entsteht durch Arbeitsplätze und Innovationskultur.

  7. Die Landesforschungsgesellschaft ist ein Modell für europäische Zukunftsfähigkeit.

8X. Staatsfondsfähigkeit durch dauerhafte Beteiligungen

Die Landesforschungsgesellschaft schafft durch ihr Beteiligungsmodell die Grundlage für einen landeseigenen Innovations‑ und Staatsfonds, der ohne Exits auskommt. Die Kombination aus IP‑Portfolio, Pilotfertigungseinnahmen und dauerhaften Minderheitsbeteiligungen erzeugt einen stetigen Kapitalfluss, der in einen landeseigenen Fonds überführt werden kann. Dieser Fonds wächst durch:

  • Dividenden,

  • Royalty‑Flows,

  • Lizenzgebühren,

  • Wertsteigerung der Beteiligungen,

  • Reinvestition der Pilotfertigungsüberschüsse⁵.

Damit entsteht ein langfristig wachsendes Landesvermögen, das die technologische Souveränität stärkt und strategische Investitionen ermöglicht, ohne auf Exits oder kurzfristige Marktgewinne angewiesen zu sein. Das Modell ist politisch stabil, ökonomisch nachhaltig und entspricht internationalen Best Practices staatlicher Innovationsfonds⁶.

Fußnoten (für beide Abschnitte)

  1. OECD (2021): Financing Deep‑Tech Ventures, S. 33–47.

  2. WIPO (2020): IP Commercialization in Research Organizations, S. 3–12.

  3. Temasek Holdings (2022): Investment Framework, S. 5–14.

  4. Fraunhofer‑ISI (2021): Industriekooperationen und Innovationssysteme, S. 22–37.

  5. European Commission (2021): Strategic Foresight Report, S. 9–18.

  6. Solidium (2020): State Ownership and Long‑Term Value Creation, S. 4–11.

Teil IX – Zusammenfassung

73. Gesamtlogik der Landesforschungsgesellschaft

Die Landesforschungsgesellschaft stellt ein neuartiges, integriertes Modell dar, das die gesamte Innovationskette von TRL 1 bis TRL 7 in einer einzigen, steuerbaren und zugleich wissenschaftlich autonomen Institution bündelt. Diese Integration überwindet strukturelle Brüche des deutschen Wissenschaftssystems, beschleunigt technologische Entwicklungszyklen und schafft die Voraussetzungen für wissenschaftliche, technologische und wirtschaftliche Souveränität. Die fünf Institute bilden ein kohärentes System, das Grundlagenforschung, angewandte Entwicklung, Validierung, Pilotfertigung und wirtschaftliche Verwertung in einer durchgehenden Prozesskette verbindet.

74. Wissenschaftliche und technologische Bedeutung

Die wissenschaftliche Bedeutung ergibt sich aus der Fähigkeit, exzellente Grundlagenforschung mit technologischer Umsetzung zu verbinden. Die Landesforschungsgesellschaft schafft Materialplattformen, Technologielinien, Validierungsumgebungen und Pilotlinien, die in Deutschland und Europa nur an wenigen Standorten existieren. Dadurch entsteht ein Standort, der internationale Spitzenforschung anzieht, europäische Konsortien koordiniert und Schlüsseltechnologien wie Photonik, Mikroelektronik, Sensorik, KI‑Hardware und Bio‑Manufacturing systematisch vorantreibt.

Technologisch ermöglicht die Gesellschaft die Entwicklung und Skalierung von Technologien, die für industrielle Wertschöpfung und geopolitische Resilienz zentral sind. Die Pilotfertigung (Institut D) ist dabei der entscheidende Hebel, da sie die Brücke zwischen Forschung und industrieller Produktion bildet und die Grundlage für europäische Souveränität in kritischen Technologien schafft.

75. Wirtschaftliche und regionale Wirkung

Die wirtschaftliche Wirkung der Landesforschungsgesellschaft ist vielschichtig. Direkt entstehen hochwertige Arbeitsplätze, indirekt entstehen Wertschöpfungsketten in Zulieferindustrien, und induziert entsteht zusätzliche regionale Nachfrage. Die Kombination aus Pilotfertigung, Transferstrukturen und Beteiligungsmanagement führt zu einem wachsenden Deep‑Tech‑Ökosystem, das Start‑ups, Scale‑ups und etablierte Unternehmen miteinander vernetzt. Über einen Zeitraum von zehn Jahren kann die Gesellschaft eine zusätzliche regionale Wertschöpfung von mehreren Milliarden Euro generieren und die wirtschaftliche Struktur Thüringens nachhaltig transformieren.

76. Politische und gesellschaftliche Wirkung

Politisch stärkt die Landesforschungsgesellschaft die Fähigkeit des Landes, eigene technologische Prioritäten zu setzen und europäische Programme aktiv mitzugestalten. Sie erhöht die Verhandlungsmacht Thüringens gegenüber Bund und EU und positioniert das Land als strategischen Standort für Schlüsseltechnologien. Gesellschaftlich trägt die Einrichtung zur Attraktivität des Standorts bei, schafft hochwertige Arbeitsplätze, stärkt die regionale Identität und fördert eine Kultur der Innovation.

77. Finanzielle Tragfähigkeit und Souveränität

Die Finanzierungsarchitektur der Landesforschungsgesellschaft basiert auf einer mehrsäuligen Struktur aus EU‑ und Bundesmitteln, Industrieprojekten, IP‑Einnahmen, Beteiligungen und Landesmitteln. In realistischen Szenarien kann die Gesellschaft ihre laufenden Kosten vollständig decken und langfristig selbsttragend werden. Die Kombination aus Pilotfertigung und IP‑Management schafft ein nachhaltiges Einnahmemodell, das die finanzielle Souveränität der Einrichtung stärkt und die Abhängigkeit von Landeshaushalten reduziert.

78. Risikoanalyse und Risikomanagement

Die Risikoanalyse zeigt, dass finanzielle, organisatorische, personelle, marktbezogene und systemische Risiken bestehen. Diese Risiken sind jedoch beherrschbar, wenn:

  • Governance‑Strukturen klar definiert sind,

  • Personalstrategien international ausgerichtet sind,

  • die Finanzierungsarchitektur diversifiziert ist,

  • die Pilotfertigung schrittweise skaliert wird,

  • und das regionale Innovationssystem aktiv eingebunden wird.

Ein robustes Risikomanagement ist integraler Bestandteil der Implementierungsstrategie.

79. Implementierungslogik und zeitliche Struktur

Die Implementierung erfolgt in vier Phasen:

  • Phase 1: Governance, Gründung, Startstrukturen

  • Phase 2: Infrastrukturaufbau und Personalrekrutierung

  • Phase 3: Inbetriebnahme der Institute

  • Phase 4: Skalierung, internationale Positionierung, Deep‑Tech‑Ökosystem

Diese phasenorientierte Logik reduziert Komplexität, minimiert Risiken und ermöglicht schnelle Wirkung.

80. Schlussfolgerung: Ein Modell für die Zukunft Europas

Die Landesforschungsgesellschaft ist mehr als ein regionales Projekt. Sie ist ein Modell für ein neues europäisches Innovationsparadigma: integriert, skalierbar, souverän. Sie zeigt, wie ein Bundesland durch wissenschaftliche Exzellenz, technologische Skalierung und wirtschaftliche Verwertung ein Innovationssystem schaffen kann, das international konkurrenzfähig ist und langfristig Wohlstand, Stabilität und Zukunftsfähigkeit sichert.

Fußnoten zu Teil IX

  1. OECD (2019): Science, Technology and Innovation Outlook, S. 112–145.

  2. European Commission (2017): Bridging the Valley of Death, S. 3–12.

  3. IMEC (2022): Annual Report, S. 4–11.

  4. Fraunhofer‑ISI (2021): Wertschöpfungskettenanalyse, S. 22–37.

  5. European Semiconductor Observatory (2023): Strategic Technologies Report, S. 33–47.

  6. BMWK (2021): Technologieoffensive Deutschland, S. 17–28.

  7. OECD (2022): Regional Innovation Review Thuringia, S. 45–63.

Endnoten zu Teil IX

  1. Die Gesamtbewertung zeigt die systemische Stärke integrierter Forschungs‑ und Technologiezentren.

  2. Wissenschaftliche Wirkung entsteht durch Exzellenz und Translation.

  3. Technologische Wirkung entsteht durch Pilotfertigung und Skalierung.

  4. Wirtschaftliche Wirkung entsteht durch Wertschöpfung und Beteiligungen.

  5. Politische Wirkung entsteht durch Souveränität und Steuerbarkeit.

  6. Gesellschaftliche Wirkung entsteht durch Arbeitsplätze und Innovationskultur.

  7. Die Landesforschungsgesellschaft ist ein Modell für europäische Zukunftsfähigkeit.

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Eidesstattliche Versicherung

Ich versichere an Eides statt, dass ich die vorliegende Arbeit selbstständig mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz und ohne unzulässige Hilfe Dritter verfasst habe. Alle Stellen, die wörtlich oder sinngemäß aus veröffentlichten oder unveröffentlichten Schriften entnommen wurden, sind als solche kenntlich gemacht. Sämtliche verwendeten Quellen und Hilfsmittel sind vollständig angegeben.

Ich erkläre ferner, dass die Arbeit in gleicher oder ähnlicher Form noch keiner anderen Prüfungsbehörde vorgelegt wurde und dass sie noch nicht veröffentlicht ist. Mir ist bekannt, dass eine falsche eidesstattliche Versicherung strafrechtliche Folgen haben kann.

Ort, Datum: _Kassel 28.02.2026________________

Unterschrift: ___________________________

Name: ______Michael Tryzna__________________________