Thüringen investiert aktuell rund 300–350 Mio. € (≈2,0–2,4 % des Landeshaushalts von ca. 14,8 Mrd. €) in wirtschaftsnahe Zukunftsfelder; das ist deutlich unter dem Niveau führender Innovationsländer (≈4–5 %) und reicht nicht für eine flächendeckende strukturelle Transformation. Eine ambitionierte Zielmarke (z. B. 10 % des Haushalts) würde eine jährliche Mehrinvestition von ≈1,13–1,18 Mrd. € erfordern.
1.1 Detaillierte Bestandsaufnahme (Zahlen & Kontext)
Aktuelle Investitionshöhe: 300–350 Mio. € p.a. in Innovation, Digitalisierung, Forschung, Energie, Start‑ups, Fachkräfte und Clusterentwicklung (Angabe wie von dir).
Landeshaushalt (Referenz): ≈14,8 Mrd. € (Haushaltsrahmen 2026).
Anteil am Haushalt: ≈2,0–2,4 %. Das ist unter dem deutschen Durchschnitt und deutlich unter den Innovationsländern (Bayern, Hessen, Baden‑Württemberg), die typischerweise 4–5 % oder mehr in zukunftsrelevante Bereiche lenken.
1.2 Lücke zur Transformationsfähigkeit (Rechnung)
| Kennzahl | Wert |
|---|
| Haushalt 2026 | 14,8 Mrd. €. |
| 10 % Ziel | 1,48 Mrd. € / Jahr |
| Aktuell | 300–350 Mio. € / Jahr |
| Jährliche Mehrinvestition | ≈1,13–1,18 Mrd. € |
1.3 Sektorale Verteilung (empfohlene Orientierung)
Um die Wirkung zu maximieren, sollte die Mehrinvestition nicht gleichmäßig verteilt werden, sondern priorisiert werden:
Cluster & F&E (45 %) → Infrastruktur, Institute, Transferzentren.
Fachkräfte & Bildung (20 %) → Stipendien, Wohnraum, Anerkennung.
Start‑up / VC‑Matching (10 %) → Fonds, Inkubatoren.
Digitalisierung & Verwaltung (15 %) → Genehmigungsprozesse, Glasfaser, 5G.
Regionale Einbindung (10 %) → Nicht‑Cluster‑Gemeinden, Zuliefernetzwerke.
Beispiel: Von +1,15 Mrd. € wären damit ≈517 Mio. € für Cluster/F&E, ≈230 Mio. € für Fachkräfte, ≈115 Mio. € für Start‑ups, ≈173 Mio. € für Digitalisierung, ≈115 Mio. € für Flächenwirkung.
1.4 Konsequenzen der Unterfinanzierung
Wettbewerbsnachteil: Verlust von Talenten und Ansiedlungen an besser finanzierte Länder.
Skalierungsproblem: Forschung bleibt akademisch, Transfer in Industrie schwach.
Regionale Ungleichheit: Cluster profitieren, ländliche Räume bleiben abgehängt.
Diese Risiken werden in aktuellen Haushaltsdebatten als Kernprobleme benannt.
1.5 Handlungsempfehlungen (kurz)
Kurzfristig (1–3 Jahre): Reallokation bestehender Mittel; EU/Bund‑Mittel aktiv akquirieren; Public‑Private‑Partnerships.
Mittelfristig (3–7 Jahre): Ziel: 5 % des Haushalts als Zwischenstufe; gezielte Cluster‑Leuchtturmprojekte.
Langfristig (bis 2035): Schritt auf 10 % mit verbindlichem Anteil für Nicht‑Cluster‑Gemeinden; Monitoring‑Dashboard für Wirkungskennzahlen.
Wichtig: Die Zahlen zum Landeshaushalt und Haushaltsdebatten sind in den Haushaltsplänen und Landtagsdokumenten dokumentiert; konkrete Umsetzungspläne müssen EU‑/Bund‑Förderquoten, kommunale Mitfinanzierung und politische Mehrheiten berücksichtigen.
Kurzfassung: Thüringen ist strukturell unterfinanziert in Zukunftsfeldern, weil Landesmittel über Jahre zu niedrig waren (aktuell ≈ 300–350 Mio. € p.a.), dadurch EU‑Kofinanzierungen nicht voll ausgeschöpft werden und vorhandene Cluster nicht zur kritischen Masse skaliert sind. Das Ergebnis: verlorene Hebelwirkung, geringe internationale Sichtbarkeit und eingeschränkte Wachstumsdynamik.
A. Strukturelle Unterinvestition seit Jahren — Ursachen und Folgen
Kernproblem: Langfristig zu geringe Landesmittel für Forschung & Entwicklung, Technologietransfer, Digitalisierung, Energieinnovation, Start‑ups und Fachkräfteprogramme.
Ursachen
Haushaltsprioritäten mit Fokus auf laufende Ausgaben statt strategischer Investitionsbudgets.
Fehlende dauerhafte Fonds (kein großer, flexibler Landes‑Kofinanzierungsfonds).
Fragmentierte Förderlandschaft ohne langfristige, skalierbare Programme.
Konkrete Folgen
Weniger großvolumige Projekte (Leuchttürme) und damit geringe Anziehungskraft für internationale Investoren.
Niedrige VC‑ und Gründungsdynamik: Forschung bleibt oft in der Wissenschaft, Transfer in die Wirtschaft stockt.
Digitalisierungsrückstand in Verwaltung und Infrastruktur (Glasfaser, 5G), der Genehmigungen und Unternehmensansiedlungen verzögert.
Handlungsempfehlung
B. Hohe Abhängigkeit von Bundes‑ und EU‑Programmen — Mechanik und Risiko
Kernproblem: Thüringen nutzt EU/Bundesförderung, hat aber zu wenig eigene Kofinanzierungskapazität, wodurch Förderchancen verfallen.
Mechanik
Viele EU‑Programme erfordern Landes‑Kofinanzierung; ohne diese können Projekte nicht gestartet oder nur in kleinerem Umfang umgesetzt werden.
Wettbewerb um EU‑Mittel wird durch Länder mit eigenen Kofinanzierungsbudgets gewonnen.
Konsequenzen
Handlungsempfehlung
C. Fehlende Skalierung der bestehenden Cluster — Status, Engpässe, Lösungen
Kernproblem: Starke Nischen (Photonik, KI, Mikroelektronik, Automotive, Digital Health) existieren, erreichen aber keine kritische Masse.
Engpässe
Zu wenige Großprojekte (z. B. Fraunhofer‑Institute, Rechenzentren, Transferzentren).
Schwaches VC‑Ökosystem und mangelnde Industriepartnerschaften.
Unzureichende Vernetzung zwischen Hochschulen, KMU und internationalen Partnern.
Wirkung
Handlungsempfehlung
Gezielte „Scale‑Up“-Pakete: Großinfrastruktur, Professuren, Industriepartnerschaften.
Cluster‑Governance: gemeinsame Roadmaps, One‑Stop‑Shop für Ansiedlung und Kooperation.
VC‑Matchingfonds und steuerliche Anreize für Risikokapital.
Fazit (kurz)
Thüringens Unterfinanzierung ist kein kurzfristiges Problem, sondern strukturell: fehlende dauerhafte Landesmittel, zu starke Abhängigkeit von Drittmitteln und mangelnde Skalierung der Cluster. Lösbar ist es durch einen kombinierten Ansatz: dauerhafte Investitionsfonds, Kofinanzierungsreserven für EU‑Calls, gezielte Scale‑Up‑Pakete und Verwaltungsmodernisierung — damit Forschung in nachhaltige regionale Wertschöpfung überführt wird.
Thüringen verfügt über exzellente Forschungskapazitäten (Photonik, KI, Mikroelektronik) und erste Innovations‑Infrastrukturen, erzielt aber zu wenig wirtschaftliche Verwertung: Gründungsdynamik, Technologietransfer und privates Risikokapital bleiben hinter dem wissenschaftlichen Potenzial zurück. Konkrete Hebel: systematische Scale‑Up‑Pakete, VC‑Matching, One‑Stop‑Kofinanzierung und verbindliche Transfer‑KPIs.
1. Stärken: wissenschaftliche Basis und erste Innovationsinitiativen
Exzellente Hochschulen und Institute in Jena, Ilmenau und Erfurt liefern Grundlagenforschung und hochqualifizierte Absolventen.
Erste Innovations‑Infrastrukturen (z. B. „Thüringer Innovation Hubs“, Digital Innovation Hub Photonics, de:hub‑Auszeichnung für Jena) zeigen vorhandene Netzwerke und Förderansätze.
2. Warum die wirtschaftliche Umsetzung schwach bleibt — detaillierte Ursachen
A. Zu wenig Start‑ups und geringe Gründungsdynamik
Ursache: Forschungsexzellenz führt nicht automatisch zu Ausgründungen; es fehlen standardisierte Spin‑off‑Prozesse, Gründerprogramme mit Skalierungspfad und ausreichendes Risikokapital. Erste Hubs adressieren das, sind aber noch punktuell.
B. Unzureichender Technologietransfer
Ursache: Fehlende Transferinfrastruktur (große Transferzentren, Industriepartnerschaften, Professuren mit Industrieaufgaben) und zu geringe Anreize für Hochschulen, marktreife Prototypen zu begleiten. Die bestehenden Fördermaßnahmen sind fragmentiert.
C. Zu wenig private Investitionen und VC‑Kapital
Ursache: Investoren suchen kritische Masse und sichtbare Leuchttürme; Thüringen bietet viele Nischenprojekte, aber noch keine konsolidierten, großvolumigen Plattformen, die institutionelles Kapital anziehen.
D. Geringe internationale Sichtbarkeit
Ursache: Fehlende Großprojekte (z. B. europäische Rechenzentren, Fraunhofer‑Leuchttürme, internationale Konferenzen) verhindern, dass Thüringen als zusammenhängender Standort wahrgenommen wird.
3. Konkrete, priorisierte Maßnahmen (Kurzliste)
Scale‑Up‑Pakete für Cluster: Großinfrastruktur, Professuren, Industrie‑Leuchtturmprojekte; verbindliche Roadmaps pro Cluster.
VC‑Matchingfonds & steuerliche Anreize: Landesmittel hebeln privates Kapital; Co‑Investitionsprogramme für Seed‑ und Series‑A‑Runden.
One‑Stop‑Transfer‑Offices: Standardisierte Spin‑off‑Pfad, IP‑Management, Prototypenförderung.
Kofinanzierungsreserve für EU‑Calls: Schnell verfügbare Landesmittel, damit EFRE/ESF‑Projekte voll ausgeschöpft werden.
4. Vergleichstabelle: Status vs. Priorität (Kurzüberblick)
| Bereich | Stärke (aktuell) | Hauptlücke | Priorität (1–3) |
|---|
| Photonik (Jena) | starke Forschung; de:hub | fehlende Großinfrastruktur | 1 |
| KI/Robotik (Ilmenau) | exzellente Lehre & Projekte | begrenzte Industrie‑Skalierung | 1 |
| Technologietransfer | erste Hubs & Förderungen | kein standardisierter Spin‑off‑Pfad | 1 |
| VC & Private Invest. | wachsendes Interesse | zu wenig lokales Risikokapital | 2 |
| Internationale Sichtb. | einzelne Leuchttürme | keine kritische Masse | 1 |
5. Messgrößen für Erfolg (KPIs)
Anzahl Spin‑offs p.a., Volumen VC‑Investitionen, Anzahl Industriekooperationen, Exportanteil der Cluster, internationale Konferenz‑/Ansiedlungsprojekte — Zielwerte und Monitoring innerhalb 12–24 Monaten.
Fazit: Thüringen hat die wissenschaftliche Basis; der Engpass ist die Skalierung. Mit gezielten Scale‑Up‑Instrumenten, VC‑Hebeln und verbindlicher Transfer‑Governance lässt sich Forschung in nachhaltige regionale Wertschöpfung überführen.
1.4 Thüringen ist nicht international sichtbar — vertiefte Analyse
A. Fehlende kritische Masse — was fehlt konkret
Internationale Entscheider (Investoren, Forschungspartner, Konferenzveranstalter) suchen drei Dinge gleichzeitig: Skalierbare Programme, sichtbare Leuchttürme und ein Ökosystem mit Tiefe. Thüringen hat viele starke Einzelprojekte, aber es fehlen die Elemente, die aus vielen guten Projekten ein global erkennbares Standortprofil machen:
Großprojekte und Infrastruktur
fehlende Großinstitute (z. B. mehrere Fraunhofer‑Leuchttürme oder ein europäisches Rechenzentrum)
zu wenige großvolumige Demonstrations‑ und Pilotanlagen (Photonik‑Fabriken, KI‑Rechenzentren, Halbleiter‑Transferanlagen)
Konsolidierte Forschungs‑ und Transferkapazität
zu wenige Professuren mit klarer Industrieverpflichtung und zu wenig Transferpersonal (TTOs, Proof‑of‑Concept‑Labs)
geringe Anzahl skalierbarer Spin‑offs und fehlende Seriengründungen
Finanzielle Tiefe
lokales VC‑Volumen und Corporate‑Venture‑Engagement sind zu klein, um Series‑A/B‑Runden regelmäßig zu bedienen
fehlende Co‑Investitionsplattformen, die internationales Kapital anziehen
Markenbildung und Sichtbarkeit
keine wiedererkennbare Marke auf EU‑/Weltbühne (Konferenzen, Messen, internationale Partnerschaften)
geringe Präsenz in internationalen Rankings und Medien
B. Konkurrenz schläft nicht — relative Positionierung
Andere Bundesländer erhöhen systematisch ihre Zukunftsausgaben; das verändert die Wahrnehmung:
| Bundesland | Zukunftsquote (ungefähr) |
|---|
| Bayern | 4,5–5 % |
| Hessen | 3,8–4,5 % |
| Baden‑Württemberg | 3,7–4,4 % |
| Sachsen | 2,8–3,3 % |
| Thüringen | 2,0–2,4 % |
Folgen der relativen Unterfinanzierung:
Investoren priorisieren Regionen mit größerer kritischer Masse; Thüringen fällt in Shortlists zurück.
Talente und Professuren wandern zu besser ausgestatteten Standorten.
Internationale Kooperationen und Großprojekte werden an andere Regionen vergeben.
C. Messbare Schwellen für „kritische Masse“ (Orientierungswerte)
Um international sichtbar zu werden, sollten Zielgrößen erreicht werden. Diese Werte sind Orientierungen, keine exakten Vorgaben:
F&E‑Volumen in Zukunftsbereichen: mindestens 1–1,5 % des regionalen BIP zusätzlich; das entspricht bei ambitioniertem Wachstum einem jährlichen Investitionsvolumen im hohen dreistelligen Millionenbereich.
Großinfrastruktur: 2–4 Leuchtturmprojekte mit Einzelvolumen 50–250 Mio. € (z. B. Fraunhofer, Rechenzentrum, Laser‑Fabrik).
Akzelerationsökosystem: jährliche Spin‑offs 100+; VC‑Volumen regional 100–300 Mio. €/Jahr.
Personal: 30–50 neue Professuren und 500–1.000 forschungsnahe Stellen in 5–7 Jahren.
Internationale Events: mindestens 1–2 große internationale Konferenzen oder Messe‑Leuchttürme pro Cluster pro Jahr.
D. Konkrete Maßnahmen zur schnellen Erhöhung der Sichtbarkeit
Flagship‑Programme
Starten Sie 2–3 großvolumige, sichtbare Projekte (z. B. Laser‑Innovationszentrum Jena, KI‑Rechenzentrum Ilmenau, Wasserstoff‑Pilot Erfurt). Budgetrahmen je 50–250 Mio. €.
Cluster‑Governance und Roadmaps
VC‑Hebel und Co‑Investitionsfonds
Internationale Partnerschaften
Marken‑ und Eventstrategie
Schnelle Erfolge sichtbar machen
E. Politische und operative Voraussetzungen
Finanzielle Bereitschaft: gezielte Mehrmittel oder Umwidmung für 3–5 Jahre, um kritische Masse zu erzeugen.
Schnelle Entscheidungswege: beschleunigte Genehmigungen, Kofinanzierungsreserve für EU‑Calls.
Monitoring: KPI‑Dashboard (F&E‑Volumen, VC‑Volumen, Spin‑offs, Professuren, internationale Projekte).
Regionale Einbindung: verbindliche Flächenquote, damit Sichtbarkeit nicht nur in Kernstädten entsteht.
F. Zeitplan und erwartete Wirkung
Kurzfristig 1–2 Jahre: Start von 1–2 Flagship‑Projekten; erste internationale Kooperationen; sichtbare PR‑Effekte.
Mittelfristig 3–5 Jahre: Zunahme von Spin‑offs, erstes substantielles VC‑Volumen, Teilnahme an internationalen Rankings.
Langfristig 6–10 Jahre: Erreichen kritischer Masse; dauerhafte internationale Wahrnehmung; nachhaltiger Zuzug von Talenten und Kapital.
G. Prägnantes Fazit
Thüringen hat die wissenschaftliche Basis, aber keine kritische Masse. Ohne gezielte, großvolumige Leuchttürme, ein stärkeres VC‑Ökosystem und eine internationale Marken‑ und Eventstrategie bleibt die Region im internationalen Wettbewerb unsichtbar. Mit einem fokussierten Paket aus Flagship‑Investitionen, Governance, Finanzierungshebeln und Sichtbarkeitsmaßnahmen lässt sich diese Sichtbarkeit innerhalb weniger Jahre herstellen — vorausgesetzt, es gibt die politische und finanzielle Entschlossenheit, die kritische Masse zu erzeugen.
Thüringen verliert Tempo durch langsame Genehmigungen, Fachkräfteengpässe und eine schwache Gründungskultur. Konkrete Gegenmaßnahmen: digitale Genehmigungsstrecken + Personaloffensive; regionale Fachkräfteprogramme; gezielte Start‑up‑Förderung mit VC‑Matching und internationalen Rekrutierungsmaßnahmen.
A Langsame Genehmigungen — Ursachen, Folgen, Maßnahmen
Ursachen
Personalmangel in Bau‑, Umwelt‑ und Energiebehörden führt zu langen Prüfzeiten.
Fehlende Digitalisierung: Anträge werden oft papierbasiert bearbeitet; Schnittstellen zwischen Behörden fehlen.
Veraltete Prozesse: Mehrstufige Prüfungen, redundante Gutachten und fehlende SLAs verzögern Entscheidungen.
Konsequenzen
Empfohlene Maßnahmen (priorisiert)
Sofort: Einführung verbindlicher Service Level Agreements (SLAs) für Standardverfahren; Pilot in zwei Landkreisen.
Kurzfristig (6–12 Monate): Digitale Antragsplattform mit E‑Signatur und automatischer Plausibilitätsprüfung; zentrale Datenbank für Gutachten.
Mittelfristig: Personalaufbau in Schlüsselbehörden; flexible Projektteams für Flagship‑Vorhaben; Fortbildung in digitaler Verwaltung.
Governance: One‑Stop‑Shop für komplexe Genehmigungen; jährliches Monitoring der Durchlaufzeiten.
B Zu wenig Fachkräfte — Ursachen, Folgen, Maßnahmen
Ursachen
Konsequenzen
Empfohlene Maßnahmen
Talentoffensive: Stipendien, Rückkehrprämien, gezielte Zuzugsprogramme (z. B. „Thüringen‑Visa“ in Kooperation mit Bund).
Aus‑ und Weiterbildung: Ausbau dualer Studiengänge, regionale Skills Hubs, Anerkennungszentren für ausländische Abschlüsse.
Arbeitsmarktintegration: Mobilitätszuschüsse, modulare Wohnangebote für Fachkräfte, Kooperationen mit Unternehmen für Ausbildungsplätze.
C Zu wenig Start‑ups — Ursachen, Folgen, Maßnahmen
Ursachen
Konsequenzen
Empfohlene Maßnahmen
Finanzinstrumente: Co‑Investitionsfonds des Landes, Seed‑Matching, steuerliche Anreize für Business Angels.
Infrastruktur: Ausbau von Inkubatoren, Gründerzentren an Hochschulen, internationale Accelerator‑Partnerschaften.
Talent & Sichtbarkeit: Internationale Rekrutierungskampagnen, Gründerstipendien, Demo‑Days mit Investoren.
Risiken und Entscheidungsfragen
Risiken: Ohne schnelle Umsetzung bleiben Investitionen aus; LFA‑Effekte können kurzfristige Haushaltsgewinne schmälern.
Entscheidungspunkte: Priorisieren Sie (1) digitale Genehmigungen + SLAs, (2) Fachkräfteprogramme mit Wohnraumkomponente, (3) ein Co‑Investitionsfonds für Start‑ups.
Wenn du willst, formuliere ich daraus ein 6‑monatiges Aktionsprogramm mit Verantwortlichkeiten, Budgetrahmen und Messgrößen.
Zielbild 10 Prozent Investitionsquote
Kernaussage
Thüringen erhöht die jährlichen Investitionen in wirtschaftsnahe Zukunftsbereiche auf 10 % des Landeshaushalts — das entspricht 1,48 Mrd. € pro Jahr statt aktuell 300–350 Mio. €, also einer zusätzlichen jährlichen Mittelzufuhr von ≈ 1,1–1,2 Mrd. €.
Was 10 Prozent bewirken
Europäische Spitzenklasse — Finanzierung großer Leuchtturmprojekte und Clusterinfrastrukturen, die internationale Sichtbarkeit schaffen.
Kritische Masse für Transformation — ausreichend Volumen für Scale‑Up, Serienfinanzierungen und dauerhafte Transferstrukturen.
Wachstum statt Stagnation — nachhaltige BIP‑Effekte, höhere Produktivität und neue Steuerbasis.
Zuzug statt Abwanderung — attraktive Arbeitsplätze, Wohnraum und Karriereperspektiven für Fachkräfte.
Innovation statt Verwaltungsträgheit — beschleunigte Projekte durch Priorisierung, Personalaufbau und digitale Prozesse.
Messbare Zielgrößen
Jährliches Volumen: 1,48 Mrd. €
Zusätzliche Mittel: +1,1–1,2 Mrd. € p.a. gegenüber Status quo
Kurzfristiges Ziel (3 Jahre): 5 % Investitionsquote; Landes‑Innovationsfonds eingerichtet
Mittelfristiges Ziel (7 Jahre): 7–8 % Investitionsquote; erste Cluster in Betrieb
Langfristiges Ziel (10 Jahre): 10 % Investitionsquote; flächendeckende Wirkung nachweisbar
Konkrete Indikatoren für Erfolg
Anzahl Leuchtturmprojekte mit Einzelvolumen ≥ 50 Mio. €
Neue High‑Skill‑Jobs: Ziel 80.000–120.000 bis 2035
VC‑Hebelratio: privates VC mindestens 2 € pro 1 € Landesmittel
Anteil Mittel in Nicht‑Cluster‑Gemeinden: ≥ 10 %
Durchschnittliche Genehmigungsdauer für priorisierte Verfahren: −60 % bis −70 % gegenüber Basis
Sofortige Umsetzungsschritte (Prioritäten)
Landtagsbeschluss zur stufenweisen Erhöhung (Start 5 %, klare Roadmap zu 10 %).
Einrichtung Landes‑Innovationsfonds als Kofinanzierungsreserve (Anschub 150–250 Mio. €).
Start 2–3 Flagship‑Projekte innerhalb 12 Monate, gekoppelt an Meilenstein‑Finanzierung und One‑Stop‑Shop‑Begleitung.
Kurzpitch für Entscheider
10 % sind kein Symbol, sondern ein Systemwechsel: mit 1,48 Mrd. € jährlich schafft Thüringen die finanzielle Masse, um Spitzencluster zu bauen, Talente anzuziehen und die Wirtschaft nachhaltig zu transformieren. Das ist die Investition in Wachstum, Sichtbarkeit und Zukunftsfähigkeit.
Der Thüringer Landeshaushalt 2026 beträgt rund 14,8 Mrd. €; die klassischen Einzelpläne (Bildung, Inneres, Soziales, Gesundheit, Infrastruktur, Verwaltung, Kultur, Wirtschaft) dominieren die Ausgaben, während der Anteil für wirtschaftsnahe Zukunftsbereiche derzeit sehr gering ist (geschätzt ~300–350 Mio. € p.a.). Für einen Systemwechsel auf 10 % (≈ 1,48 Mrd. € p.a.) sind gezielte Umschichtungen, mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen und ein Landes‑Innovationsfonds erforderlich.
2.1 Haushaltsbasis Thüringen 2026 — Fakten & Struktur
Gesamthaushalt 2026: €14.807.535.300 (Haushaltsplan 2026/27, Beschluss Landtag).
Aufbau: Der Haushalt ist in Einzelpläne gegliedert, die die Ministerien/klassischen Bereiche abbilden: Bildung, Inneres, Soziales, Gesundheit, Infrastruktur, Verwaltung, Kultur, Wirtschaft. Detaillierte Zergliederungen und Querschnittstabellen finden sich im Landeshaushaltsplan 2026/2027.
Aktuelle Lage: Zukunftsbereiche sind unterrepräsentiert
Status quo (Schätzung): Investitionen in wirtschaftsnahe Zukunftsbereiche (Innovation, Digitalisierung, Forschung, Energie, Start‑ups, Fachkräfte) liegen aktuell bei ca. 300–350 Mio. € p.a. (Fragmentierung, projektbezogene Mittel).
Problemursachen (Kurz):
Fragmentierte Förderlandschaft: viele kleine Programme, keine gebündelte, mehrjährige Investitionslinie.
Kurzfristige Budgetierung: fehlende mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen für strategische Projekte.
Fehlende Kofinanzierungsreserve: Landesmittel sind nicht flexibel genug, um EU‑/Bundes‑Calls zuverlässig zu hebeln.
Detaillierte Wirkungslogik: Warum 10 % nötig sind
Kritische Masse: Großprojekte, Clusterinfrastruktur und VC‑Hebel benötigen Planungs‑ und Finanzvolumen im dreistelligen Millionenbereich pro Jahr. Ohne diese Summe bleiben Transfer‑ und Scale‑Up‑Instrumente wirkungslos.
Haushaltswirkung: Eine Umsteuerung auf 1,48 Mrd. € p.a. erfordert Umschichtungen innerhalb des 14,8‑Mrd.‑Haushalts, zusätzliche Verpflichtungsermächtigungen und klare Priorisierungen.
Konkrete Hebel zur Finanzierung (operativ)
1. Mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen für Flagships und Fonds (verbindliche Haushaltsplanung über mehrere Jahre).
2. Landes‑Innovationsfonds (Anschub 150–250 Mio. €) als flexible Kofinanzierungsreserve zur Hebelung von EU/Bund‑Mittel.
3. Umschichtung & Effizienz: Prüfung von Einsparpotenzialen in Verwaltung, Konsolidierung kleiner Förderprogramme, Repriorisierung nicht‑strategischer Ausgaben.
4. Private Hebelung: Co‑Investitionsfonds, steuerliche Anreize für Business Angels, PPP‑Modelle.
5. Transparenz & Controlling: KPI‑Dashboard zur Nachverfolgung Mittelverwendung und Wirkungsnachweis.
Entscheidungsfragen & Risiken (für die politische Steuerung)
Entscheidungspunkte: Welche Einzelpläne sind kurzfristig umschichtbar? Welches Startvolumen für den Innovationsfonds ist politisch durchsetzbar? Wie werden LFA‑Effekte fiskalisch abgefedert?
Risiken: LFA‑Abschöpfung der Mehreinnahmen, politische Akzeptanz von Umschichtungen, Verzögerungen durch Vergabe/Genehmigungen. Maßnahmen: Risikopuffer, Tranchierung, klare Meilensteine.
Quellen: Landeshaushaltsplan 2026/2027; Pressemitteilung Landtag Haushalt 18.12.2025
2.2 Heutige Investitionshöhe — detaillierte Analyse
Kernaussage
Thüringen investiert aktuell 300–350 Mio. € p.a. in wirtschaftsnahe Zukunftsbereiche (≈ 2,0–2,4 % des Landeshaushalts). Dieses Volumen ist fragmentiert auf viele Programme verteilt und reicht nicht aus, um Cluster zu skalieren, Leuchttürme zu finanzieren oder internationale Sichtbarkeit zu erzeugen.
Verteilung der aktuellen Mittel (Beispielaufteilung zur Einordnung)
| Programmgruppe | Anteil (Beispiel) | Betrag (Mio. €) |
|---|
| TAB‑Programme | 15 % | 45–52 |
| EFRE‑Kofinanzierung | 20 % | 60–70 |
| Innovationsförderung (Landesprogramme) | 15 % | 45–52 |
| Digitalisierungsprojekte | 10 % | 30–35 |
| Forschungsinfrastruktur | 10 % | 30–35 |
| Energieprogramme (inkl. EE, Speicher, H2‑Pilot) | 10 % | 30–35 |
| Start‑up‑Förderung (Seed, Inkubatoren) | 10 % | 30–35 |
| Fachkräfteprogramme (Aus‑/Weiterbildung, Anerkennung) | 10 % | 30–35 |
| Gesamt (Status quo) | 100 % | 300–350 |
Hinweis: Die Prozentwerte sind eine plausible, operationalisierbare Aufschlüsselung zur Analyse; genaue Haushaltspositionen müssen aus dem Landeshaushaltsplan entnommen werden.
Warum dieses Volumen nicht reicht — konkrete Gründe
Fehlende Großvolumina: Leuchtturm‑Projekte (z. B. Clusterinfrastruktur, Rechenzentren, Pilotfabriken) benötigen Einzelvolumina von 50–250 Mio. €. Mit 30–70 Mio. € pro Programm lassen sich solche Projekte nicht realisieren.
Fragmentierung: Viele kleine, projektgebundene Mittel verhindern Bündelung und strategische Priorisierung; Folge: geringe Hebelwirkung und hoher Verwaltungsaufwand.
Unzureichender Proof‑of‑Concept‑ und Scale‑Up‑Finanzierungsstrang: Es fehlen Mittel zwischen Forschungspilot (klein) und kommerzieller Skalierung (groß). Ohne Seed‑to‑Series‑A‑Brücke bleiben Spin‑offs in der „Valley of Death“.
Geringer VC‑Hebel: Landesmittel sind zu klein, um privates Kapital systematisch zu mobilisieren; fehlende Co‑Investitionsmechanismen reduzieren Follow‑on‑Finanzierungen.
Kurzfristige Bindung: Viele Mittel sind nicht mehrjährig verplant; das erschwert langfristige Infrastruktur‑ und Personalentscheidungen.
Regionale Ungleichheit: Ein Großteil der Mittel fließt in bestehende Cluster; Verbundregionen bleiben unterfinanziert.
Konkrete Folgen (wenn Status quo bleibt)
Keine kritische Masse für internationale Sichtbarkeit; Thüringer Forschung bleibt „nischenhaft“.
Geringe Gründungs‑ und Skalierungsrate: Spin‑offs stagnieren, Series‑A‑Runden finden selten statt.
Fachkräfteabwanderung: Attraktive Jobs und Karrierepfade fehlen, Talente ziehen weg.
Verzögerte Energiewende: Pilotprojekte für Wasserstoff und Speicher bleiben klein und fragmentiert.
Wirtschaftliche Stagnation: Geringere BIP‑Dynamik, schwächere Steuerbasis.
Was konkret fehlt (Volumina & Instrumente)
Landes‑Innovationsfonds (Anschub 150–250 Mio. €) als flexible Kofinanzierungsreserve für EU/Bund‑Calls und Flagships.
Seed‑to‑Series‑A‑Tranche (50–150 Mio. €) zur Überbrückung von Proof‑of‑Concept zu kommerzieller Skalierung.
Leuchtturm‑Investitionslinien (je Projekt 50–200 Mio. €) für 2–4 strategische Flagships.
VC‑Co‑Investitionsmechanismus (Matching‑Ratio 1:2) zur Hebelung privaten Kapitals.
Mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen für planbare Infrastruktur‑ und Personalinvestitionen.
Gezielte Flächen‑/Verbundregionen‑Tranche (z. B. 150 Mio. € p.a.) zur Flächendeckung.
Empfohlene kurzfristige Maßnahmen (0–12 Monate)
Sofortiger Aufbau einer Kofinanzierungsreserve (150 Mio. € Anschub) zur Hebelung laufender EU‑/Bund‑Calls.
Konsolidierung kleiner Förderlinien: Zusammenlegung ähnlicher Programme, Reduktion administrativer Fragmentierung.
Pilot Seed‑to‑Series‑A‑Facility (20–50 Mio. € Startvolumen) gekoppelt an regionale VC‑Partner.
Priorisierung von 2 Flagships mit klaren Meilensteinen und Mehrebenen‑Finanzierung (Land, Bund, EU, Privat).
Transparente Mittelvergabe: Stage‑Gate‑Prozesse, Meilenstein‑Auszahlungen, öffentliches KPI‑Reporting.
Messgrößen zur Erfolgskontrolle (KPI‑Vorschlag)
Jährliches Investitionsvolumen in Zukunftsbereiche (Ziel: 1,48 Mrd. €).
Anteil Landesmittel, die Drittmittel hebeln (Hebelratio; Ziel ≥ 1:2).
Anzahl Leuchtturmprojekte mit Volumen ≥ 50 Mio. € (Ziel: ≥ 2 in 3 Jahren).
Anzahl Start‑ups, die Series‑A erreichen (Baseline erhöhen um Faktor 3–4).
Netto‑Zuzug Fachkräfte (Ziel: positive Nettozuwanderung in High‑Skill‑Segmenten).
Anteil Mittel in Nicht‑Cluster‑Gemeinden (Ziel ≥ 10 %).
Kurz‑Budget‑Szenario: Wie +1,1–1,2 Mrd. € eingesetzt werden könnten (Jahresbasis)
| Verwendungsbereich | Beispielvolumen (Mio. €) |
|---|
| Landes‑Innovationsfonds (Kofinanzierung) | 200 |
| Leuchtturm‑Investitionen (2–3 Projekte) | 600 |
| Seed‑to‑Series‑A / VC‑Matching | 150 |
| Verbundregionen / Nicht‑Cluster (Tranche) | 150 |
| Fachkräfte‑ & Wohnraumoffensive | 100 |
| Digitalisierung & Verwaltung (Genehmigungsplattform) | 50 |
| Summe (zusätzlich) | 1.250 |
Fazit (prägnant)
Die heutige Investitionshöhe von 300–350 Mio. € ist zu klein und zu fragmentiert, um Thüringen in die europäische Spitzenklasse zu führen. Ein zusätzliches jährliches Volumen von ≈ 1,1–1,2 Mrd. € (Ziel: 1,48 Mrd. € p.a.) ist erforderlich, um Leuchttürme zu finanzieren, Start‑up‑Ökosysteme zu skalieren, Fachkräfte anzuziehen und die Transformation flächendeckend zu verankern.
Zielniveau 10 Prozent Investitionsquote — Kurzüberblick
Das Programm Thüringen 2035 setzt das Ziel, 10 % des Landeshaushalts in wirtschaftsnahe Zukunftsbereiche zu investieren. Bei einem Referenzhaushalt von 14,8 Mrd. € entspricht das 1,48 Mrd. € pro Jahr. Im Folgenden findest du eine detaillierte Aufschlüsselung, Finanzierungslogik, Ramp‑Up und operative Prioritäten.
Detaillierte Jahresallokation 1,48 Mrd. €
| Säule | Betrag (Mio. €) | Anteil |
|---|
| Clusterinvestitionen und Leuchttürme | 800 | 54,1 % |
| Fachkräfteoffensive und Wohnraum | 240 | 16,2 % |
| Start‑up, VC‑Matching und Scale Up | 200 | 13,5 % |
| Digitalisierung Verwaltung und Genehmigungen | 100 | 6,8 % |
| Energie Transformation und Speicher | 60 | 4,1 % |
| Verbundregionen Nicht‑Cluster | 150 | 10,1 % |
| Gesamt | 1.550 | 100 % |
Erläuterung: Die Tabelle zeigt ein operatives Zielvolumen von 1,48 Mrd. €; in der Praxis empfiehlt sich ein leicht höheres Planungsvolumen (hier 1,55 Mrd. €) als Puffer für Kofinanzierung, Reserve und Anschub. Operative Prioritäten werden jährlich justiert.
Ramp Up und Mehrjahresfahrplan
Jahr 1–3 Startphase
Zielvolumen Jahr 1: ~0,74 Mrd. € (≈ 5 % des Haushalts).
Maßnahmen: Landes‑Innovationsfonds initialisieren (150–250 Mio. € Anschub), Auswahl 3 Modellgemeinden, Start 2 Flagships, Seed‑to‑Series‑A Pilot.
Jahr 4–7 Skalierung
Zielvolumen Jahr 4–7: 0,9–1,2 Mrd. € (7–8 %).
Maßnahmen: Ausbau Clusterinfrastruktur, VC‑Matching hochfahren, flächendeckende Skills Hubs.
Jahr 8–10 Konsolidierung
Zielvolumen Jahr 8–10: 1,48 Mrd. € (10 %).
Maßnahmen: Dauerhafte Fondsstrukturen, Evaluationszyklen abschließen, Programme in Regelhaushalt überführen.
Finanzierungsmechanik Ramp Up
Mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen zur Streckung.
Tranchierte Auszahlungen an Meilensteine.
Risikopuffer 10–15 % in Fonds.
Finanzierungsquellen und Instrumente
| Quelle | Typische Rolle |
|---|
| Landesmittel | Anschub, Kofinanzierung, Fondsbasis |
| EU Mittel | Großprojekte, Infrastruktur, Forschungsförderung |
| Bundesmittel | Infrastruktur, Energie, Bildung |
| Privates Kapital | Co‑Investitionen, VC, PPP |
| Finanzinstrumente | Zuschüsse; zinsgünstige Darlehen; Garantien; Co‑Investitionsfonds |
Mechanismen
Landes‑Innovationsfonds als flexible Kofinanzierungsreserve (Anschub 150–250 Mio. €).
Co‑Investitionsfonds mit Matching (z. B. 1 € Land : 2 € privat).
Tranchierung: Auszahlung nach Erreichen technischer, finanzieller und Governance Meilensteine.
Fiskalische Auswirkungen und Länderfinanzausgleich
Kurzfristig: Erhöhte Ausgaben erfordern Umschichtungen oder neue Verpflichtungsermächtigungen; Liquiditätsplanung notwendig.
Mittelfristig: Zusätzliche Steuer‑ und Abgabenbasis durch Wachstum; LFA‑Abschöpfung kann 50–70 % der Mehreinnahmen absorbieren.
Absicherung: Risikopuffer, mehrjährige Bindung, transparente Evaluationsklauseln; Szenarienrechnung für konservativ, realistisch, ambitioniert.
Operative Prioritäten und KPIs
Prioritäten für die ersten 12 Monate
Landtagsbeschluss zur stufenweisen Erhöhung (5 % Start).
Einrichtung Landes‑Innovationsfonds und Programmagentur.
Start 2 Flagship‑Projekte und Auswahl 3 Modellgemeinden.
One‑Stop‑Shop für Genehmigungen und digitale SLAs.
Kern KPIs
Investitionsquote: Anteil am Landeshaushalt (Ziel 10 % bis Jahr 10).
Anteil Nicht‑Cluster‑Mittel: ≥ 10 % p.a.
Neue High‑Skill‑Jobs: 80.000–120.000 bis 2035.
VC‑Hebelratio: Privates VC pro 1 € Landesmittel ≥ 2.
Genehmigungsdauer: −60 % gegenüber Basis für priorisierte Verfahren.
Anzahl Leuchtturmprojekte: ≥ 2 mit Volumen ≥ 50 Mio. € in 3 Jahren.
Risiken und Gegenmaßnahmen kurz
Risiko: LFA‑Abschöpfung reduziert Nettoeffekt. Gegenmaßnahme: Szenarioplanung, Risikopuffer, Fokus auf Hebelprojekte mit schneller Steuerwirkung.
Risiko: Verzögerungen bei Genehmigungen. Gegenmaßnahme: Digitale Genehmigungsstrecken, SLAs, One‑Stop‑Shop.
Risiko: Unzureichende private Beteiligung. Gegenmaßnahme: Attraktive Co‑Investitionsbedingungen, steuerliche Anreize, Investor Outreach
2.4 Mehrinvestition gegenüber heute — Zusammenfassung
Kurz: Thüringen braucht zusätzlich ≈ 1,1–1,2 Mrd. € pro Jahr, um von heute 300–350 Mio. € auf das Zielniveau 1,48 Mrd. € zu kommen. Das Volumen ist groß, aber finanzierbar durch eine Kombination aus Umschichtungen, Hebelung von EU‑/Bundesmitteln, privatem Co‑Investment, zielgerichteter Kreditaufnahme/Anleihen und Effizienzgewinnen. Entscheidend sind ein gestaffelter Ramp‑up, ein Landes‑Innovationsfonds als Hebelinstrument und strikte Meilenstein‑Finanzierung.
Finanzierungsprinzipien
Hebel statt Vollfinanzierung: Landesmittel als Kofinanzierung einsetzen, um EU‑, Bundes‑ und privates Kapital zu mobilisieren.
Phasenweiser Aufbau: 3‑stufiger Ramp‑up (Start 5 % → Skalierung 7–8 % → Ziel 10 %) reduziert kurzfristigen Budgetdruck.
Tranchierung an Wirkung: Auszahlung nach Meilensteinen; Stage‑Gate‑Mechanik reduziert Ausfallrisiko.
Diversifizierung: Mischung aus Zuschüssen, zinsgünstigen Darlehen, Garantien, PPP und Co‑Investitionsfonds.
Haushaltsdisziplin: Mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen, Risikopuffer 10–15 % und transparente Controlling‑Regeln.
Konkretes Finanzierungsmodell — Beispielmix (jährlich, Ziel +1,2 Mrd. €)
Mechanik zur Hebelung und Umsetzung
Landes‑Innovationsfonds (Anschub 150–250 Mio. €)
Zweck: flexible Kofinanzierung für EU/Bund‑Calls und Flagships; fungiert als Matching‑Kapital für private Investoren.
Auszahlung: tranchiert, meilensteinbasiert, mit 10–15 % Risikopuffer.
Aktive EU‑/Bund‑Akquise
Co‑Investitionsfonds und VC‑Matching
Landesmittel als First‑Loss oder Matching; Ziel Hebelratio privates VC ≥ 1:2.
Instrumente: Seed‑to‑Series‑A‑Tranche, steuerliche Anreize für Business Angels.
Gezielte Kreditaufnahme und PPP
Für langlebige Infrastruktur (Rechenzentren, Speicher, Verkehr) langfristige Kredite/Anleihen oder PPP‑Modelle nutzen.
Strikte Wirtschaftlichkeitsprüfung und Exit‑Klauseln.
Umschichtungen und Effizienz
Konsolidierung kleiner Förderlinien; Einsparungen in Verwaltung; Repriorisierung nicht‑strategischer Ausgaben.
Kurzfristiger Beitrag: 50–100 Mio. € möglich durch Programm‑Bündelung und Effizienzmaßnahmen.
Phasenmodell und Liquiditätsplanung
Jahre 1–3: Startvolumen ≈ +0,7–0,8 Mrd. € (5 % Ziel); Fondsanschub, 2 Flagships starten.
Jahre 4–7: Ausbau auf 0,9–1,2 Mrd. €; VC‑Matching hochfahren.
Jahre 8–10: Vollausbau auf 1,48 Mrd. €; Fonds in Regelbetrieb überführen.
Fiskalische Absicherung und LFA‑Effekt
LFA‑Abschöpfung: Zusätzliche Steuermehreinnahmen werden teilweise abgeschöpft; konservative Planung berücksichtigt 50–70 % Abschöpfung.
Absicherungsmaßnahmen: Risikopuffer im Fonds; mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen; konservative Szenarienrechnung.
Cashflow‑Management: Tranchierung reduziert jährliche Spitzen; Kreditaufnahme für langlebige Investitionen statt jährlicher Belastung.
Monitoring, KPIs und Governance
Kern‑KPIs: Investitionsquote (Anteil am Haushalt), Hebelratio Drittmittel, Anzahl Leuchtturmprojekte ≥50 Mio. €, neue High‑Skill‑Jobs, Anteil Mittel in Nicht‑Cluster.
Governance: Programmagentur als One‑Stop‑Shop; unabhängiges Monitoring‑Gremium; jährlicher Evaluationsbericht an Landtag.
Transparenz: Öffentliches KPI‑Dashboard; Meilenstein‑Auszahlungen nur bei positiver Evaluation.
Sofortmaßnahmen (0–12 Monate)
1. Fondsanschub bereitstellen (150–250 Mio. €) und Governance regeln.
2. EU/Bund‑Desk aufbauen und Pipeline priorisieren.
3. Pilot Co‑Investitionsmechanismus (20–50 Mio. €) starten.
4. Einspar‑ und Umschichtungsprüfung in allen Einzelplänen durchführen.
5. Liquiditätsplan und Tranchierungsregeln verabschieden.
Fazit
Die +1,1–1,2 Mrd. € Mehrinvestition ist groß, aber realistisch finanzierbar, wenn Thüringen konsequent auf Hebelwirkung, Phasenaufbau, Meilenstein‑Finanzierung und Diversifizierung setzt. Der Schlüssel ist nicht allein die Höhe der Landesmittel, sondern deren intelligente Verwendung als Katalysator für EU‑, Bundes‑ und privates Kapital sowie striktes Controlling.
Zeitliche Perspektive 2026–2035 — Überblick
Das Programm läuft 10 Jahre (2026–2035) und hat ein kumuliertes Zielvolumen von €14,8 Mrd. (1,48 Mrd./Jahr). Davon entfallen €3,0–3,5 Mrd. auf heutige Basisinvestitionen und €11,0–11,5 Mrd. auf zusätzliche Zukunftsinvestitionen. Im Folgenden die detaillierte Aufschlüsselung, Ramp‑Up, Finanzierungsmechanik, Meilensteine und fiskalische Absicherung.
1. Gesamtrechnung und Aufteilung (10 Jahre)
| Position | Betrag (Mrd. €) | Anteil |
|---|
| Gesamtvolumen (10 Jahre) | 14,8 | 100 % |
| Heutige Basisinvestitionen (Bestand) | 3,0–3,5 | 20–24 % |
| Zusätzliche Zukunftsinvestitionen | 11,0–11,5 | 76–80 % |
Erläuterung: Die Basisinvestitionen sind bestehende, fortzuführende Programme; die zusätzlichen Mittel finanzieren Fonds, Flagships, VC‑Matching, Fachkräfteoffensive, Digitalisierung und Flächenwirkung.
2. Ramp‑Up: Jahresweise Verteilung (Beispielpfad)
3. Detaillierte Verwendung der zusätzlichen €11–11,5 Mrd.
4. Finanzierungsquellen über die Laufzeit
Landesmittel (Anschub & Umschichtungen): Mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen; Fondsanschub in den ersten 3 Jahren (insgesamt 0,6–0,8 Mrd.).
EU & Bund: Systematische Akquise; Ziel 30–40 % Hebel auf Großprojekte; Vorfinanzierung durch Fonds‑Tranche.
Privates Kapital: Co‑Investitionsfonds, Business‑Angel‑Anreize, PPP‑Modelle; Ziel Hebelratio ≥ 1:2.
Kreditaufnahme: Selektiv für langlebige Infrastruktur; strikte Wirtschaftlichkeitsprüfung.
Effizienzgewinne: Konsolidierung kleiner Programme, Verwaltungsoptimierung zur Freisetzung von Mitteln.
5. Tranchierung, Liquiditätsplanung und fiskalische Absicherung
Tranchierung: Jährliche Mittel werden in Tranche A (Start/Planung), Tranche B (Bau/Implementierung), Tranche C (Betrieb/Scale) ausgezahlt; Auszahlung an Meilensteine gebunden.
Risikopuffer: 10–15 % Reserve in Fonds für Ausfallrisiken und Verzögerungen.
LFA‑Szenario: Konservative Annahme: 50–70 % Abschöpfung zusätzlicher Steuermehreinnahmen; deshalb Liquiditätsplanung mit Rücklagen und mehrjährigen Verpflichtungen.
Haushaltsrecht: Verpflichtungsermächtigungen und transparente Reporting‑Klauseln; jährliche Evaluationsberichte an Landtag.
6. Meilensteine, Monitoring und Evaluationsrhythmus
Jahr 0 (2026): Landtagsbeschluss Ramp‑Up; Fondsgründung; Programmagentur (One‑Stop‑Shop) initialisiert.
Jahr 1–3: Fondsanschub €150–250 Mio.; Start 2 Flagships; Seed‑to‑Series‑A‑Pilot; erste Modellgemeinden.
Jahr 4–7: Skalierung Cluster, Ausbau VC‑Matching, flächendeckende Skills Hubs, digitale Genehmigungsstrecken in Betrieb.
Jahr 8–10: Vollausbau 10 %; Fonds in Regelbetrieb; Abschluss‑Evaluation und Übergang in Regelhaushalt.
Monitoring: Quartals‑Reporting operativ; jährlicher öffentlicher Bericht; unabhängige Evaluationen nach Jahr 3 und Jahr 7.
Kern‑KPIs: Investitionsquote, Hebelratio Drittmittel, Anzahl Leuchtturmprojekte ≥50 Mio. €, neue High‑Skill‑Jobs, Anteil Mittel in Nicht‑Cluster‑Gemeinden.
7. Regionale Verteilung und Flächenwirkung
Verpflichtende Flächenquote: Mindestens 10 % der Mittel jährlich für Nicht‑Cluster‑Verbundregionen.
Modellgemeinden: Drei Pilotgemeinden in Jahr 1–2; Skalierung bei Erfolg.
Regionale Governance: Regionale Verbundräte koordinieren Mittelverwendung und lokale Matching‑Beiträge.
Fazit und politische Implikationen
Der 10‑Jahres‑Zeithorizont macht die Transformation planbar: €11–11,5 Mrd. zusätzliche Zukunftsinvestitionen sind groß, aber durch gestaffelte Umsetzung, Fonds‑Hebel, Drittmittelakquise und strikte Meilenstein‑Finanzierung finanzierbar. Entscheidend sind politische Entschlossenheit, haushaltsrechtliche Verankerung (mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen) und ein robustes Monitoring‑ und Governance‑Set‑up, das Risiken abfedert und Wirkung nachweist.
2.6 Finanzielle Tragfähigkeit — Warum das Programm finanzierbar ist
Kernaussage
Die zusätzliche Jahresinvestition von ≈ 1,1–1,2 Mrd. € ist groß, aber finanzierbar, weil Landesmittel gezielt als Hebel eingesetzt werden: hohe EU‑Förderquoten, systematische Bundes‑Kofinanzierung, private Co‑Investitionen und haushaltsstrategische Instrumente (Fonds, Tranchierung, Kreditfinanzierung) reduzieren den Nettoaufwand des Landes auf ca. 500–600 Mio. € pro Jahr. Langfristige fiskalische Effekte (Wachstum, geringere Sozialausgaben) verbessern die Tragfähigkeit zusätzlich.
Finanzierungsaufteilung und Rollen der Geldgeber
EU‑Mittel (EFRE, ESF+, Horizon Europe)
Rolle: Großprojekte, Infrastruktur, Forschung; hohe Förderquoten für strukturschwache Regionen.
Beitragserwartung: 30–35 % der Projektkosten; EU‑Mittel dienen als Hebel für Landes‑ und Privatmittel.
Bundesmittel (BMWK, BMBF, BMUV, Programme für Wasserstoff, KI)
Rolle: Förderprogramme für Technologie, Infrastruktur, Energie; oft kofinanziert.
Beitragserwartung: 20–25 % der Kosten bei vielen Programmen; Bund übernimmt große Teile bei nationalen Prioritäten.
Private Co‑Investitionen
Rolle: Risikokapital, Projektpartner, PPP‑Finanzierung.
Beitragserwartung: 10–15 % des Gesamtvolumens direkt; zusätzlich Hebelwirkung durch Folgeinvestitionen (1 € öffentl. → 1–3 € privat).
Land Thüringen (Nettoanteil)
Rolle: Anschub, Kofinanzierung, Fondsbasis, Garantien.
Erwarteter Nettoaufwand: 35–40 % des zusätzlichen Volumens → ≈ 500–600 Mio. € p.a. (bei +1,2 Mrd. €).
Warum diese Verteilung tragfähig ist
Hebelwirkung reduziert Landeslast: Landesmittel werden strategisch als Kofinanzierung und First‑Loss‑Tranche eingesetzt, nicht als Vollfinanzierung. Dadurch mobilisiert ein begrenzter Landesanteil deutlich größere Gesamtvolumina.
Hohe EU‑Förderquoten für strukturschwache Regionen: Thüringen kann überdurchschnittliche EU‑Kofinanzierung erhalten, wodurch der Landesanteil sinkt.
Bundesprogramme als Multiplikator: Viele Bundesprogramme sind explizit auf Kofinanzierung ausgelegt; koordinierte Antragspipelines erhöhen die Erfolgsquote.
Privates Kapital folgt sichtbaren Signalen: Größere, klar strukturierte Landesprogramme mit transparenter Governance und Exit‑Mechaniken ziehen VC, Industriepartner und Banken an.
Langfristige fiskalische Entlastung: Wachstumseffekte erhöhen Steueraufkommen; sinkende Arbeitslosigkeit reduziert Sozialausgaben; Nettoeffekt mindert die dauerhafte Belastung des Landeshaushalts.
Detaillierte Wirkungsrechnung und Beispielrechnung
Ausgangspunkt: zusätzlicher Bedarf 1,2 Mrd. € p.a.
| Quelle | Anteil | Betrag (Mio. €) |
|---|
| EU | 30 % | 360 |
| Bund | 25 % | 300 |
| Privat | 15 % | 180 |
| Land (Netto) | 30 % | 360 |
| Summe | 100 % | 1.200 |
Interpretation: In diesem konservativen Beispiel trägt das Land ≈ 360 Mio. € netto. Rechnet man bestehende Basisinvestitionen (300–350 Mio. €) hinzu und berücksichtigt Umschichtungen, Fondsanschub und Kreditinstrumente, ergibt sich ein realistisch zu tragender jährlicher Landesbeitrag von ≈ 500–600 Mio. €.
Länderfinanzausgleich und fiskalische Risiken
LFA‑Abschöpfung: Ein Teil der durch Wachstum entstehenden Mehreinnahmen wird über den Länderfinanzausgleich abgeschöpft. Realistische Planung berücksichtigt, dass 50–70 % zusätzlicher Steuermehreinnahmen nicht vollständig beim Land verbleiben.
Haushaltswirkung kurzfristig vs. mittelfristig: Kurzfristig sind Umschichtungen und Verpflichtungsermächtigungen nötig; mittelfristig kompensieren Wachstumseffekte und geringere Sozialausgaben einen Teil der Belastung.
Risikominderung: Risikopuffer (10–15 %), Tranchierung, Meilenstein‑Auszahlungen und konservative Szenarien reduzieren fiskalische Volatilität.
Wirtschaftliche Effekte, Einsparpotenziale und Rückflüsse
Direkte Effekte: Investitionen in Cluster, Infrastruktur und Start‑ups erzeugen Nachfrage, Beschäftigung und Steueraufkommen.
Indirekte Effekte: Höhere Produktivität, höhere Löhne, Folgeinvestitionen in Immobilien und Dienstleistungen.
Einsparpotenziale: Reduzierte Arbeitslosigkeit und geringere Sozialausgaben; effizientere Verwaltung durch Digitalisierung senkt laufende Kosten.
Return on Public Investment: Bei erfolgreicher Umsetzung sind mittelfristig positive Nettoeffekte auf Haushalt und Beschäftigung zu erwarten; konservative Modellrechnungen sollten 5–10‑jährige Amortisationszeiträume für Infrastruktur‑ und Clusterinvestitionen prüfen.
Sensitivitätsanalyse und Szenarien
Konservatives Szenario
EU/Bund‑Erfolg geringer; Privatanteil niedrig → Landesanteil steigt auf ≈ 700–800 Mio. € p.a.
Gegenmaßnahme: stärkere Priorisierung, Kreditfinanzierung für langlebige Assets, engere Meilensteinsteuerung.
Realistisches Szenario
Ambitioniertes Szenario
Starker Drittmittelzufluss, hoher Privathebel → Landesanteil ≤ 400 Mio. € p.a.
Voraussetzung: exzellente Projektpipeline, professionelle EU/Bund‑Akquise, aktives Investor‑Outreach.
Governance, Controlling und Absicherungsinstrumente
Landes‑Innovationsfonds als zentrales Hebelinstrument mit First‑Loss‑Tranche, Risikopuffer und Meilenstein‑Auszahlungen.
Programmagentur mit EU/Bund‑Desk, Investor‑Relations und Monitoring.
Transparenz: Öffentliches KPI‑Dashboard; jährliche Evaluationen; unabhängiges Prüfungs‑/Advisory‑Gremium.
Absicherung: Garantien, Rücklagen, Kreditlinien für Liquidität, Exit‑Klauseln bei Projektmisserfolg.
Konkrete nächste Schritte zur Sicherstellung der Tragfähigkeit
Fondsstruktur finalisieren (Governance, Risikopuffer, First‑Loss‑Mechanik).
EU/Bund‑Pipeline aufbauen: dediziertes Team zur Antragstellung und Vorfinanzierung.
Investor‑Outreach starten: Co‑Investitionsvereinbarungen, steuerliche Anreize prüfen.
Haushaltsplanung: mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen, Tranchierungsregeln, Liquiditätsplan.
Szenario‑Modellierung: LFA‑Effekte, Steuermehreinnahmen und Amortisationsrechnungen in drei Szenarien durchrechnen.
Fazit
Die 10‑%‑Strategie ist finanziell tragfähig, wenn Thüringen Landesmittel strategisch als Hebel einsetzt, EU‑ und Bundesmittel systematisch akquiriert, privates Kapital mobilisiert und strikte Governance‑ und Controlling‑Mechanismen etabliert. Der Schlüssel ist nicht nur die Höhe der Mittel, sondern die Qualität der Finanzierungsarchitektur: Fonds, Tranchierung, Meilensteinsteuerung und transparente Evaluationsprozesse.
Risiken und Absicherung — Überblick
Kernaussage
Das Programm steht vor vier zentralen Risiken: verzögerte EU‑Programme, langsame Genehmigungen, Fachkräftemangel und Projektüberlastung der Verwaltung. Jedes Risiko wird durch ein Bündel aus präventiven, operativen und fiskalischen Maßnahmen abgesichert. Untenstehend findest du eine detaillierte Risikoanalyse, konkrete Gegenmaßnahmen, Verantwortlichkeiten, Zeitpläne, Budgetrahmen und messbare Indikatoren.
1 Risiken — Beschreibung, Ursachen und Auswirkungen
Verzögerte EU‑Programme
Ursachen: lange Antragszyklen, komplexe Nachweis‑ und Berichtspflichten, hohe Wettbewerbsdichte.
Auswirkung: Vorfinanzierungsbedarf steigt; Projekte verzögern sich; Hebelwirkung der Landesmittel sinkt.
Wahrscheinlichkeit: mittel bis hoch; Schadenshöhe: mittel bis hoch.
Langsame Genehmigungen
Ursachen: Personalengpässe, papierbasierte Prozesse, fehlende Schnittstellen zwischen Behörden.
Auswirkung: Bau‑ und Infrastrukturprojekte verzögern sich; Investorenabsprung; Kostensteigerungen.
Wahrscheinlichkeit: hoch; Schadenshöhe: hoch.
Fachkräftemangel
Ursachen: Abwanderung, Überalterung, unzureichende Ausbildungs‑ und Anerkennungsstrukturen.
Auswirkung: Verzögerte Umsetzung, geringere Innovationsfähigkeit, erhöhte Lohnkosten.
Wahrscheinlichkeit: hoch; Schadenshöhe: hoch.
Projektüberlastung der Verwaltung
Ursachen: plötzlicher Volumenschub, fehlende PM‑Kapazitäten, unklare Zuständigkeiten.
Auswirkung: Qualitätsverluste, Verzögerungen, Reputationsschäden.
Wahrscheinlichkeit: mittel bis hoch; Schadenshöhe: mittel.
2 Absicherungsarchitektur — Institutionelle Maßnahmen
Projektmanagement‑Einheit Thüringen 2035
Aufgabe: Zentrale Steuerung, Priorisierung, Stage‑Gate‑Controlling, Kapazitätsplanung.
Struktur: Programmleitung, PMO, Finanzcontrolling, EU/Bund‑Desk, Legal & Compliance, Investor Relations.
Verantwortung: Ministerium für Wirtschaft in Kooperation mit Finanzministerium.
Zeitplan: Einrichtung M+0–3; Vollbetrieb M+6.
Budgetrahmen: Startbudget 3–5 Mio. € p.a. (Personal, Tools, Beratung).
KPIs: Projektdurchlaufzeit, Anteil Meilenstein‑geprüfter Auszahlungen, Anzahl aktiver Projekte pro PM‑FTE.
EU‑Kofinanzierungsstelle (EU/Bund‑Desk)
Aufgabe: Proaktive Antragserstellung, Vorfinanzierungsplanung, Compliance‑Checks, Monitoring von Fristen.
Struktur: Antragsteam, Fördermitteljuristen, Reporting‑Spezialisten.
Zeitplan: Aufbau M+0–6; Pipeline‑Management ab M+3.
Budget: 1–2 Mio. € p.a.
KPIs: Erfolgsquote Anträge, durchschnittliche Bewilligungsdauer, Vorfinanzierungsbedarf in €.
Digitale Genehmigungsprozesse und One‑Stop‑Shop
Aufgabe: Reduktion Durchlaufzeiten durch digitale Antragsstrecken, E‑Signatur, automatisierte Plausibilitätsprüfungen.
Pilot: Zwei Landkreise M+3–12; Rollout M+12–36.
Investition: Pilot 2–5 Mio. €; Rollout 15–30 Mio. € gesamt.
KPIs: mittlere Genehmigungsdauer; Anteil digital eingereichter Anträge; SLA‑Erfüllungsquote.
Personalaufbau in Schlüsselbehörden
Maßnahmen: temporäre PM‑Taskforces, dauerhafte Stellenaufstockung, beschleunigte Einstellungsverfahren, Fortbildungsprogramme.
Ziel: +15–25 % PM‑Kapazität in ersten 24 Monaten.
Budget: Personalmehrkosten initial 10–20 Mio. € p.a. (gestaffelt).
KPIs: PM‑FTE pro 100 Mio. € Projektvolumen; Fluktuationsrate; Zeit bis Besetzung offener Stellen.
3 Operative Gegenmaßnahmen nach Risiko
Gegen Verzögerte EU‑Programme
Vorfinanzierungsmechanik: Fonds‑Tranche zur Überbrückung (Reserve 150–250 Mio. € Anschub).
Proaktive Antragspipeline: Standardisierte Templates, Vorab‑Checks, Partnerschaft mit Hochschulen und Regionen.
Compliance‑Schnellchecks: EU‑Beihilfe‑Prüfungen vor Bewilligung.
Escalation: Priorisierte Nachverhandlungen mit Bund/EU bei Verzögerungen.
Messgrößen: Anteil vorfinanzierter Projekte; Zeit zwischen Antrag und Bewilligung.
Gegen Langsame Genehmigungen
SLAs und Priorisierung: verbindliche Fristen für priorisierte Projekte; Eskalationsstufen.
One‑Stop‑Shop: Bündelung aller Genehmigungen für Flagships; koordinierte Gutachten.
Automatisierung: Plausibilitätsprüfungen, digitale Akten, Schnittstellen zu Gutachtern.
Messgrößen: Reduktion mittlerer Genehmigungsdauer; SLA‑Erfüllungsquote.
Gegen Fachkräftemangel
Talentoffensive: Stipendien, Rückkehrprämien, internationale Rekrutierungskampagnen.
Anerkennungszentren: Digitale Schnellverfahren zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse (Pilot M+6).
Kooperationen: Hochschulen, IHK, Unternehmen für duale Studienplätze und Trainee‑Programme.
Messgrößen: Nettozuwanderung High‑Skill; Anzahl anerkannter Abschlüsse; Ausbildungsplätze besetzt.
Gegen Projektüberlastung der Verwaltung
Externe PM‑Kapazitäten: Zeitlich befristete Secondments, Beratungsrahmenverträge.
Stage‑Gate‑Prozesse: Strikte Meilensteinprüfung vor Auszahlung.
Portfolio‑Management: Priorisierung nach Hebelwirkung und Umsetzungsreife.
Messgrößen: Projekte pro PM‑FTE; Anteil termingerecht abgeschlossener Meilensteine.
4 Contingency Pläne und Eskalationsmechanismen
Frühwarnsystem: KPI‑Dashboard mit Ampelsystem; automatische Alerts bei Abweichungen.
Eskalationsstufen: Projekt‑PM → Programmagentur → Lenkungsgruppe → Ministerrat.
Notfallfonds: Liquiditätsreserve (5–10 % des Jahresvolumens) für kurzfristige Vorfinanzierung.
Reprofilierung: Möglichkeit zur Umverteilung von Mitteln zwischen Tranche A/B/C bei Verzögerungen.
Exit‑Klauseln: Standardisierte Vertragsklauseln für Abbruch oder Neuverhandlung bei Nicht‑Erfüllung.
5 Monitoring, Evaluierung und Transparenz
KPI‑Dashboard: Öffentliches Dashboard mit Quartals‑ und Jahreskennzahlen (Investitionsquote, Hebelratio, Genehmigungsdauer, Jobs).
Formative Evaluation: Prozessbegleitende Evaluation nach Jahr 1–3; Lessons Learned‑Report.
Summative Evaluation: Unabhängige Evaluationen Jahr 5 und Jahr 10 mit Wirkungsanalyse (BIP, Beschäftigung, Steueraufkommen).
Audit und Compliance: Jährliche Prüfungen durch unabhängige Prüfer; EU‑konforme Dokumentation.
Berichtspflicht: Jährlicher Bericht an Landtag mit Finanz‑ und Wirkungskennzahlen.
6 Kommunikation und Stakeholder‑Management
Transparente Kommunikation: Regelmäßige Stakeholder‑Updates, Pressebriefings, regionale Roadshows.
Beteiligung der Sozialpartner: Einbindung von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden bei Fachkräfte‑ und Tariffragen.
Investor‑Relations: Roadshows, Demo‑Days, bilaterale Gespräche mit strategischen Investoren.
Reputationsmanagement: Krisenkommunikationsplan für Projekt‑ oder Finanzskandale.
Abschluss und Prioritäten für die ersten 12 Monate
2.8 Bedeutung für den Landeshaushalt — Detaillierte Darstellung
Kernaussage
Ein 10‑%‑Programm ist kein Sparprogramm und bedeutet keine Kürzungen in Bildung, Soziales oder Kultur. Es beruht auf Umschichtung, Hebelwirkung und gezielter Finanzierung, sodass das Land nur einen Nettoanteil von ca. 500–600 Mio. € pro Jahr tragen muss. Durch Hebelung (EU, Bund, Privat) und langfristige Wachstums‑ und Einsparwirkungen ist das Programm fiskalisch tragfähig.
Finanzierungslogik und Hebelwirkung
| Quelle | Erwarteter Anteil | Beispielbetrag (bei +1,2 Mrd. €) |
|---|
| EU (EFRE, ESF+, Horizon etc.) | ≈ 30–35 % | 360–420 Mio. € |
| Bund (BMWK, BMBF, BMUV, Programme) | ≈ 20–25 % | 240–300 Mio. € |
| Privatwirtschaft / Co‑Investment | ≈ 10–15 % | 120–180 Mio. € |
| Land Thüringen (Netto) | ≈ 35–40 % | 420–480 Mio. € |
| Gesamt zusätzlicher Bedarf | 100 % | 1.200 Mio. € |
Hebelwirkung konkret: Jeder Landes‑Euro löst konservativ 3–4 Euro aus EU, Bund und Privatkapital. Das heißt: ein Landesanteil von ≈ 500–600 Mio. € mobilisiert ein Gesamtvolumen von ≈ 1,5–2,4 Mrd. € pro Jahr.
Warum das ohne Kürzungen möglich ist — Finanzierungshebel und Umschichtungsquellen
Umschichtung statt Kürzung
Konsolidierung kleiner Förderlinien: Zusammenlegung ähnlicher Programme; Reduktion administrativer Doppelstrukturen.
Effizienzgewinne in Verwaltung: Digitalisierung, Prozessoptimierung und Personalreorganisation schaffen dauerhafte Einsparungen.
Priorisierung nicht‑strategischer Ausgaben: Verschiebung von Einmal‑ oder nicht‑prioritären Ausgaben in strategische Investitionen.
Hebelung durch Drittmittel
Gezielte Kreditaufnahme für langlebige Assets
Einmalige Maßnahmen
Fiskalische Effekte und Rückflüsse
Kurzfristig: Erhöhter Liquiditätsbedarf; mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen nötig.
Mittelfristig: Wachstumseffekte erhöhen Steuer‑ und Abgabenbasis; Teil der Mehreinnahmen kompensiert Investitionskosten.
Langfristig: Reduktion von Arbeitslosigkeit und Sozialausgaben; stabilere demografische Entwicklung; höhere Produktivität.
LFA‑Effekt: Konservative Annahme, dass 50–70 % zusätzlicher Steuermehreinnahmen über den Länderfinanzausgleich abgeschöpft werden; Planung berücksichtigt diesen Effekt.
=>Die Abschöpfung macht es unattraktiv dies zu tun. Sonst würden es alle machen. Es würde sich alleine Gegenfinanzieren!
Sensitivitätsanalyse und Szenarien (jährliche Zusatzlast gegenüber Status quo)
Operative Absicherungsinstrumente für den Haushalt
Mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen zur Streckung der Belastung.
Landes‑Innovationsfonds mit First‑Loss‑Tranche und Risikopuffer; fungiert als Hebel für Drittmittel.
Tranchierte Auszahlung: Planung, Bau, Betrieb; Auszahlung nur bei Erreichen definierter Meilensteine.
Liquiditätsreserve (5–10 % Jahresvolumen) für Vorfinanzierung und EU‑Bewilligungs‑Lücken.
Striktes Controlling: KPI‑Dashboard, Quartals‑Reporting, unabhängige Evaluationen.
Haushaltskommunikation und politische Umsetzung
Transparente Darstellung gegenüber Landtag: jährliche Finanzpläne, Szenarien, LFA‑Prognosen.
Schrittweiser Beschluss: Start bei 5 % (Jahr 1–3), klare Roadmap zu 10 %; jede Erhöhung parlamentarisch zu legitimieren.
Begleitmaßnahmen: Sozialpolitische Schutzklauseln, um sicherzustellen, dass Bildung, Soziales und Kultur nicht betroffen sind.
Stakeholder‑Einbindung: Sozialpartner, Kommunen, Hochschulen und Wirtschaft in Budget‑ und Priorisierungsprozesse.
Kapitel‑Fazit: Finanzrahmen
Thüringen kann ein 10‑%‑Zukunftsprogramm finanzieren, weil die Finanzierung auf mehreren Hebeln ruht: EU (≈ 1/3), Bund (≈ 1/4), Wirtschaft (≈ 1/10) und Land (Netto ≈ 500–600 Mio. € p.a.).
Wachstumseffekte und Einsparungen (geringere Sozialausgaben, höhere Steuereinnahmen) kompensieren einen großen Teil der Kosten mittelfristig.
Schlüssel zum Erfolg sind: intelligente Hebelarchitektur (Fonds), mehrjährige Haushaltsverankerung, strikte Meilensteinsteuerung und transparente Evaluations‑ und Kommunikationsmechanismen.
Ökonomische Wirkung — Einleitung
Ein dauerhaftes Investitionsprogramm in Höhe von 1,48 Mrd. € pro Jahr (10 % des Landeshaushalts) wirkt nicht nur als kurzfristiger Nachfrageimpuls. Es verändert die strukturellen Rahmenbedingungen: Produktionskapazitäten, Humankapital, Innovationsökosysteme und die Leistungsfähigkeit der Verwaltung. Die Effekte sind kumulativ, interdependent und zeigen sich in unterschiedlichen Zeithorizonten: kurzfristig (1–3 Jahre) vor allem Nachfrage und Beschäftigung, mittelfristig (4–7 Jahre) Produktivitäts‑ und Strukturwandel, langfristig (8–15 Jahre) dauerhafte Standortverbesserung und fiskalische Rückflüsse.
1 Wirtschaft Wirkung auf BIP Produktivität Strukturwandel
Mechanismen der Wirkung
Direkte Nachfrageeffekte: Bau, Ausrüstung, Forschungsausgaben erhöhen die gesamtwirtschaftliche Nachfrage; Multiplikatorwirkung durch Zulieferketten.
Kapazitätsaufbau: Investitionen in Infrastruktur, Rechenzentren, Pilotfabriken und Energieinfrastruktur erhöhen Produktionskapazität und ermöglichen neue Wertschöpfungsketten.
Produktivitätssteigerung: Digitalisierung, Forschungstransfer und Qualifizierung heben die Arbeitsproduktivität in traditionellen Branchen.
Strukturwandel: Ressourcenverlagerung von niedrig produktiven Sektoren zu High‑Tech‑Clustern; Entstehung neuer Branchen (z. B. Wasserstoff‑Ökonomie, KI‑Dienstleistungen).
Quantitative Größenordnungen und Multiplikatoren
Kurzfristiger BIP‑Multiplikator: Investitionsausgaben in Infrastruktur und Forschung erzeugen konservativ einen Multiplikator von 1,2–1,6 auf das regionale BIP.
Mittelfristiger Produktivitätsgewinn: Durch Technologieadoption und Skills‑Aufbau sind sektorale Produktivitätszuwächse von 2–4 % p.a. in priorisierten Branchen realistisch.
Langfristiger BIP‑Effekt: Bei erfolgreicher Umsetzung kann das regionale BIP‑Wachstum dauerhaft um 0,5–1,5 Prozentpunkte pro Jahr über Basistrend steigen.
Konkrete Wirkpfade und Beispiele
Leuchtturmprojekte schaffen Ankerinvestitionen, die Zuliefernetzwerke anziehen.
Fonds‑Hebel mobilisiert private Folgeinvestitionen, die Skaleneffekte und Exportorientierung fördern.
Regionale Wertschöpfungsketten: Investitionen in Zulieferinfrastruktur erhöhen lokalen Wertschöpfungsanteil gegenüber Importen.
KPIs zur Messung
2 Arbeitsmarkt Wirkung auf Fachkräfte Beschäftigung Zuzug
Mechanismen der Wirkung
Beschäftigungsaufbau: Direkte Arbeitsplätze in Bau, Forschung, IT und Produktion; indirekte Jobs in Dienstleistung und Zulieferung.
Skills‑Aufbau: Investitionen in Ausbildung, duale Studiengänge und Anerkennungszentren erhöhen Qualifikationsniveau.
Zuzugseffekte: Attraktive Jobs, Karrierepfade und Wohnraumangebote reduzieren Abwanderung und ziehen Fachkräfte an.
Arbeitsmarktintegration: Anerkennungszentren und Mobilitätsanreize beschleunigen Integration internationaler Fachkräfte.
Quantitative Effekte
Direkte Beschäftigungseffekte: Pro 100 Mio. € Investitionen entstehen kurzfristig ~1.000–1.500 Vollzeitäquivalente (je nach Sektor).
Mittelfristige Nettoeffekte: Über 10 Jahre können 80.000–120.000 neue High‑Skill‑Jobs realistisch werden, wenn Scale‑Up und Clusterbildung gelingen.
Arbeitslosenquote: Strukturprogramme und Beschäftigungsmaßnahmen können die regionale Arbeitslosenquote um 1–3 Prozentpunkte senken.
Maßnahmen zur Verstärkung
Skills Hubs in Regionen; Anerkennungszentren für ausländische Abschlüsse; Rückkehrprämien und Wohnraumpakete; Unternehmensnahe Trainee‑Programme.
Monitoring: Nettozuzug High‑Skill, Besetzungsdauer offener Stellen, Anzahl anerkannter Abschlüsse, Ausbildungsplatzquote.
3 Innovation und Start‑ups Wirkung auf Ökosystem und Skalierung
Mechanismen der Wirkung
Seed‑to‑Scale Pipeline: Kombination aus Seed‑Finanzierung, VC‑Matching und Scale‑Up‑Förderung überwindet das Valley of Death.
Forschungstransfer: Investitionen in Forschungsinfrastruktur und Transferstellen erhöhen Spin‑off‑Raten und Kommerzialisierung.
Netzwerkeffekte: Cluster und Inkubatoren schaffen Dichte, die Talent‑ und Kapitalanreize verstärkt.
Internationale Sichtbarkeit: Leuchttürme und gezielte Investor‑Outreach‑Programme erhöhen internationale Aufmerksamkeit und Kapitalzufluss.
Quantitative Erwartungen
Gründungsrate: Ziel ist eine Verdopplung bis Verdreifachung der Gründungsquote innerhalb 7–10 Jahren.
VC‑Hebel: Mit aktivem Co‑Investitionsfonds ist ein Hebel von 1:2 bis 1:3 (privates Kapital pro Landes‑Euro) erreichbar.
Scale‑Up‑Erfolg: Anteil Start‑ups, die Series‑A erreichen, kann sich vervielfachen; mehr regionale Unicorn‑Potenziale.
Instrumente und KPIs
Instrumente: Seed‑Matching, Business‑Angel‑Anreize, internationale Accelerator‑Partnerschaften, Gründerstipendien, Demo‑Days.
KPIs: Anzahl Gründungen p.a.; Anteil Start‑ups mit Series‑A; VC‑Volumen in der Region; Anzahl Spin‑offs aus Hochschulen; Exportumsatz junger Unternehmen.
4 Verwaltung und Standortqualität Wirkung auf Effizienz und Investitionsklima
Mechanismen der Wirkung
Schnellere Genehmigungen: Digitale One‑Stop‑Shops und SLAs reduzieren Projektlaufzeiten und Investitionsunsicherheit.
Effiziente Verwaltung: PM‑Einheit, standardisierte Vergabemodule und Compliance‑Strukturen senken Transaktionskosten.
Standortattraktivität: Bessere Infrastruktur, digitale Services und transparente Governance erhöhen Standortbewertung für Unternehmen und Talente.
Risikoreduktion: Klare Meilensteinsteuerung und Controlling erhöhen Investorenvertrauen.
Konkrete Effekte
Genehmigungsdauer: Priorisierte digitale Prozesse können Durchlaufzeiten um 50–70 % reduzieren.
Transaktionskosten: Standardisierung und digitale Abläufe senken administrative Kosten für Unternehmen deutlich.
Investitionsentscheidungen: Kürzere Time‑to‑Market und geringere Unsicherheit erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Standortentscheidungen zugunsten Thüringens.
KPIs
Wechselwirkungen und Systemeffekte
Positive Rückkopplungen: Mehr Investitionen → mehr Jobs → mehr Steuereinnahmen → bessere Kofinanzierungschancen → mehr Investitionen.
Risikoketten: Verzögerungen bei Genehmigungen oder Fachkräftemangel können Hebelwirkung abschwächen; deshalb sind Governance und Personalaufbau kritische Hebel.
Regionale Ausgewogenheit: Verbindliche Flächenquoten und Modellgemeinden verhindern Konzentrationseffekte und sichern flächendeckende Wirkung.
Zeitliche Einordnung der Effekte
0–3 Jahre: Nachfrage‑ und Beschäftigungseffekte; Aufbau Fonds und PM‑Einheit; erste Flagships starten.
4–7 Jahre: Produktivitätsgewinne, Gründungs‑ und Scale‑Up‑Effekte, messbare Zuzugsdynamik.
8–15 Jahre: Strukturwandel, dauerhafte BIP‑Effekte, substanzielle fiskalische Rückflüsse und stabilisierte Demografie.
Messung des Erfolgs und Evaluationsrahmen
Kurzfristig: Quartals‑KPI‑Dashboard (Investitionsquote, Mittelverwendung, Genehmigungsdauer).
Mittelfristig: Jahresberichte mit Wirkungskennzahlen (BIP‑Effekt, Jobs, VC‑Hebel).
Langfristig: Unabhängige Evaluationen Jahr 5 und Jahr 10 mit Kosten‑Nutzen‑Analyse und Verteilungseffekten.
Fazit
Ein konsequent umgesetztes 10‑%‑Programm transformiert Thüringen systemisch: es schafft die finanzielle Masse für Leuchttürme, baut dauerhafte Kapazitäten auf, stabilisiert den Arbeitsmarkt und professionalisiert Verwaltung und Standortqualität. Der Erfolg hängt von drei Steuerungsfaktoren ab: (1) intelligente Hebelarchitektur (Fonds + Drittmittel), (2) starke Governance und PM‑Kapazität, (3) gezielte Fachkräfte‑ und Innovationsmaßnahmen. Mit diesen Hebeln ist die Vision von Wachstum, Zuzug und nachhaltiger Strukturentwicklung realistisch erreichbar.Ein dauerhaftes 10‑%‑Investitionsprogramm (1,48 Mrd. €/Jahr) kann Thüringens BIP kurzfristig um +2,4–3,5 Mrd. € p.a. steigern und mittelfristig strukturelle Transformationen auslösen; über 10 Jahre sind +25–35 Mrd. € zusätzliche Wirtschaftsleistung realistisch, wenn Hebelwirkung, Governance und EU/Bund‑Kofinanzierung konsequent genutzt werden.
Entscheidungsleitfaden (Kurz)
Kernfrage: Wollen Sie Wachstum primär über Infrastruktur/Cluster (hoher Multiplikator) oder über Start‑up‑/Forschungspipeline (längerer Hebel) priorisieren?
Entscheidungspunkte: Umfang Vorfinanzierung (Fonds‑Anschub), EU/Bund‑Pipeline, PM‑Kapazität für schnelle Umsetzung.
Wichtig: Messgrößen (BIP, Jobs, Hebelratio) vor Start definieren; Meilenstein‑Finanzierung einführen.
A Direkte Wirkung (Mechanik und Zahlen)
Multiplikatorannahme: 1,6–2,4 für öffentliche Investitionen in strukturschwache EU‑Regionen (konservative Bandbreite aus EIB/ESI‑Analysen).
Rechnung (jährlich):
Investition: 1,48 Mrd. €
Direkter BIP‑Effekt: bis Mrd. € → +2,4–3,5 Mrd. € p.a. (gerundet).
Wachstumswirkung: Bei einem Thüringer BIP‑Basiswert führt das zu +5,0–7,5 Prozentpunkten zusätzlichem jährlichem Wachstum in den ersten Skalierungsjahren (abhängig von Multiplikator und Auslastung). Wichtig: diese Effekte sind front‑loaded; Nachhaltigkeit hängt von Folgeinvestitionen und Produktivitätsgewinnen ab.
| Zeithorizont | Primärer Effekt | Zahlen (Beispiel) |
|---|
| Kurzfristig (1–3 J.) | Nachfrage, Bau, Jobs | +2,4–3,5 Mrd. € BIP p.a. |
| Mittelfristig (4–7 J.) | Produktivität, Skalierung | wachstums‑plus, Exportsteigerung |
| Langfristig (8–10 J.) | Strukturwandel | +25–35 Mrd. € kumulativ |
B Langfristige Wirkung bis 2035 (Wirkpfade)
Kumulativ: +25–35 Mrd. € zusätzliche Wirtschaftsleistung über 10 Jahre, wenn Hebel (EU/Bund/Privat) und Scale‑Up‑Pipeline funktionieren.
Sekundäre Effekte: höhere Steuereinnahmen, sinkende Sozialausgaben, mehr Unternehmensgründungen und verstärkte private Investitionen durch sichtbare Leuchttürme und verbesserte Standortqualität.
Verstärker: gezielte Cluster‑Investitionen, VC‑Matching, Fachkräfteoffensive und digitale Genehmigungsprozesse erhöhen Nachhaltigkeit der Effekte.
Risiken, Sensitivität und Absicherung
Risiken: verzögerte EU‑Bewilligungen, langsame Genehmigungen, Fachkräftemangel, schwacher Privathebel.
Absicherung: Fonds‑Tranche zur Vorfinanzierung, EU/Bund‑Desk, One‑Stop‑Shop, PM‑Einheit, Meilenstein‑Auszahlungen.
Szenario‑Hinweis: Bei schwächerer Drittmittel‑Quote reduziert sich der Landes‑Hebel; konservative Planung mit 10–15 % Risikopuffer ist Pflicht.
KPIs & Monitoring (unbedingt vor Start festlegen)
Jährliche KPIs: Investitionsquote (% Haushalt), BIP‑Effekt (Mio. €), Hebelratio Drittmittel, neue High‑Skill‑Jobs, Genehmigungsdauer.
Evaluationsrhythmus: Quartals‑Reporting operativ; unabhängige Evaluationen Jahr 3 und 7.
Fazit: Mit einer stringenten Hebel‑ und Governance‑Architektur ist das prognostizierte BIP‑Wachstum erreichbar; die zentrale Herausforderung ist nicht die Höhe der Mittel allein, sondern die Qualität der Umsetzung (Pipeline, PM, Drittmittel‑Akquise).
Ökonomische Wirkung — Einleitung
Ein dauerhaftes Investitionsprogramm in Höhe von 1,48 Mrd. € pro Jahr (10 % des Landeshaushalts) wirkt nicht nur als kurzfristiger Nachfrageimpuls. Es verändert die strukturellen Rahmenbedingungen: Produktionskapazitäten, Humankapital, Innovationsökosysteme und die Leistungsfähigkeit der Verwaltung. Die Effekte sind kumulativ, interdependent und zeigen sich in unterschiedlichen Zeithorizonten: kurzfristig (1–3 Jahre) vor allem Nachfrage und Beschäftigung, mittelfristig (4–7 Jahre) Produktivitäts‑ und Strukturwandel, langfristig (8–15 Jahre) dauerhafte Standortverbesserung und fiskalische Rückflüsse.
1 Wirtschaft Wirkung auf BIP Produktivität Strukturwandel
Mechanismen der Wirkung
Direkte Nachfrageeffekte: Bau, Ausrüstung, Forschungsausgaben erhöhen die gesamtwirtschaftliche Nachfrage; Multiplikatorwirkung durch Zulieferketten.
Kapazitätsaufbau: Investitionen in Infrastruktur, Rechenzentren, Pilotfabriken und Energieinfrastruktur erhöhen Produktionskapazität und ermöglichen neue Wertschöpfungsketten.
Produktivitätssteigerung: Digitalisierung, Forschungstransfer und Qualifizierung heben die Arbeitsproduktivität in traditionellen Branchen.
Strukturwandel: Ressourcenverlagerung von niedrig produktiven Sektoren zu High‑Tech‑Clustern; Entstehung neuer Branchen (z. B. Wasserstoff‑Ökonomie, KI‑Dienstleistungen).
Quantitative Größenordnungen und Multiplikatoren
Kurzfristiger BIP‑Multiplikator: Investitionsausgaben in Infrastruktur und Forschung erzeugen konservativ einen Multiplikator von 1,2–1,6 auf das regionale BIP.
Mittelfristiger Produktivitätsgewinn: Durch Technologieadoption und Skills‑Aufbau sind sektorale Produktivitätszuwächse von 2–4 % p.a. in priorisierten Branchen realistisch.
Langfristiger BIP‑Effekt: Bei erfolgreicher Umsetzung kann das regionale BIP‑Wachstum dauerhaft um 0,5–1,5 Prozentpunkte pro Jahr über Basistrend steigen.
Konkrete Wirkpfade und Beispiele
Leuchtturmprojekte schaffen Ankerinvestitionen, die Zuliefernetzwerke anziehen.
Fonds‑Hebel mobilisiert private Folgeinvestitionen, die Skaleneffekte und Exportorientierung fördern.
Regionale Wertschöpfungsketten: Investitionen in Zulieferinfrastruktur erhöhen lokalen Wertschöpfungsanteil gegenüber Importen.
KPIs zur Messung
2 Arbeitsmarkt Wirkung auf Fachkräfte Beschäftigung Zuzug
Mechanismen der Wirkung
Beschäftigungsaufbau: Direkte Arbeitsplätze in Bau, Forschung, IT und Produktion; indirekte Jobs in Dienstleistung und Zulieferung.
Skills‑Aufbau: Investitionen in Ausbildung, duale Studiengänge und Anerkennungszentren erhöhen Qualifikationsniveau.
Zuzugseffekte: Attraktive Jobs, Karrierepfade und Wohnraumangebote reduzieren Abwanderung und ziehen Fachkräfte an.
Arbeitsmarktintegration: Anerkennungszentren und Mobilitätsanreize beschleunigen Integration internationaler Fachkräfte.
Quantitative Effekte
Direkte Beschäftigungseffekte: Pro 100 Mio. € Investitionen entstehen kurzfristig ~1.000–1.500 Vollzeitäquivalente (je nach Sektor).
Mittelfristige Nettoeffekte: Über 10 Jahre können 80.000–120.000 neue High‑Skill‑Jobs realistisch werden, wenn Scale‑Up und Clusterbildung gelingen.
Arbeitslosenquote: Strukturprogramme und Beschäftigungsmaßnahmen können die regionale Arbeitslosenquote um 1–3 Prozentpunkte senken.
Maßnahmen zur Verstärkung
Skills Hubs in Regionen; Anerkennungszentren für ausländische Abschlüsse; Rückkehrprämien und Wohnraumpakete; Unternehmensnahe Trainee‑Programme.
Monitoring: Nettozuzug High‑Skill, Besetzungsdauer offener Stellen, Anzahl anerkannter Abschlüsse, Ausbildungsplatzquote.
3 Innovation und Start‑ups Wirkung auf Ökosystem und Skalierung
Mechanismen der Wirkung
Seed‑to‑Scale Pipeline: Kombination aus Seed‑Finanzierung, VC‑Matching und Scale‑Up‑Förderung überwindet das Valley of Death.
Forschungstransfer: Investitionen in Forschungsinfrastruktur und Transferstellen erhöhen Spin‑off‑Raten und Kommerzialisierung.
Netzwerkeffekte: Cluster und Inkubatoren schaffen Dichte, die Talent‑ und Kapitalanreize verstärkt.
Internationale Sichtbarkeit: Leuchttürme und gezielte Investor‑Outreach‑Programme erhöhen internationale Aufmerksamkeit und Kapitalzufluss.
Quantitative Erwartungen
Gründungsrate: Ziel ist eine Verdopplung bis Verdreifachung der Gründungsquote innerhalb 7–10 Jahren.
VC‑Hebel: Mit aktivem Co‑Investitionsfonds ist ein Hebel von 1:2 bis 1:3 (privates Kapital pro Landes‑Euro) erreichbar.
Scale‑Up‑Erfolg: Anteil Start‑ups, die Series‑A erreichen, kann sich vervielfachen; mehr regionale Unicorn‑Potenziale.
Instrumente und KPIs
Instrumente: Seed‑Matching, Business‑Angel‑Anreize, internationale Accelerator‑Partnerschaften, Gründerstipendien, Demo‑Days.
KPIs: Anzahl Gründungen p.a.; Anteil Start‑ups mit Series‑A; VC‑Volumen in der Region; Anzahl Spin‑offs aus Hochschulen; Exportumsatz junger Unternehmen.
4 Verwaltung und Standortqualität Wirkung auf Effizienz und Investitionsklima
Mechanismen der Wirkung
Schnellere Genehmigungen: Digitale One‑Stop‑Shops und SLAs reduzieren Projektlaufzeiten und Investitionsunsicherheit.
Effiziente Verwaltung: PM‑Einheit, standardisierte Vergabemodule und Compliance‑Strukturen senken Transaktionskosten.
Standortattraktivität: Bessere Infrastruktur, digitale Services und transparente Governance erhöhen Standortbewertung für Unternehmen und Talente.
Risikoreduktion: Klare Meilensteinsteuerung und Controlling erhöhen Investorenvertrauen.
Konkrete Effekte
Genehmigungsdauer: Priorisierte digitale Prozesse können Durchlaufzeiten um 50–70 % reduzieren.
Transaktionskosten: Standardisierung und digitale Abläufe senken administrative Kosten für Unternehmen deutlich.
Investitionsentscheidungen: Kürzere Time‑to‑Market und geringere Unsicherheit erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Standortentscheidungen zugunsten Thüringens.
KPIs
Wechselwirkungen und Systemeffekte
Positive Rückkopplungen: Mehr Investitionen → mehr Jobs → mehr Steuereinnahmen → bessere Kofinanzierungschancen → mehr Investitionen.
Risikoketten: Verzögerungen bei Genehmigungen oder Fachkräftemangel können Hebelwirkung abschwächen; deshalb sind Governance und Personalaufbau kritische Hebel.
Regionale Ausgewogenheit: Verbindliche Flächenquoten und Modellgemeinden verhindern Konzentrationseffekte und sichern flächendeckende Wirkung.
Zeitliche Einordnung der Effekte
0–3 Jahre: Nachfrage‑ und Beschäftigungseffekte; Aufbau Fonds und PM‑Einheit; erste Flagships starten.
4–7 Jahre: Produktivitätsgewinne, Gründungs‑ und Scale‑Up‑Effekte, messbare Zuzugsdynamik.
8–15 Jahre: Strukturwandel, dauerhafte BIP‑Effekte, substanzielle fiskalische Rückflüsse und stabilisierte Demografie.
Messung des Erfolgs und Evaluationsrahmen
Kurzfristig: Quartals‑KPI‑Dashboard (Investitionsquote, Mittelverwendung, Genehmigungsdauer).
Mittelfristig: Jahresberichte mit Wirkungskennzahlen (BIP‑Effekt, Jobs, VC‑Hebel).
Langfristig: Unabhängige Evaluationen Jahr 5 und Jahr 10 mit Kosten‑Nutzen‑Analyse und Verteilungseffekten.
Fazit
Ein konsequent umgesetztes 10‑%‑Programm transformiert Thüringen systemisch: es schafft die finanzielle Masse für Leuchttürme, baut dauerhafte Kapazitäten auf, stabilisiert den Arbeitsmarkt und professionalisiert Verwaltung und Standortqualität. Der Erfolg hängt von drei Steuerungsfaktoren ab: (1) intelligente Hebelarchitektur (Fonds + Drittmittel), (2) starke Governance und PM‑Kapazität, (3) gezielte Fachkräfte‑ und Innovationsmaßnahmen. Mit diesen Hebeln ist die Vision von Wachstum, Zuzug und nachhaltiger Strukturentwicklung realistisch erreichbar.
3.2 Wirkung auf den Arbeitsmarkt — Zusammenfassung
Kernaussage
Mit einem 10‑%‑Investitionsprogramm (1,48 Mrd. €/Jahr) können die fünf priorisierten Cluster (Photonik, KI, Energie, Automotive, Digital Health) 80.000–120.000 neue High‑Skill‑Jobs erzeugen. Das Ergebnis entsteht durch die Kombination aus direkten, indirekten und induzierten Effekten, flankierenden Fachkräfte‑ und Zuzugsmaßnahmen sowie Lohn‑ und Produktivitätssteigerungen. Unten findest du die Annahmen, Rechenwege, Zeitprofile, Maßnahmen zur Realisierung und Sensitivitätsanalysen.
A Direkte, indirekte und induzierte Beschäftigungseffekte — Methodik und Zahlen
B Fachkräftezuzug statt Abwanderung — Mechanik, Maßnahmen, Zielwerte
C Höhere Löhne & Produktivität — Mechanismen und Vergleichseffekte
Mechanismen
Qualifikationsmix: Verlagerung zu High‑Skill‑Arbeit erhöht Durchschnittslohn.
Produktivitätsgewinne: Technologieadoption, Prozessinnovation und bessere Kapitalausstattung steigern Output pro Beschäftigtenstunde.
Arbeitsmarktknappheit in High‑Skill‑Segmenten: führt zu Lohnprämien und Investitionen in Weiterbildung.
Quantitative Erwartungen
Durchschnittslöhne: Anstieg im High‑Tech‑Segment über Basis um 10–25 % innerhalb 5–7 Jahren, abhängig von Branchenmix.
Produktivität pro Beschäftigten: sektorale Produktivitätszuwächse 2–4 % p.a. in priorisierten Branchen; aggregiert positiver Effekt auf BIP‑Pro‑Kopf.
Relative Annäherung: Bei erfolgreicher Umsetzung kann Thüringen in 10–15 Jahren gegenüber Sachsen aufholen (≈ +10 Jahre), gegenüber Bayern in 15–25 Jahren (≈ +20 Jahre) und mittelfristig die Lücke zu skandinavischen Regionen deutlich verringern (zeitlich länger, ≈ 25–30 Jahre), vorausgesetzt anhaltende Investitionen und privates Follow‑on‑Capital.
Verteilungsaspekte
Positive Spillovers: Lohnanstieg in High‑Skill‑Sektoren hebt Nachfrage und Löhne in Dienstleistungssektor.
Risiko: Regionale Ungleichheit, wenn Cluster zu stark konzentriert sind — deshalb Flächenquote und Verbundregionen‑Tranche.
KPIs
Durchschnittslohn (Brutto) in priorisierten Sektoren.
Produktivität (BIP pro Beschäftigtenstunde).
Lohn‑Gini und regionale Lohnunterschiede (Monitoring zur Vermeidung von Ungleichheit).
Sensitivität, Risiken und Gegenmaßnahmen
Hauptunsicherheiten
Privathebel schwächer als erwartet → weniger indirekte/induzierte Jobs.
Fachkräftelücke bleibt → Stellen bleiben unbesetzt, Wachstum limitiert.
Cluster‑Konzentration → regionale Disparitäten.
Gegenmaßnahmen
Starker Fokus auf Ausbildung und Anerkennung (Skills Hubs, duale Studienplätze).
Aktive Investor‑ und Unternehmensansprache zur Sicherstellung von Folgeinvestitionen.
Regionale Verteilung: verbindliche Mindestquoten für Nicht‑Cluster‑Regionen; Modellgemeinden.
Monitoring & Flexibilität: PM‑Einheit passt Förderlinien nach Bedarf (z. B. mehr Mittel für Fachkräfteprogramme, wenn Besetzungsraten niedrig sind).
Operative To‑dos (Prioritäten für die ersten 24 Monate)
Skills Hubs in drei Regionen aufbauen; Kooperationen Hochschule‑Wirtschaft starten.
Anerkennungszentrum digitalisieren und personell ausbauen (Schnellverfahren).
Internationale Rekrutierungskampagne starten; Employer‑Branding für Cluster.
Wohnraum‑ und Mobilitätspakete pilotieren (3 Modellstandorte).
Monitoring‑Dashboard für Arbeitsmarkt‑KPIs einrichten (Quartals‑Reporting).
Fazit
Die Zielgröße 80.000–120.000 neue High‑Skill‑Jobs ist plausibel und erreichbar, wenn Investitionen in Cluster mit konsequenten Fachkräfte‑, Wohn‑ und Hochschulmaßnahmen verknüpft werden und private Folgeinvestitionen mobilisiert werden. Der Erfolg hängt entscheidend von der Pipelinequalität, der Schnelligkeit der Umsetzung (Genehmigungen, PM‑Kapazität) und der Fähigkeit, internationale Talente zu gewinnen und zu integrieren. Mit diesen Hebeln kann Thüringen nicht nur Arbeitsplätze schaffen, sondern auch Löhne und Produktivität nachhaltig anheben.
Wirkung auf Innovation und Start‑ups
Ein konsequent finanziertes 10‑%‑Programm macht Thüringen zum Deep‑Tech‑Hotspot durch drei Hebel: Finanzierungspipeline, Forschungstransfer und Investorenzugang. Die folgenden Abschnitte beschreiben Mechanik, konkrete Ziele, Zeitprofile, Instrumentendesign, KPIs, Risiken und operative Schritte.
A Start‑up‑Quote vervierfacht sich — Ziele und Mechanik
B Forschung wird wirtschaftlich verwertet — Transferarchitektur
C Private Investitionen steigen massiv — Hebelmechanik und Ziele
Risiken, Sensitivitätsanalyse und Gegenmaßnahmen
Hauptrisiken
Privathebel bleibt aus → Fonds wirkt nicht wie geplant.
Transferhemmnisse in Universitäten (Bürokratie, langsame IP‑Verträge).
Talentknappheit limitiert Gründungsdynamik.
Regionale Konzentration führt zu Ungleichheit.
Gegenmaßnahmen
First‑Loss‑Tranche und klare Co‑Investment‑Regeln erhöhen Investorensicherheit.
Standard‑IP‑Templates und KPI‑gebundene Anreize für Hochschulen.
Parallelprogramme für Fachkräfte (Anerkennung, Wohnraum, Stipendien).
Flächenquote: mindestens 10 % der Start‑up‑Mittel für Nicht‑Cluster‑Regionen.
Sensitivität
Operative Implementierungsschritte für die ersten 36 Monate
Fondsaufsetzung: Governance, Investment‑Policy, First‑Loss‑Mechanik, Managementteam (M+0–6).
Pilotstipendien: 12‑monatiger Pilot mit 500 Stipendien, Monitoring Conversion (M+3–12).
Inkubator‑Rollout: 3 Hochschulinkubatoren + 2 Regionalinkubatoren in Jahr 1–2; Ausbau auf 10 bis Jahr 4.
Transferzentren starten: Proof‑of‑Concept‑Grants, IP‑Office, Horizon‑Team (M+6–18).
Investor‑Outreach: Roadshows, Demo‑Days, Co‑Investment‑Abkommen (M+6–24).
Monitoring‑Dashboard: Echtzeit‑KPIs, Quartals‑Reporting, unabhängige Evaluation Jahr 3.
Messgrößen und Reporting
Kurzfristig (Jahr 1–3): Anzahl Stipendien, Inkubatoren eröffnet, Seed‑Investments, Anträge für Horizon/EFRE.
Mittelfristig (Jahr 4–7): Gründungsquote, Series‑A‑Runden, privates VC‑Volumen, Spin‑off‑Zahlen.
Langfristig (Jahr 8–10): Exit‑Volumen, kumulatives privates Kapital, Patente, internationale Kooperationen.
Fazit
Mit 200 Mio. € Start‑up‑Fonds, gezielten Clusterinvestitionen und einer stringenten Transfer‑ und Investor‑Strategie kann Thüringen seine Gründungsdynamik vervielfachen, Forschungsergebnisse systematisch kommerzialisieren und 1,5–3,0 Mrd. € privates Kapital bis 2035 mobilisieren. Entscheidend sind eine professionelle Fondsstruktur, schnelle Transferprozesse an Hochschulen, koordinierte Investor Relations und parallele Maßnahmen zur Fachkräfte‑ und Standortentwicklung. Diese Kombination macht aus Thüringen einen nachhaltigen Deep‑Tech‑Hotspot.
Zusammenfassung
Ein 10‑%‑Investitionsprogramm macht Thüringen nicht nur schneller in Abläufen, sondern grundlegend attraktiver als Standort. Kernwirkung: Genehmigungszeiten sinken um 60–70 %, digitale Infrastruktur und Energieinnovation erhöhen Standortqualität, und Thüringen wird zur Modellregion für EU‑Programme und Nachahmer in Deutschland. Die folgenden Abschnitte beschreiben Mechanik, konkrete Maßnahmen, Budgetrahmen, Verantwortlichkeiten, KPIs und Zeitpläne.
Genehmigungen werden 60–70 Prozent schneller
Standortqualität steigt deutlich
Thüringen wird Modellregion
Risiken und Absicherung
Hauptgefahren
Technische Implementierungsprobleme bei KI und Schnittstellen.
Widerstand in Verwaltungen gegen Prozessänderungen.
Finanzierungsengpässe bei Infrastrukturprojekten.
Datenschutz und Compliance‑Risiken bei digitalen Akten und KI.
Absicherungsmaßnahmen
Pilot‑First‑Ansatz: kleine, kontrollierte Piloten vor Rollout.
Change Management: Fortbildung, Secondments, Anreizsysteme für Behörden.
Rechts‑ und Datenschutzrahmen: Standardverträge, Privacy‑by‑Design, unabhängige Audits.
Finanzpuffer: 10–15 % Contingency in Infrastrukturbudgets; EU/Bund‑Kofinanzierung als Hebel.
Monitoring
Implementierungsfahrplan 12–36 Monate
Fazit
Mit klarer Priorisierung, gezielten Pilotprojekten und einer starken Programmagentur kann Thüringen die Genehmigungszeiten drastisch reduzieren, die Standortqualität massiv verbessern und als Modellregion national und europäisch sichtbar werden. Die Kombination aus technischer Umsetzung, Change Management in der Verwaltung und finanzieller Hebelung macht Thüringen zum effizientesten Bundesland und legt die Grundlage für nachhaltiges Wachstum, Zuzug und Innovationskraft.Thüringen 2035 ist ein zehnjähriges Transformationsprogramm mit fünf klaren Investitionssäulen. Jede Säule ist so gestaltet, dass sie unmittelbar Wirkung entfaltet, sich mit den anderen verzahnt und Hebel für Drittmittel und private Folgeinvestitionen schafft. Unten findest du jede Säule präzise, mit Zielen, Instrumenten, Budgetrahmen, Governance, KPIs, Zeitplan und Risiken samt Gegenmaßnahmen.
Gesamtbudgetverteilung pro Jahr
| Säule | Jährlicher Betrag (Mio. €) | Anteil |
|---|
| Cluster und Leuchttürme | 800 | 54 % |
| Fonds, Start‑ups und VC‑Matching | 200 | 13 % |
| Fachkräfte, Bildung und Wohnraum | 240 | 16 % |
| Digitale Verwaltung und Genehmigungen | 100 | 7 % |
| Energie und Infrastruktur | 150 | 10 % |
| Gesamt | 1.490 | 100 % |
Säule 1 Cluster und Leuchttürme
Ziel
Schaffung von 2–4 international sichtbaren Leuchtturmprojekten und Ausbau regionaler Cluster (Photonik, KI, Energie, Automotive, Digital Health) zur Erreichung kritischer Masse.
Instrumente
Großinvestitionen in Pilotfabriken, Testzentren, Rechenzentren und gemeinsame Laborinfrastruktur.
Standortpakete: Flächenentwicklung, Anschlussinfrastruktur, Anschubmieten für Ankerunternehmen.
Public‑Private Partnerships für industrielle Demonstratoren.
Kofinanzierung mit EU/Bund für Infrastrukturprojekte.
Governance
KPIs
Zeitplan
Jahr 1–3: Auswahl und Start 2 Flagships; Planung Infrastruktur.
Jahr 4–7: Bau und Inbetriebnahme; Zuliefernetzwerke entwickeln.
Jahr 8–10: Skalierung, internationale Vermarktung.
Risiken und Gegenmaßnahmen
Risiko: Genehmigungs‑ und Bauverzögerungen → Gegenmaßnahme: One‑Stop‑Agency, Meilenstein‑Finanzierung.
Risiko: fehlende private Folgeinvestitionen → Gegenmaßnahme: Co‑Investitions‑Anreize, First‑Loss‑Tranche.
Säule 2 Fonds, Start‑ups und VC‑Matching
Ziel
Vervielfachung der Gründungsquote, Aufbau einer durchgängigen Seed‑to‑Series‑A‑Pipeline und Mobilisierung privater VC‑Mittel.
Instrumente
200 Mio. € Start‑up‑Fonds mit Segmenten: Seed‑Matching, Series‑A‑Co‑Invest, Accelerator‑Grants, Gründerstipendien.
Aufbau von 10 Inkubatoren und 3 internationalen Accelerators.
Steuerliche und regulatorische Anreize für Business Angels; Investor‑Outreach‑Programm.
Gründerstipendienprogramm (1.000 p.a.) gekoppelt an Mentoring und KPI‑Reporting.
Governance
KPIs
Zeitplan
Jahr 0–1: Fondsaufsetzung, Pilotstipendien, 3 Inkubatoren.
Jahr 2–4: Volle Betriebsfähigkeit, Series‑A‑Co‑Investments.
Jahr 5–10: Skalierung, internationale Fondsansprache, sichtbare Exits.
Risiken und Gegenmaßnahmen
Risiko: Privater Hebel bleibt aus → Gegenmaßnahme: First‑Loss, steuerliche Anreize, aktive Investor Relations.
Risiko: geringe Transferrate aus Hochschulen → Gegenmaßnahme: Proof‑of‑Concept‑Grants, Transferzentren.
Säule 3 Fachkräfte, Bildung und Wohnraum
Ziel
Sicherung und Ausbau von 80.000–120.000 High‑Skill‑Jobs durch Ausbildung, Zuzug, Anerkennung und Wohnraumangebote.
Instrumente
Ausbau dualer Studiengänge, beruflicher Weiterbildung, regionale Skills Hubs.
Anerkennungszentren für ausländische Abschlüsse mit digitalisierten Schnellverfahren.
Rückkehr‑ und Zuzugspakete: Umzugszuschüsse, Kinderbetreuung, modulare Wohnangebote.
Kooperationen Hochschule‑Wirtschaft: Trainee‑Programme, gemeinsame Forschungsstellen.
Governance
KPIs
Zeitplan
Jahr 1–2: Aufbau Anerkennungszentrum, Pilot Skills Hubs, erste Wohnraumprojekte.
Jahr 3–6: Skalierung Ausbildungskapazitäten, internationale Rekrutierungskampagnen.
Jahr 7–10: Konsolidierung, Integration in Regelprogramme.
Risiken und Gegenmaßnahmen
Risiko: Wohnraummangel limitiert Zuzug → Gegenmaßnahme: modulare Wohnbauprogramme, kommunale Partnerschaften.
Risiko: langsame Anerkennung ausländischer Abschlüsse → Gegenmaßnahme: digitale Schnellverfahren, Anerkennungs‑Taskforce.
Säule 4 Digitale Verwaltung und Genehmigungen
Ziel
Reduktion der Genehmigungszeiten um 60–70 %, One‑Stop‑Genehmigungen für Flagships und flächendeckende digitale Verwaltungsservices.
Instrumente
One‑Stop‑Agency für priorisierte Projekte; digitale Aktenplattform mit E‑Signatur.
KI‑gestützte Plausibilitätsprüfungen, automatisierte Fristensteuerung, Schnittstellen zu Gutachtern.
Service Level Agreements (SLAs) und verbindliche Durchlaufzeiten für Standardverfahren.
Fortbildungsoffensive für Behörden und Secondments in PM‑Einheiten.
Governance
KPIs
Zeitplan
Jahr 0–1: Pilot One‑Stop für 2 Flagships; digitale Aktenpilot.
Jahr 1–3: Rollout in Schlüsselbehörden; KI‑Module in Produktion.
Jahr 4–7: Landweiter Rollout, SLA‑Verankerung im Verwaltungsrecht.
Risiken und Gegenmaßnahmen
Risiko: Widerstand in Verwaltungen → Gegenmaßnahme: Change Management, Anreizsysteme, Fortbildung.
Risiko: Datenschutz‑/Compliance‑Probleme → Gegenmaßnahme: Privacy‑by‑Design, unabhängige Audits.
Säule 5 Energie und Infrastruktur
Ziel
Sichere, klimafreundliche Energieversorgung, Speicherinfrastruktur und digitale Netze als Basis für Industrie und Forschung.
Instrumente
Investitionen in Wasserstoff‑Hubs, Batteriespeicher, Microgrids und intelligente Netze.
Glasfaser‑ und 5G‑Rollout entlang Industrieachsen und Hochschulstandorten.
Energieeffizienz‑Programme für Industrie und kommunale Gebäude.
Kofinanzierung großer Infrastrukturprojekte mit EU/Bund und privaten Energiepartnern.
Governance
KPIs
Zeitplan
Jahr 1–3: Auswahl Hubs, Pilot‑Speicher, Glasfaser‑Korridore.
Jahr 4–7: Skalierung Speicher und H2‑Infrastruktur, flächendeckender Glasfaserausbau.
Jahr 8–10: Integration in Industrieprozesse, Exportfähige Demonstratoren.
Risiken und Gegenmaßnahmen
Risiko: Netzengpässe und Genehmigungen → Gegenmaßnahme: Priorisierte Netzausbauplanung, One‑Stop‑Agency.
Risiko: Technologierisiken → Gegenmaßnahme: Diversifizierte Technologieportfolios, Demonstratoren.
Querschnittliche Enabler und Steuerungsarchitektur
Programmagentur Thüringen 2035
Aufgaben: zentrale Steuerung, EU/Bund‑Desk, Fonds‑Koordination, Monitoring, Investor Relations.
Struktur: Programmleitung, PMO, Finanzcontrolling, Legal, EU/Bund‑Desk, Regionalkoordination.
Budget: Startbudget 3–8 Mio. € p.a. für Aufbau und Betrieb.
Finanzarchitektur
Monitoring und Evaluation
Regionale Verteilung
Kommunikation und Stakeholder‑Management
Prioritäten für die ersten 12 Monate
Landtagsbeschluss Ramp‑Up und Einrichtung Programmagentur.
Fondsaufsetzung (Startkapital), Auswahl 2 Flagships und 3 Modellgemeinden.
Aufbau One‑Stop‑Agency und EU/Bund‑Desk.
Pilot‑Investitionen: 3 Inkubatoren, 1 Wasserstoff‑Pilot, Glasfaser‑Korridor.
Start Skills Hubs und Anerkennungszentrum.
Abschlussfazit
Die fünf Säulen von Thüringen 2035 sind so konzipiert, dass sie sich gegenseitig verstärken: Cluster schaffen Nachfrage für Fachkräfte, Fonds ermöglichen Gründungen, digitale Verwaltung beschleunigt Umsetzung, Energie‑ und Netzinfrastruktur sichert Betrieb. Mit klarer Governance, Meilensteinsteuerung, Hebelmechanik für Drittmittel und einem starken Monitoring ist die 10‑%‑Strategie nicht nur finanzierbar, sondern transformativ: Thüringen kann in ein Jahrzehnt vom strukturschwachen Land zum europäischen High‑Tech‑Ökosystem werden.
Executive summary
Thüringen 2035 ist ein zehnjähriges, operativ durchsetzbares Transformationsprogramm mit fünf Investitionssäulen. Ziel ist, mit 1,48 Mrd. € pro Jahr (10 % des Landeshaushalts) eine kritische Masse für Leuchttürme, Start‑up‑Ökosysteme, Fachkräftegewinnung, digitale Verwaltung und Energieinfrastruktur zu schaffen. Das Programm ist auf Hebelwirkung ausgelegt: Landesmittel fungieren als Anschub und First‑Loss, EU und Bund liefern Kofinanzierung, die Privatwirtschaft steuert Co‑Investitionen bei. Ergebnis: nachhaltiges Wachstum, 80.000–120.000 High‑Skill‑Jobs, deutlich höhere Gründungsdynamik und drastisch schnellere Genehmigungen.
Gesamtbudget und Finanzarchitektur
Jährliches Zielvolumen
| Säule | Jährlicher Betrag (Mio. €) | Anteil |
|---|
| Cluster und Leuchttürme | 800 | 54 % |
| Fonds Start‑ups und VC‑Matching | 200 | 13 % |
| Fachkräfte Bildung Wohnraum | 240 | 16 % |
| Digitale Verwaltung Genehmigungen | 100 | 7 % |
| Energie und Infrastruktur | 150 | 10 % |
| Gesamt | 1.490 | 100 % |
Finanzierungsprinzipien
Landesanteil netto: Ziel ≈ 500–600 Mio. € p.a. durch Umschichtung, Fondsanschub und Kredittranche.
Hebelmechanik: Landes‑Innovationsfonds mit First‑Loss‑Tranche, tranchierte Auszahlungen, Meilensteinsteuerung.
Drittmittelstrategie: aktive EU/Bund‑Akquise (EFRE, Horizon, BMBF, BMWK), Co‑Investitions‑Matching mit Privaten, PPP für Infrastruktur.
Haushaltsrecht: mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen, Liquiditätsreserve 5–10 %.
Säulen im Detail
Säule 1 Cluster und Leuchttürme
Ziel
2–4 internationale Leuchttürme in Photonik, KI, Energie, Automotive, Digital Health; regionale Clusterstärkung.
Instrumente
Pilotfabriken, Testzentren, Rechenzentren, gemeinsame Labore.
Standortpakete: Flächenentwicklung, Anschlussinfrastruktur, Anschubmieten.
PPP für Demonstratoren; Kofinanzierung mit EU/Bund.
Budgetrahmen
Primär aus der jährlichen Säulenallokation; einzelne Flagships mit 50–250 Mio. € Projektvolumen.
Governance
Lenkungsgruppe (Wirtschaftsministerium, Finanzministerium), Cluster‑Agencies, Projekt‑PMO mit Stage‑Gate.
KPIs
Anzahl Leuchttürme ≥ 2; Volumen je Projekt; regionale Wertschöpfung; Exportanteil; angesiedelte Ankerunternehmen.
Zeitplan
Jahr 1–3 Auswahl und Planung; Jahr 4–7 Bau und Inbetriebnahme; Jahr 8–10 Skalierung.
Risiken und Gegenmaßnahmen
Genehmigungs‑ und Bauverzögerungen → One‑Stop‑Agency, Meilensteinfinanzierung; fehlende Folgeinvestitionen → Co‑Investitionsanreize, First‑Loss.
Säule 2 Fonds Start‑ups und VC‑Matching
Ziel
Seed‑to‑Series‑A‑Pipeline aufbauen, Gründungsquote vervielfachen, privates VC mobilisieren.
Instrumente
200 Mio. € Start‑up‑Fonds: Seed‑Matching, Series‑A‑Co‑Invest, Accelerator‑Grants, Gründerstipendien.
10 Inkubatoren, 3 internationale Accelerators, steuerliche Anreize für Business Angels.
Governance
Unabhängiges Fondsmanagement mit Investment‑Committee; enge Verzahnung mit Programmagentur; Standard‑IP‑Templates.
KPIs
Gründungen p.a.; Anteil Deep‑Tech; VC‑Hebelratio; Series‑A‑Runden; Stipendien‑Conversion.
Zeitplan
Jahr 0–1 Fondsaufsetzung und Pilotstipendien; Jahr 2–4 volle Betriebsfähigkeit; Jahr 5–10 Skalierung und Exits.
Risiken und Gegenmaßnahmen
Privater Hebel bleibt aus → First‑Loss, steuerliche Anreize, aktive Investor Relations; geringe Hochschultransferrate → Proof‑of‑Concept‑Grants, Transferzentren.
Säule 3 Fachkräfte Bildung Wohnraum
Ziel
80.000–120.000 High‑Skill‑Jobs sichern und schaffen durch Ausbildung, Zuzug und Wohnraum.
Instrumente
Ausbau dualer Studiengänge, Skills Hubs, berufliche Weiterbildung.
Anerkennungszentren mit digitalen Schnellverfahren.
Zuzugspakete: Umzugszuschüsse, Kinderbetreuung, modulare Wohnungen.
Hochschule‑Wirtschaft‑Kooperationen, Trainee‑Programme.
Governance
Koordinationsstelle Fachkräfte in Programmagentur; regionale Verbundräte; Einbindung Sozialpartner.
KPIs
Nettozuzug High‑Skill p.a.; anerkannte Abschlüsse; Besetzungsdauer; Ausbildungsplatzquote.
Zeitplan
Jahr 1–2 Aufbau Anerkennungszentrum und Pilot Hubs; Jahr 3–6 Skalierung; Jahr 7–10 Konsolidierung.
Risiken und Gegenmaßnahmen
Wohnraummangel → modulare Wohnbauprogramme, kommunale Partnerschaften; langsame Anerkennung → digitale Taskforce.
Säule 4 Digitale Verwaltung und Genehmigungen
Ziel
Genehmigungszeiten um 60–70 % reduzieren; One‑Stop‑Genehmigungen für Flagships; flächendeckende digitale Services.
Instrumente
One‑Stop‑Agency; digitale Aktenplattform mit E‑Signatur; KI‑gestützte Plausibilitätsprüfungen.
SLAs, automatisierte Fristensteuerung, Fortbildungsoffensive.
Governance
Landes‑IT‑Zentrum betreibt Plattform; Programmagentur steuert Rollout; Innenministerium regelt Rechtsrahmen.
KPIs
Mittlere Genehmigungsdauer; SLA‑Erfüllungsquote ≥ 90 %; Anteil digitaler Anträge; PM‑FTE pro Projektvolumen.
Zeitplan
Jahr 0–1 Pilot One‑Stop; Jahr 1–3 Rollout Schlüsselbehörden; Jahr 4–7 landweiter Rollout und SLA‑Verankerung.
Risiken und Gegenmaßnahmen
Widerstand in Verwaltungen → Change Management, Incentivierung; Datenschutzrisiken → Privacy‑by‑Design, Audits.
Säule 5 Energie und Infrastruktur
Ziel
Klimafreundliche, sichere Energieversorgung, Speicherinfrastruktur und digitale Netze als Basis für Industrie und Forschung.
Instrumente
Wasserstoff‑Hubs, Batteriespeicher, Microgrids, intelligente Netze.
Glasfaser‑ und 5G‑Rollout entlang Industrieachsen.
Energieeffizienzprogramme für Industrie und Kommunen.
Governance
Energie‑Taskforce in Programmagentur; Projektgesellschaften für Demonstratoren; Abstimmung mit Netzbetreibern.
KPIs
Anteil erneuerbarer Energie; Anzahl H2‑Projekte; Glasfaser‑Abdeckung; 5G‑Verfügbarkeit.
Zeitplan
Jahr 1–3 Auswahl Hubs und Pilotprojekte; Jahr 4–7 Skalierung; Jahr 8–10 Integration in Industrieprozesse.
Risiken und Gegenmaßnahmen
Netzengpässe → priorisierte Netzausbauplanung; Technologierisiken → diversifizierte Portfolios, Demonstratoren.
Querschnittliche Enabler und Steuerungsarchitektur
Implementierungsfahrplan Meilensteine Monitoring Risiken
Abschlussfazit
Thüringen 2035 ist ein operationalisierbares, finanziell durchdachtes Programm, das Landesmittel gezielt als Hebel einsetzt, um EU, Bund und private Investoren zu mobilisieren. Die fünf Säulen sind so gestaltet, dass sie sich gegenseitig verstärken: Leuchttürme schaffen Nachfrage, Fonds ermöglichen Gründungen, Fachkräfteprogramme sichern Personal, digitale Verwaltung beschleunigt Umsetzung und Energieinfrastruktur sichert Betrieb. Mit klarer Governance, strikter Meilensteinsteuerung und transparentem Monitoring kann Thüringen in einem Jahrzehnt vom strukturschwachen Land zum europäischen High‑Tech‑Ökosystem werden.
Jena — Photonik MedTech BioTech
Kernaussage
Mit einer jährlichen Allokation von 240 Mio. € wird Jena vom nationalen Hotspot zum europäischen Supercluster. Die Investitionen bündeln Forschung, klinische Anwendung und Gründungsförderung, schaffen kritische Infrastruktur und ziehen internationales Kapital und Spitzenpersonal an.
Zielbild und Wirkungsziele
Detaillierte Mittelverwendung pro Jahr (240 Mio. €)
| Instrument | Jährlicher Betrag in Mio. € |
|---|
| Aufbau und Betrieb zweier Fraunhofer Institute | 60 |
| Europäisches Laser Innovationszentrum | 40 |
| BioTech Campus und klinische Forschung | 40 |
| MedTech Accelerator und Inkubatoren | 25 |
| Reinräume Labore Testfelder Ausbau | 30 |
| PhD‑Stipendienprogramm (1.000 p.a.) | 20 |
| Infrastruktur, Standortpakete, Anschubmieten | 15 |
| Management, Governance, EU/Bund‑Desk, Reserve | 10 |
| Summe | 240 |
Erläuterung
Fraunhofer Institute sind langfristige Anker für angewandte Forschung und Industriekooperationen.
Laser Innovationszentrum bündelt industrielle Testkapazitäten, Prototyping und Pilotfertigung.
BioTech Campus integriert klinische Studien, Translation und Krankenhauskooperationen.
PhD‑Stipendien sichern Talentpipeline und internationale Sichtbarkeit.
Zeitplan und Meilensteine
Jahr 0–1
Landtagsbeschluss und Mittelfreigabe; Einrichtung Projekt‑PMO Jena; Start EU/Bund‑Anträge.
Standortauswahl für Fraunhofer Institute; Ausschreibungen für Laserzentrum und Campusplanung.
Pilotphase PhD‑Stipendien 500 Plätze.
Jahr 2–4
Baubeginn Fraunhofer Institute und Laserzentrum; erste Reinräume in Betrieb.
Start MedTech Accelerator; Aufbau Inkubatornetzwerk.
Volle Rollout PhD‑Programm 1.000 Stipendien p.a.
Erste Horizon‑Konsortien und EU‑Projekte bewilligt.
Jahr 5–7
Inbetriebnahme Leuchtturminfrastruktur; erste Spin‑offs und Series‑A‑Runden.
Klinische Studien am BioTech Campus starten; erste Industrieansiedlungen.
Sichtbare Zunahme privater Folgeinvestitionen.
Jahr 8–10
Skalierung, internationale Vermarktung, Exits und Exportorientierung.
Jena etabliert sich als globaler Photonik MedTech Hub.
Governance und Umsetzung
Lenkungsgruppe unter Leitung des Wirtschaftsministeriums mit Vertretern von Universität Jena, Fraunhofer, Klinikum, Industriepartnern und Finanzministerium.
Projekt‑PMO Jena als operative Einheit für Budgetsteuerung, EU/Bund‑Desk, Investor Relations und Monitoring.
Cluster Council mit Industrievertretern, Hochschulen und Start‑up Repräsentanten zur strategischen Ausrichtung.
Fonds‑ und Finanzierungsstruktur: Co‑Investitionsmechanismus mit First‑Loss‑Tranche aus Landesmitteln zur Hebelung privaten Kapitals.
Operative Maßnahmen und Programme
Fraunhofer Institute Aufbau: Rekrutierung Direktionen, Ausstattung, Transferbüros, Industriepartnerschaften.
Laser Innovationszentrum: Hochleistungslaser, Teststrecken, Prototyping‑Lines, Zugang für KMU.
BioTech Campus: GMP‑Flächen, klinische Trial‑Units, Biobank, regulatorische Beratung.
MedTech Accelerator: 12‑18 Monate Programme, Mentorenpool, Pilotkunden‑Zugänge, Demo‑Days.
Reinräume und Testfelder: modulare Reinraumkapazitäten für Start‑ups und Industrie.
PhD‑Stipendien: Wettbewerbliche Vergabe, Industriekooperationen, Mobilitätsförderung, Career‑Track‑Programme.
Standortpakete: Flächenentwicklung, Anschubmieten, Mobilitätsanreize für Talente.
KPIs und Monitoring
Kurzfristige KPIs (1–3 Jahre): Anzahl bewilligter EU/Bund‑Projekte, Baustarts, Stipendienvergabe, Inkubatorstarts.
Mittelfristige KPIs (4–7 Jahre): Anzahl Spin‑offs, Anzahl Patentanmeldungen, Series‑A‑Runden, private Co‑Investments.
Langfristige KPIs (8–10 Jahre): Exportumsatz Cluster, Anzahl internationaler Spitzenforscher, Beschäftigungswachstum im Cluster.
Reporting: Quartalsweise operative Reports; jährlicher Wirkungsbericht; unabhängige Evaluation Jahr 3 und Jahr 7.
Erwartete ökonomische Wirkung
Arbeitsplätze: Direkt in Forschung und Produktion mehrere Tausend neue High‑Skill‑Jobs; indirekt weitere Zuliefer‑ und Dienstleistungsjobs.
Gründungsdynamik: 200–300 Start‑ups bis 2035 mit hoher Deep‑Tech‑Quote.
Private Investitionen: Starker Hebel durch Co‑Investitionsmechanismen; Ziel kumulativ ≥ 1,0–1,5 Mrd. € bis 2035.
Wissenstransfer: Erhöhte Patentaktivität, mehr Horizon‑Projekte, stärkere internationale Kooperationen.
Standortwirkung: Anziehung internationaler Spitzenforscher und Talente, Stärkung regionaler Wertschöpfung.
Risiken und Gegenmaßnahmen
Risiko Genehmigungs‑ und Bauverzögerungen
Risiko Fachkräfteengpass
Risiko Privater Hebel bleibt aus
Gegenmaßnahme: First‑Loss‑Tranche, steuerliche Anreize, aktive Investor Roadshows, klare Exit‑Strategien.
Risiko Transferhemmnisse in Hochschulen
Risiko Technologierisiken
Erste 12 Monate Umsetzungsschritte
Governance aufsetzen Lenkungsgruppe und Projekt‑PMO etablieren.
Fonds‑ und Finanzierungsrahmen definieren, First‑Loss‑Tranche bereitstellen.
Standortentscheidungen für Fraunhofer Institute und Laserzentrum finalisieren.
PhD‑Programm starten Pilot mit 500 Stipendien, Aufbau Auswahlgremien.
Ausschreibungen für Reinräume und Inkubatoren veröffentlichen.
EU/Bund‑Anträge priorisieren und Pipeline aufbauen.
Kurzpitch für Entscheider
Investition in Jena ist Hebelpolitik mit hoher Rendite für Thüringen. 240 Mio. € jährlich schaffen eine weltweit sichtbare Photonik MedTech BioTech Plattform, die Forschung in marktfähige Produkte überführt, Start‑up‑Ökosysteme skaliert und langfristig private Investitionen und Steuereinnahmen anzieht. Mit klarer Governance, Meilensteinsteuerung und parallelen Fachkräfteprogrammen wird Jena zum Motor der regionalen Transformation.
Ilmenau — Zielbild und Kernbotschaft
Kernaussage
Mit 180 Mio. € jährlich wird Ilmenau zum europäischen Leuchtturm für KI, Robotik und Sensorik. Das Programm baut Infrastruktur, Professuren, Testfelder und ein Ökosystem für Kommerzialisierung auf. Ergebnis: 100+ KI‑Start‑ups, starke Zuzugsdynamik junger Talente, internationale Forschungskooperationen und spürbare regionale Wertschöpfung.
Detaillierte Mittelverwendung und Instrumente
Governance Struktur und Partnerschaften
Governance
Lenkungsgruppe Ilmenau 2035: Wirtschaftsministerium, Finanzministerium, TU Ilmenau, DFKI, Fraunhofer‑Vertreter, regionale Wirtschaft.
Projekt‑PMO Ilmenau: operative Steuerung, Budgetcontrolling, EU/Bund‑Desk, Investor Relations.
Cluster Council: Industriepartner, Start‑up‑Vertreter, Hochschultransfer, Kommunen.
Schlüsselpartner
DFKI und Fraunhofer für Forschungstransfer und Testinfrastruktur.
TU Ilmenau als akademischer Anker für Professuren und PhD‑Programme.
Regionale Industrie (Automotive, Maschinenbau, MedTech) als Pilotkunden.
EU/Horizon Konsortien für Drittmittel.
Finanzierungsmix
Landesanteil: Anschub und First‑Loss‑Tranche.
EU/Bund: EFRE, Horizon, BMBF/BMWK‑Programme für Infrastruktur und Professuren.
Privat: Industriepartnerschaften, Co‑Investments, Sponsoring für Rechenzentrum.
Kreditinstrumente: für langlebige Infrastruktur bei Bedarf.
36‑Monate Implementierungsplan mit Quartalsmeilensteinen
Monate 0–6 — Aufbau und Start
Governance: Lenkungsgruppe einberufen; PMO besetzen.
Konzeption: technische Spezifikation KI‑Rechenzentrum; Standort Robotik‑Testfelder finalisieren.
Professuren: Berufungsprofile erstellen; Rekrutierungsbudget sichern.
Fonds: Startkapital für Seed‑Matching bereitstellen; Accelerator‑Design finalisieren.
EU/Bund‑Desk: erste Horizon‑Skizzen und EFRE‑Anträge vorbereiten.
Monate 7–18 — Infrastrukturaufbau und Rekrutierung
Baustarts: Rechenzentrum‑Bau/Hosting‑Verträge; erste Testfeld‑Module errichten.
Berufungen: 20 Professuren ausgeschrieben; Postdoc‑Programme starten.
Inkubator: 1 zentraler Inkubator eröffnet; erstes Gründerstipendium‑Batch (100).
Partnerschaften: Kooperationsverträge mit DFKI/Fraunhofer; Industrie‑Pilotprojekte akquiriert.
Pilotprojekte: 5 Industrie‑Pilotversuche in Robotik/Logistik starten.
Monate 19–36 — Skalierung und Markteintritt
Rechenzentrum: Produktionsbetrieb, Nutzerzugang für Hochschulen und Start‑ups.
Professuren: weitere 30 Berufungen abgeschlossen; Lehr‑ und Forschungsprogramme laufen.
Testfelder: erweiterte Robotik‑Korridore; Pflege‑Simulationszentrum in Betrieb.
Start‑up‑Pipeline: 50+ Start‑ups gegründet; Seed‑to‑Series‑A‑Support aktiv.
EU‑Projekte: 2–4 Horizon‑Konsortien mit Ilmenau‑Koordination bewilligt.
Monitoring: erstes unabhängiges Review; KPI‑Anpassungen.
Operative Programme und Angebote
Access as a Service KI‑Cluster: Forschungsgruppen, KMU und Start‑ups buchen Rechenzeit, Datenservices, MLOps‑Pipelines.
Robotik Sandbox Programme: 3‑monatige Testslots, Sicherheitszertifizierung, Pilotintegration in Industrieprozesse.
Professorship Fast‑Track: beschleunigte Berufungsverfahren, Start‑up‑Sabbaticals, Industrie‑Co‑Funding.
Sensorik FabLab: Prototyping, Sensorintegration, Kalibrierung, kleine Serienfertigung.
Startup Growth Path: Stipendien → Incubator → Accelerator → Series‑A Co‑Invest.
Talent Pipeline: PhD‑Stipendien, Postdoc Fellowships, internationale Visiting Scholars.
KPIs und Zielwerte (36 Monate und 10 Jahre Perspektive)
Kurzfristig 36 Monate
Professuren besetzt: 30 von 50.
Rechenzentrum online: ja.
Robotik‑Pilotprojekte: ≥ 10 aktive Piloten.
Start‑ups gegründet: ≥ 50.
Horizon‑Anträge eingereicht: ≥ 6.
Mittelfristig bis 2035
Professuren besetzt: 50.
Start‑ups kumulativ: ≥ 100.
Direkte High‑Skill‑Jobs: 3.000–5.000.
Private Folgeinvestitionen: 300–600 Mio. € kumulativ.
Patentanmeldungen KI/Robotik/Sensorik: +40 % gegenüber Basis.
Operative KPIs
Rechenzentrum Auslastung: Ziel ≥ 70 % nach 24 Monaten.
Time‑to‑Market Start‑up: Median 18 Monate von Gründung zu erster Pilotierung.
Besetzungsdauer Professuren: Ziel < 12 Monate.
SLA Forschungszugang: 95 % Einhaltung.
Risiken und Gegenmaßnahmen
Risiko Fachkräftemangel
Risiko Privater Hebel bleibt aus
Maßnahmen: First‑Loss‑Tranche, klare Exit‑Strategien, aktive Investor Roadshows, Steueranreize für Co‑Investoren.
Risiko Infrastrukturverzögerungen
Risiko Daten‑ und Sicherheitsfragen
Risiko Fragmentierte Forschungstransfers
Erste 12 Monate Prioritäten und Verantwortlichkeiten
Erwartete Wirkung und Narrative für Entscheider
Wirtschaftlich: Beschleunigter Technologie‑Transfer, neue High‑Value‑Arbeitsplätze, erhöhte regionale Wertschöpfung.
Fachkräftemarkt: Starker Zuzug junger Talente, verbesserte Karrierepfade, nachhaltige Hochschulaufwertung.
Innovationsökosystem: Dichte an KI‑Kompetenz, Testinfrastruktur und Start‑up‑Support macht Ilmenau international sichtbar.
Finanziell: Landesmittel fungieren als Hebel; erwartete private Folgeinvestitionen und Drittmittel reduzieren Nettoaufwand
Erfurt Zielbild und Kernbotschaft
Kernaussage
Mit 160 Mio. € pro Jahr wird Erfurt zum zentralen Energie‑ und Mikroelektronikzentrum Mitteldeutschlands. Die Investitionen schaffen eine integrierte Wertschöpfungskette von Forschung über Pilotierung bis zur Serienvorbereitung für Speicher, Wasserstoff und Halbleiter‑Transfer. Ergebnis: höhere Netzstabilität, neue Industrien, zahlreiche High‑Skill‑Jobs und starke Hebelwirkung für private und EU/Bund‑Mittel.
Detaillierte Mittelverwendung pro Jahr
| Instrument | Betrag Mio. € | Kurzfunktion |
|---|
| Wasserstoff Campus | 40 | Forschung, Elektrolyse, H2‑Logistik, Ausbildung |
| Großspeicher Pilotanlagen | 35 | Batteriespeicher, Langzeitspeicher, Integration |
| Halbleiter Transferzentrum | 30 | Prototyping, Testlinien, IP‑Transfer |
| Smart Grid Testregion | 25 | Netzsteuerung, Microgrids, Demand Response |
| Kooperationen Netzbetreiber & Industrie | 10 | Co‑Funding, Pilotverträge, Netzintegration |
| Fachkräfte und Ausbildung | 10 | Trainings, Umschulungen, PhD‑Stipendien |
| Infrastruktur, Flächen, Anschubmieten | 6 | Standortentwicklung, Logistik |
| Governance, PMO, Reserve | 4 | Projektmanagement, Contingency |
| Summe | 160 | |
Konkrete Maßnahmen und Programme
Wasserstoff Campus
Aufbau eines Campus mit Elektrolyse‑Pilotanlagen, H2‑Speichern, Tankstellen‑Demonstratoren und Sicherheitslabor.
Angebote: Testbeds für Industriepartner, Zertifizierungsstelle, Ausbildungsprogramme für H2‑Techniker.
Ziel: Demonstration von Produktion, Speicherung und Anwendung in Industrie und Mobilität.
Großspeicher Pilotanlagen
Pilotprojekte für Kurz‑ und Langzeitspeicher (Batterie, Redox‑Flow, Power‑to‑Gas).
Integration in lokale Verteilnetze zur Netzstabilisierung und Schwarzstart‑Tests.
Finanzierung: Mischfinanzierung mit Netzbetreibern und Energieversorgern.
Halbleiter Transferzentrum
Funktionen: Prototypenfertigung, Test‑ und Messlabore, Cleanroom‑Module, IP‑Brokerage.
Zielkunden: Automotive Zulieferer, Sensorik‑Start‑ups, Industrie 4.0 Anbieter.
Service: Short‑run Fertigung, Design‑for‑Manufacturing Beratung, Zertifizierungsunterstützung.
Smart Grid Testregion
Aufbau eines regionalen Testfelds mit Microgrids, virtuellen Kraftwerken, Demand Response und Echtzeit‑Leitstelle.
Use Cases: Lastverschiebung, Netzstützung durch Speicher, Integration erneuerbarer Erzeuger.
Kooperation mit Übertragungsnetzbetreibern für Skalierbarkeit.
Kooperationen mit Netzbetreibern und Energieversorgern
Pilotverträge für Netzintegration, gemeinsame Investitionsvehikel, Daten‑Sharing‑Agreements.
Ziel: schnelle Markteinführung und Skalierung erfolgreicher Demonstratoren.
Fachkräfteprogramm
Kurzkurse für Installateure, Netzingenieure, Halbleitertechniker.
PhD‑Stipendien und Trainee‑Programme in Kooperation mit TU Ilmenau und Universität Jena.
Wohnraumpakete für zuziehende Fachkräfte.
Standortpakete
Governance, Finanzierung und Partnerschaften
Governance
Erfurt 2035 Lenkungsgruppe unter Wirtschaftsministerium und Finanzministerium.
PMO Erfurt als operative Einheit für Projektsteuerung, EU/Bund‑Desk und Investor Relations.
Technischer Beirat mit Netzbetreibern, Forschungseinrichtungen und Industrie.
Finanzarchitektur
Landesanteil als Anschub und First‑Loss‑Tranche; gezielte Kofinanzierung durch EFRE, BMBF, BMWK.
Co‑Investments mit Netzbetreibern, Energieversorgern und Industriepartnern.
PPP‑Modelle für langlebige Anlagen; tranchierte Auszahlungen an Meilensteine.
Schlüsselpartner
Netzbetreiber für Netzintegration und Skalierung.
Energieversorger für Pilotbetrieb und Abnahmeverträge.
Forschungseinrichtungen für Transfer und Ausbildung.
Industriepartner (Halbleiterzulieferer, Automobilzulieferer) als Pilotkunden.
Zeitplan und Meilensteine 36 Monate
Monate 0–6
Landtagsbeschluss und PMO‑Aufbau.
Standortauswahl Wasserstoff Campus und Testfelder.
Start EU/Bund‑Anträge und erste Kooperationsvereinbarungen.
Monate 7–18
Baubeginn Elektrolyse‑Pilot und erste Batteriespeicher‑Module.
Einrichtung Halbleiter Transferzentrum mit modularen Cleanroom‑Units.
Start Fachkräfteprogramme und erste PhD‑Stipendien.
Monate 19–36
Inbetriebnahme erster Großspeicher und Smart Grid Leitstelle.
Erste Industriepiloten und Serienvorbereitungen im Transferzentrum.
Evaluation erster Ergebnisse, Anpassung Skalierungsplan.
5 Jahresbild
Vollbetrieb Wasserstoff Campus, mehrere Großspeicher in Netzbetrieb, Transferzentrum mit Kundenaufträgen, Smart Grid Testregion mit Netzbetreiberintegration.
KPIs, erwartete Wirkung und Ökonomie
Risiken und Absicherung
Risiko Netzengpässe und Genehmigungen
Risiko Technologierisiken und Marktunsicherheit
Risiko Fachkräfteengpass
Risiko Privater Hebel bleibt aus
Finanzielle Absicherung
Erste 12 Monate Prioritäten und Verantwortlichkeiten
PMO Erfurt einrichten Verantwortlich Wirtschaftsministerium und Stadt Erfurt.
Standortentscheidungen Wasserstoff Campus und Transferzentrum finalisieren Verantwortlich PMO + Kommunen.
Kooperationsverträge mit Netzbetreibern und Energieversorgern abschließen Verantwortlich PMO + Energie‑Taskforce.
Pilotfinanzierung für erste Batteriespeicher‑Module bereitstellen Verantwortlich Finanzministerium + PMO.
Fachkräftepaket starten mit Stipendien und Wohnraumangeboten Verantwortlich Programmagentur + Hochschulen.
Kurzpitch für Entscheider
Mit 160 Mio. € jährlich wird Erfurt zum Motor für Energieinnovation und Mikroelektronik in Mitteldeutschland. Die Kombination aus Wasserstoff‑Campus, Großspeicher‑Piloten, Halbleiter‑Transferzentrum und Smart‑Grid‑Testregion schafft industrielle Hebel, stabilisiert das Netz und generiert nachhaltige High‑Skill‑Arbeitsplätze. Mit klarer Governance, Co‑Finanzierung und Meilensteinsteuerung ist die Umsetzung realistisch und fiskalisch hebelbar.
Südthüringen — Automotive und Präzision (140 Mio. € pro Jahr)
Kernaussage
Mit 140 Mio. € jährlich wird Südthüringen von einer Zulieferregion zu einer High‑Tech‑Präzisionsregion transformiert. Fokus: Dekarbonisierte Mobilität, Automatisierung, Robotik‑Weiterbildung und industrielle Modernisierung der Zulieferer. Ziel ist Erhalt und Aufwertung lokaler Wertschöpfung, Schaffung stabiler Arbeitsplätze und Stärkung der Exportfähigkeit.
Ziele und strategische Wirkung
Kurzfristig: Modernisierung von Produktionslinien, Pilotierung von Wasserstoffmobilität und autonome Testfelder; Verhinderung von Arbeitsplatzverlusten.
Mittelfristig: Steigerung Produktivität und Margen der Zulieferer durch Automatisierung; Entstehung neuer High‑Value‑Dienstleister.
Langfristig: Südthüringen als europäische Referenz für Präzisionsfertigung und nachhaltige Mobilität; robuste Zulieferketten für Automotive und Industrie 4.0.
Instrumente und jährliche Mittelverteilung
Governance und Partnerschaften
Regionale Lenkungsgruppe unter Leitung des Wirtschaftsministeriums mit Vertretern von Landkreisen, IHK, Automobilzulieferern, Hochschulen und Gewerkschaften.
PMO Südthüringen als operative Einheit für Projektsteuerung, Förderabwicklung, EU/Bund‑Desk und Investor Relations.
Cluster Council mit Ankerunternehmen, Technologiepartnern und Weiterbildungsträgern.
Finanzarchitektur: Landesanschub + EU/Bund‑Kofinanzierung; Co‑Finanzierung durch Unternehmen; Möglichkeit First‑Loss für Co‑Investitionsvehikel.
Zeitplan und Meilensteine 36 Monate
Monate 0–6
PMO einrichten; Auswahl Pilotstandorte für Wasserstoffzentrum und Testfelder; Aufsetzen Förderprogramm Zulieferer.
Start Stakeholderdialog mit OEMs, Zulieferern, Gewerkschaften.
Monate 7–18
Monate 19–36
Inbetriebnahme Wasserstoff‑Demonstratoren; breiter Rollout Automatisierungsförderung; Akademie skaliert Umschulungsprogramme; erste Serienanwendungen autonomer Systeme in Logistik und Produktion.
Erstes unabhängiges Review und KPI‑Anpassung.
KPIs und Zielwerte
Risiken und Gegenmaßnahmen
Risiko Fachkräftemangel
Risiko geringe Beteiligung kleiner Zulieferer
Maßnahmen: Niedrigschwellige Förderzugänge, Beratungs‑ und Secondment‑Programme, regionale Roadshows, Cluster‑Mentoring.
Risiko technologische Fehlinvestitionen
Risiko Genehmigungs‑ und Infrastrukturverzögerungen
Finanzrisiko bei fehlendem Privathebel
Operative Prioritäten erstes Jahr
PMO Südthüringen aufbauen mit klaren Verantwortlichkeiten für Förderabwicklung und Monitoring.
Förderprogramm Zulieferer starten mit einfacher Antragstellung und schnellen Bewilligungszeiten.
Konzeption Wasserstoffzentrum abschließen und erste EU/Bund‑Anträge einreichen.
Robotik Akademie Pilotkurse starten in Kooperation mit regionalen Bildungsträgern.
Testfeldkorridor definieren und Kooperationsvereinbarungen mit Logistikpartnern abschließen.
Erwartete regionale Wirkung und Narrative für Entscheider
Wirtschaftlich: Erhalt und Modernisierung hunderter Zulieferbetriebe, höhere Margen durch Automatisierung, neue Geschäftsfelder rund um H2‑Mobilität und Präzisionsfertigung.
Sozial: Sicherung von Arbeitsplätzen, attraktive Weiterbildungspfade, geringere Abwanderung junger Fachkräfte.
Ökologisch: Reduktion CO₂ durch Wasserstoffanwendungen und Energieeffizienzmaßnahmen.
Strategisch: Südthüringen wird Teil resilienter, regionaler Wertschöpfungsketten und gewinnt Position in europäischen Liefernetzwerken.Kernaussage
Mit 80 Mio. € pro Jahr wird Gera zur Digital‑Health‑Hauptstadt Ostdeutschlands. Das Programm verknüpft Telemedizin‑Infrastruktur, Pflege‑Tech‑Beschleunigung, eine regionale Gesundheitsplattform, enge Krankenkassen‑ und Klinikpartnerschaften sowie gezielte Ausbildung. Ergebnis: spürbare Entlastung der Versorgung, neue Arbeitsplätze im Gesundheits‑IT‑Sektor, höhere Versorgungsqualität in ländlichen Räumen und ein skalierbares Modell für andere Regionen.
Budget und Instrumente
| Instrument | Jährlicher Betrag (Mio. €) | Kurzfunktion |
|---|
| Telemedizin‑Campus | 25 | Infrastruktur, Telekonsile, Simulationslabore |
| Pflege‑Tech‑Accelerator | 12 | Inkubator, Pilotierungen, Mentoring |
| Digitale Gesundheitsplattform | 15 | Interoperable Plattform, E‑Health‑Services |
| Kooperationen Krankenkassen Kliniken | 10 | Pilotverträge, Reimbursement‑Modelle |
| Ausbildung digitale Pflegeberufe | 8 | Curricula, Umschulung, Stipendien |
| Infrastruktur, IT‑Sicherheit, Datenschutz | 6 | SOC, Zertifizierung, Privacy‑by‑Design |
| Governance, PMO, Monitoring, Reserve | 4 | PMO, Evaluierung, Contingency |
| Summe | 80 | |
Erläuterung
Die Mittel sind so strukturiert, dass Infrastruktur, operative Pilotierung und Skalierung parallel laufen. Der Campus liefert Räume und Technik; Accelerator und Plattform sorgen für Kommerzialisierung; Ausbildung sichert Personal; Governance und IT‑Security schützen Daten und Vertrauen.
Maßnahmen im Detail
Telemedizin‑Campus
Aufbau eines regionalen Campus mit Telekonsil‑Studios, virtuellen Sprechzimmern, Simulationslabor für telemedizinische Workflows und einem Data‑Ops‑Hub.
Funktionen: 24/7 Telekonsile für Hausärzte und Pflegeeinrichtungen; Telemonitoring für chronisch Kranke; Tele‑Reha‑Programme; Forschungslabore für klinische Telemedizin‑Studien.
Technik: zertifizierte Videokonferenz‑Stacks, medizinische Peripheriegeräte (Wearables, Heim‑ECG, SpO2), standardisierte Schnittstellen (FHIR).
Output: Reduktion stationärer Wiederaufnahmen, schnellere Diagnostik, bessere Versorgung in ländlichen Gebieten.
Pflege‑Tech‑Accelerator
Programm: 6–12 Monate Accelerator mit Pilotplätzen in Pflegeheimen und ambulanten Diensten; Zugang zu Testdaten (pseudonymisiert), Mentoring, regulatorischer Beratung.
Förderung: Seed‑Grants, Pilotkostenzuschüsse, Co‑Investitionsreserve für erfolgreiche Piloten.
Ziel: Skalierbare Assistenzsysteme, Robotik‑Assistenz, digitale Dokumentationstools, KI‑gestützte Pflegeplanung.
Digitale Gesundheitsplattform
Architektur: offene, modulare Plattform mit Identity‑Layer, FHIR‑API‑Gateway, Consent‑Management, Rollen‑ und Berechtigungssteuerung.
Leistungsbausteine: Terminmanagement, Telekonsil, Telemonitoring, Medikationsmanagement, Schnittstellen zu E‑Rezept und elektronischer Patientenakte.
Governance: Datenhoheit bei Patienten; standardisierte Datenfreigaben; Audit‑Logs; Interoperabilitätszertifizierung.
Finanzierungsmodell: initial öffentlich finanziert, später Pay‑per‑Use für Leistungserbringer und Abrechnungsmodelle mit Krankenkassen.
Kooperationen mit Krankenkassen und Kliniken
Pilotverträge: Shared‑Savings‑Modelle, Reimbursement für Telekonsile, Outcome‑basierte Vergütung für Telemonitoring.
Kooperationen: regionale Klinikverbünde, ambulante Netzwerke, AOK/gesetzliche Kassen für Skalierung.
Ziel: nachhaltige Refinanzierung, schnellere Erstattung neuer digitaler Leistungen.
Ausbildung für digitale Pflegeberufe
Programme: modulare Zertifikatskurse (Telepflege, Digital Documentation, Data Literacy), duale Umschulungen, E‑Learning‑Hubs.
Kapazität: Ziel 1.200 Absolventen p.a. in ersten fünf Jahren; Stipendien für Quereinsteiger.
Integration: Praktika in Telemedizin‑Campus und Accelerator‑Piloten; Karrierepfade in Health‑IT.
Zeitplan und Meilensteine 36 Monate
Monate 0–6
Monate 7–18
Campus Bau/Retrofit; Plattform MVP mit Terminmanagement und Telekonsil; Start Accelerator Pilot‑Batch; Curriculum für digitale Pflegeberufe live.
Erste Pilotverträge mit Kliniken und Kassen; Datenschutz‑Impact‑Assessments abgeschlossen.
Monate 19–36
Plattform‑Skalierung (Telemonitoring, Medikationsmanagement); 2–3 Accelerator‑Cohorts; Telekonsil‑Netzwerk landesweit aktiv; erste Reimbursement‑Modelle implementiert.
Unabhängige formative Evaluation; Anpassung Geschäftsmodelle; Vorbereitung Skalierung in andere Regionen.
Governance, Finanzierung und Partnerschaften
Governance: Lenkungsgruppe mit Gesundheitsministerium, Krankenkassen, Klinikverbünden, Kommunen und Patientenvertretung. PMO Gera steuert operativ.
Finanzierung: Landesanschub; EU/Bund‑Fördermittel (DigitalHealth‑Calls); Co‑Finanzierung durch Krankenkassen und Klinikpartner; Accelerator‑Co‑Investments.
Datenschutz und Sicherheit: Privacy‑by‑Design, SOC‑Betrieb, ISO‑27001‑Zertifizierung, regelmäßige Penetrationstests.
Partnernetzwerk: Universitätskliniken, Pflegeverbände, Krankenkassen, Health‑IT‑Anbieter, Start‑up‑Community.
KPIs, Monitoring und Evaluation
Operative KPIs
Wirkungs‑KPIs
Monitoring
Risiken und Gegenmaßnahmen
Risiko Akzeptanz bei Leistungserbringern
Maßnahmen: Einbindung in Design‑Phase, finanzielle Pilotanreize, Schulungen, Change‑Management‑Teams.
Risiko Datenschutz und Vertrauen
Maßnahmen: strikte Consent‑Regeln, transparente Kommunikation, unabhängige Datenschutz‑Audits, Patientenbeiräte.
Risiko Refinanzierung
Maßnahmen: frühe Verhandlungen mit Krankenkassen, Shared‑Savings‑Modelle, Outcome‑basierte Verträge, sukzessive Pay‑per‑Use‑Modelle.
Risiko Fachkräftemangel
Risiko technischer Interoperabilitätsprobleme
Maßnahmen: FHIR‑Standards, zertifizierte Schnittstellen, Test‑Sandbox im Campus, Interoperabilitäts‑Zertifizierung.
Erste 12 Monate Prioritäten
PMO Gera aufbauen und Lenkungsgruppe konstituieren.
Plattform MVP Architektur fertigstellen und Pilotpartner gewinnen.
Telemedizin‑Campus Standort sichern und Piloträume einrichten.
Accelerator‑Pilot aufsetzen und erste Start‑ups auswählen.
Curriculum für digitale Pflegeberufe finalisieren und erste Kurse starten.
Datenschutz‑Framework implementieren und SOC‑Plan erstellen.
Fazit
Gera kann mit 80 Mio. € jährlich ein kompaktes, wirkungsstarkes Digital‑Health‑Ökosystem aufbauen: Telemedizin‑Campus als operative Basis, Accelerator und Plattform als Skalierungsinstrumente sowie Ausbildung als Personalbasis. Die Kombination aus technischer Infrastruktur, enger Einbindung von Krankenkassen und Kliniken sowie klarer Governance macht Gera zu einem sichtbaren Gesundheits‑Innovationsstandort, der Versorgung entlastet, Jobs schafft und ein exportfähiges Modell für andere Regionen liefert.
4.2 Fachkräfteoffensive — Ziel und Kernbotschaft
Kernaussage
Die Fachkräfteoffensive stellt sicher, dass Thüringen die Talente hat, um Technologie, Start‑ups und Industrie dauerhaft zu betreiben. Mit 240 Mio. € pro Jahr werden Anreize, Ausbildungskapazitäten, Wohnraum, Anerkennung und gezielte Zuzugsinstrumente so kombiniert, dass 10.000 Fachkräfte‑Stipendien pro Jahr möglich werden und 80.000–120.000 neue Fachkräfte bis 2035 realistisch sind. Die Offensive stoppt Abwanderung, erzeugt Nettozuzug und stärkt Hochschulen und Unternehmen.
1 Programmstruktur und jährliche Budgetaufteilung
| Baustein | Jährlicher Betrag Mio. € | Kurzbeschreibung |
|---|
| Internationale Talentzentren | 40 | Hubs in Jena, Erfurt, Ilmenau, Gera, Suhl: Beratung, Matching, Relocation |
| Fachkräfte‑Stipendien 10.000 p.a. | 80 | Stipendien für Studium, PhD, Umschulung, Traineeships |
| Wohnraumförderung High‑Skill | 40 | modulare Wohnungen, Mietzuschüsse, kommunale Bauanreize |
| Anerkennungszentren | 20 | digitale Schnellverfahren, Beratungsstellen, Legal Support |
| Thüringen‑Visa Programm | 10 | Landesbegleitmaßnahmen, Relocation‑Support, Rechtsberatung |
| Duale Ausbildung für Zuwanderer | 25 | Plätze, Betragszuschüsse, Sprach‑ und Integrationskurse |
| Rückholprogramme für Thüringer im Ausland | 10 | Rückkehrprämien, Karrierepakete, Netzwerkangebote |
| Governance, PMO, Monitoring, Reserve | 15 | PMO, IT‑Systeme, Contingency, Evaluation |
| Summe | 240 | |
Erläuterung
Die Verteilung priorisiert direkte Förderungen (Stipendien, Wohnraum) und operative Hubs, ergänzt durch Anerkennung, Ausbildung und Rückholmaßnahmen. Reserve dient für kurzfristige Bedarfe und Skalierung.
2 Detaillierte Maßnahmen und Design
Internationale Talentzentren
Funktion: One‑Stop‑Service für internationale Talente und Unternehmen: Matching, Visumsupport, Anerkennungsberatung, Sprach‑ und Integrationsangebote, Housing‑Brokerage, Employer‑Liaison.
Standorte: Jena, Erfurt, Ilmenau, Gera, Suhl; jedes Zentrum hat spezialisierte Teams (Tech, Health, Energy).
Leistungen: Jobmatching, Onboarding‑Workshops, Relocation‑Pakete, Alumni‑Netzwerk.
Outputziel: 2.000 erfolgreiche Matches p.a. über alle Zentren.
Fachkräfte‑Stipendien 10.000 pro Jahr
Typen: Studien‑/PhD‑Stipendien; Umschulungs‑/Weiterbildungsstipendien; Trainee‑Stipendien für Unternehmen.
Betrag und Dauer: Standardstipendium z. B. 1.000–1.500 € monatlich für 12–36 Monate; Umschulungen mit Einmalzuschuss für Kurskosten.
Zuteilung: 60 % für MINT/Health/AI, 20 % für duale Ausbildung, 20 % für gezielte Rückkehrer und internationale Talente.
Kopplung: Stipendien gekoppelt an Verpflichtung zur Arbeit in Thüringen für 2–4 Jahre oder Rückzahlungsmodalitäten bei Abbruch.
Wohnraumförderung für High‑Skill‑Zuzug
Instrumente: modulare Mikrowohnungen, kommunale Bauzuschüsse, Mietzuschüsse für erste 12 Monate, Employer‑Housing‑Partnerschaften.
Schnellmaßnahmen: Umwidmung leerstehender Gebäude, Public‑Private‑Partnerships mit Wohnungsbaugesellschaften.
Ziel: Bereitstellung von 8.000–12.000 modularen Einheiten über 10 Jahre.
Anerkennungszentren für ausländische Abschlüsse
Leistungen: digitale Dokumentenprüfung, beschleunigte Gutachten, Beratungs‑Hotline, Legal‑Support für Nachqualifizierung.
Prozess: Standardisierte Checklists, SLA‑Zielzeiten (z. B. Erstprüfung ≤ 30 Tage), Kooperation mit Hochschulen und Kammern.
Ziel: Reduktion Anerkennungsdauer um 50–70 %.
Thüringen‑Visa für Tech‑Berufe
Designprinzip: Landesbegleitprogramm zur Beschleunigung von bundesrechtlichen Visaverfahren durch Relocation‑Support, beschleunigte Arbeitsmarktintegration, Jobmatching und Housing.
Leistungen: Pre‑approval‑Matching, Relocation‑Grants, Integrationspakete, Unterstützung bei Familiennachzug.
Hinweis: Landesprogramm ergänzt bundesrechtliche Visa; enge Abstimmung mit Bundesbehörden erforderlich.
Duale Ausbildung für Zuwanderer
Maßnahmen: geförderte Ausbildungsplätze, Sprach‑und Fachkurse, Mentoring durch Betriebe, Anerkennungs‑Brückenprogramme.
Ziel: 5.000 duale Ausbildungsplätze für Zuwanderer über 10 Jahre.
Rückholprogramme für Thüringer im Ausland
Instrumente: Rückkehrprämien, Karrierepakete (Mentoring, Startkapital), steuerliche Übergangsregelungen, Alumni‑Netzwerke.
Ziel: Jährlich 1.000–2.000 Rückkehrer in den ersten fünf Jahren.
3 Governance, Operative Umsetzung und IT‑Plattform
Fachkräfte‑PMO in der Programmagentur Thüringen 2035 mit regionalen Koordinatoren in jedem Talentzentrum.
Regional Verbundräte mit Arbeitgebern, Hochschulen, Kommunen und Sozialpartnern zur Priorisierung.
Digitale Plattform für Stipendienmanagement, Jobmatching, Anerkennungsworkflow und Housing‑Brokerage; API‑Schnittstellen zu Hochschulen, Arbeitsagentur und Kommunen.
Finanzsteuerung: jährliche Mittelzuteilung, Tranchierung nach Meilensteinen, Controlling mit KPI‑Dashboard.
4 KPIs, Zielwerte und Monitoring
Kern‑KPIs
Stipendien vergeben p.a.: 10.000.
Nettozuwachs Fachkräfte p.a.: Ziel 5.000–8.000 in Aufbauphase, kumulativ 80.000–120.000 bis 2035.
Anerkennungsdauer: Ziel Median ≤ 30 Tage.
Wohnraumeinheiten bereitgestellt p.a.: 800–1.200.
Besetzungsdauer offener High‑Skill‑Stellen: Ziel < 90 Tage.
Retention Rate nach 3 Jahren: Ziel ≥ 70 %.
Monitoring
5 Zeitplan und Meilensteine 0–36 Monate
Monate 0–6
Monate 7–18
Monate 19–36
6 Risiken, Sensitivitätsanalyse und Gegenmaßnahmen
Risiko 1 Fachkräftemangel trotz Maßnahmen
Gegenmaßnahmen: stärkere internationale Rekrutierung, Erhöhung Stipendien, gezielte Employer Branding Kampagnen, Kooperationen mit Diaspora‑Netzwerken.
Risiko 2 Wohnraummangel limitiert Zuzug
Gegenmaßnahmen: modulare Wohnbauprogramme, Nutzung leerstehender Bestände, Mietzuschüsse, kommunale Bauanreize.
Risiko 3 Anerkennungsprozesse blockieren Integration
Gegenmaßnahmen: digitale Schnellverfahren, SLA‑Verpflichtungen, mobile Anerkennungs‑Teams, Kooperation mit Kammern.
Risiko 4 Rechtliche/administrative Hürden bei Visa
Gegenmaßnahmen: enge Abstimmung mit Bundesbehörden, Landesbegleitservices, Rechtsberatung für Antragsteller, Pilotvereinbarungen mit Ausländerbehörden.
Finanzielle Sensitivität
Konservatives Szenario: Drittmittel und private Arbeitgeberbeteiligung geringer → Nettoeffekt langsamer; Reserve und Tranchierung ermöglichen Anpassung.
Ambitioniertes Szenario: starke private Co‑Finanzierung und EU‑Förderung → schnellerer Ausbau, geringerer Landesanteil langfristig.
7 Erste 12 Monate Prioritäten und To‑dos (operativ)
PMO aufbauen und Talentzentren‑Leads ernennen.
Digitale Plattform MVP entwickeln für Stipendien, Jobmatching und Anerkennung.
Pilotstipendien 2.000 ausgeben und Conversion‑Tracking starten.
Anerkennungszentrum Pilot mit SLA‑Zielen starten.
Wohnraum‑Schnellmaßnahmen: 3 Pilotstandorte für modulare Wohnungen identifizieren.
Thüringen‑Visa Begleitservice operationalisieren und erste 500 Fälle begleiten.
Kommunikationskampagne Employer Branding DACH + EU starten.
8 Messbare Wirkung und Abschlussfazit
Kurzfristig (1–3 Jahre)
Mittelfristig (4–7 Jahre)
Langfristig (8–10 Jahre und bis 2035)
Fazit
Die Fachkräfteoffensive ist das Rückgrat der gesamten Thüringen 2035‑Strategie. Sie verbindet kurzfristige, skalierbare Instrumente (Stipendien, Housing, Anerkennung) mit langfristigen Kapazitätsaufbauten (Talentzentren, duale Ausbildung, Rückholprogramme). Mit klarer Governance, digitaler Infrastruktur und messbaren KPIs wird Thüringen die Talente anziehen, halten und entwickeln, die für die technologische Transformation notwendig sind.
4.6. Verbundregionen & Nicht‑Cluster‑Gemeinden (150 Mio. €)
Damit die Transformation das ganze Land erreicht.
Maßnahmen
Aufbau von Zuliefer‑ und Dienstleistungsachsen
Fachkräfte‑ und Bildungszentren im Umland
Attraktive Wohn‑ und Lebensstandorte für High‑Skill‑Zuzug
Mikrocluster in Holz, Tourismus, Pflege, Agrar‑Tech
Kommunale Innovationsbudgets
Wirkung