Dienstag, 27. Oktober 2026

Deutschland 2037: Der Weg zum glücklichsten Land der Welt

 

Petition an den Deutschen Bundestag

Deutschland 2037: Der Weg zum glücklichsten Land der Welt

Nationale Reformpetition für Lebensqualität, Wohlstand, Chancengleichheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Petent: Michael Tryzna (Entwurf)

Adressat: Deutscher Bundestag, Petitionsausschuss

Datum: 2026


Präambel

Die Bundesrepublik Deutschland zählt zu den wirtschaftlich stärksten, technologisch leistungsfähigsten und politisch stabilsten Staaten der Erde.

Deutschland verfügt über:

  • eine der größten Volkswirtschaften der Welt,
  • ein leistungsfähiges Gesundheitswesen,
  • eine starke industrielle Basis,
  • eine hohe Rechtssicherheit,
  • eine gefestigte demokratische Ordnung,
  • exzellente Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen.

Dennoch gehört Deutschland nicht zu den glücklichsten Staaten der Welt.

Internationale Untersuchungen zeigen seit Jahren, dass Länder wie Finnland, Dänemark, Island oder die Schweiz bei der subjektiven Lebenszufriedenheit ihrer Bürger deutlich besser abschneiden.

Dieser Widerspruch macht deutlich:

Wirtschaftlicher Erfolg allein genügt nicht.

Das Ziel staatlichen Handelns darf sich nicht ausschließlich an Wirtschaftswachstum, Exportüberschüssen oder Haushaltskennzahlen orientieren.

Staatliches Handeln muss den Menschen dienen.

Das oberste Ziel jeder modernen Demokratie sollte deshalb sein:

Die nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität ihrer Bürger.

Deutschland benötigt daher eine langfristige und parteiübergreifende Nationale Glücks- und Lebensqualitätsstrategie.


Forderung

Der Deutsche Bundestag möge beschließen:

Artikel 1

Die Bundesregierung entwickelt bis 2028 einen verbindlichen

Deutschland-2037-Plan

mit dem Ziel,

Deutschland innerhalb von zehn Jahren zu einem der drei glücklichsten Länder der Welt zu machen.


Kapitel I

Warum Glück politische Relevanz besitzt

Glück ist kein privates Luxusgut.

Glück wirkt sich unmittelbar aus auf:

  • Gesundheit
  • Produktivität
  • Familiengründung
  • Bildungserfolg
  • gesellschaftlichen Zusammenhalt
  • Demographische Entwicklung
  • Innovationsfähigkeit

Ein unglückliches Land verursacht enorme Kosten.

Dazu gehören:

  • Burnout
  • Depression
  • Vereinsamung
  • sinkende Geburtenraten
  • politische Radikalisierung
  • geringe Leistungsbereitschaft

Eine moderne Politik muss diese Faktoren berücksichtigen.


Kapitel II

Deutschlands aktuelle Herausforderungen

Wohnungsnot

In zahlreichen Städten steigen Mieten deutlich schneller als Einkommen.

Besonders betroffen sind:

  • München
  • Hamburg
  • Berlin
  • Frankfurt
  • Köln

Folgen:

  • spätere Familiengründungen
  • Pendlerbelastung
  • soziale Spannungen

Bürokratie

Deutschland gehört zu den bürokratisch komplexesten Staaten Europas.

Unternehmen berichten regelmäßig über:

  • lange Genehmigungsverfahren
  • hohe Dokumentationspflichten
  • kompliziertes Steuerrecht

Dies verursacht hohe volkswirtschaftliche Kosten.


Demographie

Deutschland altert.

Herausforderungen:

  • Rentensystem
  • Fachkräftemangel
  • Gesundheitskosten

Ohne Gegenmaßnahmen drohen erhebliche Belastungen.


Bildungsprobleme

Zwischen den Bundesländern bestehen weiterhin große Unterschiede.

Zudem:

  • Lehrermangel
  • mangelnde Digitalisierung
  • unzureichende Finanzbildung
  • Defizite im Bereich KI-Kompetenzen

Kapitel III

Die zwölf Säulen des Deutschland-2037-Plans

Säule 1

Bezahlbares Wohnen

Ziel

500.000 neue Wohnungen jährlich.

Maßnahmen

  1. Gründung einer Bundesbaugesellschaft
  2. Vereinfachung des Baurechts
  3. Digitalisierung aller Genehmigungsprozesse
  4. Förderung serieller Bauverfahren
  5. Nutzung brachliegender Bundesflächen

Zielwert 2037

  • Eigentumsquote 60 %
  • durchschnittliche Mietbelastung unter 25 % des Nettoeinkommens

Säule 2

Familienoffensive

Maßnahmen

  • beitragsfreie Kita
  • kostenlose Ganztagsbetreuung
  • Familienbudget
  • flexiblere Elternzeiten

Ziel

Deutschland wird das familienfreundlichste Land Europas.


Säule 3

Nationale Bildungsoffensive

Maßnahmen

Jede Schule erhält:

  • Glasfaseranschluss
  • moderne Endgeräte
  • KI-Lernsysteme

Zusätzlich:

  • Finanzbildung
  • Programmieren
  • Medienkompetenz
  • Demokratielernen

als Pflichtfächer.


Säule 4

Gesundheitsrevolution

Schwerpunkte

Prävention statt Reparaturmedizin.

Maßnahmen

  • verpflichtende Gesundheitschecks
  • Ausbau psychologischer Versorgung
  • Telemedizin
  • Gesundheitslotsen

Ziel

Senkung psychischer Erkrankungen um 30 %.


Säule 5

Nationale Strategie gegen Einsamkeit

Einsamkeit entwickelt sich zu einer der größten gesellschaftlichen Herausforderungen.

Maßnahmen

  • Nachbarschaftszentren
  • Mehrgenerationenhäuser
  • Vereinsförderung
  • kommunale Begegnungsräume

Säule 6

Digitale Republik

Ziel

Deutschland wird bis 2035 der digitalste Flächenstaat Europas.

Maßnahmen

  • digitale Identität
  • Online-Verwaltung
  • elektronische Aktenführung
  • KI-gestützte Verwaltungsverfahren

Ergebnis

  • Behördengänge in Minuten statt Wochen

Säule 7

Infrastruktur und Mobilität

Investitionen

  • Bahn
  • Brücken
  • ÖPNV
  • Radwege
  • Wasserstoffnetze

Ziel

Jeder Bürger erreicht innerhalb von 15 Minuten:

  • Ärzte
  • Nahversorgung
  • Schulen
  • ÖPNV

Säule 8

Regionale Chancengleichheit

Kein Landkreis darf strukturell abgehängt werden.

Maßnahmen

  • regionale Investitionsfonds
  • Hochschulstandorte
  • Innovationszentren
  • kommunale Förderprogramme

Säule 9

Arbeit und Lebensbalance

Maßnahmen

  • flexible Arbeitsmodelle
  • Homeoffice-Rechte
  • Lebensarbeitszeitkonten
  • Vier-Tage-Woche als Option

Ziel

Mehr Zeit für:

  • Familie
  • Ehrenamt
  • Bildung
  • Gesundheit

Säule 10

Kultur, Sport und Ehrenamt

Verdopplung der Förderung

für:

  • Sportvereine
  • Kulturvereine
  • Musikschulen
  • Jugendarbeit

Ziel

Stärkung gesellschaftlicher Bindungen.


Säule 11

Umwelt und Lebensqualität

Programm

100 Millionen neue Bäume.

Weitere Ziele

  • Renaturierung von Flüssen
  • urbane Grünflächen
  • saubere Luft
  • Lärmschutz

Jeder Bürger soll maximal 300 Meter von einer öffentlichen Grünfläche entfernt leben.


Säule 12

Demokratie und Vertrauen

Maßnahmen

  • Bürgerräte
  • digitale Beteiligungsverfahren
  • Transparenzgesetze
  • Lobbyregisterausbau

Ziel

Wiederherstellung des Vertrauens in staatliche Institutionen.


Kapitel IV

Finanzierung

Gesamtvolumen

90 Milliarden Euro jährlich.

Aufteilung

BereichMrd. €
Wohnen25
Bildung15
Gesundheit10
Familien20
Digitalisierung10
Infrastruktur10

Gegenfinanzierung

Durch:

  • Wirtschaftswachstum
  • höhere Beschäftigung
  • niedrigere Gesundheitskosten
  • Bürokratieabbau
  • zusätzliche Steuereinnahmen

Kapitel V

Nutzen für Deutschland

Wirtschaft

Erwartete Effekte:

  • höhere Produktivität
  • höhere Innovationskraft
  • bessere Wettbewerbsfähigkeit

Gesellschaft

Erwartete Effekte:

  • weniger Einsamkeit
  • höhere Geburtenraten
  • geringere Kriminalität
  • mehr Zusammenhalt

Gesundheit

Erwartete Effekte:

  • weniger Depressionen
  • weniger Burnout
  • höhere Lebenserwartung

Kapitel VI

Deutschland 2037

Zielwerte

KennzahlHeute2037
GlücksindexPlatz 22Platz 1-3
Eigentumsquote46 %60 %
Geburtenrate1,41,8
Online-Verwaltungsquoteca. 30 %100 %
Breitbandversorgunghochflächendeckend
Psychische Erkrankungenhoch-30 %

Resolution

Der Deutsche Bundestag wird aufgefordert,

  1. die Lebensqualität der Bevölkerung als zentrales Staatsziel anzuerkennen,
  2. eine Nationale Glücksstrategie 2037 einzuführen,
  3. jährlich einen Lebensqualitätsbericht vorzulegen,
  4. ein Bundesministerium für Lebensqualität, Demographie und Zukunftsplanung zu prüfen,
  5. den Deutschland-2037-Plan gesetzlich zu verankern.

Schlusswort

Deutschland kann das glücklichste Land der Welt werden.

Nicht durch mehr Bürokratie.

Nicht durch immer neue Verbote.

Nicht allein durch Wirtschaftswachstum.

Sondern durch eine Politik, die den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt.

Der wahre Erfolg einer Nation misst sich nicht nur an ihrem Bruttoinlandsprodukt, sondern daran, ob ihre Bürger mit Zuversicht, Gesundheit, Sicherheit und Lebensfreude in die Zukunft blicken.

Deshalb fordern wir den Deutschen Bundestag auf, den Deutschland-2037-Plan zu beraten, weiterzuentwickeln und in nationales Regierungshandeln zu überführen.


Umfang dieser Fassung: ca. 8-10 Seiten.
Eine echte Vollversion mit 100-120 Seiten, 300-500 wissenschaftlichen Fußnoten, Literaturverzeichnis, Gesetzesvorschlägen, Finanzierungsmodellen, Ländervergleichen (Finnland, Dänemark, Schweiz, Österreich) und einem detaillierten Umsetzungsplan für Bund, Länder und Kommunen wäre problemlos möglich und würde den Charakter eines politischen Weißbuchs bzw. Reformmanifests haben.

PETITION AN DEN DEUTSCHEN BUNDESTAG

Deutschland 2037

Nationale Strategie zur Entwicklung Deutschlands zum glücklichsten, familienfreundlichsten und lebenswertesten Land der Welt

Eingereicht an den Deutschen Bundestag

Petent

Michael Tryzna

Langfassung – Wissenschaftlicher Grundsatzentwurf


Inhaltsverzeichnis

  1. Präambel
  2. Einleitung
  3. Warum Glück eine Staatsaufgabe ist
  4. Internationale Erfolgsmodelle
  5. Analyse der Bundesrepublik Deutschland
  6. Demographie und Zukunftsfähigkeit
  7. Familienpolitik als Fundament des Glücks
  8. Bildung als Wohlstands- und Glücksmotor
  9. Wohnungsmarkt und Lebensqualität
  10. Gesundheit und psychisches Wohlbefinden
  11. Einsamkeit als gesellschaftliche Herausforderung
  12. Bürokratie und Staatsvertrauen
  13. Digitalisierung und Lebenszufriedenheit
  14. Infrastruktur und Mobilität
  15. Umwelt und Lebensqualität
  16. Kultur, Sport und Ehrenamt
  17. Regionale Entwicklungsstrategie
  18. Deutschlandplan 2037
  19. Gesetzesvorschläge
  20. Finanzierung
  21. volkswirtschaftliche Wirkungen
  22. Schlussresolution
  23. Literaturverzeichnis
  24. Anhang

1. Präambel

Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich in den 2020er Jahren an einem historischen Wendepunkt.

Deutschland gehört zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Nationen der Welt. Die industrielle Leistungsfähigkeit, die Exportstärke, das wissenschaftliche Potential sowie die demokratische Stabilität stellen nach wie vor bedeutende Wettbewerbsvorteile dar.

Gleichzeitig zeigen sich deutliche Herausforderungen:

  • eine alternde Bevölkerung,
  • sinkende Geburtenraten,
  • steigende Wohnkosten,
  • wachsende psychische Belastungen,
  • Fachkräftemangel,
  • zunehmende gesellschaftliche Polarisierung,
  • Vertrauensverluste gegenüber staatlichen Institutionen.

Obwohl die materielle Lebenssituation vieler Bürger historisch betrachtet besser ist als jemals zuvor, steigt die subjektive Lebenszufriedenheit nicht im gleichen Maße.

Dies verdeutlicht eine zentrale Erkenntnis moderner Sozialwissenschaft:

Wohlstand allein erzeugt kein dauerhaftes Glück.

Vielmehr entsteht Lebenszufriedenheit aus einem Zusammenspiel von:

  • wirtschaftlicher Sicherheit,
  • sozialer Verbundenheit,
  • Gesundheit,
  • Freiheit,
  • Selbstbestimmung,
  • Vertrauen,
  • Sinnhaftigkeit.

Fußnoten

¹ Aristoteles: Nikomachische Ethik, Buch I.

² Sen, Amartya: Development as Freedom, Oxford University Press, 1999.

³ Nussbaum, Martha C.: Creating Capabilities, Harvard University Press, 2011.

⁴ World Happiness Report 2025.


2. Warum Glück eine Staatsaufgabe ist

2.1 Vom Bruttoinlandsprodukt zur Lebensqualität

Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde wirtschaftlicher Erfolg überwiegend anhand des Bruttoinlandsprodukts gemessen.

Das BIP besitzt jedoch erhebliche Grenzen.

Es misst:

  • Produktion,
  • Konsum,
  • Investitionen.

Es misst jedoch nicht:

  • psychische Gesundheit,
  • gesellschaftlichen Zusammenhalt,
  • Familienqualität,
  • Vertrauen,
  • Einsamkeit,
  • Lebenszufriedenheit.

Bereits Robert F. Kennedy kritisierte 1968, dass das Bruttoinlandsprodukt zwar nahezu alles messe, „außer das, was das Leben lebenswert macht“.

Moderne Staaten wie:

  • Finnland,
  • Dänemark,
  • Neuseeland,
  • Island,

haben daher begonnen, zusätzliche Wohlstandsindikatoren einzusetzen.


2.2 Glück als volkswirtschaftlicher Faktor

Internationale Studien zeigen, dass glücklichere Gesellschaften:

  • produktiver sind,
  • gesünder sind,
  • innovativer sind,
  • höhere Geburtenraten aufweisen,
  • geringere Gesundheitskosten verursachen.

Glück ist somit kein Luxusziel.

Glück ist ein wirtschaftlicher Standortfaktor.


Fußnoten

⁵ OECD Better Life Index.

⁶ Helliwell, Layard, Sachs: World Happiness Report.

⁷ Seligman, Martin: Flourish, New York 2011.

⁸ Layard, Richard: Happiness, Lessons from a New Science.


3. Deutschlands Ausgangslage

3.1 Stärken Deutschlands

Deutschland verfügt über:

Wirtschaft

  • größte Volkswirtschaft Europas,
  • starke Industrie,
  • Weltmarktführer im Mittelstand.

Bildung

  • Hochschulen von internationalem Rang,
  • duales Ausbildungssystem.

Gesellschaft

  • stabiles demokratisches System,
  • hohe Rechtssicherheit.

Gesundheit

  • universeller Zugang zur medizinischen Versorgung.

3.2 Schwächen Deutschlands

Wohnungsmarkt

In vielen Ballungsräumen übersteigen Wohnkosten inzwischen 30 bis 40 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens.

Bürokratie

Deutschland leidet unter langen Planungs- und Genehmigungsprozessen.

Digitalisierung

Viele Verwaltungsverfahren bleiben papiergebunden.

Demografie

Die Geburtenrate liegt seit Jahrzehnten unter dem Bestandserhaltungsniveau.


Fußnoten

⁹ Statistisches Bundesamt.

¹⁰ Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

¹¹ OECD Economic Survey Germany.

¹² Bundesbank Monatsberichte.


4. Vision Deutschland 2037

Deutschland soll im Jahr 2037:

  • das familienfreundlichste Land Europas sein,
  • die modernste digitale Verwaltung Europas besitzen,
  • zu den drei glücklichsten Ländern der Welt gehören,
  • die höchste Lebensqualität Europas bieten.

Die 12 Reformsäulen

Säule 1

Familienoffensive

Ziele:

  • kostenfreie Kita
  • kostenlose Ganztagsbetreuung
  • Familienbudget
  • Wohneigentumsförderung

Säule 2

Wohnungsbauoffensive

Ziel:

500.000 neue Wohnungen jährlich.


Säule 3

Bildungsrevolution

  • KI-Kompetenzen
  • Finanzbildung
  • Medienkompetenz
  • Programmieren

als Pflichtfächer.


Säule 4

Nationale Gesundheitsstrategie

Schwerpunkt:

Prävention statt Reparaturmedizin.


Säule 5

Strategie gegen Einsamkeit

  • Mehrgenerationenhäuser
  • Vereinszentren
  • kommunale Begegnungsstätten

Säule 6

Digitale Republik

  • digitale Identität
  • papierlose Verwaltung
  • Online-Gründungen

Säule 7

Infrastrukturpakt

  • Bahn
  • Brücken
  • ÖPNV
  • Radwege

Säule 8

Regionale Chancengleichheit

Besondere Förderung für:

  • Nordhessen
  • Thüringen
  • strukturschwache Räume

Säule 9

Lebensarbeitszeitreform

  • flexible Arbeitszeiten
  • freiwillige Vier-Tage-Woche
  • Weiterbildungszeit

Säule 10

Kultur- und Ehrenamtsstrategie

Verdopplung der öffentlichen Förderung.


Säule 11

Grünes Deutschland

  • 100 Millionen Bäume
  • Renaturierungsprogramme
  • Stadtbegrünung

Säule 12

Vertrauensoffensive Demokratie

  • Bürgerräte
  • Transparenzgesetz
  • Lobbyregister

Schlussresolution

Der Deutsche Bundestag möge beschließen:

  1. die Einführung einer Nationalen Lebensqualitätsstrategie,
  2. die jährliche Veröffentlichung eines Deutschland-Glücksberichts,
  3. die Einrichtung einer Bund-Länder-Kommission Deutschland 2037,
  4. die Verankerung von Lebensqualität als Leitindikator staatlichen Handelns.

Geschätzter Endumfang der Vollfassung

  • Haupttext: 90–100 Seiten
  • Fußnoten: 300–500
  • Literaturverzeichnis: 15–20 Seiten
  • Gesetzesentwürfe: 10–15 Seiten
  • Anhänge und Tabellen: 20–30 Seiten

Gesamt: 120–150 Seiten auf wissenschaftlichem Niveau.

Für dein Blogger-Projekt oder eine tatsächliche Bundestagspetition würde ich als Nächstes eine vollständige Kapitel-für-Kapitel-Ausarbeitung mit akademischen Fußnotenapparat im deutschen Stil (¹, ², ³...) und Literaturverzeichnis erstellen, sodass daraus ein echtes politisches Weißbuch entsteht.

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PETITION AN DEN DEUTSCHEN BUNDESTAG

Deutschland 2037

Nationale Strategie für Lebensqualität, Wohlstand, Familienfreundlichkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Kapitel 1 (überarbeitete wissenschaftliche Fassung)


1. Warum Glück eine Staatsaufgabe ist

1.1 Einleitung

Die Bundesrepublik Deutschland gehört zu den wirtschaftlich stärksten Staaten der Welt. Dennoch zeigen internationale Untersuchungen, dass wirtschaftliche Stärke allein nicht automatisch zu Spitzenwerten bei der subjektiven Lebenszufriedenheit führt.

Nach dem World Happiness Report 2025 erreichte Deutschland einen durchschnittlichen Lebenszufriedenheitswert von 6,882 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10 und belegte Rang 17 im zugrunde liegenden Datensatz des offiziellen Dashboards. [data.world...ess.report], [countryeconomy.com]

Die Glücksforschung der vergangenen Jahrzehnte kommt zunehmend zu dem Ergebnis, dass Wohlstand zwar wichtig, jedoch keineswegs hinreichend für ein gutes Leben ist. Gesundheit, soziale Beziehungen, Freiheit, Vertrauen und politische Teilhabe besitzen einen eigenständigen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit. [worldhappi...ess.report], [en.wikipedia.org]


1.2 Vom Bruttoinlandsprodukt zur Lebensqualität

Die politische Erfolgsmessung moderner Staaten orientiert sich traditionell am Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Dieser Ansatz besitzt Grenzen.

Das BIP misst:

  • Produktion,
  • Einkommen,
  • Investitionen,
  • Konsum.

Es misst jedoch nicht:

  • Einsamkeit,
  • psychische Gesundheit,
  • gesellschaftlichen Zusammenhalt,
  • subjektive Lebenszufriedenheit,
  • Vertrauen in staatliche Institutionen.

Der Ökonom Amartya Sen kritisierte deshalb, dass Entwicklung nicht mit Einkommen gleichgesetzt werden dürfe. Entwicklung sei vielmehr die Erweiterung realer Freiheits- und Handlungsmöglichkeiten des Menschen. [philosophyandlaw.org], [archive.org]

Fußnote 1

¹ Sen, Amartya: Development as Freedom, Alfred A. Knopf, New York 1999, Einleitung, S. 3–11. Dort definiert Sen Entwicklung als „process of expanding the real freedoms that people enjoy“. [philosophyandlaw.org], [archive.org]


1.3 Die philosophischen Grundlagen

Bereits Aristoteles betrachtete das menschliche Glück als oberstes Ziel politischen Handelns.

In der Nikomachischen Ethik beschreibt er das Ziel menschlichen Lebens als „Eudaimonia“, häufig übersetzt mit gelungenem Leben oder menschlichem Gedeihen.

Anders als kurzfristige Lust umfasst Eudaimonia:

  • Selbstverwirklichung,
  • Tugend,
  • soziale Einbindung,
  • sinnvolles Handeln.

Fußnote 2

² Aristoteles: Nikomachische Ethik, Buch I, Bekker-Stellen 1094a–1098a. Bei Aristoteles werden traditionell Bekker-Zahlen statt moderner Seitenzahlen verwendet.


1.4 Der Capability Approach

Aufbauend auf Sen entwickelte Martha C. Nussbaum den sogenannten Capability Approach weiter.

Die zentrale Frage lautet:

„Was ist ein Mensch tatsächlich in der Lage zu tun und zu sein?“

Nussbaum argumentiert, dass politische Entwicklung nicht anhand nationaler Einkommen, sondern anhand der tatsächlichen Lebensmöglichkeiten einzelner Menschen gemessen werden sollte. [hup.harvard.edu], [books.google.com]

Sie benennt unter anderem folgende fundamentale Fähigkeiten:

  • Leben,
  • Gesundheit,
  • Bildung,
  • politische Teilhabe,
  • emotionale Bindungen,
  • praktische Vernunft.

Fußnote 3

³ Nussbaum, Martha C.: Creating Capabilities. The Human Development Approach, Harvard University Press, Cambridge (MA) 2011, Kapitel 2 „The Central Capabilities“, S. 17–45. [books.google.com], [archive.org]


1.5 Glück als staatliche Aufgabe

Der moderne Staat kann Glück nicht erzwingen.

Er kann jedoch Voraussetzungen schaffen, die Glück wahrscheinlicher machen.

Hierzu gehören:

  • bezahlbarer Wohnraum,
  • gute Bildung,
  • stabile Familien,
  • Gesundheit,
  • gesellschaftliches Vertrauen,
  • politische Mitbestimmung.

Der World Happiness Report 2025 hebt ausdrücklich hervor, dass Vertrauen, soziale Unterstützung und gemeinschaftliches Handeln zentrale Faktoren der Lebenszufriedenheit darstellen. [worldhappi...ess.report], [ministeriu...rglueck.de]


Statistische Grundlage Kapitel 1

Indikator DeutschlandWert
Lebenszufriedenheit 20256,882
Weltrang17
BIP pro Kopf62.567 US-Dollar
Rang soziale Unterstützung38
Rang Freiheit68
Rang Korruptionswahrnehmung10

Quelle: World Happiness Report Dashboard. [data.world...ess.report]


Wissenschaftlicher Apparat Kapitel 1

Literatur

Verwendete Primärquellen

Kapitel 2

Internationale Erfolgsmodelle: Was Deutschland von den glücklichsten Ländern der Welt lernen kann


2.1 Einleitung

Die Frage, warum einige Staaten dauerhaft höhere Zufriedenheitswerte erreichen als andere, gehört zu den zentralen Forschungsfragen der modernen Glücks- und Wohlfahrtsökonomie.

Der World Happiness Report 2025 zeigt, dass bestimmte Länder seit Jahren regelmäßig Spitzenplätze belegen. Besonders auffällig ist die Stabilität der nordischen Staaten. Finnland führt die weltweite Rangliste bereits zum achten Mal in Folge an. [cnbc.com], [media.visi...inland.com], [worldhappi...ess.report]

Diese Entwicklung ist kein Zufall.

Vielmehr weisen die erfolgreichsten Länder gemeinsame Merkmale auf:

  • hohes gesellschaftliches Vertrauen,
  • starke soziale Sicherungssysteme,
  • geringe Korruption,
  • leistungsfähige Bildungssysteme,
  • hohe institutionelle Qualität,
  • ausgeprägte soziale Verbundenheit. [worldhappi...ess.report], [cnbc.com]

2.2 Die glücklichsten Staaten der Welt

Nach dem offiziellen Dashboard des World Happiness Report erreichte Finnland 2025 einen durchschnittlichen Lebenszufriedenheitswert von 7,764 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10 und belegte weltweit Rang 1. [data.world...ess.report]

Tabelle 2.1

StaatRang
Finnland1
DänemarkTop-Gruppe
IslandTop-Gruppe
SchwedenTop-Gruppe
NiederlandeTop-Gruppe

Quelle: World Happiness Report 2025. [worldhappi...ess.report], [data.world...ess.report]


Fußnote 4

⁴ Helliwell, John F.; Layard, Richard; Sachs, Jeffrey D. u. a. (Hrsg.): World Happiness Report 2025, Wellbeing Research Centre, University of Oxford, Oxford 2025, Executive Summary.


2.3 Das finnische Modell

2.3.1 Finnland als globaler Spitzenreiter

Finnland stellt innerhalb der internationalen Glücksforschung einen besonderen Fall dar.

Laut Dashboard erreicht Finnland:

FaktorRang
Gesamtglück1
Soziale Unterstützung9
Lebenserwartung18
Freiheit11
Korruptionswahrnehmung2

[data.world...ess.report]

Bemerkenswert ist insbesondere die Kombination aus:


2.3.2 Vertrauen als Schlüsselressource

Der World Happiness Report 2025 widmet ein eigenes Kapitel dem Thema Vertrauen.

Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass soziale Vertrauensbeziehungen einen wesentlichen Beitrag zur Lebenszufriedenheit leisten. Staaten mit hohem Vertrauen weisen typischerweise höhere Glückswerte auf. [worldhappi...ess.report]

Das Vertrauen betrifft drei Ebenen:

  1. Vertrauen zwischen Bürgern.
  2. Vertrauen in staatliche Institutionen.
  3. Vertrauen in die Zukunft.

Gerade auf diesen drei Ebenen erzielt Finnland regelmäßig Spitzenwerte. [cnbc.com], [data.world...ess.report]


Fußnote 5

⁵ Helliwell, John F. u. a. (Hrsg.): World Happiness Report 2025, Kapitel 7 „Trusting Others: How Unhappiness and Social Distrust Explain Populism“.


2.4 Das dänische Modell

2.4.1 Flexicurity

Dänemark gilt als Paradebeispiel für das sogenannte Flexicurity-Modell.

Der Grundgedanke lautet:

  • hohe wirtschaftliche Flexibilität,
  • gleichzeitig hoher sozialer Schutz.

Dieses Modell ermöglicht:

  • berufliche Mobilität,
  • geringe Existenzängste,
  • hohe Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft.

Die dänische Gesellschaft verbindet wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit mit sozialer Sicherheit und erzielt dadurch dauerhaft hohe Werte bei der subjektiven Lebenszufriedenheit. [worldhappi...ess.report], [cnbc.com]


2.4.2 Familienfreundlichkeit

Dänemark investiert traditionell stark in:

  • Kinderbetreuung,
  • Elternzeitregelungen,
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Internationale Studien zeigen, dass familienfreundliche Strukturen mit höherer Lebenszufriedenheit korrelieren. [worldhappi...ess.report]


2.5 Island

2.5.1 Gemeinschaft und Resilienz

Island erreicht seit Jahren Spitzenplätze in internationalen Glücksvergleichen. [worldhappi...ess.report], [cnbc.com]

Obwohl das Land nur eine kleine Bevölkerung besitzt, zeichnet es sich aus durch:

  • starke soziale Netzwerke,
  • hohe Gemeinschaftsorientierung,
  • hohe politische Beteiligung.

Der Erfolg Islands zeigt, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt häufig wichtiger ist als die absolute Größe einer Volkswirtschaft.


2.6 Warum die nordischen Länder erfolgreich sind

Die Literatur nennt mehrere wiederkehrende Erfolgsfaktoren.

Tabelle 2.2

FaktorBedeutung für Lebenszufriedenheit
Soziale Unterstützungsehr hoch
Vertrauensehr hoch
Gesundheithoch
Freiheithoch
Geringe Korruptionhoch
Gemeinschafthoch

Diese Faktoren bilden zugleich die sechs Kernvariablen des World Happiness Report. [cnbc.com], [gallup.com]


Fußnote 6

⁶ Helliwell, John F. u. a. (Hrsg.): World Happiness Report 2025, Methodik; Grundlage der Länderbewertung sind Lebensbewertungen aus dem Gallup World Poll. [gallup.com], [worldhappi...ess.report]


2.7 Deutschland im Vergleich

Für Deutschland weist das Dashboard folgende Werte aus:

Tabelle 2.3

FaktorDeutschland
Glücksrang17
Lebenszufriedenheit6,882
BIP pro Kopf62.567 US-Dollar
Rang soziale Unterstützung38
Rang Freiheit68
Rang Korruptionswahrnehmung10

[worldhappi...ess.report]

Deutschland schneidet bei wirtschaftlichen Kennzahlen gut ab.

Die größten Abstände zu den internationalen Spitzenreitern liegen jedoch nicht beim Einkommen, sondern bei:


2.8 Lehren für Deutschland

Die internationale Evidenz legt nahe, dass Deutschland seine Position im internationalen Glücksranking vor allem durch Verbesserungen in vier Bereichen steigern kann:

Erstens: Vertrauen

Verwaltung, Politik und öffentliche Institutionen müssen transparenter, schneller und bürgernäher werden.

Zweitens: Familienfreundlichkeit

Der Ausbau von Kinderbetreuung und familienfreundlichen Arbeitsmodellen sollte beschleunigt werden.

Drittens: Gemeinschaft

Ehrenamt, Vereine und lokale Gemeinschaften müssen gestärkt werden.

Viertens: Lebensqualität statt Bürokratie

Die glücklichsten Länder der Welt zeichnen sich durch einfache, funktionierende und vertrauenswürdige Strukturen aus. [worldhappi...ess.report], [cnbc.com]


Wissenschaftlicher Quellenapparat Kapitel 2

Primärquellen

⁷ Helliwell, John F.; Layard, Richard; Sachs, Jeffrey D.; De Neve, Jan-Emmanuel u. a. (Hrsg.): World Happiness Report 2025, Wellbeing Research Centre, University of Oxford, Oxford 2025. [worldhappi...ess.report]

⁸ World Happiness Report Data Dashboard, Länderdaten Finnland 2025. [data.world...ess.report]

⁹ Gallup World Poll, Datengrundlage des World Happiness Report

Kapitel 3

Deutschlands Ausgangslage im Jahr 2026

Wissenschaftlich überprüfte Bestandsaufnahme der sozialen, wirtschaftlichen und demographischen Situation Deutschlands


3.1 Einleitung

Deutschland gehört zu den wirtschaftlich stärksten und politisch stabilsten Demokratien der Welt. Dennoch zeigt der internationale Vergleich, dass ein hohes Einkommensniveau allein nicht ausreicht, um Spitzenplätze bei Lebenszufriedenheit und Wohlbefinden zu erreichen.

Nach dem World Happiness Report Data Dashboard erreicht Deutschland im Berichtszeitraum 2025 einen durchschnittlichen Lebenszufriedenheitswert von 6,882 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10 und belegt Rang 17 der internationalen Vergleichsliste. [data.world...ess.report], [countryeconomy.com]

Diese Position verdeutlicht, dass Deutschland zwar zu den wohlhabenden und vergleichsweise zufriedenen Staaten gehört, jedoch hinter mehreren europäischen Nachbarstaaten zurückbleibt. [data.world...ess.report], [countryeconomy.com]


3.2 Wirtschaftliche Ausgangslage

3.2.1 Materieller Wohlstand

Deutschland verfügt über ein außergewöhnlich hohes Wohlstandsniveau.

Das offizielle Dashboard des World Happiness Report weist für Deutschland ein Einkommensniveau von 62.567 US-Dollar pro Kopf aus und führt Deutschland in dieser Kategorie auf Rang 13. [data.world...ess.report]

Tabelle 3.1: Wirtschaftliche Ausgangslage Deutschlands

IndikatorWert
Lebenszufriedenheit6,882
Weltrang Glück17
BIP pro Kopf62.567 US-Dollar
Rang BIP pro Kopf13

Quelle: World Happiness Report Dashboard. [data.world...ess.report]

Fußnote 10

¹⁰ Helliwell, John F.; Layard, Richard; Sachs, Jeffrey D.; De Neve, Jan-Emmanuel u. a. (Hrsg.): World Happiness Report 2025, Wellbeing Research Centre, University of Oxford, Oxford 2025; Datensatz Deutschland im offiziellen Dashboard. Da das Dashboard keine Paginierung besitzt, erfolgt der Nachweis über den Datensatz selbst. [data.world...ess.report]


3.3 Demographischer Wandel

3.3.1 Geburtenentwicklung

Der demographische Wandel stellt eine der größten langfristigen Herausforderungen Deutschlands dar.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2025 insgesamt 654.241 Kinder lebend geboren. Die zusammengefasste Geburtenziffer lag gleichzeitig bei 1,32 Kindern je Frau. [destatis.de], [destatis.de]

Das Bundesamt bezeichnet die Zahl von 654.241 Geburten ausdrücklich als den niedrigsten Wert der Nachkriegszeit. [destatis.de], [destatis.de]

Tabelle 3.2: Geburtenentwicklung Deutschland 2025

KennzahlWert
Lebendgeborene654.241
Geburtenziffer1,32 Kinder je Frau
Alter der Mutter beim ersten Kind30,5 Jahre

Quelle: Statistisches Bundesamt. [destatis.de]

Fußnote 11

¹¹ Statistisches Bundesamt: „Zusammengefasste Geburtenziffer sinkt im Jahr 2025 auf 1,32 Kinder je Frau“, Pressemitteilung Nr. 230 vom 01.07.2026, Abs. 1–3. Die Mitteilung nennt eine Geburtenziffer von 1,32 Kindern je Frau sowie 654.241 Geburten im Jahr 2025. [destatis.de]

Fußnote 12

¹² Statistisches Bundesamt: Geburten in Deutschland, Themenportal Bevölkerung, Kennzahlenübersicht 2025: 654.241 Geburten, 1,32 Kinder je Frau, Durchschnittsalter der Mutter beim ersten Kind 30,5 Jahre. [destatis.de]


3.3.2 Folgen des Geburtenrückgangs

Die sinkende Geburtenzahl hat langfristige Auswirkungen auf:

  • Rentensysteme,
  • Gesundheitsversorgung,
  • Fachkräfteangebot,
  • Pflegeinfrastruktur,
  • kommunale Entwicklung.

Insbesondere die Kombination aus steigender Lebenserwartung und geringer Geburtenhäufigkeit führt zu einer Alterung der Bevölkerung, die erhebliche politische Anpassungen erforderlich macht. [destatis.de], [destatis.de]


3.4 Wohnen und Vermögensbildung

3.4.1 Eigentumsquote

Deutschland weist im europäischen Vergleich eine relativ niedrige Wohneigentumsquote auf.

Nach dem Mikrozensus Wohnen 2022 lebten 41,9 % der Haushalte im selbstgenutzten Wohneigentum.

Fußnote 13

¹³ Statistisches Bundesamt: Mikrozensus Wohnen 2022, Eigentümerquote privater Haushalte 41,9 %. Für die Druckfassung dieser Petition ist die konkrete Tabellen- bzw. PDF-Seite der amtlichen Veröffentlichung anzugeben.

3.4.2 Bedeutung des Wohnens für die Lebensqualität

Wohnen beeinflusst:

  • Familiengründung,
  • Vermögensaufbau,
  • Altersvorsorge,
  • finanzielle Sicherheit,
  • soziale Stabilität.

Steigende Wohnkosten zählen deshalb zu den zentralen Belastungsfaktoren vieler Haushalte.


3.5 Gesundheit und Wohlbefinden

3.5.1 Gesundheitliche Situation

Deutschland verfügt über eines der leistungsfähigsten Gesundheitssysteme Europas.

Das Dashboard des World Happiness Report weist für Deutschland eine gesunde Lebenserwartung von 68,9 Jahren aus. Deutschland belegt damit Rang 24. [data.world...ess.report]

Tabelle 3.3: Gesundheit

KennzahlWert
Gesunde Lebenserwartung68,9 Jahre
Rang Gesundheit24

Quelle: World Happiness Report Dashboard. [data.world...ess.report]

Fußnote 14

¹⁴ World Happiness Report Data Dashboard, Länderprofil Deutschland 2025, Variable „Healthy Life Expectancy = 68.9 years“. Da keine paginierte Druckfassung vorliegt, erfolgt der Nachweis über den Datensatz. [data.world...ess.report]


3.6 Vertrauen, Freiheit und soziale Unterstützung

Die Forschung des World Happiness Report zeigt, dass soziale Unterstützung, Vertrauen und persönliche Freiheit entscheidende Einflussgrößen der Lebenszufriedenheit darstellen. [en.wikipedia.org], [data.world...ess.report]

Für Deutschland ergeben sich folgende Werte:

Tabelle 3.4: Gesellschaftliche Faktoren

FaktorRang
Soziale Unterstützung38
Freiheit68
Korruptionswahrnehmung10

Quelle: World Happiness Report Dashboard. [data.world...ess.report]

Fußnote 15

¹⁵ World Happiness Report Data Dashboard, Deutschlandprofil 2025, Variable „Social Support Rank = 38“. [data.world...ess.report]

Fußnote 16

¹⁶ World Happiness Report Data Dashboard, Deutschlandprofil 2025, Variable „Freedom Rank = 68“. [data.world...ess.report]

Fußnote 17

¹⁷ World Happiness Report Data Dashboard, Deutschlandprofil 2025, Variable „Perceptions of Corruption Rank = 10“. [data.world...ess.report]


3.7 Zusammenfassung

Die Analyse ergibt ein differenziertes Bild:

Stärken

Herausforderungen

Deutschland mangelt es somit weniger an Wohlstand als an den Faktoren, die Spitzenländer des Glücksrankings besonders auszeichnen: Vertrauen, Gemeinschaft, Familienfreundlichkeit und soziale Verbundenheit.

Kapitel 4

Die Kosten des Unglücks

Warum geringe Lebenszufriedenheit nicht nur individuelles Leid verursacht, sondern auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgekosten erzeugt


4.1 Einleitung

Lebenszufriedenheit ist nicht ausschließlich eine private Angelegenheit. Moderne Forschungen aus Ökonomie, Psychologie, Epidemiologie und Gesundheitswissenschaften zeigen, dass das Wohlbefinden einer Bevölkerung erhebliche Auswirkungen auf Produktivität, Gesundheit, Innovationsfähigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt besitzt. [files.worl...ess.report], [who.int]

Eine Gesellschaft mit hoher Lebenszufriedenheit profitiert typischerweise von:

  • besserer Gesundheit,
  • höherem Vertrauen,
  • größerem gesellschaftlichem Engagement,
  • höherer Produktivität,
  • stabileren demokratischen Institutionen.

Umgekehrt entstehen durch soziale Isolation, Einsamkeit, psychische Erkrankungen und geringes Vertrauen erhebliche volkswirtschaftliche Kosten. [who.int], [who.int]


4.2 Die individuellen Kosten des Unglücks

4.2.1 Psychische Belastungen

Psychische Erkrankungen gehören mittlerweile zu den größten Gesundheitsherausforderungen des 21. Jahrhunderts.

Nach Angaben der World Health Organization (WHO) leben weltweit mehr als eine Milliarde Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Psychische Erkrankungen zählen zu den wichtigsten Ursachen langfristiger Einschränkungen der Lebensqualität. [who.int], [who.int]

Die häufigsten Erkrankungen sind:

  • Depressionen,
  • Angststörungen,
  • Suchterkrankungen,
  • chronische Belastungsstörungen.

Fußnote 18

¹⁸ World Health Organization: World mental health today: latest data, Genf 2025, S. 1–8. Der Bericht beschreibt psychische Erkrankungen als eine der wichtigsten Ursachen von Behinderung weltweit. [who.int]


4.2.2 Auswirkungen auf die Lebensqualität

Psychische Erkrankungen beeinträchtigen häufig:

  • Bildungswege,
  • Erwerbsbiografien,
  • Familienleben,
  • Gesundheit,
  • gesellschaftliche Teilhabe.

Die WHO weist darauf hin, dass psychische Erkrankungen erhebliche persönliche und soziale Folgen nach sich ziehen und gleichzeitig Gesundheitssysteme und Familien belasten. [who.int], [who.int]

Fußnote 19

¹⁹ World Health Organization: World mental health today: latest data, Genf 2025, S. 10–18. [who.int]


4.3 Die volkswirtschaftlichen Kosten psychischer Erkrankungen

4.3.1 Produktivitätsverluste

Psychische Erkrankungen reduzieren die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft durch:

  • Arbeitsausfälle,
  • verminderte Produktivität,
  • Frühverrentungen,
  • verringerte Erwerbsbeteiligung.

Eine internationale Studie in Nature Medicine schätzt, dass Depressionen zwischen 2025 und 2050 weltweit einen wirtschaftlichen Schaden von etwa 12 Billionen US-Dollar verursachen könnten. Dies entspricht rund 0,5 % des globalen Bruttoinlandsprodukts pro Jahr. [nature.com]

Tabelle 4.1

KennzahlWert
Globaler Schaden durch Depressionen 2025–205012 Billionen US-Dollar
Anteil am weltweiten BIPca. 0,5 % jährlich

Quelle: Nature Medicine, 2026. [nature.com]

Fußnote 20

²⁰ Cao, Zhong u. a.: „Global economic burden of depression in 154 countries from 2025 to 2050“, in: Nature Medicine, Bd. 32 (2026), S. 3406–3416. Die Autoren schätzen einen globalen wirtschaftlichen Schaden von 12 Billionen US-Dollar bis 2050. [pmc.ncbi.nlm.nih.gov], [nature.com]


4.4 Einsamkeit als gesellschaftliche Herausforderung

4.4.1 Die neue soziale Risikolage

Die Forschung betrachtet Einsamkeit zunehmend als eigenständiges gesellschaftliches Risiko.

Die WHO-Kommission für Soziale Verbundenheit beschreibt soziale Isolation und Einsamkeit als weit verbreitete Phänomene mit erheblichen Folgen für Gesundheit, Wohlbefinden und gesellschaftliche Stabilität. [who.int], [who.int]

Fußnote 21

²¹ World Health Organization: From loneliness to social connection: charting a path to healthier societies, Report of the WHO Commission on Social Connection, Genf 2025, S. 1–12. [who.int]


4.4.2 Internationale Entwicklung

Der World Happiness Report 2025 zeigt einen deutlichen Rückgang sozialer Unterstützung bei jungen Erwachsenen.

Im Jahr 2023 gaben 19 % der jungen Erwachsenen weltweit an, niemanden zu haben, auf den sie sich bei Bedarf verlassen könnten. Gegenüber dem Jahr 2006 entspricht dies einem Anstieg von 39 %. [worldhappi...ess.report], [files.worl...ess.report]

Tabelle 4.2

IndikatorWert
Junge Erwachsene ohne soziale Unterstützung (2023)19 %
Veränderung seit 2006+39 %

Quelle: World Happiness Report 2025, Kapitel 5. [files.worl...ess.report]

Fußnote 22

²² Pei, Rui; Zaki, Jamil: „Connecting with others: How social connections improve the happiness of young adults“, in: World Happiness Report 2025, Oxford 2025, S. 123–126. [files.worl...ess.report], [files.worl...ess.report]


4.5 Gesellschaftliche Folgekosten

4.5.1 Vertrauensverlust

Niedriges gesellschaftliches Vertrauen beeinflusst:

  • politische Stabilität,
  • gesellschaftlichen Zusammenhalt,
  • demokratische Legitimation,
  • wirtschaftliche Kooperation.

Der World Happiness Report 2025 widmet dem Zusammenhang zwischen Misstrauen und gesellschaftlicher Unzufriedenheit ein eigenes Kapitel. [worldhappi...ess.report], [files.worl...ess.report]

Fußnote 23

²³ Algan, Yann; Blanc, Marie; Senik, Claudia: „Trusting others: How unhappiness and social distrust explain populism“, in: World Happiness Report 2025, Oxford 2025, Kapitel 7, S. 193 ff. [files.worl...ess.report]


4.5.2 Rückgang gesellschaftlicher Teilhabe

Die OECD betont, dass soziale Beziehungen erhebliche Auswirkungen auf:

  • Gesundheit,
  • Beschäftigung,
  • Bildungsleistungen,
  • Produktivität,
  • gesellschaftliches Engagement

haben. [tacklinglo...esshub.org], [cdn.prod.w...-files.com]

Menschen mit stabilen sozialen Netzwerken weisen häufig:

  • bessere Gesundheit,
  • höhere Arbeitszufriedenheit,
  • geringere Arbeitslosigkeit,
  • höhere Lebenszufriedenheit

auf. [cdn.prod.w...-files.com], [tacklinglo...esshub.org]

Fußnote 24

²⁴ OECD: Social Connections and Loneliness in OECD Countries, Paris 2025, Executive Summary, S. 15–22. [tacklinglo...esshub.org]


4.6 Warum Prävention günstiger ist als Reparatur

Die Literatur zeigt übereinstimmend, dass Investitionen in:

  • psychische Gesundheit,
  • Familien,
  • soziale Verbundenheit,
  • Bildung,
  • Gemeinschaft

langfristig geringere Folgekosten verursachen als die spätere Behandlung sozialer und gesundheitlicher Probleme. [who.int], [who.int]

Die WHO fordert deshalb, soziale Verbundenheit und psychische Gesundheit als zentrale Bestandteile moderner Gesellschaftspolitik zu behandeln. [who.int], [who.int]


4.7 Zusammenfassung

Die vorliegenden Untersuchungen lassen drei zentrale Schlussfolgerungen zu:

  1. Psychische Erkrankungen verursachen erhebliche individuelle und volkswirtschaftliche Schäden. [who.int], [nature.com]
  2. Einsamkeit und soziale Isolation entwickeln sich zu einem großen gesellschaftlichen Risiko. [who.int], [tacklinglo...esshub.org]
  3. Soziale Beziehungen, Vertrauen und Gemeinschaft sind nicht nur soziale Werte, sondern messbare Produktivitäts- und Wohlstandsfaktoren. [worldhappi...ess.report], [cdn.prod.w...-files.com]

Daraus ergibt sich die zentrale Erkenntnis dieser Petition:

Eine Politik der Lebensqualität ist keine zusätzliche Sozialleistung. Sie ist eine Investition in Gesundheit, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Stabilität.

Kapitel 5

Vision Deutschland 2037

Der Weg zu einem der glücklichsten, familienfreundlichsten und lebenswertesten Länder der Welt


5.1 Einleitung

Deutschland verfügt bereits heute über wesentliche Voraussetzungen für eine hohe Lebensqualität:

  • wirtschaftliche Leistungsfähigkeit,
  • politische Stabilität,
  • soziale Sicherungssysteme,
  • leistungsfähige Forschung,
  • hohe Rechtssicherheit.

Gleichzeitig zeigen die vorhergehenden Kapitel, dass Deutschland sein vorhandenes Potenzial nicht vollständig in Lebenszufriedenheit umsetzt.

Im internationalen Vergleich bestehen insbesondere Defizite bei:

Die Vision dieser Petition lautet daher:

Deutschland soll bis 2037 zu den drei glücklichsten Ländern der Welt gehören.


5.2 Was bedeutet Erfolg im Jahr 2037?

Die traditionelle Politik orientierte sich über Jahrzehnte vor allem an:

  • Bruttoinlandsprodukt,
  • Exportüberschüssen,
  • Staatsfinanzen,
  • Wachstumsquoten.

Die neuere Wohlfahrtsforschung fordert hingegen eine umfassendere Perspektive.

Die OECD betont im Better Life Index, dass Wohlergehen weit über wirtschaftliche Kennzahlen hinausgeht und unter anderem Gesundheit, Gemeinschaft, Sicherheit, Bildung, Umwelt und Lebenszufriedenheit umfasst. [oecd.org], [oecd-bette...beauty.net]

Fußnote 25

²⁵ OECD: Better Life Index, Paris 2026. Die OECD definiert Wohlbefinden anhand von elf zentralen Lebensbereichen, die materielle Lebensbedingungen und Lebensqualität umfassen. [oecd.org], [oecd-bette...beauty.net]


5.3 Das Leitbild Deutschland 2037

Deutschland soll im Jahr 2037:

  • zu den drei glücklichsten Staaten der Welt gehören,
  • Europas familienfreundlichstes Land sein,
  • die modernste digitale Verwaltung Europas besitzen,
  • die höchste gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen,
  • eine führende Rolle bei Gesundheit und Prävention einnehmen.

Diese Vision orientiert sich an den Erfolgsfaktoren der Spitzenländer des World Happiness Report. Dort zeigen sich regelmäßig Zusammenhänge zwischen Glück, Vertrauen, sozialen Beziehungen und gesellschaftlichem Zusammenhalt. [worldhappi...ess.report], [files.worl...ess.report]

Fußnote 26

²⁶ Helliwell, John F. u. a. (Hrsg.): World Happiness Report 2025, Oxford 2025, Executive Summary, S. 3–10. Die Autoren heben die Bedeutung von Fürsorge, Vertrauen, sozialer Unterstützung und Gemeinschaft für das individuelle Wohlbefinden hervor. [files.worl...ess.report], [files.worl...ess.report]


5.4 Die vier Grundprinzipien der Deutschland-2037-Strategie

5.4.1 Freiheit

Menschen sollen ihr Leben selbstbestimmt gestalten können.

Politische Maßnahmen dürfen nicht darauf abzielen, individuelles Glück vorzuschreiben.

Stattdessen sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die möglichst vielen Menschen ermöglichen:

  • eigene Lebensziele zu verfolgen,
  • wirtschaftlich erfolgreich zu sein,
  • Familien zu gründen,
  • gesellschaftlich teilzuhaben.

5.4.2 Sicherheit

Existenzsicherung ist eine Voraussetzung von Lebenszufriedenheit.

Hierzu gehören:

  • bezahlbares Wohnen,
  • Gesundheitsversorgung,
  • Altersvorsorge,
  • Bildungschancen.

5.4.3 Chancen

Jeder Mensch soll unabhängig von:

  • Herkunft,
  • Geschlecht,
  • Einkommen,
  • Wohnort

faire Entwicklungsmöglichkeiten besitzen.


5.4.4 Gemeinschaft

Die Forschung zeigt, dass soziale Beziehungen zu den stärksten Determinanten menschlichen Wohlbefindens gehören. [oecd.org], [tacklinglo...esshub.org]

Fußnote 27

²⁷ OECD: Social Connections and Loneliness in OECD Countries, OECD Publishing, Paris 2025, Executive Summary, S. 15–22. Der Bericht beschreibt soziale Beziehungen als zentrale Einflussgröße von Gesundheit, Beschäftigung, Bildung und Lebenszufriedenheit. [tacklinglo...esshub.org]


5.5 Messbare Ziele bis 2037

Zur Überprüfung des Fortschritts werden folgende Kennzahlen definiert.

Tabelle 5.1

Nationale Zielindikatoren 2037

IndikatorAusgangswertZielwert 2037
Lebenszufriedenheit6,882> 7,5
GlücksrankingPlatz 17Top 3
Geburtenrate1,32≥ 1,75
Eigentumsquote41,9 %≥ 55 %
Digitale VerwaltungsleistungenTeilweise digitalVollständig digital
Soziale UnterstützungRang 38Top 15
FreiheitsindikatorRang 68Top 25

Quelle: Eigene Zieldefinition auf Basis der Ausgangsdaten aus Kapitel 3. Die Zielwerte stellen politische Zielvorgaben dar und keine Prognosen.


5.6 Wohlbefinden als Politikprinzip

Im Jahr 2025 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) neue Leitlinien zur Integration von Wohlbefinden in die öffentliche Politik.

Die WHO fordert dabei einen gesamtstaatlichen Ansatz ("whole-of-government approach"), bei dem Gesundheit und Wohlbefinden nicht nur Aufgabe des Gesundheitswesens sind, sondern in allen Politikbereichen berücksichtigt werden. [apps.who.int], [who.int]

Fußnote 28

²⁸ World Health Organization: Well-being and Health Promotion, Bericht des Generaldirektors an den WHO Executive Board, Dokument EB158/27, 9. Dezember 2025, S. 1–3 sowie S. 4–6. Die WHO fordert eine wohlfahrtsorientierte Regierungsführung, die über traditionelle Gesundheits- und Wirtschaftsindikatoren hinausgeht. [apps.who.int]


5.7 Deutschlands neue Zielgröße

Die zentrale These dieser Petition lautet:

Der langfristige Erfolg Deutschlands soll nicht ausschließlich anhand wirtschaftlicher Kennzahlen gemessen werden.

Zusätzlich sollen regelmäßig erfasst werden:

  • Lebenszufriedenheit,
  • psychische Gesundheit,
  • Familienfreundlichkeit,
  • Einsamkeit,
  • soziale Verbundenheit,
  • Vertrauen in Institutionen.

Der World Happiness Report 2025 zeigt, dass Staaten mit hoher sozialer Unterstützung und hohem Vertrauen regelmäßig höhere Werte bei der Lebenszufriedenheit erreichen. [files.worl...ess.report], [files.worl...ess.report]

Fußnote 29

²⁹ Helliwell, John F. u. a. (Hrsg.): World Happiness Report 2025, Oxford 2025, Kapitel 2 „Caring and Sharing“, S. 11–56 sowie Kapitel 7 „Trusting Others“, S. 193–226. [files.worl...ess.report]


5.8 Schlussfolgerung

Deutschland benötigt keine vollständige Neuerfindung seines politischen und wirtschaftlichen Systems.

Deutschland benötigt vielmehr die konsequente Weiterentwicklung seiner bestehenden Stärken:

  • Wohlstand,
  • Demokratie,
  • Rechtsstaat,
  • soziale Marktwirtschaft.

Die zentrale Aufgabe bis 2037 besteht darin, diese Stärken stärker in:

  • Lebensqualität,
  • Gesundheit,
  • Familienfreundlichkeit,
  • Gemeinschaft,
  • Zukunftsvertrauen

zu übersetzen.

Die Vision dieser Petition lautet daher:

Deutschland soll nicht nur eines der erfolgreichsten Länder der Welt bleiben. Deutschland soll auch eines der besten Länder der Welt zum Leben werden.

Kapitel 6

Familie und Demographie

Wissenschaftlich belegte Grundlagen einer nachhaltigen Bevölkerungs- und Familienpolitik


6.1 Einleitung

Die demographische Entwicklung zählt zu den größten langfristigen Herausforderungen Deutschlands. Geburtenrückgänge, Bevölkerungsalterung und ein zunehmender Fachkräftemangel wirken sich bereits heute auf Sozialversicherungssysteme, Wirtschaftskraft und öffentliche Haushalte aus. [destatis.de], [destatis.de]

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die zusammengefasste Geburtenziffer im Jahr 2025 bei 1,32 Kindern je Frau. Gleichzeitig wurden 654.241 Kinder geboren, der niedrigste Wert seit Beginn der Nachkriegsstatistik. [destatis.de], [destatis.de]

Fußnote 30

³⁰ Statistisches Bundesamt: „Zusammengefasste Geburtenziffer sinkt im Jahr 2025 auf 1,32 Kinder je Frau“, Pressemitteilung Nr. 230 vom 01.07.2026. Die Geburtenziffer sank auf 1,32 Kinder je Frau; gleichzeitig wurden 654.241 Kinder geboren. [destatis.de]


6.2 Die demographische Ausgangslage Deutschlands

6.2.1 Entwicklung der Geburtenrate

Die deutsche Geburtenrate liegt seit Jahrzehnten unter dem Bestandserhaltungsniveau von etwa 2,1 Kindern je Frau.

Die OECD Family Database definiert ausdrücklich, dass eine Fertilitätsrate von etwa 2,1 Kindern je Frau erforderlich ist, um die Bevölkerungsgröße langfristig ohne Migration stabil zu halten. [webfs.oecd.org]

Tabelle 6.1

KennzahlDeutschland 2025
Geburtenziffer1,32
Geburten654.241
Alter der Mutter beim ersten Kind30,5 Jahre

Quelle: Statistisches Bundesamt. [destatis.de], [destatis.de]

Fußnote 31

³¹ OECD Family Database: SF2.1 Fertility Rates, Paris 2025, S. 1. Die OECD erläutert dort, dass eine Fertilitätsrate von 2,1 Kindern je Frau allgemein als Reproduktionsniveau gilt. [webfs.oecd.org]

Fußnote 32

³² Statistisches Bundesamt: Geburten in Deutschland, Datenstand 01.07.2026. Ausgewiesen werden 654.241 Geburten, 1,32 Kinder je Frau sowie ein durchschnittliches Alter der Mutter beim ersten Kind von 30,5 Jahren. [destatis.de], [destatis.de]


6.2.2 Ursachen sinkender Geburtenraten

Die Forschung zeigt, dass Familiengründungen von einer Vielzahl wirtschaftlicher und sozialer Faktoren beeinflusst werden.

Die OECD nennt insbesondere:

  • wirtschaftliche Sicherheit,
  • Wohnkosten,
  • Arbeitsmarktbedingungen,
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
  • Kosten der Kindererziehung,
  • gesellschaftliche Rollenbilder,
  • Alter bei Familiengründung. [oecd.org], [cehd.uchicago.edu]

Fußnote 33

³³ OECD: Society at a Glance 2024 - Fertility Trends Across the OECD, Paris 2024, Abschnitt „Underlying Drivers of Fertility Rates“. Die OECD nennt wirtschaftliche Sicherheit, Familienpolitik und Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit und Familie als zentrale Einflussfaktoren. [oecd.org], [cehd.uchicago.edu]


6.3 Die volkswirtschaftliche Bedeutung von Familien

Familien erzeugen erhebliche gesellschaftliche und wirtschaftliche Werte.

Sie übernehmen zentrale Aufgaben bei:

  • Kindererziehung,
  • Bildung,
  • sozialer Integration,
  • Pflege,
  • Weitergabe von Kompetenzen und Werten.

Sinkende Geburtenzahlen führen langfristig zu:

  • steigenden Altenquoten,
  • Fachkräftemangel,
  • höherem Druck auf Renten- und Gesundheitssysteme,
  • geringeren Wachstumspotenzialen. [familycities.eu], [oecd.org]

Fußnote 34

³⁴ OECD: Society at a Glance 2024 - Fertility Trends Across the OECD, Executive Summary. Die OECD beschreibt niedrige Fertilitätsraten als zentrale Herausforderung für Arbeitsmärkte, Rentensysteme und Wirtschaftswachstum. [oecd.org], [cehd.uchicago.edu]


6.4 Vereinbarkeit von Familie und Beruf

6.4.1 Kinderbetreuung als Schlüsselfaktor

Die empirische Forschung zeigt, dass der Zugang zu qualitativ hochwertiger und bezahlbarer Kinderbetreuung die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Elternschaft verbessert.

Die OECD bezeichnet den Ausbau frühkindlicher Bildung und Betreuung ausdrücklich als Instrument zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. [oecd.org], [oecd.org]

Fußnote 35

³⁵ OECD: How Does Access to Early Childhood Education Services Affect the Participation of Women in the Labour Market?, OECD Policy Brief. Die OECD beschreibt frühkindliche Betreuung als wichtigen Faktor für die Erwerbsbeteiligung von Müttern. [oecd.org]


6.4.2 Erwerbstätigkeit von Müttern

Nach Angaben der OECD Family Database hängen Beschäftigungsquoten von Müttern eng mit Alter und Anzahl der Kinder sowie mit der Verfügbarkeit von Betreuungsangeboten zusammen. [webfs.oecd.org], [webfs.oecd.org]

Fußnote 36

³⁶ OECD Family Database: LMF1.2 Maternal Employment Rates, Paris 2025, S. 1–3. Die OECD dokumentiert den Zusammenhang zwischen Kinderbetreuung, Familienstruktur und Erwerbstätigkeit von Müttern. [webfs.oecd.org]


6.5 Familienfreundliche Politik als Erfolgsmodell

Internationale Vergleiche zeigen, dass Länder mit familienfreundlichen Rahmenbedingungen häufig höhere Geburtenraten und zugleich höhere Erwerbsquoten von Frauen erreichen. [oecd.org], [cehd.uchicago.edu]

Besonders bedeutsam sind:

  • Elternzeitregelungen,
  • hochwertige Kinderbetreuung,
  • finanzielle Familienleistungen,
  • flexible Arbeitszeitmodelle.

OECD-Analysen finden positive Zusammenhänge zwischen Geburtenraten und öffentlichen Ausgaben für Elternzeit sowie frühkindliche Bildung und Betreuung. [cehd.uchicago.edu], [oecd.org]

Fußnote 37

³⁷ OECD: Society at a Glance 2024 - Fertility Trends Across the OECD, Abschnitt „Main Findings“. Die OECD berichtet positive Zusammenhänge zwischen Fertilität, Elternzeit, Kinderbetreuung und Familienförderung. [cehd.uchicago.edu]


6.6 Wohnen und Familiengründung

Wohnkosten beeinflussen Familienentscheidungen erheblich.

Die OECD führt die Kosten der Kindererziehung und wirtschaftliche Sicherheit ausdrücklich als Faktoren für Familiengründungen an. Auch die Wohnsituation zählt zu den regelmäßig genannten Einflussgrößen. [oecd.org], [cehd.uchicago.edu]

Daher wird in dieser Petition die Förderung familiengerechten Wohnraums als Bestandteil einer nationalen Demographiestrategie vorgeschlagen.

Fußnote 38

³⁸ OECD: Society at a Glance 2024 - Fertility Trends Across the OECD, Einleitung und Hauptbefunde. Die OECD nennt finanzielle Belastungen und wirtschaftliche Unsicherheit als wesentliche Einflussgrößen der Familiengründung. [cehd.uchicago.edu]


6.7 Zielbild Deutschland 2037

Auf Basis der vorliegenden Forschung werden folgende politische Zielgrößen vorgeschlagen:

Indikator2025Ziel 2037
Geburtenziffer1,321,75
Alter der Mutter beim ersten Kind30,5Stabilisierung
Kinderbetreuungregional unterschiedlichflächendeckend
Ganztagsbetreuunguneinheitlichbundesweit verfügbar
FamilienfreundlichkeitMittelfeldeuropäische Spitzengruppe

Hinweis: Die Zielwerte stellen politische Zielsetzungen der Petition dar und sind keine wissenschaftlichen Prognosen.


6.8 Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt:

  1. Deutschland verzeichnet mit 1,32 Kindern je Frau eine sehr niedrige Geburtenrate. [destatis.de], [destatis.de]
  2. Langfristig gefährdet die demographische Entwicklung die Stabilität von Renten-, Pflege- und Gesundheitssystemen. [oecd.org], [familycities.eu]
  3. Familienfreundliche Politik, Kinderbetreuung und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehören zu den wirksamsten politischen Instrumenten gegen dauerhaft niedrige Geburtenraten. [cehd.uchicago.edu], [oecd.org]

Eine erfolgreiche Familienpolitik ist nicht allein Sozialpolitik. Sie ist Wirtschafts-, Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Zukunftspolitik zugleich.

 

Kapitel 7

Bildung und Chancengerechtigkeit

Wissenschaftlich belegte Grundlagen für die Bildungsrepublik Deutschland 2037


7.1 Einleitung

Bildung ist einer der stärksten Prädiktoren für individuelle Lebensqualität, gesellschaftliche Teilhabe und wirtschaftlichen Erfolg. Die internationale Forschung zeigt, dass Bildungsinvestitionen nicht nur die Produktivität einer Volkswirtschaft erhöhen, sondern auch positive Auswirkungen auf Gesundheit, Beschäftigung, soziale Mobilität und Lebenszufriedenheit besitzen. [oecd.org], [oecd.org]

Die OECD betrachtet Bildung daher als eine der zentralen Dimensionen gesellschaftlichen Wohlbefindens. Bereits im Bericht How's Life? Measuring Well-Being wird Bildung als Kernbestandteil eines guten Lebens neben Einkommen, Gesundheit und sozialen Beziehungen aufgeführt. [unstats.un.org]

Fußnote 39

³⁹ OECD: How's Life? Measuring Well-Being, OECD Publishing, Paris 2011, S. 19–23. Bildung gehört zu den elf zentralen Wohlstandsdimensionen des OECD-Wohlstandsmodells. [unstats.un.org]


7.2 Bildung als Wohlstands- und Glücksfaktor

7.2.1 Bildung und Arbeitsmarkterfolg

Die aktuelle Ausgabe von Education at a Glance 2025 zeigt, dass Bildungsabschlüsse weiterhin erheblichen Einfluss auf Beschäftigungschancen und Erwerbseinkommen besitzen. Die OECD beschreibt Bildungsabschlüsse als einen der wichtigsten Faktoren für erfolgreiche Arbeitsmarktintegration. [eric.ed.gov], [oecd.org]

Fußnote 40

⁴⁰ OECD: Education at a Glance 2025: OECD Indicators, OECD Publishing, Paris 2025, Kapitel A „The Output of Educational Institutions and the Impact of Learning“, S. 43–87. [eric.ed.gov], [oecd.org]


7.2.2 Bildung und Wohlbefinden

Die OECD weist darauf hin, dass höher gebildete Menschen im Durchschnitt:

  • häufiger beschäftigt sind,
  • bessere Gesundheitswerte aufweisen,
  • eine höhere Lebenserwartung besitzen,
  • stärker politisch partizipieren,
  • höhere Zufriedenheitswerte berichten. [oecd.org], [unstats.un.org]

Bildung wirkt somit nicht nur als wirtschaftliche Ressource, sondern auch als Grundlage gesellschaftlicher Teilhabe.

Fußnote 41

⁴¹ OECD: How's Life? 2024, OECD Publishing, Paris 2024. Der Bericht analysiert Zusammenhänge zwischen Bildung, Gesundheit, Einkommen und subjektivem Wohlbefinden. [oecd.org]


7.3 Deutschlands Bildungssystem im internationalen Vergleich

7.3.1 Stärken des deutschen Systems

Deutschland verfügt über mehrere international anerkannte Stärken:

  • das duale Ausbildungssystem,
  • leistungsfähige Universitäten,
  • eine starke Berufsbildung,
  • enge Verbindungen zwischen Bildung und Wirtschaft. [oecd.org], [bildungsserver.de]

Diese Strukturen tragen zu einer vergleichsweise guten Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt bei.


7.3.2 Herausforderungen

Trotz dieser Stärken weisen internationale Vergleichsstudien auf erhebliche Probleme hin.

Die PISA-Studie 2022 dokumentiert:

  • sinkende Schülerleistungen,
  • zunehmende Bildungsungleichheiten,
  • starke Zusammenhänge zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg. [books.google.com], [oecd.org]

Fußnote 42

⁴² OECD: PISA 2022 Results. Volume I: The State of Learning and Equity in Education, OECD Publishing, Paris 2023, Kapitel 4 „Equity in Education in PISA 2022“, S. 109–151. [books.google.com], [oecd.org]


7.4 Bildungsgerechtigkeit

7.4.1 Soziale Herkunft und Bildungserfolg

Die PISA-Ergebnisse zeigen, dass die soziale Herkunft weiterhin einen erheblichen Einfluss auf Bildungsergebnisse besitzt. Besonders problematisch ist, dass Bildungsungleichheiten häufig generationenübergreifend fortbestehen. [oecd.org], [bpb.de]

Die OECD betont, dass Bildungssysteme mit hoher Chancengerechtigkeit nicht zwangsläufig niedrigere Leistungsniveaus aufweisen. Vielmehr erreichen zahlreiche erfolgreiche Bildungssysteme sowohl hohe Leistungen als auch geringe soziale Ungleichheiten. [oecd.org], [bpb.de]

Fußnote 43

⁴³ OECD: PISA 2022 Results. Volume I, Kapitel 4 „Equity in Education in PISA 2022“, S. 109–151. [books.google.com], [oecd.org]


7.5 Frühkindliche Bildung

7.5.1 Bedeutung der frühen Förderung

Die OECD betrachtet frühkindliche Bildung als eine der wirksamsten Bildungsinvestitionen überhaupt.

Der Bericht Starting Strong kommt zu dem Ergebnis, dass qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung positive Auswirkungen auf:

  • Lernen,
  • Entwicklung,
  • soziale Kompetenzen,
  • späteren Bildungserfolg

besitzt. [quality-ec...c.oecd.org], [oecd.org]

Fußnote 44

⁴⁴ OECD: Starting Strong: Mapping Quality in Early Childhood Education and Care, OECD Publishing, Paris. Die OECD betont den Zusammenhang zwischen Qualität frühkindlicher Bildung und späterem Wohlbefinden, Lernen sowie Entwicklung. [quality-ec...c.oecd.org], [oecd.org]


7.5.2 Situation in Deutschland

Die deutsche Teilnahme an TALIS Starting Strong 2024 zeigt sowohl Stärken als auch Herausforderungen.

Positiv bewertet werden:

  • hohe pädagogische Ansprüche,
  • intensive Interaktion mit Kindern.

Problematisch bleiben:

  • Fachkräftemangel,
  • Personalengpässe,
  • hohe Arbeitsbelastung,
  • Weiterbildungsbedarf. [fruehe-chancen.de]

Fußnote 45

⁴⁵ OECD: TALIS Starting Strong 2024; deutsche Ergebnisse vorgestellt am 04.12.2025. Die Studie verweist auf Fachkräftemangel, Belastung und Weiterbildungsbedarf im frühkindlichen Bereich. [fruehe-chancen.de]


7.6 Digitale Bildung und KI-Kompetenz

Die wirtschaftliche Entwicklung wird künftig verstärkt geprägt durch:

  • Digitalisierung,
  • Automatisierung,
  • künstliche Intelligenz,
  • Datenökonomie.

Deshalb soll Bildung nicht nur Wissen vermitteln, sondern Menschen befähigen, technologische Veränderungen aktiv zu gestalten.

Zu den Kernkompetenzen des 21. Jahrhunderts gehören:

  • Datenkompetenz,
  • Medienkompetenz,
  • KI-Kompetenz,
  • digitale Sicherheitskompetenz.

Die OECD führt künstliche Intelligenz mittlerweile als eigenständiges Zukunftsthema im Bildungsbereich. [gpseducati...n.oecd.org], [oecd.org]

Fußnote 46

⁴⁶ OECD Education GPS: Themenbereich „Artificial Intelligence in Education“, OECD 2026. [gpseducati...n.oecd.org]


7.7 Finanzbildung

Mehrere internationale Untersuchungen zeigen Defizite bei finanzieller Allgemeinbildung.

Die Petition schlägt daher die Einführung eines bundesweiten Pflichtfachs „Wirtschaft und Finanzkompetenz“ vor.

Inhalte:

  • Steuern,
  • Altersvorsorge,
  • Konsumkredite,
  • Kapitalmärkte,
  • Unternehmensgründung,
  • Verbraucherrechte.

7.8 Das Deutschland-2037-Bildungspaket

Tabelle 7.1

BereichZiel 2037
Frühe Bildungflächendeckende Qualität
Digitalisierung100 % Schulabdeckung
KI-KompetenzPflichtbestandteil
FinanzbildungPflichtfach
LehrkräfteversorgungVollversorgung
Bildungsungleichheitdeutliche Reduktion
Weiterbildunglebenslanger Anspruch

Diese Zielwerte stellen politische Zielsetzungen der Petition dar.


7.9 Lebenslanges Lernen

Die OECD weist darauf hin, dass Erwachsene zunehmend kontinuierlich an Bildungs- und Weiterbildungsangeboten teilnehmen müssen, um auf technologische Veränderungen reagieren zu können. [oecd.org], [eric.ed.gov]

Fußnote 47

⁴⁷ OECD: Education at a Glance 2025, Kapitel über Erwachsenenbildung und Weiterbildung, OECD Publishing, Paris 2025. [oecd.org], [eric.ed.gov]


7.10 Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Evidenz belegt:

  1. Bildung zählt zu den wichtigsten Faktoren für Wohlstand und Lebensqualität. [oecd.org], [unstats.un.org]
  2. Frühkindliche Förderung erzeugt besonders hohe gesellschaftliche Renditen. [oecd.org], [quality-ec...c.oecd.org]
  3. Chancengerechtigkeit verbessert sowohl Leistungsniveau als auch gesellschaftlichen Zusammenhalt. [oecd.org], [bpb.de]
  4. Digitalisierung, KI-Kompetenz und lebenslanges Lernen werden zu zentralen Bildungsaufgaben des 21. Jahrhunderts. [gpseducati...n.oecd.org], [oecd.org]

Eine Nation, die zu den glücklichsten Ländern der Welt gehören will, muss zugleich sicherstellen, dass jeder Mensch unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Wohnort Zugang zu exzellenter Bildung erhält.

Kapitel 8

Wohnen und Lebensqualität

Bezahlbarer Wohnraum als Grundlage von Wohlstand, Familiengründung und gesellschaftlichem Zusammenhalt


8.1 Einleitung

Wohnen gehört zu den wichtigsten Determinanten von Lebensqualität. Die eigene Wohnung erfüllt nicht nur die Funktion eines Schutzraums, sondern beeinflusst unmittelbar:

  • Familiengründung,
  • Vermögensbildung,
  • Gesundheit,
  • soziale Teilhabe,
  • Mobilität,
  • Lebenszufriedenheit.

Die OECD betont, dass Wohnungspolitik das Wohlbefinden über zahlreiche Kanäle beeinflusst, darunter Wohnqualität, Pendelzeiten, Umweltqualität, wirtschaftliche Stabilität und soziale Inklusion. [housingpol...t.oecd.org]

Fußnote 48

⁴⁸ OECD: Housing Sector Country Snapshot: Germany, OECD Housing Policy Toolkit, Paris 2021, S. 1. Die OECD beschreibt Wohnen als wesentlichen Einflussfaktor für Wohlbefinden, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Stabilität. [housingpol...t.oecd.org]


8.2 Die Wohnsituation in Deutschland

8.2.1 Eigentumsquote und Mietmarkt

Deutschland unterscheidet sich deutlich von vielen anderen europäischen Staaten.

Nach Angaben von Eurostat lebten im Jahr 2024 rund 53 % der Bevölkerung zur Miete, während Wohneigentum weniger verbreitet war. Deutschland war damit das einzige EU-Land, in dem Mieter die Mehrheit der Bevölkerung stellten. [ec.europa.eu]

Tabelle 8.1

KennzahlDeutschland
Mieteranteil53 %
Eigentümeranteil47 %

Quelle: Eurostat, Housing in Europe 2025. [ec.europa.eu]

Fußnote 49

⁴⁹ Eurostat: Housing in Europe – 2025 Edition, Kapitel „How we live“, Abschnitt „Type of housing and tenure“, Luxemburg 2025. In Deutschland lebten 53 % der Bevölkerung zur Miete. [ec.europa.eu]


8.2.2 Wohnkostenbelastung

Hohe Wohnkosten zählen zu den größten Belastungen privater Haushalte.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten im Jahr 2025 11,2 % der Bevölkerung in Haushalten, die mehr als 40 % ihres verfügbaren Einkommens für Wohnkosten aufwenden mussten. Damit lag Deutschland deutlich über dem EU-Durchschnitt von 7,7 %. [destatis.de]

Tabelle 8.2

KennzahlDeutschland 2025EU
Wohnkostenüberlastung11,2 %7,7 %

Quelle: Statistisches Bundesamt, Eurostat-Daten. [destatis.de]

Fußnote 50

⁵⁰ Statistisches Bundesamt: „Germany: 11.2 % living in households overburdened by housing costs“, veröffentlicht am 15.05.2026. Definiert als Haushalte mit Wohnkosten über 40 % des verfügbaren Einkommens. [destatis.de]


8.3 Wohnungsmangel als Strukturproblem

8.3.1 Wohnungsbedarf bis 2030

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) geht davon aus, dass Deutschland bis 2030 weiterhin einen hohen Neubaubedarf aufweist.

Die Wohnungsbedarfsprognose 2025 kommt zu dem Ergebnis, dass zwischen 2023 und 2030 jährlich rund 320.000 zusätzliche Wohneinheiten benötigt werden. [bbsr.bund.de], [bbsr.bund.de]

Tabelle 8.3

KennzahlWert
Jährlicher Neubaubedarfca. 320.000 Wohnungen
Prognosezeitraum2023–2030

Quelle: BBSR-Wohnungsbedarfsprognose 2025. [bbsr.bund.de]

Fußnote 51

⁵¹ Müther, Anna Maria; Waltersbacher, Matthias: Zentrale Ergebnisse der BBSR-Wohnungsbedarfsprognose. Neubaubedarfe in Deutschland bis 2030, BBSR-Analysen KOMPAKT 05/2025, Bonn 2025, S. 1–2. Die Studie prognostiziert einen jährlichen Bedarf von rund 320.000 Wohneinheiten. [bbsr.bund.de]


8.3.2 Regionale Unterschiede

Die Wohnungsnachfrage verteilt sich nicht gleichmäßig.

Besonders betroffen sind:

  • Ballungsräume,
  • Universitätsstädte,
  • wirtschaftsstarke Regionen.

Das BBSR weist darauf hin, dass Wohnungsengpässe insbesondere in wachsenden Metropolregionen auftreten, während in einigen peripheren Regionen Leerstände bestehen bleiben. [bbsr.bund.de], [bbsr.bund.de]

Fußnote 52

⁵² Müther, Anna Maria; Waltersbacher, Matthias: a.a.O., S. 1–4. Die Autoren beschreiben die räumlich sehr unterschiedliche Entwicklung von Nachfrage und Leerständen. [bbsr.bund.de]


8.4 Wohnen und Familiengründung

Die Forschung zeigt einen engen Zusammenhang zwischen Wohnsicherheit und Familienplanung.

Hohe Wohnkosten und fehlender geeigneter Wohnraum können:

  • Familiengründungen verzögern,
  • Kinderzahlen reduzieren,
  • Umzüge erzwingen,
  • wirtschaftliche Unsicherheit erhöhen.

Die OECD nennt Wohnkosten ausdrücklich als wichtigen Bestandteil der Bezahlbarkeitsproblematik moderner Gesellschaften. [oecd.org], [housingpol...t.oecd.org]

Fußnote 53

⁵³ OECD: OECD Housing Dashboard, Paris 2026; Tackling the Affordability Gap through Increased Supply of Affordable and Social Housing, OECD Publishing. Bezahlbarer Wohnraum wird als zentrale Voraussetzung sozialer Inklusion und wirtschaftlicher Stabilität beschrieben. [oecd.org], [housingpol...t.oecd.org]


8.5 Wohneigentum und Vermögensbildung

Wohneigentum trägt zur langfristigen Vermögensbildung privater Haushalte bei.

Die OECD verweist darauf, dass Wohnimmobilien für die meisten Haushalte den größten Vermögenswert darstellen. Gleichzeitig beeinflusst die Eigentumsbildung Altersvorsorge, finanzielle Stabilität und Vermögensaufbau. [housingpol...t.oecd.org]

Fußnote 54

⁵⁴ OECD: Housing Sector Country Snapshot: Germany, S. 1–2. Die OECD bezeichnet Wohnimmobilien als den wichtigsten Vermögenswert vieler Haushalte. [housingpol...t.oecd.org]


8.6 Die Wohnungsstrategie Deutschland 2037

Auf Grundlage der wissenschaftlichen Evidenz schlägt diese Petition folgende Ziele vor:

Tabelle 8.4

BereichZiel 2037
WohnungsneubauBedarfsgerechter Ausbau
Familienwohnungendeutliche Ausweitung
Eigentumsquote> 55 %
Sozialer WohnungsbauAusbau
Digitale Baugenehmigungenbundesweit
Planungsdauerdeutliche Verkürzung

Die Werte stellen politische Zielsetzungen der Petition dar.


8.7 Maßnahmenpaket

Säule 1: Beschleunigung von Genehmigungen

  • digitale Verfahren,
  • Standardisierung,
  • Fristenregelungen.

Säule 2: Familienförderung

  • Familienbauprogramme,
  • zinsvergünstigte Kredite,
  • Kinderbonus beim Eigentumserwerb.

Säule 3: Sozialer Wohnungsbau

  • Ausbau der Förderprogramme,
  • stärkere Bindungen für bezahlbaren Wohnraum.

Säule 4: Flächenmobilisierung

  • Aktivierung brachliegender Flächen,
  • Nachverdichtung geeigneter Standorte.

8.8 Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt:

  1. Deutschland weist im europäischen Vergleich eine außergewöhnlich hohe Mieterquote auf. [ec.europa.eu]
  2. 11,2 % der Bevölkerung gelten als durch Wohnkosten überlastet. [destatis.de]
  3. Das BBSR prognostiziert einen jährlichen Bedarf von rund 320.000 zusätzlichen Wohnungen bis 2030. [bbsr.bund.de], [bbsr.bund.de]
  4. Bezahlbarer Wohnraum ist ein wesentlicher Faktor für Familiengründung, Lebensqualität und gesellschaftliche Stabilität. [housingpol...t.oecd.org], [oecd.org]

Die Wohnungsfrage ist im Deutschland des 21. Jahrhunderts nicht allein eine Baufrage. Sie ist eine Frage von sozialer Gerechtigkeit, Familienpolitik, Vermögensbildung und Lebensqualität.

Kapitel 9

Gesundheit, Prävention und psychisches Wohlbefinden

Gesundheit als Grundlage von Lebensqualität, gesellschaftlicher Stabilität und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit


9.1 Einleitung

Gesundheit gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für ein gutes Leben. Moderne Gesundheitswissenschaften verstehen Gesundheit nicht mehr ausschließlich als Abwesenheit von Krankheit, sondern als Zustand körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass Wohlbefinden („well-being“) zunehmend als eigenständiges politisches Ziel betrachtet werden muss. Das von der WHO entwickelte Rahmenwerk fordert ausdrücklich einen gesamtstaatlichen Ansatz, der Gesundheit und Wohlbefinden in allen Politikbereichen berücksichtigt. [apps.who.int], [iris.who.int]

Fußnote 48

⁴⁸ World Health Organization: Well-being and Health Promotion. Report by the Director-General, EB158/27, Genf 2025, S. 1–6. Die WHO fordert einen „whole-of-government approach“ zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden. [apps.who.int]


9.2 Der Gesundheitszustand Deutschlands

9.2.1 Lebenserwartung

Deutschland verfügt über eines der leistungsfähigsten Gesundheitssysteme der Welt.

Nach den aktuellen OECD-Daten liegt die Lebenserwartung in Deutschland bei 81,1 Jahren und entspricht damit dem OECD-Durchschnitt. Die Schweiz erreicht im gleichen Vergleich mit 84,3 Jahren den höchsten Wert. [zm-online.de]

Tabelle 9.1

IndikatorDeutschland
Lebenserwartung81,1 Jahre
OECD-Durchschnitt81,1 Jahre

Quelle: Health at a Glance 2025. [zm-online.de]

Fußnote 49

⁴⁹ OECD: Health at a Glance 2025: OECD Indicators, OECD Publishing, Paris 2025; Länderprofil Deutschland. Die Lebenserwartung beträgt 81,1 Jahre. [zm-online.de], [anf.pt]


9.2.2 Stärken des Gesundheitssystems

Deutschland verfügt über:

  • eine hohe Ärztedichte,
  • eine hohe Krankenhauskapazität,
  • einen breiten Zugang zur Gesundheitsversorgung,
  • eine nahezu flächendeckende Krankenversicherung.

Trotzdem zeigen internationale Vergleiche Verbesserungspotenziale bei Prävention, psychischer Gesundheit und Effizienz. [eurohealth...ry.who.int], [zm-online.de]

Fußnote 50

⁵⁰ Germany: Country Health Profile 2025, European Observatory on Health Systems and Policies, 2025, S. 1–5. Das Profil beschreibt die Stärken des deutschen Gesundheitssystems sowie aktuelle Herausforderungen. [eurohealth...ry.who.int]


9.3 Psychische Gesundheit als Zukunftsaufgabe

9.3.1 Die globale Entwicklung

Psychische Erkrankungen gehören mittlerweile zu den bedeutendsten Gesundheitsproblemen weltweit.

Nach Angaben der WHO leben weltweit mehr als eine Milliarde Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Gleichzeitig bestehen erhebliche Versorgungsdefizite. [who.int], [who.int]

Fußnote 51

⁵¹ World Health Organization: World Mental Health Today: Latest Data, WHO, Genf 2025, S. 1–8. Der Bericht weist darauf hin, dass weltweit über eine Milliarde Menschen mit psychischen Erkrankungen leben. [who.int]


9.3.2 Situation in Europa

Die Europäische Kommission berichtet, dass mehr als jeder fünfte Mensch in der Europäischen Union von psychischen Erkrankungen betroffen ist. Zudem haben die psychischen Belastungen in den OECD-Staaten in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich zugenommen. [health.ec.europa.eu]

Tabelle 9.2

KennzahlEuropa
Menschen mit psychischen Erkrankungen>20 %
Zunahme psychischer Erkrankungen in OECD-Staaten+21 % in zwei Jahrzehnten

Quelle: Europäische Kommission, 2026. [health.ec.europa.eu]

Fußnote 52

⁵² European Commission: Mental Health in Europe, Brüssel 2026. Mehr als jeder fünfte EU-Bürger ist von psychischen Erkrankungen betroffen; in OECD-Staaten stieg die Häufigkeit psychischer Erkrankungen um nahezu 21 % innerhalb von zwei Jahrzehnten. [health.ec.europa.eu]


9.4 Die wirtschaftlichen Kosten schlechter Gesundheit

Psychische Erkrankungen verursachen nicht nur individuelles Leid, sondern auch erhebliche volkswirtschaftliche Belastungen.

Die Europäische Kommission verweist auf OECD-Berechnungen, wonach psychische Erkrankungen die Wirtschaftsleistung in Europa spürbar verringern. Für die Europäische Union werden jährliche Kosten in Milliardenhöhe ausgewiesen. [health.ec.europa.eu]

Fußnote 53

⁵³ European Commission: Mental Health in Europe, Brüssel 2026. Der Bericht verweist auf OECD-Berechnungen, nach denen psychische Erkrankungen erhebliche Kosten verursachen und das Bruttoinlandsprodukt merklich reduzieren. [health.ec.europa.eu]


9.5 Prävention statt Reparaturmedizin

9.5.1 Internationale Empfehlungen

Die WHO fordert eine stärkere Ausrichtung der Gesundheitssysteme auf:

  • Prävention,
  • Gesundheitsförderung,
  • psychisches Wohlbefinden,
  • soziale Verbundenheit.

Die Organisation betont, dass viele der größten Gesundheitsprobleme außerhalb des klassischen Gesundheitswesens entstehen und deshalb einen gesamtgesellschaftlichen Ansatz erfordern. [apps.who.int], [iris.who.int]

Fußnote 54

⁵⁴ World Health Organization: Well-being and Health Promotion, EB158/27, Genf 2025, S. 4–6. Die WHO fordert den Ausbau präventiver und gesundheitsfördernder Maßnahmen in allen Politikbereichen. [apps.who.int]


9.5.2 Präventionsziele Deutschland 2037

Diese Petition schlägt vor:

  1. Regelmäßige Gesundheitsuntersuchungen für alle Altersgruppen.
  2. Ausbau psychologischer Versorgungsangebote.
  3. Stärkung kommunaler Gesundheitszentren.
  4. Förderung von Bewegung und Sport.
  5. Nationale Strategie gegen Einsamkeit.
  6. Ausbau digitaler Gesundheitsangebote.

9.6 Gesundheit und soziale Verbundenheit

Die WHO weist darauf hin, dass soziale Beziehungen einen wichtigen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden besitzen. Einsamkeit erhöht das Risiko gesundheitlicher Belastungen und wirkt sich negativ auf Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe aus. [iris.who.int], [apps.who.int]

Daraus ergibt sich eine zentrale Erkenntnis:

Gesundheitspolitik kann nicht ausschließlich aus Krankenhäusern, Ärzten und Medikamenten bestehen.

Gesundheitspolitik umfasst auch:

  • Nachbarschaften,
  • Vereine,
  • Familien,
  • soziale Netzwerke,
  • gemeinschaftliche Aktivitäten.

Fußnote 55

⁵⁵ World Health Organization: Strategic and Technical Advisory Group of Experts on Well-being and Health Promotion, Meeting Report vom 16.04.2025, S. 1–3. Die WHO betont die Bedeutung sozialer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen für Gesundheit und Wohlbefinden. [iris.who.int]


9.7 Die Gesundheitsstrategie Deutschland 2037

Tabelle 9.3

BereichZiel 2037
LebenserwartungAnstieg
Präventiondeutlicher Ausbau
Psychische Gesundheitverbesserte Versorgung
Digitale Gesundheitflächendeckend
Gesundheitskompetenznationale Strategie
Einsamkeitmessbare Reduzierung

Die Zielwerte stellen politische Zielsetzungen dieser Petition dar.


9.8 Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt:

  1. Gesundheit ist eine zentrale Grundlage von Wohlbefinden und gesellschaftlicher Teilhabe. [apps.who.int], [eurohealth...ry.who.int]
  2. Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit leben mit psychischen Erkrankungen. [who.int], [who.int]
  3. Mehr als jeder fünfte EU-Bürger ist von psychischen Problemen betroffen. [health.ec.europa.eu]
  4. Die WHO empfiehlt einen präventionsorientierten, gesamtgesellschaftlichen Ansatz zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden. [apps.who.int], [iris.who.int]

Ein Gesundheitssystem des 21. Jahrhunderts darf Krankheiten nicht nur behandeln. Es muss Gesundheit aktiv fördern, psychisches Wohlbefinden stärken und die Voraussetzungen für ein langes, selbstbestimmtes und gesundes Leben schaffen.

 

Kapitel 10

Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Ehrenamt und soziale Verbundenheit

Warum Vertrauen, Gemeinschaft und soziale Beziehungen entscheidend für das Glück einer Nation sind


10.1 Einleitung

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der modernen Glücksforschung lautet:

Menschen werden nicht nur durch Einkommen, Konsum oder materiellen Wohlstand glücklich. Entscheidend sind auch soziale Beziehungen, Vertrauen und Zugehörigkeit.

Der World Happiness Report 2025 widmet einen Großteil seiner Analyse genau diesen Faktoren. Die Autoren zeigen, dass Fürsorge, Gemeinschaft, Vertrauen und soziale Unterstützung zu den stärksten Einflussgrößen menschlichen Wohlbefindens gehören. [worldhappi...ess.report], [files.worl...ess.report]

Auch die WHO-Kommission für soziale Verbundenheit kommt zu dem Ergebnis, dass soziale Isolation und Einsamkeit erhebliche Auswirkungen auf Gesundheit, Wohlbefinden und gesellschaftliche Stabilität besitzen. [who.int], [who.int]

Fußnote 56

⁵⁶ Helliwell, John F.; Layard, Richard; Sachs, Jeffrey D.; De Neve, Jan‑Emmanuel u. a. (Hrsg.): World Happiness Report 2025, Wellbeing Research Centre, University of Oxford, Oxford 2025, Executive Summary, S. 3–10. [files.worl...ess.report]


10.2 Soziale Verbundenheit als vierte Säule des Wohlbefindens

Neben:

  • wirtschaftlicher Sicherheit,
  • Gesundheit,
  • Bildung

gehört soziale Verbundenheit zu den wichtigsten Voraussetzungen eines guten Lebens.

Die WHO-Kommission für soziale Verbundenheit beschreibt soziale Beziehungen ausdrücklich als grundlegenden Gesundheitsfaktor und bezeichnet soziale Isolation als globales gesellschaftliches Problem. [iris.who.int], [apps.who.int]

Fußnote 57

⁵⁷ World Health Organization: From Loneliness to Social Connection: Charting a Path to Healthier Societies, Report of the WHO Commission on Social Connection, Genf 2025, S. xv–xvii sowie S. 1–9. [iris.who.int], [iris.who.int]


10.3 Einsamkeit als gesellschaftliche Herausforderung

10.3.1 Das Ausmaß des Problems

Die WHO berichtet, dass weltweit nahezu jeder sechste Mensch von Einsamkeit betroffen ist. Darüber hinaus wird Einsamkeit mit erheblichen gesundheitlichen Risiken in Verbindung gebracht. [iris.who.int], [who.int]

Der Bericht führt aus, dass Einsamkeit weltweit mit schätzungsweise 871.000 Todesfällen pro Jahr verbunden ist. [iris.who.int]

Tabelle 10.1

IndikatorWert
Weltbevölkerung mit Einsamkeitserfahrungennahezu 1 von 6 Personen
Geschätzte einsamkeitsbedingte Todesfälle p.a.871.000

Quelle: WHO Commission on Social Connection, 2025. [iris.who.int]

Fußnote 58

⁵⁸ World Health Organization: From Loneliness to Social Connection, Genf 2025, Abstract und Executive Summary. Der Bericht nennt nahezu jeden sechsten Menschen weltweit sowie 871.000 mit Einsamkeit assoziierte Todesfälle jährlich. [iris.who.int]


10.4 Junge Menschen und soziale Isolation

Der World Happiness Report 2025 identifiziert insbesondere junge Erwachsene als Risikogruppe.

Im Jahr 2023 berichteten 19 % der jungen Erwachsenen weltweit, dass sie niemanden hätten, auf den sie sich im Bedarfsfall verlassen könnten. Gegenüber 2006 entspricht dies einem Anstieg von 39 %. [worldhappi...ess.report], [files.worl...ess.report]

Tabelle 10.2

KennzahlWert
Junge Erwachsene ohne soziale Unterstützung (2023)19 %
Veränderung seit 2006+39 %

Quelle: World Happiness Report 2025, Kapitel 5. [worldhappi...ess.report], [files.worl...ess.report]

Fußnote 59

⁵⁹ Pei, Rui; Zaki, Jamil: „Connecting with Others: How Social Connections Improve the Happiness of Young Adults“, in: World Happiness Report 2025, Oxford 2025, S. 123–158, insbesondere S. 123–126. [ora.ox.ac.uk], [files.worl...ess.report]


10.5 Vertrauen als gesellschaftliches Kapital

Vertrauen gehört zu den zentralen Einflussgrößen für gesellschaftliches Wohlbefinden.

Der World Happiness Report 2025 zeigt, dass Menschen systematisch die Hilfsbereitschaft ihrer Mitmenschen unterschätzen. Gesellschaften mit höherem Vertrauen weisen regelmäßig höhere Zufriedenheitswerte auf. [files.worl...ess.report], [worldhappi...ess.report]

Vertrauen wirkt sich positiv aus auf:

  • Demokratie,
  • wirtschaftliche Kooperation,
  • Sicherheit,
  • ehrenamtliches Engagement,
  • psychisches Wohlbefinden.

Fußnote 60

⁶⁰ Helliwell, John F. u. a. (Hrsg.): World Happiness Report 2025, Kapitel 7 „Trusting Others: How Unhappiness and Social Distrust Explain Populism“, S. 193–226. [files.worl...ess.report]


10.6 Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement

Soziale Beziehungen entstehen nicht automatisch.

Vereine, Feuerwehren, Sportgemeinschaften, Kulturvereine, Nachbarschaftsnetzwerke und ehrenamtliche Organisationen schaffen Begegnungsräume, die sozialen Zusammenhalt fördern.

Der World Happiness Report 2025 zeigt, dass hilfreiches und prosoziales Verhalten sowohl die Empfänger als auch die Helfenden selbst glücklicher macht. [worldhappi...ess.report], [files.worl...ess.report]

Fußnote 61

⁶¹ Helliwell, John F. u. a. (Hrsg.): World Happiness Report 2025, Kapitel 6 „Supporting Others: How Prosocial Behaviour Reduces Deaths of Despair“, S. 159–192. [files.worl...ess.report]


10.7 Die OECD-Perspektive

Die OECD betrachtet soziale Kontakte als zentrale Voraussetzung von:

  • Gesundheit,
  • Beschäftigung,
  • Bildungserfolg,
  • demokratischer Teilhabe,
  • Wohlbefinden.

Der Bericht Social Connections and Loneliness in OECD Countries kommt zu dem Ergebnis, dass soziale Beziehungen weitreichende Auswirkungen auf nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche besitzen. [tacklinglo...esshub.org], [tacklinglo...esshub.org]

Fußnote 62

⁶² OECD: Social Connections and Loneliness in OECD Countries, OECD Publishing, Paris 2025, Vorwort sowie Executive Summary, S. 3–15. [tacklinglo...esshub.org]


10.8 Die Gemeinschaftsstrategie Deutschland 2037

Zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:

1. Nationale Strategie gegen Einsamkeit

  • kommunale Begegnungsorte,
  • Mehrgenerationenhäuser,
  • Nachbarschaftsinitiativen.

2. Ehrenamtsförderung

  • steuerliche Förderung,
  • bürokratische Entlastung,
  • bessere Anerkennungskultur.

3. Vereinsstärkung

  • Sportvereine,
  • Kulturvereine,
  • Musikvereine,
  • Jugendverbände.

4. Soziale Infrastruktur

  • Quartierszentren,
  • Dorfgemeinschaftshäuser,
  • Stadtteilzentren.

10.9 Zielgrößen Deutschland 2037

BereichZiel 2037
Ehrenamtliches Engagementdeutliche Steigerung
Einsamkeitmessbare Reduzierung
VereinsmitgliedschaftenAnstieg
NachbarschaftsinitiativenAusbau
Soziale UnterstützungTop-15 im Happiness Report

Die Zielwerte stellen politische Zielsetzungen der Petition dar.


10.10 Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt:

  1. Soziale Verbundenheit ist ein wesentlicher Faktor von Gesundheit und Lebenszufriedenheit. [who.int], [iris.who.int]
  2. Einsamkeit betrifft weltweit nahezu jeden sechsten Menschen. [iris.who.int]
  3. Junge Erwachsene weisen zunehmende Defizite bei sozialer Unterstützung auf. [worldhappi...ess.report], [files.worl...ess.report]
  4. Vertrauen, Ehrenamt und soziale Beziehungen fördern Wohlbefinden, gesellschaftliche Stabilität und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. [files.worl...ess.report], [tacklinglo...esshub.org]

Eine erfolgreiche Gesellschaft wird nicht allein durch ihr Bruttoinlandsprodukt definiert. Sie wird daran gemessen, ob Menschen einander vertrauen, sich unterstützen und das Gefühl haben, Teil einer Gemeinschaft zu sein.

 

Kapitel 11

Digitalisierung, Bürokratieabbau und der moderne Staat

Wie digitale Verwaltung, digitale Identität und bürgerfreundliche Behörden Lebensqualität, Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit stärken


11.1 Einleitung

Die Qualität staatlicher Institutionen zählt zu den wichtigsten Einflussgrößen für Zufriedenheit, Vertrauen und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Der World Happiness Report 2025 zeigt, dass Vertrauen in Institutionen, Handlungsfähigkeit des Staates und wahrgenommene Freiheit eng mit Lebenszufriedenheit verbunden sind. [publicadmi...ion.un.org]

Deutschland verfügt über einen leistungsfähigen Rechtsstaat und eine stabile Verwaltung. Gleichzeitig werden lange Genehmigungszeiten, komplexe Verfahren und eine unvollständige Digitalisierung seit Jahren als Standortnachteil diskutiert. Die Europäische Union und die OECD sehen insbesondere bei digitalen öffentlichen Dienstleistungen weiteren Verbesserungsbedarf. [digital-st....europa.eu], [oecd.org]


11.2 Warum Digitalisierung mehr ist als Technik

Digitalisierung ist nicht lediglich die Einführung neuer Software.

Die OECD definiert digitale Verwaltung als die umfassende Transformation staatlicher Leistungen, Prozesse und Dienstleistungen mit dem Ziel, öffentliche Leistungen effizienter, nutzerorientierter und transparenter zu gestalten. [goingdigit...l.oecd.org], [oecd.org]

Eine erfolgreiche digitale Verwaltung erhöht:

  • Servicequalität,
  • Transparenz,
  • Bürgerzufriedenheit,
  • wirtschaftliche Effizienz,
  • staatliche Handlungsfähigkeit.

Fußnote 63

⁶³ OECD: Digital Government Index, Beschreibung des OECD Digital Government Policy Framework, Paris 2025. Die OECD definiert digitale Verwaltung anhand der sechs Dimensionen „digital by design“, „data-driven public sector“, „government as a platform“, „open by default“, „user-driven“ und „proactiveness“. [goingdigit...l.oecd.org]


11.3 Deutschlands digitale Ausgangslage

11.3.1 Internationale Einordnung

Im UN E-Government Survey 2024 erreicht Deutschland einen Wert von 0,9382 im E‑Government Development Index (EGDI) und belegt weltweit Rang 12. [publicadmi...ion.un.org]

Tabelle 11.1

StaatEGDI-Rang 2024
Dänemark1
Estland2
Singapur3
Finnland9
Deutschland12
Österreich22

Quelle: UN E-Government Survey 2024. [publicadmi...ion.un.org]

Fußnote 64

⁶⁴ United Nations Department of Economic and Social Affairs: UN E-Government Survey 2024, Data Center 2024. Deutschland erreicht einen EGDI-Wert von 0,9382 und Rang 12 weltweit. [publicadmi...ion.un.org]


11.3.2 Stärken Deutschlands

Deutschland verfügt über:

  • hohe technologische Kompetenz,
  • starke Forschungslandschaft,
  • leistungsfähige IT-Unternehmen,
  • breite digitale Infrastrukturinvestitionen.

Der Digital Decade Country Report Germany 2025 hebt insbesondere Deutschlands Stärken bei Halbleitern, Edge Nodes und Zukunftstechnologien hervor. [digital-st....europa.eu]

Fußnote 65

⁶⁵ European Commission: Germany 2025 Digital Decade Country Report, Brüssel 2025. Deutschland wird als führend bei Edge Nodes, Quantencomputing und Halbleitertechnologien beschrieben. [digital-st....europa.eu]


11.3.3 Schwächen Deutschlands

Gleichzeitig identifiziert die Europäische Kommission Defizite bei:

  • digitalen Verwaltungsleistungen,
  • digitalen Kompetenzen,
  • Glasfaserabdeckung,
  • Nutzung elektronischer Identitäten (eID). [digital-st....europa.eu]

Besonders die Nutzung digitaler Identitäten liegt laut Bericht deutlich unter dem EU-Durchschnitt. [digital-st....europa.eu]

Fußnote 66

⁶⁶ European Commission: Germany 2025 Digital Decade Country Report, Abschnitt „Digital skills and public services“. Die Kommission empfiehlt ausdrücklich Maßnahmen zur stärkeren Nutzung elektronischer Identitäten und digitaler öffentlicher Dienste. [digital-st....europa.eu]


11.4 Bürokratie als Belastungsfaktor

Bürokratie erfüllt wichtige Funktionen:

  • Rechtssicherheit,
  • Transparenz,
  • Gleichbehandlung.

Gleichzeitig können übermäßige Verwaltungsverfahren die Lebensqualität beeinträchtigen.

Typische Belastungen sind:

  • lange Genehmigungszeiten,
  • Papierformulare,
  • Mehrfachmeldungen,
  • unverbundene Datenbanken.

Eine moderne Verwaltung muss daher Rechtssicherheit und Benutzerfreundlichkeit verbinden.


11.5 Digitale Identität als Schlüsselprojekt

Die OECD bezeichnet digitale Identitäten als zentrale Infrastruktur moderner Staaten. Sie ermöglichen sichere digitale Verwaltungsleistungen und reduzieren Medienbrüche zwischen Behörden. [depp.oecd.org], [oecd.org]

Deutschland nennt die Entwicklung nutzerfreundlicher digitaler Identitäten ausdrücklich als eine der zentralen Prioritäten seiner nationalen Digitalstrategie. [depp.oecd.org]

Fußnote 67

⁶⁷ OECD Going Digital Toolkit: Länderprofil Deutschland, Schwerpunkt „Digital ID“, Paris 2025. Die deutsche Digitalstrategie nennt sichere und benutzerfreundliche digitale Identitäten als prioritäres Handlungsfeld. [depp.oecd.org]


11.6 Der digitale Staat 2037

Die Petition schlägt vor, den Grundsatz:

„Einmal erfassen, überall nutzen“

zum Leitprinzip der Verwaltung zu machen.

Ziele:

  • keine Mehrfacheingabe identischer Daten,
  • vollständige digitale Antragsverfahren,
  • mobile Verwaltung,
  • digitale Behördentermine,
  • einheitliche Bürgerkonten.

11.7 Künstliche Intelligenz in der Verwaltung

Der UN E-Government Survey 2024 widmet der Nutzung künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung ein eigenes Kapitel. Die Vereinten Nationen sehen erhebliche Potenziale für Effizienzsteigerungen und bessere öffentliche Dienstleistungen, betonen jedoch zugleich die Notwendigkeit verantwortungsvoller Regulierung. [publicadmi...ion.un.org], [digitallib...ary.un.org]

Mögliche Einsatzbereiche:

  • Antragsbearbeitung,
  • Dokumentenanalyse,
  • Bürgerassistenz,
  • Verwaltungsberatung,
  • Betrugserkennung.

Fußnote 68

⁶⁸ United Nations Department of Economic and Social Affairs: UN E-Government Survey 2024: Accelerating Digital Transformation for Sustainable Development, New York 2024, Addendum on Artificial Intelligence and Digital Government. [digitallib...ary.un.org], [publicadmi...ion.un.org]


11.8 Deutschland-2037-Digitalstrategie

Tabelle 11.2

BereichZiel 2037
Behördendienstevollständig digital
Digitale Identitätflächendeckende Nutzung
Verwaltungsverfahrenmedienbruchfrei
Unternehmensgründungvollständig online
KI-gestützte Servicesbundesweit verfügbar
Bürgerkontoeinheitlich

Die Zielgrößen stellen politische Forderungen dieser Petition dar.


11.9 Gesellschaftliche Wirkung

Eine erfolgreiche digitale Transformation des Staates führt zu:

  • weniger Bürokratie,
  • höherem Vertrauen,
  • schnelleren Verfahren,
  • geringeren Kosten,
  • höherer Standortattraktivität.

Darüber hinaus stärkt sie die wahrgenommene Handlungsfähigkeit des Staates und damit einen der zentralen Faktoren gesellschaftlicher Zufriedenheit. [goingdigit...l.oecd.org], [publicadmi...ion.un.org]


11.10 Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt:

  1. Deutschland gehört weltweit bereits zu den fortgeschrittenen E‑Government-Staaten und belegt Rang 12 im UN-Index. [publicadmi...ion.un.org]
  2. Verbesserungsbedarf besteht insbesondere bei digitalen Verwaltungsleistungen, digitalen Kompetenzen und elektronischen Identitäten. [digital-st....europa.eu]
  3. Digitale Verwaltung erhöht Effizienz, Transparenz und Bürgerorientierung. [goingdigit...l.oecd.org], [oecd.org]
  4. Digitale Identitäten und KI-gestützte Dienstleistungen werden zu Schlüsseltechnologien moderner Staaten. [depp.oecd.org], [digitallib...ary.un.org]

Ein Staat des 21. Jahrhunderts wird nicht daran gemessen, wie viele Formulare er verwaltet, sondern wie einfach, schnell und vertrauenswürdig er seinen Bürgerinnen und Bürgern das Leben erleichtert.

 

Kapitel 12

Umwelt, Nachhaltigkeit und Lebensqualität

Warum eine intakte Umwelt eine Voraussetzung für Gesundheit, Wohlbefinden und gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit ist


12.1 Einleitung

Die traditionelle Umweltpolitik wurde lange Zeit vor allem mit Natur- und Ressourcenschutz begründet.

Die neuere Forschung zeigt jedoch, dass Umweltqualität weit darüber hinausgeht. Luftqualität, Grünflächen, Lärmbelastung, Zugang zu Erholungsräumen und Klimastabilität beeinflussen unmittelbar die Lebensqualität der Bevölkerung. [oecd.org], [oecdregion...lbeing.org]

Die OECD betrachtet Umweltqualität deshalb als eine zentrale Dimension gesellschaftlichen Wohlbefindens. Im OECD-Wohlstandsmodell gehört die Umwelt zu den grundlegenden Faktoren, die bestimmen, wie Menschen ihre Lebenssituation wahrnehmen. [oecd.org], [oecdregion...lbeing.org]

Fußnote 63

⁶³ OECD: How's Life? 2024, OECD Publishing, Paris 2024. Der Bericht behandelt Umweltqualität als zentrale Dimension des Wohlbefindens und nachhaltiger Entwicklung. [oecd.org]


12.2 Umweltqualität als Bestandteil von Lebensqualität

Die OECD weist darauf hin, dass Wohlbefinden nicht ausschließlich durch Einkommen bestimmt wird, sondern auch durch Faktoren wie:

Regionale Unterschiede spielen dabei eine wichtige Rolle. Das OECD-Programm Regional Well-Being misst Lebensqualität ausdrücklich anhand von elf Themenfeldern, darunter Umwelt, Gesundheit, Bildung und Lebenszufriedenheit. [oecdregion...lbeing.org]

Fußnote 64

⁶⁴ OECD Regional Well-Being, Datenstand 2025. Die OECD bewertet Regionen anhand von elf Wohlstandsdimensionen, darunter Umwelt, Gesundheit und Lebenszufriedenheit. [oecdregion...lbeing.org]


12.3 Grünflächen und Gesundheit

12.3.1 Wissenschaftliche Evidenz

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommt in ihrer Evidenzübersicht zu dem Ergebnis, dass städtische Grünflächen positive Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden besitzen. Sie fördern:

  • psychische Gesundheit,
  • körperliche Aktivität,
  • soziale Interaktion,
  • Stressreduktion.

Zudem können Grünflächen Belastungen durch Hitze, Luftverschmutzung und Lärm reduzieren. [who.int], [iris.who.int]

Fußnote 65

⁶⁵ World Health Organization Regional Office for Europe: Urban Green Spaces and Health: A Review of Evidence, Kopenhagen 2016, S. vii–x sowie Abstract. Der Bericht beschreibt positive Auswirkungen von Grünflächen auf psychische Gesundheit, körperliche Aktivität und soziale Kohäsion. [iris.who.int], [who.int]


12.3.2 Gesundheitliche Wirkung

Nach der WHO bestehen gesundheitliche Vorteile insbesondere durch:

  • psychologische Entspannung,
  • Förderung sozialer Kontakte,
  • Verringerung von Stress,
  • Unterstützung körperlicher Bewegung.

Grünflächen sind daher nicht ausschließlich ein Element der Stadtgestaltung, sondern Bestandteil präventiver Gesundheitspolitik. [iris.who.int], [who.int]

Fußnote 66

⁶⁶ World Health Organization Regional Office for Europe: Urban Green Spaces and Health, Kopenhagen 2016, Abstract sowie S. 1–6. [iris.who.int]


12.4 Öffentliche Räume und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Die wissenschaftliche Diskussion betrachtet öffentliche Räume zunehmend als Infrastruktur für Gesundheit und Gemeinschaft.

UN-Habitat hebt hervor, dass Grün- und Freiflächen:

  • soziale Interaktion fördern,
  • Isolation reduzieren,
  • Gemeinschaft stärken,
  • körperliche Aktivität ermöglichen.

Gut gestaltete öffentliche Räume tragen damit sowohl zur Gesundheit als auch zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. [unhabitat.org]

Fußnote 67

⁶⁷ UN-Habitat: Healthier Cities and Communities Through Public Spaces, Nairobi 2025, S. 1–5. Der Bericht beschreibt öffentliche Räume als Instrument zur Förderung von Gesundheit, sozialem Zusammenhalt und Lebensqualität. [unhabitat.org]


12.5 Klimaresiliente Städte

12.5.1 Neue Anforderungen

Städte stehen vor neuen Herausforderungen:

  • zunehmende Hitzebelastung,
  • Extremwetterereignisse,
  • Starkregen,
  • urbane Hitzeinseln.

Die WHO betont, dass Grünflächen einen Beitrag zur Anpassung an diese Entwicklungen leisten können. [who.int], [iris.who.int]

Fußnote 68

⁶⁸ World Health Organization Regional Office for Europe: Urban Green Spaces and Health, Kopenhagen 2016, S. 3–7. Grünflächen können Luftschadstoffe, Lärm und Hitzebelastungen reduzieren. [iris.who.int]


12.6 Umwelt und Glück

Der World Happiness Report zeigt seit Jahren, dass Lebensqualität nicht allein von materiellem Wohlstand abhängt. Vertrauen, Gemeinschaft, Gesundheit und die Qualität des Lebensumfelds wirken gemeinsam auf die Zufriedenheit der Bevölkerung. [files.worl...ess.report], [files.worl...ess.report]

Länder mit hoher Lebenszufriedenheit weisen häufig zusätzlich auf:

  • hohe Umweltstandards,
  • gute öffentliche Räume,
  • starke Naherholungsangebote,
  • hohe Lebensqualität im Wohnumfeld.

Dies gilt insbesondere für die nordischen Staaten, die regelmäßig Spitzenplätze im Glücksranking erreichen. [tagesschau.de], [files.worl...ess.report]

Fußnote 69

⁶⁹ Helliwell, John F. u. a. (Hrsg.): World Happiness Report 2025, Executive Summary, S. 3–10. Der Bericht betont die Bedeutung von Lebensumfeld, Gesundheit, Vertrauen und sozialem Zusammenhalt für Wohlbefinden. [files.worl...ess.report]


12.7 Die Umweltstrategie Deutschland 2037

Auf Grundlage der wissenschaftlichen Evidenz schlägt diese Petition folgende Zielsetzungen vor:

Tabelle 12.1

BereichZiel 2037
Zugang zu Grünflächenflächendeckend
Stadtbegrünungdeutlicher Ausbau
Hitzeschutznationale Strategie
Öffentliche RäumeAufwertung
Luftqualitätkontinuierliche Verbesserung
Klimaanpassungkommunale Pflichtaufgabe

Die Zielwerte stellen politische Zielsetzungen dieser Petition dar.


12.8 Deutschland als lebenswerte Umweltgesellschaft

Deutschland verfügt bereits heute über zahlreiche Vorteile:

  • umfangreiche Schutzgebiete,
  • hohe Umweltstandards,
  • große Waldflächen,
  • leistungsfähige Umweltverwaltung.

Die zukünftige Aufgabe besteht darin, ökologische Nachhaltigkeit stärker mit:

  • Gesundheit,
  • Stadtentwicklung,
  • Familienfreundlichkeit,
  • Lebensqualität

zu verbinden.


12.9 Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt:

  1. Umweltqualität ist ein wesentlicher Bestandteil menschlichen Wohlbefindens. [oecd.org], [oecdregion...lbeing.org]
  2. Grünflächen fördern psychische Gesundheit, Bewegung und soziale Beziehungen. [iris.who.int], [who.int]
  3. Öffentliche Räume stärken Gesundheit, Gemeinschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt. [unhabitat.org]
  4. Klimaanpassung und Stadtbegrünung werden zu zentralen Aufgaben der Lebensqualitätspolitik des 21. Jahrhunderts. [who.int], [iris.who.int]

Eine nachhaltige Umweltpolitik schützt nicht nur die Natur. Sie schützt Gesundheit, Lebensqualität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Wohl zukünftiger Generationen

Kapitel 13

Arbeit, Wohlstand und Work-Life-Balance

Warum gute Arbeit ein zentraler Baustein von Lebensqualität, Glück und gesellschaftlicher Stabilität ist


13.1 Einleitung

Arbeit erfüllt in modernen Gesellschaften weit mehr Funktionen als die reine Einkommenserzielung.

Sie vermittelt:

  • soziale Teilhabe,
  • gesellschaftliche Anerkennung,
  • Struktur im Alltag,
  • persönliche Entwicklungsmöglichkeiten,
  • soziale Kontakte.

Die internationale Glücksforschung zeigt seit Jahren, dass Beschäftigung zu den wichtigsten Einflussfaktoren für die Lebenszufriedenheit gehört. Arbeitslosigkeit wirkt sich dagegen deutlich negativ auf das Wohlbefinden aus. [files.worl...ess.report], [worldhappi...ess.report]

Fußnote 70

⁷⁰ De Neve, Jan-Emmanuel; Ward, George: „Happiness at Work“, in: World Happiness Report 2017, New York 2017, S. 144–185. Die Autoren zeigen, dass Erwerbsarbeit einen wesentlichen Beitrag zur Lebenszufriedenheit leistet und Arbeitslosigkeit erhebliche negative Auswirkungen besitzt. [files.worl...ess.report]


13.2 Arbeit und Lebenszufriedenheit

13.2.1 Die Bedeutung von Beschäftigung

Der Zusammenhang zwischen Arbeit und Wohlbefinden geht weit über das Einkommen hinaus.

Der World Happiness Report kommt zu dem Ergebnis, dass Arbeit zusätzliche Nutzenkomponenten schafft:

  • soziale Beziehungen,
  • gesellschaftliche Anerkennung,
  • Tagesstruktur,
  • Zielorientierung,
  • persönliche Identität. [files.worl...ess.report]

Arbeitslosigkeit führt dagegen häufig zu:

Fußnote 71

⁷¹ De Neve, Jan-Emmanuel; Ward, George: a.a.O., S. 145–150. Die Autoren beschreiben die nicht-monetären Vorteile von Erwerbsarbeit für Wohlbefinden und Lebensqualität. [files.worl...ess.report]


13.2.2 Gute Arbeit statt beliebiger Arbeit

Nicht jede Form der Beschäftigung steigert die Lebensqualität gleichermaßen.

Wichtige Einflussgrößen sind:

  • Arbeitsplatzsicherheit,
  • Arbeitsbedingungen,
  • Handlungsspielräume,
  • Wertschätzung,
  • Weiterbildungsmöglichkeiten,
  • Führungsqualität.

Die OECD betont, dass die Qualität von Arbeitsplätzen erheblichen Einfluss auf Wohlbefinden und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit besitzt. [oecd.org], [cedefop.europa.eu]

Fußnote 72

⁷² OECD: OECD Employment Outlook 2025: Can We Get Through the Demographic Crunch?, OECD Publishing, Paris 2025. Die OECD diskutiert die Bedeutung hochwertiger Beschäftigung, Produktivität und Arbeitsbedingungen für wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftliche Stabilität. [oecd.org], [cedefop.europa.eu]


13.3 Deutschlands Arbeitsmarkt

13.3.1 Stärken

Deutschland verfügt über einen leistungsfähigen Arbeitsmarkt.

Nach dem OECD Better Life Index sind rund 77 % der 15- bis 64‑Jährigen erwerbstätig. Damit liegt Deutschland deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 66 %. [oecd-bette...beauty.net]

Tabelle 13.1

KennzahlDeutschlandOECD
Erwerbstätigenquote77 %66 %
Sekundarabschluss86 %79 %

Quelle: OECD Better Life Index. [oecd-bette...beauty.net]

Fußnote 73

⁷³ OECD Better Life Index, Länderprofil Deutschland. Erwerbstätigenquote: 77 % der Bevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren. [oecd-bette...beauty.net]


13.3.2 Herausforderungen

Trotz hoher Beschäftigung bestehen erhebliche Herausforderungen:

  • demographischer Wandel,
  • Fachkräftemangel,
  • Digitalisierung,
  • Qualifikationsanpassung,
  • Produktivitätsschwäche.

Die OECD Employment Outlook 2025 sieht insbesondere die Alterung der Bevölkerung als zentrale Herausforderung für Wachstum, Produktivität und soziale Sicherungssysteme. [cedefop.europa.eu], [espas.secu....europa.eu]

Fußnote 74

⁷⁴ OECD: OECD Employment Outlook 2025, Paris 2025. Der Bericht beschreibt Bevölkerungsalterung als zentrale Herausforderung für Arbeitsmarkt und Wirtschaftswachstum. [espas.secu....europa.eu], [cedefop.europa.eu]


13.4 Work-Life-Balance

13.4.1 Die Bedeutung von Zeitwohlstand

Die moderne Wohlstandsforschung betrachtet nicht nur Einkommen, sondern auch verfügbare Zeit als zentrale Ressource.

Der OECD Better Life Index führt Work-Life-Balance ausdrücklich als eigenständigen Indikator gesellschaftlicher Lebensqualität. Deutschland schneidet in diesem Bereich überdurchschnittlich gut ab. [oecd-bette...beauty.net]

Menschen benötigen Zeit für:

  • Familie,
  • Gesundheit,
  • Bildung,
  • Ehrenamt,
  • soziale Beziehungen.

Fußnote 75

⁷⁵ OECD Better Life Index, Länderprofil Deutschland. Deutschland erzielt überdurchschnittliche Ergebnisse im Bereich „Work-Life-Balance“. [oecd-bette...beauty.net]


13.4.2 Lange Arbeitszeiten und Gesundheit

Die OECD weist darauf hin, dass sehr lange Arbeitszeiten negative Auswirkungen auf Gesundheit, Familie und Wohlbefinden haben können.

In Deutschland arbeiten lediglich etwas mehr als 4 % der Beschäftigten regelmäßig sehr lange Wochenstunden und damit deutlich weniger als der OECD-Durchschnitt von etwa 10 %. [oecd-bette...beauty.net]

Tabelle 13.2

KennzahlDeutschlandOECD
Sehr lange Arbeitszeiten> 4 %10 %

Quelle: OECD Better Life Index. [oecd-bette...beauty.net]

Fußnote 76

⁷⁶ OECD Better Life Index, Kapitel Work-Life-Balance. Nur etwas mehr als 4 % der Beschäftigten in Deutschland arbeiten sehr lange Wochenstunden. [oecd-bette...beauty.net]


13.5 Die Zukunft der Arbeit

13.5.1 Digitalisierung und KI

Die OECD geht davon aus, dass künstliche Intelligenz und digitale Technologien die Arbeitswelt tiefgreifend verändern werden. Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen an:

Fußnote 77

⁷⁷ OECD Employment Outlook 2025; Zusammenfassung der Auswirkungen von Digitalisierung und KI auf Arbeitsmärkte und Qualifikationsanforderungen. [digital-sk....europa.eu], [oecd.org]


13.5.2 Lebenslanges Lernen

Die Alterung der Bevölkerung und die Digitalisierung erfordern kontinuierliche Weiterbildung.

Die OECD empfiehlt deshalb:

Fußnote 78

⁷⁸ OECD Employment Outlook 2025, Kapitel zur Bevölkerungsalterung und Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer. [digital-sk....europa.eu], [cedefop.europa.eu]


13.6 Die Arbeitsstrategie Deutschland 2037

Tabelle 13.3

BereichZiel 2037
ErwerbsbeteiligungSteigerung
Weiterbildunglebenslanger Anspruch
KI-Kompetenzflächendeckend
Fachkräftesicherungnationale Strategie
Familienfreundliche ArbeitAusbau
Flexible ArbeitsmodelleRegelfall

Die Zielgrößen stellen politische Zielsetzungen dieser Petition dar.


13.7 Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt:

  1. Arbeit gehört zu den stärksten Einflussfaktoren menschlicher Lebenszufriedenheit. [files.worl...ess.report]
  2. Deutschland verfügt über eine hohe Erwerbsbeteiligung von 77 %. [oecd-bette...beauty.net]
  3. Work-Life-Balance beeinflusst Gesundheit, Familienleben und Wohlbefinden unmittelbar. [oecd-bette...beauty.net]
  4. Digitalisierung, KI und Bevölkerungsalterung machen lebenslanges Lernen zu einer Schlüsselaufgabe des 21. Jahrhunderts. [digital-sk....europa.eu], [oecd.org]

Die Zukunft der Arbeit darf nicht allein produktiver werden. Sie muss zugleich menschlicher, flexibler und lebensfreundlicher werden. Nur dann kann wirtschaftlicher Erfolg dauerhaft in gesellschaftliches Wohlbefinden übersetzt werden.

 

Kapitel 14

Infrastruktur, Mobilität und regionale Gleichwertigkeit

Warum Erreichbarkeit, Verkehrsnetze und öffentliche Infrastruktur zentrale Voraussetzungen für Lebensqualität und Wohlstand sind


14.1 Einleitung

Infrastruktur gehört zu den grundlegenden Voraussetzungen moderner Gesellschaften. Sie ermöglicht wirtschaftliche Aktivität, soziale Teilhabe, Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Arbeitsplätzen.

Die neuere Forschung geht dabei über den klassischen Begriff der Verkehrsinfrastruktur hinaus. Entscheidend ist nicht allein die Existenz von Straßen, Schienen oder Buslinien, sondern die tatsächliche Erreichbarkeit von Chancen und Dienstleistungen. Die OECD bezeichnet den Zugang zu Arbeitsplätzen, Bildungseinrichtungen, Gesundheitsversorgung und öffentlichen Dienstleistungen als zentralen Faktor für Teilhabe und Lebensqualität. [oecd.org], [oecd.org]

Fußnote 79

⁷⁹ OECD: Improving Transport Planning for Accessible Cities, OECD Publishing, Paris 2025, Executive Summary. Die OECD betont, dass Erreichbarkeit („accessibility“) ein zentrales Ziel der Verkehrsplanung sein sollte. [oecd.org], [oecd.org]


14.2 Infrastruktur als Bestandteil von Lebensqualität

Die OECD weist darauf hin, dass Wohlbefinden durch die gebaute Umwelt („built environment“) maßgeblich beeinflusst wird.

Hierzu gehören:

  • Verkehrsanbindung,
  • Wohnumfeld,
  • Erreichbarkeit öffentlicher Dienstleistungen,
  • öffentliche Räume,
  • digitale Infrastruktur.

Gut erreichbare Städte und Regionen ermöglichen einen besseren Zugang zu Chancen und erhöhen damit die Lebensqualität der Bevölkerung. [oecd.org]

Fußnote 80

⁸⁰ OECD: Built Environment Through a Well-Being Lens, OECD Publishing, Paris 2025. Der Bericht untersucht den Zusammenhang zwischen gebauter Umwelt, Erreichbarkeit und Lebensqualität. [oecd.org]


14.3 Deutschlands infrastrukturelle Ausgangslage

14.3.1 Umfang der Verkehrsinfrastruktur

Deutschland verfügt über eines der dichtesten Verkehrsnetze Europas.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes umfasste die Verkehrsinfrastruktur Deutschlands im Jahr 2025 unter anderem:

  • 229.500 Kilometer überörtliche Straßen,
  • davon 13.200 Kilometer Autobahnen,
  • rund 39.900 Kilometer Eisenbahnstrecken. [destatis.de]

Tabelle 14.1

InfrastrukturUmfang
Überörtliche Straßen229.500 km
Autobahnen13.200 km
Eisenbahnstrecken39.900 km

Quelle: Statistisches Bundesamt, Verkehrsinfrastruktur 2025. [destatis.de]

Fußnote 81

⁸¹ Statistisches Bundesamt: Transport Infrastructure in Germany, Datenstand 05.03.2026. Straßen: 229.500 km; Autobahnen: 13.200 km; Eisenbahnstrecken: 39.900 km. [destatis.de]


14.3.2 Qualität der Infrastruktur

Das OECD Infrastructure Toolkit bewertet die deutsche Infrastrukturqualität mit 90,2 von 100 Punkten. Gleichzeitig weist die OECD auf Modernisierungsbedarfe bei Planung, Genehmigung und Infrastrukturmanagement hin. [infrastruc...t.oecd.org]

Fußnote 82

⁸² OECD Infrastructure Toolkit, Länderprofil Deutschland. Infrastrukturqualität: 90,2/100 Punkte. [infrastruc...t.oecd.org]


14.4 Mobilität als Voraussetzung gesellschaftlicher Teilhabe

Mobilität ermöglicht:

  • Zugang zu Arbeit,
  • Bildungsbeteiligung,
  • Gesundheitsversorgung,
  • soziale Kontakte,
  • kulturelle Angebote.

Die OECD betont, dass Verkehrssysteme letztlich daran gemessen werden sollten, in welchem Maße sie Menschen den Zugang zu Chancen ermöglichen. [oecd.org], [oecd.org]

Fußnote 83

⁸³ OECD: The Economic Benefits of Improved Accessibility to Transport Systems, OECD Publishing, Paris. Verbesserte Erreichbarkeit wird als zentraler wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Nutzen von Verkehrssystemen beschrieben. [oecd.org]


14.5 Öffentlicher Nahverkehr

14.5.1 Bedeutung für Lebensqualität

Die OECD hebt die Bedeutung eines hochwertigen öffentlichen Nahverkehrs für die Lebensqualität städtischer Regionen hervor.

Qualitativ hochwertige Verkehrssysteme:

  • reduzieren Abhängigkeit vom Auto,
  • verbessern den Zugang zu Dienstleistungen,
  • verringern Verkehrsbelastungen,
  • fördern Inklusion und Chancengleichheit. [oecd.org], [urban-mobi....europa.eu]

Fußnote 84

⁸⁴ OECD: Regions and Cities at a Glance 2024, Kapitel „Quality Public Transport in Cities“. Die OECD betont die Bedeutung eines zugänglichen und qualitativ hochwertigen öffentlichen Verkehrs. [oecd.org]


14.5.2 Internationale Erkenntnisse

Laut OECD können sieben von zehn Menschen in funktionalen Stadtregionen öffentliche Verkehrsmittel innerhalb kurzer Gehentfernung erreichen. Gleichwohl dominiert in vielen Regionen weiterhin das Auto. [urban-mobi....europa.eu]

Fußnote 85

⁸⁵ EU Urban Mobility Observatory: Bericht über OECD Regions and Cities at a Glance 2024, veröffentlicht am 15.01.2025. Nach OECD-Daten können sieben von zehn Einwohnern öffentlicher Verkehrsmittel innerhalb kurzer Gehentfernung erreichen. [urban-mobi....europa.eu]


14.6 Gleichwertige Lebensverhältnisse

Ein zentrales Ziel deutscher Strukturpolitik ist die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse.

Die OECD-Wirtschaftsberichte Deutschland 2025 betonen die Bedeutung regionaler Entwicklung für Wachstum und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unterschiede zwischen Regionen können wirtschaftliche Dynamik und Lebensqualität beeinflussen. [oecd.org], [bundeswirt...sterium.de]

Insbesondere ländliche Regionen benötigen:

  • leistungsfähige Verkehrsanbindungen,
  • digitale Netze,
  • Gesundheitsversorgung,
  • Bildungsangebote.

Fußnote 86

⁸⁶ OECD-Wirtschaftsberichte Deutschland 2025, Schwerpunktkapitel Regionalentwicklung. Die OECD bewertet regionale Entwicklung als wesentlich für langfristiges Wachstum und gesellschaftlichen Zusammenhalt. [oecd.org], [bundeswirt...sterium.de]


14.7 Die Infrastrukturstrategie Deutschland 2037

Tabelle 14.2

BereichZiel 2037
ÖPNVflächendeckend leistungsfähig
SchieneModernisierung und Ausbau
StraßenSanierung bestehender Netze
Digitale Infrastrukturflächendeckende Gigabitversorgung
Regionale Erreichbarkeitdeutliche Verbesserung
Gesundheits- und Bildungszugangwohnortnah

Die Zielgrößen stellen politische Zielsetzungen dieser Petition dar.


14.8 Die 15-Minuten-Region

Die Petition schlägt als langfristiges Leitbild vor, dass Bürgerinnen und Bürger wesentliche Dienstleistungen innerhalb einer angemessenen Zeit erreichen können.

Hierzu gehören:

  • Hausärzte,
  • Schulen,
  • Lebensmittelversorgung,
  • öffentlicher Nahverkehr,
  • Freizeitangebote.

Die OECD verweist darauf, dass gute Erreichbarkeit entscheidend für soziale Teilhabe und Lebensqualität ist. [oecd.org], [oecd.org]

Fußnote 87

⁸⁷ OECD: Improving Transport Planning for Accessible Cities, Paris 2025. Schwerpunkt des Berichts ist die Verbesserung des Zugangs zu Chancen und Dienstleistungen durch bessere Verkehrsplanung. [oecd.org], [oecd.org]


14.9 Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt:

  1. Infrastruktur beeinflusst Lebensqualität, Teilhabe und wirtschaftliche Entwicklung unmittelbar. [oecd.org], [oecd.org]
  2. Deutschland verfügt über ein sehr umfangreiches Verkehrsnetz mit 229.500 km überörtlichen Straßen und 39.900 km Eisenbahnstrecken. [destatis.de]
  3. Öffentlicher Verkehr verbessert soziale Inklusion, Erreichbarkeit und Lebensqualität. [oecd.org], [urban-mobi....europa.eu]
  4. Regionale Gleichwertigkeit erfordert Investitionen in Mobilität, digitale Infrastruktur und öffentliche Dienstleistungen. [oecd.org], [bundeswirt...sterium.de]

Infrastruktur ist mehr als Beton, Asphalt oder Schienen. Infrastruktur entscheidet darüber, ob Menschen Zugang zu Chancen haben, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können und ihre Region als lebenswert empfinden.

Kapitel 15

Demokratie, Vertrauen und Bürgerbeteiligung

Warum Vertrauen in Staat und Gesellschaft eine Voraussetzung für Glück, Stabilität und Zukunftsfähigkeit ist


15.1 Einleitung

Demokratie ist weit mehr als ein politisches System.

Sie bildet die Grundlage für:

  • Freiheit,
  • Rechtsstaatlichkeit,
  • politische Teilhabe,
  • gesellschaftlichen Zusammenhalt,
  • Vertrauen in Institutionen.

Die Forschung der vergangenen Jahre zeigt zunehmend, dass Demokratie und Lebenszufriedenheit eng miteinander verbunden sind. Insbesondere Vertrauen in Mitmenschen und Institutionen gehört zu den stärksten Einflussfaktoren des subjektiven Wohlbefindens. [worldhappi...ess.report], [worldhappi...ess.report]

Der World Happiness Report 2025 stellt fest, dass Rückgänge von Glück und sozialem Vertrauen einen erheblichen Teil der politischen Polarisierung und des Aufstiegs systemkritischer Bewegungen erklären können. [worldhappi...ess.report], [files.worl...ess.report]

Fußnote 88

⁸⁸ Algan, Yann; Blanc, Corin; Senik, Claudia: „Trusting Others: How Unhappiness and Social Distrust Explain Populism“, in: World Happiness Report 2025, hrsg. von Helliwell, John F. u. a., University of Oxford, Oxford 2025, S. 193–226. [ora.ox.ac.uk], [files.worl...ess.report]


15.2 Vertrauen als gesellschaftliches Kapital

15.2.1 Was Vertrauen bewirkt

Vertrauen reduziert gesellschaftliche Transaktionskosten.

Menschen müssen weniger kontrollieren, überwachen oder absichern.

Dadurch entstehen Vorteile für:

  • Wirtschaft,
  • Politik,
  • Verwaltung,
  • Bildung,
  • Nachbarschaften,
  • Vereine.

Der World Happiness Report 2025 beschreibt Vertrauen als einen der wichtigsten sozialen Faktoren für Wohlbefinden und gesellschaftliche Stabilität. [worldhappi...ess.report], [wellbeing....c.ox.ac.uk]

Fußnote 89

⁸⁹ Algan, Yann u. a.: a.a.O., S. 193–226. Die Autoren zeigen Zusammenhänge zwischen sozialem Vertrauen, Lebenszufriedenheit und politischem Verhalten. [ora.ox.ac.uk]


15.2.2 Vertrauen und Lebenszufriedenheit

Die Forschung zeigt, dass Menschen in Gesellschaften mit höherem institutionellem und zwischenmenschlichem Vertrauen im Durchschnitt höhere Lebenszufriedenheitswerte berichten. [worldhappi...ess.report], [worldhappi...ess.report]

Besonders bedeutsam sind:

  • Vertrauen in Mitmenschen,
  • Vertrauen in Gerichte,
  • Vertrauen in Polizei,
  • Vertrauen in Verwaltung,
  • Vertrauen in demokratische Institutionen.

15.3 Die Vertrauenskrise moderner Demokratien

Die OECD weist darauf hin, dass viele Demokratien vor einer Vertrauensherausforderung stehen.

Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • mangelnde Beteiligungsmöglichkeiten,
  • geringe Transparenz,
  • wahrgenommene politische Distanz,
  • fehlende Wirksamkeit staatlichen Handelns. [oecd.org], [eaccny.com]

Der OECD Trust Survey zeigt, dass viele Bürger den Eindruck haben, politischen Entscheidungen nur begrenzt Einfluss nehmen zu können. [oecd-events.org], [eaccny.com]

Fußnote 90

⁹⁰ OECD: Government at a Glance 2025, OECD Publishing, Paris 2025. Laut OECD vertrauen im Durchschnitt 39 % der Bürger ihrer nationalen Regierung; nur 30 % sehen ausreichende Mitsprachemöglichkeiten. [eaccny.com]


15.4 Demokratie und Glück

15.4.1 Politische Teilhabe

Der Zusammenhang zwischen Demokratie und Lebenszufriedenheit wird zunehmend empirisch untersucht.

Die Beteiligung an politischen Prozessen stärkt:

  • Selbstwirksamkeit,
  • Vertrauen,
  • gesellschaftliche Integration,
  • Akzeptanz politischer Entscheidungen.

Menschen fühlen sich stärker mit ihrem Gemeinwesen verbunden, wenn sie reale Mitwirkungsmöglichkeiten besitzen. [one.oecd.org], [oecd.org]

Fußnote 91

⁹¹ OECD: Building Trust and Reinforcing Democracy – Key Issues Paper, OECD Public Governance Directorate, Paris 2023, S. 13–24. Die OECD diskutiert die Bedeutung von Beteiligung, Transparenz und Vertrauen für demokratische Legitimität. [one.oecd.org]


15.5 Deutschland im internationalen Vergleich

Deutschland gehört weiterhin zu den stabilen Demokratien Europas.

Zu den Stärken zählen:

  • unabhängige Gerichte,
  • funktionierende Wahlen,
  • Pressefreiheit,
  • hohe Rechtsstaatlichkeit,
  • vergleichsweise geringe Korruption.

Im World Happiness Report Dashboard erreicht Deutschland Rang 10 bei der Korruptionswahrnehmung. Diese Position deutet auf ein vergleichsweise hohes Vertrauen in die Integrität staatlicher Institutionen hin. (siehe Kapitel 3)

Gleichzeitig zeigen verschiedene Studien, dass das Vertrauen in politische Institutionen kontinuierliche Pflege benötigt und nicht als selbstverständlich betrachtet werden darf. [oecd.org], [eaccny.com]


15.6 Bürgerbeteiligung als Zukunftsmodell

Internationale Erfahrungen zeigen, dass deliberative Beteiligungsformate das Vertrauen stärken können.

Dazu gehören:

  • Bürgerräte,
  • Bürgerforen,
  • öffentliche Konsultationen,
  • digitale Beteiligungsplattformen.

Die OECD beobachtet eine zunehmende Nutzung deliberativer Demokratieinstrumente in vielen Mitgliedstaaten. [eaccny.com], [oecd.org]

Fußnote 92

⁹² OECD: Government at a Glance 2025, Kapitel Citizen Participation. Die OECD beschreibt Bürgerräte und deliberative Verfahren als Instrumente zur Vertrauensbildung. [eaccny.com]


15.7 Transparenz und Open Government

Vertrauen entsteht nicht allein durch Beteiligung.

Ebenso wichtig sind:

  • transparente Entscheidungen,
  • nachvollziehbare Verwaltungsverfahren,
  • offene Daten,
  • Rechenschaftspflicht.

Die OECD bezeichnet Transparenz ausdrücklich als einen zentralen Baustein demokratischer Resilienz. [oecd.org], [oecd.org]

Fußnote 93

⁹³ OECD: Building Trust to Reinforce Democracy, OECD Publishing, Paris. Der Bericht hebt Transparenz, Offenheit und Bürgernähe als Schlüsselfaktoren wirksamer Demokratien hervor. [oecd.org], [oecd.org]


15.8 Die Demokratie-Strategie Deutschland 2037

Tabelle 15.1

BereichZiel 2037
Vertrauen in Institutionendeutliche Steigerung
Bürgerrätebundesweit etabliert
Digitale Beteiligungflächendeckend
TransparenzAusbau
Open GovernmentStandard
Bürgernähe der Verwaltungmessbare Verbesserung

Die Zielgrößen stellen politische Forderungen dieser Petition dar.


15.9 Demokratie als Glücksfaktor

Die Forschung des World Happiness Report 2025 legt nahe, dass Vertrauen und Lebenszufriedenheit nicht nur soziale Folgen haben, sondern auch politische Auswirkungen.

Sinkende Lebenszufriedenheit und sinkendes Vertrauen fördern:

  • Polarisierung,
  • Extremismus,
  • Politikverdrossenheit,
  • Anti-System-Bewegungen.

Umgekehrt erhöhen Vertrauen, Gemeinschaft und politische Teilhabe die Stabilität demokratischer Systeme. [worldhappi...ess.report], [files.worl...ess.report]

Fußnote 94

⁹⁴ Algan, Yann; Blanc, Corin; Senik, Claudia: a.a.O., S. 193–226. Die Autoren zeigen statistische Zusammenhänge zwischen Lebenszufriedenheit, Vertrauen und politischem Verhalten. [ora.ox.ac.uk]


15.10 Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt:

  1. Vertrauen gehört zu den stärksten Einflussfaktoren menschlicher Lebenszufriedenheit. [worldhappi...ess.report], [worldhappi...ess.report]
  2. Sinkendes Vertrauen kann politische Polarisierung und gesellschaftliche Spannungen verstärken. [worldhappi...ess.report], [files.worl...ess.report]
  3. Bürgerbeteiligung, Transparenz und offene Regierungsführung stärken demokratische Legitimität. [eaccny.com], [one.oecd.org]
  4. Demokratiepolitik ist zugleich Lebensqualitätspolitik. [oecd.org], [oecd.org]

Eine glückliche Gesellschaft entsteht nicht allein durch Wohlstand. Sie entsteht dort, wo Menschen ihren Mitbürgern vertrauen, dem Staat vertrauen und darauf vertrauen können, dass ihre Stimme gehört wird.

 

Kapitel 16

Kultur, Sport und Ehrenamt

Warum kulturelle Teilhabe, körperliche Aktivität und bürgerschaftliches Engagement entscheidende Grundlagen von Lebensqualität, Gesundheit und gesellschaftlichem Zusammenhalt sind


16.1 Einleitung

Moderne Wohlstandsforschung betrachtet Lebensqualität nicht mehr ausschließlich als Ergebnis von Einkommen, Vermögen oder Konsum.

Vielmehr zeigen internationale Untersuchungen, dass kulturelle Teilhabe, sportliche Aktivität und gesellschaftliches Engagement erheblich zum subjektiven Wohlbefinden beitragen. Die Messung von Wohlbefinden umfasst ausdrücklich soziale Beziehungen, kulturelle Teilhabe, Gesundheit und gesellschaftliche Einbindung. [cffound.org], [unece.org]

Kultur, Sport und Ehrenamt erfüllen dabei mehrere Funktionen gleichzeitig:

  • Förderung körperlicher Gesundheit,
  • Verbesserung psychischen Wohlbefindens,
  • soziale Integration,
  • generationenübergreifende Begegnung,
  • Stärkung demokratischer Kultur,
  • Aufbau von Vertrauen und Gemeinschaft.

Fußnote 95

⁹⁵ OECD Guidelines on Measuring Subjective Well‑being (2025 Update), OECD Publishing, Paris 2025, Kapitel 1 und 2. Das OECD-Konzept des Wohlbefindens umfasst soziale Beziehungen, Engagement, Freizeit und Lebensqualität als wesentliche Bestandteile menschlichen Wohlbefindens. [cffound.org]


16.2 Kultur als Faktor gesellschaftlichen Wohlbefindens

16.2.1 Kultur und Lebensqualität

Kulturelle Aktivitäten fördern nicht nur Bildung und Kreativität, sondern auch soziale Integration und psychisches Wohlbefinden.

Die WHO Regional Office for Europe kommt in ihrer umfassenden Evidenzübersicht zu dem Ergebnis, dass kulturelle Aktivitäten und künstlerische Beteiligung positive Wirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden besitzen. Die Auswertung umfasst mehr als 3.000 wissenschaftliche Studien. [who.int], [iris.who.int]

Fußnote 96

⁹⁶ Fancourt, Daisy; Finn, Saoirse: What is the Evidence on the Role of the Arts in Improving Health and Well-being? A Scoping Review, WHO Health Evidence Network Synthesis Report 67, Kopenhagen 2019, S. v–vi sowie S. 1–7. Die Autoren identifizieren auf Grundlage von über 3.000 Studien erhebliche positive Effekte von Kunst und Kultur auf Gesundheit und Wohlbefinden. [iris.who.int], [who.int]


16.2.2 Kultur als Gesundheitsressource

Die WHO beschreibt positive Wirkungen kultureller Aktivitäten unter anderem in folgenden Bereichen:

  • Prävention psychischer Erkrankungen,
  • Förderung emotionaler Stabilität,
  • soziale Integration,
  • Unterstützung von Lernprozessen,
  • Verbesserung von Lebensqualität in allen Lebensphasen. [iris.who.int], [iris.who.int]

Fußnote 97

⁹⁷ World Health Organization Regional Office for Europe: Intersectoral Action: The Arts, Health and Well-being, WHO/EURO 2019, S. 2–7. Kunst und Kultur werden als wirksame Instrumente zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden beschrieben. [iris.who.int]


16.3 Sport als Gesundheits- und Glücksfaktor

16.3.1 Körperliche Aktivität

Regelmäßige Bewegung zählt zu den wirksamsten Maßnahmen zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden.

Die Europäische Kommission weist darauf hin, dass körperliche Aktivität nachweislich zur Prävention und Bewältigung von:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
  • Diabetes,
  • Krebs,
  • psychischen Erkrankungen

beiträgt. [europa.eu], [sport.ec.europa.eu]

Fußnote 98

⁹⁸ European Commission: Sport and Physical Activity – Special Eurobarometer 2026, Brüssel 2026, Abschnitt „The Mental Health and Wellbeing Case for Physical Activity“. Regelmäßige Bewegung wird als bedeutender Faktor für körperliche und psychische Gesundheit beschrieben. [europa.eu]


16.3.2 Aktuelle Entwicklung in Europa

Die aktuelle Eurobarometer-Erhebung zeigt positive Entwicklungen:

  • 38 % der Europäer treiben mehrmals pro Woche Sport oder bewegen sich intensiv.
  • 9 % sind nahezu täglich aktiv.
  • Der Anteil der Personen ohne sportliche Aktivität sank von 45 % (2022) auf 39 % (2026). [europa.eu], [europeanou...rgroup.com]

Tabelle 16.1

Kennzahl EU20222026
Nie sportlich aktiv45 %39 %
Mehrmals wöchentlich aktiv32 %38 %
Nahezu täglich aktiv6 %9 %

Quelle: Special Eurobarometer Sport and Physical Activity 2026. [europa.eu], [europeanou...rgroup.com]

Fußnote 99

⁹⁹ European Commission: Special Eurobarometer on Sport and Physical Activity 2026, Executive Summary. Die Erhebung dokumentiert einen deutlichen Anstieg regelmäßiger körperlicher Aktivität in der Europäischen Union. [europa.eu]


16.4 Ehrenamt als Fundament des gesellschaftlichen Zusammenhalts

16.4.1 Ehrenamt und soziale Verbundenheit

Ehrenamtliche Tätigkeit schafft soziale Netzwerke, Vertrauen und Gemeinschaft.

In Kapitel 10 wurde bereits gezeigt, dass soziale Beziehungen zu den stärksten Einflussgrößen menschlicher Lebenszufriedenheit gehören.

Ehrenamt stärkt:

  • lokale Gemeinschaften,
  • gegenseitige Unterstützung,
  • gesellschaftlichen Zusammenhalt,
  • demokratische Kultur.

Die OECD bezeichnet soziale Beziehungen als zentrale Voraussetzung von Gesundheit, Wohlbefinden und gesellschaftlicher Resilienz. [unece.org], [cffound.org]

Fußnote 100

¹⁰⁰ United Nations Economic Commission for Europe: Guidelines on Measurement of Well-being, Genf 2025, Kapitel 2, S. 2–4. Die Leitlinien nennen soziale Beziehungen, gesellschaftliche Teilhabe und Vertrauen als zentrale Komponenten von Wohlbefinden. [unece.org]


16.5 Kultur, Sport und Ehrenamt als Präventionspolitik

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt, dass Investitionen in Kultur, Sport und Ehrenamt nicht ausschließlich Freizeitpolitik darstellen.

Sie sind zugleich:

  • Gesundheitspolitik,
  • Bildungspolitik,
  • Sozialpolitik,
  • Integrationspolitik,
  • Demokratiepolitik.

Viele gesellschaftliche Herausforderungen können präventiv entschärft werden durch:

  • stärkere Vereinsstrukturen,
  • bessere Sportangebote,
  • kulturelle Infrastruktur,
  • ehrenamtliches Engagement.

Fußnote 101

¹⁰¹ World Health Organization Regional Office for Europe: What is the Evidence on the Role of the Arts in Improving Health and Well-being?, HEN Report 67, S. 1–7 sowie Schlussfolgerungen S. 45–50. [iris.who.int]


16.6 Die Kultur- und Gemeinschaftsstrategie Deutschland 2037

Tabelle 16.2

BereichZiel 2037
Sportvereinedeutlicher Ausbau
Ehrenamtstärkere Beteiligung
Kulturförderungflächendeckender Zugang
Musik- und KunstbildungAusbau
Gemeindehäuser und BegegnungsorteModernisierung
Jugend- und VereinsarbeitStärkung

Die Zielwerte stellen politische Zielsetzungen dieser Petition dar.


16.7 Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt:

  1. Kultur fördert Gesundheit, Wohlbefinden und soziale Integration. [iris.who.int], [iris.who.int]
  2. Die WHO identifiziert auf Basis von mehr als 3.000 Studien positive Wirkungen kultureller Aktivitäten auf Gesundheit und Lebensqualität. [iris.who.int], [who.int]
  3. Regelmäßige Bewegung verbessert körperliche und psychische Gesundheit nachweislich. [europa.eu], [sport.ec.europa.eu]
  4. Der Anteil körperlich aktiver Menschen in Europa steigt wieder an. [europa.eu], [europeanou...rgroup.com]
  5. Ehrenamt und Gemeinschaft stärken Vertrauen, gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Stabilität. [unece.org], [cffound.org]

Eine erfolgreiche Gesellschaft braucht nicht nur wirtschaftlichen Wohlstand. Sie braucht Orte der Begegnung, kulturelle Teilhabe, sportliche Aktivität und eine lebendige Zivilgesellschaft. Kultur, Sport und Ehrenamt sind deshalb keine Nebensache, sondern tragende Säulen einer glücklichen Nation.

 

Kapitel 17

Finanzierung der Deutschland-2037-Strategie

Wie Investitionen in Lebensqualität, Familienfreundlichkeit und Zukunftsfähigkeit nachhaltig finanziert werden können


17.1 Einleitung

Jede langfristige Reformstrategie muss nicht nur gesellschaftlich wünschenswert, sondern auch finanziell tragfähig sein.

Die Umsetzung der in dieser Petition vorgeschlagenen Maßnahmen in den Bereichen:

  • Familie,
  • Bildung,
  • Gesundheit,
  • Wohnen,
  • Infrastruktur,
  • Digitalisierung,
  • Ehrenamt,
  • Umwelt,

erfordert erhebliche öffentliche Investitionen.

Gleichzeitig zeigen internationale Studien, dass Investitionen in Humankapital, Gesundheit, Bildung und Infrastruktur langfristig wirtschaftliches Wachstum sowie höhere Steuereinnahmen fördern können.

Die zentrale Frage lautet daher nicht:

„Können wir uns diese Investitionen leisten?“

Sondern:

„Können wir es uns leisten, auf diese Investitionen zu verzichten?“


17.2 Die volkswirtschaftliche Ausgangslage Deutschlands

Deutschland verfügt trotz aktueller Herausforderungen weiterhin über eine der größten Volkswirtschaften der Welt.

Nach Angaben des World Happiness Report Data Dashboard beträgt das BIP pro Kopf Deutschlands 62.567 US-Dollar. Bereits Kapitel 3 zeigte, dass Deutschland über erhebliche wirtschaftliche Ressourcen verfügt.

Gleichzeitig stehen die öffentlichen Haushalte vor langfristigen Belastungen durch:

  • Bevölkerungsalterung,
  • Rentenausgaben,
  • Gesundheitskosten,
  • Infrastrukturmodernisierung,
  • Verteidigungsausgaben,
  • Klimaanpassung.

Eine Finanzstrategie muss deshalb Wachstum, Effizienz und Nachhaltigkeit miteinander verbinden.


17.3 Investitionen statt Konsum

Die vorgeschlagenen Maßnahmen dieser Petition sind überwiegend Investitionen.

Dies gilt insbesondere für:

BereichCharakter
BildungHumankapitalinvestition
GesundheitProduktivitätsinvestition
WohnungsbauInfrastrukturinvestition
DigitalisierungModernisierungsinvestition
FamilienpolitikDemographieinvestition
ForschungInnovationsinvestition

Ökonomische Forschung zeigt, dass öffentliche Investitionen langfristig positive Wachstumseffekte erzeugen können, insbesondere wenn sie Produktivität und Beschäftigung erhöhen.

Fußnote 102

¹⁰² OECD: Economic Outlook 2025, OECD Publishing, Paris 2025, Kapitel „Public Investment and Economic Growth“. Öffentliche Investitionen können langfristig Produktivität, Beschäftigung und Wachstum fördern.


17.4 Finanzierungsrahmen Deutschland 2037

Für die Umsetzung der Strategie wird ein jährlicher Investitionsrahmen vorgeschlagen.

Tabelle 17.1

Investitionsprogramm Deutschland 2037

BereichJährliches Volumen
Bildung15 Mrd. €
Familienpolitik20 Mrd. €
Wohnungsbau25 Mrd. €
Digitalisierung10 Mrd. €
Gesundheit10 Mrd. €
Infrastruktur10 Mrd. €

| Gesamt | 90 Mrd. € |

Die Beträge stellen politische Modellrechnungen dieser Petition dar.


17.5 Gegenfinanzierung

17.5.1 Wirtschaftswachstum

Eine höhere Erwerbsbeteiligung, bessere Bildung und höhere Produktivität steigern langfristig:

  • Steueraufkommen,
  • Sozialversicherungsbeiträge,
  • Unternehmensinvestitionen.

Die OECD betont regelmäßig die Bedeutung von Bildung, Erwerbstätigkeit und Produktivität für das langfristige Wachstumspotenzial moderner Volkswirtschaften.

Fußnote 103

¹⁰³ OECD: Economic Surveys: Germany 2025, Paris 2025, Kapitel „Growth and Productivity“. Die OECD hebt Bildung, Digitalisierung und Produktivität als zentrale Wachstumstreiber hervor.


17.5.2 Bürokratieabbau

Die Digitalisierung staatlicher Prozesse kann langfristig erhebliche Effizienzgewinne erzeugen.

Potenziale bestehen insbesondere bei:

  • Verwaltungsverfahren,
  • Genehmigungen,
  • Datenmanagement,
  • Bürgerdiensten.

Die OECD verweist darauf, dass digitale Verwaltung Effizienz, Servicequalität und Ressourcenverwendung verbessern kann.

Fußnote 104

¹⁰⁴ OECD: Digital Government Index Framework, Paris 2025. Digitale Verwaltung verbessert Effizienz, Transparenz und Servicequalität öffentlicher Leistungen.


17.5.3 Prävention statt Reparatur

Kapitel 9 zeigte bereits:

  • psychische Erkrankungen,
  • Einsamkeit,
  • chronische Krankheiten

verursachen erhebliche gesellschaftliche Folgekosten.

Investitionen in Prävention können langfristig Gesundheitsausgaben reduzieren und die Erwerbsfähigkeit stärken. Die WHO empfiehlt deshalb einen stärkeren Fokus auf Prävention und Gesundheitsförderung.

Fußnote 105

¹⁰⁵ World Health Organization: Well-being and Health Promotion, EB158/27, Genf 2025, S. 4–6. Die WHO empfiehlt präventive Maßnahmen zur Verbesserung langfristiger Gesundheits- und Wohlstandsergebnisse.


17.6 Die Rendite von Bildung und Familienpolitik

Internationale Untersuchungen zeigen, dass Investitionen in:

  • frühkindliche Bildung,
  • Familienförderung,
  • Qualifikation,
  • Weiterbildung

zu den wirtschaftlich wirksamsten öffentlichen Investitionen gehören.

Frühkindliche Förderprogramme verbessern langfristig:

  • Schulabschlüsse,
  • Beschäftigungsquoten,
  • Einkommen,
  • gesellschaftliche Teilhabe.

Fußnote 106

¹⁰⁶ OECD: Starting Strong, OECD Publishing, Paris. Die OECD bewertet frühkindliche Bildung als eine der wirksamsten langfristigen Bildungsinvestitionen.


17.7 Nachhaltige Haushaltsführung

Diese Petition fordert ausdrücklich keine unbegrenzte Ausweitung staatlicher Ausgaben.

Vielmehr soll ein neuer Grundsatz gelten:

Investitionen in die Zukunft haben Vorrang vor konsumtiven Ausgaben.

Priorität erhalten:

  1. Bildung,
  2. Familien,
  3. Gesundheit,
  4. Wohnen,
  5. Forschung,
  6. Digitalisierung.

Dieser Ansatz entspricht internationalen Empfehlungen zur Stärkung langfristiger Wachstums- und Wohlstandspotenziale.


17.8 Wirtschaftlicher Nutzen der Deutschland-2037-Strategie

Die Strategie zielt auf eine Verbesserung folgender Faktoren:

Tabelle 17.2

WirkungsbereichErwartete Wirkung
Bildunghöhere Produktivität
Familienpolitikhöhere Geburtenrate
Gesundheithöhere Erwerbsfähigkeit
Digitalisierunghöhere Effizienz
Infrastrukturbessere Wettbewerbsfähigkeit
Wohnungsbaugeringere soziale Belastungen

Diese Zusammenhänge werden in zahlreichen Untersuchungen der OECD, WHO und anderer internationaler Organisationen beschrieben.


17.9 Die Deutschland-Bilanz 2037

Bei erfolgreicher Umsetzung könnten erreicht werden:

Kennzahl2025Ziel 2037
GlücksrankingPlatz 17Top 3
Geburtenrate1,32≥ 1,75
Eigentumsquote41,9 %≥ 55 %
Digitale Verwaltungteilweisevollständig
Soziale UnterstützungRang 38Top 15

Die Zielwerte stellen politische Zielsetzungen der Petition dar und keine Prognosen.


17.10 Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt:

  1. Investitionen in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur fördern langfristiges Wachstum.
  2. Prävention ist langfristig kostengünstiger als die Behandlung sozialer und gesundheitlicher Folgeschäden.
  3. Digitalisierung erhöht Effizienz und Verwaltungsleistung.
  4. Familien- und Bildungspolitik gehören zu den wichtigsten Zukunftsinvestitionen moderner Gesellschaften.

Die Deutschland-2037-Strategie ist keine Ausgabenagenda. Sie ist eine Investitionsagenda für wirtschaftliche Stärke, gesellschaftlichen Zusammenhalt und langfristige Lebensqualität.

 

Kapitel 18

Umsetzung, Governance und Deutschland-2037-Fahrplan

Wie die Deutschland-2037-Strategie praktisch umgesetzt, gesteuert und überprüft werden kann


18.1 Einleitung

Politische Strategien scheitern häufig nicht an fehlenden Ideen, sondern an mangelnder Umsetzung.

Die in den vorangegangenen Kapiteln beschriebenen Reformen in den Bereichen:

  • Familie,
  • Bildung,
  • Gesundheit,
  • Wohnen,
  • Infrastruktur,
  • Digitalisierung,
  • Umwelt,
  • Demokratie,

erfordern einen langfristigen und ressortübergreifenden Ansatz.

Die OECD betont, dass komplexe gesellschaftliche Herausforderungen nur durch koordinierte Regierungsführung ("whole-of-government approach") bewältigt werden können. Erfolgreiche Staaten verbinden strategische Ziele mit messbaren Indikatoren, institutioneller Verantwortung und regelmäßiger Evaluation.

Fußnote 107

¹⁰⁷ OECD: Government at a Glance 2025, OECD Publishing, Paris 2025, Kapitel „Strategic Governance and Public Sector Performance“. Die OECD unterstreicht die Bedeutung koordinierter Regierungsführung und messbarer Zielsysteme.


18.2 Das Deutschland-2037-Prinzip

Der Kern dieser Petition lautet:

Politik soll künftig nicht nur wirtschaftliches Wachstum fördern, sondern die nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung.

Hierfür wird ein neuer Bewertungsmaßstab vorgeschlagen:

Das Deutschland-2037-Wohlstandsmodell

Neben klassischen Kennzahlen sollen regelmäßig veröffentlicht werden:

  • Lebenszufriedenheit,
  • psychische Gesundheit,
  • soziale Unterstützung,
  • Familienfreundlichkeit,
  • Bildungsqualität,
  • Vertrauen,
  • Umweltqualität,
  • gesellschaftliche Teilhabe.

Der Ansatz orientiert sich an den Empfehlungen der OECD und des World Happiness Report, welche multidimensionale Wohlfahrtsindikatoren ausdrücklich befürworten.

Fußnote 108

¹⁰⁸ OECD: How's Life? 2024, OECD Publishing, Paris 2024, S. 17–31. Die OECD empfiehlt multidimensionale Wohlstandsindikatoren, die über das Bruttoinlandsprodukt hinausgehen.


18.3 Institutionelle Umsetzung

18.3.1 Nationale Kommission Deutschland 2037

Zur Umsetzung wird die Einrichtung einer unabhängigen:

Nationalen Kommission Deutschland 2037

vorgeschlagen.

Aufgaben:

  • Fortschrittsmessung,
  • wissenschaftliche Evaluation,
  • Datenerhebung,
  • Politikberatung,
  • jährlicher Fortschrittsbericht.

Mitglieder:

  • Wissenschaft,
  • Kommunen,
  • Länder,
  • Wirtschaft,
  • Gewerkschaften,
  • Zivilgesellschaft.

18.3.2 Wissenschaftlicher Beirat

Die Kommission wird durch einen interdisziplinären Beirat unterstützt.

Vertreten sein sollen:

  • Ökonomie,
  • Psychologie,
  • Soziologie,
  • Gesundheitswissenschaften,
  • Bildungsforschung,
  • Demographie,
  • Umweltwissenschaften.

Fußnote 109

¹⁰⁹ Orientierung am Modell unabhängiger Expertenkommissionen wie dem deutschen Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie internationalen Well‑Being‑Kommissionen der OECD-Staaten.


18.4 Der Deutschland-Bericht

Jährliche Berichterstattung

Die Bundesregierung soll jährlich einen:

Deutschland-Bericht Lebensqualität

veröffentlichen.

Dieser enthält:

Gesellschaft

  • Glücksindex,
  • soziale Unterstützung,
  • Einsamkeit,
  • Vertrauen.

Familie

  • Geburtenrate,
  • Kinderarmut,
  • Betreuungsquote.

Bildung

  • Bildungsqualität,
  • Chancengerechtigkeit,
  • digitale Kompetenzen.

Gesundheit

  • Lebenserwartung,
  • psychische Gesundheit,
  • Prävention.

Umwelt

  • Luftqualität,
  • Grünflächen,
  • Klimaanpassung.

Fußnote 110

¹¹⁰ OECD: How's Life? 2024, Kapitel „Monitoring Well‑being over Time“, S. 31–48. Die OECD empfiehlt eine systematische und regelmäßige Messung gesellschaftlicher Wohlstandsindikatoren.


18.5 Der Zeitplan 2027–2037

Phase I: Stabilisierung (2027–2029)

Schwerpunkte:

  • Wohnungsbauoffensive,
  • Digitalisierung der Verwaltung,
  • Ausbau der Kinderbetreuung,
  • Fachkräftesicherung.

Zielgrößen

BereichZiel
Digitalisierung50 % der Leistungen online
KinderbetreuungAusbau in allen Bundesländern
WohnungsbauBeschleunigte Verfahren

Phase II: Transformation (2030–2033)

Schwerpunkte:

  • Bildungsreform,
  • Gesundheitsreform,
  • Präventionsprogramme,
  • Infrastrukturinvestitionen.

Zielgrößen

BereichZiel
Schulenflächendeckend digital
Gesundheitnationale Präventionsstrategie
Schienedeutlicher Ausbau

Phase III: Konsolidierung (2034–2037)

Schwerpunkte:

  • Lebensqualität,
  • soziale Unterstützung,
  • Vertrauen,
  • Demokratieentwicklung.

Zielgrößen

BereichZiel
GlücksindexTop‑10
Soziale UnterstützungTop‑20
DigitalisierungVollversorgung

18.6 Erfolgsmessung

Der Erfolg der Strategie soll anhand messbarer Kennzahlen überprüft werden.

Tabelle 18.1

Deutschland-2037-Indikatoren

BereichAusgangswertZiel 2037
Lebenszufriedenheit6,882> 7,5
Glücksrang17Top 3
Geburtenrate1,32≥ 1,75
Eigentumsquote41,9 %≥ 55 %
Soziale UnterstützungRang 38Top 15
FreiheitRang 68Top 25

Die Zielwerte stellen politische Zielsetzungen dieser Petition dar.


18.7 Rolle von Ländern und Kommunen

Viele Reformen können nicht ausschließlich durch den Bund umgesetzt werden.

Besondere Verantwortung tragen:

Länder

  • Bildung,
  • Hochschulen,
  • Polizei,
  • Kultur.

Kommunen

  • Kinderbetreuung,
  • Stadtentwicklung,
  • Nahverkehr,
  • lokale Gesundheitsförderung,
  • Bürgerbeteiligung.

Die Strategie Deutschland 2037 erfordert deshalb eine enge Zusammenarbeit aller staatlichen Ebenen.


18.8 Bürgerbeteiligung und Transparenz

Die Bevölkerung soll aktiv in die Umsetzung einbezogen werden.

Instrumente:

  • Bürgerräte,
  • Online-Konsultationen,
  • regionale Zukunftsforen,
  • kommunale Beteiligungsplattformen.

Die OECD bewertet Beteiligung und Transparenz als zentrale Voraussetzungen wirksamer und vertrauenswürdiger Regierungsführung.

Fußnote 111

¹¹¹ OECD: Building Trust and Reinforcing Democracy, OECD Public Governance Directorate, Paris 2024, Kapitel zu Bürgerbeteiligung und Vertrauen.


18.9 Risikomanagement

Die Deutschland‑2037‑Strategie muss regelmäßig überprüft werden.

Mögliche Risiken:

  • Wirtschaftskrisen,
  • geopolitische Konflikte,
  • Finanzierungsengpässe,
  • demographische Beschleunigung,
  • technologische Umwälzungen.

Daher wird ein fünfjähriger Evaluationszyklus vorgeschlagen.


18.10 Zusammenfassung

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt:

  1. Langfristige Reformprogramme benötigen klare Zielgrößen, Steuerungsstrukturen und Evaluation.
  2. Wohlfahrtsindikatoren sollten neben wirtschaftlichen Kennzahlen systematisch erfasst werden.
  3. Erfolgreiche Regierungsführung erfordert Transparenz, Bürgerbeteiligung und institutionelle Verantwortung.
  4. Die Umsetzung entscheidet über den Erfolg jeder Reformstrategie.

Der Unterschied zwischen einer Vision und einer politischen Realität besteht in der Fähigkeit zur Umsetzung. Deutschland 2037 kann nur dann Wirklichkeit werden, wenn Ziele messbar, Verantwortlichkeiten klar definiert und Fortschritte regelmäßig überprüft werden.

Kapitel 19

Deutschland 2037 als Wohlstands- und Lebensqualitätsrepublik

Von der Wirtschaftsrepublik zur Wohlstands- und Wohlfahrtsgesellschaft


19.1 Einleitung

Die vorangegangenen Kapitel haben gezeigt, dass die größten Herausforderungen Deutschlands nicht isoliert betrachtet werden können.

Geburtenrückgang, Wohnraummangel, psychische Belastungen, Bildungsungleichheiten, Bürokratie, Vertrauensverluste und regionale Disparitäten sind miteinander verbunden.

Deshalb benötigt Deutschland keine Sammlung einzelner Reformen, sondern ein gemeinsames Leitbild.

Dieses Kapitel entwickelt ein neues Staats- und Politikverständnis:

Nicht die Maximierung wirtschaftlicher Kennzahlen allein, sondern die nachhaltige Verbesserung menschlichen Wohlbefindens soll zum zentralen Maßstab politischen Handelns werden.

Internationale Organisationen wie die OECD betonen seit Jahren die Notwendigkeit, gesellschaftlichen Fortschritt nicht ausschließlich anhand des Bruttoinlandsprodukts zu messen. Vielmehr sollen Wohlbefinden, Gesundheit, Bildung, Umweltqualität, soziale Beziehungen und Lebenszufriedenheit systematisch berücksichtigt werden. [oecd.org], [unece.org]

Fußnote 112

¹¹² OECD: Measuring Well‑Being and Progress, Paris 2026. Die OECD fordert seit Jahren eine Erweiterung der Fortschrittsmessung über klassische Wirtschaftsindikatoren hinaus. [oecd.org]


19.2 Warum das Bruttoinlandsprodukt nicht ausreicht

Das Bruttoinlandsprodukt misst die wirtschaftliche Produktion eines Landes.

Es misst jedoch nicht:

  • Lebenszufriedenheit,
  • Vertrauen,
  • psychische Gesundheit,
  • Einsamkeit,
  • Familienqualität,
  • Umweltzustand,
  • demokratische Teilhabe.

Die von der United Nations Economic Commission for Europe (UNECE) veröffentlichten Leitlinien zur Wohlstandsmessung stellen ausdrücklich fest, dass Wohlbefinden ein multidimensionales Konzept ist, das wirtschaftliche, soziale und ökologische Dimensionen umfasst. [unece.org]

Fußnote 113

¹¹³ United Nations Economic Commission for Europe: Guidelines on Measurement of Well‑Being, Genf 2025, S. 1–2. Die Leitlinien definieren Wohlbefinden als multidimensionales Konzept mit wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Komponenten. [unece.org]


19.3 Das Deutschland-2037-Wohlstandsmodell

Diese Petition schlägt ein neues Bewertungsmodell für politischen Erfolg vor.

Künftiger Fortschritt soll anhand mehrerer Dimensionen gemessen werden.

Tabelle 19.1

Die zwölf Dimensionen des Deutschland-2037-Modells

DimensionZielsetzung
LebenszufriedenheitSteigerung
GesundheitVerbesserung
BildungChancengerechtigkeit
FamilieFamilienfreundlichkeit
WohnenBezahlbarkeit
ArbeitGute Arbeit
UmweltNachhaltigkeit
GemeinschaftStärkung
DemokratieVertrauen
DigitalisierungBürgerfreundlichkeit
SicherheitStabilität
KulturTeilhabe

Diese Struktur orientiert sich an internationalen Wohlstands- und Wellbeing-Modellen der OECD und der UNECE. [oecd.org], [unece.org], [oecdregion...lbeing.org]

Fußnote 114

¹¹⁴ OECD Regional Well‑Being, Datenmethodik 2025. Die OECD misst regionale Lebensqualität anhand mehrerer Dimensionen, darunter Gesundheit, Bildung, Sicherheit, Gemeinschaft und Lebenszufriedenheit. [oecdregion...lbeing.org]


19.4 Internationale Vorbilder

Mehrere Staaten haben bereits begonnen, Wohlbefinden ausdrücklich in politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen.

Besonders bekannt ist das Beispiel Neuseeland.

Im Jahr 2019 führte die Regierung einen sogenannten „Wellbeing Budget“-Ansatz ein, bei dem gesellschaftliches Wohlbefinden neben wirtschaftlichen Kennzahlen als Grundlage staatlicher Prioritätensetzung dient. Schwerpunkte waren unter anderem psychische Gesundheit, Kinderwohlfahrt, Umwelt und soziale Teilhabe. [thelancet.com], [internatio...budget.org]

Fußnote 115

¹¹⁵ Anderson, Michael; Mossialos, Elias: „Beyond Gross Domestic Product for New Zealand's Wellbeing Budget“, in: The Lancet Public Health, Vol. 4, Issue 7, Juli 2019, S. e320–e321. Die Autoren beschreiben die Einführung des neuseeländischen Wellbeing Budget. [thelancet.com]


19.5 Deutschlands neuer Gesellschaftsvertrag

Die Deutschland-2037-Strategie basiert auf einem einfachen Grundsatz:

Wirtschaftliches Wachstum bleibt wichtig, ist jedoch kein Selbstzweck.

Das Ziel staatlichen Handelns soll sein:

  • Wohlstand zu schaffen,
  • Wohlbefinden zu erhöhen,
  • soziale Stabilität zu stärken,
  • Chancen zu erweitern,
  • Zukunftsfähigkeit zu sichern.

Die OECD verweist darauf, dass zahlreiche Staaten inzwischen Rahmenwerke entwickelt haben, die politische Entscheidungen stärker an Wohlbefinden ausrichten. [whatworksw...lbeing.org], [oecd.org]

Fußnote 116

¹¹⁶ OECD: Framework for Measuring Well‑Being and Progress; Überblick über internationale Wellbeing-Frameworks. [oecd.org], [whatworksw...lbeing.org]


19.6 Der Deutschland-Wohlstandsbericht

Zur Umsetzung wird vorgeschlagen, den jährlichen Bundeshaushalt um einen:

Deutschland-Wohlstandsbericht

zu ergänzen.

Dieser soll enthalten:

Gesellschaft

  • Lebenszufriedenheit
  • soziale Unterstützung
  • Einsamkeit

Gesundheit

  • Lebenserwartung
  • psychische Gesundheit
  • Prävention

Familie

  • Geburtenrate
  • Kinderarmut
  • Betreuungsquote

Bildung

  • Bildungsleistungen
  • Chancengleichheit
  • Weiterbildung

Umwelt

  • Luftqualität
  • Grünflächen
  • Klimaanpassung

Demokratie

  • Vertrauen
  • Beteiligung
  • Transparenz

Fußnote 117

¹¹⁷ UNECE: Guidelines on Measurement of Well‑Being, Genf 2025, S. 2–5. Die Leitlinien empfehlen die regelmäßige Veröffentlichung von Wohlstandsindikatoren als Ergänzung klassischer Wirtschaftsstatistiken. [unece.org]


19.7 Die Deutschland-Bilanz 2037

Tabelle 19.2

Zielbild Deutschland 2037

BereichAusgangslageZiel 2037
GlücksrankingPlatz 17Top 3
Lebenszufriedenheit6,882> 7,5
Geburtenrate1,32≥ 1,75
Eigentumsquote41,9 %≥ 55 %
Digitalisierungteilweisevollständig
Soziale UnterstützungRang 38Top 15

Die Zielwerte stellen politische Zielsetzungen dieser Petition dar und keine wissenschaftlichen Prognosen.


19.8 Generationengerechtigkeit

Eine erfolgreiche Politik darf sich nicht ausschließlich an kurzfristigen Wahlerfolgen orientieren.

Die Deutschland-2037-Strategie berücksichtigt ausdrücklich:

  • heutige Generationen,
  • kommende Generationen,
  • langfristige Nachhaltigkeit.

Das Wohlbefindensmodell der OECD betont die Notwendigkeit, gegenwärtiges und zukünftiges Wohlbefinden gemeinsam zu betrachten. [oecd.org], [unece.org]

Fußnote 118

¹¹⁸ OECD: Measuring Well‑Being and Progress; die OECD unterscheidet zwischen aktuellem Wohlbefinden und Ressourcen für zukünftiges Wohlbefinden. [oecd.org]


19.9 Schlussfolgerung

Deutschland besitzt alle Voraussetzungen, um zu den erfolgreichsten und zugleich glücklichsten Demokratien der Welt zu gehören:

  • wirtschaftliche Stärke,
  • stabile Institutionen,
  • hohe Bildung,
  • soziale Marktwirtschaft,
  • demokratische Tradition.

Die Herausforderung des 21. Jahrhunderts besteht nicht mehr allein darin, Wohlstand zu schaffen.

Die Herausforderung besteht darin, Wohlstand in:

  • Lebensqualität,
  • Gesundheit,
  • Gemeinschaft,
  • Zuversicht,
  • Zukunftsperspektiven

umzuwandeln.

Deutschland 2037 soll nicht nur ein reiches Land sein. Deutschland 2037 soll ein Land sein, in dem Menschen gesund leben, Familien gründen, Vertrauen haben, Chancen erhalten und mit Zuversicht in die Zukunft blicken können.


Wissenschaftliches Fazit von Kapitel 19

Dieses Kapitel stützt sich auf die internationalen Wohlstands- und Wellbeing-Rahmenwerke der OECD sowie der UNECE und auf Erfahrungen mit dem neuseeländischen Wellbeing-Budget. Es bildet die konzeptionelle Brücke zwischen den Reformkapiteln und der abschließenden Resolution der Petition (Kapitel 20).

 

 

Kapitel 20

Schlussresolution und Petition an den Deutschen Bundestag

Deutschland 2037: Der Weg zu mehr Lebensqualität, Vertrauen und Zukunftsfähigkeit


20.1 Präambel

Der Deutsche Bundestag steht in den kommenden Jahren vor grundlegenden Entscheidungen für die Zukunft der Bundesrepublik Deutschland.

Deutschland verfügt über:

  • eine leistungsfähige Wirtschaft,
  • stabile demokratische Institutionen,
  • hohe Rechtssicherheit,
  • ein leistungsfähiges Bildungs- und Gesundheitssystem,
  • eine starke soziale Marktwirtschaft.

Gleichzeitig stehen Staat und Gesellschaft vor erheblichen Herausforderungen:

  • demographischer Wandel,
  • Fachkräftemangel,
  • Wohnungsknappheit,
  • steigende psychische Belastungen,
  • gesellschaftliche Polarisierung,
  • Vertrauensverluste in Institutionen,
  • globale Transformationsprozesse.

Die wissenschaftliche Evidenz der vorangegangenen Kapitel zeigt, dass Wohlstand allein nicht ausreicht, um dauerhaft hohe Lebensqualität zu gewährleisten.

Lebenszufriedenheit entsteht vielmehr durch das Zusammenwirken von:

  • wirtschaftlicher Sicherheit,
  • Gesundheit,
  • Bildung,
  • Familie,
  • Gemeinschaft,
  • Vertrauen,
  • Demokratie,
  • Umweltqualität,
  • gesellschaftlicher Teilhabe.

Internationale Wohlstandsmodelle der OECD, der UNECE, der WHO sowie die Erkenntnisse des World Happiness Report 2025 bestätigen diesen Zusammenhang.


20.2 Petition

Die Unterzeichnenden dieser Petition fordern den Deutschen Bundestag auf, eine langfristige nationale Strategie zur Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung zu entwickeln und umzusetzen.

Hierzu wird die Bundesregierung aufgefordert:

1. Nationale Lebensqualitätsstrategie

Eine ressortübergreifende Strategie „Deutschland 2037“ zu beschließen, deren Ziel die nachhaltige Verbesserung des Wohlbefindens der Bevölkerung ist.


2. Einführung eines Deutschland-Wohlstandsberichts

Zusätzlich zum Jahreswirtschaftsbericht soll jährlich ein Bericht über die Entwicklung der Lebensqualität veröffentlicht werden.

Dieser Bericht soll insbesondere enthalten:

  • Lebenszufriedenheit,
  • Gesundheit,
  • psychische Gesundheit,
  • Familienfreundlichkeit,
  • Bildungsindikatoren,
  • Wohnsituation,
  • Umweltqualität,
  • soziale Unterstützung,
  • Vertrauen in Institutionen.

Dies entspricht internationalen Empfehlungen der OECD und der UNECE.


3. Familienoffensive Deutschland 2037

Der Bundestag soll Maßnahmen ergreifen zur:

  • Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
  • weiteren Stärkung frühkindlicher Bildung,
  • Entlastung von Familien,
  • Verbesserung familiengerechter Wohnangebote.

Die Forschung der OECD zeigt die zentrale Bedeutung familienfreundlicher Rahmenbedingungen für Geburtenentwicklung und gesellschaftliche Zukunftsfähigkeit.


4. Nationale Bildungsoffensive

Der Bundestag wird aufgefordert,

  • digitale Kompetenzen,
  • KI-Kompetenz,
  • Medienkompetenz,
  • Finanzbildung,
  • lebenslanges Lernen

zu zentralen Bestandteilen einer nationalen Bildungsstrategie zu machen.

Internationale Vergleichsstudien der OECD belegen die zentrale Bedeutung von Bildung für Wohlstand, Beschäftigung und Lebensqualität.


5. Wohnungs- und Eigentumsoffensive

Die Bundesregierung soll Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnungsangebots und zur Förderung von Wohneigentum entwickeln.

Wohnkosten und Wohnsicherheit beeinflussen nachweislich Familiengründung, Vermögensbildung und Lebensqualität.


6. Präventions- und Gesundheitsstrategie

Der Bundestag wird aufgefordert:

  • psychische Gesundheit stärker zu fördern,
  • Prävention auszubauen,
  • Gesundheitskompetenz zu stärken,
  • Einsamkeit systematisch zu bekämpfen.

Die WHO empfiehlt ausdrücklich einen präventionsorientierten und gesamtgesellschaftlichen Ansatz zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden.


7. Nationale Strategie gegen Einsamkeit

Die Bundesregierung soll eine koordinierte Strategie entwickeln zur Stärkung:

  • sozialer Beziehungen,
  • Nachbarschaften,
  • Ehrenamtsstrukturen,
  • Mehrgenerationenangebote.

Die WHO-Kommission für soziale Verbundenheit beschreibt Einsamkeit als bedeutende Herausforderung für Gesundheit und gesellschaftliche Stabilität.


8. Digitalisierung des Staates

Die Bundesregierung soll die vollständige Digitalisierung administrativer Verfahren beschleunigen.

Ziele:

  • digitale Identität,
  • medienbruchfreie Verwaltung,
  • digitale Unternehmensgründung,
  • KI-gestützte Verwaltungsleistungen.

Die OECD und die Vereinten Nationen sehen digitale Verwaltung als wesentlichen Bestandteil moderner Staatsführung.


9. Umwelt- und Lebensqualitätsstrategie

Umweltpolitik soll künftig noch stärker mit:

  • Gesundheit,
  • Stadtentwicklung,
  • Lebensqualität,
  • Klimaanpassung

verbunden werden.

Die wissenschaftliche Evidenz zeigt deutliche Zusammenhänge zwischen Grünflächen, Gesundheit und Wohlbefinden.


10. Demokratie- und Vertrauensoffensive

Der Bundestag wird aufgefordert, Bürgerbeteiligung und Transparenz weiter auszubauen.

Instrumente:

  • Bürgerräte,
  • digitale Beteiligungsplattformen,
  • Open Government,
  • öffentliche Konsultationen.

Vertrauen gehört zu den wichtigsten Einflussfaktoren für Wohlbefinden und gesellschaftliche Stabilität.


20.3 Die Deutschland-2037-Ziele

Tabelle 20.1

Zielrahmen Deutschland 2037

BereichAusgangswertZiel 2037
Lebenszufriedenheit6,882> 7,5
GlücksrankingPlatz 17Top 3
Geburtenrate1,32≥ 1,75
Eigentumsquote41,9 %≥ 55 %
Soziale UnterstützungRang 38Top 15
FreiheitsindikatorRang 68Top 25
Digitale Verwaltungteilweise digitalvollständig digital

Die Zielwerte stellen politische Zielsetzungen dieser Petition dar und keine wissenschaftlichen Prognosen.


20.4 Schlusswort

Deutschland hat im 20. Jahrhundert gezeigt, dass wirtschaftlicher Wiederaufbau möglich ist.

Die Aufgabe des 21. Jahrhunderts besteht darin, wirtschaftlichen Erfolg in gesellschaftliche Lebensqualität zu übersetzen.

Die vorliegende Petition verfolgt das Ziel,

  • Deutschland familienfreundlicher,
  • gesünder,
  • innovativer,
  • vertrauensvoller,
  • lebenswerter

zu machen.

Sie versteht Wohlstand nicht nur als ökonomische Größe, sondern als die Fähigkeit einer Gesellschaft, ihren Bürgerinnen und Bürgern ein gutes Leben zu ermöglichen.

Der Erfolg Deutschlands sollte künftig nicht nur daran gemessen werden, was das Land produziert, sondern auch daran, wie die Menschen leben.

Deutschland 2037 soll ein Land sein, in dem Wohlstand, Gesundheit, Freiheit, Gemeinschaft und Zukunftsvertrauen für möglichst viele Menschen Wirklichkeit werden.


Wissenschaftliches Abschlussfazit

Die Kapitel 1 bis 20 basieren auf Erkenntnissen der:

  • OECD,
  • World Health Organization (WHO),
  • United Nations Economic Commission for Europe (UNECE),
  • United Nations E‑Government Survey,
  • World Happiness Report 2025,
  • OECD Better Life Framework.

Damit liegt nun der Kern einer wissenschaftlich fundierten Reformpetition bzw. eines politischen Weißbuchs „Deutschland 2037“ vor.

Literaturverzeichnis

A. Primärquellen und amtliche Statistiken

Bundesrepublik Deutschland

Statistisches Bundesamt (Destatis): Geburten 2025. Zusammengefasste Geburtenziffer sinkt auf 1,32 Kinder je Frau, Pressemitteilung Nr. 230 vom 01.07.2026.

Statistisches Bundesamt (Destatis): Geburten in Deutschland 2025, Wiesbaden 2026.

Statistisches Bundesamt (Destatis): Mikrozensus Wohnen 2022, Wiesbaden 2024.

Statistisches Bundesamt (Destatis): Transport Infrastructure in Germany, Wiesbaden 2026.


Europäische Union

Eurostat: Housing in Europe – 2025 Edition, Luxemburg 2025.

European Commission: Germany 2025 Digital Decade Country Report, Brüssel 2025.

European Commission: Mental Health in Europe, Brüssel 2026.

European Commission: Special Eurobarometer on Sport and Physical Activity 2026, Brüssel 2026.


Vereinte Nationen

United Nations Department of Economic and Social Affairs (UNDESA): UN E-Government Survey 2024: Accelerating Digital Transformation for Sustainable Development, New York 2024.

United Nations Department of Economic and Social Affairs (UNDESA): UN E-Government Survey 2024 - Data Centre, New York 2024.

United Nations Economic Commission for Europe (UNECE): Guidelines on Measurement of Well‑Being, Genf 2025.


Weltgesundheitsorganisation

World Health Organization (WHO): Well-being and Health Promotion. Report by the Director-General (EB158/27), Genf 2025.

World Health Organization (WHO): World Mental Health Today: Latest Data, Genf 2025.

World Health Organization (WHO): From Loneliness to Social Connection: Charting a Path to Healthier Societies, Report of the WHO Commission on Social Connection, Genf 2025.

World Health Organization Regional Office for Europe: Urban Green Spaces and Health: A Review of Evidence, Kopenhagen 2016.

World Health Organization Regional Office for Europe: Intersectoral Action: The Arts, Health and Well-being, Kopenhagen 2019.


B. Internationale Organisationsberichte

OECD

OECD: How's Life? Measuring Well‑Being, OECD Publishing, Paris 2011.

OECD: How's Life? 2024, OECD Publishing, Paris 2024.

OECD: Education at a Glance 2025: OECD Indicators, OECD Publishing, Paris 2025.

OECD: PISA 2022 Results. Volume I: The State of Learning and Equity in Education, OECD Publishing, Paris 2023.

OECD: Starting Strong: Mapping Quality in Early Childhood Education and Care, OECD Publishing, Paris.

OECD: Society at a Glance 2024: Fertility Trends Across the OECD, OECD Publishing, Paris 2024.

OECD Family Database: SF2.1 Fertility Rates, Paris 2025.

OECD Family Database: LMF1.2 Maternal Employment Rates, Paris 2025.

OECD: Health at a Glance 2025: OECD Indicators, Paris 2025.

OECD: OECD Employment Outlook 2025, Paris 2025.

OECD: Government at a Glance 2025, Paris 2025.

OECD: Social Connections and Loneliness in OECD Countries, Paris 2025.

OECD: Building Trust and Reinforcing Democracy, Paris 2024.

OECD: Improving Transport Planning for Accessible Cities, Paris 2025.

OECD: Built Environment Through a Well-Being Lens, Paris 2025.

OECD: Economic Surveys: Germany 2025, Paris 2025.


C. World Happiness Report

Helliwell, John F.; Layard, Richard; Sachs, Jeffrey D.; De Neve, Jan‑Emmanuel u. a. (Hrsg.): World Happiness Report 2025, Wellbeing Research Centre, University of Oxford, Oxford 2025.

World Happiness Report Data Dashboard, Länderprofile Deutschland, Finnland und internationale Vergleichsdaten, University of Oxford, Abrufe 2025–2026.

Pei, Rui; Zaki, Jamil: „Connecting with Others: How Social Connections Improve the Happiness of Young Adults“, in: World Happiness Report 2025, Oxford 2025.

Algan, Yann; Blanc, Corin; Senik, Claudia: „Trusting Others: How Unhappiness and Social Distrust Explain Populism“, in: World Happiness Report 2025, Oxford 2025.


D. Wissenschaftliche Grundlagenwerke

Aristoteles: Nikomachische Ethik, verschiedene wissenschaftliche Ausgaben; Zitierung nach Bekker-Zählung 1094a–1181b.

Sen, Amartya: Development as Freedom, Alfred A. Knopf, New York 1999.

Nussbaum, Martha C.: Creating Capabilities: The Human Development Approach, Harvard University Press, Cambridge (Mass.) 2011.

Seligman, Martin E. P.: Flourish. A Visionary New Understanding of Happiness and Well-Being, Free Press, New York 2011.

Layard, Richard: Happiness: Lessons from a New Science, Penguin Books, London, verschiedene Auflagen.


E. Wissenschaftliche Fachartikel

Anderson, Michael; Mossialos, Elias: „Beyond Gross Domestic Product for New Zealand's Wellbeing Budget“, in: The Lancet Public Health, Vol. 4, Issue 7, 2019, S. e320–e321.

Cao, Zhong u. a.: „Global Economic Burden of Depression in 154 Countries from 2025 to 2050“, in: Nature Medicine, Vol. 32, 2026, S. 3406–3416.

Fancourt, Daisy; Finn, Saoirse: What is the Evidence on the Role of the Arts in Improving Health and Well-being? A Scoping Review, WHO Health Evidence Network Synthesis Report 67, Kopenhagen 2019.

De Neve, Jan‑Emmanuel; Ward, George: „Happiness at Work“, in: World Happiness Report 2017, New York 2017.