Freitag, 30. Januar 2026

Petition an den Thüringer Landtag





Petitionstitel Thüringen 2035 — Das 10‑%‑Transformationsprogramm

Petitionsgeber Michael Tryzna Hafenstraße 35 34125 Kassel

Kurzfassung (2 Seiten, prägnant) Thüringen verfügt über exzellente Forschungseinrichtungen, spezialisierte Cluster und eine engagierte Zivilgesellschaft. Trotz dieser Stärken fehlt die finanzielle Schlagkraft und die organisatorische Kohärenz, um Forschungsergebnisse in großvolumige wirtschaftliche Wirkung zu überführen und gleichzeitig die ländlichen Räume nachhaltig zu stärken. Die vorliegende Petition fordert den Thüringer Landtag auf, eine verbindliche Landesstrategie zu beschließen, die schrittweise 10 % des Landeshaushalts in wirtschaftsnahe Zukunftsbereiche lenkt (Referenz: Landeshaushalt ≈ 14,8 Mrd. € → Zielvolumen ≈ 1,48 Mrd. € p.a.). Mindestens 10 % der Mittel sind verbindlich für Nicht‑Cluster‑Gemeinden vorzusehen (Verbundregionen‑Tranche: 150 Mio. € p.a.).

Kernziele

  • Aufbau von fünf europäischen Spitzenclustern mit Leuchttürmen und Transferinfrastruktur.

  • Flächendeckende Transformation durch verbindliche Mittel für Verbundregionen & Nicht‑Cluster‑Gemeinden.

  • Fachkräfte‑ und Wohnraumoffensive zur Sicherung und Anziehung von High‑Skill‑Talenten.

  • Start‑up‑Ökosystem mit VC‑Matching zur Skalierung von Deep‑Tech‑Gründungen.

  • Verwaltungsmodernisierung zur Beschleunigung von Genehmigungen und Prozessen.

  • Energie‑Transformation mit Fokus auf Wasserstoff, Speicher und CO₂‑arme Industrie.

Wesentliche Maßnahmen (Kurzüberblick)

  • Einrichtung eines Landes‑Innovationsfonds als mehrjährige Kofinanzierungsreserve.

  • Start von 2–3 Flagship‑Projekten innerhalb 12 Monaten (z. B. Laser‑Innovationszentrum Jena; KI‑Rechenzentrum Ilmenau).

  • One‑Stop‑Shop für Ansiedlung, Förderanträge und Genehmigungsbegleitung; KPI‑Dashboard mit jährlicher Berichterstattung an den Landtag.

  • Verbindliche Flächenquote: Mindestens 10 % der Mittel für Nicht‑Cluster‑Projekte; Auswahl und Finanzierung von Modellgemeinden.

  • VC‑Matching und Co‑Investitionsfonds zur Hebelung privaten Kapitals.

Erwartete Wirkung bis 2035

  • Beschäftigung: 80.000–120.000 neue High‑Skill‑Jobs (Kernszenario).

  • BIP‑Effekt: zusätzliches jährliches Wachstum im Bereich +5,0–7,5 Prozentpunkte gegenüber Basisszenario.

  • Regionale Verteilung: messbare Wertschöpfungszunahme in Modellgemeinden; Verringerung regionaler Disparitäten.

  • Finanzen: Mittelfristig positive Nettohaushaltseffekte trotz LFA‑Abschöpfung; Hebelung von EU‑ und Bundesmitteln.

Forderung an den Landtag

  • Beschluss zur stufenweisen Erhöhung der Zukunftsquote: Kurzfristig 5 %, Mittelfristig 7–8 %, Langfristig 10 %.

  • Einrichtung des Landes‑Innovationsfonds und verbindliche Flächenquote für Nicht‑Cluster‑Gemeinden.

  • Start der ersten Flagship‑Projekte und Auswahl von drei Modellgemeinden innerhalb 12 Monaten.

2 Anrede und Einleitung / Petitionsanliegen

An die Präsidentin des Thüringer Landtags Jürgen‑Fuchs‑Straße 1 99096 Erfurt

Erfurt, den 30. Januar 2026

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Abgeordnete des Thüringer Landtags,

ich, Michael Tryzna, Hafenstraße 35, 34125 Kassel, reiche hiermit die Petition „Thüringen 2035 – Das 10‑%‑Transformationsprogramm“ ein. Ziel dieser Petition ist es, dem Landtag eine umfassende, politisch anschlussfähige und operativ umsetzbare Strategie vorzulegen, mit der Thüringen in den kommenden zehn Jahren systematisch zu einem wettbewerbsfähigen, international sichtbaren High‑Tech‑Standort transformiert wird — bei gleichzeitiger Sicherstellung flächendeckender Wertschöpfung.

Desweiteren bin ich bereit das Amt des Ministerpräsidenten zu übernehmen

Petitionsanliegen (kompakt)

  1. Verbindliches 10‑%‑Ziel: Stufenweiser Beschluss zur Erhöhung der Investitionen in wirtschaftsnahe Zukunftsbereiche auf 10 % des Landeshaushalts.

  2. Verbundregionen‑Quote: Mindestens 10 % der Programmmittel sind verbindlich für Nicht‑Cluster‑Projekte vorzusehen; Einrichtung einer Tranche von 150 Mio. € p.a.

  3. Landes‑Innovationsfonds: Einrichtung eines mehrjährigen Fonds als Kofinanzierungsreserve für EU‑ und Bundes‑Calls sowie Flagship‑Projekte.

  4. Flagship‑Projekte & Cluster‑Roadmaps: Start von 2–3 großvolumigen Leuchttürmen innerhalb 12 Monaten; verbindliche Roadmaps für Cluster mit KPIs und Industriepartnerschaften.

  5. Fachkräfte‑ und Wohnraumoffensive: Talentzentren, Anerkennungszentren, modulare Wohnbauten und ein „Thüringen‑Visa“ in Kooperation mit dem Bund.

  6. Verwaltungsmodernisierung: One‑Stop‑Shop, digitale Genehmigungsplattformen und SLAs zur Beschleunigung.

  7. Monitoring & Transparenz: Unabhängiges KPI‑Dashboard und jährliche Berichterstattung an den Landtag.

Begründung (Kurz)

  • Thüringen investiert aktuell nur ca. 2,0–2,4 % des Landeshaushalts in Zukunftsfelder; das reicht nicht, um kritische Masse zu erzeugen.

  • Ohne großvolumige Leuchttürme und ein stärkeres VC‑Ökosystem bleibt die Region international unsichtbar.

  • Die verbindliche Einbindung von Nicht‑Cluster‑Gemeinden verhindert eine Zwei‑Klassen‑Entwicklung und schafft Wertschöpfung in der Fläche.

  • Durch gezielte Landes‑Kofinanzierung können EU‑Mittel besser abgerufen und privates Kapital gehebelt werden.

  • 3 Ausgangslage Thüringen (vollständig ausgearbeitet)

    3.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Struktur

    Wirtschaftsstruktur Thüringen ist geprägt von einer starken mittelständischen Wirtschaft, spezialisierten Industrieclustern und einer dichten Hochschullandschaft. Schlüsselbranchen sind Photonik, Mikroelektronik, MedTech, Automotive‑Zulieferung, Robotik und Digital Health. Viele Unternehmen sind forschungsnah, jedoch oft in Nischen mit begrenzter Skalierungskapazität.

    Haushalt und Investitionslage

    • Referenzhaushalt (2026): ≈ 14,8 Mrd. €.

    • Aktuelle jährliche Investitionen in wirtschaftsnahe Zukunftsbereiche: ≈ 300–350 Mio. € (≈ 2,0–2,4 % des Haushalts).

    • Charakter der Mittel: Fragmentiert, projektgebunden, überwiegend kurzfristig; es fehlen großvolumige, mehrjährige Investitionslinien und eine flexible Kofinanzierungsreserve.

    Arbeitsmarkt und Demografie

    • Fachkräftemangel in High‑Tech‑Bereichen; Abwanderung junger Absolventinnen und Absolventen in besser ausgestattete Regionen.

    • Alterung der Bevölkerung in ländlichen Räumen; regionale Disparitäten in Beschäftigungsquoten und Einkommensniveaus.

    Infrastruktur

    • Digitale Infrastruktur: Glasfaser‑ und 5G‑Ausbau sind in vielen ländlichen Gebieten unzureichend.

    • Verkehr: Gute zentrale Lage in Deutschland, aber punktuelle Engpässe in Schienen‑ und Straßenanbindungen für schnelle Zulieferketten.

    3.2 Forschungs‑ und Innovationslandschaft

    Stärken

    • Exzellente Hochschulen und Forschungsinstitute (z. B. Jena, Ilmenau, Erfurt) mit international anerkannten Forschungsschwerpunkten.

    • Hohe Dichte an forschungsnahen Fachkräften und spezialisierten Laboren.

    Schwächen

    • Niedrige Gründungsquote relativ zum Forschungsoutput; zu wenige Spin‑offs erreichen Series‑A‑Finanzierungen.

    • Schwacher Technologietransfer: Proof‑of‑Concept‑Finanzierung und Scale‑Up‑Instrumente fehlen.

    • Geringes regionales VC‑Volumen; wenige institutionelle Investoren und Corporate Venture Aktivitäten.

    Folgen

    • Forschung erzeugt Wissen, aber nur begrenzt Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Ohne gezielte Transfer‑ und Scale‑Up‑Instrumente bleibt die wirtschaftliche Hebelwirkung gering.

    3.3 Regionale Disparitäten und Sichtbarkeit

    Clusterzentren vs. Nicht‑Cluster‑Gemeinden

    • Clusterzentren (Jena, Ilmenau, Erfurt, Südthüringen, Gera) ziehen Ressourcen, Talente und Investitionen an.

    • Nicht‑Cluster‑Gemeinden leiden unter Abwanderung, geringer Wertschöpfung und unterausgelasteter Infrastruktur.

    Sichtbarkeitsdefizit

    • Thüringen bietet viele gute Einzelprojekte, aber keine konsolidierten, großvolumigen Plattformen, die international wahrgenommen werden. Internationale Investoren und Spitzenforscher suchen sichtbare Leuchttürme, tiefe Ökosysteme und skalierbare Märkte.

    Schwellen für Sichtbarkeit (Orientierungswerte)

    • 2–4 Leuchtturmprojekte mit Einzelvolumen 50–250 Mio. €; regionale VC‑Volumina im dreistelligen Millionenbereich; 30–50 neue Professuren und 500–1.000 forschungsnahe Stellen innerhalb 5–7 Jahren.

    3.4 Finanzielle Hebel und Förderlandschaft

    Fragmentierte Förderlandschaft

    • Viele kleine Programme ohne klare Skalierungslogik; fehlende Bündelung von Mitteln für Leuchtturmprojekte.

    • Fehlende dauerhafte Investitionsfonds; keine flexible Landes‑Kofinanzierungsreserve, die EU‑ und Bundesmittel zuverlässig hebeln könnte.

    Private Hebelung

    • Fehlende Co‑Investitionsmechanismen und steuerliche Anreize für Risikokapital reduzieren die private Beteiligung.

    • Regionale Investoren und Family Offices sind vorhanden, aber das Volumen reicht nicht für Series‑A‑Runden in größerem Maßstab.

    Konsequenzen

    • Verpasste EU‑Mittel, geringe Skalierung von Pilotprojekten, Talentabwanderung, wirtschaftliche Trägheit.

    3.5 Kurzfristige fiskalische Wirkung ohne Umsteuerung

    Ohne eine strategische Umsteuerung verbleibt Thüringen in einer „Catch‑up‑Falle“: geringe Investitionen → schwaches Wachstum → begrenzte eigene Einnahmen → weiter geringe Investitionen. Dies verstärkt regionale Disparitäten und reduziert die Fähigkeit, langfristig wettbewerbsfähige Infrastrukturen und Arbeitsplätze zu schaffen.

    3.6 Daten‑ und Quellenhinweis

    An dieser Stelle sind aktuelle, amtliche Daten zu ergänzen: BIP‑Wachstumsraten, Beschäftigungsstatistiken nach Branchen, aktuelle Haushaltspläne, regionale Demografiedaten. Diese Stellen sind im finalen Dokument mit [DATEN NACHREICHEN] markiert. Für die Einreichung empfehle ich, die neuesten Zahlen des Thüringer Landesamts für Statistik, des Statistischen Bundesamts und der Haushaltspläne des Freistaats Thüringen einzufügen.

    4 Zielsetzung und Fahrplan

    4.1 Strategische Zielsetzung 2035

    Übergeordnetes Ziel Thüringen als wettbewerbsfähiger, resilienter und inklusiver High‑Tech‑Standort mit flächendeckender Wertschöpfung.

    Leitziele

    • Investitionsquote: Erreichen von 10 % des Landeshaushalts in wirtschaftsnahe Zukunftsbereiche.

    • Flächenwirkung: Mindestens 10 % der Mittel für Nicht‑Cluster‑Gemeinden.

    • Arbeitsmarkt: 80.000–120.000 neue High‑Skill‑Jobs bis 2035.

    • Innovation: Vervierfachung der Start‑up‑Quote und deutliche Erhöhung des regionalen VC‑Volumens.

    • Nachhaltigkeit: Klimaneutrale Industriepfade und Energieeffizienz in KMU.

    4.2 Messbare Zwischenziele

    • Jahr 3: 5 % Investitionsquote; Landes‑Innovationsfonds eingerichtet; 2 Flagships in Planung; 3 Modellgemeinden ausgewählt.

    • Jahr 7: 7–8 % Investitionsquote; erste Cluster‑Infrastrukturen in Betrieb; VC‑Matching etabliert.

    • Jahr 10: 10 % Investitionsquote; flächendeckende Wirkung nachweisbar; dauerhafte Fondsstrukturen.

    4.3 Phasen und Meilensteine

    Phase 1 Startphase 0–36 Monate
    • Monate 0–3: Landtagsbeschluss; Lenkungsgruppe einberufen; Programmagentur aufgesetzt.

    • Monate 3–12: Landes‑Innovationsfonds initialisiert; Auswahl Modellgemeinden; Start 2 Flagships.

    • Monate 12–36: Pilotimplementierung Modellgemeinden; erste Infrastrukturprojekte in Bau; KPI‑Dashboard live.

    Phase 2 Skalierung 36–84 Monate
    • Ausbau Clusterinfrastruktur; VC‑Hebel erhöhen; regionale Zulieferachsen ausbauen; Fachkräfteprogramme intensivieren.

    Phase 3 Konsolidierung 84–120 Monate
    • Dauerhafte Fonds etablieren; Evaluationszyklen abschließen; Programm in reguläre Landesplanung überführen.

    4.4 Governance Meilensteine

    • Lenkungsgruppe trifft sich quartalsweise; Jahresbericht an Landtag.

    • Programmagentur veröffentlicht halbjährliche Projektlisten und Finanzübersichten.

    • Externe Evaluation nach 36 und 60 Monaten.

    5 Programmstruktur Thüringen 2035 — Säulen und Instrumente

    5.1 Übersicht der Säulen und Budgetrahmen

    SäuleJahresbudget (Mio. €)Kernziel
    Clusterinvestitionen800Europäische Spitzencluster aufbauen
    Fachkräfteoffensive240Talentgewinnung und -bindung
    Start‑up & Innovationsfonds200VC‑Hebel und Scale‑Up
    Digitalisierung & Verwaltung160Genehmigungszeiten reduzieren
    Energie & Transformation80Wasserstoff, Speicher, Dekarbonisierung
    Verbundregionen Nicht‑Cluster150Flächendeckende Wertschöpfung
    Gesamt1.630Programmgesamt

    Hinweis: Die Summe übersteigt das Zielvolumen in einzelnen Jahren, um Flexibilität für Anschub, Kofinanzierung und Reserve zu gewährleisten; im operativen Plan werden Prioritäten gesetzt.

    5.2 Säule A Clusterinvestitionen

    Ziel Fünf europäische Spitzencluster mit Leuchttürmen, Transferinfrastruktur und internationaler Sichtbarkeit.

    Instrumente

    • Leuchtturmfonds für Großinfrastruktur (20–200 Mio. € je Projekt).

    • Cluster‑Boards mit Hochschulen, Industrie, Kommunen.

    • Transfer‑Hubs für Proof‑of‑Concept und Prototypen.

    • Professuren‑ und Stipendienprogramme.

    KPIs

    • Anzahl Leuchtturmprojekte; Spin‑offs pro Cluster; Drittmittelquote.

    5.3 Säule B Fachkräfteoffensive

    Ziel Sicherung und Anziehung von High‑Skill‑Talenten.

    Instrumente

    • Internationale Talentzentren in 5 Städten.

    • 10.000 Stipendien p.a. mit Bindungsvereinbarungen.

    • Wohnraumförderung für Zuzug.

    • Anerkennungszentren für ausländische Abschlüsse.

    KPIs

    • Nettozuzug; Verbleibsquote nach 3 Jahren; Anzahl anerkannter Abschlüsse.

    5.4 Säule C Start‑up & Innovationsfonds

    Ziel Deep‑Tech‑Ökosystem stärken und regionales VC‑Volumen erhöhen.

    Instrumente

    • Thüringen‑Co‑Investitionsfonds (Landesmittel als Matching).

    • Seed‑to‑Series‑A‑Tranche; Gründerstipendien; branchenspezifische Inkubatoren.

    • VC‑Matchingplattform.

    KPIs

    • Anzahl geförderter Start‑ups; VC‑Volumen; Follow‑on‑Finanzierungen.

    5.5 Säule D Digitalisierung & Verwaltung

    Ziel Verwaltungsprozesse digitalisieren und Genehmigungszeiten drastisch reduzieren.

    Instrumente

    • KI‑gestützte Genehmigungsplattformen; SLAs für priorisierte Verfahren.

    • Digitale Bürgerakte; interoperable Verwaltungsplattformen.

    • Glasfaser‑ und 5G‑Ausbau.

    KPIs

    • Durchschnittliche Genehmigungsdauer; digitale Verfahrensquote; Nutzerzufriedenheit.

    5.6 Säule E Energie & Transformation

    Ziel Thüringen als Energie‑Innovationsregion.

    Instrumente

    • Wasserstoff‑Pilotregionen; Großspeicherprojekte; CO₂‑arme Industrieprogramme.

    • Förderprogramme für Energieeffizienz in KMU.

    KPIs

    • Installierte Wasserstoffkapazität; CO₂‑Reduktion; Anzahl Pilotanlagen.

    5.7 Synergien und Querschnittsthemen

    • Forschung ↔ Industrie: Transfer‑Hubs verbinden Hochschulen mit Industrie.

    • Digitalisierung ↔ Fachkräfte: Digitale Lernplattformen unterstützen Skills Hubs.

    • Energie ↔ Industrie: Energiepilotprojekte dienen als Testfelder für Start‑ups.

    6 Vertiefung 4.6 Verbundregionen und Nicht‑Cluster‑Gemeinden

    6.1 Zielsetzung und strategische Leitlinien

    Ziel Sicherstellung, dass Transformation flächendeckend wirkt; Aufbau stabiler Zuliefer‑ und Dienstleistungsachsen; Stärkung ländlicher Wirtschaftsräume.

    Leitlinien

    • Verbindliche Flächenquote: Mindestens 10 % der Mittel.

    • Netzwerkansatz: Nicht‑Cluster‑Gemeinden als Zuliefer‑ und Wohnstandorte in Cluster‑Ökosysteme integrieren.

    • Ko‑Finanzierung: Landesmittel als Anschub, Drittmittel als Skalierung.

    6.2 Detaillierte Budgetaufteilung und Finanzprofile

    MaßnahmeAnteilBetrag p.a.Finanzprofil
    Zuliefer‑ & Dienstleistungsachsen30 %45,0 Mio. €60 % Investition; 40 % Betrieb
    Fachkräfte‑ & Bildungszentren25 %37,5 Mio. €40 % Investition; 60 % Betrieb
    Wohn‑ & Lebensstandorte20 %30,0 Mio. €70 % Investition; 30 % Betrieb
    Mikrocluster & Nischenförderung15 %22,5 Mio. €50 % Seed; 50 % Betrieb
    Kommunale Innovationsbudgets10 %15,0 Mio. €100 % Zuschüsse

    Hebelziel: Landesmittel sollen Drittmittel im Verhältnis 1:2 mobilisieren.

    6.3 Förderinstrumente im Detail

    • Zulieferfonds Zweck: Aufbau regionaler Fertigungskapazitäten; Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen. Förderkriterien: Nachweis von Abnahmeverträgen mit Clusterunternehmen; Skalierbarkeit; Arbeitsplatzwirkung.

    • Regional Skills Hubs Zweck: Berufliche Weiterbildung, Umschulung, Anerkennung ausländischer Abschlüsse. Instrumente: Vouchers für Unternehmen, modulare Kurse, duale Programme.

    • Wohnraum‑Sprints Zweck: Schnelle Schaffung von Wohnraum für Fachkräfte. Instrumente: Bauprämien, modulare Fertigbauten, Revitalisierungszuschüsse.

    • Mikrocluster‑Wettbewerbe Zweck: Förderung lokaler Nischen (Holz‑Tech, Agrar‑Tech, Tourismus). Instrumente: Seed‑Grants, Mentoring, Marktzugangspakete.

    • Kommunale Innovationsbudgets Zweck: Kleine, schnelle Pilotprojekte mit lokalem Ownership. Instrumente: Zuschüsse 5–50 T€; Matching‑Anforderungen.

    6.4 Auswahlverfahren und Governance

    Stufenmodell

    1. EoI (Expression of Interest): Kurzskizze, formale Prüfung (4 Wochen).

    2. Full Proposal: Business Case, Finanzplan, Kooperationsvereinbarungen (8–12 Wochen).

    3. Due Diligence: Technische, rechtliche, finanzielle Prüfung; Meilensteinvereinbarungen (6–8 Wochen).

    4. Bewilligung & Auszahlung: Tranchen nach Erreichen von Meilensteinen; Monitoring.

    Regionale Verbundräte

    • Zusammensetzung: Kommunen, Wirtschaft, Hochschulen, Zivilgesellschaft.

    • Aufgabe: Priorisierung regionaler Projekte, Koordination mit Cluster‑Boards.

    6.5 Drei Modellgemeinden Ausführlich

    Modellgemeinde A Mittelstadt X Präzisionszulieferung
    • Kontext: Nähe zu Automotive‑Cluster; brachliegende Industriefläche.

    • Maßnahmen: Revitalisierung Industriebrache; Anschaffung CNC‑Maschinen; Ausbildungskooperation.

    • Finanzierung: Anschub 6,0 Mio. € (Zuschuss 3,0 Mio. €, Darlehen 2,0 Mio. €, Kommune 1,0 Mio. €).

    • Meilensteine: Produktionsstart M+12; 300 Beschäftigte M+36; 60 % lokale Wertschöpfung M+48.

    • Risikominderung: Ausbildungsplätze, Abnahmeverträge mit Clusterunternehmen, Puffer für Marktschwankungen.

    Modellgemeinde B Ländliche Region Y Skills Hub & Wohnen
    • Kontext: Ländliche Region mit Abwanderung; zentrale Lage zu mehreren Clustern.

    • Maßnahmen: Ausbau Berufsschule; 120 modulare Wohnungen; Anerkennungszentrum.

    • Finanzierung: Anschub 8,0 Mio. € (Zuschuss 5,0 Mio. €, EU‑Kofinanzierung 2,0 Mio. €, Kommune 1,0 Mio. €).

    • Meilensteine: Erste Ausbildungsjahrgänge M+12; Wohnungen fertig M+18; Nettozuzug M+24.

    • Risikominderung: Mietgarantien, Arbeitgebergarantien für Ausbildungsplätze.

    Modellgemeinde C Holz‑Tech Mikrocluster Z
    • Kontext: Traditionelle Holzverarbeitung, touristisches Potenzial.

    • Maßnahmen: Innovationswettbewerb Holz‑Tech; Gründerstipendien; regionale Vermarktungsplattform.

    • Finanzierung: Anschub 4,0 Mio. €; Seed‑Grants 1,0 Mio. €; Infrastruktur 2,0 Mio. €.

    • Meilensteine: 20 neue KMU M+24; touristische Zusatzumsätze M+36.

    • Risikominderung: Pilotvermarktung mit Clusterpartnern; Kooperation mit Design‑Hochschule.

    6.6 Monitoring KPIs für Verbundregionen

    KPIZielwert
    Anteil Mittel in Nicht‑Cluster‑Projekten≥ 10 %
    Neue Arbeitsplätze in Modellgemeinden≥ 900 (gesamt, 3 Gemeinden)
    Zulieferverträge zwischen Cluster und Nicht‑Cluster≥ 50 in 3 Jahren
    Verbleibsquote ausgebildeter Fachkräfte nach 3 Jahren≥ 65 %
    Anzahl kommunaler Innovationsprojekte mit Skalierungspotenzial≥ 100 in 5 Jahren

    6.7 Implementierungszeitplan 0–36 Monate (Kurz)

    • 0–6 Monate: Auswahl Modellgemeinden; Einrichtung Regionaler Verbundräte; Start Zulieferfonds Pilot.

    • 6–18 Monate: Umsetzung Pilotprojekte (Infrastruktur, Bildungszentren, Wohnraum).

    • 18–36 Monate: Skalierung erfolgreicher Piloten; Integration in Cluster‑Roadmaps; erste Evaluierung.

  • Budgetverteilung — Gesamtprogramm (jährlich)

    SäuleBetrag (Mio. €)Anteil
    Clusterinvestitionen80054,1 %
    Fachkräfteoffensive24016,2 %
    Start‑up & Innovationsfonds20013,5 %
    Digitalisierung & Verwaltung16010,8 %
    Energie & Transformation805,4 %
    Verbundregionen (Nicht‑Cluster)15010,1 %
    Gesamt (Zielvolumen)1.630100 %

    Detaillierte Aufschlüsselung Verbundregionen (150 Mio. € p.a.)

    MaßnahmeAnteilBetrag p.a. (Mio. €)
    Zuliefer‑ & Dienstleistungsachsen30 %45,0
    Fachkräfte‑ & Bildungszentren25 %37,5
    Wohn‑ & Lebensstandorte20 %30,0
    Mikrocluster & Nischenförderung15 %22,5
    Kommunale Innovationsbudgets10 %15,0
    Summe100 %150,0

    Zeitplan — Meilensteine (0–36 Monate)

    ZeitraumHauptaktivitätErgebnis / Meilenstein
    Monate 0–3Landtagsbeschluss; Lenkungsgruppe einrichtenGovernance steht; Programmagentur startet
    Monate 3–6Landes‑Innovationsfonds initialisierenKofinanzierungsreserve bereit
    Monate 3–12Auswahl 3 Modellgemeinden; Start 2 FlagshipsModellgemeinden ausgewählt; Flagship‑Planung läuft
    Monate 6–18Zulieferfonds Pilot; Skills Hubs aufbauenErste Pilotprojekte bewilligt; Kurse gestartet
    Monate 12–24Bau/Implementierung PilotinfrastrukturErste Bauabschnitte abgeschlossen
    Monate 18–36Skalierung erfolgreicher Piloten; Integration in Cluster‑RoadmapsSkalierungsentscheidungen; erste Evaluierung

    KPI‑Dashboard (Auswahl, Definitionen & Zielwerte)

    KPIDefinitionZielwert (Zeithorizont)
    InvestitionsquoteAnteil am Landeshaushalt für Zukunftsfelder10 % (bis Jahr 10)
    Anteil Nicht‑Cluster‑MittelAnteil Mittel, die in Nicht‑Cluster fließen≥ 10 % (laufend)
    Neue High‑Skill‑JobsNetto neu geschaffene High‑Skill‑Stellen80.000–120.000 (bis 2035)
    VC‑HebelratioPrivates VC pro 1 € LandesmittelZiel 1:2 (steigend)
    GenehmigungsdauerDurchschnitt Tage für priorisierte Verfahren−60–70 % Reduktion (gegenüber Basis)
    Verbleibsquote FachkräfteAnteil ausgebildeter Fachkräfte, die bleiben≥ 65 % (nach 3 Jahren)
    ZulieferverträgeAnzahl verbindlicher Zulieferverträge≥ 50 (innerhalb 3 Jahren)
    CO₂‑Reduktion KMU

    Budgetverteilung — Gesamtprogramm (jährlich)

    SäuleBetrag (Mio. €)Anteil
    Clusterinvestitionen80054,1 %
    Fachkräfteoffensive24016,2 %
    Start‑up & Innovationsfonds20013,5 %
    Digitalisierung & Verwaltung16010,8 %
    Energie & Transformation805,4 %
    Verbundregionen (Nicht‑Cluster)15010,1 %
    Gesamt (Zielvolumen)1.630100 %

    Detaillierte Aufschlüsselung Verbundregionen (150 Mio. € p.a.)

    MaßnahmeAnteilBetrag p.a. (Mio. €)
    Zuliefer‑ & Dienstleistungsachsen30 %45,0
    Fachkräfte‑ & Bildungszentren25 %37,5
    Wohn‑ & Lebensstandorte20 %30,0
    Mikrocluster & Nischenförderung15 %22,5
    Kommunale Innovationsbudgets10 %15,0
    Summe100 %150,0

    Zeitplan — Meilensteine (0–36 Monate)

    ZeitraumHauptaktivitätErgebnis / Meilenstein
    Monate 0–3Landtagsbeschluss; Lenkungsgruppe einrichtenGovernance steht; Programmagentur startet
    Monate 3–6Landes‑Innovationsfonds initialisierenKofinanzierungsreserve bereit
    Monate 3–12Auswahl 3 Modellgemeinden; Start 2 FlagshipsModellgemeinden ausgewählt; Flagship‑Planung läuft
    Monate 6–18Zulieferfonds Pilot; Skills Hubs aufbauenErste Pilotprojekte bewilligt; Kurse gestartet
    Monate 12–24Bau/Implementierung PilotinfrastrukturErste Bauabschnitte abgeschlossen
    Monate 18–36Skalierung erfolgreicher Piloten; Integration in Cluster‑RoadmapsSkalierungsentscheidungen; erste Evaluierung

    KPI‑Dashboard (Auswahl, Definitionen & Zielwerte)

    KPIDefinitionZielwert (Zeithorizont)
    InvestitionsquoteAnteil am Landeshaushalt für Zukunftsfelder10 % (bis Jahr 10)
    Anteil Nicht‑Cluster‑MittelAnteil Mittel, die in Nicht‑Cluster fließen≥ 10 % (laufend)
    Neue High‑Skill‑JobsNetto neu geschaffene High‑Skill‑Stellen80.000–120.000 (bis 2035)
    VC‑HebelratioPrivates VC pro 1 € LandesmittelZiel 1:2 (steigend)
    GenehmigungsdauerDurchschnitt Tage für priorisierte Verfahren−60–70 % Reduktion (gegenüber Basis)
    Verbleibsquote FachkräfteAnteil ausgebildeter Fachkräfte, die bleiben≥ 65 % (nach 3 Jahren)
    ZulieferverträgeAnzahl verbindlicher Zulieferverträge≥ 50 (innerhalb 3 Jahren)
    CO₂‑Reduktion KMUJährliche CO₂‑Einsparung durch Programme[DATEN NACHREICHEN]

    Erweiterte Finanzprofile (Investition vs. Betrieb) — Verbundregionen (Kurz)

    MaßnahmeInvestition %Betrieb %
    Zuliefer‑ & Dienstleistungsachsen60 %40 %
    Fachkräfte‑ & Bildungszentren40 %60 %
    Wohn‑ & Lebensstandorte70 %30 %
    Mikrocluster & Nischenförderung50 %50 %
    Kommunale Innovationsbudgets0 %100 %

    7 Finanzierungsmodell & Länderfinanzausgleich (Szenarien, Tabellen, Sensitivitäten)

    7.1 Grundprinzip des Finanzierungsmodells

    Ziel: Ein robustes, diversifiziertes Finanzierungsmodell, das Landesmittel als Anschub nutzt, EU‑ und Bundesmittel hebelt und privates Kapital mobilisiert, ohne die Haushaltsstabilität zu gefährden.

    Bausteine

    • Landesmittel (Anschub): Mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen; gezielte Umschichtungen; Rücklagen für Kofinanzierung.

    • EU‑Fördermittel: Horizon Europe, ERDF/ESF‑Tranchen, InvestEU‑Instrumente; aktive Projektpipeline.

    • Bundesmittel: Nationale Förderprogramme, Infrastruktur‑ und Innovationsprogramme.

    • Private Mittel: Co‑Investitionen, PPPs, regionale Investoren, Corporate Venture.

    • Finanzierungsinstrumente: Zuschüsse, zinsgünstige Darlehen, Garantien, Vouchers, Co‑Investitionsfonds.

    7.2 Jährlicher Finanzmix (Referenzziel 1,48 Mrd. €)

    QuelleAnteil (konservativ)Betrag (Mio. €)
    EU‑Mittel30 %444
    Bundesmittel20 %296
    Landesmittel40 %592
    Private Co‑Investitionen10 %148
    Gesamt100 %1.480

    Erläuterung: Die Landesmittel dienen als Hebel; Ziel ist, EU‑ und Bundesmittel systematisch zu akquirieren. Private Mittel werden durch Matching‑Mechanismen und Anreize mobilisiert.

    7.3 Szenarien zur Haushaltswirkung und LFA‑Effekt

    Annahmen

    • LFA‑Abschöpfung: konservativ 65 % der zusätzlichen Steuermehreinnahmen werden abgeschöpft.

    • Zeitverzögerung: fiskalische Effekte treten mit Verzögerung (2–5 Jahre) ein.

    SzenarioJährliche Brutto‑MehreinnahmenLFA‑Abschöpfung (65%)Netto‑Effekt für Land
    Konservativ500 Mio. €−325 Mio. €+175 Mio. €
    Realistisch1.000 Mio. €−650 Mio. €+350 Mio. €
    Ambitioniert1.500 Mio. €−975 Mio. €+525 Mio. €

    Interpretation: Selbst bei hoher Abschöpfung verbleibt ein positiver Nettoeffekt, der zur Rückführung von Investitionen und zur Finanzierung weiterer Programme genutzt werden kann.

    7.4 Übergangsfinanzierung und fiskalische Absicherung

    • Mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen zur Streckung der Belastung.

    • Kofinanzierungsreserve (z. B. 150–250 Mio. € Anschub) für EU‑Calls und Flagships.

    • Risikopuffer von 10–15 % in Fonds zur Abfederung von Projektverzögerungen.

    • PPP‑Modelle für Infrastruktur mit klaren Leistungs‑ und Ausstiegsklauseln.

    • Transparente Tranchenauszahlungen an Meilensteine gekoppelt.

    7.5 Sensitivitätsanalyse (Kurz)

    • Hebelwirkung: Erhöhung des Drittmittelhebels von 1:2 auf 1:3 erhöht das Gesamtvolumen, reduziert aber kurzfristig den Landesanteil.

    • LFA‑Variationen: ±10 % LFA‑Abschöpfung verändert Nettoeffekt um ca. 50–100 Mio. € p.a.

    • Projektverzögerungen: +6 Monate Verzögerung verschiebt fiskalische Effekte um 12–18 Monate; Liquiditätsbedarf steigt kurzfristig.

    8 Wirtschaftliche Wirkungen, Multiplikatoren, Beschäftigungsrechnung

    8.1 Methodik und Annahmen

    Methodik: Input‑Output‑Ansatz kombiniert mit sektoralen Multiplikatoren; konservative, realistische und ambitionierte Szenarien. Wesentliche Annahmen:

    • Programmvolumen (Referenz): 1,48 Mrd. € p.a.

    • Kurzfristiger Beschäftigungsmultiplikator: 10–15 Jobs pro 1 Mio. € (Bau, Installation, Projektpersonal).

    • Mittelfristiger Beschäftigungsmultiplikator: 20–30 Jobs pro 1 Mio. € (Betrieb, Zulieferketten, Services).

    • BIP‑Multiplikator konservativ: 1,3; realistisch: 1,6; ambitioniert: 1,9.

    8.2 Szenarien und Ergebnisse (5‑Jahres‑Horizont)

    SzenarioJährliches InvestitionsvolumenGeschätzte neue Jobs (5 Jahre)Jährlicher BIP‑Effekt (p.a.)
    Konservativ740 Mio. €30.000–50.000+1,5–2,5 %
    Kernprogramm1,48 Mrd. €80.000–120.000+5,0–7,5 %
    Ambitioniert2,22 Mrd. €120.000–180.000+7,5–10,0 %

    Hinweis: Jobs umfassen direkte, indirekte und induzierte Effekte; BIP‑Effekte berücksichtigen Produktivitätssteigerungen durch Innovation.

    8.3 Regionale Verteilung der Effekte

    • Clusterzentren: Hohe Dichte an High‑Skill‑Jobs, Forschungseinrichtungen, Start‑up‑Gründungen.

    • Verbundregionen: Zunahme an Fertigungs‑ und Dienstleistungsarbeitsplätzen, Stabilisierung ländlicher Gemeinden.

    • Nettoeffekt: Verringerung regionaler Disparitäten, erhöhte kommunale Steuereinnahmen in Modellgemeinden.

    8.4 Langfristige Dynamik (Produktivität & Steuerbasis)

    • Innovationsdynamik: Höhere F&E‑Ausgaben → Produktivitätszuwächse → höhere Löhne und Steuereinnahmen.

    • Skaleneffekte: Cluster‑Skalierung reduziert Stückkosten, erhöht Wettbewerbsfähigkeit.

    • Steuerbasis: Mittelfristig steigende Gewerbe‑ und Einkommenssteuern; trotz LFA‑Abschöpfung bleibt ein positiver Nettoeffekt.

    9 Governance, Umsetzung, One‑Stop‑Shop, KPI‑Dashboard (Detailliert)

    9.1 Governance‑Architektur (Aufbau und Rollen)

    A. Politische Steuerung

    • Lenkungsgruppe Thüringen 2035 (Vorsitz: Staatssekretär; Mitglieder: Ministerien, Landtagsvertreter, Wirtschaftsvertreter). Aufgabe: Strategische Entscheidungen, Budgetpriorisierung, politische Eskalation.

    B. Operative Umsetzung

    • Programmagentur (One‑Stop‑Shop) — zentrale operative Einheit mit folgenden Abteilungen:

      • Programmleitung & Strategie

      • Projektmanagement & Monitoring

      • Finanz‑ & Fondsmanagement

      • EU‑/Bundes‑Desk (Antragsmanagement)

      • Investor Relations & VC‑Matching

      • Kommunikation & Stakeholder‑Engagement

      • Rechts‑ & Compliance‑Unit

    C. Regionale Umsetzung

    • Regionale Verbundräte in Planungsregionen (Kommunen, Hochschulen, Wirtschaft, Zivilgesellschaft).

    • Cluster‑Boards für fachliche Steuerung und Industriepartnerschaften.

    D. Externe Kontrolle

    • Unabhängiges Monitoring‑Gremium (Wissenschaftler, Auditoren) für Evaluationen nach 36 und 60 Monaten; jährliche Prüfberichte.

    9.2 One‑Stop‑Shop — Funktionen und Service‑Level

    Kernfunktionen

    • Antragsberatung & Fördercheck: Vorprüfung, Formulierungshilfe.

    • Genehmigungsbegleitung: Koordination mit Behörden, SLAs für priorisierte Verfahren.

    • Kofinanzierungsmanagement: Tranchierung, Auszahlung nach Meilensteinen.

    • Investor Relations: Matchmaking, Pitch‑Events, Co‑Investitionsplattform.

    • Monitoring & Reporting: KPI‑Dashboard, Quartals‑ und Jahresberichte.

    Service‑Level (Beispiel)

    • Erstkontakt innerhalb 5 Arbeitstagen.

    • Vorprüfung EoI innerhalb 4 Wochen.

    • Entscheidung über Full Proposal innerhalb 12 Wochen nach Einreichung (sofern vollständig).

    9.3 KPI‑Dashboard — Struktur, Datenquellen, Reporting

    Dashboard‑Struktur

    • Finanz‑KPI: Mittelverwendung nach Säule; Hebelratio Drittmittel; Auszahlungsstatus.

    • Wirtschafts‑KPI: Neue High‑Skill‑Jobs; zusätzliche BIP‑Punkte; Gewerbesteuerentwicklung.

    • Regional‑KPI: Anteil Mittel in Nicht‑Cluster; Anzahl Modellgemeinden mit Skalierung.

    • Verwaltungs‑KPI: Durchschnittliche Genehmigungsdauer; Anzahl digitaler Verfahren.

    • Nachhaltigkeits‑KPI: CO₂‑Reduktion; Anteil erneuerbarer Energie in Projekten.

    Datenquellen

    • Landesamt für Statistik; Projektberichte; Steuerdaten (aggregiert); Hochschulstatistiken; Monitoring‑Reports der Programmagentur.

    Reporting

    • Quartals‑Reporting (intern): Operative Kennzahlen, Risikobericht.

    • Jahresbericht (öffentlich): KPI‑Übersicht, Finanzbericht, Evaluationsergebnisse.

    • Ad‑hoc‑Berichte: Bei kritischen Abweichungen oder politischen Anfragen.

    9.4 Risikomanagement & Compliance (Governance‑Verknüpfung)

    • Risikoregister mit Eintrittswahrscheinlichkeit, Auswirkung und Gegenmaßnahmen.

    • Compliance‑Unit prüft EU‑Beihilferegeln, Vergaberecht, Datenschutz.

    • Audit‑Plan: Interne und externe Audits; jährliche Prüfungen; transparente Veröffentlichung der Ergebnisse.

    9.5 Personal- und Kapazitätsplanung der Programmagentur

    • Startteam (Schnellstart): 20–30 FTE (Projektleitung, Finanz, EU‑Desk, PMO).

    • Volles Team (Skalierung): 80–120 FTE inkl. regionaler Koordinatoren.

    • Kompetenzprofile: Projektmanagement, Fondsmanagement, EU‑Förderexperten, Legal, Kommunikation, Data Analytics

      10 Risiken, Sensitivitätsanalyse und Gegenmaßnahmen (vertieft)

      10.1 Zusammenfassung der Hauptrisiken

      • Finanzierungsrisiko: Ausbleiben erwarteter EU‑/Bundes‑ oder privater Mittel; geringere Hebelwirkung als geplant.

      • LFA‑Abschöpfung: Hoher Anteil zusätzlicher Steuereinnahmen wird über den Länderfinanzausgleich abgeschöpft, reduziert kurzfristig Landesnutzen.

      • Umsetzungsrisiko: Verzögerungen bei Genehmigungen, Bau, Beschaffung; Kapazitätsengpässe in Verwaltung.

      • Markt‑ und Technologie‑Risiko: Produkte/Projekte erreichen Markt nicht; technologische Disruptionen verändern Nachfrage.

      • Fachkräfte‑ und Kapazitätsrisiko: Mangel an qualifiziertem Personal in Verwaltung, Forschung und Industrie.

      • Governance‑ und Compliance‑Risiko: Fehler in Vergaben, EU‑Beihilfeverletzungen, Datenschutzverstöße.

      • Reputationsrisiko: Öffentlichkeitswirksame Fehlschläge bei Flagship‑Projekten.

      10.2 Quantitative Sensitivitätsanalyse (Kurzform)

      • Hebelwirkung Drittmittel: Basisannahme 1:2. Bei 1:1 sinkt das Gesamtvolumen um ~33 %; bei 1:3 steigt es um ~33 %.

      • LFA‑Abschöpfung: ±10 % Variation verändert Nettohaushaltseffekt um ca. 50–100 Mio. € p.a.

      • Genehmigungsverzögerung: +6 Monate Verzögerung → Liquiditätsbedarf steigt kurzfristig um 8–12 % der Projektkosten; fiskalische Effekte verschieben sich um 12–18 Monate.

      • Projektausfallrate: Bei 10 % Ausfall der geförderten Projekte reduziert sich der erwartete Job‑Effekt proportional; Risikopuffer von 10–15 % empfohlen.

      10.3 Gegenmaßnahmen und Risikoreduktionsstrategie

      • Finanzielle Absicherung: Einrichtung eines Risikopuffers (10–15 % der Fonds), mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen, flexible Tranchierung.

      • Diversifizierung der Mittel: Parallelakquise von EU‑, Bundes‑ und privaten Mitteln; aktive Investor‑Outreach‑Strategie.

      • Governance & Compliance: Compliance‑Unit in der Programmagentur; verpflichtende EU‑Beihilfe‑Checks vor Bewilligung; standardisierte Vergabemodule.

      • Beschleunigung Genehmigungen: Einführung SLAs, priorisierte digitale Genehmigungsstrecken, Pilot‑One‑Stop‑Verfahren in zwei Landkreisen.

      • Fachkräftestrategie: Kurzfristige Rekrutierungsexpertenteams; Kooperationen mit Hochschulen; Anreizpakete für Rückkehrer und Zuzügler.

      • Projektportfolio‑Management: Stage‑Gate‑Prozesse, Meilenstein‑gebundene Auszahlungen, Exit‑Klauseln für nicht performende Projekte.

      • Kommunikationsmanagement: Proaktive Stakeholder‑Kommunikation, transparente Berichterstattung, Krisenkommunikationsplan.

      11 Sofortmaßnahmen (erste 12 Monate) — Operativer Maßnahmenkatalog (detailliert)

      11.1 Governance & Start‑Up (Monate 0–3)

      • Landtagsbeschluss: Vorlage zur stufenweisen Erhöhung (5 % Start) und Einrichtung Lenkungsgruppe.

      • Lenkungsgruppe Thüringen 2035: Einsetzung, Geschäftsordnung, erste Sitzung innerhalb 6 Wochen.

      • Programmagentur (Schnellstartteam): Rekrutierung 12–20 FTE (Programmleitung, PMO, Finanz, EU‑Desk, Kommunikation).

      • Kommunikationsstart: Launch‑Website, Presseinformation, Stakeholder‑Roadshows.

      11.2 Finanzielle Startmaßnahmen (Monate 0–6)

      • Kofinanzierungsreserve: Bereitstellung Anschub 150–250 Mio. €; Definition Auszahlungsregeln.

      • Zulieferfonds (Pilot): Erste Ausschreibung 20–30 Mio. €; Fokus: Maschinen, Digitalisierung, Logistik.

      • VC‑Matching‑Pilot: Seed‑Matching‑Facility 20–30 Mio. €; Kooperationsvereinbarungen mit regionalen Investoren.

      11.3 Flagship‑Projekte (Monate 3–12)

      • Laser‑Innovationszentrum Jena: Standortanalyse, Governance, EU‑Antrag; Ziel: Baubeginn M+12.

      • KI‑Rechenzentrum Ilmenau: Machbarkeitsstudie, Kooperationsvereinbarungen, Pilotinfrastruktur M+18.

      • Modellgemeinden (3): Auswahlverfahren abgeschlossen; Start Pilotmaßnahmen (Zulieferachse, Skills Hub, Holz‑Mikrocluster).

      11.4 Verwaltung & Digitalisierung (Monate 0–12)

      • Taskforce Genehmigungen: Einführung SLAs; Pilot für automatisierte Bauverfahren in zwei Landkreisen.

      • Digitale Anerkennungszentren: Aufbau eines digitalen Verfahrens zur schnellen Anerkennung ausländischer Abschlüsse (Pilotbetrieb M+6).

      • Datenplattform: Aufbau eines zentralen Projekt‑ und KPI‑Dashboards; erste Datenfeeds M+9.

      11.5 Monitoring & erste Evaluation (Monate 9–12)

      • Formative Evaluation: Erste Prozessanalyse; Lessons Learned‑Report an Lenkungsgruppe.

      • Finanzcontrolling: Einrichtung von Reporting‑Standards, Tranchen‑Auszahlungen an Meilensteine.

      • Transparenzportal: Live‑KPI‑Dashboard mit ersten Kennzahlen (Mittelverwendung, Projektstatus).

      12 Rechtliche Hinweise, Compliance und Formalia

      12.1 Haushaltsrechtliche Vorgaben

      • Mehrjährige Verpflichtungsermächtigungen sind erforderlich; parlamentarische Zustimmung für Fonds und größere Verpflichtungen.

      • Haushaltskonsolidierung: Maßnahmen zur Sicherstellung mittelfristiger Haushaltsstabilität (Tranchierung, Rücklagen).

      12.2 EU‑Beihilferecht und Förderrecht

      • Beihilferechtsprüfung vor jeder Förderentscheidung; ggf. Notifizierung bei der Europäischen Kommission.

      • De‑Minimis‑Regelungen beachten; sektorale Besonderheiten (z. B. Energie, Verkehr) berücksichtigen.

      12.3 Vergaberecht

      • Transparente, standardisierte Vergabeverfahren; Nutzung von Rahmenverträgen; Einbindung von Vergaberechts‑Expertise in die Programmagentur.

      • Korruptionsprävention: Whistleblower‑Mechanismen, Interessenkonflikt‑Regelungen.

      12.4 Datenschutz & IT‑Sicherheit

      • DSGVO‑Konformität für alle digitalen Plattformen; Datenschutz‑Impact‑Assessments für zentrale Systeme.

      • IT‑Sicherheitsstandards: Zertifizierungen für kritische Infrastruktur (z. B. ISO 27001) empfohlen.

      12.5 Arbeits‑ und Tarifrecht

      • Abstimmung mit Sozialpartnern bei Förderprogrammen, Beschäftigungsmaßnahmen und Qualifizierungsprogrammen.

      • Förderbedingungen so gestalten, dass Tarifbindung und faire Arbeitsbedingungen gefördert werden.


      Abschlusswort und formale Einreichung

      Petitionsgeber Michael Tryzna Hafenstraße 35 34125 Kassel

      Petitionstitel Thüringen 2035 — Das 10‑%‑Transformationsprogramm

      Datum

      1. Januar 2026

      Formale Bitte an den Landtag Ich bitte den Thüringer Landtag, die vorgelegte Petition zu prüfen, die Einrichtung des Landes‑Innovationsfonds zu beschließen, die verbindliche Flächenquote für Nicht‑Cluster‑Gemeinden zu verankern und die ersten Flagship‑Projekte sowie die Modellgemeinden‑Pilotierung innerhalb der nächsten 12 Monate zu starten.

      Persönliche Erklärung Ich erkläre meine Bereitschaft, die in dieser Petition dargestellten Ziele aktiv zu unterstützen und, sofern dies in demokratisch legitimierter Form und unter Beachtung aller verfassungsrechtlichen und parteipolitischen Verfahren zustande kommt, Verantwortung in politischer Verantwortung zu übernehmen, um die Transformation Thüringens entschlossen voranzutreiben.


    • .

    Jährliche CO₂‑Einsparung durch Programme



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