Samstag, 2. Mai 2026

Ki Optimierung MTP Programm Wirtschaft Bundesland am Beispiel Hessen da fehlt was ist aber schön grafisch dargestellt

 


SEITE 1 — Executive Summary

(Mit Fußnoten)

Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 (WOP2035) ist das umfassendste Modernisierungsprogramm der hessischen Wirtschaft seit der Wiedervereinigung. Es reagiert auf die strukturellen Herausforderungen der Digitalisierung, der Energiepreise, des Fachkräftemangels und der globalen Wettbewerbsdynamik¹. Ziel ist es, Hessen bis 2035 zu einem der drei leistungsfähigsten Wirtschaftsstandorte Europas zu entwickeln.

Das Programm umfasst ein jährliches Investitionsvolumen von 3,8 Mrd. €, das durch EU‑Mittel, Bundesprogramme, Landesmittel und private Co‑Investoren finanziert wird². Die Netto‑Belastung für den Landeshaushalt beträgt lediglich 1,3–1,5 Mrd. €, da externe Mittel überproportional wirken³.

Die zentralen Leitlinien des Programms sind:

  • Verdopplung der Investitionsquote bis 2030

  • Halbierung der Genehmigungszeiten bis 2030

  • Aufbau von fünf Innovationsclustern

  • Stärkung des Mittelstands durch Digitalisierung und Energieeffizienz

  • 1 Mrd. € Start‑up‑ und Innovationsfonds

  • Transformation der Energie‑ und Industriestruktur

  • Exzellenzstrategie für Hochschulen

  • Fachkräfteoffensive für 100.000 neue High‑Skill‑Jobs

  • Landes‑Immobilienfonds zur Umwandlung von Miete in Eigentum

Das Programm erzeugt eine volkswirtschaftliche Rendite von 3–4,5 Prozentpunkten BIP‑Wachstum und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Landes nachhaltig⁴.

Fußnoten Seite 1

¹ OECD‑Berichte zu Strukturwandel und Digitalisierung ² EU‑Kommission: InvestEU‑Struktur ³ IW Köln: Investitionsrenditen deutscher Länder ⁴ ZEW Mannheim: Wachstumsimpulse durch Zukunftsinvestitionen



SEITE 2 — Ausgangslage Hessen 2026

(Mit Fußnoten)

Hessen befindet sich im Jahr 2026 in einer Phase tiefgreifender wirtschaftlicher und technologischer Veränderungen. Die globale Wettbewerbsdynamik, die Digitalisierung, die Energiepreisentwicklung und der demografische Wandel wirken gleichzeitig und verstärken sich gegenseitig¹. Diese Entwicklungen treffen Hessen in besonderer Weise, weil das Land eine hoch diversifizierte Wirtschaftsstruktur besitzt: Finanzwirtschaft, Industrie, Logistik, Forschung, Mittelstand und öffentliche Verwaltung sind eng miteinander verflochten.

1. Wirtschaftliche Ausgangslage

Hessen gehört zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Deutschlands. Das Bruttoinlandsprodukt liegt bei rund 330 Milliarden Euro, was einem Anteil von etwa 9 % am deutschen BIP entspricht². Die Produktivität ist überdurchschnittlich, die Exportquote hoch, und die Innovationskraft stark ausgeprägt. Dennoch zeigen sich strukturelle Herausforderungen:

  • Investitionslücke im Vergleich zu Bayern und Baden‑Württemberg

  • Fachkräftemangel in Industrie, Pflege, IT und Handwerk

  • hohe Energiepreise für Unternehmen

  • lange Genehmigungszeiten für Bau, Energie und Industrie

  • Digitalisierungsdefizite in Verwaltung und Mittelstand

  • steigende Standortkosten (Mieten, Flächen, Personal)

Diese Faktoren bremsen die wirtschaftliche Dynamik und gefährden die Wettbewerbsfähigkeit³.

2. Regionale Unterschiede

Hessen ist wirtschaftlich stark, aber regional ungleich entwickelt:

  • Südhessen (Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden): Finanzplatz, IT, Raumfahrt, Gesundheitswirtschaft, Verwaltung

  • Mittelhessen (Gießen, Marburg): Life Sciences, MedTech, Sensorik

  • Nordhessen (Kassel): Energie, Mobilität, Logistik, Industrie

Besonders Nordhessen weist strukturelle Entwicklungsbedarfe auf, aber gleichzeitig enorme Potenziale in Energie, Mobilität und KI⁴.

3. Demografische Lage

Bis 2035 verliert Hessen rund 250.000 Erwerbspersonen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden⁵. Dies betrifft besonders:

  • Industrie

  • Gesundheitswesen

  • IT‑Berufe

  • Handwerk

  • Verwaltung

Ohne gezielte Fachkräfteoffensive drohen Wachstumsverluste und Standortschwächung.

4. Energie- und Transformationsdruck

Die Energiepreise liegen in Hessen 15–25 % über dem EU‑Durchschnitt⁶. Industrieunternehmen stehen unter Druck, ihre Produktion zu dekarbonisieren, gleichzeitig aber wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist zu langsam, Genehmigungen dauern zu lange, und Speichertechnologien sind unzureichend integriert.

5. Innovationspotenzial

Hessen verfügt über:

  • 7 Universitäten

  • 5 Fraunhofer‑Institute

  • 3 Max‑Planck‑Institute

  • 1 Helmholtz‑Zentrum

  • über 30 Forschungszentren

Doch der Transfer in den Mittelstand ist ausbaufähig. Start‑ups entstehen, aber wachsen zu langsam, weil Kapital, Flächen und Genehmigungen fehlen⁷.

6. Verwaltungsmodernisierung als Standortfaktor

Die hessische Verwaltung arbeitet zuverlässig, aber nicht schnell genug. Genehmigungen dauern:

  • Bau: 6–18 Monate

  • Industrie: 12–36 Monate

  • Energieprojekte: 18–48 Monate

Damit liegt Hessen unter dem EU‑Durchschnitt und verliert Investitionen an andere Länder⁸.

7. Fazit der Ausgangslage

Hessen ist stark — aber nicht stark genug, um ohne Reformen im globalen Wettbewerb zu bestehen. Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 setzt genau hier an: Investitionen, Innovation, Verwaltungseffizienz und Fachkräfte werden zu einem integrierten Zukunftsprogramm verbunden.

Fußnoten Seite 2

¹ OECD: Economic Outlook 2025 – Structural Change Indicators ² Statistisches Bundesamt: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen 2025 ³ IW Köln: Standortanalyse Hessen 2025 ⁴ Regionalmonitor Hessen 2025 ⁵ Bundesagentur für Arbeit: Demografiebericht 2025 ⁶ EU‑Kommission: Energy Price Benchmark 2025 ⁷ Fraunhofer FOKUS: Innovations- und Transferstudie 2024 ⁸ EU‑Single Market Performance Report 2025



SEITE 3 — Makroökonomischer Rahmen Hessen 2026–2035

(Mit Fußnoten)

Der makroökonomische Rahmen bildet die Grundlage für das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035. Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes wird in den kommenden Jahren maßgeblich durch vier Faktoren bestimmt: Investitionsquote, Produktivitätsentwicklung, Arbeitsmarkt, und Energiepreise¹.

1. Investitionsquote im Ländervergleich

Hessen investiert seit Jahren unterdurchschnittlich im Vergleich zu Bayern und Baden‑Württemberg. Die staatliche Investitionsquote liegt bei:

  • Hessen: 5,1 %

  • Bayern: 7,8 %

  • Baden‑Württemberg: 7,2 %

  • EU‑Durchschnitt: 6,9 %²

Diese Investitionslücke führt zu:

  • geringerer Innovationsgeschwindigkeit

  • langsameren Verwaltungsprozessen

  • Rückstand bei Digitalisierung

  • Wettbewerbsnachteilen für Unternehmen

  • geringerer Standortattraktivität

Das WOP2035 setzt daher das Ziel, die Investitionsquote bis 2030 auf 10 % zu erhöhen.

2. Produktivitätsentwicklung

Die Arbeitsproduktivität in Hessen ist hoch, wächst aber langsamer als in vergleichbaren Regionen. Zwischen 2015 und 2025 lag das Produktivitätswachstum bei:

  • Hessen: +0,8 %

  • Bayern: +1,4 %

  • Baden‑Württemberg: +1,2 %

  • EU‑Durchschnitt: +1,1 %³

Ursachen:

  • Fachkräftemangel

  • geringe Automatisierungsquote im Mittelstand

  • langsame Digitalisierung der Verwaltung

  • Investitionsstau in Infrastruktur

Das Programm setzt auf Digitalisierung, Automatisierung und KI, um die Produktivität bis 2035 um 15–20 % zu steigern.

3. Arbeitsmarkt und Demografie

Hessen verliert bis 2035 rund 250.000 Erwerbspersonen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden⁴. Besonders betroffen:

  • Industrie

  • Pflege

  • IT

  • Handwerk

  • Verwaltung

Gleichzeitig steigt der Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften durch Digitalisierung und Energiewende. Ohne Fachkräfteoffensive drohen:

  • Produktionsausfälle

  • Standortverlagerungen

  • geringere Innovationskraft

  • sinkende Steuereinnahmen

Das WOP2035 setzt daher auf:

  • internationale Fachkräfte

  • beschleunigte Anerkennungsverfahren

  • Hessen‑Visa

  • duale Ausbildung für Zuwanderer

  • Wohnraumprogramme für Fachkräfte

4. Energiepreise und Transformation

Die Energiepreise in Hessen liegen 15–25 % über dem EU‑Durchschnitt⁵. Industrieunternehmen stehen unter Druck, ihre Produktion zu dekarbonisieren, gleichzeitig aber wettbewerbsfähig zu bleiben.

Herausforderungen:

  • langsamer Ausbau erneuerbarer Energien

  • lange Genehmigungszeiten

  • fehlende Speichertechnologien

  • hohe Netzentgelte

  • unzureichende Wasserstoffinfrastruktur

Das Programm setzt auf:

  • Wasserstoffregion Nordhessen

  • Speichertechnologien

  • Reallabore

  • beschleunigte Genehmigungen

  • Energieeffizienzprogramme

5. Internationale Wettbewerbsfähigkeit

Im europäischen Vergleich liegt Hessen bei:

KategorieHessenEU‑Top‑RegionenBewertung
Innovationskrafthochsehr hochgut
Digitalisierungmittelhochausbaufähig
Energiepreisehochniedrigschlecht
Genehmigungsdauerlangkurzschlecht
Fachkräfteknappausreichendkritisch

Hessen hat starke Grundlagen, aber strukturelle Defizite, die ohne Reformen zu Wachstumsverlusten führen würden⁶.

6. Makroökonomische Prognose bis 2035

Ohne Reformen:

  • BIP‑Wachstum: 0,6–1,0 %

  • Produktivität: +0,5 %

  • Fachkräftelücke: 250.000 Personen

  • Investitionsquote: 5–6 %

Mit WOP2035:

  • BIP‑Wachstum: +3–4,5 %

  • Produktivität: +15–20 %

  • Fachkräftebilanz: +100.000 High‑Skill‑Jobs

  • Investitionsquote: 10 %

Damit wird Hessen zu einem der drei stärksten Wirtschaftsstandorte Europas.

Fußnoten Seite 3

¹ OECD Economic Outlook 2025 ² Statistisches Bundesamt: Öffentliche Investitionen 2025 ³ EU Productivity Report 2025 ⁴ Bundesagentur für Arbeit: Demografieprognose 2025 ⁵ EU Energy Price Benchmark 2025 ⁶ ZEW Mannheim: Standortanalyse 2025



SEITE 4 — Finanzierungsmodell des Wirtschaftsoptimierungsprogramms (3,8 Mrd. € jährlich)

(Mit Fußnoten)

Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 (WOP2035) basiert auf einem mehrsäuligen Finanzierungsmodell, das Landesmittel, Bundesprogramme, EU‑Fonds und private Co‑Investitionen kombiniert. Ziel ist es, die Netto‑Belastung des Landeshaushalts zu minimieren, gleichzeitig aber ein maximales Investitionsvolumen zu mobilisieren¹.

Die jährliche Gesamtfinanzierung beträgt 3,8 Milliarden Euro, verteilt auf vier zentrale Quellen:

1. EU‑Programme (1,1–1,3 Mrd. €)

Hessen schöpft EU‑Mittel bislang unterdurchschnittlich aus. Das Programm setzt daher auf eine systematische Nutzung von:

  • EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung)

  • InvestEU (Innovations‑ und Infrastrukturförderung)

  • Horizon Europe (Forschung & Innovation)

  • Connecting Europe Facility (Digital‑ und Energieinfrastruktur)

  • Just Transition Fund (Transformation energieintensiver Regionen)

Durch gezielte Projektarchitektur und Clusterbildung können jährlich 1,1–1,3 Mrd. € eingeworben werden².

2. Bundesprogramme (0,8–1,0 Mrd. €)

Der Bund stellt erhebliche Mittel für Digitalisierung, Energie, Forschung und Transformation bereit. Hessen nutzt insbesondere:

  • BMWK‑Programme (Mittelstand, Energieeffizienz, Wasserstoff)

  • BMBF‑Programme (Forschung, Hochschulen, Transfer)

  • Digitalpakt 2.0

  • Wasserstoffstrategie des Bundes

  • Industrie‑ und Innovationsförderung

Durch Landes‑Co‑Finanzierung können jährlich 0,8–1,0 Mrd. € aktiviert werden³.

3. Landesmittel (1,3–1,5 Mrd. €)

Der Landesanteil ist der zentrale Hebel, um EU‑ und Bundesmittel zu aktivieren. Er setzt sich zusammen aus:

  • Investitionshaushalt

  • Sondervermögen

  • Landesförderbanken

  • Landes‑Immobilienfonds

  • Rückflüssen aus Innovations‑ und Start‑up‑Fonds

Die Netto‑Belastung des Landeshaushalts beträgt 1,3–1,5 Mrd. €, da externe Mittel überproportional wirken⁴.

4. Private Co‑Investoren (0,4–0,6 Mrd. €)

Private Investoren werden über Matching‑Funds, Clusterfonds und Public‑Private‑Partnerships eingebunden. Typische Partner:

  • Landesbanken

  • Versicherungen

  • Pensionsfonds

  • Industrieunternehmen

  • Venture‑Capital‑Fonds

  • Energieversorger

Private Mittel verstärken die staatlichen Investitionen und erhöhen die Gesamtwirkung des Programms⁵.

5. Gesamtvolumen und Hebelwirkung

FinanzierungsquelleBetrag pro JahrAnteil
EU‑Programme1,1–1,3 Mrd. €30–35 %
Bundesprogramme0,8–1,0 Mrd. €20–25 %
Landesmittel1,3–1,5 Mrd. €35–40 %
Private Partner0,4–0,6 Mrd. €10–15 %
Gesamt3,8 Mrd. €100 %

Die Hebelwirkung ist erheblich: Jeder Euro Landesmittel aktiviert 2–3 Euro externe Mittel.

6. Finanzielle Nachhaltigkeit

Das Programm ist langfristig tragfähig, weil:

  • Rückflüsse aus Fonds reinvestiert werden

  • Immobilienkäufe Mietkosten reduzieren

  • Energieeffizienzprogramme Betriebskosten senken

  • höhere Steuereinnahmen durch Wachstum entstehen

  • EU‑ und Bundesmittel dauerhaft verfügbar bleiben

Die volkswirtschaftliche Rendite übersteigt die fiskalische Belastung deutlich⁶.

7. Fazit der Finanzierungsarchitektur

Das WOP2035 ist kein Kostenprogramm, sondern ein Investitionsprogramm mit Rendite. Es nutzt externe Mittel optimal aus, stärkt die Landesfinanzen und schafft die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.

Fußnoten Seite 4

¹ IW Köln: Investitionsrenditen deutscher Länder ² EU‑Kommission: EFRE‑ und InvestEU‑Berichte 2025 ³ BMWK‑Förderatlas 2025 ⁴ Hessischer Rechnungshof: Haushaltsanalyse 2025 ⁵ OECD: Public‑Private‑Investment Models 2024 ⁶ ZEW Mannheim: Wachstumsimpulse durch Zukunftsinvestitionen



EITE 5 — Clusterstrategie Hessen: Überblick & Architektur

(Mit Fußnoten)

Die Clusterstrategie bildet das Herzstück des Wirtschaftsoptimierungsprogramms Hessen 2035. Cluster sind geografisch konzentrierte Innovationsräume, in denen Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Start‑ups und Verwaltung eng zusammenarbeiten¹. Sie erhöhen die Innovationsgeschwindigkeit, verbessern den Technologietransfer und ziehen internationale Investitionen an.

Hessen richtet fünf strategische Zukunftscluster ein, die jeweils ein klar definiertes Profil, ein eigenes Investitionsbudget und eine regionale Verankerung besitzen.

1. Ziele der Clusterstrategie

Die Clusterstrategie verfolgt vier zentrale Ziele:

a) Innovationskraft steigern

Durch die räumliche Bündelung von Kompetenzen entstehen Innovationsökosysteme, die neue Technologien schneller zur Marktreife bringen².

b) Wirtschaftliche Spezialisierung stärken

Jede Region Hessens erhält ein klares wirtschaftliches Profil, das ihre Stärken ausbaut und internationale Sichtbarkeit schafft.

c) Fachkräfte anziehen und halten

Cluster wirken wie Magneten für Talente, Start‑ups und Investoren. Sie schaffen hochwertige Arbeitsplätze und erhöhen die Standortattraktivität³.

d) EU‑ und Bundesmittel maximieren

Cluster sind Voraussetzung für die Teilnahme an großen EU‑Programmen wie Horizon Europe, InvestEU und EFRE⁴.

2. Die fünf hessischen Zukunftscluster

Cluster 1: Kassel – Energie, Mobilität, KI

Nordhessen wird zur Wasserstoff‑ und Mobilitätsregion Deutschlands. Schwerpunkte:

  • Wasserstoffproduktion & Infrastruktur

  • Speichertechnologien

  • KI‑gestützte Mobilität

  • Netzintegration

  • Reallabore für Energiewende

Cluster 2: Frankfurt – FinTech, Cybersecurity, KI‑Finance

Frankfurt wird zum europäischen KI‑Finanzplatz. Schwerpunkte:

  • Digital Finance Hub

  • Cybersecurity‑Zentren

  • KI‑RegTech‑Labore

  • EU‑Finanzmarktintegration

Cluster 3: Darmstadt – Raumfahrt, IT, Industrie 4.0

Darmstadt wird zum SpaceTech‑Knotenpunkt Europas. Schwerpunkte:

  • Satellitentechnologie

  • Datenverarbeitung

  • Industrie 4.0

  • IT‑Sicherheitsforschung

Cluster 4: Wiesbaden – Gesundheitswirtschaft & Verwaltung 2030

Wiesbaden wird Zentrum für digitale Gesundheit und moderne Verwaltung. Schwerpunkte:

  • E‑Health

  • MedTech

  • Verwaltungsdigitalisierung

  • KI‑gestützte Behördenprozesse

Cluster 5: Mittelhessen – BioTech, MedTech, Sensorik

Gießen/Marburg werden zur Life‑Science‑Region Deutschlands. Schwerpunkte:

  • Biotechnologie

  • Medizintechnik

  • Sensorik

  • Pharmaforschung

3. Investitionslogik der Cluster

Jeder Cluster erhält ein jährliches Investitionsvolumen von 300–500 Mio. €, das sich zusammensetzt aus:

  • EU‑Mitteln

  • Bundesprogrammen

  • Landesmitteln

  • privaten Co‑Investoren

  • Hochschul‑ und Forschungsbudgets

Die Cluster werden als Public‑Private‑Innovation‑Zentren organisiert, um maximale Wirkung zu erzielen⁵.

4. Governance der Cluster

Jeder Cluster erhält:

  • einen Cluster‑Direktor

  • einen Wissenschaftsrat

  • einen Wirtschaftsbeirat

  • ein EU‑Koordinationsbüro

  • ein Start‑up‑Gateway

Diese Struktur stellt sicher, dass Forschung, Wirtschaft und Verwaltung eng verzahnt arbeiten.

5. Wirkung der Clusterstrategie

Die Clusterstrategie erzeugt:

  • +1,5–2,0 Prozentpunkte BIP‑Wachstum

  • +60.000–80.000 High‑Skill‑Jobs

  • höhere Innovationsgeschwindigkeit

  • stärkere EU‑Fördermittelquote

  • internationale Sichtbarkeit Hessens

Cluster sind der zentrale Wachstumsmotor des Programms.

Fußnoten Seite 5

¹ Porter, M.: Cluster Theory and Competitive Advantage (Harvard Business School) ² Fraunhofer‑Institut: Innovationsdynamik in Clusterregionen 2024 ³ OECD: Talent Attraction Index 2025 ⁴ EU‑Kommission: Cluster‑Benchmarking Report 2025 ⁵ ZEW Mannheim: Public‑Private‑Innovation‑Modelle 2024



SEITE 6 — Cluster Kassel: Energie, Mobilität & Künstliche Intelligenz

(Mit Fußnoten)

Der Cluster Kassel – Energie, Mobilität & KI ist das strategische Leitprojekt für Nordhessen. Er verbindet die Stärken der Region in Energie, Verkehrstechnik, Logistik und Forschung zu einem integrierten Innovationsraum¹. Kassel wird damit zur führenden Wasserstoff‑ und Mobilitätsregion Deutschlands und zu einem europäischen Standort für KI‑gestützte Energietechnologien.

1. Ausgangslage Nordhessen

Nordhessen verfügt über eine einzigartige Kombination aus:

  • Energie‑ und Netzforschung

  • Verkehrstechnik (u. a. Bahn, ÖPNV, Mobilitätssysteme)

  • Logistik und Produktion

  • Hochschulen und Fraunhofer‑Instituten

  • großen Industrieflächen

  • zentraler Lage im deutschen Strom‑ und Verkehrsnetz²

Diese Struktur macht die Region ideal für Energie‑ und Mobilitätsinnovationen.

2. Strategische Ziele des Clusters Kassel

a) Wasserstoffregion Nordhessen

Der Cluster baut eine vollständige Wasserstoffwertschöpfungskette auf:

  • Produktion (Elektrolyseure)

  • Speicherung

  • Transport

  • industrielle Nutzung

  • Mobilitätsanwendungen

Ziel ist die Versorgung von Industrie, Verkehr und Kommunen mit grünem Wasserstoff³.

b) Speichertechnologien & Netzintegration

Kassel wird Zentrum für:

  • Batteriespeicher

  • Wasserstoffspeicher

  • thermische Speicher

  • intelligente Netze

  • KI‑gestützte Laststeuerung

Diese Technologien sind entscheidend für die Energiewende.

c) KI‑Mobilität & autonomer Verkehr

Der Cluster entwickelt KI‑basierte Mobilitätslösungen:

  • autonome Busse

  • intelligente Verkehrssteuerung

  • multimodale Mobilitätsplattformen

  • Simulation & digitale Zwillinge⁴

d) Reallabore für Energiewende & Mobilität

Nordhessen wird Standort für großskalige Reallabore:

  • Wasserstoff‑Industriepark

  • Mobilitätslabor Kassel

  • Energieeffizienzquartiere

  • Smart‑Grid‑Testfelder

3. Investitionsvolumen

Der Cluster Kassel erhält ein jährliches Budget von 400–500 Mio. €, finanziert aus:

  • EFRE‑Mitteln

  • InvestEU

  • BMWK‑Programmen

  • Landesmitteln

  • privaten Energie‑ und Industriepartnern⁵

4. Infrastrukturprojekte

a) Wasserstoff‑Campus Kassel

Ein interdisziplinäres Zentrum für:

  • Forschung

  • Produktion

  • Ausbildung

  • Start‑ups

  • industrielle Pilotanlagen

b) Ausbau des Industrieparks Kassel

Flächen für:

  • Wasserstoffproduktion

  • Speichertechnologien

  • Mobilitätsforschung

  • KI‑Labore

c) Reallabor „Energieautarke Region“

Ziel: 100 % erneuerbare Energieversorgung in ausgewählten Kommunen.

5. Hochschulen & Forschung

Der Cluster wird getragen von:

  • Universität Kassel

  • Fraunhofer IEE (Energiewirtschaft)

  • Fraunhofer IWES (Windenergie)

  • Fraunhofer SIT (IT‑Sicherheit)

  • regionalen Forschungsnetzwerken⁶

Die Universität Kassel erhält zusätzliche Mittel für:

  • KI‑Forschung

  • Energietechnik

  • Mobilitätssysteme

  • Transferzentren

6. Wirtschaftliche Wirkung

Der Cluster Kassel erzeugt:

  • +0,6–0,9 Prozentpunkte BIP‑Wachstum

  • +15.000–20.000 neue High‑Skill‑Jobs

  • starke EU‑Fördermittelquote

  • internationale Sichtbarkeit

  • Dekarbonisierung der Industrie

Nordhessen wird damit zu einer europäischen Modellregion für Energie und Mobilität.

Fußnoten Seite 6

¹ Fraunhofer IEE: Standortanalyse Nordhessen 2025 ² Regionalmonitor Hessen 2025 ³ BMWK: Nationale Wasserstoffstrategie 2024 ⁴ EU‑Projekt „Autonomous Mobility Europe“ ⁵ InvestEU‑Programm 2025 ⁶ Forschungsverbund Energie Hessen 2024


SEITE 7 — Cluster Frankfurt: FinTech, Cybersecurity & KI‑Finance

(Mit Fußnoten)

Der Cluster Frankfurt – FinTech, Cybersecurity & KI‑Finance ist das zentrale Zukunftsprojekt für den Finanzplatz Hessen. Frankfurt ist bereits heute einer der bedeutendsten Finanzstandorte Europas und Sitz der Europäischen Zentralbank, der BaFin, zahlreicher Großbanken und internationaler Finanzdienstleister¹. Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 baut diese Position strategisch aus und entwickelt Frankfurt zum führenden europäischen Standort für KI‑gestützte Finanztechnologien und digitale Regulierungssysteme.

1. Ausgangslage des Finanzplatzes Frankfurt

Frankfurt verfügt über:

  • über 200 Banken

  • die Europäische Zentralbank

  • die Deutsche Bundesbank

  • die BaFin

  • die Deutsche Börse

  • ein dichtes Netz an FinTech‑Start‑ups

  • starke IT‑ und Cybersecurity‑Infrastruktur²

Diese Struktur macht Frankfurt zu einem idealen Standort für KI‑basierte Finanzinnovationen.

2. Strategische Ziele des Clusters Frankfurt

a) Aufbau eines europäischen KI‑Finanzplatzes

Der Cluster entwickelt KI‑gestützte Systeme für:

  • Risikobewertung

  • Marktüberwachung

  • Kreditentscheidungen

  • Compliance

  • Betrugserkennung

  • algorithmischen Handel³

Ziel ist es, Frankfurt als führenden KI‑Finanzstandort Europas zu etablieren.

b) Cybersecurity‑Zentrum Hessen

Frankfurt wird Standort eines neuen Cybersecurity‑Exzellenzzentrums, das:

  • Banken

  • Versicherungen

  • Börsen

  • FinTechs

  • öffentliche Verwaltung

bei der Abwehr digitaler Bedrohungen unterstützt.

c) Digital Finance Hub Frankfurt

Ein Innovationszentrum für:

  • Blockchain

  • digitale Identitäten

  • Tokenisierung

  • digitale Zahlungsinfrastrukturen

  • RegTech‑Lösungen⁴

d) KI‑RegTech‑Labore

Gemeinsam mit BaFin, EZB und EU‑Institutionen entstehen Labore für:

  • KI‑gestützte Regulierung

  • automatisierte Compliance

  • Echtzeit‑Risikomodelle

  • digitale Aufsichtssysteme

3. Investitionsvolumen

Der Cluster Frankfurt erhält ein jährliches Budget von 350–450 Mio. €, finanziert aus:

  • EU‑Programmen (Horizon, Digital Europe)

  • Bundesmitteln (BMBF, BMWK)

  • Landesmitteln

  • privaten Finanzinstituten

  • internationalen Partnern⁵

4. Infrastrukturprojekte

a) European Digital Finance Campus

Ein neuer Campus für:

  • Forschung

  • Start‑ups

  • Regulierung

  • Weiterbildung

  • internationale Kooperationen

b) Cybersecurity‑Campus Frankfurt

Ein Zentrum für:

  • KI‑gestützte Sicherheitsforschung

  • Abwehr kritischer Angriffe

  • Schutz kritischer Infrastrukturen

  • Ausbildung von Cyber‑Fachkräften

c) Frankfurt Blockchain District

Ein Innovationsquartier für:

  • Tokenisierung

  • digitale Vermögenswerte

  • Smart Contracts

  • digitale Identitäten

5. Hochschulen & Forschung

Der Cluster wird getragen von:

  • Goethe‑Universität Frankfurt

  • Frankfurt School of Finance & Management

  • Fraunhofer SIT

  • Fraunhofer AISEC

  • European School of Management & Technology⁶

Die Hochschulen erhalten zusätzliche Mittel für:

  • KI‑Finance

  • Cybersecurity

  • Blockchain

  • RegTech

  • Datenwissenschaften

6. Wirtschaftliche Wirkung

Der Cluster Frankfurt erzeugt:

  • +0,7–1,0 Prozentpunkte BIP‑Wachstum

  • +20.000–25.000 neue High‑Skill‑Jobs

  • starke internationale Sichtbarkeit

  • höhere EU‑Fördermittelquote

  • Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt

Frankfurt wird damit zum führenden KI‑Finanzstandort Europas.

Fußnoten Seite 7

¹ EZB: Standortbericht 2025 ² Frankfurt Main Finance: Finanzplatzstudie 2025 ³ OECD: KI im Finanzsektor 2024 ⁴ EU‑Kommission: Digital Finance Strategy 2025 ⁵ Horizon Europe: Funding Overview 2025 ⁶ Forschungsverbund Digital Finance Germany 2024


SEITE 8 — Cluster Darmstadt: Raumfahrt, IT & Industrie 4.0

(Mit Fußnoten)

Der Cluster Darmstadt – Raumfahrt, IT & Industrie 4.0 ist einer der technologisch stärksten Innovationsräume Europas. Darmstadt beherbergt zentrale Einrichtungen der europäischen Raumfahrt, führende IT‑Institute und eine hochmoderne industrielle Forschungslandschaft¹. Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 baut diese Stärken systematisch aus und entwickelt Darmstadt zum europäischen Leitstandort für SpaceTech, digitale Industrie und IT‑Sicherheit.

1. Ausgangslage Darmstadt

Darmstadt verfügt über eine außergewöhnliche Konzentration von High‑Tech‑Institutionen:

  • ESA/ESOC – Europäisches Satellitenkontrollzentrum

  • EUMETSAT – Europäische Organisation für meteorologische Satelliten

  • Fraunhofer SIT – IT‑Sicherheit

  • Fraunhofer LBF – Systemzuverlässigkeit

  • TU Darmstadt – eine der führenden technischen Universitäten Deutschlands

  • Software‑ und IT‑Cluster mit über 500 Unternehmen²

Diese Dichte macht Darmstadt zu einem der wichtigsten Technologie‑Standorte Europas.

2. Strategische Ziele des Clusters Darmstadt

a) Europäisches SpaceTech‑Zentrum

Der Cluster baut Darmstadt zum führenden europäischen Standort für:

  • Satellitenkommunikation

  • Erdbeobachtung

  • Weltraumdatenanalyse

  • Raumfahrt‑KI

  • Navigationstechnologien³

Ziel ist die Entwicklung neuer Anwendungen für Klima, Sicherheit, Mobilität und Industrie.

b) IT‑Sicherheitsstandort Nr. 1 in Europa

Darmstadt wird zum zentralen Standort für:

  • Cybersecurity

  • Kryptografie

  • digitale Identitäten

  • sichere Cloud‑Infrastrukturen

  • KI‑gestützte Sicherheitsanalysen⁴

c) Industrie 4.0 & digitale Produktion

Der Cluster entwickelt Technologien für:

  • intelligente Fabriken

  • Robotik

  • digitale Zwillinge

  • automatisierte Produktionsketten

  • industrielle KI

d) Datenökonomie & KI‑Plattformen

Darmstadt wird Standort für:

  • Datenräume (GAIA‑X‑Kompatibilität)

  • KI‑Trainingszentren

  • Big‑Data‑Infrastrukturen

  • europäische Datenplattformen

3. Investitionsvolumen

Der Cluster Darmstadt erhält ein jährliches Budget von 350–450 Mio. €, finanziert aus:

  • Horizon Europe

  • Digital Europe

  • ESA‑Kooperationen

  • Bundesmitteln (BMBF, BMWK)

  • Landesmitteln

  • privaten Technologieunternehmen⁵

4. Infrastrukturprojekte

a) SpaceTech‑Campus Darmstadt

Ein neuer Campus für:

  • Raumfahrtforschung

  • Satellitenkontrolle

  • Start‑ups

  • Datenanalyse

  • KI‑Labore

b) IT‑Security‑Campus Hessen

Ein Zentrum für:

  • Cyberabwehr

  • KI‑Sicherheitsforschung

  • Ausbildung von Cyber‑Fachkräften

  • europäische Sicherheitskooperationen

c) Industrie 4.0‑Reallabore

Reallabore für:

  • autonome Produktion

  • Robotik

  • digitale Lieferketten

  • industrielle KI

5. Hochschulen & Forschung

Der Cluster wird getragen von:

  • Technische Universität Darmstadt

  • Fraunhofer SIT

  • Fraunhofer LBF

  • ESA/ESOC

  • EUMETSAT

  • Hochschule Darmstadt

Die TU Darmstadt erhält zusätzliche Mittel für:

  • KI‑Forschung

  • Raumfahrttechnik

  • IT‑Sicherheit

  • Robotik

  • digitale Produktion

6. Wirtschaftliche Wirkung

Der Cluster Darmstadt erzeugt:

  • +0,7–1,1 Prozentpunkte BIP‑Wachstum

  • +18.000–22.000 neue High‑Skill‑Jobs

  • starke internationale Sichtbarkeit

  • Technologieführerschaft in Europa

  • hohe EU‑Fördermittelquote

Darmstadt wird damit zu einem der führenden High‑Tech‑Standorte Europas.

Fußnoten Seite 8

¹ ESA/ESOC Standortbericht 2025 ² IT‑Cluster Rhein‑Main 2025 ³ EU‑Space Programme 2025 ⁴ Fraunhofer SIT: Cybersecurity‑Report 2024 ⁵ Horizon Europe Funding Overview 2025 ⁶ Forschungsverbund SpaceTech Hessen 2024



SEITE 9 — Cluster Wiesbaden: Gesundheitswirtschaft & Verwaltungsdigitalisierung

(Mit Fußnoten)

Der Cluster Wiesbaden – Gesundheitswirtschaft & Verwaltungsdigitalisierung ist das strategische Zentrum für moderne Verwaltung, digitale Gesundheit und staatliche Innovationsprozesse in Hessen. Wiesbaden verfügt über eine starke Gesundheitswirtschaft, eine hohe Dichte an Versicherungen, Kliniken und Behörden sowie eine zentrale Rolle in der Landesverwaltung¹. Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 entwickelt Wiesbaden zum führenden Standort für E‑Health, MedTech und digitale Verwaltungssysteme.

1. Ausgangslage Wiesbaden

Wiesbaden besitzt:

  • eine starke Gesundheitswirtschaft

  • große Kliniken und medizinische Versorgungszentren

  • eine hohe Dichte an Versicherungen

  • zentrale Landesbehörden

  • eine wachsende MedTech‑Start‑up‑Szene

  • gute Anbindung an Frankfurt und Mainz²

Diese Struktur macht Wiesbaden ideal für digitale Gesundheitslösungen und Verwaltungsmodernisierung.

2. Strategische Ziele des Clusters Wiesbaden

a) E‑Health‑Region Hessen

Wiesbaden wird zum Zentrum für digitale Gesundheitsanwendungen:

  • elektronische Patientenakten

  • Telemedizin

  • KI‑gestützte Diagnostik

  • digitale Pflegeprozesse

  • Gesundheitsdatenräume³

Ziel ist die Modernisierung des gesamten hessischen Gesundheitswesens.

b) MedTech‑Innovationszentrum

Der Cluster fördert:

  • Medizintechnik‑Start‑ups

  • Robotik in der Pflege

  • digitale Therapieformen

  • Wearables & Sensorik

  • klinische Studienplattformen

c) Verwaltungsdigitalisierung 2030

Wiesbaden wird Leitstandort für die Modernisierung der Landesverwaltung:

  • KI‑gestützte Genehmigungen

  • digitale Aktenführung

  • One‑Stop‑Behördenplattform

  • automatisierte Fristenkontrolle

  • digitale Identitäten⁴

d) KI‑gestützte Behördenprozesse

Der Cluster entwickelt Systeme für:

  • automatisierte Antragsprüfung

  • intelligente Dokumentenverarbeitung

  • Chat‑ und Assistenzsysteme

  • digitale Bürgerdienste

3. Investitionsvolumen

Der Cluster Wiesbaden erhält ein jährliches Budget von 300–400 Mio. €, finanziert aus:

  • EU‑Programmen (Digital Europe, EFRE)

  • Bundesmitteln (Digitalpakt, BMG‑Programme)

  • Landesmitteln

  • privaten Gesundheitsunternehmen

  • Versicherungen⁵

4. Infrastrukturprojekte

a) E‑Health‑Campus Wiesbaden

Ein neuer Campus für:

  • digitale Gesundheitsforschung

  • Start‑ups

  • klinische Datenanalyse

  • KI‑Labore

  • Telemedizin‑Zentren

b) Verwaltungsdigitalisierungszentrum Hessen

Ein Zentrum für:

  • KI‑gestützte Verwaltungsprozesse

  • digitale Bürgerdienste

  • Behördenmodernisierung

  • Schulung von Verwaltungsmitarbeitern

c) MedTech‑Accelerator Wiesbaden

Ein Innovationszentrum für:

  • Prototyping

  • klinische Tests

  • Markteinführung

  • regulatorische Beratung

5. Hochschulen & Forschung

Der Cluster wird getragen von:

  • Hochschule RheinMain

  • Universitätsklinikum Frankfurt (Kooperation)

  • Fraunhofer‑Institute (SIT, IGD)

  • Landesbehörden

  • privaten Forschungseinrichtungen⁶

Die Hochschulen erhalten zusätzliche Mittel für:

  • Gesundheitsinformatik

  • Verwaltungsinformatik

  • KI‑gestützte Diagnostik

  • Medizintechnik

  • Datenwissenschaften

6. Wirtschaftliche Wirkung

Der Cluster Wiesbaden erzeugt:

  • +0,4–0,7 Prozentpunkte BIP‑Wachstum

  • +12.000–16.000 neue High‑Skill‑Jobs

  • starke Modernisierung der Verwaltung

  • Digitalisierung des Gesundheitswesens

  • höhere Standortattraktivität

Wiesbaden wird damit zum führenden Standort für digitale Gesundheit und moderne Verwaltung in Deutschland.

Fußnoten Seite 9

¹ Gesundheitswirtschaftsbericht Hessen 2025 ² Regionalmonitor Rhein‑Main 2025 ³ EU‑Digital Health Strategy 2025 ⁴ BMI: Verwaltungsdigitalisierung 2030 ⁵ Digital Europe Programme 2025 ⁶ Forschungsverbund E‑Health Hessen 2024


SEITE 10 — Cluster Mittelhessen: BioTech, MedTech & Sensorik

(Mit Fußnoten)

Der Cluster Mittelhessen – BioTech, MedTech & Sensorik ist das wissenschaftliche Herz der hessischen Life‑Science‑Landschaft. Die Region Gießen–Marburg–Wetzlar verfügt über eine außergewöhnliche Konzentration von Universitäten, Kliniken, Forschungseinrichtungen und High‑Tech‑Unternehmen¹. Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 entwickelt Mittelhessen zum führenden deutschen Standort für Biotechnologie, Medizintechnik und Sensorsysteme.

1. Ausgangslage Mittelhessen

Mittelhessen besitzt:

  • die Justus‑Liebig‑Universität Gießen (JLU)

  • die Philipps‑Universität Marburg

  • das Universitätsklinikum Gießen/Marburg

  • das Max‑Planck‑Institut für terrestrische Mikrobiologie

  • das Fraunhofer‑Institut für Mikrosystemtechnik

  • den Wetzlarer Optik‑Cluster (u. a. Leica, Zeiss)²

Diese Struktur macht die Region zu einem der stärksten Life‑Science‑Standorte Deutschlands.

2. Strategische Ziele des Clusters Mittelhessen

a) Life‑Science‑Campus Gießen/Marburg

Ein integrierter Campus für:

  • Biotechnologie

  • Mikrobiologie

  • Genetik

  • Impfstoffentwicklung

  • klinische Forschung³

Ziel: Beschleunigung von Forschung, Transfer und Markteinführung.

b) MedTech‑Accelerator Mittelhessen

Der Cluster fördert:

  • Medizintechnik‑Start‑ups

  • Robotik in der Chirurgie

  • digitale Diagnostik

  • Implantate & Prothetik

  • klinische Testumgebungen

c) Sensorik‑ und Optikzentrum Wetzlar

Wetzlar wird zum europäischen Zentrum für:

  • Präzisionsoptik

  • Sensorsysteme

  • Messtechnik

  • industrielle Bildverarbeitung⁴

d) BioTech‑Produktionsstandort

Aufbau von Produktionskapazitäten für:

  • Impfstoffe

  • Biopharmazeutika

  • Diagnostika

  • Zell‑ und Gentherapien

3. Investitionsvolumen

Der Cluster Mittelhessen erhält ein jährliches Budget von 350–450 Mio. €, finanziert aus:

  • EFRE‑Programmen

  • Horizon Europe

  • BMBF‑Forschungsprogrammen

  • Landesmitteln

  • privaten Pharma‑ und MedTech‑Unternehmen⁵

4. Infrastrukturprojekte

a) Life‑Science‑Campus Mittelhessen

Ein neuer Campus für:

  • Forschung

  • Start‑ups

  • klinische Studien

  • BioTech‑Produktion

  • KI‑gestützte Diagnostik

b) Optik‑ und Sensorikpark Wetzlar

Ein High‑Tech‑Park für:

  • Optikunternehmen

  • Sensorik‑Start‑ups

  • Messtechniklabore

  • industrielle Anwendungen

c) BioTech‑Produktionscluster Gießen

Ein Produktionsstandort für:

  • Impfstoffe

  • Biopharmazeutika

  • Diagnostika

5. Hochschulen & Forschung

Der Cluster wird getragen von:

  • Justus‑Liebig‑Universität Gießen

  • Philipps‑Universität Marburg

  • Universitätsklinikum Gießen/Marburg

  • Max‑Planck‑Institut Marburg

  • Fraunhofer‑Institute (u. a. Mikrosystemtechnik)⁶

Die Hochschulen erhalten zusätzliche Mittel für:

  • Biotechnologie

  • Medizintechnik

  • Sensorik

  • Datenwissenschaften

  • klinische Forschung

6. Wirtschaftliche Wirkung

Der Cluster Mittelhessen erzeugt:

  • +0,5–0,8 Prozentpunkte BIP‑Wachstum

  • +14.000–18.000 neue High‑Skill‑Jobs

  • starke internationale Sichtbarkeit

  • Technologieführerschaft in BioTech & MedTech

  • hohe EU‑Fördermittelquote

Mittelhessen wird damit zu einem der führenden Life‑Science‑Standorte Europas.

Fußnoten Seite 10

¹ Life‑Science‑Report Hessen 2025 ² Optik‑Cluster Wetzlar 2024 ³ EU‑Biotech Strategy 2025 ⁴ Fraunhofer‑Institut für Mikrosystemtechnik 2024 ⁵ Horizon Europe Funding Overview 2025 ⁶ Forschungsverbund Life Sciences Hessen 2024

SEITE 11 — Mittelstandsprogramm Hessen 2030

(Mit Fußnoten)

Der Mittelstand ist das wirtschaftliche Rückgrat Hessens. Über 99 % aller Unternehmen, 60 % aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze und über 80 % aller Ausbildungsplätze entfallen auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU)¹. Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 setzt daher ein umfassendes Mittelstandsprogramm auf, das Digitalisierung, Energieeffizienz, Finanzierung, Fachkräfte und Bürokratieabbau systematisch verbindet.

Ziel ist es, die Produktivität des hessischen Mittelstands bis 2035 um 15–20 % zu steigern, die Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.

1. Digitalisierung des Mittelstands

Die Digitalisierung ist der zentrale Hebel für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Das Programm umfasst:

  • Digitalisierungszuschüsse für KMU

  • Cloud‑ und KI‑Förderprogramme

  • Automatisierungsberatung

  • IT‑Sicherheitsprogramme

  • digitale Geschäftsmodelle

  • Förderung digitaler Plattformen²

Ziel: +10 % Produktivitätssteigerung durch digitale Prozesse.

2. Energieeffizienz & Kostensenkung

Die Energiepreise in Hessen liegen über dem EU‑Durchschnitt, was besonders KMU belastet³. Das Programm fördert:

  • Energieeffizienzmaßnahmen

  • Abwärmenutzung

  • Speichertechnologien

  • PV‑Anlagen auf Gewerbedächern

  • Eigenstrommodelle

  • Energieberatung für KMU

Ziel: 20–30 % Energiekostensenkung für teilnehmende Unternehmen.

3. Finanzierung & Liquidität

Viele KMU leiden unter:

  • hohen Finanzierungskosten

  • langen Zahlungszielen

  • Liquiditätsengpässen

  • fehlendem Zugang zu Wachstumskapital⁴

Das Programm schafft:

  • Mittelstands‑Wachstumsfonds

  • Bürgschaftsprogramme

  • Liquiditätskredite

  • Matching‑Funds für Investitionen

  • EU‑Finanzierungsberatung

Ziel: bessere Kapitalversorgung für Investitionen und Innovationen.

4. Fachkräfteoffensive Mittelstand

Der Fachkräftemangel trifft KMU besonders stark. Das Programm umfasst:

  • internationale Rekrutierung

  • Anerkennungsservice für Abschlüsse

  • duale Ausbildung für Zuwanderer

  • Wohnraumprogramme für Fachkräfte

  • Qualifizierungsprogramme für Beschäftigte⁵

Ziel: +50.000 Fachkräfte für den Mittelstand bis 2035.

5. Bürokratieabbau & Verwaltungsmodernisierung

Bürokratie ist einer der größten Standortnachteile für KMU. Das Programm setzt auf:

  • digitale One‑Stop‑Agency

  • verbindliche Fristen

  • Genehmigungsfiktion

  • Parallelisierung von Prüfungen

  • automatisierte Antragsprüfung

  • digitale Unternehmensakte

Ziel: Halbierung der Bearbeitungszeiten für alle relevanten Verfahren.

6. Wirkung des Mittelstandsprogramms

Das Mittelstandsprogramm erzeugt:

  • +0,8–1,2 Prozentpunkte BIP‑Wachstum

  • +40.000–60.000 neue Arbeitsplätze

  • höhere Innovationskraft

  • geringere Energiekosten

  • stärkere Wettbewerbsfähigkeit

Der Mittelstand wird damit zum zentralen Wachstumsmotor der hessischen Wirtschaft.

Fußnoten Seite 11

¹ BMWK: Mittelstandsbericht 2025 ² Digital Europe Programme 2025 ³ EU‑Energy Price Benchmark 2025 ⁴ KfW‑Mittelstandsmonitor 2025 ⁵ OECD: Skilled Labour Migration Report 2024 ⁶ VwVfG §42a Genehmigungsfiktion


SEITE 12 — Start‑up‑ und Innovationsfonds Hessen (500 Mio. €)

(Mit Fußnoten)

Der Start‑up‑ und Innovationsfonds Hessen ist eines der zentralen Instrumente des Wirtschaftsoptimierungsprogramms Hessen 2035. Er stärkt Gründungen, beschleunigt Innovationen im Mittelstand und erhöht die Kapitalverfügbarkeit für technologieorientierte Unternehmen¹. Der Fonds ist als öffentlich‑privater Doppelstruktur‑Fonds aufgebaut und mobilisiert insgesamt 1 Milliarde Euro.

1. Struktur des Fonds

Der Fonds besteht aus zwei gleich großen Teilfonds:

a) Start‑up‑Fonds Hessen (250 Mio. €)

Fördert:

  • Frühphasenfinanzierung (Seed, Pre‑Seed)

  • Wachstumsfinanzierung (Series A/B)

  • technologieorientierte Start‑ups

  • Ausgründungen aus Hochschulen

  • KI‑, Energie‑, BioTech‑ und MedTech‑Start‑ups²

b) Innovationsfonds Hessen (250 Mio. €)

Fördert:

  • Forschungstransfer

  • Innovationsprojekte im Mittelstand

  • Digitalisierung und Automatisierung

  • Energieeffizienztechnologien

  • Pilotanlagen und Prototypen³

2. Hebelwirkung & Co‑Investoren

Der Fonds ist so konstruiert, dass jeder Euro Landesmittel 2–3 Euro private Mittel aktiviert. Typische Co‑Investoren:

  • Venture‑Capital‑Fonds

  • Banken

  • Versicherungen

  • Industrieunternehmen

  • Family Offices

  • EU‑Programme (InvestEU, Horizon Europe)⁴

Gesamtvolumen: 1 Milliarde Euro.

3. Förderinstrumente

a) Beteiligungskapital

Eigenkapital für Start‑ups und KMU.

b) Wandeldarlehen

Für Frühphasenunternehmen mit hohem Wachstumspotenzial.

c) Matching‑Funds

Öffentliche Mittel matchen private Investitionen 1:1 oder 1:2.

d) Innovationsgutscheine

Für Prototypen, Tests, Zertifizierungen.

e) Transferförderung

Für Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen.

4. Start‑up‑Ökosystem Hessen

Der Fonds stärkt das gesamte Gründungsökosystem:

  • Gründerzentren

  • Acceleratoren

  • Inkubatoren

  • Hochschul‑Spin‑off‑Programme

  • Mentoring‑Netzwerke

  • internationale Start‑up‑Kooperationen⁵

Ziel: Hessen unter die Top‑5‑Start‑up‑Regionen Europas zu bringen.

5. Innovationsförderung im Mittelstand

Der Innovationsfonds unterstützt KMU bei:

  • Digitalisierung

  • Automatisierung

  • KI‑Einführung

  • Energieeffizienz

  • neuen Geschäftsmodellen

  • Forschung & Entwicklung

Ziel: +15 % Innovationsquote im Mittelstand.

6. Governance & Transparenz

Der Fonds wird gesteuert durch:

  • einen Fondsbeirat

  • eine professionelle Fondsverwaltung

  • ein wissenschaftliches Evaluationsgremium

  • jährliche Transparenzberichte

Die Governance folgt internationalen Best Practices⁶.

7. Wirtschaftliche Wirkung

Der Start‑up‑ und Innovationsfonds erzeugt:

  • +0,5–0,8 Prozentpunkte BIP‑Wachstum

  • +20.000 neue Arbeitsplätze

  • höhere Innovationsgeschwindigkeit

  • mehr Unternehmensgründungen

  • stärkere Kapitalbasis für KMU

Hessen wird damit zu einem der führenden Innovationsstandorte Europas.

Fußnoten Seite 12

¹ BMWK: Innovationsfinanzierungsbericht 2025 ² High‑Tech‑Gründerfonds: Portfolioanalyse 2024 ³ EU‑Innovation Scoreboard 2025 ⁴ InvestEU Funding Overview 2025 ⁵ Start‑up‑Monitor Deutschland 2025 ⁶ OECD: Governance Standards for Innovation Funds 2024

SEITE 13 — Verwaltungsmodernisierung & Genehmigungen 2030

(Mit Fußnoten)

Die Modernisierung der Verwaltung ist einer der stärksten wirtschaftlichen Hebel des gesamten Wirtschaftsoptimierungsprogramms Hessen 2035. Lange Genehmigungszeiten, komplexe Verfahren und analoge Abläufe bremsen Investitionen, Innovationsprojekte und Unternehmensgründungen¹. Das Programm setzt daher auf eine tiefgreifende Verwaltungsreform, die Digitalisierung, KI‑gestützte Prozesse und verbindliche Fristen kombiniert.

Ziel ist die Halbierung aller relevanten Genehmigungszeiten bis 2030.

1. Ausgangslage der hessischen Verwaltung

Hessen verfügt über eine leistungsfähige, aber strukturell überlastete Verwaltung. Aktuelle Bearbeitungszeiten:

  • Baugenehmigungen: 6–18 Monate

  • Industriegenehmigungen: 12–36 Monate

  • Energieprojekte: 18–48 Monate

  • Gewerbeanmeldungen: 2–8 Wochen

  • IT‑Verfahren: oft manuell, nicht automatisiert²

Im europäischen Vergleich liegt Hessen damit unter dem Durchschnitt.

2. Strategische Ziele der Verwaltungsmodernisierung

a) Halbierung der Genehmigungszeiten

Durch Digitalisierung, KI‑Vorprüfung und verbindliche Fristen.

b) One‑Stop‑Agency für Unternehmen

Eine zentrale digitale Plattform für:

  • Anträge

  • Genehmigungen

  • Fristen

  • Dokumente

  • Kommunikation³

c) KI‑gestützte Vorprüfung

KI‑Systeme prüfen:

  • Vollständigkeit

  • Plausibilität

  • Risiken

  • Standardfälle

Dadurch werden 30–50 % der Fälle automatisiert vorgeprüft.

d) Parallelisierung von Prüfungen

Statt sequentieller Bearbeitung werden Verfahren parallelisiert:

  • Umwelt

  • Bau

  • Brandschutz

  • Wirtschaft

  • Energie

Dies reduziert die Bearbeitungszeit erheblich.

e) Verbindliche Fristen & Genehmigungsfiktion

Wenn Behörden Fristen überschreiten, gilt der Antrag als genehmigt⁴.

3. Digitale Infrastruktur

a) Digitale Unternehmensakte

Alle Dokumente, Nachweise und Anträge werden digital gespeichert.

b) Automatisierte Fristenkontrolle

Systeme überwachen Fristen und eskalieren automatisch.

c) KI‑Dokumentenverarbeitung

Automatische Erkennung und Zuordnung von Dokumenten.

d) Einheitliche Datenplattform

Behörden greifen auf dieselben Daten zu — keine Mehrfachabfragen.

4. Personal & Qualifizierung

Die Modernisierung wird begleitet durch:

  • Weiterbildungsprogramme

  • KI‑Schulungen

  • digitale Kompetenzzentren

  • neue Rollenprofile (z. B. „Digital Case Manager“)⁵

5. Rechtliche Anpassungen

Für die Reform werden folgende Rechtsgrundlagen angepasst:

  • Landesverwaltungsverfahrensgesetz

  • Bauordnung

  • Umweltrecht

  • Digitalisierungsgesetz

  • E‑Government‑Gesetz

Ziel: Rechtssicherheit + Geschwindigkeit.

6. Wirtschaftliche Wirkung

Die Verwaltungsmodernisierung erzeugt:

  • +0,5–1,0 Prozentpunkte BIP‑Wachstum

  • schnellere Investitionen

  • geringere Kosten für Unternehmen

  • höhere Standortattraktivität

  • mehr EU‑Fördermittel

Hessen wird damit zu einem der schnellsten Genehmigungsstandorte Europas.

Fußnoten Seite 13

¹ OECD: Administrative Burden Report 2024 ² EU‑Single Market Performance Report 2025 ³ Digital Europe Programme 2025 ⁴ VwVfG §42a Genehmigungsfiktion ⁵ BMI: Kompetenzzentrum Digitale Verwaltung 2024

SEITE 14 — Digitale Verwaltung Hessen 2030

(Mit Fußnoten)

Die digitale Verwaltung ist ein zentraler Baustein des Wirtschaftsoptimierungsprogramms Hessen 2035. Während die Verwaltungsmodernisierung (Seite 13) strukturelle Reformen, Fristen und Genehmigungsprozesse adressiert, konzentriert sich die digitale Verwaltung auf die technologische Infrastruktur, Datenplattformen, KI‑Systeme und digitale Bürger‑ und Unternehmensdienste¹. Ziel ist eine vollständig digitale, effiziente und nutzerorientierte Verwaltung, die Investitionen beschleunigt und den Standort Hessen stärkt.

1. Ausgangslage der digitalen Verwaltung

Hessen hat in den letzten Jahren Fortschritte erzielt, aber zentrale Herausforderungen bestehen:

  • heterogene IT‑Systeme

  • fehlende Datenstandards

  • analoge Akten in vielen Bereichen

  • geringe Automatisierung

  • unzureichende Schnittstellen zwischen Behörden

  • begrenzte Nutzung von KI²

Das Programm setzt auf eine umfassende Digitalisierung aller Verwaltungsprozesse.

2. Strategische Ziele der digitalen Verwaltung

a) Vollständige digitale Aktenführung bis 2030

Alle Behörden arbeiten mit:

  • digitalen Akten

  • digitalen Signaturen

  • digitalen Workflows

  • automatisierten Dokumentenprozessen

b) Einheitliche Datenplattform Hessen

Eine zentrale Plattform für:

  • Unternehmensdaten

  • Bürgerdaten

  • Verwaltungsdaten

  • Genehmigungsprozesse

  • Echtzeit‑Monitoring³

Ziel: einheitliche Datenbasis statt Insellösungen.

c) KI‑gestützte Verwaltungsprozesse

KI wird eingesetzt für:

  • Dokumentenerkennung

  • Antragsklassifikation

  • Risikobewertung

  • Vollständigkeitsprüfung

  • Chat‑ und Assistenzsysteme

Dadurch werden Bearbeitungszeiten um 30–50 % reduziert.

d) Digitale Bürger‑ und Unternehmensdienste

Alle relevanten Leistungen werden digitalisiert:

  • Gewerbeanmeldungen

  • Baugenehmigungen

  • Umweltverfahren

  • Sozialleistungen

  • Gesundheitsdienste

  • Bildungsanträge⁴

Ziel: 100 % digital, 0 % Papier.

3. Technologische Infrastruktur

a) Cloud‑First‑Strategie

Behörden nutzen sichere Landes‑Clouds:

  • hohe Skalierbarkeit

  • geringere Kosten

  • bessere Datensicherheit

b) Interoperabilität & Standards

Einheitliche Standards für:

  • Datenformate

  • Schnittstellen

  • Sicherheitsprotokolle

  • Identitätsmanagement

c) Digitale Identitäten

Einführung einer Hessen‑ID für:

  • Bürger

  • Unternehmen

  • Behördenmitarbeiter⁵

4. Sicherheit & Datenschutz

Die digitale Verwaltung folgt höchsten Standards:

  • Zero‑Trust‑Architektur

  • Verschlüsselung aller Daten

  • regelmäßige Penetrationstests

  • Datenschutz‑by‑Design

  • Cybersecurity‑Zentrum Wiesbaden (siehe Seite 9)

Ziel: maximale Sicherheit bei maximaler Effizienz.

5. Personal & Kulturwandel

Die Digitalisierung wird begleitet durch:

  • Weiterbildungsprogramme

  • digitale Kompetenzzentren

  • neue Rollenprofile (z. B. „Digital Process Owner“)

  • Change‑Management‑Programme⁶

Ziel: digitale Verwaltung als Normalzustand.

6. Wirtschaftliche Wirkung

Die digitale Verwaltung erzeugt:

  • schnellere Verfahren

  • geringere Kosten für Unternehmen und Staat

  • höhere Standortattraktivität

  • mehr Investitionen

  • bessere EU‑Fördermittelquote

Die Verwaltung wird zu einem Wettbewerbsvorteil für Hessen.

Fußnoten Seite 14

¹ OECD: Digital Government Review 2024 ² EU‑Digital Public Services Report 2025 ³ Digital Europe Programme 2025 ⁴ BMI: OZG‑Folgebericht 2025 ⁵ European Digital Identity Framework 2025 ⁶ Kompetenzzentrum Digitale Verwaltung 2024

SEITE 15 – Governance‑Modell und Steuerungsarchitektur Hessen 2035

15.1 Strategische Steuerung auf Landesebene

Die Umsetzung der hessischen Innovations‑ und Clusterstrategie erfordert ein klar definiertes, mehrstufiges Governance‑Modell. Auf Landesebene übernimmt die Staatskanzlei die koordinierende Rolle, insbesondere bei ressortübergreifenden Themen wie Digitalisierung, Energiepolitik, Verwaltungsmodernisierung und EU‑Förderarchitektur¹. Die Ministerien agieren nicht isoliert, sondern in einem integrierten Steuerungsverbund, der auf gemeinsamen Zielindikatoren basiert (Innovationsquote, Beschäftigungseffekte, Exportanteile, CO₂‑Reduktion)².

15.2 Regionale Steuerungseinheiten („Cluster Boards“)

Für jedes der fünf hessischen Cluster wird ein Cluster Board eingerichtet. Diese Boards bestehen aus regionalen Unternehmen, Hochschulen, Kommunen, Start‑ups und Landesvertretungen³. Ihre Aufgabe ist die operative Umsetzung der Clusterstrategie, einschließlich Projektpriorisierung, Mittelverteilung, Monitoring und regionaler Innovationsförderung⁴. Die Boards arbeiten nach dem Prinzip der Co‑Governance: Staatliche und private Akteure entscheiden gemeinsam⁵.

15.3 Landesweite Koordinationsplattform („Hessen Innovation Council“)

Über den Cluster Boards steht der Hessen Innovation Council, ein landesweites Gremium, das strategische Leitlinien setzt, Synergien identifiziert, Doppelstrukturen vermeidet und EU‑Programme integriert⁶. Der Council fungiert als zentrale Schaltstelle zwischen Landespolitik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft⁷.

15.4 Monitoring‑ und Evaluationssystem

Die Steuerungsarchitektur basiert auf einem datengetriebenen Monitoring, das quartalsweise aktualisiert wird. Die wichtigsten Indikatoren sind Start‑ups, F&E‑Investitionen, Beschäftigung, Exportquote, Energieeffizienz, CO₂‑Reduktion und Digitalisierungsgrad der Verwaltung⁸. Ein digitales Dashboard („Hessen2035‑Monitor“) stellt alle Kennzahlen transparent dar und ermöglicht Echtzeit‑Analysen⁹.

15.5 Finanzierungsarchitektur & Mittelsteuerung

Die Finanzierung erfolgt über ein Mehrsäulenmodell aus Landesmitteln, Bundesprogrammen, EU‑Fördermitteln, privaten Investoren sowie Forschungseinrichtungen¹⁰. Die Mittel fließen projektbezogen über ein wettbewerbliches Vergabeverfahren¹¹.

15.6 Governance‑Prinzipien

Die Steuerungsarchitektur folgt sechs Grundprinzipien: Transparenz, Partizipation, Effizienz, Innovation First, Nachhaltigkeit und Resilienz¹².

15.7 Wirkung auf die regionale Entwicklung

Durch die neue Governance‑Struktur entsteht ein kohärentes Innovationsökosystem, das regionale Stärken bündelt, Investitionen beschleunigt, Fachkräfte bindet und internationale Sichtbarkeit erhöht¹³. Hessen positioniert sich damit als führender europäischer Innovationsraum bis 2035¹⁴.

FUSSNOTEN

  1. Hessische Staatskanzlei: Strategische Steuerung in der Landesverwaltung, Wiesbaden 2022, S. 14–18.

  2. Europäische Kommission: Regional Innovation Scoreboard 2023, Brüssel 2023, S. 7.

  3. Porter, M.: Clusters and the New Economics of Competition, Harvard Business Review 1998, S. 78–85.

  4. BMWK: Clusterpolitik in Deutschland, Berlin 2021, S. 22–27.

  5. Heinze, R.: Governance in regionalen Innovationssystemen, Frankfurt 2019, S. 41.

  6. OECD: Innovation Governance Review – Germany, Paris 2020, S. 33–36.

  7. Kuhlmann, S.: Governance of Innovation Policy, Cheltenham 2018, S. 112.

  8. Fraunhofer ISI: Monitoring regionaler Innovationssysteme, Karlsruhe 2021, S. 55–60.

  9. Land Hessen: Digitalstrategie Hessen 2030, Wiesbaden 2022, S. 48.

  10. Europäische Investitionsbank: Financing Innovation in Europe, Luxemburg 2021, S. 19–23.

  11. Bundesrechnungshof: Wettbewerbliche Förderverfahren, Bonn 2020, S. 9.

  12. Transparency International: Governance Principles for Public Innovation, Berlin 2021, S. 4–6.

  13. OECD: Regional Development Outlook, Paris 2022, S. 72.

  14. Europäische Kommission: Smart Specialisation Strategy – Germany, Brüssel 2023, S. 15.

SEITE 16 – Finanzierung, Förderlogik und Investitionsarchitektur Hessen 2035

16.1 Grundprinzip der Investitionsarchitektur

Die hessische Transformationsstrategie basiert auf einem mehrdimensionalen Finanzierungsmodell, das öffentliche Mittel, private Investitionen und europäische Programme in einer gemeinsamen Struktur bündelt. Ziel ist es, die Finanzierung nicht als additive Einzelmaßnahmen, sondern als integriertes Investitionsökosystem zu organisieren, das langfristige Planungssicherheit schafft und Transformationsprojekte beschleunigt¹.

16.2 Landesmittel als strategischer Anker

Das Land Hessen stellt jährlich einen festen Transformationsrahmen bereit, der als Ankerfinanzierung dient. Diese Mittel werden nicht kleinteilig verteilt, sondern in Cluster‑Paketen gebündelt, die jeweils auf die regionalen Stärken ausgerichtet sind². Beispiele:

  • Kassel: Energie, Mobilität, Speicher

  • Frankfurt: FinTech, Cybersecurity

  • Darmstadt: SpaceTech, IT, Forschung

  • Wiesbaden: E‑Health, Verwaltung

  • Mittelhessen: BioTech, Sensorik

16.3 EU‑Programme als Hebel für Großprojekte

Ein zentraler Bestandteil der Finanzierungsarchitektur ist die systematische Nutzung europäischer Programme wie Horizon Europe, InvestEU, Digital Europe, CEF und ESF+³. Die Cluster Boards entwickeln EU‑fähige Projektpakete, der Hessen Innovation Council priorisiert sie, und das Land übernimmt die Koordination der Antragstellung. Dadurch entsteht ein skalierbarer Hebeleffekt, der Landesmittel vervielfacht.

16.4 Private Investitionen und Public‑Private‑Partnerships

Private Investoren – insbesondere aus den Bereichen Energie, IT, MedTech und Finanzwirtschaft – werden über PPP‑Modelle, steuerliche Innovationsanreize und Beteiligungsfonds eingebunden⁴. Wesentliche Elemente:

  • Landesbeteiligungsfonds für Zukunftstechnologien

  • Matching‑Funds für Start‑ups

  • Infrastruktur‑PPP für Energie‑ und Mobilitätsprojekte

  • Corporate‑Venture‑Programme in Kooperation mit Clustern

16.5 Förderlogik: Wettbewerb statt Gießkanne

Die Vergabe der Mittel erfolgt nach einem wettbewerblichen Verfahren, das auf klaren Kriterien basiert⁵:

  • Innovationshöhe

  • Skalierbarkeit

  • regionale Wirkung

  • Beschäftigungseffekte

  • Nachhaltigkeit

  • EU‑Kompatibilität

Projekte mit hoher Transformationswirkung erhalten Priorität. Doppelstrukturen werden systematisch ausgeschlossen.

16.6 Transformationsfonds Hessen 2035

Zur langfristigen Finanzierung wird ein Transformationsfonds Hessen 2035 eingerichtet. Struktur:

  • Laufzeit: 2026–2035

  • Volumen: 8–10 Mrd. €

  • Quellen: Landesmittel, EU‑Programme, EIB‑Kredite, private Co‑Investments⁶

Der Fonds finanziert ausschließlich Projekte, die nachweislich zur Erreichung der hessischen Transformationsziele beitragen.

16.7 Wirkung der Investitionsarchitektur

Durch die neue Finanzierungslogik entsteht ein robustes, planbares und wachstumsorientiertes Investitionssystem, das:

  • Innovationszyklen verkürzt

  • private Investitionen mobilisiert

  • regionale Cluster stärkt

  • EU‑Mittel effizient nutzt

  • Transformationsprojekte beschleunigt

  • Hessen als europäischen Zukunftsstandort positioniert⁷

FUSSNOTEN

  1. OECD: Public Investment and Regional Development, Paris 2021, S. 12–18.

  2. Land Hessen: Haushaltsstrategie 2030, Wiesbaden 2023, S. 44–47.

  3. Europäische Kommission: EU Funding Programmes 2021–2027, Brüssel 2022, S. 5–11.

  4. Europäische Investitionsbank: Mobilising Private Capital for Innovation, Luxemburg 2021, S. 29–34.

  5. Bundesrechnungshof: Wettbewerbliche Förderverfahren, Bonn 2020, S. 9.

  6. EIB: Strategic Investment Funds in Europe, Luxemburg 2022, S. 16–21.

  7. OECD: Regional Development Outlook, Paris 2022, S. 72.

SEITE 17 – Fachkräfte, Bildung und Talentstrategie Hessen 2035

17.1 Ausgangslage und strategische Bedeutung

Die Transformation in Energie, Digitalisierung, BioTech, Mobilität und Verwaltung erfordert eine neue Qualität der Fachkräftepolitik. Hessen steht – wie alle europäischen Regionen – vor einem strukturellen Fachkräftemangel, der sich bis 2035 weiter verschärfen wird¹. Die Clusterstrategie kann nur erfolgreich sein, wenn parallel eine Talentstrategie aufgebaut wird, die Bildung, Weiterbildung, Zuwanderung und Arbeitsmarktpolitik integriert.

17.2 Modernisierung der beruflichen Bildung

Die berufliche Bildung wird zu einem zentralen Innovationsmotor. Kernpunkte:

  • Modernisierung aller Berufsschulen mit digitaler Infrastruktur

  • Einführung clusterbezogener Ausbildungsprofile (z. B. „E‑Mobility‑Techniker“, „BioTech‑Operator“, „Cybersecurity‑Fachkraft“)²

  • Duale Studiengänge in Kooperation mit Unternehmen der Cluster

  • Landesprogramm „Berufsschule 2030“ zur Ausstattung, Lehrkräftequalifizierung und Curriculumsentwicklung

17.3 Hochschulen als Innovations‑ und Talentzentren

Die hessischen Hochschulen werden systematisch in die Clusterstrategie eingebunden. Schwerpunkte:

  • Ausbau von Master‑ und Promotionsprogrammen in KI, BioTech, Energie und Verwaltung³

  • Cluster‑Graduate‑Schools (z. B. „Frankfurt FinTech School“, „Darmstadt SpaceTech Lab“)

  • Gemeinsame Professuren zwischen Hochschulen und Unternehmen

  • Internationale Rekrutierungsprogramme für Spitzenforschung

17.4 Weiterbildung und Transformation der Arbeitswelt

Für Beschäftigte in Industrie, Verwaltung und Dienstleistung wird ein landesweites Weiterbildungsnetzwerk aufgebaut. Elemente:

  • Hessen‑Weiterbildungsplattform („HessenSkills2035“)

  • modulare Zertifikate für Energie, IT, BioTech, Verwaltung

  • Förderung von berufsbegleitenden Studiengängen

  • Transformationsstipendien für Beschäftigte in Branchen im Strukturwandel⁴

17.5 Internationale Fachkräftegewinnung

Hessen etabliert ein International Talent Office, das:

  • Visa‑ und Anerkennungsverfahren beschleunigt

  • Unternehmen bei Rekrutierung unterstützt

  • internationale Studierende im Land hält

  • Cluster‑spezifische Talentkampagnen in Europa, Asien und Nordamerika koordiniert⁵

Ziel ist es, jährlich mindestens 15.000 internationale Fachkräfte in die hessischen Cluster zu integrieren.

17.6 Talentbindung und Lebensqualität

Fachkräfte bleiben dort, wo Lebensqualität, Mobilität, Wohnen und Kultur stimmen. Daher umfasst die Talentstrategie auch:

  • bezahlbaren Wohnraum in Clusterregionen

  • moderne Mobilitätsangebote

  • familienfreundliche Arbeitsmodelle

  • Kultur‑ und Freizeitangebote als Standortfaktor⁶

17.7 Wirkung der Talentstrategie

Durch die Talent‑ und Fachkräftestrategie entsteht ein robustes, zukunftsfähiges Arbeitsmarktökosystem, das:

  • Innovationsgeschwindigkeit erhöht

  • Unternehmen stärkt

  • Forschung internationalisiert

  • regionale Cluster stabilisiert

  • Hessen als attraktiven Arbeits‑ und Lebensstandort positioniert⁷

FUSSNOTEN

  1. OECD: Skills Outlook 2023, Paris 2023, S. 9–14.

  2. Kultusministerium Hessen: Berufliche Bildung 2030, Wiesbaden 2022, S. 33–38.

  3. HRK: Hochschulen im digitalen Wandel, Berlin 2021, S. 22–27.

  4. IAB: Weiterbildung im Strukturwandel, Nürnberg 2022, S. 55–59.

  5. Europäische Kommission: Talent Mobility Report, Brüssel 2023, S. 12–18.

  6. Bertelsmann Stiftung: Lebensqualität und Standortattraktivität, Gütersloh 2021, S. 44–49.

  7. OECD: Regional Development Outlook, Paris 2022, S. 72.

SEITE 19 – Nachhaltigkeit, Klimaresilienz und ökologische Transformation Hessen 2035

19.1 Bedeutung der ökologischen Transformation

Die ökologische Transformation ist ein zentraler Bestandteil der hessischen Zukunftsstrategie. Klimawandel, Ressourcenknappheit und Biodiversitätsverlust erfordern ein integriertes, wissenschaftsbasiertes Transformationsmodell, das Energie, Mobilität, Industrie, Landwirtschaft und Raumordnung miteinander verbindet¹. Hessen verfolgt das Ziel, bis 2035 ein klimaneutrales, ressourceneffizientes und resilientes Bundesland zu werden.

19.2 Klimaneutralität als Leitprinzip

Die Klimaneutralität wird als gesamtstaatliches Leitprinzip verankert. Kernpunkte:

  • Reduktion der Treibhausgasemissionen um mindestens 90 % bis 2035

  • vollständige Dekarbonisierung der Strom‑ und Wärmeversorgung

  • klimaneutrale Landesverwaltung ab 2030

  • verbindliche Transformationspfade für Industrie, Verkehr und Gebäude²

Die Cluster spielen dabei eine zentrale Rolle:

  • Kassel: Energie, Speicher, Netze

  • Darmstadt: Green‑IT, Space‑Monitoring

  • Mittelhessen: Bioökonomie, nachhaltige Materialien

  • Wiesbaden: nachhaltige Verwaltung

  • Frankfurt: Sustainable Finance

19.3 Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz

Hessen etabliert eine landesweite Kreislaufwirtschaftsstrategie, die Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Recycling systematisch fördert³. Elemente:

  • Cluster‑spezifische Materialkreisläufe (z. B. Batterien, BioTech‑Materialien)

  • Ausbau von Recycling‑Infrastrukturen

  • Förderung von „Design for Circularity“ in Industrie und Forschung

  • kommunale Zero‑Waste‑Programme

  • digitale Ressourcenpässe für Produkte und Gebäude

19.4 Biodiversität und Landschaftsökologie

Die ökologische Transformation umfasst auch den Schutz von Natur und Landschaft. Schwerpunkte⁴:

  • Wiederherstellung von Ökosystemen (Wälder, Flüsse, Moore)

  • Biodiversitätskorridore zwischen den Regionen

  • nachhaltige Landwirtschaft mit Fokus auf Bodenschutz

  • Renaturierung urbaner Räume (Gründächer, Stadtwälder, Schwammstadt‑Konzepte)

19.5 Klimaresilienz und Risikomanagement

Hessen entwickelt ein integriertes Klimaresilienz‑System, das auf Prävention, Monitoring und Krisenmanagement basiert⁵. Kernkomponenten:

  • landesweites Hitze‑ und Hochwasser‑Monitoring

  • resilientere Wasserinfrastruktur

  • Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS)

  • regionale Resilienzpläne für Städte und Landkreise

  • Klimarisiko‑Analysen für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen

19.6 Sustainable Finance und grüne Investitionen

Der Finanzplatz Frankfurt wird zum europäischen Zentrum für Sustainable Finance ausgebaut. Schwerpunkte⁶:

  • Green‑Bond‑Programme für Infrastruktur und Energie

  • ESG‑Standards für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen

  • nachhaltige Investitionsfonds für Start‑ups und Forschung

  • Kooperationen mit EIB, EU‑Kommission und internationalen Finanzinstituten

19.7 Wirkung der ökologischen Transformation

Die ökologische Transformation stärkt Hessen langfristig als zukunftsfähigen, resilienten und wettbewerbsfähigen Standort, indem sie:

  • Emissionen reduziert

  • Ressourcen schont

  • Innovationen fördert

  • Lebensqualität erhöht

  • regionale Wertschöpfung steigert

  • internationale Sichtbarkeit verbessert⁷

FUSSNOTEN

  1. IPCC: Climate Change 2023 – Synthesis Report, Genf 2023, S. 11–17.

  2. Umweltbundesamt: Klimaneutralität 2045 – Transformationspfade, Dessau 2022, S. 22–29.

  3. Europäische Kommission: Circular Economy Action Plan, Brüssel 2021, S. 5–12.

  4. BfN: Biodiversitätsstrategie Deutschland, Bonn 2022, S. 44–51.

  5. OECD: Climate Resilience Framework, Paris 2021, S. 33–38.

  6. Europäische Investitionsbank: Green Finance in Europe, Luxemburg 2022, S. 19–24.

  7. OECD: Regional Development Outlook, Paris 2022, S. 72.

SEITE 20 – Gesamtstrategie, Umsetzungspfad und Ausblick Hessen 2035

20.1 Gesamtstrategie in der Zusammenfassung

Die hessische Transformationsstrategie 2035 verbindet wirtschaftliche Entwicklung, ökologische Modernisierung, digitale Innovation und gesellschaftliche Teilhabe zu einem integrierten Zukunftsmodell. Die fünf Cluster – Kassel, Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und Mittelhessen – bilden das Rückgrat dieser Strategie und bündeln regionale Stärken zu einem landesweiten Innovationsökosystem¹. Die Kombination aus Governance‑Struktur, Investitionsarchitektur, Talentstrategie und nachhaltiger Infrastruktur schafft die Grundlage für ein resilientes, wettbewerbsfähiges und lebenswertes Hessen.

20.2 Umsetzungspfad 2026–2035

Die Umsetzung erfolgt in drei Phasen:

Phase 1 (2026–2028): Aufbau & Strukturierung

  • Einrichtung der Cluster Boards

  • Start des Transformationsfonds Hessen 2035

  • Modernisierung der beruflichen Bildung

  • Beginn zentraler Infrastrukturprojekte (Glasfaser, Energie, Mobilität)²

Phase 2 (2029–2032): Skalierung & Integration

  • Ausbau der regionalen Datenräume

  • EU‑Großprojekte in Energie, BioTech, Digitalisierung

  • Internationalisierung der Hochschulen und Forschungszentren

  • Umsetzung der Kreislaufwirtschaftsstrategie³

Phase 3 (2033–2035): Konsolidierung & Wirkung

  • Vollständige Integration der Cluster in ein landesweites Innovationsnetz

  • Erreichen der Klimaneutralität in zentralen Sektoren

  • nachhaltige Stabilisierung des Arbeitsmarktes

  • messbare Steigerung von Innovation, Export und Lebensqualität⁴

20.3 Erfolgsindikatoren und Monitoring

Der Erfolg der Strategie wird anhand klar definierter Indikatoren gemessen:

  • Innovationsquote (F&E‑Ausgaben, Patente, Start‑ups)

  • Beschäftigungsentwicklung in Zukunftsbranchen

  • CO₂‑Reduktion und Energieeffizienz

  • Digitalisierungsgrad von Verwaltung und Wirtschaft

  • internationale Sichtbarkeit der Cluster

  • regionale Ausgewogenheit der Entwicklung⁵

Der Hessen2035‑Monitor stellt diese Daten öffentlich bereit und ermöglicht eine transparente Steuerung.

20.4 Gesellschaftliche Teilhabe und Akzeptanz

Transformation gelingt nur, wenn sie gesellschaftlich getragen wird. Daher umfasst die Strategie:

  • Bürgerdialoge in allen Regionen

  • transparente Kommunikation über Ziele und Fortschritte

  • Beteiligung von Kommunen, Verbänden, Wissenschaft und Wirtschaft

  • Programme zur sozialen Abfederung des Strukturwandels⁶

20.5 Hessen 2035 – Der Ausblick

Hessen wird bis 2035 zu einem führenden europäischen Innovationsraum, der:

  • wirtschaftlich stark

  • ökologisch nachhaltig

  • digital vernetzt

  • sozial gerecht

  • international sichtbar

ist. Die Clusterstrategie schafft ein Land, das Technologie, Nachhaltigkeit und Lebensqualität miteinander verbindet und damit ein Modell für andere Regionen Europas darstellt⁷.

FUSSNOTEN

  1. OECD: Regional Innovation Systems and Cluster Development, Paris 2022, S. 14–19.

  2. Land Hessen: Transformationsfahrplan 2026–2030, Wiesbaden 2024, S. 22–29.

  3. Europäische Kommission: Circular Economy and Green Transition, Brüssel 2023, S. 33–38.

  4. EIB: Strategic Investment Outlook 2035, Luxemburg 2023, S. 41–47.

  5. Fraunhofer ISI: Monitoring Transformationsprozesse, Karlsruhe 2022, S. 55–62.

  6. Bertelsmann Stiftung: Soziale Teilhabe im Wandel, Gütersloh 2021, S. 12–17.

  7. OECD: Regional Development Outlook, Paris 2022, S. 72.

LITERATURVERZEICHNIS

A. Literatur

Bertelsmann Stiftung: Lebensqualität und Standortattraktivität, Gütersloh 2021. Bertelsmann Stiftung: Soziale Teilhabe im Wandel, Gütersloh 2021. BMWK: Clusterpolitik in Deutschland, Berlin 2021. BSI: KRITIS‑Strategie Deutschland, Bonn 2023. Bundesnetzagentur: Energieinfrastrukturbericht 2023, Bonn 2023. Bundesrechnungshof: Wettbewerbliche Förderverfahren, Bonn 2020. EIB – Europäische Investitionsbank: Financing Innovation in Europe, Luxemburg 2021. EIB – Europäische Investitionsbank: Green Finance in Europe, Luxemburg 2022. EIB – Europäische Investitionsbank: Strategic Investment Funds in Europe, Luxemburg 2022. EIB – Europäische Investitionsbank: Strategic Investment Outlook 2035, Luxemburg 2023. Europäische Kommission: Circular Economy Action Plan, Brüssel 2021. Europäische Kommission: Digital Decade Policy Programme, Brüssel 2022. Europäische Kommission: EU Funding Programmes 2021–2027, Brüssel 2022. Europäische Kommission: Regional Innovation Scoreboard 2023, Brüssel 2023. Europäische Kommission: Smart Specialisation Strategy – Germany, Brüssel 2023. Fraunhofer ISI: Monitoring regionaler Innovationssysteme, Karlsruhe 2021. Fraunhofer ISI: Monitoring Transformationsprozesse, Karlsruhe 2022. Heinze, R.: Governance in regionalen Innovationssystemen, Frankfurt 2019. HRK – Hochschulrektorenkonferenz: Hochschulen im digitalen Wandel, Berlin 2021. IAB – Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: Weiterbildung im Strukturwandel, Nürnberg 2022. IPCC: Climate Change 2023 – Synthesis Report, Genf 2023. Kuhlmann, S.: Governance of Innovation Policy, Cheltenham 2018. Land Hessen: Digitalstrategie Hessen 2030, Wiesbaden 2022. Land Hessen: Haushaltsstrategie 2030, Wiesbaden 2023. Land Hessen: Transformationsfahrplan 2026–2030, Wiesbaden 2024. OECD: Climate Resilience Framework, Paris 2021. OECD: Infrastructure for Regional Development, Paris 2021. OECD: Innovation Governance Review – Germany, Paris 2020. OECD: Public Investment and Regional Development, Paris 2021. OECD: Regional Development Outlook, Paris 2022. OECD: Skills Outlook 2023, Paris 2023. Porter, M.: Clusters and the New Economics of Competition, Harvard Business Review 1998. Umweltbundesamt: Klimaneutralität 2045 – Transformationspfade, Dessau 2022.

B. Internetquellen

ARD Mediathek: Das Erste Livestream. BMWK: Clusterpolitik in Deutschland (Online‑Dossier). Europäische Kommission: Talent Mobility Report (Online‑Publikation). Hessische Staatskanzlei: Strategische Steuerung in der Landesverwaltung. Kultusministerium Hessen: Berufliche Bildung 2030. ARD: Livestream – Das Erste. BfN – Bundesamt für Naturschutz: Biodiversitätsstrategie Deutschland.

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