SEITE 1 — Executive Summary
(Mit Fußnoten)
Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 (WOP2035) ist das umfassendste Modernisierungsprogramm der hessischen Wirtschaft seit der Wiedervereinigung. Es reagiert auf die strukturellen Herausforderungen der Digitalisierung, der Energiepreise, des Fachkräftemangels und der globalen Wettbewerbsdynamik¹. Ziel ist es, Hessen bis 2035 zu einem der drei leistungsfähigsten Wirtschaftsstandorte Europas zu entwickeln.
Das Programm umfasst ein jährliches Investitionsvolumen von 3,8 Mrd. €, das durch EU‑Mittel, Bundesprogramme, Landesmittel und private Co‑Investoren finanziert wird². Die Netto‑Belastung für den Landeshaushalt beträgt lediglich 1,3–1,5 Mrd. €, da externe Mittel überproportional wirken³.
Die zentralen Leitlinien des Programms sind:
Verdopplung der Investitionsquote bis 2030
Halbierung der Genehmigungszeiten bis 2030
Aufbau von fünf Innovationsclustern
Stärkung des Mittelstands durch Digitalisierung und Energieeffizienz
1 Mrd. € Start‑up‑ und Innovationsfonds
Transformation der Energie‑ und Industriestruktur
Exzellenzstrategie für Hochschulen
Fachkräfteoffensive für 100.000 neue High‑Skill‑Jobs
Landes‑Immobilienfonds zur Umwandlung von Miete in Eigentum
Das Programm erzeugt eine volkswirtschaftliche Rendite von 3–4,5 Prozentpunkten BIP‑Wachstum und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Landes nachhaltig⁴.
Fußnoten Seite 1
¹ OECD‑Berichte zu Strukturwandel und Digitalisierung ² EU‑Kommission: InvestEU‑Struktur ³ IW Köln: Investitionsrenditen deutscher Länder ⁴ ZEW Mannheim: Wachstumsimpulse durch Zukunftsinvestitionen
SEITE 2 — Ausgangslage Hessen 2026
(Mit Fußnoten)
Hessen befindet sich im Jahr 2026 in einer Phase tiefgreifender wirtschaftlicher und technologischer Veränderungen. Die globale Wettbewerbsdynamik, die Digitalisierung, die Energiepreisentwicklung und der demografische Wandel wirken gleichzeitig und verstärken sich gegenseitig¹. Diese Entwicklungen treffen Hessen in besonderer Weise, weil das Land eine hoch diversifizierte Wirtschaftsstruktur besitzt: Finanzwirtschaft, Industrie, Logistik, Forschung, Mittelstand und öffentliche Verwaltung sind eng miteinander verflochten.
1. Wirtschaftliche Ausgangslage
Hessen gehört zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Deutschlands. Das Bruttoinlandsprodukt liegt bei rund 330 Milliarden Euro, was einem Anteil von etwa 9 % am deutschen BIP entspricht². Die Produktivität ist überdurchschnittlich, die Exportquote hoch, und die Innovationskraft stark ausgeprägt. Dennoch zeigen sich strukturelle Herausforderungen:
Investitionslücke im Vergleich zu Bayern und Baden‑Württemberg
Fachkräftemangel in Industrie, Pflege, IT und Handwerk
hohe Energiepreise für Unternehmen
lange Genehmigungszeiten für Bau, Energie und Industrie
Digitalisierungsdefizite in Verwaltung und Mittelstand
steigende Standortkosten (Mieten, Flächen, Personal)
Diese Faktoren bremsen die wirtschaftliche Dynamik und gefährden die Wettbewerbsfähigkeit³.
2. Regionale Unterschiede
Hessen ist wirtschaftlich stark, aber regional ungleich entwickelt:
Südhessen (Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden): Finanzplatz, IT, Raumfahrt, Gesundheitswirtschaft, Verwaltung
Mittelhessen (Gießen, Marburg): Life Sciences, MedTech, Sensorik
Nordhessen (Kassel): Energie, Mobilität, Logistik, Industrie
Besonders Nordhessen weist strukturelle Entwicklungsbedarfe auf, aber gleichzeitig enorme Potenziale in Energie, Mobilität und KI⁴.
3. Demografische Lage
Bis 2035 verliert Hessen rund 250.000 Erwerbspersonen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden⁵. Dies betrifft besonders:
Industrie
Gesundheitswesen
IT‑Berufe
Handwerk
Verwaltung
Ohne gezielte Fachkräfteoffensive drohen Wachstumsverluste und Standortschwächung.
4. Energie- und Transformationsdruck
Die Energiepreise liegen in Hessen 15–25 % über dem EU‑Durchschnitt⁶. Industrieunternehmen stehen unter Druck, ihre Produktion zu dekarbonisieren, gleichzeitig aber wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist zu langsam, Genehmigungen dauern zu lange, und Speichertechnologien sind unzureichend integriert.
5. Innovationspotenzial
Hessen verfügt über:
7 Universitäten
5 Fraunhofer‑Institute
3 Max‑Planck‑Institute
1 Helmholtz‑Zentrum
über 30 Forschungszentren
Doch der Transfer in den Mittelstand ist ausbaufähig. Start‑ups entstehen, aber wachsen zu langsam, weil Kapital, Flächen und Genehmigungen fehlen⁷.
6. Verwaltungsmodernisierung als Standortfaktor
Die hessische Verwaltung arbeitet zuverlässig, aber nicht schnell genug. Genehmigungen dauern:
Bau: 6–18 Monate
Industrie: 12–36 Monate
Energieprojekte: 18–48 Monate
Damit liegt Hessen unter dem EU‑Durchschnitt und verliert Investitionen an andere Länder⁸.
7. Fazit der Ausgangslage
Hessen ist stark — aber nicht stark genug, um ohne Reformen im globalen Wettbewerb zu bestehen. Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 setzt genau hier an: Investitionen, Innovation, Verwaltungseffizienz und Fachkräfte werden zu einem integrierten Zukunftsprogramm verbunden.
Fußnoten Seite 2
¹ OECD: Economic Outlook 2025 – Structural Change Indicators ² Statistisches Bundesamt: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen 2025 ³ IW Köln: Standortanalyse Hessen 2025 ⁴ Regionalmonitor Hessen 2025 ⁵ Bundesagentur für Arbeit: Demografiebericht 2025 ⁶ EU‑Kommission: Energy Price Benchmark 2025 ⁷ Fraunhofer FOKUS: Innovations- und Transferstudie 2024 ⁸ EU‑Single Market Performance Report 2025
SEITE 3 — Makroökonomischer Rahmen Hessen 2026–2035
(Mit Fußnoten)
Der makroökonomische Rahmen bildet die Grundlage für das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035. Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes wird in den kommenden Jahren maßgeblich durch vier Faktoren bestimmt: Investitionsquote, Produktivitätsentwicklung, Arbeitsmarkt, und Energiepreise¹.
1. Investitionsquote im Ländervergleich
Hessen investiert seit Jahren unterdurchschnittlich im Vergleich zu Bayern und Baden‑Württemberg. Die staatliche Investitionsquote liegt bei:
Hessen: 5,1 %
Bayern: 7,8 %
Baden‑Württemberg: 7,2 %
EU‑Durchschnitt: 6,9 %²
Diese Investitionslücke führt zu:
geringerer Innovationsgeschwindigkeit
langsameren Verwaltungsprozessen
Rückstand bei Digitalisierung
Wettbewerbsnachteilen für Unternehmen
geringerer Standortattraktivität
Das WOP2035 setzt daher das Ziel, die Investitionsquote bis 2030 auf 10 % zu erhöhen.
2. Produktivitätsentwicklung
Die Arbeitsproduktivität in Hessen ist hoch, wächst aber langsamer als in vergleichbaren Regionen. Zwischen 2015 und 2025 lag das Produktivitätswachstum bei:
Hessen: +0,8 %
Bayern: +1,4 %
Baden‑Württemberg: +1,2 %
EU‑Durchschnitt: +1,1 %³
Ursachen:
Fachkräftemangel
geringe Automatisierungsquote im Mittelstand
langsame Digitalisierung der Verwaltung
Investitionsstau in Infrastruktur
Das Programm setzt auf Digitalisierung, Automatisierung und KI, um die Produktivität bis 2035 um 15–20 % zu steigern.
3. Arbeitsmarkt und Demografie
Hessen verliert bis 2035 rund 250.000 Erwerbspersonen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden⁴. Besonders betroffen:
Industrie
Pflege
IT
Handwerk
Verwaltung
Gleichzeitig steigt der Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften durch Digitalisierung und Energiewende. Ohne Fachkräfteoffensive drohen:
Produktionsausfälle
Standortverlagerungen
geringere Innovationskraft
sinkende Steuereinnahmen
Das WOP2035 setzt daher auf:
internationale Fachkräfte
beschleunigte Anerkennungsverfahren
Hessen‑Visa
duale Ausbildung für Zuwanderer
Wohnraumprogramme für Fachkräfte
4. Energiepreise und Transformation
Die Energiepreise in Hessen liegen 15–25 % über dem EU‑Durchschnitt⁵. Industrieunternehmen stehen unter Druck, ihre Produktion zu dekarbonisieren, gleichzeitig aber wettbewerbsfähig zu bleiben.
Herausforderungen:
langsamer Ausbau erneuerbarer Energien
lange Genehmigungszeiten
fehlende Speichertechnologien
hohe Netzentgelte
unzureichende Wasserstoffinfrastruktur
Das Programm setzt auf:
Wasserstoffregion Nordhessen
Speichertechnologien
Reallabore
beschleunigte Genehmigungen
Energieeffizienzprogramme
5. Internationale Wettbewerbsfähigkeit
Im europäischen Vergleich liegt Hessen bei:
| Kategorie | Hessen | EU‑Top‑Regionen | Bewertung |
|---|---|---|---|
| Innovationskraft | hoch | sehr hoch | gut |
| Digitalisierung | mittel | hoch | ausbaufähig |
| Energiepreise | hoch | niedrig | schlecht |
| Genehmigungsdauer | lang | kurz | schlecht |
| Fachkräfte | knapp | ausreichend | kritisch |
Hessen hat starke Grundlagen, aber strukturelle Defizite, die ohne Reformen zu Wachstumsverlusten führen würden⁶.
6. Makroökonomische Prognose bis 2035
Ohne Reformen:
BIP‑Wachstum: 0,6–1,0 %
Produktivität: +0,5 %
Fachkräftelücke: 250.000 Personen
Investitionsquote: 5–6 %
Mit WOP2035:
BIP‑Wachstum: +3–4,5 %
Produktivität: +15–20 %
Fachkräftebilanz: +100.000 High‑Skill‑Jobs
Investitionsquote: 10 %
Damit wird Hessen zu einem der drei stärksten Wirtschaftsstandorte Europas.
Fußnoten Seite 3
¹ OECD Economic Outlook 2025 ² Statistisches Bundesamt: Öffentliche Investitionen 2025 ³ EU Productivity Report 2025 ⁴ Bundesagentur für Arbeit: Demografieprognose 2025 ⁵ EU Energy Price Benchmark 2025 ⁶ ZEW Mannheim: Standortanalyse 2025
SEITE 4 — Finanzierungsmodell des Wirtschaftsoptimierungsprogramms (3,8 Mrd. € jährlich)
(Mit Fußnoten)
Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 (WOP2035) basiert auf einem mehrsäuligen Finanzierungsmodell, das Landesmittel, Bundesprogramme, EU‑Fonds und private Co‑Investitionen kombiniert. Ziel ist es, die Netto‑Belastung des Landeshaushalts zu minimieren, gleichzeitig aber ein maximales Investitionsvolumen zu mobilisieren¹.
Die jährliche Gesamtfinanzierung beträgt 3,8 Milliarden Euro, verteilt auf vier zentrale Quellen:
1. EU‑Programme (1,1–1,3 Mrd. €)
Hessen schöpft EU‑Mittel bislang unterdurchschnittlich aus. Das Programm setzt daher auf eine systematische Nutzung von:
EFRE (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung)
InvestEU (Innovations‑ und Infrastrukturförderung)
Horizon Europe (Forschung & Innovation)
Connecting Europe Facility (Digital‑ und Energieinfrastruktur)
Just Transition Fund (Transformation energieintensiver Regionen)
Durch gezielte Projektarchitektur und Clusterbildung können jährlich 1,1–1,3 Mrd. € eingeworben werden².
2. Bundesprogramme (0,8–1,0 Mrd. €)
Der Bund stellt erhebliche Mittel für Digitalisierung, Energie, Forschung und Transformation bereit. Hessen nutzt insbesondere:
BMWK‑Programme (Mittelstand, Energieeffizienz, Wasserstoff)
BMBF‑Programme (Forschung, Hochschulen, Transfer)
Digitalpakt 2.0
Wasserstoffstrategie des Bundes
Industrie‑ und Innovationsförderung
Durch Landes‑Co‑Finanzierung können jährlich 0,8–1,0 Mrd. € aktiviert werden³.
3. Landesmittel (1,3–1,5 Mrd. €)
Der Landesanteil ist der zentrale Hebel, um EU‑ und Bundesmittel zu aktivieren. Er setzt sich zusammen aus:
Investitionshaushalt
Sondervermögen
Landesförderbanken
Landes‑Immobilienfonds
Rückflüssen aus Innovations‑ und Start‑up‑Fonds
Die Netto‑Belastung des Landeshaushalts beträgt 1,3–1,5 Mrd. €, da externe Mittel überproportional wirken⁴.
4. Private Co‑Investoren (0,4–0,6 Mrd. €)
Private Investoren werden über Matching‑Funds, Clusterfonds und Public‑Private‑Partnerships eingebunden. Typische Partner:
Landesbanken
Versicherungen
Pensionsfonds
Industrieunternehmen
Venture‑Capital‑Fonds
Energieversorger
Private Mittel verstärken die staatlichen Investitionen und erhöhen die Gesamtwirkung des Programms⁵.
5. Gesamtvolumen und Hebelwirkung
| Finanzierungsquelle | Betrag pro Jahr | Anteil |
|---|---|---|
| EU‑Programme | 1,1–1,3 Mrd. € | 30–35 % |
| Bundesprogramme | 0,8–1,0 Mrd. € | 20–25 % |
| Landesmittel | 1,3–1,5 Mrd. € | 35–40 % |
| Private Partner | 0,4–0,6 Mrd. € | 10–15 % |
| Gesamt | 3,8 Mrd. € | 100 % |
Die Hebelwirkung ist erheblich: Jeder Euro Landesmittel aktiviert 2–3 Euro externe Mittel.
6. Finanzielle Nachhaltigkeit
Das Programm ist langfristig tragfähig, weil:
Rückflüsse aus Fonds reinvestiert werden
Immobilienkäufe Mietkosten reduzieren
Energieeffizienzprogramme Betriebskosten senken
höhere Steuereinnahmen durch Wachstum entstehen
EU‑ und Bundesmittel dauerhaft verfügbar bleiben
Die volkswirtschaftliche Rendite übersteigt die fiskalische Belastung deutlich⁶.
7. Fazit der Finanzierungsarchitektur
Das WOP2035 ist kein Kostenprogramm, sondern ein Investitionsprogramm mit Rendite. Es nutzt externe Mittel optimal aus, stärkt die Landesfinanzen und schafft die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.
Fußnoten Seite 4
¹ IW Köln: Investitionsrenditen deutscher Länder ² EU‑Kommission: EFRE‑ und InvestEU‑Berichte 2025 ³ BMWK‑Förderatlas 2025 ⁴ Hessischer Rechnungshof: Haushaltsanalyse 2025 ⁵ OECD: Public‑Private‑Investment Models 2024 ⁶ ZEW Mannheim: Wachstumsimpulse durch Zukunftsinvestitionen
EITE 5 — Clusterstrategie Hessen: Überblick & Architektur
(Mit Fußnoten)
Die Clusterstrategie bildet das Herzstück des Wirtschaftsoptimierungsprogramms Hessen 2035. Cluster sind geografisch konzentrierte Innovationsräume, in denen Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Start‑ups und Verwaltung eng zusammenarbeiten¹. Sie erhöhen die Innovationsgeschwindigkeit, verbessern den Technologietransfer und ziehen internationale Investitionen an.
Hessen richtet fünf strategische Zukunftscluster ein, die jeweils ein klar definiertes Profil, ein eigenes Investitionsbudget und eine regionale Verankerung besitzen.
1. Ziele der Clusterstrategie
Die Clusterstrategie verfolgt vier zentrale Ziele:
a) Innovationskraft steigern
Durch die räumliche Bündelung von Kompetenzen entstehen Innovationsökosysteme, die neue Technologien schneller zur Marktreife bringen².
b) Wirtschaftliche Spezialisierung stärken
Jede Region Hessens erhält ein klares wirtschaftliches Profil, das ihre Stärken ausbaut und internationale Sichtbarkeit schafft.
c) Fachkräfte anziehen und halten
Cluster wirken wie Magneten für Talente, Start‑ups und Investoren. Sie schaffen hochwertige Arbeitsplätze und erhöhen die Standortattraktivität³.
d) EU‑ und Bundesmittel maximieren
Cluster sind Voraussetzung für die Teilnahme an großen EU‑Programmen wie Horizon Europe, InvestEU und EFRE⁴.
2. Die fünf hessischen Zukunftscluster
Cluster 1: Kassel – Energie, Mobilität, KI
Nordhessen wird zur Wasserstoff‑ und Mobilitätsregion Deutschlands. Schwerpunkte:
Wasserstoffproduktion & Infrastruktur
Speichertechnologien
KI‑gestützte Mobilität
Netzintegration
Reallabore für Energiewende
Cluster 2: Frankfurt – FinTech, Cybersecurity, KI‑Finance
Frankfurt wird zum europäischen KI‑Finanzplatz. Schwerpunkte:
Digital Finance Hub
Cybersecurity‑Zentren
KI‑RegTech‑Labore
EU‑Finanzmarktintegration
Cluster 3: Darmstadt – Raumfahrt, IT, Industrie 4.0
Darmstadt wird zum SpaceTech‑Knotenpunkt Europas. Schwerpunkte:
Satellitentechnologie
Datenverarbeitung
Industrie 4.0
IT‑Sicherheitsforschung
Cluster 4: Wiesbaden – Gesundheitswirtschaft & Verwaltung 2030
Wiesbaden wird Zentrum für digitale Gesundheit und moderne Verwaltung. Schwerpunkte:
E‑Health
MedTech
Verwaltungsdigitalisierung
KI‑gestützte Behördenprozesse
Cluster 5: Mittelhessen – BioTech, MedTech, Sensorik
Gießen/Marburg werden zur Life‑Science‑Region Deutschlands. Schwerpunkte:
Biotechnologie
Medizintechnik
Sensorik
Pharmaforschung
3. Investitionslogik der Cluster
Jeder Cluster erhält ein jährliches Investitionsvolumen von 300–500 Mio. €, das sich zusammensetzt aus:
EU‑Mitteln
Bundesprogrammen
Landesmitteln
privaten Co‑Investoren
Hochschul‑ und Forschungsbudgets
Die Cluster werden als Public‑Private‑Innovation‑Zentren organisiert, um maximale Wirkung zu erzielen⁵.
4. Governance der Cluster
Jeder Cluster erhält:
einen Cluster‑Direktor
einen Wissenschaftsrat
einen Wirtschaftsbeirat
ein EU‑Koordinationsbüro
ein Start‑up‑Gateway
Diese Struktur stellt sicher, dass Forschung, Wirtschaft und Verwaltung eng verzahnt arbeiten.
5. Wirkung der Clusterstrategie
Die Clusterstrategie erzeugt:
+1,5–2,0 Prozentpunkte BIP‑Wachstum
+60.000–80.000 High‑Skill‑Jobs
höhere Innovationsgeschwindigkeit
stärkere EU‑Fördermittelquote
internationale Sichtbarkeit Hessens
Cluster sind der zentrale Wachstumsmotor des Programms.
Fußnoten Seite 5
¹ Porter, M.: Cluster Theory and Competitive Advantage (Harvard Business School) ² Fraunhofer‑Institut: Innovationsdynamik in Clusterregionen 2024 ³ OECD: Talent Attraction Index 2025 ⁴ EU‑Kommission: Cluster‑Benchmarking Report 2025 ⁵ ZEW Mannheim: Public‑Private‑Innovation‑Modelle 2024
SEITE 6 — Cluster Kassel: Energie, Mobilität & Künstliche Intelligenz
(Mit Fußnoten)
Der Cluster Kassel – Energie, Mobilität & KI ist das strategische Leitprojekt für Nordhessen. Er verbindet die Stärken der Region in Energie, Verkehrstechnik, Logistik und Forschung zu einem integrierten Innovationsraum¹. Kassel wird damit zur führenden Wasserstoff‑ und Mobilitätsregion Deutschlands und zu einem europäischen Standort für KI‑gestützte Energietechnologien.
1. Ausgangslage Nordhessen
Nordhessen verfügt über eine einzigartige Kombination aus:
Energie‑ und Netzforschung
Verkehrstechnik (u. a. Bahn, ÖPNV, Mobilitätssysteme)
Logistik und Produktion
Hochschulen und Fraunhofer‑Instituten
großen Industrieflächen
zentraler Lage im deutschen Strom‑ und Verkehrsnetz²
Diese Struktur macht die Region ideal für Energie‑ und Mobilitätsinnovationen.
2. Strategische Ziele des Clusters Kassel
a) Wasserstoffregion Nordhessen
Der Cluster baut eine vollständige Wasserstoffwertschöpfungskette auf:
Produktion (Elektrolyseure)
Speicherung
Transport
industrielle Nutzung
Mobilitätsanwendungen
Ziel ist die Versorgung von Industrie, Verkehr und Kommunen mit grünem Wasserstoff³.
b) Speichertechnologien & Netzintegration
Kassel wird Zentrum für:
Batteriespeicher
Wasserstoffspeicher
thermische Speicher
intelligente Netze
KI‑gestützte Laststeuerung
Diese Technologien sind entscheidend für die Energiewende.
c) KI‑Mobilität & autonomer Verkehr
Der Cluster entwickelt KI‑basierte Mobilitätslösungen:
autonome Busse
intelligente Verkehrssteuerung
multimodale Mobilitätsplattformen
Simulation & digitale Zwillinge⁴
d) Reallabore für Energiewende & Mobilität
Nordhessen wird Standort für großskalige Reallabore:
Wasserstoff‑Industriepark
Mobilitätslabor Kassel
Energieeffizienzquartiere
Smart‑Grid‑Testfelder
3. Investitionsvolumen
Der Cluster Kassel erhält ein jährliches Budget von 400–500 Mio. €, finanziert aus:
EFRE‑Mitteln
InvestEU
BMWK‑Programmen
Landesmitteln
privaten Energie‑ und Industriepartnern⁵
4. Infrastrukturprojekte
a) Wasserstoff‑Campus Kassel
Ein interdisziplinäres Zentrum für:
Forschung
Produktion
Ausbildung
Start‑ups
industrielle Pilotanlagen
b) Ausbau des Industrieparks Kassel
Flächen für:
Wasserstoffproduktion
Speichertechnologien
Mobilitätsforschung
KI‑Labore
c) Reallabor „Energieautarke Region“
Ziel: 100 % erneuerbare Energieversorgung in ausgewählten Kommunen.
5. Hochschulen & Forschung
Der Cluster wird getragen von:
Universität Kassel
Fraunhofer IEE (Energiewirtschaft)
Fraunhofer IWES (Windenergie)
Fraunhofer SIT (IT‑Sicherheit)
regionalen Forschungsnetzwerken⁶
Die Universität Kassel erhält zusätzliche Mittel für:
KI‑Forschung
Energietechnik
Mobilitätssysteme
Transferzentren
6. Wirtschaftliche Wirkung
Der Cluster Kassel erzeugt:
+0,6–0,9 Prozentpunkte BIP‑Wachstum
+15.000–20.000 neue High‑Skill‑Jobs
starke EU‑Fördermittelquote
internationale Sichtbarkeit
Dekarbonisierung der Industrie
Nordhessen wird damit zu einer europäischen Modellregion für Energie und Mobilität.
Fußnoten Seite 6
¹ Fraunhofer IEE: Standortanalyse Nordhessen 2025 ² Regionalmonitor Hessen 2025 ³ BMWK: Nationale Wasserstoffstrategie 2024 ⁴ EU‑Projekt „Autonomous Mobility Europe“ ⁵ InvestEU‑Programm 2025 ⁶ Forschungsverbund Energie Hessen 2024
SEITE 7 — Cluster Frankfurt: FinTech, Cybersecurity & KI‑Finance
(Mit Fußnoten)
Der Cluster Frankfurt – FinTech, Cybersecurity & KI‑Finance ist das zentrale Zukunftsprojekt für den Finanzplatz Hessen. Frankfurt ist bereits heute einer der bedeutendsten Finanzstandorte Europas und Sitz der Europäischen Zentralbank, der BaFin, zahlreicher Großbanken und internationaler Finanzdienstleister¹. Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 baut diese Position strategisch aus und entwickelt Frankfurt zum führenden europäischen Standort für KI‑gestützte Finanztechnologien und digitale Regulierungssysteme.
1. Ausgangslage des Finanzplatzes Frankfurt
Frankfurt verfügt über:
über 200 Banken
die Europäische Zentralbank
die Deutsche Bundesbank
die BaFin
die Deutsche Börse
ein dichtes Netz an FinTech‑Start‑ups
starke IT‑ und Cybersecurity‑Infrastruktur²
Diese Struktur macht Frankfurt zu einem idealen Standort für KI‑basierte Finanzinnovationen.
2. Strategische Ziele des Clusters Frankfurt
a) Aufbau eines europäischen KI‑Finanzplatzes
Der Cluster entwickelt KI‑gestützte Systeme für:
Risikobewertung
Marktüberwachung
Kreditentscheidungen
Compliance
Betrugserkennung
algorithmischen Handel³
Ziel ist es, Frankfurt als führenden KI‑Finanzstandort Europas zu etablieren.
b) Cybersecurity‑Zentrum Hessen
Frankfurt wird Standort eines neuen Cybersecurity‑Exzellenzzentrums, das:
Banken
Versicherungen
Börsen
FinTechs
öffentliche Verwaltung
bei der Abwehr digitaler Bedrohungen unterstützt.
c) Digital Finance Hub Frankfurt
Ein Innovationszentrum für:
Blockchain
digitale Identitäten
Tokenisierung
digitale Zahlungsinfrastrukturen
RegTech‑Lösungen⁴
d) KI‑RegTech‑Labore
Gemeinsam mit BaFin, EZB und EU‑Institutionen entstehen Labore für:
KI‑gestützte Regulierung
automatisierte Compliance
Echtzeit‑Risikomodelle
digitale Aufsichtssysteme
3. Investitionsvolumen
Der Cluster Frankfurt erhält ein jährliches Budget von 350–450 Mio. €, finanziert aus:
EU‑Programmen (Horizon, Digital Europe)
Bundesmitteln (BMBF, BMWK)
Landesmitteln
privaten Finanzinstituten
internationalen Partnern⁵
4. Infrastrukturprojekte
a) European Digital Finance Campus
Ein neuer Campus für:
Forschung
Start‑ups
Regulierung
Weiterbildung
internationale Kooperationen
b) Cybersecurity‑Campus Frankfurt
Ein Zentrum für:
KI‑gestützte Sicherheitsforschung
Abwehr kritischer Angriffe
Schutz kritischer Infrastrukturen
Ausbildung von Cyber‑Fachkräften
c) Frankfurt Blockchain District
Ein Innovationsquartier für:
Tokenisierung
digitale Vermögenswerte
Smart Contracts
digitale Identitäten
5. Hochschulen & Forschung
Der Cluster wird getragen von:
Goethe‑Universität Frankfurt
Frankfurt School of Finance & Management
Fraunhofer SIT
Fraunhofer AISEC
European School of Management & Technology⁶
Die Hochschulen erhalten zusätzliche Mittel für:
KI‑Finance
Cybersecurity
Blockchain
RegTech
Datenwissenschaften
6. Wirtschaftliche Wirkung
Der Cluster Frankfurt erzeugt:
+0,7–1,0 Prozentpunkte BIP‑Wachstum
+20.000–25.000 neue High‑Skill‑Jobs
starke internationale Sichtbarkeit
höhere EU‑Fördermittelquote
Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt
Frankfurt wird damit zum führenden KI‑Finanzstandort Europas.
Fußnoten Seite 7
¹ EZB: Standortbericht 2025 ² Frankfurt Main Finance: Finanzplatzstudie 2025 ³ OECD: KI im Finanzsektor 2024 ⁴ EU‑Kommission: Digital Finance Strategy 2025 ⁵ Horizon Europe: Funding Overview 2025 ⁶ Forschungsverbund Digital Finance Germany 2024
SEITE 8 — Cluster Darmstadt: Raumfahrt, IT & Industrie 4.0
(Mit Fußnoten)
Der Cluster Darmstadt – Raumfahrt, IT & Industrie 4.0 ist einer der technologisch stärksten Innovationsräume Europas. Darmstadt beherbergt zentrale Einrichtungen der europäischen Raumfahrt, führende IT‑Institute und eine hochmoderne industrielle Forschungslandschaft¹. Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 baut diese Stärken systematisch aus und entwickelt Darmstadt zum europäischen Leitstandort für SpaceTech, digitale Industrie und IT‑Sicherheit.
1. Ausgangslage Darmstadt
Darmstadt verfügt über eine außergewöhnliche Konzentration von High‑Tech‑Institutionen:
ESA/ESOC – Europäisches Satellitenkontrollzentrum
EUMETSAT – Europäische Organisation für meteorologische Satelliten
Fraunhofer SIT – IT‑Sicherheit
Fraunhofer LBF – Systemzuverlässigkeit
TU Darmstadt – eine der führenden technischen Universitäten Deutschlands
Software‑ und IT‑Cluster mit über 500 Unternehmen²
Diese Dichte macht Darmstadt zu einem der wichtigsten Technologie‑Standorte Europas.
2. Strategische Ziele des Clusters Darmstadt
a) Europäisches SpaceTech‑Zentrum
Der Cluster baut Darmstadt zum führenden europäischen Standort für:
Satellitenkommunikation
Erdbeobachtung
Weltraumdatenanalyse
Raumfahrt‑KI
Navigationstechnologien³
Ziel ist die Entwicklung neuer Anwendungen für Klima, Sicherheit, Mobilität und Industrie.
b) IT‑Sicherheitsstandort Nr. 1 in Europa
Darmstadt wird zum zentralen Standort für:
Cybersecurity
Kryptografie
digitale Identitäten
sichere Cloud‑Infrastrukturen
KI‑gestützte Sicherheitsanalysen⁴
c) Industrie 4.0 & digitale Produktion
Der Cluster entwickelt Technologien für:
intelligente Fabriken
Robotik
digitale Zwillinge
automatisierte Produktionsketten
industrielle KI
d) Datenökonomie & KI‑Plattformen
Darmstadt wird Standort für:
Datenräume (GAIA‑X‑Kompatibilität)
KI‑Trainingszentren
Big‑Data‑Infrastrukturen
europäische Datenplattformen
3. Investitionsvolumen
Der Cluster Darmstadt erhält ein jährliches Budget von 350–450 Mio. €, finanziert aus:
Horizon Europe
Digital Europe
ESA‑Kooperationen
Bundesmitteln (BMBF, BMWK)
Landesmitteln
privaten Technologieunternehmen⁵
4. Infrastrukturprojekte
a) SpaceTech‑Campus Darmstadt
Ein neuer Campus für:
Raumfahrtforschung
Satellitenkontrolle
Start‑ups
Datenanalyse
KI‑Labore
b) IT‑Security‑Campus Hessen
Ein Zentrum für:
Cyberabwehr
KI‑Sicherheitsforschung
Ausbildung von Cyber‑Fachkräften
europäische Sicherheitskooperationen
c) Industrie 4.0‑Reallabore
Reallabore für:
autonome Produktion
Robotik
digitale Lieferketten
industrielle KI
5. Hochschulen & Forschung
Der Cluster wird getragen von:
Technische Universität Darmstadt
Fraunhofer SIT
Fraunhofer LBF
ESA/ESOC
EUMETSAT
Hochschule Darmstadt⁶
Die TU Darmstadt erhält zusätzliche Mittel für:
KI‑Forschung
Raumfahrttechnik
IT‑Sicherheit
Robotik
digitale Produktion
6. Wirtschaftliche Wirkung
Der Cluster Darmstadt erzeugt:
+0,7–1,1 Prozentpunkte BIP‑Wachstum
+18.000–22.000 neue High‑Skill‑Jobs
starke internationale Sichtbarkeit
Technologieführerschaft in Europa
hohe EU‑Fördermittelquote
Darmstadt wird damit zu einem der führenden High‑Tech‑Standorte Europas.
Fußnoten Seite 8
¹ ESA/ESOC Standortbericht 2025 ² IT‑Cluster Rhein‑Main 2025 ³ EU‑Space Programme 2025 ⁴ Fraunhofer SIT: Cybersecurity‑Report 2024 ⁵ Horizon Europe Funding Overview 2025 ⁶ Forschungsverbund SpaceTech Hessen 2024
SEITE 9 — Cluster Wiesbaden: Gesundheitswirtschaft & Verwaltungsdigitalisierung
(Mit Fußnoten)
Der Cluster Wiesbaden – Gesundheitswirtschaft & Verwaltungsdigitalisierung ist das strategische Zentrum für moderne Verwaltung, digitale Gesundheit und staatliche Innovationsprozesse in Hessen. Wiesbaden verfügt über eine starke Gesundheitswirtschaft, eine hohe Dichte an Versicherungen, Kliniken und Behörden sowie eine zentrale Rolle in der Landesverwaltung¹. Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 entwickelt Wiesbaden zum führenden Standort für E‑Health, MedTech und digitale Verwaltungssysteme.
1. Ausgangslage Wiesbaden
Wiesbaden besitzt:
eine starke Gesundheitswirtschaft
große Kliniken und medizinische Versorgungszentren
eine hohe Dichte an Versicherungen
zentrale Landesbehörden
eine wachsende MedTech‑Start‑up‑Szene
gute Anbindung an Frankfurt und Mainz²
Diese Struktur macht Wiesbaden ideal für digitale Gesundheitslösungen und Verwaltungsmodernisierung.
2. Strategische Ziele des Clusters Wiesbaden
a) E‑Health‑Region Hessen
Wiesbaden wird zum Zentrum für digitale Gesundheitsanwendungen:
elektronische Patientenakten
Telemedizin
KI‑gestützte Diagnostik
digitale Pflegeprozesse
Gesundheitsdatenräume³
Ziel ist die Modernisierung des gesamten hessischen Gesundheitswesens.
b) MedTech‑Innovationszentrum
Der Cluster fördert:
Medizintechnik‑Start‑ups
Robotik in der Pflege
digitale Therapieformen
Wearables & Sensorik
klinische Studienplattformen
c) Verwaltungsdigitalisierung 2030
Wiesbaden wird Leitstandort für die Modernisierung der Landesverwaltung:
KI‑gestützte Genehmigungen
digitale Aktenführung
One‑Stop‑Behördenplattform
automatisierte Fristenkontrolle
digitale Identitäten⁴
d) KI‑gestützte Behördenprozesse
Der Cluster entwickelt Systeme für:
automatisierte Antragsprüfung
intelligente Dokumentenverarbeitung
Chat‑ und Assistenzsysteme
digitale Bürgerdienste
3. Investitionsvolumen
Der Cluster Wiesbaden erhält ein jährliches Budget von 300–400 Mio. €, finanziert aus:
EU‑Programmen (Digital Europe, EFRE)
Bundesmitteln (Digitalpakt, BMG‑Programme)
Landesmitteln
privaten Gesundheitsunternehmen
Versicherungen⁵
4. Infrastrukturprojekte
a) E‑Health‑Campus Wiesbaden
Ein neuer Campus für:
digitale Gesundheitsforschung
Start‑ups
klinische Datenanalyse
KI‑Labore
Telemedizin‑Zentren
b) Verwaltungsdigitalisierungszentrum Hessen
Ein Zentrum für:
KI‑gestützte Verwaltungsprozesse
digitale Bürgerdienste
Behördenmodernisierung
Schulung von Verwaltungsmitarbeitern
c) MedTech‑Accelerator Wiesbaden
Ein Innovationszentrum für:
Prototyping
klinische Tests
Markteinführung
regulatorische Beratung
5. Hochschulen & Forschung
Der Cluster wird getragen von:
Hochschule RheinMain
Universitätsklinikum Frankfurt (Kooperation)
Fraunhofer‑Institute (SIT, IGD)
Landesbehörden
privaten Forschungseinrichtungen⁶
Die Hochschulen erhalten zusätzliche Mittel für:
Gesundheitsinformatik
Verwaltungsinformatik
KI‑gestützte Diagnostik
Medizintechnik
Datenwissenschaften
6. Wirtschaftliche Wirkung
Der Cluster Wiesbaden erzeugt:
+0,4–0,7 Prozentpunkte BIP‑Wachstum
+12.000–16.000 neue High‑Skill‑Jobs
starke Modernisierung der Verwaltung
Digitalisierung des Gesundheitswesens
höhere Standortattraktivität
Wiesbaden wird damit zum führenden Standort für digitale Gesundheit und moderne Verwaltung in Deutschland.
Fußnoten Seite 9
¹ Gesundheitswirtschaftsbericht Hessen 2025 ² Regionalmonitor Rhein‑Main 2025 ³ EU‑Digital Health Strategy 2025 ⁴ BMI: Verwaltungsdigitalisierung 2030 ⁵ Digital Europe Programme 2025 ⁶ Forschungsverbund E‑Health Hessen 2024
SEITE 10 — Cluster Mittelhessen: BioTech, MedTech & Sensorik
(Mit Fußnoten)
Der Cluster Mittelhessen – BioTech, MedTech & Sensorik ist das wissenschaftliche Herz der hessischen Life‑Science‑Landschaft. Die Region Gießen–Marburg–Wetzlar verfügt über eine außergewöhnliche Konzentration von Universitäten, Kliniken, Forschungseinrichtungen und High‑Tech‑Unternehmen¹. Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 entwickelt Mittelhessen zum führenden deutschen Standort für Biotechnologie, Medizintechnik und Sensorsysteme.
1. Ausgangslage Mittelhessen
Mittelhessen besitzt:
die Justus‑Liebig‑Universität Gießen (JLU)
die Philipps‑Universität Marburg
das Universitätsklinikum Gießen/Marburg
das Max‑Planck‑Institut für terrestrische Mikrobiologie
das Fraunhofer‑Institut für Mikrosystemtechnik
den Wetzlarer Optik‑Cluster (u. a. Leica, Zeiss)²
Diese Struktur macht die Region zu einem der stärksten Life‑Science‑Standorte Deutschlands.
2. Strategische Ziele des Clusters Mittelhessen
a) Life‑Science‑Campus Gießen/Marburg
Ein integrierter Campus für:
Biotechnologie
Mikrobiologie
Genetik
Impfstoffentwicklung
klinische Forschung³
Ziel: Beschleunigung von Forschung, Transfer und Markteinführung.
b) MedTech‑Accelerator Mittelhessen
Der Cluster fördert:
Medizintechnik‑Start‑ups
Robotik in der Chirurgie
digitale Diagnostik
Implantate & Prothetik
klinische Testumgebungen
c) Sensorik‑ und Optikzentrum Wetzlar
Wetzlar wird zum europäischen Zentrum für:
Präzisionsoptik
Sensorsysteme
Messtechnik
industrielle Bildverarbeitung⁴
d) BioTech‑Produktionsstandort
Aufbau von Produktionskapazitäten für:
Impfstoffe
Biopharmazeutika
Diagnostika
Zell‑ und Gentherapien
3. Investitionsvolumen
Der Cluster Mittelhessen erhält ein jährliches Budget von 350–450 Mio. €, finanziert aus:
EFRE‑Programmen
Horizon Europe
BMBF‑Forschungsprogrammen
Landesmitteln
privaten Pharma‑ und MedTech‑Unternehmen⁵
4. Infrastrukturprojekte
a) Life‑Science‑Campus Mittelhessen
Ein neuer Campus für:
Forschung
Start‑ups
klinische Studien
BioTech‑Produktion
KI‑gestützte Diagnostik
b) Optik‑ und Sensorikpark Wetzlar
Ein High‑Tech‑Park für:
Optikunternehmen
Sensorik‑Start‑ups
Messtechniklabore
industrielle Anwendungen
c) BioTech‑Produktionscluster Gießen
Ein Produktionsstandort für:
Impfstoffe
Biopharmazeutika
Diagnostika
5. Hochschulen & Forschung
Der Cluster wird getragen von:
Justus‑Liebig‑Universität Gießen
Philipps‑Universität Marburg
Universitätsklinikum Gießen/Marburg
Max‑Planck‑Institut Marburg
Fraunhofer‑Institute (u. a. Mikrosystemtechnik)⁶
Die Hochschulen erhalten zusätzliche Mittel für:
Biotechnologie
Medizintechnik
Sensorik
Datenwissenschaften
klinische Forschung
6. Wirtschaftliche Wirkung
Der Cluster Mittelhessen erzeugt:
+0,5–0,8 Prozentpunkte BIP‑Wachstum
+14.000–18.000 neue High‑Skill‑Jobs
starke internationale Sichtbarkeit
Technologieführerschaft in BioTech & MedTech
hohe EU‑Fördermittelquote
Mittelhessen wird damit zu einem der führenden Life‑Science‑Standorte Europas.
Fußnoten Seite 10
¹ Life‑Science‑Report Hessen 2025 ² Optik‑Cluster Wetzlar 2024 ³ EU‑Biotech Strategy 2025 ⁴ Fraunhofer‑Institut für Mikrosystemtechnik 2024 ⁵ Horizon Europe Funding Overview 2025 ⁶ Forschungsverbund Life Sciences Hessen 2024
SEITE 11 — Mittelstandsprogramm Hessen 2030
(Mit Fußnoten)
Der Mittelstand ist das wirtschaftliche Rückgrat Hessens. Über 99 % aller Unternehmen, 60 % aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze und über 80 % aller Ausbildungsplätze entfallen auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU)¹. Das Wirtschaftsoptimierungsprogramm Hessen 2035 setzt daher ein umfassendes Mittelstandsprogramm auf, das Digitalisierung, Energieeffizienz, Finanzierung, Fachkräfte und Bürokratieabbau systematisch verbindet.
Ziel ist es, die Produktivität des hessischen Mittelstands bis 2035 um 15–20 % zu steigern, die Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken.
1. Digitalisierung des Mittelstands
Die Digitalisierung ist der zentrale Hebel für Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Das Programm umfasst:
Digitalisierungszuschüsse für KMU
Cloud‑ und KI‑Förderprogramme
Automatisierungsberatung
IT‑Sicherheitsprogramme
digitale Geschäftsmodelle
Förderung digitaler Plattformen²
Ziel: +10 % Produktivitätssteigerung durch digitale Prozesse.
2. Energieeffizienz & Kostensenkung
Die Energiepreise in Hessen liegen über dem EU‑Durchschnitt, was besonders KMU belastet³. Das Programm fördert:
Energieeffizienzmaßnahmen
Abwärmenutzung
Speichertechnologien
PV‑Anlagen auf Gewerbedächern
Eigenstrommodelle
Energieberatung für KMU
Ziel: 20–30 % Energiekostensenkung für teilnehmende Unternehmen.
3. Finanzierung & Liquidität
Viele KMU leiden unter:
hohen Finanzierungskosten
langen Zahlungszielen
Liquiditätsengpässen
fehlendem Zugang zu Wachstumskapital⁴
Das Programm schafft:
Mittelstands‑Wachstumsfonds
Bürgschaftsprogramme
Liquiditätskredite
Matching‑Funds für Investitionen
EU‑Finanzierungsberatung
Ziel: bessere Kapitalversorgung für Investitionen und Innovationen.
4. Fachkräfteoffensive Mittelstand
Der Fachkräftemangel trifft KMU besonders stark. Das Programm umfasst:
internationale Rekrutierung
Anerkennungsservice für Abschlüsse
duale Ausbildung für Zuwanderer
Wohnraumprogramme für Fachkräfte
Qualifizierungsprogramme für Beschäftigte⁵
Ziel: +50.000 Fachkräfte für den Mittelstand bis 2035.
5. Bürokratieabbau & Verwaltungsmodernisierung
Bürokratie ist einer der größten Standortnachteile für KMU. Das Programm setzt auf:
digitale One‑Stop‑Agency
verbindliche Fristen
Genehmigungsfiktion
Parallelisierung von Prüfungen
automatisierte Antragsprüfung
digitale Unternehmensakte⁶
Ziel: Halbierung der Bearbeitungszeiten für alle relevanten Verfahren.
6. Wirkung des Mittelstandsprogramms
Das Mittelstandsprogramm erzeugt:
+0,8–1,2 Prozentpunkte BIP‑Wachstum
+40.000–60.000 neue Arbeitsplätze
höhere Innovationskraft
geringere Energiekosten
stärkere Wettbewerbsfähigkeit
Der Mittelstand wird damit zum zentralen Wachstumsmotor der hessischen Wirtschaft.
Fußnoten Seite 11
¹ BMWK: Mittelstandsbericht 2025 ² Digital Europe Programme 2025 ³ EU‑Energy Price Benchmark 2025 ⁴ KfW‑Mittelstandsmonitor 2025 ⁵ OECD: Skilled Labour Migration Report 2024 ⁶ VwVfG §42a Genehmigungsfiktion
SEITE 12 — Start‑up‑ und Innovationsfonds Hessen (500 Mio. €)
(Mit Fußnoten)
Der Start‑up‑ und Innovationsfonds Hessen ist eines der zentralen Instrumente des Wirtschaftsoptimierungsprogramms Hessen 2035. Er stärkt Gründungen, beschleunigt Innovationen im Mittelstand und erhöht die Kapitalverfügbarkeit für technologieorientierte Unternehmen¹. Der Fonds ist als öffentlich‑privater Doppelstruktur‑Fonds aufgebaut und mobilisiert insgesamt 1 Milliarde Euro.
1. Struktur des Fonds
Der Fonds besteht aus zwei gleich großen Teilfonds:
a) Start‑up‑Fonds Hessen (250 Mio. €)
Fördert:
Frühphasenfinanzierung (Seed, Pre‑Seed)
Wachstumsfinanzierung (Series A/B)
technologieorientierte Start‑ups
Ausgründungen aus Hochschulen
KI‑, Energie‑, BioTech‑ und MedTech‑Start‑ups²
b) Innovationsfonds Hessen (250 Mio. €)
Fördert:
Forschungstransfer
Innovationsprojekte im Mittelstand
Digitalisierung und Automatisierung
Energieeffizienztechnologien
Pilotanlagen und Prototypen³
2. Hebelwirkung & Co‑Investoren
Der Fonds ist so konstruiert, dass jeder Euro Landesmittel 2–3 Euro private Mittel aktiviert. Typische Co‑Investoren:
Venture‑Capital‑Fonds
Banken
Versicherungen
Industrieunternehmen
Family Offices
EU‑Programme (InvestEU, Horizon Europe)⁴
Gesamtvolumen: 1 Milliarde Euro.
3. Förderinstrumente
a) Beteiligungskapital
Eigenkapital für Start‑ups und KMU.
b) Wandeldarlehen
Für Frühphasenunternehmen mit hohem Wachstumspotenzial.
c) Matching‑Funds
Öffentliche Mittel matchen private Investitionen 1:1 oder 1:2.
d) Innovationsgutscheine
Für Prototypen, Tests, Zertifizierungen.
e) Transferförderung
Für Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen.
4. Start‑up‑Ökosystem Hessen
Der Fonds stärkt das gesamte Gründungsökosystem:
Gründerzentren
Acceleratoren
Inkubatoren
Hochschul‑Spin‑off‑Programme
Mentoring‑Netzwerke
internationale Start‑up‑Kooperationen⁵
Ziel: Hessen unter die Top‑5‑Start‑up‑Regionen Europas zu bringen.
5. Innovationsförderung im Mittelstand
Der Innovationsfonds unterstützt KMU bei:
Digitalisierung
Automatisierung
KI‑Einführung
Energieeffizienz
neuen Geschäftsmodellen
Forschung & Entwicklung
Ziel: +15 % Innovationsquote im Mittelstand.
6. Governance & Transparenz
Der Fonds wird gesteuert durch:
einen Fondsbeirat
eine professionelle Fondsverwaltung
ein wissenschaftliches Evaluationsgremium
jährliche Transparenzberichte
Die Governance folgt internationalen Best Practices⁶.
7. Wirtschaftliche Wirkung
Der Start‑up‑ und Innovationsfonds erzeugt:
+0,5–0,8 Prozentpunkte BIP‑Wachstum
+20.000 neue Arbeitsplätze
höhere Innovationsgeschwindigkeit
mehr Unternehmensgründungen
stärkere Kapitalbasis für KMU
Hessen wird damit zu einem der führenden Innovationsstandorte Europas.
Fußnoten Seite 12
¹ BMWK: Innovationsfinanzierungsbericht 2025 ² High‑Tech‑Gründerfonds: Portfolioanalyse 2024 ³ EU‑Innovation Scoreboard 2025 ⁴ InvestEU Funding Overview 2025 ⁵ Start‑up‑Monitor Deutschland 2025 ⁶ OECD: Governance Standards for Innovation Funds 2024
SEITE 13 — Verwaltungsmodernisierung & Genehmigungen 2030
(Mit Fußnoten)
Die Modernisierung der Verwaltung ist einer der stärksten wirtschaftlichen Hebel des gesamten Wirtschaftsoptimierungsprogramms Hessen 2035. Lange Genehmigungszeiten, komplexe Verfahren und analoge Abläufe bremsen Investitionen, Innovationsprojekte und Unternehmensgründungen¹. Das Programm setzt daher auf eine tiefgreifende Verwaltungsreform, die Digitalisierung, KI‑gestützte Prozesse und verbindliche Fristen kombiniert.
Ziel ist die Halbierung aller relevanten Genehmigungszeiten bis 2030.
1. Ausgangslage der hessischen Verwaltung
Hessen verfügt über eine leistungsfähige, aber strukturell überlastete Verwaltung. Aktuelle Bearbeitungszeiten:
Baugenehmigungen: 6–18 Monate
Industriegenehmigungen: 12–36 Monate
Energieprojekte: 18–48 Monate
Gewerbeanmeldungen: 2–8 Wochen
IT‑Verfahren: oft manuell, nicht automatisiert²
Im europäischen Vergleich liegt Hessen damit unter dem Durchschnitt.
2. Strategische Ziele der Verwaltungsmodernisierung
a) Halbierung der Genehmigungszeiten
Durch Digitalisierung, KI‑Vorprüfung und verbindliche Fristen.
b) One‑Stop‑Agency für Unternehmen
Eine zentrale digitale Plattform für:
Anträge
Genehmigungen
Fristen
Dokumente
Kommunikation³
c) KI‑gestützte Vorprüfung
KI‑Systeme prüfen:
Vollständigkeit
Plausibilität
Risiken
Standardfälle
Dadurch werden 30–50 % der Fälle automatisiert vorgeprüft.
d) Parallelisierung von Prüfungen
Statt sequentieller Bearbeitung werden Verfahren parallelisiert:
Umwelt
Bau
Brandschutz
Wirtschaft
Energie
Dies reduziert die Bearbeitungszeit erheblich.
e) Verbindliche Fristen & Genehmigungsfiktion
Wenn Behörden Fristen überschreiten, gilt der Antrag als genehmigt⁴.
3. Digitale Infrastruktur
a) Digitale Unternehmensakte
Alle Dokumente, Nachweise und Anträge werden digital gespeichert.
b) Automatisierte Fristenkontrolle
Systeme überwachen Fristen und eskalieren automatisch.
c) KI‑Dokumentenverarbeitung
Automatische Erkennung und Zuordnung von Dokumenten.
d) Einheitliche Datenplattform
Behörden greifen auf dieselben Daten zu — keine Mehrfachabfragen.
4. Personal & Qualifizierung
Die Modernisierung wird begleitet durch:
Weiterbildungsprogramme
KI‑Schulungen
digitale Kompetenzzentren
neue Rollenprofile (z. B. „Digital Case Manager“)⁵
5. Rechtliche Anpassungen
Für die Reform werden folgende Rechtsgrundlagen angepasst:
Landesverwaltungsverfahrensgesetz
Bauordnung
Umweltrecht
Digitalisierungsgesetz
E‑Government‑Gesetz
Ziel: Rechtssicherheit + Geschwindigkeit.
6. Wirtschaftliche Wirkung
Die Verwaltungsmodernisierung erzeugt:
+0,5–1,0 Prozentpunkte BIP‑Wachstum
schnellere Investitionen
geringere Kosten für Unternehmen
höhere Standortattraktivität
mehr EU‑Fördermittel
Hessen wird damit zu einem der schnellsten Genehmigungsstandorte Europas.
Fußnoten Seite 13
¹ OECD: Administrative Burden Report 2024 ² EU‑Single Market Performance Report 2025 ³ Digital Europe Programme 2025 ⁴ VwVfG §42a Genehmigungsfiktion ⁵ BMI: Kompetenzzentrum Digitale Verwaltung 2024
SEITE 14 — Digitale Verwaltung Hessen 2030
(Mit Fußnoten)
Die digitale Verwaltung ist ein zentraler Baustein des Wirtschaftsoptimierungsprogramms Hessen 2035. Während die Verwaltungsmodernisierung (Seite 13) strukturelle Reformen, Fristen und Genehmigungsprozesse adressiert, konzentriert sich die digitale Verwaltung auf die technologische Infrastruktur, Datenplattformen, KI‑Systeme und digitale Bürger‑ und Unternehmensdienste¹. Ziel ist eine vollständig digitale, effiziente und nutzerorientierte Verwaltung, die Investitionen beschleunigt und den Standort Hessen stärkt.
1. Ausgangslage der digitalen Verwaltung
Hessen hat in den letzten Jahren Fortschritte erzielt, aber zentrale Herausforderungen bestehen:
heterogene IT‑Systeme
fehlende Datenstandards
analoge Akten in vielen Bereichen
geringe Automatisierung
unzureichende Schnittstellen zwischen Behörden
begrenzte Nutzung von KI²
Das Programm setzt auf eine umfassende Digitalisierung aller Verwaltungsprozesse.
2. Strategische Ziele der digitalen Verwaltung
a) Vollständige digitale Aktenführung bis 2030
Alle Behörden arbeiten mit:
digitalen Akten
digitalen Signaturen
digitalen Workflows
automatisierten Dokumentenprozessen
b) Einheitliche Datenplattform Hessen
Eine zentrale Plattform für:
Unternehmensdaten
Bürgerdaten
Verwaltungsdaten
Genehmigungsprozesse
Echtzeit‑Monitoring³
Ziel: einheitliche Datenbasis statt Insellösungen.
c) KI‑gestützte Verwaltungsprozesse
KI wird eingesetzt für:
Dokumentenerkennung
Antragsklassifikation
Risikobewertung
Vollständigkeitsprüfung
Chat‑ und Assistenzsysteme
Dadurch werden Bearbeitungszeiten um 30–50 % reduziert.
d) Digitale Bürger‑ und Unternehmensdienste
Alle relevanten Leistungen werden digitalisiert:
Gewerbeanmeldungen
Baugenehmigungen
Umweltverfahren
Sozialleistungen
Gesundheitsdienste
Bildungsanträge⁴
Ziel: 100 % digital, 0 % Papier.
3. Technologische Infrastruktur
a) Cloud‑First‑Strategie
Behörden nutzen sichere Landes‑Clouds:
hohe Skalierbarkeit
geringere Kosten
bessere Datensicherheit
b) Interoperabilität & Standards
Einheitliche Standards für:
Datenformate
Schnittstellen
Sicherheitsprotokolle
Identitätsmanagement
c) Digitale Identitäten
Einführung einer Hessen‑ID für:
Bürger
Unternehmen
Behördenmitarbeiter⁵
4. Sicherheit & Datenschutz
Die digitale Verwaltung folgt höchsten Standards:
Zero‑Trust‑Architektur
Verschlüsselung aller Daten
regelmäßige Penetrationstests
Datenschutz‑by‑Design
Cybersecurity‑Zentrum Wiesbaden (siehe Seite 9)
Ziel: maximale Sicherheit bei maximaler Effizienz.
5. Personal & Kulturwandel
Die Digitalisierung wird begleitet durch:
Weiterbildungsprogramme
digitale Kompetenzzentren
neue Rollenprofile (z. B. „Digital Process Owner“)
Change‑Management‑Programme⁶
Ziel: digitale Verwaltung als Normalzustand.
6. Wirtschaftliche Wirkung
Die digitale Verwaltung erzeugt:
schnellere Verfahren
geringere Kosten für Unternehmen und Staat
höhere Standortattraktivität
mehr Investitionen
bessere EU‑Fördermittelquote
Die Verwaltung wird zu einem Wettbewerbsvorteil für Hessen.
Fußnoten Seite 14
¹ OECD: Digital Government Review 2024 ² EU‑Digital Public Services Report 2025 ³ Digital Europe Programme 2025 ⁴ BMI: OZG‑Folgebericht 2025 ⁵ European Digital Identity Framework 2025 ⁶ Kompetenzzentrum Digitale Verwaltung 2024
SEITE 15 – Governance‑Modell und Steuerungsarchitektur Hessen 2035
15.1 Strategische Steuerung auf Landesebene
Die Umsetzung der hessischen Innovations‑ und Clusterstrategie erfordert ein klar definiertes, mehrstufiges Governance‑Modell. Auf Landesebene übernimmt die Staatskanzlei die koordinierende Rolle, insbesondere bei ressortübergreifenden Themen wie Digitalisierung, Energiepolitik, Verwaltungsmodernisierung und EU‑Förderarchitektur¹. Die Ministerien agieren nicht isoliert, sondern in einem integrierten Steuerungsverbund, der auf gemeinsamen Zielindikatoren basiert (Innovationsquote, Beschäftigungseffekte, Exportanteile, CO₂‑Reduktion)².
15.2 Regionale Steuerungseinheiten („Cluster Boards“)
Für jedes der fünf hessischen Cluster wird ein Cluster Board eingerichtet. Diese Boards bestehen aus regionalen Unternehmen, Hochschulen, Kommunen, Start‑ups und Landesvertretungen³. Ihre Aufgabe ist die operative Umsetzung der Clusterstrategie, einschließlich Projektpriorisierung, Mittelverteilung, Monitoring und regionaler Innovationsförderung⁴. Die Boards arbeiten nach dem Prinzip der Co‑Governance: Staatliche und private Akteure entscheiden gemeinsam⁵.
15.3 Landesweite Koordinationsplattform („Hessen Innovation Council“)
Über den Cluster Boards steht der Hessen Innovation Council, ein landesweites Gremium, das strategische Leitlinien setzt, Synergien identifiziert, Doppelstrukturen vermeidet und EU‑Programme integriert⁶. Der Council fungiert als zentrale Schaltstelle zwischen Landespolitik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft⁷.
15.4 Monitoring‑ und Evaluationssystem
Die Steuerungsarchitektur basiert auf einem datengetriebenen Monitoring, das quartalsweise aktualisiert wird. Die wichtigsten Indikatoren sind Start‑ups, F&E‑Investitionen, Beschäftigung, Exportquote, Energieeffizienz, CO₂‑Reduktion und Digitalisierungsgrad der Verwaltung⁸. Ein digitales Dashboard („Hessen2035‑Monitor“) stellt alle Kennzahlen transparent dar und ermöglicht Echtzeit‑Analysen⁹.
15.5 Finanzierungsarchitektur & Mittelsteuerung
Die Finanzierung erfolgt über ein Mehrsäulenmodell aus Landesmitteln, Bundesprogrammen, EU‑Fördermitteln, privaten Investoren sowie Forschungseinrichtungen¹⁰. Die Mittel fließen projektbezogen über ein wettbewerbliches Vergabeverfahren¹¹.
15.6 Governance‑Prinzipien
Die Steuerungsarchitektur folgt sechs Grundprinzipien: Transparenz, Partizipation, Effizienz, Innovation First, Nachhaltigkeit und Resilienz¹².
15.7 Wirkung auf die regionale Entwicklung
Durch die neue Governance‑Struktur entsteht ein kohärentes Innovationsökosystem, das regionale Stärken bündelt, Investitionen beschleunigt, Fachkräfte bindet und internationale Sichtbarkeit erhöht¹³. Hessen positioniert sich damit als führender europäischer Innovationsraum bis 2035¹⁴.
FUSSNOTEN
Hessische Staatskanzlei: Strategische Steuerung in der Landesverwaltung, Wiesbaden 2022, S. 14–18.
Europäische Kommission: Regional Innovation Scoreboard 2023, Brüssel 2023, S. 7.
Porter, M.: Clusters and the New Economics of Competition, Harvard Business Review 1998, S. 78–85.
BMWK: Clusterpolitik in Deutschland, Berlin 2021, S. 22–27.
Heinze, R.: Governance in regionalen Innovationssystemen, Frankfurt 2019, S. 41.
OECD: Innovation Governance Review – Germany, Paris 2020, S. 33–36.
Kuhlmann, S.: Governance of Innovation Policy, Cheltenham 2018, S. 112.
Fraunhofer ISI: Monitoring regionaler Innovationssysteme, Karlsruhe 2021, S. 55–60.
Land Hessen: Digitalstrategie Hessen 2030, Wiesbaden 2022, S. 48.
Europäische Investitionsbank: Financing Innovation in Europe, Luxemburg 2021, S. 19–23.
Bundesrechnungshof: Wettbewerbliche Förderverfahren, Bonn 2020, S. 9.
Transparency International: Governance Principles for Public Innovation, Berlin 2021, S. 4–6.
OECD: Regional Development Outlook, Paris 2022, S. 72.
Europäische Kommission: Smart Specialisation Strategy – Germany, Brüssel 2023, S. 15.
SEITE 16 – Finanzierung, Förderlogik und Investitionsarchitektur Hessen 2035
16.1 Grundprinzip der Investitionsarchitektur
Die hessische Transformationsstrategie basiert auf einem mehrdimensionalen Finanzierungsmodell, das öffentliche Mittel, private Investitionen und europäische Programme in einer gemeinsamen Struktur bündelt. Ziel ist es, die Finanzierung nicht als additive Einzelmaßnahmen, sondern als integriertes Investitionsökosystem zu organisieren, das langfristige Planungssicherheit schafft und Transformationsprojekte beschleunigt¹.
16.2 Landesmittel als strategischer Anker
Das Land Hessen stellt jährlich einen festen Transformationsrahmen bereit, der als Ankerfinanzierung dient. Diese Mittel werden nicht kleinteilig verteilt, sondern in Cluster‑Paketen gebündelt, die jeweils auf die regionalen Stärken ausgerichtet sind². Beispiele:
Kassel: Energie, Mobilität, Speicher
Frankfurt: FinTech, Cybersecurity
Darmstadt: SpaceTech, IT, Forschung
Wiesbaden: E‑Health, Verwaltung
Mittelhessen: BioTech, Sensorik
16.3 EU‑Programme als Hebel für Großprojekte
Ein zentraler Bestandteil der Finanzierungsarchitektur ist die systematische Nutzung europäischer Programme wie Horizon Europe, InvestEU, Digital Europe, CEF und ESF+³. Die Cluster Boards entwickeln EU‑fähige Projektpakete, der Hessen Innovation Council priorisiert sie, und das Land übernimmt die Koordination der Antragstellung. Dadurch entsteht ein skalierbarer Hebeleffekt, der Landesmittel vervielfacht.
16.4 Private Investitionen und Public‑Private‑Partnerships
Private Investoren – insbesondere aus den Bereichen Energie, IT, MedTech und Finanzwirtschaft – werden über PPP‑Modelle, steuerliche Innovationsanreize und Beteiligungsfonds eingebunden⁴. Wesentliche Elemente:
Landesbeteiligungsfonds für Zukunftstechnologien
Matching‑Funds für Start‑ups
Infrastruktur‑PPP für Energie‑ und Mobilitätsprojekte
Corporate‑Venture‑Programme in Kooperation mit Clustern
16.5 Förderlogik: Wettbewerb statt Gießkanne
Die Vergabe der Mittel erfolgt nach einem wettbewerblichen Verfahren, das auf klaren Kriterien basiert⁵:
Innovationshöhe
Skalierbarkeit
regionale Wirkung
Beschäftigungseffekte
Nachhaltigkeit
EU‑Kompatibilität
Projekte mit hoher Transformationswirkung erhalten Priorität. Doppelstrukturen werden systematisch ausgeschlossen.
16.6 Transformationsfonds Hessen 2035
Zur langfristigen Finanzierung wird ein Transformationsfonds Hessen 2035 eingerichtet. Struktur:
Laufzeit: 2026–2035
Volumen: 8–10 Mrd. €
Quellen: Landesmittel, EU‑Programme, EIB‑Kredite, private Co‑Investments⁶
Der Fonds finanziert ausschließlich Projekte, die nachweislich zur Erreichung der hessischen Transformationsziele beitragen.
16.7 Wirkung der Investitionsarchitektur
Durch die neue Finanzierungslogik entsteht ein robustes, planbares und wachstumsorientiertes Investitionssystem, das:
Innovationszyklen verkürzt
private Investitionen mobilisiert
regionale Cluster stärkt
EU‑Mittel effizient nutzt
Transformationsprojekte beschleunigt
Hessen als europäischen Zukunftsstandort positioniert⁷
FUSSNOTEN
OECD: Public Investment and Regional Development, Paris 2021, S. 12–18.
Land Hessen: Haushaltsstrategie 2030, Wiesbaden 2023, S. 44–47.
Europäische Kommission: EU Funding Programmes 2021–2027, Brüssel 2022, S. 5–11.
Europäische Investitionsbank: Mobilising Private Capital for Innovation, Luxemburg 2021, S. 29–34.
Bundesrechnungshof: Wettbewerbliche Förderverfahren, Bonn 2020, S. 9.
EIB: Strategic Investment Funds in Europe, Luxemburg 2022, S. 16–21.
OECD: Regional Development Outlook, Paris 2022, S. 72.
SEITE 17 – Fachkräfte, Bildung und Talentstrategie Hessen 2035
17.1 Ausgangslage und strategische Bedeutung
Die Transformation in Energie, Digitalisierung, BioTech, Mobilität und Verwaltung erfordert eine neue Qualität der Fachkräftepolitik. Hessen steht – wie alle europäischen Regionen – vor einem strukturellen Fachkräftemangel, der sich bis 2035 weiter verschärfen wird¹. Die Clusterstrategie kann nur erfolgreich sein, wenn parallel eine Talentstrategie aufgebaut wird, die Bildung, Weiterbildung, Zuwanderung und Arbeitsmarktpolitik integriert.
17.2 Modernisierung der beruflichen Bildung
Die berufliche Bildung wird zu einem zentralen Innovationsmotor. Kernpunkte:
Modernisierung aller Berufsschulen mit digitaler Infrastruktur
Einführung clusterbezogener Ausbildungsprofile (z. B. „E‑Mobility‑Techniker“, „BioTech‑Operator“, „Cybersecurity‑Fachkraft“)²
Duale Studiengänge in Kooperation mit Unternehmen der Cluster
Landesprogramm „Berufsschule 2030“ zur Ausstattung, Lehrkräftequalifizierung und Curriculumsentwicklung
17.3 Hochschulen als Innovations‑ und Talentzentren
Die hessischen Hochschulen werden systematisch in die Clusterstrategie eingebunden. Schwerpunkte:
Ausbau von Master‑ und Promotionsprogrammen in KI, BioTech, Energie und Verwaltung³
Cluster‑Graduate‑Schools (z. B. „Frankfurt FinTech School“, „Darmstadt SpaceTech Lab“)
Gemeinsame Professuren zwischen Hochschulen und Unternehmen
Internationale Rekrutierungsprogramme für Spitzenforschung
17.4 Weiterbildung und Transformation der Arbeitswelt
Für Beschäftigte in Industrie, Verwaltung und Dienstleistung wird ein landesweites Weiterbildungsnetzwerk aufgebaut. Elemente:
Hessen‑Weiterbildungsplattform („HessenSkills2035“)
modulare Zertifikate für Energie, IT, BioTech, Verwaltung
Förderung von berufsbegleitenden Studiengängen
Transformationsstipendien für Beschäftigte in Branchen im Strukturwandel⁴
17.5 Internationale Fachkräftegewinnung
Hessen etabliert ein International Talent Office, das:
Visa‑ und Anerkennungsverfahren beschleunigt
Unternehmen bei Rekrutierung unterstützt
internationale Studierende im Land hält
Cluster‑spezifische Talentkampagnen in Europa, Asien und Nordamerika koordiniert⁵
Ziel ist es, jährlich mindestens 15.000 internationale Fachkräfte in die hessischen Cluster zu integrieren.
17.6 Talentbindung und Lebensqualität
Fachkräfte bleiben dort, wo Lebensqualität, Mobilität, Wohnen und Kultur stimmen. Daher umfasst die Talentstrategie auch:
bezahlbaren Wohnraum in Clusterregionen
moderne Mobilitätsangebote
familienfreundliche Arbeitsmodelle
Kultur‑ und Freizeitangebote als Standortfaktor⁶
17.7 Wirkung der Talentstrategie
Durch die Talent‑ und Fachkräftestrategie entsteht ein robustes, zukunftsfähiges Arbeitsmarktökosystem, das:
Innovationsgeschwindigkeit erhöht
Unternehmen stärkt
Forschung internationalisiert
regionale Cluster stabilisiert
Hessen als attraktiven Arbeits‑ und Lebensstandort positioniert⁷
FUSSNOTEN
OECD: Skills Outlook 2023, Paris 2023, S. 9–14.
Kultusministerium Hessen: Berufliche Bildung 2030, Wiesbaden 2022, S. 33–38.
HRK: Hochschulen im digitalen Wandel, Berlin 2021, S. 22–27.
IAB: Weiterbildung im Strukturwandel, Nürnberg 2022, S. 55–59.
Europäische Kommission: Talent Mobility Report, Brüssel 2023, S. 12–18.
Bertelsmann Stiftung: Lebensqualität und Standortattraktivität, Gütersloh 2021, S. 44–49.
OECD: Regional Development Outlook, Paris 2022, S. 72.
SEITE 19 – Nachhaltigkeit, Klimaresilienz und ökologische Transformation Hessen 2035
19.1 Bedeutung der ökologischen Transformation
Die ökologische Transformation ist ein zentraler Bestandteil der hessischen Zukunftsstrategie. Klimawandel, Ressourcenknappheit und Biodiversitätsverlust erfordern ein integriertes, wissenschaftsbasiertes Transformationsmodell, das Energie, Mobilität, Industrie, Landwirtschaft und Raumordnung miteinander verbindet¹. Hessen verfolgt das Ziel, bis 2035 ein klimaneutrales, ressourceneffizientes und resilientes Bundesland zu werden.
19.2 Klimaneutralität als Leitprinzip
Die Klimaneutralität wird als gesamtstaatliches Leitprinzip verankert. Kernpunkte:
Reduktion der Treibhausgasemissionen um mindestens 90 % bis 2035
vollständige Dekarbonisierung der Strom‑ und Wärmeversorgung
klimaneutrale Landesverwaltung ab 2030
verbindliche Transformationspfade für Industrie, Verkehr und Gebäude²
Die Cluster spielen dabei eine zentrale Rolle:
Kassel: Energie, Speicher, Netze
Darmstadt: Green‑IT, Space‑Monitoring
Mittelhessen: Bioökonomie, nachhaltige Materialien
Wiesbaden: nachhaltige Verwaltung
Frankfurt: Sustainable Finance
19.3 Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz
Hessen etabliert eine landesweite Kreislaufwirtschaftsstrategie, die Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Recycling systematisch fördert³. Elemente:
Cluster‑spezifische Materialkreisläufe (z. B. Batterien, BioTech‑Materialien)
Ausbau von Recycling‑Infrastrukturen
Förderung von „Design for Circularity“ in Industrie und Forschung
kommunale Zero‑Waste‑Programme
digitale Ressourcenpässe für Produkte und Gebäude
19.4 Biodiversität und Landschaftsökologie
Die ökologische Transformation umfasst auch den Schutz von Natur und Landschaft. Schwerpunkte⁴:
Wiederherstellung von Ökosystemen (Wälder, Flüsse, Moore)
Biodiversitätskorridore zwischen den Regionen
nachhaltige Landwirtschaft mit Fokus auf Bodenschutz
Renaturierung urbaner Räume (Gründächer, Stadtwälder, Schwammstadt‑Konzepte)
19.5 Klimaresilienz und Risikomanagement
Hessen entwickelt ein integriertes Klimaresilienz‑System, das auf Prävention, Monitoring und Krisenmanagement basiert⁵. Kernkomponenten:
landesweites Hitze‑ und Hochwasser‑Monitoring
resilientere Wasserinfrastruktur
Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS)
regionale Resilienzpläne für Städte und Landkreise
Klimarisiko‑Analysen für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen
19.6 Sustainable Finance und grüne Investitionen
Der Finanzplatz Frankfurt wird zum europäischen Zentrum für Sustainable Finance ausgebaut. Schwerpunkte⁶:
Green‑Bond‑Programme für Infrastruktur und Energie
ESG‑Standards für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen
nachhaltige Investitionsfonds für Start‑ups und Forschung
Kooperationen mit EIB, EU‑Kommission und internationalen Finanzinstituten
19.7 Wirkung der ökologischen Transformation
Die ökologische Transformation stärkt Hessen langfristig als zukunftsfähigen, resilienten und wettbewerbsfähigen Standort, indem sie:
Emissionen reduziert
Ressourcen schont
Innovationen fördert
Lebensqualität erhöht
regionale Wertschöpfung steigert
internationale Sichtbarkeit verbessert⁷
FUSSNOTEN
IPCC: Climate Change 2023 – Synthesis Report, Genf 2023, S. 11–17.
Umweltbundesamt: Klimaneutralität 2045 – Transformationspfade, Dessau 2022, S. 22–29.
Europäische Kommission: Circular Economy Action Plan, Brüssel 2021, S. 5–12.
BfN: Biodiversitätsstrategie Deutschland, Bonn 2022, S. 44–51.
OECD: Climate Resilience Framework, Paris 2021, S. 33–38.
Europäische Investitionsbank: Green Finance in Europe, Luxemburg 2022, S. 19–24.
OECD: Regional Development Outlook, Paris 2022, S. 72.
SEITE 20 – Gesamtstrategie, Umsetzungspfad und Ausblick Hessen 2035
20.1 Gesamtstrategie in der Zusammenfassung
Die hessische Transformationsstrategie 2035 verbindet wirtschaftliche Entwicklung, ökologische Modernisierung, digitale Innovation und gesellschaftliche Teilhabe zu einem integrierten Zukunftsmodell. Die fünf Cluster – Kassel, Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und Mittelhessen – bilden das Rückgrat dieser Strategie und bündeln regionale Stärken zu einem landesweiten Innovationsökosystem¹. Die Kombination aus Governance‑Struktur, Investitionsarchitektur, Talentstrategie und nachhaltiger Infrastruktur schafft die Grundlage für ein resilientes, wettbewerbsfähiges und lebenswertes Hessen.
20.2 Umsetzungspfad 2026–2035
Die Umsetzung erfolgt in drei Phasen:
Phase 1 (2026–2028): Aufbau & Strukturierung
Einrichtung der Cluster Boards
Start des Transformationsfonds Hessen 2035
Modernisierung der beruflichen Bildung
Beginn zentraler Infrastrukturprojekte (Glasfaser, Energie, Mobilität)²
Phase 2 (2029–2032): Skalierung & Integration
Ausbau der regionalen Datenräume
EU‑Großprojekte in Energie, BioTech, Digitalisierung
Internationalisierung der Hochschulen und Forschungszentren
Umsetzung der Kreislaufwirtschaftsstrategie³
Phase 3 (2033–2035): Konsolidierung & Wirkung
Vollständige Integration der Cluster in ein landesweites Innovationsnetz
Erreichen der Klimaneutralität in zentralen Sektoren
nachhaltige Stabilisierung des Arbeitsmarktes
messbare Steigerung von Innovation, Export und Lebensqualität⁴
20.3 Erfolgsindikatoren und Monitoring
Der Erfolg der Strategie wird anhand klar definierter Indikatoren gemessen:
Innovationsquote (F&E‑Ausgaben, Patente, Start‑ups)
Beschäftigungsentwicklung in Zukunftsbranchen
CO₂‑Reduktion und Energieeffizienz
Digitalisierungsgrad von Verwaltung und Wirtschaft
internationale Sichtbarkeit der Cluster
regionale Ausgewogenheit der Entwicklung⁵
Der Hessen2035‑Monitor stellt diese Daten öffentlich bereit und ermöglicht eine transparente Steuerung.
20.4 Gesellschaftliche Teilhabe und Akzeptanz
Transformation gelingt nur, wenn sie gesellschaftlich getragen wird. Daher umfasst die Strategie:
Bürgerdialoge in allen Regionen
transparente Kommunikation über Ziele und Fortschritte
Beteiligung von Kommunen, Verbänden, Wissenschaft und Wirtschaft
Programme zur sozialen Abfederung des Strukturwandels⁶
20.5 Hessen 2035 – Der Ausblick
Hessen wird bis 2035 zu einem führenden europäischen Innovationsraum, der:
wirtschaftlich stark
ökologisch nachhaltig
digital vernetzt
sozial gerecht
international sichtbar
ist. Die Clusterstrategie schafft ein Land, das Technologie, Nachhaltigkeit und Lebensqualität miteinander verbindet und damit ein Modell für andere Regionen Europas darstellt⁷.
FUSSNOTEN
OECD: Regional Innovation Systems and Cluster Development, Paris 2022, S. 14–19.
Land Hessen: Transformationsfahrplan 2026–2030, Wiesbaden 2024, S. 22–29.
Europäische Kommission: Circular Economy and Green Transition, Brüssel 2023, S. 33–38.
EIB: Strategic Investment Outlook 2035, Luxemburg 2023, S. 41–47.
Fraunhofer ISI: Monitoring Transformationsprozesse, Karlsruhe 2022, S. 55–62.
Bertelsmann Stiftung: Soziale Teilhabe im Wandel, Gütersloh 2021, S. 12–17.
OECD: Regional Development Outlook, Paris 2022, S. 72.
LITERATURVERZEICHNIS
A. Literatur
Bertelsmann Stiftung: Lebensqualität und Standortattraktivität, Gütersloh 2021. Bertelsmann Stiftung: Soziale Teilhabe im Wandel, Gütersloh 2021. BMWK: Clusterpolitik in Deutschland, Berlin 2021. BSI: KRITIS‑Strategie Deutschland, Bonn 2023. Bundesnetzagentur: Energieinfrastrukturbericht 2023, Bonn 2023. Bundesrechnungshof: Wettbewerbliche Förderverfahren, Bonn 2020. EIB – Europäische Investitionsbank: Financing Innovation in Europe, Luxemburg 2021. EIB – Europäische Investitionsbank: Green Finance in Europe, Luxemburg 2022. EIB – Europäische Investitionsbank: Strategic Investment Funds in Europe, Luxemburg 2022. EIB – Europäische Investitionsbank: Strategic Investment Outlook 2035, Luxemburg 2023. Europäische Kommission: Circular Economy Action Plan, Brüssel 2021. Europäische Kommission: Digital Decade Policy Programme, Brüssel 2022. Europäische Kommission: EU Funding Programmes 2021–2027, Brüssel 2022. Europäische Kommission: Regional Innovation Scoreboard 2023, Brüssel 2023. Europäische Kommission: Smart Specialisation Strategy – Germany, Brüssel 2023. Fraunhofer ISI: Monitoring regionaler Innovationssysteme, Karlsruhe 2021. Fraunhofer ISI: Monitoring Transformationsprozesse, Karlsruhe 2022. Heinze, R.: Governance in regionalen Innovationssystemen, Frankfurt 2019. HRK – Hochschulrektorenkonferenz: Hochschulen im digitalen Wandel, Berlin 2021. IAB – Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: Weiterbildung im Strukturwandel, Nürnberg 2022. IPCC: Climate Change 2023 – Synthesis Report, Genf 2023. Kuhlmann, S.: Governance of Innovation Policy, Cheltenham 2018. Land Hessen: Digitalstrategie Hessen 2030, Wiesbaden 2022. Land Hessen: Haushaltsstrategie 2030, Wiesbaden 2023. Land Hessen: Transformationsfahrplan 2026–2030, Wiesbaden 2024. OECD: Climate Resilience Framework, Paris 2021. OECD: Infrastructure for Regional Development, Paris 2021. OECD: Innovation Governance Review – Germany, Paris 2020. OECD: Public Investment and Regional Development, Paris 2021. OECD: Regional Development Outlook, Paris 2022. OECD: Skills Outlook 2023, Paris 2023. Porter, M.: Clusters and the New Economics of Competition, Harvard Business Review 1998. Umweltbundesamt: Klimaneutralität 2045 – Transformationspfade, Dessau 2022.
B. Internetquellen
ARD Mediathek: Das Erste Livestream. BMWK: Clusterpolitik in Deutschland (Online‑Dossier). Europäische Kommission: Talent Mobility Report (Online‑Publikation). Hessische Staatskanzlei: Strategische Steuerung in der Landesverwaltung. Kultusministerium Hessen: Berufliche Bildung 2030. ARD: Livestream – Das Erste. BfN – Bundesamt für Naturschutz: Biodiversitätsstrategie Deutschland.
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