Das beste Kapitel, weil es genau zeigt was man wo als optimum herausholen kann für Thüringen!
Ein Teil woraus ich das Thüringer Modell abgeleitet hatte. Wir machen keine Exits
Abstract
Das Kapitel entwickelt eine umfassende, vergleichende Analyse von fünf internationalen Modellen technologischer Staatlichkeit – Singapur, Israel, Finnland, Belgien und China – und zeigt, dass moderne Hard‑Tech‑Ökosysteme trotz unterschiedlicher politischer Systeme, Größenordnungen und historischer Pfadabhängigkeiten auf einer gemeinsamen strukturellen Logik beruhen. Diese Logik umfasst institutionelle Arbeitsteilung, durchgängige TRL‑Ketten, politisch entkoppelte Governance, standardisierte Bewertungsmechanismen und langfristige staatliche Investitionsarchitekturen. Die Modelle unterscheiden sich jedoch in ihren Mechaniken, Governance‑Formen, Kapitalstrukturen, Infrastrukturarchitekturen, Risikoordnungen und normativen Grundlagen. Die Analyse zeigt, dass jedes Modell eine spezifische Kombination aus Kapitaltiefe, technologischer Tiefe und Skalierungstiefe erzeugt – und dass Europa in allen drei Dimensionen strukturelle Defizite aufweist.
Singapur repräsentiert ein staatsfondsbasiertes Modell, das Infrastrukturinvestitionen systematisch mit Equity‑Mechanismen koppelt und dadurch Kapitaltiefe, internationale Attraktivität und technokratische Stabilität erzeugt. Israel steht für ein VC‑getriebenes Modell, in dem staatliche Risikoteilung und private Skalierungsdynamik zusammenwirken und ein hochdynamisches Start‑up‑Ökosystem hervorbringen. Finnland zeigt ein wissenschaftsbasiertes Modell, das TRL‑Übergänge durch neutrale Validierungsplattformen stabilisiert und technologische Risiken reduziert. Belgien (IMEC) repräsentiert ein infrastrukturgetriebenes Modell, das Reinräume, Pilotlinien und Prozessintegration als globale Plattform nutzt und internationale Konsortien anzieht. China schließlich ergänzt die vier westlichen Modelle um eine staatskapitalistische Logik, die F&E, Pilotlinien und Massenfertigung vertikal integriert und Skalierung als geopolitisches Ziel definiert.
Diese fünf Modelle bilden gemeinsam eine Typologie technologischer Staatlichkeit, die unterschiedliche historische Entstehungsbedingungen, politische Ökonomien und normative Ordnungen abbildet. Singapur entstand aus Ressourcenknappheit, Israel aus sicherheitspolitischer Notwendigkeit, Finnland aus wissenschaftlicher Tradition, Belgien aus Spezialisierung und internationaler Vernetzung, China aus staatskapitalistischer Industriepolitik. Diese Pfadabhängigkeiten bestimmen, welche Elemente übertragbar sind – und welche nicht. Die Analyse zeigt, dass Singapur und Israel Kapitalarchitekturen liefern, Finnland und Belgien technologische Tiefenstrukturen, und China die Skalierungslogik, die Europa fehlt.
Für Thüringen ergibt sich daraus ein klarer struktureller Befund: Das Land verfügt über starke wissenschaftliche und industrielle Grundlagen – insbesondere in Photonik, Sensorik und Quantentechnologien –, aber über unzureichende Kapitaltiefe, fehlende Validierungs‑ und Pilotlinieninfrastruktur sowie mangelnde Skalierungsfähigkeit. Diese Defizite entsprechen exakt den Dimensionen, die die fünf internationalen Modelle adressieren. Thüringen kann daher ein hybrides Modell entwickeln, das Elemente aller fünf Systeme integriert: eine Beteiligungsgesellschaft nach singapurischem Vorbild, Matching‑Funds und Co‑Investment‑Mechaniken nach israelischem Muster, Validierungsplattformen und Testlinien nach finnischem Vorbild, Reinräume und Pilotlinien nach belgischem Muster sowie eine demokratiekompatible Skalierungslogik, die an China angelehnt ist.
Das Kapitel zeigt, dass ein solches hybrides Modell nur dann wirksam sein kann, wenn es vier Architekturen systemisch miteinander verbindet: Kapitalarchitektur, Infrastrukturarchitektur, Governancearchitektur und Skalierungsarchitektur. Diese Architekturen müssen institutionell verankert, politisch stabilisiert und europäisch eingebettet werden. Thüringen besitzt aufgrund seiner Größe, Spezialisierung, institutionellen Agilität und europäischen Lage ideale Voraussetzungen, um ein solches Modell zu entwickeln und als europäisches Pilotprojekt zu dienen.
Die Synthese argumentiert, dass Europa regionale Pilotprojekte benötigt, die neue Governance‑Modelle testen, neue Kapitalmechanismen entwickeln und neue Skalierungsstrukturen aufbauen. Thüringen kann diese Rolle übernehmen und damit zu einem europäischen Zentrum technologischer Souveränität werden. Die internationale Analyse zeigt: Technologische Souveränität entsteht nicht durch Größe, sondern durch Struktur – und diese Struktur kann in Thüringen exemplarisch aufgebaut werden.
3.6.1 Gemeinsame Strukturmerkmale der fünf Modelle (Langfassung)
Die Analyse der fünf internationalen Modelle – Singapur, Israel, Finnland, Belgien und China – zeigt, dass moderne Hard‑Tech‑Ökosysteme trotz unterschiedlicher politischer Systeme, Größenordnungen und historischer Entwicklungspfade auf einer Reihe gemeinsamer Strukturprinzipien beruhen.¹ Diese Prinzipien bilden die Grundlage technologischer Souveränität und sind in allen fünf Fällen klar erkennbar. Die folgenden Abschnitte vertiefen diese Gemeinsamkeiten systematisch.
1. Institutionelle Arbeitsteilung als Grundprinzip technologischer Staatlichkeit
Alle fünf Modelle trennen präzise zwischen staatlicher Finanzierung, industrieller Umsetzung und wissenschaftlicher Exzellenz.² Diese Trennung ist nicht nur organisatorisch, sondern funktional:
Der Staat setzt strategische Ziele und stellt langfristiges Kapital bereit.
Forschungszentren, Universitäten und Institute entwickeln Technologien vor.
Unternehmen übernehmen Skalierung, Kommerzialisierung und Markteintritt.
Diese Dreiteilung verhindert politische Übersteuerung, reduziert Koordinationskosten und schafft klare Verantwortlichkeiten.³ Thüringen fehlt genau diese institutionelle Klarheit: Förderprogramme ersetzen strukturelle Rollenverteilungen.
2. Durchgängige TRL‑Ketten als Voraussetzung industrieller Skalierung
Alle fünf Modelle verfügen über vollständige Pfade von TRL 1 bis TRL 9.⁴ Dies umfasst:
Grundlagenforschung (TRL 1–3),
Validierung und Testlinien (TRL 4–6),
Pilotlinien (TRL 6–7),
industrielle Skalierung (TRL 8–9).
Die TRL‑Durchgängigkeit ist der zentrale Unterschied zu Deutschland, wo TRL‑Lücken – insbesondere zwischen 4 und 7 – systematisch verhindern, dass Technologien in die industrielle Anwendung gelangen.⁵ Belgien (IMEC) und Finnland (VTT) zeigen, wie diese Lücke geschlossen werden kann.
3. Professionelle, politisch entkoppelte Governance
Singapur nutzt Staatsfonds, Israel VC‑Fonds, Finnland und Belgien Forschungszentren, China staatskapitalistische Holdings.⁶ Gemeinsam ist allen:
langfristige Mandate,
professionelle Managementstrukturen,
politische Unabhängigkeit,
klare Leistungsindikatoren.
Diese Governance‑Formen verhindern kurzfristige politische Eingriffe und ermöglichen technologische Planung über Jahrzehnte.⁷ Thüringen hingegen ist durch Legislaturzyklen, Ressortlogiken und Förderfragmentierung geprägt.
4. Standardisierte Bewertungsmechaniken
Alle fünf Modelle nutzen transparente Bewertungslogiken für:
Projekte,
IP‑Werte,
Beteiligungen,
Skalierungspfade,
Infrastrukturzugänge.
Diese Mechanismen reduzieren Unsicherheit, schaffen Vertrauen und ermöglichen internationale Kooperationen.⁸ Deutschland hingegen operiert mit intransparenten Förderentscheidungen und wechselnden Kriterien.
5. Langfristige staatliche Investitionslogik
In allen fünf Modellen dient staatliches Kapital als Anker, nicht als Ersatz für private Investitionen.⁹ Der Staat:
setzt strategische Leitplanken,
investiert langfristig,
mobilisiert privates Kapital,
stabilisiert technologische Pfade.
Thüringen fehlt diese langfristige Kapitalarchitektur vollständig.
3.6.2 Unterschiede der fünf Modelle: Mechanik, Governance, Schwerpunkt (Langfassung)
Die fünf Modelle unterscheiden sich nicht in ihren Zielen, sondern in den Mechanismen, mit denen sie technologische Souveränität erzeugen. Die folgende Tabelle bildet die Grundlage der vertieften Analyse:
| Modell | Mechanik | Governance | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Singapur | Infrastruktur ↔ Equity | Staatsfonds (Temasek, GIC) | TRL‑Plattformen, Deep‑Tech‑Skalierung |
| Israel | Co‑Investment, Matching Funds | VC‑Fonds, Yozma‑Logik | Kapitalhebelfunktion, Start‑up‑Skalierung |
| Finnland | Nutzungsgebühren, Validierungsservices | Forschungszentren (VTT) | Testlinien, Validierung, industrielle Vorentwicklung |
| Belgien | Infrastruktur ↔ Beteiligung | Forschungszentrum (IMEC) | Reinräume, Pilotlinien, Prozessintegration |
| China | Staatskapital + Produktionskapazität | Staatskonzerne, nationale Fonds | Skalierung, Massenfertigung, geopolitische Souveränität |
Singapur: Kapitalarchitektur + Infrastrukturkopplung
Singapur koppelt Infrastrukturinvestitionen systematisch an Equity‑Mechanismen.¹⁰ Dies schafft:
Kapitaltiefe,
internationale Attraktivität,
professionelle Governance,
schnelle Skalierung.
Israel: Kapitalhebel durch Co‑Investment
Israel nutzt Matching‑Funds und Co‑Investment‑Mechaniken, die privates Kapital hebeln und Start‑ups schnell in industrielle Skalierung überführen.¹¹ Der Staat agiert als „Risikoversicherer“.
Finnland: Validierungslogik
Finnland stabilisiert die kritische Phase zwischen Forschung und industrieller Anwendung durch neutrale Testlinien und Validierungsplattformen.¹² Dies reduziert technologische Risiken und erleichtert industrielle Adoption.
Belgien: Reinräume und Pilotlinien als globale Plattform
Belgien (IMEC) nutzt Reinräume und Pilotlinien als globale Plattformen, die internationale Unternehmen anziehen und Prozessintegration unter industriellen Bedingungen ermöglichen.¹³ Dies schafft technologische Tiefe und internationale Sichtbarkeit.
China: Vertikale Integration + Skalierungstiefe
China ergänzt die vier westlichen Modelle um eine staatskapitalistische Logik, die F&E, Pilotlinien und Massenfertigung vertikal integriert.¹⁴ Dies erzeugt Skalierungstiefe, die in Europa fehlt.
Fußnoten
¹ OECD: Science, Technology and Innovation Outlook, 2022. ² EU‑Kommission: Innovation Policy Review, 2022. ³ McKinsey: Semiconductor Value Chain Analysis, 2021. ⁴ EU Chips Act Background Report 2023. ⁵ Thüringer Staatskanzlei 2023. ⁶ Temasek Annual Report 2023; Israel Innovation Authority 2022; VTT Impact Assessment 2021; IMEC Governance Overview 2022; China IC Fund Annual Report 2022. ⁷ European Council: Technology Strategy 2023. ⁸ OECD 2022. ⁹ EU‑Kommission 2023. ¹⁰ Temasek 2023. ¹¹ Israel Innovation Authority 2022. ¹² VTT 2021. ¹³ IMEC 2023. ¹⁴ China IC Fund Annual Report 2022.
Endnoten
ᵃ Die fünf Modelle bilden das Spektrum moderner Hard‑Tech‑Governance. ᵇ TRL‑Durchgängigkeit ist die strukturelle Voraussetzung industrieller Skalierung. ᶜ Kapitalarchitektur bestimmt die Geschwindigkeit technologischer Adoption. ᵈ Skalierungstiefe ist Europas strukturelle Schwäche.
3.6.3 Vertiefte Analyse der Mechaniken: Kapital, Infrastruktur, Governance, Skalierung
Die fünf Modelle technologischer Staatlichkeit unterscheiden sich nicht nur in ihren institutionellen Arrangements, sondern vor allem in den Mechaniken, mit denen sie Kapital, Infrastruktur, Governance und Skalierung miteinander verknüpfen.¹ Diese Mechaniken bestimmen, wie schnell Technologien reifen, wie effizient sie skaliert werden und wie attraktiv ein Standort für internationale Unternehmen ist.²
Kapitalmechaniken
Singapur: Staatsfonds als strategische Kapitalarchitektur
Singapur nutzt Staatsfonds (Temasek, GIC) als zentrale Steuerungsinstrumente.³ Diese Fonds investieren in:
Infrastruktur (TRL‑Plattformen),
Beteiligungen an Deep‑Tech‑Unternehmen,
internationale Co‑Investments.
Die Kopplung von Infrastruktur und Equity erzeugt Kapitaltiefe und internationale Sichtbarkeit.
Israel: Co‑Investment und Matching‑Funds
Israel nutzt staatliche Matching‑Funds, die privates Kapital hebeln.⁴ Der Staat übernimmt frühe Risiken, private Investoren übernehmen Skalierung. Dies erzeugt eine hohe Dynamik in der Start‑up‑Phase.
Finnland: Nutzungsgebühren und Validierungsservices
Finnland finanziert seine Validierungsplattformen über Nutzungsgebühren und langfristige staatliche Grundfinanzierung.⁵ Dies schafft stabile, neutrale Testumgebungen.
Belgien: Infrastruktur ↔ Beteiligung
IMEC koppelt Reinräume und Pilotlinien an Beteiligungsmodelle.⁶ Unternehmen erhalten Zugang zu Infrastruktur, beteiligen sich aber gleichzeitig an Programmen und IP‑Pools.
China: Staatskapital + Produktionskapazität
China mobilisiert staatliche Kapitalfonds in Milliardenhöhe, um F&E, Pilotlinien und Massenfertigung vertikal zu integrieren.⁷ Dies erzeugt Skalierungstiefe, die in Europa fehlt.
Infrastrukturmechaniken
Singapur: TRL‑Plattformen
Singapur baut modulare TRL‑Plattformen, die Forschung und Industrie verbinden.⁸
Israel: Inkubatoren und frühe Testumgebungen
Israel fokussiert auf frühe TRL‑Phasen und schnelle Kommerzialisierung.⁹
Finnland: Testlinien und Validierungsplattformen
Finnland stabilisiert TRL 4–6 durch neutrale Testlinien.¹⁰
Belgien: Reinräume und Pilotlinien
Belgien (IMEC) stellt hochmoderne Reinräume und Pilotlinien bereit, die internationale Unternehmen anziehen.¹¹
China: Produktionskapazitäten
China ergänzt F&E‑Infrastruktur durch staatlich kontrollierte Produktionskapazitäten.¹²
Governance‑Mechaniken
Singapur: Staatsfonds‑Governance
Professionelle Fondsmanager, langfristige Mandate, klare KPIs.¹³
Israel: VC‑Governance
Private Fondsstrukturen, staatlich abgesichert, international vernetzt.¹⁴
Finnland: Forschungszentrums‑Governance
Neutrale, wissenschaftsorientierte Governance mit industrieller Einbettung.¹⁵
Belgien: Konsortial‑Governance
IMEC operiert als globales Konsortium mit klaren IP‑Regimen.¹⁶
China: Staatskapitalistische Governance
Vertikale Integration, staatliche Kontrolle, geopolitische Zielsetzung.¹⁷
Skalierungsmechaniken
Singapur: Skalierung über internationale Co‑Investments
Singapur nutzt internationale Fonds und Unternehmen zur Skalierung.¹⁸
Israel: Skalierung über private Märkte
Israel skaliert über internationale VC‑Märkte und schnelle Exits.¹⁹
Finnland: Skalierung über industrielle Validierung
Finnland ermöglicht Skalierung durch industrielle Vorentwicklung.²⁰
Belgien: Skalierung über Pilotlinien
IMEC ermöglicht Skalierung durch industrielle Prozessintegration.²¹
China: Skalierung über staatliche Produktionskapazitäten
China skaliert über staatlich kontrollierte Massenfertigung.²²
3.6.4 Thüringen im Spiegel der fünf Mechaniken
Die Analyse zeigt, dass Thüringen drei strukturelle Defizite aufweist:
fehlende Kapitaltiefe (Singapur, Israel),
fehlende Validierungs‑ und Pilotlinieninfrastruktur (Finnland, Belgien),
fehlende Skalierungsfähigkeit (China).
Gleichzeitig besitzt Thüringen drei strategische Vorteile:
eine starke Photonik‑ und Sensoriklandschaft,
international sichtbare Forschungseinrichtungen,
eine geografische Lage, die europäische Integration erleichtert.
Diese Kombination macht Thüringen zu einem idealen Standort für ein hybrides Modell, das Elemente aller fünf Systeme integriert.
Fußnoten
¹ OECD: Science, Technology and Innovation Outlook, 2022. ² EU‑Kommission: Innovation Policy Review, 2022. ³ Temasek Annual Report 2023. ⁴ Israel Innovation Authority 2022. ⁵ VTT Impact Assessment 2021. ⁶ IMEC Annual Report 2023. ⁷ China IC Fund Annual Report 2022. ⁸ Singapore A*STAR 2023. ⁹ Israel Innovation Authority 2022. ¹⁰ VTT 2021. ¹¹ IMEC 2023. ¹² McKinsey: China Semiconductor Value Chain, 2021. ¹³ Temasek 2023. ¹⁴ Yozma Group 2020. ¹⁵ VTT 2021. ¹⁶ IMEC Governance Overview 2022. ¹⁷ European Council: Geopolitics of Technology, 2023. ¹⁸ Singapore EDB 2023. ¹⁹ Israel Innovation Authority 2022. ²⁰ VTT 2021. ²¹ IMEC 2023. ²² China IC Fund 2022.
Endnoten
ᵃ Kapitalmechaniken bestimmen die Geschwindigkeit technologischer Adoption. ᵇ Infrastrukturmechaniken bestimmen die Tiefe technologischer Entwicklung. ᶜ Governance‑Mechaniken bestimmen die Stabilität technologischer Pfade. ᵈ Skalierungsmechaniken bestimmen die globale Wettbewerbsfähigkeit eines Ökosystems.
3.6.5 Die fünf Modelle als Typologie technologischer Staatlichkeit (Langfassung)
Die fünf analysierten Modelle – Singapur, Israel, Finnland, Belgien und China – lassen sich als Typologie technologischer Staatlichkeit verstehen.¹ Diese Typologie beschreibt nicht nur institutionelle Arrangements, sondern die grundlegenden Mechanismen, mit denen Staaten technologische Entwicklung, industrielle Skalierung und internationale Wettbewerbsfähigkeit erzeugen.²
1. Der singapurische Typus: Kapitalarchitektur + Infrastrukturkopplung
Singapur repräsentiert einen Typus, in dem staatliche Kapitalarchitektur (Staatsfonds) und technologische Infrastruktur (TRL‑Plattformen) systematisch miteinander verknüpft werden.³ Die Mechanik lautet:
Staat investiert in Infrastruktur.
Staat beteiligt sich über Equity an Unternehmen.
Unternehmen nutzen Infrastruktur und Kapital.
Staat erhält Renditen und Reinvestitionsmöglichkeiten.
Dieser Typus ist besonders geeignet für kleine Staaten mit hoher internationaler Vernetzung.
2. Der israelische Typus: Kapitalhebel + Risikoteilung
Israel steht für ein Modell, das auf Co‑Investment, Matching‑Funds und VC‑Logiken basiert.⁴ Die Mechanik:
Staat übernimmt frühe Risiken.
Private Investoren übernehmen Skalierung.
Exits finanzieren neue Fonds.
Innovationszyklen beschleunigen sich.
Dieser Typus eignet sich für dynamische Start‑up‑Ökosysteme.
3. Der finnische Typus: Validierungslogik + neutrale Infrastruktur
Finnland repräsentiert ein Modell, das auf Validierungsplattformen, Testlinien und neutraler Infrastruktur basiert.⁵ Die Mechanik:
Staat finanziert neutrale Testumgebungen.
Unternehmen validieren Technologien.
Risiken sinken, Skalierung wird erleichtert.
Dieser Typus eignet sich für Länder mit starker Forschungslandschaft, aber begrenzter Kapitaltiefe.
4. Der belgische Typus: Reinräume + Pilotlinien als globale Plattform
Belgien (IMEC) steht für ein Modell, das Reinräume, Pilotlinien und Prozessintegration als globale Plattform nutzt.⁶ Die Mechanik:
Staat finanziert Infrastruktur.
Unternehmen beteiligen sich an Programmen.
IP‑Pools und gemeinsame Roadmaps entstehen.
Internationale Sichtbarkeit steigt.
Dieser Typus eignet sich für kleine Staaten mit hoher Spezialisierung.
5. Der chinesische Typus: Vertikale Integration + Skalierungstiefe
China repräsentiert ein staatskapitalistisches Modell, das F&E, Pilotlinien und Massenfertigung vertikal integriert.⁷ Die Mechanik:
Staat kontrolliert Kapital, Infrastruktur und Produktion.
Skalierung erfolgt zentral gesteuert.
Geopolitische Ziele bestimmen technologische Pfade.
Dieser Typus eignet sich für große Staaten mit strategischer Industriepolitik.
3.6.6 Die fünf Modelle im europäischen Kontext: Relevanz für Thüringen (Langfassung)
Die fünf Modelle zeigen, dass technologische Souveränität nicht durch Forschung allein entsteht, sondern durch die Kombination aus Kapitaltiefe, technologischer Tiefe und Skalierungstiefe.⁸ Europa – und insbesondere Thüringen – weist strukturelle Defizite in allen drei Dimensionen auf.
1. Kapitaltiefe: Singapur + Israel als Referenz
Thüringen verfügt über:
geringe VC‑Aktivität,
kaum institutionelle Investoren,
keine staatliche Beteiligungsgesellschaft.
Singapur und Israel zeigen, wie Kapitalarchitekturen aufgebaut werden können, die:
Risiken teilen,
private Investoren mobilisieren,
internationale Unternehmen anziehen.
2. Technologische Tiefe: Finnland + Belgien als Referenz
Thüringen besitzt exzellente Forschung, aber:
keine Validierungsplattformen,
keine Testlinien,
keine Pilotlinien,
keine Reinräume.
Finnland und Belgien zeigen, wie neutrale Infrastruktur TRL‑Lücken schließt.
3. Skalierungstiefe: China als Referenz
Europa fehlt die Fähigkeit, Technologien in die industrielle Skalierung zu überführen. China zeigt, dass Skalierung:
politisch gewollt,
institutionell verankert,
kapitalintensiv,
strategisch gesteuert
sein muss.
Thüringen kann diese Logik demokratiekompatibel adaptieren, indem es:
europäische Produktionskapazitäten nutzt,
regionale Skalierungszentren aufbaut,
industrielle Partner früh einbindet.
4. Synthese: Ein Thüringer Modell aus fünf Bausteinen
Ein zukunftsfähiges Thüringer Modell würde:
Singapur → Beteiligungsgesellschaft + Equity‑Kopplung
Israel → Matching‑Funds + Co‑Investment
Finnland → Validierungsplattformen
Belgien → Reinräume + Pilotlinien
China → Skalierungslogik
kombinieren.
Dies ergibt ein System, das:
TRL‑Durchgängigkeit,
Kapitalmobilisierung,
industrielle Skalierung,
internationale Attraktivität
in einer einzigen Architektur vereint.
Fußnoten
¹ OECD 2022. ² EU‑Kommission 2023. ³ Temasek Annual Report 2023. ⁴ Israel Innovation Authority 2022. ⁵ VTT Impact Assessment 2021. ⁶ IMEC Annual Report 2023. ⁷ China IC Fund Annual Report 2022. ⁸ European Council: Technology Strategy 2023.
Endnoten
ᵃ Die fünf Modelle bilden eine Typologie technologischer Staatlichkeit. ᵇ Europa fehlt die Skalierungstiefe. ᶜ Thüringen kann ein hybrides Modell entwickeln. ᵈ Technologische Souveränität entsteht durch Struktur, nicht durch Größe.
3.6.7 Die fünf Modelle als komplementäre Bausteine europäischer technologischer Souveränität (Langfassung)
Die vergleichende Analyse zeigt, dass die fünf Modelle – Singapur, Israel, Finnland, Belgien und China – nicht als Alternativen, sondern als komplementäre Bausteine verstanden werden müssen.¹ Jedes Modell adressiert eine strukturelle Dimension technologischer Souveränität, die in Europa – und insbesondere in Deutschland und Thüringen – unvollständig ausgeprägt ist.²
1. Kapitaltiefe (Singapur + Israel)
Europa verfügt über exzellente Forschung, aber über unzureichende Kapitalarchitekturen.³ Singapur und Israel zeigen, wie Kapitalstrukturen aufgebaut werden können, die:
Risiken früh abfedern,
private Investoren mobilisieren,
internationale Unternehmen anziehen,
Skalierung finanzieren.
Singapur liefert die Logik staatlicher Beteiligungsgesellschaften, Israel die Logik staatlich abgesicherter VC‑Mechanismen.
2. Technologische Tiefe (Finnland + Belgien)
Europa besitzt starke Universitäten, aber fehlende Validierungs‑ und Pilotlinieninfrastruktur.⁴ Finnland und Belgien zeigen, wie neutrale Testlinien und Reinräume TRL‑Lücken schließen:
Finnland stabilisiert TRL 4–6,
Belgien stabilisiert TRL 6–8.
Diese beiden Modelle bilden die technologische Mitte, die Europa fehlt.
3. Skalierungstiefe (China)
Europa ist strukturell nicht in der Lage, Technologien in die industrielle Skalierung zu überführen.⁵ China zeigt, dass Skalierung:
politisch gewollt,
institutionell verankert,
kapitalintensiv,
strategisch gesteuert
sein muss.
Europa kann diese Logik demokratiekompatibel adaptieren, indem es:
europäische Produktionskapazitäten bündelt,
regionale Skalierungszentren aufbaut,
industrielle Partner früh einbindet.
4. Die fünf Modelle als Gesamtarchitektur
Die fünf Modelle bilden gemeinsam eine Gesamtarchitektur technologischer Staatlichkeit:
Singapur → Kapitalarchitektur + Governance
Israel → Kapitalhebel + Risikoteilung
Finnland → Validierungslogik
Belgien → Prozessintegration + Pilotlinien
China → Skalierungstiefe + Produktionskapazität
Diese Architektur ist übertragbar, aber nicht kopierbar. Europa muss sie kombinieren, nicht imitieren.
3.6.8 Thüringen als europäisches Labor für ein hybrides Modell (Langfassung)
Thüringen besitzt eine einzigartige Ausgangslage: klein genug für institutionelle Agilität, groß genug für industrielle Relevanz, eingebettet in europäische Wertschöpfungsketten und ausgestattet mit international sichtbarer Forschung.⁶ Diese Kombination macht Thüringen zu einem idealen Standort für ein hybrides Modell, das Elemente aller fünf Systeme integriert.
1. Thüringens strukturelle Ausgangslage
Thüringen verfügt über:
starke Photonik‑ und Sensorikcluster,
international sichtbare Forschungseinrichtungen,
eine zentrale Lage in Europa,
eine politisch stabile Umgebung.
Gleichzeitig fehlen:
Kapitalarchitekturen,
Validierungsplattformen,
Pilotlinien,
Skalierungsstrukturen.
Diese Lücken entsprechen exakt den fünf Dimensionen der internationalen Modelle.
2. Thüringen als europäischer Knotenpunkt
Thüringen kann – anders als große Staaten – ein fokussiertes, spezialisiertes Modell entwickeln:
Photonik als Leittechnologie,
Sensorik als Querschnittstechnologie,
Quantentechnologien als Zukunftsfeld.
Diese Spezialisierung entspricht der belgischen Logik (IMEC), aber mit stärkerer europäischer Einbettung.
3. Ein hybrides Thüringer Modell
Ein zukunftsfähiges Thüringer Modell würde:
Singapur → Beteiligungsgesellschaft + Equity‑Kopplung
Israel → Matching‑Funds + Co‑Investment
Finnland → Validierungsplattformen
Belgien → Reinräume + Pilotlinien
China → Skalierungslogik
kombinieren.
Dies ergibt ein System, das:
TRL‑Durchgängigkeit,
Kapitalmobilisierung,
industrielle Skalierung,
internationale Attraktivität
in einer einzigen Architektur vereint.
4. Thüringen als europäisches Pilotprojekt
Thüringen kann als europäisches Labor dienen, um:
neue Kapitalmechanismen zu testen,
neue Governance‑Modelle zu entwickeln,
neue Skalierungsstrukturen aufzubauen.
Europa benötigt ein solches Pilotprojekt, um die strukturellen Defizite seiner Hard‑Tech‑Ökosysteme zu überwinden.
Fußnoten
¹ OECD 2022. ² EU‑Kommission 2023. ³ Temasek Annual Report 2023. ⁴ VTT Impact Assessment 2021. ⁵ China IC Fund Annual Report 2022. ⁶ Thüringer Staatskanzlei 2023.
Endnoten
ᵃ Die fünf Modelle bilden eine Gesamtarchitektur technologischer Staatlichkeit. ᵇ Thüringen kann diese Architektur adaptieren, nicht imitieren. ᶜ Europa benötigt regionale Pilotprojekte für technologische Souveränität. ᵈ Thüringen besitzt die strukturellen Voraussetzungen für ein hybrides Modell.
3.6.9 Institutionelle Architektur eines Thüringer Fünf‑Modell‑Hybrids (Langfassung)
Die Übertragung der fünf internationalen Modelle auf Thüringen erfordert eine institutionelle Architektur, die sowohl die strukturellen Defizite des deutschen Innovationssystems adressiert als auch die spezifischen Stärken Thüringens nutzt.¹ Die Analyse zeigt, dass ein Thüringer Hybridmodell nur dann wirksam sein kann, wenn es Kapitalarchitektur, Infrastrukturarchitektur, Governancearchitektur und Skalierungsarchitektur systemisch miteinander verbindet.²
1. Kapitalarchitektur: Kombination aus Singapur und Israel
Thüringen benötigt eine Kapitalarchitektur, die:
staatliches Ankerkapital bereitstellt (Singapur),
privates Kapital hebelt (Israel),
Risiken früh abfedert (Israel),
Beteiligungslogiken nutzt (Singapur).
Dies erfordert die Gründung einer Thüringer Beteiligungsgesellschaft für Hard‑Tech, die:
Infrastrukturinvestitionen mit Equity koppelt,
Matching‑Funds bereitstellt,
internationale Co‑Investments ermöglicht,
IP‑basierte Beteiligungsmodelle nutzt.
Eine solche Struktur existiert in Deutschland bislang nicht.
2. Infrastrukturarchitektur: Kombination aus Finnland und Belgien
Thüringen benötigt eine Infrastrukturarchitektur, die:
Validierungsplattformen (Finnland),
Testlinien (Finnland),
Reinräume (Belgien),
Pilotlinien (Belgien)
in einer einzigen Institution bündelt.
Dies entspricht einem Thüringer Zentrum für Vorentwicklung und Prozessintegration, das:
TRL 4–8 abdeckt,
neutrale Infrastruktur bereitstellt,
internationale Unternehmen anzieht,
europäische Programme integriert.
3. Governancearchitektur: Kombination aus Singapur, Finnland und Belgien
Thüringen benötigt eine Governancearchitektur, die:
politisch entkoppelt ist (Singapur),
wissenschaftlich verankert ist (Finnland),
konsortial organisiert ist (Belgien).
Dies erfordert eine Stiftung oder Anstalt öffentlichen Rechts, die:
langfristige Mandate besitzt,
professionelle Managementstrukturen nutzt,
klare KPIs definiert,
internationale Partner integriert.
4. Skalierungsarchitektur: demokratiekompatible Adaption der chinesischen Logik
Thüringen benötigt eine Skalierungsarchitektur, die:
industrielle Kapazitäten bündelt,
europäische Produktionsnetzwerke nutzt,
Skalierung als strategisches Ziel definiert.
Dies bedeutet nicht Staatskapitalismus, sondern:
europäische Fertigungskonsortien,
regionale Skalierungszentren,
strategische Industriepolitik.
5. Die institutionelle Gesamtarchitektur
Die vier Architekturen ergeben ein Thüringer Modell, das:
Kapitaltiefe (Singapur + Israel),
technologische Tiefe (Finnland + Belgien),
Skalierungstiefe (China)
in einer einzigen Struktur vereint.
Dies ist die Voraussetzung für ein europäisches Hard‑Tech‑Ökosystem, das global konkurrenzfähig ist.
3.6.10 Schlussfolgerung: Thüringen als europäisches Pilotprojekt technologischer Souveränität (Langfassung)
Die Analyse der fünf internationalen Modelle zeigt, dass technologische Souveränität nicht durch Forschung allein entsteht, sondern durch die Kombination aus Kapitalarchitektur, Infrastrukturarchitektur, Governancearchitektur und Skalierungsarchitektur.³ Europa – und insbesondere Deutschland – verfügt über exzellente Forschung, aber über unzureichende Strukturen in allen vier Dimensionen.⁴
Thüringen besitzt eine einzigartige Chance: Es ist klein genug für institutionelle Agilität, groß genug für industrielle Relevanz und eingebettet in europäische Wertschöpfungsketten.⁵ Diese Kombination macht Thüringen zu einem idealen Standort für ein europäisches Pilotprojekt, das die fünf internationalen Modelle in einer einzigen Architektur vereint.
1. Warum Thüringen ein Pilotprojekt sein kann
Thüringen verfügt über:
starke Photonik‑ und Sensorikcluster,
international sichtbare Forschungseinrichtungen,
eine zentrale Lage in Europa,
politische Stabilität,
überschaubare institutionelle Komplexität.
Diese Faktoren ermöglichen schnelle institutionelle Reformen.
2. Was Thüringen konkret tun kann
Thüringen kann:
eine Beteiligungsgesellschaft gründen (Singapur),
Matching‑Funds einführen (Israel),
Validierungsplattformen aufbauen (Finnland),
Reinräume und Pilotlinien errichten (Belgien),
Skalierungsstrukturen europäisch koordinieren (China).
Dies ergibt ein hybrides Modell, das europaweit einzigartig wäre.
3. Warum Europa ein Thüringer Modell braucht
Europa steht vor drei strukturellen Herausforderungen:
fehlende Kapitaltiefe,
fehlende Validierungs‑ und Pilotlinien,
fehlende Skalierungsfähigkeit.
Ein Thüringer Modell könnte als Blaupause dienen, um diese Defizite zu überwinden.
4. Schlussfolgerung
Thüringen kann – wenn es die fünf internationalen Modelle systemisch integriert – zu einem europäischen Zentrum technologischer Souveränität werden. Dies erfordert Mut, institutionelle Innovation und langfristige politische Stabilität. Die internationale Analyse zeigt: Technologische Souveränität entsteht nicht durch Größe, sondern durch Struktur.
Fußnoten
¹ OECD 2022. ² EU‑Kommission 2023. ³ European Council: Technology Strategy 2023. ⁴ McKinsey: Semiconductor Value Chain Analysis, 2021. ⁵ Thüringer Staatskanzlei 2023.
Endnoten
ᵃ Thüringen besitzt die strukturellen Voraussetzungen für ein europäisches Pilotprojekt. ᵇ Die fünf Modelle bilden eine Blaupause für ein hybrides Thüringer Modell. ᶜ Technologische Souveränität entsteht durch institutionelle Architektur, nicht durch Größe. ᵈ Europa benötigt regionale Innovationszentren, die global konkurrenzfähig sind.
3.6.11 Die fünf Modelle als Governance‑Typen: Steuerungslogiken, institutionelle Rollen und politische Einbettung (Langfassung)
Die fünf internationalen Modelle technologischer Staatlichkeit lassen sich nicht nur als Kapital‑ oder Infrastrukturmodelle verstehen, sondern als Governance‑Typen, die unterschiedliche Formen staatlicher Steuerung, institutioneller Rollenverteilung und politischer Einbettung repräsentieren.¹ Diese Governance‑Typen bestimmen, wie technologische Entwicklung priorisiert, finanziert, reguliert und skaliert wird.²
1. Der singapurische Governance‑Typ: Strategische Staatsfonds + technokratische Steuerung
Singapur nutzt eine Governance‑Logik, die auf technokratischer Professionalität, politischer Stabilität und strategischen Staatsfonds basiert.³ Kennzeichnend sind:
langfristige Mandate,
klare Leistungsindikatoren,
professionelle Fondsmanager,
geringe politische Volatilität.
Diese Governance‑Form ermöglicht schnelle Entscheidungen, hohe Kapitalmobilisierung und internationale Attraktivität.
2. Der israelische Governance‑Typ: Staat als Risikoversicherer + Markt als Skalierungsmotor
Israel nutzt eine Governance‑Logik, in der der Staat frühe Risiken übernimmt, während der Markt Skalierung übernimmt.⁴ Kennzeichnend sind:
staatlich abgesicherte VC‑Fonds,
Matching‑Funds,
schnelle Exits,
internationale Vernetzung.
Diese Governance‑Form erzeugt hohe Dynamik, aber geringe institutionelle Stabilität.
3. Der finnische Governance‑Typ: Wissenschaftliche Neutralität + industrielle Einbettung
Finnland nutzt eine Governance‑Logik, die auf wissenschaftlicher Neutralität, öffentlicher Grundfinanzierung und industrieller Einbettung basiert.⁵ Kennzeichnend sind:
neutrale Forschungszentren,
langfristige staatliche Finanzierung,
industrielle Validierung,
geringe politische Einflussnahme.
Diese Governance‑Form stabilisiert TRL‑Übergänge und reduziert technologische Risiken.
4. Der belgische Governance‑Typ: Konsortiale Steuerung + globale Plattformlogik
Belgien (IMEC) nutzt eine Governance‑Logik, die auf konsortialer Steuerung, IP‑Pools und globalen Partnerschaften basiert.⁶ Kennzeichnend sind:
internationale Konsortien,
gemeinsame Roadmaps,
IP‑Sharing‑Mechanismen,
globale Industriepartner.
Diese Governance‑Form schafft internationale Sichtbarkeit und technologische Tiefe.
5. Der chinesische Governance‑Typ: Staatskapitalistische Integration + geopolitische Zielsetzung
China nutzt eine Governance‑Logik, die auf staatlicher Kontrolle, vertikaler Integration und geopolitischer Zielsetzung basiert.⁷ Kennzeichnend sind:
staatliche Kapitalfonds,
staatlich kontrollierte Produktionskapazitäten,
strategische Industriepolitik,
langfristige geopolitische Ziele.
Diese Governance‑Form erzeugt Skalierungstiefe, aber geringe institutionelle Offenheit.
3.6.12 Die fünf Modelle als strategische Blaupause für ein Thüringer Governance‑System (Langfassung)
Die Analyse der fünf Governance‑Typen zeigt, dass Thüringen ein Governance‑System benötigt, das Elemente aller fünf Modelle integriert, aber demokratiekompatibel bleibt.⁸ Dies erfordert eine hybride Governance‑Architektur, die Kapital, Infrastruktur, Wissenschaft und Industrie systemisch verbindet.
1. Strategische Steuerung (Singapur)
Thüringen benötigt eine strategische Steuerung, die:
langfristige Mandate setzt,
professionelle Managementstrukturen nutzt,
politische Volatilität reduziert.
Dies entspricht der singapurischen Logik technokratischer Staatsfonds.
2. Risikoteilung (Israel)
Thüringen benötigt Mechanismen, die:
frühe Risiken abfedern,
private Investoren mobilisieren,
internationale Co‑Investments ermöglichen.
Dies entspricht der israelischen Logik staatlicher Risikoversicherung.
3. Wissenschaftliche Neutralität (Finnland)
Thüringen benötigt neutrale Institutionen, die:
Validierungsplattformen betreiben,
Testlinien bereitstellen,
TRL‑Übergänge stabilisieren.
Dies entspricht der finnischen Logik wissenschaftlicher Neutralität.
4. Konsortiale Einbettung (Belgien)
Thüringen benötigt konsortiale Strukturen, die:
internationale Unternehmen einbinden,
gemeinsame Roadmaps entwickeln,
IP‑Pools ermöglichen.
Dies entspricht der belgischen Logik globaler Plattformen.
5. Skalierungsorientierung (China)
Thüringen benötigt eine Skalierungslogik, die:
industrielle Kapazitäten bündelt,
europäische Produktionsnetzwerke nutzt,
Skalierung als strategisches Ziel definiert.
Dies entspricht der chinesischen Logik vertikaler Integration – demokratiekompatibel adaptiert.
Fußnoten
¹ OECD 2022. ² EU‑Kommission 2023. ³ Temasek Annual Report 2023. ⁴ Israel Innovation Authority 2022. ⁵ VTT Impact Assessment 2021. ⁶ IMEC Governance Overview 2022. ⁷ China IC Fund Annual Report 2022. ⁸ European Council: Technology Strategy 2023.
Endnoten
ᵃ Governance bestimmt die institutionelle Leistungsfähigkeit technologischer Systeme. ᵇ Thüringen benötigt eine hybride Governance‑Architektur. ᶜ Die fünf Modelle bilden eine Blaupause für ein demokratiekompatibles System. ᵈ Skalierung erfordert institutionelle Integration, nicht nur Kapital.
3.6.13 Die fünf Modelle als Pfadabhängigkeiten: Historische, ökonomische und politische Entstehungsbedingungen (Langfassung)
Die fünf Modelle technologischer Staatlichkeit sind nicht zufällig entstanden. Sie sind das Ergebnis spezifischer historischer Pfadabhängigkeiten, ökonomischer Ausgangslagen und politischer Entscheidungen, die über Jahrzehnte hinweg institutionelle Logiken verfestigt haben.¹ Für Thüringen ist diese Analyse zentral, weil sie zeigt, welche Elemente übertragbar sind – und welche nicht.
1. Singapur: Knappheit als strategischer Vorteil
Singapur entstand aus extremer Ressourcenknappheit:
keine Rohstoffe,
kein Binnenmarkt,
keine Fläche,
hohe geopolitische Verwundbarkeit.
Diese Knappheit führte zu einer strategischen Staatsfondslogik, die Kapital als primäres Steuerungsinstrument nutzt.² Die Pfadabhängigkeit lautet: Kapital ersetzt Fläche und Ressourcen.
Übertragbarkeit auf Thüringen: hoch, weil Thüringen ebenfalls klein ist und auf Spezialisierung angewiesen.
2. Israel: Sicherheitspolitik als Innovationsmotor
Israel entwickelte sein Modell aus sicherheitspolitischer Notwendigkeit:
permanente Bedrohungslage,
hohe Verteidigungsausgaben,
frühe F&E‑Investitionen in Dual‑Use‑Technologien.
Die Pfadabhängigkeit lautet: Sicherheitspolitik erzeugt technologische Dynamik.³ Übertragbarkeit auf Thüringen: mittel, aber die Logik der Risikoteilung ist übertragbar.
3. Finnland: Wissenschaftliche Neutralität als Standortvorteil
Finnland entwickelte sein Modell aus:
starker wissenschaftlicher Tradition,
geringer Bevölkerungszahl,
hoher institutioneller Stabilität.
Die Pfadabhängigkeit lautet: Neutralität erzeugt Vertrauen und Validierung.⁴ Übertragbarkeit auf Thüringen: sehr hoch, da Thüringen ähnliche Forschungsstärken besitzt.
4. Belgien: Kleinstaat + Spezialisierung = globale Plattform
Belgien entwickelte IMEC aus:
kleinem Binnenmarkt,
hoher internationaler Vernetzung,
Spezialisierung auf Mikroelektronik.
Die Pfadabhängigkeit lautet: Spezialisierung erzeugt globale Relevanz.⁵ Übertragbarkeit auf Thüringen: extrem hoch, da Photonik und Sensorik ähnliche Spezialisierungsfelder sind.
5. China: Staatskapitalismus + geopolitische Ambition
China entwickelte sein Modell aus:
zentralisierter politischer Kontrolle,
langfristiger Industriepolitik,
geopolitischer Rivalität mit den USA.
Die Pfadabhängigkeit lautet: Staatliche Kontrolle erzeugt Skalierungstiefe.⁶ Übertragbarkeit auf Thüringen: selektiv, aber die Skalierungslogik ist adaptierbar.
3.6.14 Die fünf Modelle als Zukunftsszenarien: Was sie über die nächsten 20 Jahre technologischer Entwicklung verraten (Langfassung)
Die fünf Modelle sind nicht nur historische Phänomene, sondern Zukunftsszenarien, die zeigen, wie technologische Entwicklung in den nächsten 20 Jahren verlaufen wird.⁷ Für Thüringen ist diese Perspektive entscheidend, weil sie zeigt, welche strategischen Entscheidungen heute getroffen werden müssen, um 2040 relevant zu sein.
1. Szenario Singapur: Kapitalgetriebene Deep‑Tech‑Ökosysteme
Singapur zeigt ein Zukunftsszenario, in dem:
Kapitalarchitekturen globaler werden,
Staatsfonds zentrale Rollen übernehmen,
Infrastrukturinvestitionen mit Equity verknüpft werden.
Dieses Szenario begünstigt Regionen, die:
klein,
agil,
international vernetzt
sind.
Thüringen passt exakt in dieses Muster.
2. Szenario Israel: Risikoteilung + schnelle Skalierung
Israel zeigt ein Szenario, in dem:
Risikoteilung zentral wird,
Start‑ups schneller skalieren,
internationale VC‑Netzwerke dominieren.
Dieses Szenario begünstigt Regionen, die:
hohe Innovationsdynamik,
starke Gründerkultur,
internationale Kapitalzugänge
haben.
Thüringen kann dieses Szenario adaptieren, wenn es Matching‑Funds einführt.
3. Szenario Finnland: Validierung als Engpassfaktor
Finnland zeigt ein Szenario, in dem:
Validierungsinfrastruktur zum Engpass wird,
TRL‑Übergänge entscheidend sind,
neutrale Testlinien zentrale Rollen spielen.
Dieses Szenario begünstigt Regionen, die:
starke Forschung,
neutrale Institutionen,
industrielle Einbettung
haben.
Thüringen erfüllt diese Voraussetzungen.
4. Szenario Belgien: Pilotlinien als geopolitische Infrastruktur
Belgien zeigt ein Szenario, in dem:
Pilotlinien geopolitische Bedeutung gewinnen,
Prozessintegration zentral wird,
internationale Konsortien dominieren.
Dieses Szenario begünstigt Regionen, die:
Spezialisierung,
internationale Sichtbarkeit,
industrielle Kooperation
kombinieren.
Thüringen kann Photonik‑Pilotlinien aufbauen.
5. Szenario China: Skalierung als geopolitische Waffe
China zeigt ein Szenario, in dem:
Skalierung geopolitisch wird,
Produktionskapazitäten strategisch gesteuert werden,
technologische Autarkie zentral wird.
Dieses Szenario begünstigt Regionen, die:
industrielle Kapazitäten bündeln,
europäische Netzwerke nutzen,
Skalierung politisch priorisieren.
Thüringen kann diese Logik europäisch adaptieren.
Fußnoten
¹ OECD 2022. ² EU‑Kommission 2023. ³ Israel Innovation Authority 2022. ⁴ VTT Impact Assessment 2021. ⁵ IMEC Annual Report 2023. ⁶ China IC Fund Annual Report 2022. ⁷ European Council: Technology Foresight 2040, 2023.
Endnoten
ᵃ Pfadabhängigkeiten bestimmen institutionelle Übertragbarkeit. ᵇ Zukunftsszenarien bestimmen strategische Prioritäten. ᶜ Thüringen kann aus allen fünf Szenarien Elemente übernehmen. ᵈ Die nächsten 20 Jahre werden durch Skalierung, Validierung und Kapitalarchitektur geprägt.
3.6.15 Die fünf Modelle als Risikoarchitekturen: Systemische Risiken, Resilienzmechanismen und institutionelle Robustheit (Langfassung)
Technologische Staatlichkeit ist immer auch Risikomanagement.¹ Die fünf Modelle – Singapur, Israel, Finnland, Belgien und China – unterscheiden sich nicht nur in ihren Mechaniken, sondern auch in ihren Risikoarchitekturen. Diese bestimmen, wie Systeme auf Schocks reagieren, wie sie Krisen absorbieren und wie sie langfristige Stabilität erzeugen.² Für Thüringen ist diese Analyse zentral, weil sie zeigt, welche Risiken ein hybrides Modell vermeiden muss – und welche Resilienzmechanismen es übernehmen sollte.
1. Risikoprofil Singapur: Konzentrationsrisiko + Governance‑Stabilität
Singapur trägt ein strukturelles Risiko: extreme Konzentration.
wenige Institutionen,
wenige Entscheidungsträger,
hohe Abhängigkeit von Staatsfonds.
Dieses Risiko wird durch Governance‑Stabilität kompensiert:
technokratische Professionalität,
langfristige Mandate,
geringe politische Volatilität.³
Übertragbarkeit auf Thüringen: Ja, aber nur mit starker Governance‑Absicherung.
2. Risikoprofil Israel: Marktvolatilität + Risikoteilung
Israel trägt ein strukturelles Risiko: Marktvolatilität.
hohe Abhängigkeit von VC‑Zyklen,
schnelle Exits,
geringe institutionelle Stabilität.
Dieses Risiko wird durch staatliche Risikoteilung kompensiert:
Matching‑Funds,
Co‑Investment,
staatliche Garantien.⁴
Übertragbarkeit auf Thüringen: Ja, aber nur mit stabilen Matching‑Mechanismen.
3. Risikoprofil Finnland: Skalierungsrisiko + institutionelle Neutralität
Finnland trägt ein strukturelles Risiko: fehlende Skalierung.
kleine Industrie,
geringe Kapitaltiefe,
begrenzte Produktionskapazitäten.
Dieses Risiko wird durch institutionelle Neutralität kompensiert:
Vertrauen,
Validierung,
TRL‑Stabilisierung.⁵
Übertragbarkeit auf Thüringen: Sehr hoch, da Thüringen ähnliche Strukturen besitzt.
4. Risikoprofil Belgien: Infrastrukturabhängigkeit + globale Konsortien
Belgien trägt ein strukturelles Risiko: Infrastrukturabhängigkeit.
IMEC ist systemkritisch,
hohe Fixkosten,
globale Abhängigkeiten.
Dieses Risiko wird durch konsortiale Governance kompensiert:
internationale Partner,
IP‑Pools,
gemeinsame Roadmaps.⁶
Übertragbarkeit auf Thüringen: Extrem hoch, da Photonik‑Reinräume ähnliche Logiken erfordern.
5. Risikoprofil China: geopolitische Risiken + Skalierungstiefe
China trägt ein strukturelles Risiko: geopolitische Konflikte.
Handelskonflikte,
Sanktionen,
technologische Abschottung.
Dieses Risiko wird durch Skalierungstiefe kompensiert:
vertikale Integration,
staatliche Produktionskapazitäten,
strategische Industriepolitik.⁷
Übertragbarkeit auf Thüringen: Selektiv, aber die Skalierungslogik ist adaptierbar.
3.6.16 Die fünf Modelle als normative Ordnungen: Werte, Legitimität und demokratische Übertragbarkeit (Langfassung)
Technologische Staatlichkeit ist nicht nur eine Frage von Kapital, Infrastruktur und Governance, sondern auch eine Frage von Werten, Legitimität und normativer Einbettung.⁸ Die fünf Modelle repräsentieren unterschiedliche normative Ordnungen, die bestimmen, wie technologische Entscheidungen legitimiert werden und welche gesellschaftlichen Ziele sie verfolgen.
1. Normative Ordnung Singapur: Technokratie + Leistungslegitimität
Singapur basiert auf:
technokratischer Rationalität,
Leistungslegitimität,
langfristiger Planung.
Technologiepolitik wird als staatliche Kernaufgabe verstanden.⁹ Übertragbarkeit auf Thüringen: hoch, aber demokratisch einzubetten.
2. Normative Ordnung Israel: Markt + Sicherheit
Israel basiert auf:
marktwirtschaftlicher Dynamik,
sicherheitspolitischer Notwendigkeit,
staatlicher Risikoteilung.
Technologiepolitik wird als Überlebensstrategie verstanden.¹⁰ Übertragbarkeit auf Thüringen: teilweise, aber ohne sicherheitspolitische Logik.
3. Normative Ordnung Finnland: Wissenschaft + Neutralität
Finnland basiert auf:
wissenschaftlicher Evidenz,
institutioneller Neutralität,
gesellschaftlichem Konsens.
Technologiepolitik wird als öffentliche Infrastruktur verstanden.¹¹ Übertragbarkeit auf Thüringen: sehr hoch.
4. Normative Ordnung Belgien: Kooperation + Offenheit
Belgien basiert auf:
internationaler Kooperation,
Offenheit,
Spezialisierung.
Technologiepolitik wird als globales Gemeinschaftsgut verstanden.¹² Übertragbarkeit auf Thüringen: extrem hoch.
5. Normative Ordnung China: Staat + Souveränität
China basiert auf:
staatlicher Kontrolle,
geopolitischer Zielsetzung,
technologischer Autarkie.
Technologiepolitik wird als Machtinstrument verstanden.¹³ Übertragbarkeit auf Thüringen: nur in der Skalierungslogik, nicht in der politischen Logik.
Fußnoten
¹ OECD 2022. ² EU‑Kommission 2023. ³ Temasek Annual Report 2023. ⁴ Israel Innovation Authority 2022. ⁵ VTT Impact Assessment 2021. ⁶ IMEC Annual Report 2023. ⁷ China IC Fund Annual Report 2022. ⁸ European Council: Technology and Democracy, 2023. ⁹ Singapore EDB 2023. ¹⁰ Israel Innovation Authority 2022. ¹¹ VTT 2021. ¹² IMEC Governance Overview 2022. ¹³ McKinsey: China Tech Strategy, 2021.
Endnoten
ᵃ Risikoarchitekturen bestimmen die langfristige Stabilität technologischer Systeme. ᵇ Normative Ordnungen bestimmen die gesellschaftliche Legitimität technologischer Entscheidungen. ᶜ Thüringen benötigt eine demokratiekompatible Hybridordnung. ᵈ Die fünf Modelle zeigen, wie Werte und Technologiepolitik zusammenwirken.
3.6.17 Die fünf Modelle als Wertschöpfungsketten: Von Grundlagenforschung bis globaler Marktintegration (Langfassung)
Die fünf Modelle technologischer Staatlichkeit unterscheiden sich nicht nur in Governance, Kapitalarchitektur und Infrastruktur, sondern auch in der Art und Weise, wie sie Wertschöpfungsketten organisieren.¹ Diese Wertschöpfungsketten bestimmen, wie Wissen entsteht, wie es in Produkte übersetzt wird und wie diese Produkte globale Märkte erreichen.² Für Thüringen ist diese Analyse zentral, weil Photonik, Sensorik und Quantentechnologien besonders stark von funktionierenden Wertschöpfungsketten abhängen.
1. Singapur: Globale Wertschöpfungsketten durch Kapitalintegration
Singapur integriert sich über Kapital in globale Wertschöpfungsketten:
Staatsfonds investieren weltweit,
TRL‑Plattformen ziehen internationale Unternehmen an,
Skalierung erfolgt über globale Partner.³
Die Wertschöpfungskette ist kapitalgetrieben und international vernetzt.
Übertragbarkeit auf Thüringen: Sehr hoch, da Thüringen über Photonik‑Cluster verfügt, die global anschlussfähig sind.
2. Israel: Wertschöpfungsketten durch Start‑up‑Dynamik
Israel organisiert Wertschöpfungsketten über:
Start‑ups,
internationale VC‑Netzwerke,
schnelle Exits,
globale Technologiekonzerne.⁴
Die Wertschöpfungskette ist marktdynamisch, aber weniger stabil.
Übertragbarkeit auf Thüringen: Mittel, aber die Risikoteilungslogik ist übertragbar.
3. Finnland: Wertschöpfungsketten durch Validierung
Finnland organisiert Wertschöpfungsketten über:
neutrale Testlinien,
Validierungsplattformen,
industrielle Vorentwicklung.⁵
Die Wertschöpfungskette ist technologisch stabil, aber kapitalarm.
Übertragbarkeit auf Thüringen: Sehr hoch, da Thüringen ähnliche TRL‑Lücken hat.
4. Belgien: Wertschöpfungsketten durch Prozessintegration
Belgien (IMEC) organisiert Wertschöpfungsketten über:
Reinräume,
Pilotlinien,
Prozessintegration,
internationale Konsortien.⁶
Die Wertschöpfungskette ist infrastrukturgetrieben und global sichtbar.
Übertragbarkeit auf Thüringen: Extrem hoch, da Photonik‑Reinräume ähnliche Logiken erfordern.
5. China: Wertschöpfungsketten durch vertikale Integration
China organisiert Wertschöpfungsketten über:
staatliche Kontrolle,
vertikale Integration,
Produktionskapazitäten,
geopolitische Industriepolitik.⁷
Die Wertschöpfungskette ist skalierungsgetrieben und geopolitisch motiviert.
Übertragbarkeit auf Thüringen: Selektiv, aber die Skalierungslogik ist adaptierbar.
3.6.18 Die fünf Modelle als Innovationsregime: Wissensproduktion, IP‑Logiken und technologische Diffusion (Langfassung)
Innovationssysteme unterscheiden sich nicht nur in Kapital, Infrastruktur und Governance, sondern auch in ihren Innovationsregimen: Wie Wissen entsteht, wie es geschützt wird und wie es sich verbreitet.⁸ Die fünf Modelle repräsentieren fünf unterschiedliche Regime, die für Thüringen hochrelevant sind.
1. Singapur: IP‑Kopplung + staatliche Beteiligung
Singapur nutzt ein Innovationsregime, in dem:
IP‑Rechte klar geregelt sind,
staatliche Beteiligungen IP‑Zugänge sichern,
internationale Unternehmen IP‑Pools nutzen.⁹
Dieses Regime ist kapitalorientiert und international offen.
Übertragbarkeit auf Thüringen: Hoch, da Photonik‑IP global relevant ist.
2. Israel: IP‑Dynamik durch Start‑ups
Israel nutzt ein Innovationsregime, in dem:
IP schnell entsteht,
IP schnell verkauft wird,
IP global diffundiert.¹⁰
Dieses Regime ist dynamisch, aber weniger stabil.
Übertragbarkeit auf Thüringen: Mittel, aber die Dynamik ist wertvoll.
3. Finnland: IP‑Neutralität + Validierung
Finnland nutzt ein Innovationsregime, in dem:
IP‑Rechte klar getrennt sind,
Validierungszentren IP‑neutral arbeiten,
Unternehmen IP behalten.¹¹
Dieses Regime ist vertrauensbasiert und technologisch stabil.
Übertragbarkeit auf Thüringen: Sehr hoch, da neutrale Validierung essenziell ist.
4. Belgien: IP‑Pools + Konsortialmodelle
Belgien (IMEC) nutzt ein Innovationsregime, in dem:
IP‑Pools entstehen,
Konsortien IP gemeinsam nutzen,
Roadmaps IP‑Entwicklung steuern.¹²
Dieses Regime ist kooperativ und global sichtbar.
Übertragbarkeit auf Thüringen: Extrem hoch, da Photonik‑Ökosysteme ähnliche Strukturen benötigen.
5. China: IP‑Souveränität + staatliche Kontrolle
China nutzt ein Innovationsregime, in dem:
IP staatlich kontrolliert wird,
IP‑Zugänge politisch gesteuert werden,
IP‑Diffusion geopolitisch motiviert ist.¹³
Dieses Regime ist autarkieorientiert und strategisch.
Übertragbarkeit auf Thüringen: Nur in der Skalierungslogik, nicht in der politischen Logik.
Fußnoten
¹ OECD 2022. ² EU‑Kommission 2023. ³ Temasek Annual Report 2023. ⁴ Israel Innovation Authority 2022. ⁵ VTT Impact Assessment 2021. ⁶ IMEC Annual Report 2023. ⁷ China IC Fund Annual Report 2022. ⁸ European Council: Innovation Regimes, 2023. ⁹ Singapore EDB 2023. ¹⁰ Yozma Group 2020. ¹¹ VTT 2021. ¹² IMEC Governance Overview 2022. ¹³ McKinsey: China Tech Strategy, 2021.
Endnoten
ᵃ Wertschöpfungsketten bestimmen die globale Wettbewerbsfähigkeit technologischer Systeme. ᵇ Innovationsregime bestimmen die Geschwindigkeit und Richtung technologischer Entwicklung. ᶜ Thüringen benötigt ein kooperatives, neutrales und skalierungsfähiges Innovationsregime. ᵈ Die fünf Modelle zeigen, wie Wissen, IP und Technologie global diffundieren.
3.6.19 Die fünf Modelle als politische Ökonomien: Staat, Markt und Technologie im internationalen Vergleich (Langfassung)
Die fünf Modelle technologischer Staatlichkeit repräsentieren nicht nur unterschiedliche Governance‑Logiken, sondern auch unterschiedliche politische Ökonomien.¹ Diese politischen Ökonomien bestimmen, wie Staaten, Märkte und Technologien miteinander interagieren, wie Ressourcen verteilt werden und wie technologische Prioritäten gesetzt werden.² Für Thüringen ist diese Analyse zentral, weil sie zeigt, welche politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen ein hybrides Modell benötigt.
1. Singapur: Staatlich orchestrierter Markt
Singapur kombiniert:
staatliche Kapitalsteuerung,
marktwirtschaftliche Effizienz,
internationale Offenheit.
Die politische Ökonomie basiert auf strategischem Staatskapitalismus, der jedoch marktorientiert bleibt.³ Technologiepolitik ist ein Instrument nationaler Wettbewerbsfähigkeit.
Übertragbarkeit auf Thüringen: Hoch, da Thüringen staatliche Steuerung mit marktwirtschaftlicher Dynamik verbinden kann.
2. Israel: Marktgetriebene Innovation + staatliche Risikoversicherung
Israel kombiniert:
marktwirtschaftliche Dynamik,
staatliche Risikoteilung,
internationale Kapitalintegration.
Die politische Ökonomie basiert auf unternehmerischer Freiheit, die durch staatliche Instrumente stabilisiert wird.⁴ Technologiepolitik ist ein Instrument wirtschaftlicher Resilienz.
Übertragbarkeit auf Thüringen: Mittel, aber die Risikoteilungslogik ist übertragbar.
3. Finnland: Öffentliche Infrastruktur + industrielle Kooperation
Finnland kombiniert:
öffentliche Finanzierung,
wissenschaftliche Neutralität,
industrielle Einbettung.
Die politische Ökonomie basiert auf sozialdemokratischer Stabilität und wissenschaftlicher Evidenz.⁵ Technologiepolitik ist ein Instrument gesellschaftlicher Modernisierung.
Übertragbarkeit auf Thüringen: Sehr hoch, da Thüringen ähnliche institutionelle Traditionen besitzt.
4. Belgien: Internationale Kooperation + Spezialisierung
Belgien kombiniert:
internationale Konsortien,
spezialisierte Infrastruktur,
offene Märkte.
Die politische Ökonomie basiert auf europäischer Integration und globaler Vernetzung.⁶ Technologiepolitik ist ein Instrument internationaler Positionierung.
Übertragbarkeit auf Thüringen: Extrem hoch, da Photonik und Sensorik ähnliche Spezialisierungslogiken besitzen.
5. China: Staatskapitalismus + geopolitische Industriepolitik
China kombiniert:
staatliche Kontrolle,
vertikale Integration,
geopolitische Zielsetzung.
Die politische Ökonomie basiert auf autoritärem Staatskapitalismus, der Technologie als Machtinstrument nutzt.⁷ Technologiepolitik ist ein Instrument geopolitischer Souveränität.
Übertragbarkeit auf Thüringen: Nur in der Skalierungslogik, nicht in der politischen Logik.
3.6.20 Synthese: Ein europäisches Modell technologischer Staatlichkeit – Thüringen als Prototyp (Langfassung)
Die Analyse der fünf internationalen Modelle zeigt, dass Europa ein eigenes Modell technologischer Staatlichkeit entwickeln muss, das Elemente aller fünf Systeme integriert, aber demokratiekompatibel bleibt.⁸ Thüringen besitzt die strukturellen Voraussetzungen, um ein solches Modell zu entwickeln und als europäischer Prototyp zu dienen.
1. Die vier Säulen eines europäischen Modells
Ein europäisches Modell technologischer Staatlichkeit benötigt vier Säulen:
Kapitalarchitektur (Singapur + Israel),
Infrastrukturarchitektur (Finnland + Belgien),
Governancearchitektur (Singapur + Finnland + Belgien),
Skalierungsarchitektur (China – demokratiekompatibel adaptiert).
Diese vier Säulen bilden die Grundlage eines europäischen Hard‑Tech‑Ökosystems.
2. Warum Thüringen ein idealer Standort ist
Thüringen besitzt:
starke Photonik‑ und Sensorikcluster,
international sichtbare Forschung,
eine zentrale Lage in Europa,
politische Stabilität,
institutionelle Agilität.
Diese Kombination macht Thüringen zu einem idealen Standort für ein europäisches Pilotprojekt.
3. Das Thüringer Modell als Blaupause
Das Thüringer Modell würde:
Kapital mobilisieren (Singapur + Israel),
Technologien validieren (Finnland),
Prozesse integrieren (Belgien),
Skalierung ermöglichen (China – europäisch adaptiert).
Dies ergibt ein System, das:
TRL‑Durchgängigkeit,
Kapitaltiefe,
technologische Tiefe,
Skalierungstiefe
in einer einzigen Architektur vereint.
4. Europäische Relevanz
Europa benötigt regionale Pilotprojekte, die:
neue Governance‑Modelle testen,
neue Kapitalmechanismen entwickeln,
neue Skalierungsstrukturen aufbauen.
Thüringen kann diese Rolle übernehmen.
5. Schlussfolgerung
Thüringen kann – wenn es die fünf internationalen Modelle systemisch integriert – zu einem europäischen Zentrum technologischer Souveränität werden. Dies erfordert:
institutionelle Innovation,
langfristige politische Stabilität,
europäische Einbettung,
strategische Priorisierung.
Die internationale Analyse zeigt: Technologische Souveränität entsteht nicht durch Größe, sondern durch Struktur.
Fußnoten
¹ OECD 2022. ² EU‑Kommission 2023. ³ Temasek Annual Report 2023. ⁴ Israel Innovation Authority 2022. ⁵ VTT Impact Assessment 2021. ⁶ IMEC Annual Report 2023. ⁷ China IC Fund Annual Report 2022. ⁸ European Council: Technology Strategy 2023.
Endnoten
ᵃ Politische Ökonomien bestimmen die institutionelle Leistungsfähigkeit technologischer Systeme. ᵇ Europa benötigt ein eigenes Modell technologischer Staatlichkeit. ᶜ Thüringen besitzt die strukturellen Voraussetzungen für ein europäisches Pilotprojekt. ᵈ Die fünf Modelle bilden die Blaupause für ein hybrides europäisches System.
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