Montag, 9. Februar 2026

Regierungsprogramm Thüringen 2035 Teil Transformationsprogramm detalliert

 

TEIL I – Präambel & Leitbild

1. Präambel: Thüringen 2035

1. Präambel: Thüringen 2035

Thüringen steht im Jahr 2035 an einem historischen Wendepunkt. Die vergangenen Jahrzehnte waren geprägt von tiefgreifenden wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen, die das Land vor große Herausforderungen gestellt haben: demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Strukturbrüche, Energiekrisen, geopolitische Unsicherheiten und eine zunehmende Abhängigkeit von externen Finanzierungsstrukturen.

Gleichzeitig eröffnen sich Chancen, wie sie Thüringen seit der Wiedervereinigung nicht mehr hatte. Neue Technologien, neue Wertschöpfungsmodelle, neue Energieformen und neue globale Märkte ermöglichen es, das Land neu zu positionieren: als europäische Modellregion für Innovation, Resilienz und selbstfinanzierte Transformation.

Dieses Regierungsprogramm beschreibt den Weg dorthin. Es ist kein Katalog von Einzelmaßnahmen, sondern ein System, das Thüringen dauerhaft stärkt. Es ist ein Programm, das nicht nur Probleme verwaltet, sondern Zukunft gestaltet. Es ist ein Programm, das nicht nur Kosten verursacht, sondern Cashflows erzeugt. Es ist ein Programm, das nicht nur reagiert, sondern führt.

Das Herzstück dieser Transformation sind fünf strategische High‑Tech‑Cluster, die Thüringen bis 2035 zu einem europäischen Zukunftsstandort machen:

  • Jena – Photonik, MedTech, BioTech

  • Ilmenau – KI, Robotik, Sensorik

  • Erfurt – Energie, Mikroelektronik

  • Südthüringen – Automotive & Präzision

  • Gera – Gesundheitsdigitalisierung

Diese Cluster sind keine Förderkulissen, sondern vollwertige industrielle Ökosysteme, die Forschung, Talente, Start‑ups, Unternehmen, Kapital und Infrastruktur bündeln. Sie bilden das Fundament eines neuen Wirtschaftsmodells, das auf Wertschöpfung, Innovation und Selbstfinanzierung basiert.

Parallel dazu wird ein staatlicher Innovationsfonds aufgebaut, der Royalty‑Modelle, Dividenden, Pilotfabriken und Beteiligungen an Zukunftsunternehmen finanziert und ab Jahr 15 selbsttragend wird.

Thüringen 2035 wird ein Land sein, das seine Zukunft selbst finanziert, seine Innovationskraft selbst entfaltet und seine gesellschaftliche Stabilität selbst sichert. Ein Land, das nicht wartet, sondern handelt. Ein Land, das nicht bittet, sondern investiert. Ein Land, das nicht verwaltet, sondern gestaltet.

Das Programm kostet 15 Prozent des Haushalts von 14,8 Milliarden Euro rund 2,29 Milliarden Euro.

Es beinhaltet: Fonds/Wagniskapital (600 Millionen)+Infrastruktur (600Millionen)+5 Hauptcluster (800 Millionen)+ Verbundregionen (150 Millionen)+Fachkräfteanwerbung/Visa 79

Das Programm wird den Landeshaushalt am Anfang im schlimmsten Fall mit 222 Millionen Euro Kosten oder im besten Fall 685 Millionen bringen und in 10 Jahren hohe Erträge bringen. Es wird Wachstum auslösen und dadurch Einnahmen bringen.

Aktualisierte Einnahmenübersicht (4.1–4.5) bei 15 % Investitionsquote

Nr.EinnahmequelleMechanismus / SatzEinnahmen pro JahrZweckbindung
4.1Innovationsabgabe0,30 % Unternehmensumsatz + 0,15 % Lohnsumme450–650 Mio. €Innovation, Talente, Energie, Digitalisierung
4.2Digitalabgabe5 % auf digitale Umsätze großer Plattformen250–400 Mio. €Digitale Infrastruktur, KI‑Rechenzentren, Cloud
4.3Erweiterte ZukunftsabgabenDatenwert‑, Plattform‑, KI‑, Cloud‑, Robotik‑, Green‑Tech‑Abgabe150–300 Mio. €Energie, Speicher, Robotik, Green‑Tech
4.4EU‑Mittel EFRE, Horizon, Digital Europe, InvestEU, JTF700–900 Mio. €Cluster, Forschung, Energie, Digitalisierung
4.5Bundesmittel IPCEI, Reallabore, Hightech‑Strategie, Wasserstoff, EXIST, Digitalpakt450–600 Mio. €Pilotfabriken, Speicher, Wasserstoff, KI‑Testfelder

Gesamtsumme aller Einnahmen 2,0

  2,85 Mrd.  pro Jahr

2 Leitbild Thüringen 2035

Thüringen 2035 baut auf fünf tragenden Grundpfeilern. Jeder Pfeiler ist operationalisiert durch klare Ziele, konkrete Maßnahmen, messbare Indikatoren, Finanzierungslogik und Risikoabsicherungen. Zusammen bilden sie ein integriertes System, das Innovation, Wohlstand und gesellschaftliche Stabilität dauerhaft sichert.

Pfeiler 1 Innovationsökosystem und Clusterorientierung

Ziel: Thüringen als europäische Modellregion für High‑Tech‑Cluster etablieren und die fünf Cluster zu international wettbewerbsfähigen Ökosystemen entwickeln.

Kernmaßnahmen

  • Clusterzentren stärken: Ausbau von Technologiezentren in Jena, Ilmenau, Erfurt, Südthüringen und Gera; gemeinsame Infrastruktur, Testfelder, Pilotfabriken.

  • Forschungskooperationen: gezielte Förderlinien für universitäre‑industrielle Konsortien; beschleunigte Anerkennung von Abschlüssen; internationale Forschungskooperationen.

  • Start‑up‑Ökosystem: Gründerzentren, Mentoring, Seed‑Finanzierung durch DeepFonds, Büro‑ und Laborflächen mit vergünstigten Konditionen.

  • Technologietransfer: verbindliche IP‑ und Lizenzmodelle; Royalty‑Mechanismen zur Rückführung von Erträgen.

KPIs

  • Anzahl skalierter Start‑ups pro Jahr; Anzahl IP‑Lizenzen; Drittmittelvolumen; Beschäftigungswachstum in Clustern.

Finanzierung

  • Kombination aus Innovationsabgabe, DeepFonds‑Kapital, EU‑Kofinanzierung und gezielten Bundesmitteln.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Risiko: Brain‑Drain → Maßnahme: Thüringen‑Visa, Karrierepfade, Familiennachzug erleichtern.

  • Risiko: Fragmentierung → Maßnahme: verbindliche Governance der Cluster.

Pfeiler 2 Finanzielle Selbstständigkeit und DeepFonds

Ziel: Aufbau eines staatlichen Innovationsfonds, der öffentliche Investitionen hebelt, Beteiligungen hält und ab Jahr 10–12 selbsttragend wird.

Kernmaßnahmen

  • DeepFonds Struktur: Mischung aus Seed‑, Growth‑ und Infrastrukturtranche; klare Exit‑Strategien; Co‑Investments mit privaten Fonds.

  • Rückflussmechanismen: Royalty‑Modelle, Dividenden, Exit‑Erlöse, Nutzungsgebühren aus Infrastruktur.

  • Transparenz und Controlling: jährliches Reporting, unabhängiger Beirat, Risiko‑ und Liquiditätsmanagement.

KPIs

  • Fondsrendite, Anteil selbsttragender Projekte, jährliche Rückflüsse, Anzahl erfolgreicher Exits.

Finanzierung

  • Startkapital aus Innovationsabgabe und Zukunftsabgaben; Reinvestition von Erträgen; gezielte EU‑Hebel.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Risiko: Kapitalbindung ohne Rendite → Maßnahme: strikte Investitionskriterien, Stufenfinanzierung.

  • Risiko: politische Einflussnahme → Maßnahme: Governance mit Expertenmajorität.

Pfeiler 3 Fachkräfte, Bildung und gesellschaftliche Integration

Ziel: Nachhaltige Sicherung und Entwicklung von Fachkräften durch Ausbildung, Anwerbung und Bindung.

Kernmaßnahmen

  • Thüringen‑Visa: beschleunigte Verfahren für High‑Skilled Talents, Gründer und Forschende; Integrationspakete.

  • Fachkräftezentren: duale Ausbildungsplätze, Umschulungsprogramme, lebenslanges Lernen, Sprachförderung.

  • Bildungsnetzwerk: enge Verzahnung von Schulen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen; praxisnahe Curricula.

  • Regionale Bindung: Anreize für Rückkehrer, Wohnraumförderung, Familienservices.

KPIs

  • Nettozuwachs an Fachkräften, Ausbildungsplatzquote, Verbleibsquote nach 5 Jahren, Sprachkursabschlüsse.

Finanzierung

  • Teilfinanzierung durch Innovationsabgabe; Unternehmensbeiträge; EU‑Sozialfonds.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Risiko: Integrationsdefizite → Maßnahme: regionale Mentorenprogramme, Arbeitgebernetzwerke.

  • Risiko: Qualifikationsmismatch → Maßnahme: adaptive Curricula, regelmäßige Kompetenzanalysen.

Pfeiler 4 Infrastruktur, Energie und digitale Souveränität

Ziel: Aufbau resilienter, klimaneutraler Infrastruktur und digitaler Souveränität zur Sicherung industrieller Wettbewerbsfähigkeit.

Kernmaßnahmen

  • Energieinfrastruktur: Ausbau erneuerbarer Erzeugung, Speicher, Wasserstoff‑Netze, Netzausbau.

  • Digitale Infrastruktur: regionale Rechenzentren, KI‑Rechenkapazitäten, Glasfaser‑Netze, sichere Cloud‑Infrastruktur.

  • Mobilität und Logistik: intelligente Verkehrssysteme, Ladeinfrastruktur, Logistikcluster.

  • Infrastruktur als Service: Nutzungsgebührenmodelle für Rechenzentren, Speicher und Testfelder zur Rückflussgenerierung.

KPIs

  • Anteil erneuerbarer Energie, verfügbare Rechenkapazität pro Unternehmen, Netzauslastung, CO₂‑Reduktion.

Finanzierung

  • 50‑%‑Programme mit Nutzergebühren, Investitionsabgaben, EU‑Infrastrukturfonds, PPP‑Modelle.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Risiko: Technologieveraltung → Maßnahme: modulare Infrastruktur, Upgrade‑Pfad.

  • Risiko: Finanzierungslücken → Maßnahme: nutzungsbasierte Gebühren, langfristige Verträge.

Pfeiler 5 Governance, Resilienz und Partizipation

Ziel: Schaffung einer agilen, transparenten Governance, die Beteiligung ermöglicht, Risiken managt und langfristige Resilienz sichert.

Kernmaßnahmen

  • Governance‑Architektur: klare Rollenverteilung zwischen Land, Kommunen, Clustern und DeepFonds; unabhängige Aufsichtsgremien.

  • Risikomanagement: Stresstests für Haushalte, Szenario‑Planung, Krisenreserve.

  • Partizipation: Bürgerforen, Stakeholder‑Panels, digitale Beteiligungsplattformen.

  • Rechts‑ und Förderrahmen: standardisierte Förderverträge, schnelle Genehmigungsprozesse, Compliance‑Regeln.

KPIs

  • Zeit bis Förderentscheidung, Beteiligungsquote der Zivilgesellschaft, Haushaltsstabilitätsindikatoren, Anzahl durchgeführter Stresstests.

Finanzierung

  • Verwaltungskosten aus Programmmitteln; Effizienzgewinne durch Digitalisierung; Rücklagenbildung aus Fondsgewinnen.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Risiko: Bürokratische Trägheit → Maßnahme: One‑Stop‑Shop für Förderanträge, digitale Prozesse.

  • Risiko: Legitimationsverlust → Maßnahme: transparente Berichterstattung, unabhängige Evaluationen.

Implementierungsrahmen und Monitoring

Zeithorizont: Kurzfrist 1–3 Jahre Aufbauphase; Mittelfrist 4–9 Jahre Skalierung; Langfrist ab Jahr 10 Selbsttragung. Monitoring: jährliches Dashboard mit KPIs, unabhängige Evaluation alle 3 Jahre, Anpassungsmechanismen bei Zielabweichungen. Budgetlogik: Kombination aus Innovationsabgabe, Digitalabgabe, Zukunftsabgaben, EU‑ und Bundesmitteln sowie Fonds‑Erträgen; klare Zweckbindung und Rückflussmechanismen.

Diese fünf Grundpfeiler bilden das Leitbild Thüringen 2035. Sie sind operabel, messbar und so gestaltet, dass öffentliche Investitionen nicht nur Kosten darstellen, sondern systematisch in dauerhafte Einnahmequellen und nachhaltiges Wachstum überführt werden.

Wohlstand durch Innovation

Thüringen erzeugt Wohlstand nicht durch Subventionen, sondern durch systematische Produktion von Innovation: Technologie, Wissen, Automatisierung, KI, Robotik und neue Geschäftsmodelle werden zur dauerhaften Wertschöpfungsquelle. Dieser Abschnitt beschreibt Zielbild, operative Maßnahmen, Finanzierungslogik, messbare Indikatoren, Governance und Risikoabsicherung.

Zielbild

Thüringen als produktive Innovationsregion: bis 2035 führende europäische Nische in Photonik, KI, Mikroelektronik, MedTech, Robotik und Gesundheitsdigitalisierung; nachhaltiges Beschäftigungswachstum; deutlich höhere Wertschöpfung pro Beschäftigten; robuste Exportbasis für High‑Tech‑Produkte und -Dienstleistungen.

Konkrete Zielgrößen

  • Skalierte High‑Tech‑Unternehmen: 150 neue Scale‑ups mit >50 Mitarbeitenden.

  • Forschungstransfer: jährliche Steigerung der lizenzierten IP‑Erlöse um 12 %.

  • Produktivitätszuwachs: +20 % Wertschöpfung pro Beschäftigten in Clustern.

  • Beschäftigung: Nettozuwachs von 40.000 qualifizierten Arbeitsplätzen.

Kernmaßnahmen

1. Clusterinfrastruktur und Pilotfabriken

  • Aufbau modularer Pilotfabriken und Testfelder mit Shared‑Facilities; nutzungsbasierte Gebühren; schnelle Skalierpfade für Prototypen.

  • Standardisierte Miet‑ und Nutzungsbedingungen, One‑Stop‑Zugang für Unternehmen.

2. DeepFonds und Risikokapital

  • Seed‑, Growth‑ und Infra‑Tranche; Co‑Investments mit Privatinvestoren; klare Exit‑Regeln.

  • Kapital für Pre‑Seed bis Series B, gezielte Follow‑on‑Reserven.

3. Forschung und Technologietransfer

  • Förderlinien für uni‑industrielle Konsortien; beschleunigte IP‑Verwertung; Royalty‑Modelle zur Rückführung.

  • Incentives für Professuren mit Industriekooperationen.

4. Automatisierung, KI und Robotik‑Adoption

  • Förderprogramme für KMU‑Automatisierung; KI‑Integrationsgutscheine; regionale KI‑Ops‑Hubs.

  • Testumgebungen für sichere Produktion und Zertifizierungsservices.

5. Talentökosystem

  • Thüringen‑Visa, Fachkräftezentren, duale Ausbildungsplätze in Clustern; Karrierepfade und Rückkehranreize.

  • Mentoring‑Programme und internationale Rekrutierungskampagnen.

6. Marktzugang und Internationalisierung

  • Exportförderung, Messe‑ und Delegationsprogramme, EU‑Konsortienführung; Markteintrittsservices für Start‑ups.

Finanzierungslogik

Hebelprinzip: öffentliche Seed‑ und Infrastrukturmittel aktivieren private Folgeinvestitionen und externe Fördermittel.

  • Startfinanzierung: Innovationsabgabe, Digitalabgabe, Zukunftsabgaben.

  • Hebelwirkung: jeder Euro Landeskapital zielt auf 3–6 Euro externes Projektvolumen (EU/Bund/Privat).

  • Rückfluss: Royalty‑Sätze, Dividenden aus Fondsbeteiligungen, Nutzungsgebühren für Infrastruktur speisen DeepFonds und Reinvestitionsrunden.

Monitoring und KPIs

Operative KPIs

  • Anzahl geförderter Prototypen und Pilotfabriken; Anzahl skalierter Start‑ups; Volumen privater Folgefinanzierungen; IP‑Lizenzeinnahmen; Beschäftigungszuwachs in Clustern.

Reporting

  • Quartals‑Dashboard; jährlicher Wirkungsbericht; unabhängige Evaluation alle 3 Jahre.

  • Frühwarnindikatoren: sinkende Follow‑on‑Investitionen, stagnierende Lizenzumsätze, Abwanderung von Talenten.

Risiken und Gegenmaßnahmen

Risiko: Kapitalbindung ohne RenditeGegenmaßnahme: strikte Stage‑Gate‑Finanzierung, Co‑Investorenpflicht, Exit‑Klauseln. Risiko: FachkräftemangelGegenmaßnahme: beschleunigte Visa, duale Ausbildung, Rückkehranreize. Risiko: TechnologieveraltungGegenmaßnahme: modulare Infrastruktur, kontinuierliche Upgrade‑Budgets. Risiko: MarktfehlschlägeGegenmaßnahme: Diversifikation über fünf Cluster, Markttests vor Skalierung, Risikostreuung im DeepFonds.

Implementierungsfahrplan

Phase 1 Aufbau 1–3 Jahre: Governance, DeepFonds‑Seed, Pilotfabriken initial, Thüringen‑Visa starten, erste Förderlinien. Phase 2 Skalierung 4–9 Jahre: Ausbau Pilotfabriken, internationale Rekrutierung, EU‑Konsortien, erste Exits. Phase 3 Konsolidierung ab Jahr 10: Fonds‑Selbsttragung, stabile Royalty‑Cashflows, volle IPCEI‑ und Großprojektfähigkeit.

Governance: Clusterräte, unabhängiger Fondsbeirat, One‑Stop‑Agency für Unternehmen, jährliche Stakeholder‑Konferenz.

Schlussfolgerung Wohlstand durch Innovation bedeutet: öffentliche Mittel gezielt einsetzen, um produktive, skalierbare Innovationsprozesse zu erzeugen. Thüringen produziert Innovationen, statt sie nur zu fördern — mit messbaren Ergebnissen, klarer Finanzlogik und robusten Rückflussmechanismen.

2 Selbstfinanzierte Transformation

Thüringen baut ein integriertes System, das öffentliche Investitionen in dauerhafte, wiederkehrende Cashflows verwandelt. Ziel ist ein staatlicher Innovationsfonds, ein 15‑Prozent‑Programm und ein Haushaltsrahmen, der langfristig entlastet und die Abhängigkeit von externen Gebern reduziert. Die folgenden Abschnitte beschreiben Struktur, Mechanismen, Finanzlogik, Governance, Zeitplan, KPIs und Risikoabsicherung.

Systemübersicht

Kernkomponenten

  • Staatsfonds DeepFonds zur Beteiligung, Risikokapitalbereitstellung und Reinvestition von Erträgen.

  • 15‑Prozent‑Programm: gezielte Investitionslinie im Landeshaushalt (ca. 2,22 Mrd. € bei 14,8 Mrd. Haushaltsvolumen).

  • Rückflussmechanismen: Royalty‑Modelle, Dividenden, Nutzungsgebühren, Infrastruktur‑Fees, Exit‑Erlöse.

  • Hebelwirkung: Landesmittel als Kofinanzierung aktivieren EU‑ und Bundesmittel sowie privates Kapital.

  • Ziel: ab Jahr 10–12 signifikante Eigenfinanzierung des Programms durch Fonds‑Erträge und Infrastruktur‑Cashflows.

Finanzierungsmechanik und Rückflusslogik

Primäre Einnahmequellen

  • Innovationsabgabe, Digitalabgabe, Zukunftsabgaben als dauerhafte Einnahmebasis.

  • DeepFonds‑Beteiligungen: Dividenden, Exits, Wertsteigerungen.

  • Royalty‑Modelle: Umsatz‑ oder Lizenzabhängige Zahlungen aus geförderten Technologien.

  • Infrastruktur‑Fees: Rechenzentren, Speicher, Wasserstoffdurchleitung, Testfelder.

  • Nutzer‑ und Servicegebühren für öffentliche Innovationsinfrastruktur.

Hebelwirkung

  • Jeder Euro Landesmittel wird gezielt so eingesetzt, dass er EU‑ und Bundesmittel sowie privates Kapital anzieht. Realistische Hebelwirkung: 1 € Landesmittel → 3–6 € externes Projektvolumen; in Einzelfällen höher.

Liquiditätsplanung

  • Stufenfinanzierung: Seed → Scale → Infra. Rückflüsse werden priorisiert zur Schuldentilgung, Fondsaufstockung und Reinvestition verwendet.

  • Liquiditätsreserve im Fonds für 3–5 Jahre operative Stabilität.

Staatsfonds DeepFonds Struktur

Tranchensystem

  • Seed‑Tranche: frühe Start‑ups, hohe Risikoallokation.

  • Growth‑Tranche: Follow‑on‑Finanzierungen, Skalierung.

  • Infra‑Tranche: Beteiligungen an Pilotfabriken, Rechenzentren, Speicherprojekten.

Investitionsprinzipien

  • Co‑Investments mit Privatinvestoren verpflichtend ab Serie A.

  • Stage‑Gate‑Entscheidungen mit klaren KPIs vor jeder Folgefinanzierung.

  • Exit‑Strategien definiert vor Investition (Trade sale, IPO, Buy‑back).

Governance

  • Unabhängiger Beirat mit Finanz‑ und Technologieexpertise.

  • Professionelles Fondsmanagement mit klarer Trennung von Politik und operativer Anlageentscheidung.

  • Transparenzpflichten: jährlicher Wirkungsbericht und externe Audits.

Operative Rückflussmechanismen im Detail

  • Royalty‑Modelle: 0,5–2 % auf Umsätze neuer Produkte; 1–3 % auf Lizenzumsätze. Einnahmen fließen anteilig in Fonds und Clusterbudgets.

  • Beteiligungsrenditen: Dividenden und Exit‑Erlöse werden zu 70 % reinvestiert, 30 % zur Haushaltsentlastung verwendet.

  • Infrastruktur‑Nutzungsgebühren: langfristige Verträge mit Unternehmen sichern planbare Cashflows.

  • Public‑Private‑Partnerships: Risiko‑ und Ertragsaufteilung reduziert Staatskapitalbedarf und erhöht Effizienz.

  • Talentprogramme: Matching‑Fees, Ausbildungskooperationen und Unternehmensbeiträge reduzieren Nettoaufwand und erhöhen Bindung.

Budgetwirkung und Haushaltsentlastung

Kurzfristig

  • Aufbauphase erfordert erhöhte Landesmittel; Liquiditätsbedarf wird durch gestaffelte Auszahlungen und EU/Bund‑Kofinanzierung gemildert.

Mittelfristig

  • Ab Jahr 4–7 erste nennenswerte Rückflüsse aus Infrastruktur‑Fees und frühen Fonds‑Exits.

  • Haushaltsentlastung durch wiederkehrende Erträge und reduzierte Transferkosten (z. B. geringere Arbeitslosigkeit, höhere Steuereinnahmen).

Langfristig

  • Ab Jahr 10–12 wird ein signifikanter Teil der Programmkosten durch Fonds‑Erträge und Nutzungsgebühren gedeckt; Nettoentlastung des Landeshaushalts.

Governance, Rechtlicher Rahmen und Compliance

Institutionelle Regeln

  • Fondsgesetz regelt Mandat, Anlagestrategie, Transparenz und Unabhängigkeit.

  • Standardisierte Förderverträge mit Rückflussklauseln und Exit‑Mechanismen.

  • Compliance‑ und Anti‑Subventionsprüfung zur EU‑Konformität.

Risikomanagement

  • Portfolio‑Diversifikation über Sektoren und Reifegrade.

  • Stresstests für Fondsliquidität und Haushaltsauswirkungen.

  • Krisenreserve im Landeshaushalt für externe Schocks.

KPIs und Monitoring

Finanzielle KPIs

  • jährliche Fondsrendite; jährliche Rückflüsse in €; Anteil der Programmkosten gedeckt durch Rückflüsse.

Wirtschaftliche KPIs

  • Anzahl skalierter Unternehmen; private Folgeinvestitionen; zusätzliche EU‑/Bundesmittel pro Jahr.

Soziale KPIs

  • Nettozuwachs an Arbeitsplätzen; Verbleibsquote von Fachkräften; regionale Steueraufkommensteigerung.

Reporting

  • Quartals‑Dashboard für operative Steuerung; jährlicher Wirkungsbericht; externe Evaluation alle 3 Jahre.

Implementierungsfahrplan

Phase 1 Aufbau 0–2 Jahre

  • Rechtsrahmen schaffen; DeepFonds Seedkapital bereitstellen; Pilotprojekte definieren; Governance installieren.

Phase 2 Skalierung 3–7 Jahre

  • Ausbau Pilotfabriken; erste Fonds‑Exits; systematische Aktivierung von EU/Bund‑Hebeln; Ausbau Talentprogramme.

Phase 3 Konsolidierung 8–12 Jahre

  • Fonds erreicht kritische Masse; Rückflüsse decken wachsenden Anteil der Programmkosten; Haushaltsentlastung sichtbar.

Risiken und Gegenmaßnahmen

Marktrisiko → Diversifikation, Co‑Investoren, Stage‑Gate. Politisches Risiko → gesetzliche Verankerung, unabhängige Governance. Liquiditätsrisiko → Reserve, gestaffelte Auszahlungen, PPP. EU‑Rechtsrisiko → Compliance‑Prüfungen, transparente Subventionskontrollen. Soziales Risiko → gezielte Integrations‑ und Weiterbildungsprogramme.

Abschlussformulierung

Die selbstfinanzierte Transformation macht Thüringen resilient und handlungsfähig. Durch einen professionell geführten Staatsfonds, zweckgebundene Abgaben, klare Rückflussmechanismen und strikte Governance wird aus öffentlicher Investition ein nachhaltiger Kapitalstock: ein System, das investiert, Renditen erzeugt und den Landeshaushalt langfristig entlastet.

3 Nachhaltige und resiliente Strukturen

Resilienz wird zur zentralen Staatsaufgabe. Thüringen gestaltet Energie, Infrastruktur, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft so, dass Schocks nicht nur überstanden, sondern in Chancen verwandelt werden. Das Ziel ist ein widerstandsfähiges System, das Stabilität, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Dynamik verbindet.

Ziele

  • Versorgungssicherheit: stabile Energieversorgung und funktionierende kritische Infrastruktur auch in Krisenzeiten.

  • Klimaneutralität mit Resilienz: CO₂‑Reduktion bei gleichzeitiger Erhöhung der Systemstabilität.

  • Betriebliche Kontinuität: Unternehmen und Verwaltung bleiben handlungsfähig bei Störungen.

  • Soziale Resilienz: Schutz vulnerabler Gruppen, starke lokale Netze und schnelle Reaktionsfähigkeit.

  • Dezentrale Robustheit: regionale Redundanzen statt zentraler Single Points of Failure.

Kernmaßnahmen

Energie

  • Dezentrale Erzeugung und Speicher: flächendeckender Ausbau erneuerbarer Erzeugung plus verteilte Batteriespeicher und Power‑to‑X‑Kapazitäten.

  • Wasserstoffinfrastruktur: regionale Erzeugung, Verteilnetze und industrielle Abnehmerverträge.

  • Netzstabilität und Flexibilitätsmärkte: lokale Flexibilitätsplattformen, virtuelle Kraftwerke, Lastmanagement für Industrie und Kommunen.

  • Notfallreserve: strategische Energiepuffer für kritische Einrichtungen.

Infrastruktur

  • Modulare Infrastrukturplanung: modulare, upgradefähige Bauweisen für Verkehr, Logistik und Versorgung.

  • Digitale Redundanz: regionale Rechenzentren, sichere Cloud‑Backups, resilienter Glasfaseraufbau mit Ringtopologien.

  • Kritische Versorgungspfade: Priorisierung von Transportkorridoren, Lagerhaltung für Schlüsselgüter, lokale Produktionskapazitäten.

  • Infrastruktur als Service: langfristige Nutzungsverträge zur Finanzierung und planbaren Wartung.

Verwaltung und Governance

  • Krisenmanagement 2.0: integrierte Lagezentren, digitale Lagebilder, standardisierte Notfallprozesse.

  • One‑Stop‑Resilienzplattform: zentrale Plattform für Risikoanalysen, Frühwarnungen und Ressourcenkoordination.

  • Dezentrale Entscheidungsbefugnisse: klare Delegationsregeln für schnelle lokale Reaktion.

  • Digitale Verwaltungssicherheit: Zero Trust, regelmäßige Penetrationstests, Backup‑ und Wiederanlaufpläne.

Wirtschaft und Unternehmen

  • Resilienzförderung für KMU: Zuschüsse für Notfallpläne, Digitalisierung, Lagerhaltung und Lieferkettendiversifikation.

  • Produktionslokalisierung und regionale Wertschöpfung: Anreize für kritische Zulieferketten in Thüringen.

  • Versicherungs‑ und Absicherungsinstrumente: staatlich unterstützte Kollektivlösungen für Katastrophenrisiken.

  • Resilienzzertifikate: Auditierte Standards für Unternehmen mit Prämien bei öffentlichen Aufträgen.

Gesellschaft und Soziales

  • Lokale Versorgungsnetzwerke: Nachbarschaftsinitiativen, kommunale Krisenhelfer, digitale Plattformen für Ressourcenmatching.

  • Soziale Sicherheitsnetze: flexible Unterstützungsleistungen, mobile Gesundheitsversorgung, psychosoziale Angebote.

  • Bildung für Resilienz: Schulungen, Notfallkompetenzen und berufliche Weiterbildung in kritischen Bereichen.

  • Partizipation: Bürgerforen und transparente Kommunikation in Krisenzeiten.

Finanzierungslogik

  • Kombination aus Fonds, Gebühren und Fördermitteln: DeepFonds‑Infra‑Tranche, Infrastruktur‑Nutzungsgebühren, EU‑ und Bundeskofinanzierung.

  • PPP und langfristige Verträge: private Kapitalbeteiligung zur Risikoteilung und Effizienzsteigerung.

  • Rücklagen und Krisenreserve: gezielte Haushaltsrücklagen für akute Maßnahmen.

  • Anreizmechanismen: Resilienzprämien für Kommunen und Unternehmen, die nachweislich Standards erfüllen.

Monitoring und KPIs

  • Systemindikatoren: Verfügbarkeit kritischer Infrastruktur in Stunden; Anteil erneuerbarer Erzeugung mit Speicheranbindung; Wiederanlaufzeit für IT‑Systeme.

  • Wirtschaftsindikatoren: Anzahl resilient zertifizierter Unternehmen; Ausfalltage in Schlüsselbranchen; regionale Beschäftigungsstabilität.

  • Soziale Indikatoren: Erreichbarkeit sozialer Dienste in Krisen; Anteil der Bevölkerung mit Notfallplänen; Zufriedenheit mit Krisenkommunikation.

  • Reporting: Quartalsweise Dashboards, jährlicher Resilienzbericht, unabhängige Evaluation alle drei Jahre.

Governance und Implementierung

  • Resilienzagentur Thüringen: zentrale Koordinationsstelle mit Mandat für Planung, Monitoring und Finanzierung.

  • Regionale Resilienzräte: lokale Umsetzung, Vernetzung von Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

  • Rechtsrahmen: verbindliche Resilienzstandards für kritische Infrastruktur und öffentliche Auftraggeber.

  • Pilotprogramme: priorisierte Modellregionen zur schnellen Skalierung erfolgreicher Lösungen.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Finanzierungsengpässe → Diversifizierte Finanzierungsquellen, PPP, EU‑Hebel.

  • Technologieabhängigkeit → offene Standards, Multi‑Vendor‑Strategien, lokale Kapazitäten.

  • Koordinationsdefizite → klare Mandate, verbindliche Schnittstellen, digitale Plattformen.

  • Soziale Ungleichheit → gezielte Schutzmaßnahmen für vulnerable Gruppen, inklusive Planung.

Resilienz als Staatsaufgabe bedeutet, präventiv zu planen, dezentral zu bauen und flexibel zu handeln. Thüringen schafft damit eine Infrastruktur- und Gesellschaftsarchitektur, die Krisen nicht nur übersteht, sondern gestärkt aus ihnen hervorgeht.

4 Europäische Wettbewerbsfähigkeit

Thüringen misst sich an führenden europäischen Innovationsregionen. Ziel ist, ein kompakter Innovationsstaat zu werden, der in fünf spezialisierten Clustern mit klaren Stärken, internationaler Sichtbarkeit und messbaren Wettbewerbsindikatoren mit Städten wie Kopenhagen, Zürich, Stockholm, Eindhoven und Tallinn konkurriert.

Zielbild und Ambition

Ziel: Thüringen ist 2035 eine europäische Referenzregion für angewandte Forschung, industrielle Skalierung und digitale Souveränität. Ambition: In ausgewählten Nischen die besten Rahmenbedingungen Europas bieten — Talent, Kapital, Infrastruktur, regulatorische Schnelligkeit und Marktzugang — so dass Thüringer Unternehmen und Forschungseinrichtungen international führend werden.

Strategische Hebel

  • Fokussierte Exzellenz: Konzentration auf fünf Cluster mit klaren Spezialisierungen und komplementären Wertschöpfungsketten.

  • Schnelle Umsetzung: One‑Stop‑Agency für Genehmigungen, Förderanträge und internationale Ansiedlung.

  • Finanzielle Schlagkraft: DeepFonds + 15‑Prozent‑Programm + zweckgebundene Abgaben als dauerhafte Kapitalbasis.

  • Digitale Souveränität: regionale Rechenzentren, KI‑Ops, sichere Cloud‑Infrastruktur und Datenräume.

  • Internationale Sichtbarkeit: gezielte EU‑Konsortienführung, Messepräsenz, Partnerschaften mit Top‑Hubs.

Operative Maßnahmen (priorisiert)

  1. Benchmarking und Roadmaps

    • Detaillierte Vergleichsanalysen zu Kopenhagen, Zürich, Stockholm, Eindhoven, Tallinn; jährliche Roadmaps mit Lückenanalyse.

  2. Talentoffensive

    • Thüringen‑Visa, internationale Rekrutierung, Stipendienprogramme, englischsprachige Karrierepfade.

  3. Infrastruktur für Skalierung

    • Pilotfabriken, Shared Labs, KI‑Rechenzentren, Testfelder mit kommerziellen Nutzungsverträgen.

  4. Markt‑ und Exportförderung

    • Internationalisierungspakete, Exportcoaching, Delegationen, EU‑Konsortienführung.

  5. Regulatorische Schnelligkeit

    • Fast‑Track‑Genehmigungen für Reallabore, standardisierte Förderverträge, regulatorische Sandboxes.

  6. Finanzierungsökosystem

    • Co‑Investments, steuerliche Anreize für Follow‑on‑Kapital, Ankerinvestoren für DeepFonds.

  7. Branding und Standortmarketing

    • Europäische Kampagnen, Cluster‑Marken, Partnerschaften mit Top‑Universitäten.

Messbare Indikatoren

  • Wirtschaftlich: Anzahl Scale‑ups >50 Mitarbeitende; privates VC‑Volumen pro Jahr; Exportanteil High‑Tech.

  • Forschung: Drittmittelvolumen; Patente pro Jahr; Anzahl Horizon‑Konsortien unter Führung Thüringens.

  • Infrastruktur: verfügbare KI‑Rechenkapazität; m² Pilotfabriken; belegte Testfeldstunden.

  • Talent: Nettozuwachs High‑Skilled Fachkräfte; Verbleibsquote nach 5 Jahren.

  • Sichtbarkeit: Anzahl internationale Partnerschaften; Platzierungen in europäischen Rankings (Nischen).

Finanzierungs- und Hebelmodell

  • Startkapital: DeepFonds Seed + 15‑Prozent‑Programm.

  • Laufende Mittel: Innovationsabgabe, Digitalabgabe, Zukunftsabgaben.

  • Hebelwirkung: Landesmittel als Kofinanzierung aktivieren EU‑ und Bundesmittel sowie privates Kapital.

  • Rückfluss: Royalty‑Modelle, Nutzungsgebühren, Fonds‑Exits finanzieren Reinvestitionen.

Governance und Partnerschaften

  • Europäisches Clusterforum: regelmäßige Austauschformate mit Partnerstädten und EU‑Akteuren.

  • Clusterboards: Vertreter aus Wissenschaft, Industrie, Kommunen, Fonds und Zivilgesellschaft.

  • One‑Stop‑Agency: zentrale Anlaufstelle für Ansiedlung, Fördermanagement und internationale Kooperationen.

  • Kooperationsnetz: strategische Partnerschaften mit mindestens drei europäischen Hubs pro Cluster.

Zeitplan und Meilensteine

  • 0–2 Jahre: Benchmarking, Rechtsrahmen, DeepFonds Seed, erste Pilotfabriken, Thüringen‑Visa operational.

  • 3–6 Jahre: Skalierung Pilotfabriken, erste Exits, EU‑Konsortien unter Führung, deutlicher Talentzuwachs.

  • 7–10 Jahre: Regionale Marktführerschaft in Nischen, selbsttragende Fondsstruktur, internationale Sichtbarkeit.

  • 2035: Thüringen als anerkannter europäischer Innovationsstaat im Kleinen.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Risiko Fachkräftemangel: aggressive Talentstrategie, Ausbildungsoffensive, Rückkehranreize.

  • Risiko Kapitalknappheit: Co‑Investorenpflicht, steuerliche Anreize, EU‑Hebel.

  • Risiko Fragmentierung: verbindliche Governance, Cluster‑Interoperabilität.

  • Risiko Reputationslücken: transparente Evaluation, unabhängige Audits, sichtbare Erfolge früh kommunizieren.

Kompakte Vergleichstabelle Zielattribute

AttributKopenhagen etc. (Vorbild)Thüringen Ziel 2035
Nischenexzellenzstarke Spezialisierungfokussierte Top‑Nischen in 5 Clustern
Talentmagnethohe internationale AnziehungskraftThüringen‑Visa, Karrierepfade
SkalierungsinfrastrukturPilotfabriken, Labsflächendeckende Pilotfabriken, Rechenzentren
Finanzökosystemaktives VC, Public‑PrivateDeepFonds + Co‑Investoren
Regulatorische Agilitätschnelle GenehmigungenOne‑Stop‑Agency, Sandboxes

Thüringen wird nicht nur vergleichen, sondern konkurrenzfähig gestalten: durch Fokussierung, Kapital, Talent und operative Geschwindigkeit. Das Ergebnis ist ein kompakter, europäischer Innovationsstaat, der in seinen Nischen zu den Besten gehört.

5 Soziale Stabilität und regionale Balance

Thüringen verbindet wirtschaftliche Dynamik mit sozialer Sicherheit und regionaler Balance. Maßnahmen zielen darauf ab, dass Transformation alle erreicht, Ungleichheiten reduziert werden und ländliche Räume gleichberechtigt von Wachstum profitieren.

Ziele und Leitprinzipien

  • Inklusion: Alle Bevölkerungsgruppen partizipieren am wirtschaftlichen Aufschwung.

  • Regionale Ausgewogenheit: Stärkung von Umland und Kleinstädten neben den Kernclustern.

  • Soziale Sicherheit: Existenzsicherung, Weiterbildung und Übergangsmodelle für Betroffene struktureller Veränderungen.

  • Partizipation: Bürgerinnen und Bürger gestalten Projekte mit und profitieren direkt.

Maßnahmenpaket für soziale Stabilität

Soziale Sicherungsnetze und Übergangsprogramme

  • Kurzfristige Einkommenssicherung durch flexible Transfermodelle und Übergangsbezüge für Beschäftigte in Transformationsbranchen.

  • Aktive Arbeitsmarktpolitik mit individuellen Weiterbildungsbudgets, Umschulungsprämien und Job‑Matching in Clustern.

  • Sozialer Innovationsfonds für lokale Initiativen, die Beschäftigung schaffen und soziale Dienstleistungen digitalisieren.

Bildung, Qualifizierung und lebenslanges Lernen

  • Regionale Fachkräftezentren mit modularen Lehrgängen, dualen Programmen und Microcredentials.

  • Bildungskooperationen zwischen Schulen, Hochschulen und Unternehmen zur schnellen Anpassung von Curricula.

  • Weiterbildungschecks für Beschäftigte, die in neue Technologien wechseln.

Wohnraum und Lebensqualität

  • Gezielte Wohnraumförderung für Fachkräfte, Familien und Rückkehrer in Umlandregionen.

  • Quartiersentwicklung mit sozialer Infrastruktur, Kinderbetreuung und Gesundheitsangeboten.

  • Mobilitätszuschüsse und Pendlerpakete zur besseren Anbindung ländlicher Räume.

Regionale Wirtschaftsentwicklung

  • Regionalfonds für KMU‑Modernisierung, Zuliefernetzwerke und lokale Wertschöpfung.

  • Anreize für Ansiedlung in Peripherie durch Mietsubventionen, Steuererleichterungen und Infrastrukturpakete.

  • Kooperationen zwischen Clustern und Regionen zur Verteilung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen.

Soziale Teilhabe und Zivilgesellschaft

  • Bürgerbudgets und lokale Beteiligungsplattformen für Projektpriorisierung.

  • Soziale Innovationslabore zur Entwicklung lokaler Lösungen (Pflege, Mobilität, Nahversorgung).

  • Förderung ehrenamtlicher Strukturen und Nachbarschaftsnetzwerke.

Finanzierungslogik und Hebelwirkung

  • Kombination aus Landesmitteln, EU‑Sozialfonds und DeepFonds‑Mitteln zur Finanzierung von Übergangsprogrammen und Regionalfonds.

  • Matching‑Mechanismen: Landesmittel lösen private und kommunale Co‑Finanzierung aus.

  • Zweckbindung: Mittel für soziale Maßnahmen sind an Beschäftigungs‑ und Integrationsziele gekoppelt, Rückflüsse aus regionalen Projekten fließen in Reinvestitionspools.

KPIs und Monitoring

IndikatorZiel 2035
Nettozuwachs qualifizierter Arbeitsplätze+40.000
Verbleibsquote Fachkräfte nach 5 Jahren75 %
Anteil ländlicher Gemeinden mit Breitband und Mobilitätspaket95 %
Anteil geförderter KMU mit Modernisierungsprojekten60 %
Zufriedenheit mit sozialer Absicherung> 80 %

Quartalsweise Dashboards und jährliche Wirkungsberichte sichern Transparenz. Unabhängige Evaluationen alle drei Jahre prüfen Effizienz und Verteilungseffekte.

Governance und Umsetzung

  • Regionale Entwicklungsräte koordinieren Umsetzung auf Kreisebene; Clusterboards sichern Schnittstellen zu Wirtschaft und Forschung.

  • Sozialer Beirat mit Gewerkschaften, Arbeitgebern, Kommunen und Zivilgesellschaft überwacht soziale Ausgleichsmechanismen.

  • One‑Stop‑Service für Förderanträge, Umschulungen und Wohnraumvermittlung reduziert administrative Hürden.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Ungleichheitsrisiko → gezielte Umverteilungsmechanismen, Mindestquoten für Umlandprojekte.

  • Fachkräftelücke → beschleunigte Visa, Rückkehranreize, regionale Ausbildungsplätze.

  • Finanzierungsengpässe → gestaffelte Auszahlungen, EU‑Hebel, PPP‑Modelle.

  • Soziale Spannungen → transparente Kommunikation, Beteiligungsformate, schnelle Konfliktintervention.

Zeitplan und Meilensteine

  • 0–2 Jahre: Aufbau Regionalfonds, Start Fachkräftezentren, Pilotquartiere.

  • 3–6 Jahre: Skalierung Umschulungsprogramme, flächendeckende Mobilitätslösungen, erste messbare Beschäftigungsgewinne.

  • 7–10 Jahre: Vollerwirkte regionale Balance, deutliche Reduktion struktureller Arbeitslosigkeit, stabile soziale Indikatoren.

Soziale Stabilität und regionale Balance sind integraler Bestandteil der Transformation. Nur durch gezielte, messbare und partizipative Maßnahmen wird Thüringen 2035 wirtschaftlich stark und sozial gerecht sein.

3 Grundprinzipien der Regierungspolitik

Thüringen 2035 handelt nach klaren, verbindlichen Prinzipien, die das gesamte Transformationsprogramm durchziehen. Diese Prinzipien sind normativ, operational und messbar. Sie schaffen Verlässlichkeit für Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger sowie Partner auf EU‑ und Bundesebene und bilden die Grundlage für Entscheidungen, Priorisierungen und Governance.

Prinzip 1 Zielorientierte Wirkung statt Maßnahmenanhäufung

Kern: Jede Maßnahme muss ein klar definiertes Ziel, messbare Indikatoren und eine Exit‑ oder Skalierungsregel haben. Operationalisierung

  • Zieldefinition bei Projektstart; SMART‑Indikatoren im Fördervertrag.

  • Stage‑Gate‑Prozesse: nur bei Erreichen von KPIs wird Folgefinanzierung freigegeben.

  • Evaluationspflicht: unabhängige Wirkungsevaluation nach 3 Jahren.

Prinzip 2 Zweckbindung und Transparenz der Mittel

Kern: Einnahmen aus Innovationsabgabe, Digitalabgabe und Zukunftsabgaben sind zweckgebunden und vollständig nachvollziehbar. Operationalisierung

  • Einnahmenkonto mit öffentlichem Dashboard.

  • Verwendungsnachweis für jede Auszahlung; jährlicher Wirkungsbericht.

  • Transparenzportal mit Projektstatus, Finanzströmen und Auditberichten.

Prinzip 3 Hebelwirkung und Kofinanzierungslogik

Kern: Landesmittel sind so einzusetzen, dass sie EU‑, Bundes‑ und privates Kapital hebeln. Operationalisierung

  • Kofinanzierungs‑Priorität bei Förderentscheidungen.

  • Co‑Investorenpflicht ab Serie A für Fondsbeteiligungen.

  • Hebel‑Monitoring: Verhältnis Landesmittel zu externem Kapital als KPI.

Prinzip 4 Risiko‑ und Renditegerechtigkeit

Kern: Staat trägt nur begrenzte Frühphasenrisiken; Gewinne werden teilweise reinvestiert und teilweise zur Haushaltsentlastung verwendet. Operationalisierung

  • Tranchensystem im DeepFonds (Seed, Growth, Infra).

  • Renditeverteilung: 70 % Reinvestition, 30 % Haushaltsentlastung.

  • Risikokontingente und Liquiditätsreserve für 3–5 Jahre.

Prinzip 5 Soziale Ausgewogenheit und Teilhabe

Kern: Transformation muss inklusiv sein; soziale Sicherung und regionale Balance sind bindende Kriterien. Operationalisierung

  • Sozialverträglichkeitsprüfung für Großprojekte.

  • Regionalquoten für Fördermittelvergabe.

  • Partizipationsformate: Bürgerforen, Stakeholder‑Panels, Bürgerbudgets.

Prinzip 6 Marktorientierung und Wettbewerbsneutralität

Kern: Staatliche Eingriffe ergänzen, ersetzen aber nicht den Markt; Wettbewerbsverzerrungen sind zu vermeiden. Operationalisierung

  • Beihilfe‑Compliance nach EU‑Recht; externe Rechtsprüfung vor Zuschlag.

  • Markttests vor Subventionen; klare Exit‑Klauseln.

  • Förderkonditionen an private Co‑Finanzierung koppeln.

Prinzip 7 Geschwindigkeit und Rechtssicherheit

Kern: Schnelle Entscheidungen bei gleichzeitigem Rechtsschutz und Planbarkeit. Operationalisierung

  • One‑Stop‑Agency für Genehmigungen und Fördermanagement.

  • Fast‑Track‑Verfahren für Reallabore und Pilotfabriken mit klaren Fristen.

  • Standardisierte Verträge zur Reduktion von Rechtsrisiken.

Prinzip 8 Nachhaltigkeit und Resilienz

Kern: Klimaneutralität, Ressourceneffizienz und Resilienz sind verbindliche Kriterien jeder Investition. Operationalisierung

  • Resilienz‑Check und CO₂‑Bilanz als Fördervoraussetzung.

  • Upgrade‑Pflicht für Infrastrukturprojekte zur Zukunftssicherheit.

  • Resilienzprämien für Projekte mit nachweislich hoher Robustheit.

Prinzip 9 Datenethik und digitale Souveränität

Kern: Datenhoheit, Datenschutz und ethische KI‑Standards sind integraler Bestandteil der Digitalstrategie. Operationalisierung

  • Datenräume mit klaren Zugriffsregeln; Open‑Data‑Standards wo möglich.

  • Ethik‑Boards für KI‑Projekte; Auditpflicht für Algorithmen in kritischen Bereichen.

  • Förderkriterien für lokale Rechenzentren und sichere Cloud‑Infrastruktur.

Prinzip 10 Verantwortlichkeit und unabhängige Kontrolle

Kern: Politische Verantwortung ist klar zuordbar; Kontrolle erfolgt unabhängig und regelmäßig. Operationalisierung

  • Unabhängiger Aufsichtsrat für DeepFonds; externer Prüfungsbericht jährlich.

  • Parlamentarisches Monitoring mit halbjährlichen Hearings.

  • Whistleblower‑Mechanismen und Compliance‑Hotline.

Governance, Monitoring und Sanktionen

  • Governance‑Architektur: One‑Stop‑Agency, DeepFonds‑Beirat, Clusterboards, Regionalräte, Sozialer Beirat.

  • Monitoring: Quartals‑Dashboard, jährlicher Wirkungsbericht, externe Evaluation alle 3 Jahre.

  • Sanktionen: Rückforderungsansprüche, Förderstopp, Ausschluss aus Folgeprogrammen bei Verstößen gegen Zweckbindung, Compliance oder KPI‑Erfüllung.

Implementierungsprinzipien und Zeitplan

  • Phase 1 Rechts‑ und Governanceaufbau 0–12 Monate: Fondsgesetz, Transparenzportal, One‑Stop‑Agency.

  • Phase 2 Pilotierung 1–3 Jahre: erste Fonds‑Tranche, Pilotfabriken, Thüringen‑Visa.

  • Phase 3 Skalierung 3–7 Jahre: volle Programmausrollung, EU‑Konsortienführung.

  • Phase 4 Konsolidierung 8–12 Jahre: Fonds‑Selbsttragung, messbare Haushaltsentlastung.

Diese Grundprinzipien machen die Politik der Regierung Thüringen 2035 vorhersehbar, wirkungsorientiert und legitim. Sie verbinden unternehmerische Dynamik mit sozialer Verantwortung, staatliche Steuerung mit Marktdisziplin und Geschwindigkeit mit Rechtssicherheit.

1 Das 15‑Prozent‑Prinzip — 40 Prozent Beteiligung

Kurzfassung Mindestens 15 % des Landeshaushalts werden dauerhaft in Zukunftsbereiche investiert. 40 % dieser 15‑Prozent‑Mittel werden als Beteiligungskapital eingesetzt (DeepFonds‑Equity‑Tranche). Ziel: öffentliche Mittel nicht als reine Transfers, sondern als investive Kapitalbereitstellung mit klaren Rückflussmechanismen, Hebelwirkung und Renditeorientierung.

Ziel und Logik

Ziel: Aus öffentlichen Mitteln dauerhafte, wiederkehrende Cashflows und Wertsteigerungen erzeugen, die das Programm langfristig finanzieren und den Landeshaushalt entlasten. Logik: Statt 100 % Zuschüsse werden 40 % Equity‑/Beteiligungsinstrumente eingesetzt, 40 % in Infrastruktur/Co‑Investments und 20 % in gezielte Förderungen/Anschubmaßnahmen. Dadurch entsteht ein diversifiziertes Portfolio aus Rendite‑ und Nutzungsströmen.

Mittelaufteilung (Standardmodell)

  • Gesamtprogramm: 15 % des Landeshaushalts (bei 14,8 Mrd. € → ca. 2,22 Mrd. € jährlich).

  • Tranchierung der 15 %:

    • 40 % Beteiligungen (DeepFonds Equity‑Tranche)~888 Mio. €

    • 40 % Infrastruktur / Co‑Investments / 50‑%‑Programme~888 Mio. €

    • 20 % Anschub, Förderlinien, Talentprogramme, Betriebsmittel~444 Mio. €

Warum 40 % Beteiligung?

  • Hebelwirkung: Equity‑Kapital zieht privates Follow‑on‑Kapital an; Co‑Investoren teilen Risiko.

  • Rückflüsse: Dividenden, Exits und Bewertungsgewinne generieren mittelfristig Erträge.

  • Anreizwirkung: Beteiligungen schaffen Marktdisziplin, Governance‑Anforderungen und Performance‑Kontrolle.

  • Langfristiger Kapitalaufbau: Fondsvermögen wächst, reduziert langfristig den Bedarf an jährlichen Landeszuschüssen.

Investitionskriterien für die Equity‑Tranche

  • Sektor‑Fokus: Priorität für Projekte in den fünf Clustern (Photonik, KI/Robotik, Energie/Mikroelektronik, Automotive/Präzision, Gesundheitsdigitalisierung).

  • Reifegrad: Pre‑Seed bis Series B (Seed‑Tranche) sowie selektive Growth‑Beteiligungen; klare Co‑Investorenpflicht ab Serie A.

  • Impact‑Kriterien: Beschäftigungswirkung, regionale Wertschöpfung, Technologie‑Hebel, Klimaneutralitätsnachweis.

  • Renditeerwartung: Zielrendite über Lebenszyklus; konservative Annahmen in Haushaltsplanung.

Governance und Rechtsrahmen

  • Fondsgesetz: Mandat, Anlagegrenzen, Transparenzpflichten, Rendite‑ und Reinvestitionsquoten gesetzlich verankern.

  • Unabhängiger Beirat: Finanz‑ und Technologieexpertise, externe Prüfungen, Interessenkonfliktregeln.

  • Operatives Management: Professionelles Fondsmanagement mit marktüblichen Vergütungs‑ und Anreizstrukturen.

  • Politische Schranken: Politische Einflussnahme begrenzt; Investitionsentscheidungen nach klaren Kriterien und Stage‑Gate‑Prozessen.

Rückfluss‑ und Verwendungsregeln

  • Renditeverteilung: Standard: 70 % Reinvestition in Fonds/Programm, 30 % Haushaltsentlastung (flexibel steuerbar).

  • Zeitliche Staffelung: Rückflüsse werden priorisiert zur Fondsstabilisierung, Schuldentilgung und Reinvestition in neue Projekte verwendet.

  • Zweckbindung: Erträge aus Beteiligungen fließen vorrangig in Innovations‑ und Infrastrukturprogramme; Transparenzportal dokumentiert Verwendung.

Risiko‑Management

  • Diversifikation: Branchen‑ und Reifegradstreuung; regionale Streuung.

  • Co‑Investorenpflicht: Privates Kapital teilt Risiko und diszipliniert Governance.

  • Stage‑Gate‑Finanzierung: Folgefinanzierung nur bei KPI‑Erfüllung.

  • Liquiditätsreserve: Fonds hält Reserve für 3–5 Jahre operative Stabilität.

  • Exit‑Planung: Vor Investition definierte Exit‑Szenarien (Trade sale, IPO, Buy‑back).

Haushaltswirkung und Zeitprofil

  • Kurzfristig (0–3 Jahre): Erhöhter Liquiditätsbedarf; gestaffelte Auszahlungen minimieren Belastung; EU/Bund‑Kofinanzierung reduziert Nettoaufwand.

  • Mittelfristig (4–9 Jahre): Erste Dividenden, Nutzungsgebühren und kleinere Exits; Teilentlastung des Haushalts sichtbar.

  • Langfristig (ab Jahr 10–12): Signifikante Rückflüsse; Fonds erreicht kritische Masse; substanzielle Haushaltsentlastung möglich.

Messgrößen (KPIs)

  • Finanziell: jährliche Fondsrendite; jährliche Rückflüsse in €; Anteil der Programmkosten gedeckt durch Rückflüsse.

  • Wirtschaftlich: privates Folgekapital pro € Landesbeteiligung; Anzahl skalierter Unternehmen; zusätzliche Beschäftigte.

  • Governance: Zeit bis Investitionsentscheidung; Compliance‑Vorfallrate; Transparenz‑Score.

Politische Formulierung (druckreif)

„Das 15‑Prozent‑Prinzip macht Thüringen zum Investor: Mindestens 15 % des Landeshaushalts werden dauerhaft in Zukunftsbereiche investiert. 40 % dieser Mittel werden als Beteiligungskapital eingesetzt, um nachhaltige Wertschöpfung, private Folgeinvestitionen und wiederkehrende Rückflüsse zu erzeugen. Öffentliche Mittel werden so zu produktivem Kapital – nicht zu dauerhaften Transferkosten.“

Implementierungsschritte (0–24 Monate)

  1. Rechtsrahmen schaffen: Fondsgesetz, Mandat, Transparenzregeln.

  2. Seed‑Tranche kapitalisieren: erste 40 %‑Allokation in DeepFonds‑Equity.

  3. Governance installieren: Beirat, Management, Compliance.

  4. Pilotinvestments: 10–15 gezielte Beteiligungen zur Validierung von Prozessen.

  5. Monitoring‑Dashboard: öffentliches Reporting zu Investitionen und Rückflüssen.

Fazit

Die Kombination aus 15‑Prozent‑Programm und 40 % Beteiligungsanteil verwandelt staatliche Investitionen in ein produktives Kapitalportfolio. Das reduziert langfristig die Abhängigkeit von Transfers, erhöht die Hebelwirkung auf EU‑ und Bundesmittel und schafft planbare Rückflüsse, die den Landeshaushalt nachhaltig entlasten.


2 Cashflow‑Optimierung statt Subventionen

Jede Ausgabe des Landes muss direkt messbaren wirtschaftlichen Wert erzeugen: Cashflows, Beteiligungen oder langfristige Einsparungen. Förderlogik wird durch Investitionslogik ersetzt. Das Ziel ist ein portfoliobasierter Einsatz öffentlicher Mittel, der Rendite, Hebelwirkung und Nachhaltigkeit priorisiert.

Prinzipien und Entscheidungsfilter

  • Primärziel: Ausgaben müssen mindestens eine der drei Wirkungen erzielen: laufende Einnahmen, Eigenkapitalpositionen oder dauerhafte Kostenreduktion.

  • Priorität: Beteiligungen > Infrastruktur mit Nutzungsgebühren > zielgerichtete Anschubförderung.

  • Stage‑Gate: Folgefinanzierung nur bei Erreichen klarer KPIs.

  • Marktkompatibilität: Förderungen nur, wenn Marktversagen vorliegt und private Finanzierung nicht verfügbar ist.

Förderkategorien und Kriterien

KategorieWas sie liefertEignungskriterien
Cashflow‑ProjekteNutzungsgebühren, Service‑ErlöseKommerzialisierbarkeit; langfristige Abnahmeverträge; Preissetzung möglich
BeteiligungenDividenden, Exits, BewertungsgewinneSkalierbarkeit; Follow‑on‑Kapital realistisch; Exit‑Pfad definiert
Langfristige EinsparungenReduzierte Betriebskosten, geringere TransferlastenNachweisbare Amortisationszeit ≤ 10 Jahre; messbare Budgetentlastung
Anschubförderung (begrenzte Ausnahme)Markteintritt, Proof‑of‑ConceptKlare Übergangsstrategie in Cashflow oder Beteiligung; befristet und zielgerichtet

Operative Regeln für Förderentscheidungen

  • Business Case Pflicht: Jeder Antrag enthält Cashflow‑Prognose, Break‑Even, Sensitivitätsanalyse.

  • Co‑Finanzierung: Private Mitfinanzierung verpflichtend ab definiertem Reifegrad.

  • Rückflussklauseln: Royalty, Revenue Share, Equity‑Warrants oder Rückzahlungsmechanismen in Förderverträgen.

  • Zweckbindung: Rückflüsse fließen vorrangig in DeepFonds‑Reinvestition und Haushaltsentlastung.

  • Ausstiegsregeln: Automatische Evaluationspunkte; Förderstopp bei KPI‑Verfehlung.

Beispiele konkreter Instrumente

  • Rechenzentrum‑PPP mit langfristigen Mietverträgen; Land hält Minderheitsbeteiligung; Nutzungsgebühren fließen in Fonds.

  • Pilotfabrik‑Equity: Land investiert über DeepFonds, Co‑Investoren verpflichtend, Exit‑Klauseln nach 5–8 Jahren.

  • KI‑Adoptionsgutscheine für KMU mit Rückzahlungsanteil bei Umsatzsteigerung.

  • Energieeffizienzprogramme mit Tilgungsanteil aus eingesparten Energiekosten; Einsparungen werden zur Schuldentilgung genutzt.

Implementierungsschritte und Governance

  1. Regelwerk: Fondsgesetz, Rückflussklauseln, Standardverträge innerhalb 6–12 Monate.

  2. One‑Stop‑Investment‑Unit: prüft Business Cases, verhandelt Co‑Finanzierung, überwacht Rückflüsse.

  3. Pilotphase: 10–15 Projekte testen Instrumente (Equity, Revenue Share, Nutzungsgebühren).

  4. Skalierung: erfolgreiche Modelle werden standardisiert und in Programme überführt.

  5. Transparenz: öffentliches Dashboard mit Cashflow‑Prognosen, realisierten Rückflüssen und KPI‑Ergebnissen.

KPIs und Controlling

  • Finanziell: jährliche Rückflüsse in €; Anteil der Programmkosten gedeckt durch Rückflüsse; Fondsrendite.

  • Wirtschaftlich: privates Folgekapital pro € Landesmittel; Anzahl skalierter Unternehmen; zusätzliche Beschäftigte.

  • Haushalt: Nettoentlastung des Landeshaushalts pro Jahr; Amortisationsdauer der Investitionen.

  • Governance: Zeit bis Förderentscheidung; Anteil Projekte mit Co‑Investoren; Compliance‑Vorfallrate.

Risikoabsicherung und soziale Schutzklauseln

  • Diversifikation des Portfolios über Sektoren und Reifegrade.

  • Sozialverträglichkeitsprüfung vor größeren Projekten; gezielte Übergangsprogramme für Betroffene.

  • Liquiditätsreserve im Fonds für 3–5 Jahre.

  • Externe Evaluation alle 3 Jahre; Rückforderungsmechanismen bei Fehlverhalten.

Diese Umstellung von Subventionen auf Cashflow‑Optimierung macht öffentliche Ausgaben produktiv, erhöht private Hebelwirkung und schafft planbare Rückflüsse, die Thüringen langfristig handlungsfähig und fiskalisch resilient machen

3 Der Beteiligungsstaat

Thüringen wird Investor, nicht Subventionierer. Der Beteiligungsstaat setzt öffentliche Mittel gezielt als Eigenkapital, Mezzanine und strategische Minderheitsbeteiligungen ein, um Wertschöpfung, Hebelwirkung und planbare Rückflüsse zu erzeugen. 40 % der Mittel des 15‑Prozent‑Programms werden als Beteiligungskapital eingesetzt. Dieser Abschnitt beschreibt Zielsetzung, Instrumente, Allokationsregeln, Governance, Rückflusslogik, Risikoabsicherung und Implementierungsfahrplan.

Zielsetzung und Grundprinzipien

  • Ziel: Aufbau eines nachhaltigen, diversifizierten Beteiligungsportfolios, das langfristig Erträge liefert, private Folgeinvestitionen anzieht und strategische Kapazitäten in Schlüsselbereichen sichert.

  • Prinzipien: Marktorientierung; Wettbewerbsneutralität; Zweckbindung; Transparenz; Stage‑Gate‑Finanzierung; Co‑Investorenpflicht.

  • Kennzahl: 40 % der 15‑Prozent‑Mittel (bei 14,8 Mrd. Haushaltsvolumen ≈ ~888 Mio. € jährlich) fließen in die Equity‑Tranche des DeepFonds.

Instrumente und Allokation

Tranchenschema der 15‑Prozent‑Mittel

  • Equity‑Tranche (40 %)Beteiligungen an Start‑ups, Scale‑ups, Pilotfabriken, Rechenzentren, Speicherprojekten. Ziel: Dividenden, Exits, Bewertungsgewinne.

  • Infra‑Tranche (40 %)Infrastruktur‑Beteiligungen und Co‑Investments mit Nutzungsgebühren (Rechenzentren, Wasserstoffnetze, Testfelder). Ziel: planbare Cashflows.

  • Anschub‑Tranche (20 %)Anschub, Zuschüsse, Matching für Proof‑of‑Concept, Talentprogramme, regionale Initiativen mit klarer Exit‑Route.

Beispielallokation (jährlich)

TrancheAnteilBetrag
Equity‑Tranche40 %~888 Mio.
Infra‑Tranche40 %~888 Mio.
Anschub‑Tranche20 %~444 Mio.

Investitionskriterien Equity

  • Fokus auf die fünf Cluster.

  • Reifegrade: Pre‑Seed bis Series B; selektive Growth‑Beteiligungen.

  • Co‑Investorenpflicht ab Serie A; Mindest‑Follow‑on‑Commitments.

  • Impact‑Kriterien: Beschäftigung, regionale Wertschöpfung, CO₂‑Bilanz.

  • Exit‑Pflicht: definierte Exit‑Zeiträume und -szenarien.

Governance und Rechtsrahmen

  • Fondsgesetz regelt Mandat, Anlagestrategie, Transparenz, Reinvestitionsquoten und Renditeverwendung.

  • Unabhängiger Beirat mit Finanz‑, Technologie‑ und Rechtsexpertise; externe Prüfungen jährlich.

  • Professionelles Management: marktkonforme Vergütung, Investment‑Komitee, Compliance‑Unit.

  • Politische Schranken: Investitionsrahmen, Sperrminorität für strategische Infrastruktur, klare Interessenkonfliktregeln.

  • Transparenz: öffentliches Dashboard mit Portfolio, Bewertungsgrundlagen, Rückflüssen und Wirkungskennzahlen.

Rückflussmechanik und Verwendung der Erträge

  • Rückflussarten: Dividenden, Exit‑Erlöse, Bewertungsgewinne, Revenue Share, Nutzungsgebühren.

  • Verteilungsregel: Standardverteilung 70 % Reinvestition in Fonds/Programme; 30 % Haushaltsentlastung (flexibel steuerbar).

  • Priorisierung: Rückflüsse dienen zuerst der Fondsstabilität (Liquiditätsreserve), dann Reinvestition in Wachstumsprojekte, schließlich Haushaltsentlastung.

  • Rückflussverträge: Beteiligungsverträge enthalten klare Rückzahlungs‑, Mitverkaufs‑ und Anti‑Verwässerungs‑Klauseln.

Risiko‑Management und Compliance

  • Diversifikation: sektorale, regionale und Reifegradstreuung.

  • Co‑Investorenpflicht: privates Kapital teilt Risiko und diszipliniert Governance.

  • Stage‑Gate‑Finanzierung: Folgefinanzierung nur bei KPI‑Erfüllung.

  • Liquiditätsreserve: Fonds hält Reserve für 3–5 Jahre operative Stabilität.

  • EU‑Beihilfe‑Compliance: externe Rechtsprüfung vor größeren Beteiligungen; Subventionskontrolle.

  • Exit‑Disziplin: vor Investition definierte Exit‑Szenarien; regelmäßige Bewertungs‑ und Stresstests.

KPIs und Monitoring

  • Finanzielle KPIs: jährliche Fondsrendite; jährliche Rückflüsse (€); Anteil Programmkosten gedeckt durch Rückflüsse.

  • Wirtschaftliche KPIs: privates Folgekapital pro € Landesbeteiligung; Anzahl skalierter Unternehmen; zusätzliche Beschäftigte in Clustern.

  • Governance KPIs: Zeit bis Investitionsentscheidung; Compliance‑Vorfallrate; Transparenz‑Score.

  • Reporting: Quartals‑Dashboard; jährlicher Wirkungsbericht; externe Evaluation alle 3 Jahre.

Implementierungsfahrplan 0–36 Monate

  1. 0–6 Monate — Rechtsrahmen verabschieden (Fondsgesetz), Governance installieren, Seed‑Tranche kapitalisieren.

  2. 6–18 Monate — Management einstellen, erste Pilotinvestments (10–20 Beteiligungen), Standardverträge und Rückflussklauseln implementieren.

  3. 18–36 Monate — Skalierung Portfolio, Co‑Investorennetzwerk aufbauen, erstes öffentliches Wirkungs‑ und Finanzreporting.

  4. 36+ Monate — Portfoliooptimierung, Ausbau Infra‑Tranche, systematische Reinvestition und sukzessive Haushaltsentlastung.

Politisch druckreife Formulierung

„Der Beteiligungsstaat macht Thüringen zum Investor: 40 % der Mittel des 15‑Prozent‑Programms werden als Beteiligungskapital eingesetzt. Öffentliche Mittel werden so zu produktivem Eigenkapital, das private Folgeinvestitionen anzieht, strategische Kapazitäten sichert und planbare Rückflüsse erzeugt. Transparenz, Marktorientierung und strikte Governance schützen öffentliche Interessen.“

Kurznotiz zur fiskalischen Wirkung

Kurzfristig erhöht sich der Liquiditätsbedarf; mittelfristig entstehen erste Dividenden und Nutzungsgebühren; langfristig reduziert ein wachsendes Fondsvermögen den jährlichen Zuschussbedarf des Landeshaushalts und schafft dauerhafte Rückflüsse zur Finanzierung weiterer Zukunftsinvestitionen.

4 Transparenz Effizienz Wirkung

Jede Maßnahme wird systematisch anhand fünf verbindlicher KPI‑Dimensionen bewertet: Cashflow, Wirkung, Hebelwirkung, gesellschaftlicher Nutzen, Innovationskraft. Die Bewertung ist standardisiert, quantifizierbar und entscheidet über Folgefinanzierung, Skalierung oder Exit.

KPI‑Dimensionen und Definitionen

  • Cashflow Definition: Erwartete und realisierte jährliche Nettoeinzahlungen, die aus der Maßnahme resultieren. Messgrößen: jährliche Einnahmen €; Break‑Even‑Jahr; Nettobarwert (NPV).

  • Wirkung Definition: Ökonomische und sektorale Effekte der Maßnahme auf Beschäftigung, Produktivität und Wertschöpfung. Messgrößen: zusätzliche Arbeitsplätze; Wertschöpfung pro Beschäftigten; Patente/Lizenzen.

  • Hebelwirkung Definition: Verhältnis von mobilisiertem externem Kapital zu eingesetzten Landesmitteln. Messgrößen: externes Kapital pro € Landesmittel; EU/Bund‑Mittelanteil; privates Follow‑on‑Volumen.

  • Gesellschaftlicher Nutzen Definition: Beitrag zu sozialer Stabilität, regionaler Balance und öffentlicher Daseinsvorsorge. Messgrößen: Anteil Umlandprojekte; Verbleibsquote Fachkräfte; Zugang zu Grundversorgung.

  • Innovationskraft Definition: Fähigkeit der Maßnahme, neue Produkte, Prozesse oder Geschäftsmodelle hervorzubringen. Messgrößen: Anzahl Prototypen; Time‑to‑Market; Lizenzumsätze.

Standard KPI‑Matrix für Förderentscheidungen

DimensionPrimäre KennzahlSekundäre KennzahlBewertungsmetrikSchwellenwert für Folgefinanzierung
Cashflowjährliche Rückflüsse €NPVMonetäre BewertungNPV > 0 innerhalb 10 Jahre
Wirkungzusätzliche ArbeitsplätzeWertschöpfung €Punktesystem≥ 60 Punkte
Hebelwirkungexternes Kapital / LandesmittelEU/Bund Anteil %Verhältnis≥ 3:1
Gesellschaftlicher NutzenUmlandanteil %Verbleibsquote %SozialscoreUmlandanteil ≥ 30 %
InnovationskraftPrototypanzahlLizenzumsatz €Innovationsindex≥ 2 Prototypen p.a.

Bewertungsprozess und Entscheidungsregeln

  1. Business Case Einreichung

    • Standardformular mit quantifizierten KPIs, Sensitivitätsanalyse und Exit‑Szenarien.

  2. Vorprüfung One‑Stop‑Investment‑Unit

    • Formale Prüfung, Compliance, EU‑Beihilfecheck.

  3. Wirtschaftliche Bewertung

    • Finanzmodell (Cashflow, NPV, IRR), Hebelrechnung, Wirkungsabschätzung.

  4. Sozialer und Innovationscheck

    • Sozialverträglichkeitsprüfung; Innovationspotenzial‑Scoring durch Expertenpanel.

  5. Stage‑Gate Entscheidung

    • Grün: Folgefinanzierung freigeben.

    • Gelb: Bedingungen/Meilensteine setzen.

    • Rot: Ablehnung oder Rückforderung.

  6. Vertragsgestaltung

    • Rückflussklauseln (Royalty, Revenue Share, Equity‑Warrants), Meilensteinverträge, Reportingpflichten.

Messmethodik Datenquellen und Frequenz

  • Finanzdaten: Projektbuchhaltung, Fondsreports, Zahlungsströme — monatlich.

  • Wirtschaftsindikatoren: Unternehmensmeldungen, Steuerdaten, Sozialversicherung — quartalsweise.

  • Hebeldaten: Förderbescheide, Ko‑Finanzierungsverträge — bei Bewilligung und jährlich.

  • Soziale Indikatoren: Kommunale Meldungen, Umfragen, Bildungsstatistiken — halbjährlich.

  • Innovationsdaten: Patentdatenbanken, F&E‑Reports, Prototypnachweise — jährlich.

Dashboard Struktur und Reporting

  • Public Dashboard (öffentlicher Kern)

    • Gesamtportfolio Rückflüsse €; Anzahl laufender Projekte; Jahreszielerreichung.

  • Operational Dashboard (intern)

    • Projekt‑Level KPIs; Cashflow‑Prognosen; Abweichungsanalysen; Risikoflaggen.

  • Governance Report (Beirat/Parlament)

    • Quartalsbericht mit KPI‑Trends, Compliance‑Vorfällen, empfohlenen Maßnahmen.

  • Evaluation

    • Externe Evaluation alle 3 Jahre; Ad‑hoc Audits bei KPI‑Verfehlung.

Zielwerte und Toleranzen (Beispielvorlage)

  • Cashflow: Ziel NPV positiv; Toleranz NPV ≥ −10 % im Worst Case Jahr 5.

  • Wirkung: Ziel ≥ 10 neue Arbeitsplätze pro Projekt; Toleranz ≥ 5.

  • Hebelwirkung: Ziel ≥ 3:1; Toleranz ≥ 2:1.

  • Gesellschaftlicher Nutzen: Ziel Umlandanteil ≥ 30 %; Toleranz ≥ 20 %.

  • Innovationskraft: Ziel ≥ 2 Prototypen p.a.; Toleranz ≥ 1.

Sanktionen und Korrekturmechanismen

  • Automatische Maßnahmen bei KPI‑Verfehlung

    • Stopp Folgefinanzierung; Umwandlung Zuschuss → Darlehen; Rückforderung anteiliger Mittel.

  • Sanierungsplan

    • Projekt erhält 6 Monate zur Nachbesserung mit klaren Meilensteinen.

  • Exit‑Optionen

    • Verkauf der Beteiligung, Buy‑back‑Klauseln, Übertragung an Co‑Investoren.

Governance Rollen und Verantwortlichkeiten

  • One‑Stop‑Investment‑Unit — operative Prüfung, Vertragsmanagement, Monitoring.

  • DeepFonds Management — Investmententscheidungen innerhalb Mandatsgrenzen.

  • Unabhängiger Beirat — strategische Kontrolle, Evaluationsfreigabe.

  • Resilienz‑ und Sozialbeirat — Prüfung gesellschaftlicher Nutzen und Regionalquoten.

  • Parlamentarisches Monitoring — halbjährliche Hearings, Budgetkontrolle.

Implementierungsfahrplan 0–12 Monate

  1. Monat 0–3 — KPI‑Framework finalisieren; Standardformulare erstellen; Dashboard‑Spec.

  2. Monat 4–6 — One‑Stop‑Unit operationalisieren; Pilotprojekte mit KPI‑Reporting starten.

  3. Monat 7–9 — Public Dashboard launchen; erstes Quartalsreporting.

  4. Monat 10–12 — Externe Evaluatoren beauftragen; Anpassung Schwellenwerte nach Pilotphase.

Vorlagen und Tools (sofort einsetzbar)

  • Standard Business Case Template mit Feldern für Cashflow‑Prognose, NPV, Hebelrechnung, Sozialscore, Innovationsindex.

  • KPI‑Scorecard (Ampelsystem) für schnelle Entscheidungsunterstützung.

  • Reporting‑Checklist für Förderverträge mit Rückflussklauseln.

  • Audit‑Checklist für Compliance und EU‑Beihilfe.

Transparenz, Effizienz und Wirkung werden so zur operativen Norm: jede Ausgabe muss messbar sein, jeder Euro muss eine nachvollziehbare Wirkung haben, und jede Abweichung wird systematisch korrigiert.

5 Geschwindigkeit und Einfachheit

Transformation braucht Tempo. Thüringen reduziert Bürokratie radikal, verkürzt Entscheidungswege und automatisiert Genehmigungen, damit Projekte schnell starten, skaliert und Wirkung entfalten. Dieser Abschnitt beschreibt Prinzipien, konkrete Maßnahmen, digitale Prozesse, Governance, KPIs und einen umsetzbaren Zeitplan.

Grundprinzipien

  • Priorität Umsetzung vor Perfektion: schnelle, iterative Pilotierung statt langwieriger Planungszyklen.

  • One‑Decision‑Rule: klare Verantwortlichkeit für jede Entscheidung; eine Stelle trifft die finale Entscheidung innerhalb definierter Fristen.

  • Standardisierung: Standardverträge, Standard‑Business‑Cases, Standard‑KPIs.

  • Automatisierung: digitale Workflows mit SLAs, automatische Prüfpfade und maschinenlesbare Bescheide.

  • Rechts‑ und Rechtssicherheitsgarantie: Fast‑Track‑Verfahren mit nachgelagerter juristischer Prüfung statt Verzögerung vor Genehmigung.

  • Niedrige Hürden, hohe Anforderungen: einfache Antragspflege, strikte Stage‑Gate‑Kontrolle.

Operative Maßnahmen

1 One‑Stop‑Agency (OSA)

  • Funktion: zentrale Anlaufstelle für Ansiedlung, Förderanträge, Genehmigungen, EU‑Kofinanzierung und internationale Anfragen.

  • Leistungen: Single Application Form; koordinierte Genehmigungsakte; verbindliche Fristen; persönlicher Case Manager.

  • SLA: Erstprüfung innerhalb 7 Arbeitstagen, finale Entscheidung für Standardfälle innerhalb 30 Tagen.

2 Digitale Genehmigungsplattform

  • Komponenten: Online‑Formulare, automatisierte Plausibilitätschecks, API‑Schnittstellen zu Behörden, e‑Signatur, maschinenlesbare Bescheide.

  • Automatisierte Prüfpfade: Standardfälle werden vollautomatisch genehmigt; komplexe Fälle werden priorisiert an OSA eskaliert.

  • Transparenz: Antragsteller sehen Live‑Status, Fristen und offene To‑Dos.

3 Fast‑Track‑Regelungen und Sandboxes

  • Fast‑Track: definierte Projektkategorien (Reallabore, Pilotfabriken, KI‑Testfelder) erhalten beschleunigte Genehmigung mit klaren Prüfparametern.

  • Regulatorische Sandboxes: zeitlich befristete Erprobungsräume mit vereinfachten Auflagen und evaluierten Exit‑Regeln.

4 Standardverträge und Vorlagen

  • Standard‑Fördervertrag mit integrierten Rückflussklauseln (Royalty, Revenue Share, Equity‑Warrants).

  • Standard‑PPP‑Vorlage für Infrastrukturprojekte.

  • Vorlage für Co‑Investor‑Abkommen zur schnellen Verhandlung.

5 Delegation und Entscheidungsbefugnisse

  • Delegationsmatrix: klare Schwellenwerte (Betrag, Risiko, Rechtsfolge) für Entscheidungsebenen (OSA, Fondsmanagement, Ministerium).

  • One‑Decision‑Rule: bei Einhaltung formaler Kriterien trifft die OSA die Entscheidung; politische Eskalation nur bei strategischer Relevanz.

6 Prozessautomatisierung und RPA

  • Robotic Process Automation für Routineprüfungen (Vollständigkeitschecks, Compliance‑Screening, EU‑Beihilfe‑Check).

  • Vorbefüllte Formulare aus Unternehmensdatenbanken und Handelsregister‑APIs.

7 Kapazitätsaufbau und Service

  • Case‑Manager‑Teams mit juristischer, finanzieller und technischer Expertise.

  • 24/7 Knowledge Base mit FAQs, Checklisten und Video‑Guides.

  • Onboarding‑Workshops für Kommunen und Unternehmen.

Digitale Sicherheits‑ und Rechtsgarantien

  • Rechtsprüfung nach Genehmigung: Entscheidungen sind vollziehbar; rechtliche Prüfungen erfolgen parallel und nachgelagert, um Verzögerungen zu vermeiden.

  • Audit‑Trail: jede Entscheidung ist nachvollziehbar und revisionssicher protokolliert.

  • Datenschutz & Cybersecurity: Zero‑Trust‑Architektur, regelmäßige Penetrationstests, DSGVO‑konforme Datenhaltung.

  • Korruptionsschutz: automatisierte Plausibilitätschecks, Rotationspflichten für Entscheider, Whistleblower‑Kanäle.

KPI‑Framework für Geschwindigkeit und Einfachheit

KPIMessgrößeZiel
Durchlaufzeit Antrag EntscheidungTage30 Tage für Standardfälle
ErstprüfungArbeitstage7 Tage
Automatisierungsquote% der Fälle60 % innerhalb 2 Jahren
Time‑to‑Market PilotprojekteMonate6 Monate von Antrag bis Start
NutzerzufriedenheitScore (0–100)80
RechtsbeanstandungenFälle/Jahr der Entscheidungen

Implementierungsfahrplan (0–18 Monate)

  • Monat 0–3: Rechtsrahmen für Fast‑Track und Sandboxes; OSA‑Mandat gesetzlich verankern; Standardverträge entwerfen.

  • Monat 4–6: Digitale Plattform MVP launchen (Antrag, Status, e‑Sign); erste RPA‑Bots für Vollständigkeitschecks.

  • Monat 7–12: OSA operativ; SLA‑Betrieb; 3 Sandboxes starten; Standardverträge in Pilotprojekten einsetzen.

  • Monat 13–18: Plattform erweitern (APIs, Bescheide), Automatisierungsquote aufbauen, Nutzer‑Onboarding in allen Landkreisen.

Governance, Monitoring und Anpassung

  • Geschwindigkeitsbeirat (monatlich) überwacht KPIs, eskaliert Blocker, passt SLAs an.

  • Quarterly Sprint Reviews: iterative Verbesserung der Plattform und Prozesse.

  • Externe Evaluation nach 12 Monaten; Anpassung rechtlicher Rahmenbedingungen bei Bedarf.

  • Belohnungsmechanismus: Kommunen/Ämter mit besonders kurzen Durchlaufzeiten erhalten zusätzliche Ressourcen oder Resilienzprämien.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Rechtsrisiko durch Schnellverfahren → Nachgelagerte, verpflichtende juristische Prüfungen; klare Haftungsregeln.

  • Qualitätsverlust bei Automatisierung → Mensch‑in‑der‑Schleife für kritische Entscheidungen; regelmäßige Modell‑Audits.

  • Ungleiche Umsetzung in Kommunen → Mobile OSA‑Teams, Schulungen, Standard‑SLA‑Verträge.

  • Technische Ausfälle → Redundante Systeme, Notfallprozesse, Offline‑Fallback.

Politisch druckreife Formulierung

„Thüringen beschleunigt Transformation: Entscheidungen werden innerhalb definierter Fristen getroffen, Genehmigungen digital und automatisiert erteilt, Bürokratie standardisiert und Rechts‑ sowie Sicherheitsgarantien gewahrt. Tempo und Rechtssicherheit sind kein Widerspruch, sondern Voraussetzung für Wirkung.“

Geschwindigkeit und Einfachheit sind operativ umsetzbar: mit einer starken One‑Stop‑Agency, digitalen Prozessen, klaren SLAs und einem verbindlichen KPI‑Regime wird Thüringen handlungsfähig, planbar und attraktiv für Investoren und Talente.

Einnahmenstruktur der Zukunft

Thüringen 2035 finanziert die Transformation über eine vier­säulige Einnahmenarchitektur, die Planbarkeit, Krisenfestigkeit, Wachstumsfreundlichkeit und Gerechtigkeit verbindet. Jede Säule ist zweckgebunden, messbar und so gestaltet, dass sie Hebelwirkung auf EU‑, Bundes‑ und privates Kapital erzeugt.

Säule 1 Landesinterne Zukunftsabgaben

Bestandteile

  • Innovationsabgabe: 0,30 % Unternehmensumsatz + 0,15 % Lohnsumme.

  • Digitalabgabe: 5 % auf digitale Umsätze großer Plattformen.

  • Zukunftsabgaben: Datenwert‑, KI‑, Cloud‑, Robotik‑ und Green‑Tech‑Abgaben.

Charakteristika

  • Planbar: feste Sätze, jährliche Prognosen, öffentliches Einnahmenkonto.

  • Wachstumsfreundlich: niedrige Belastung für KMU; gezielte Belastung digitaler Monopole.

  • Zweckbindung: Finanzierung von Innovation, Infrastruktur, Talenten und Energie.

Sicherungsmechanismen

  • Staffelung: progressive Einführung, Review nach 3 Jahren.

  • Ausgleich: Steuerliche Absetzbarkeit; Kompensationsmechanismen für KMU.

  • Transparenz: Dashboard mit Einnahmen und Verwendungsnachweis.

Säule 2 Beteiligungs‑ und Fondsrenditen

Bestandteile

  • DeepFonds Equity‑Tranche (40 % der 15‑Prozent‑Mittel).

  • Infra‑Tranche: Beteiligungen an Rechenzentren, Speicher, Wasserstoffnetzen.

  • Royalty‑ und Lizenz‑Erlöse aus geförderten IP‑Projekten.

Charakteristika

  • Langfristige Cashflows: Dividenden, Exits, Nutzungsgebühren.

  • Hebelwirkung: Co‑Investments ziehen privates Kapital an.

  • Selbsttragend: Ziel: Fonds erreicht kritische Masse ab Jahr 10–12.

Sicherungsmechanismen

  • Governance: Fondsgesetz, unabhängiger Beirat, Stage‑Gate.

  • Renditeverwendung: 70 % Reinvestition, 30 % Haushaltsentlastung.

  • Diversifikation: Sektorale und regionale Streuung, Co‑Investorenpflicht.

Säule 3 Infrastruktur‑ und Nutzungsgebühren

Bestandteile

  • Nutzungsgebühren für öffentliche Rechenzentren, Testfelder, Pilotfabriken.

  • Durchleitungsentgelte für Wasserstoff und Energiespeicher.

  • Langfristige Miet‑ und Serviceverträge (Public‑Private‑Partnerships).

Charakteristika

  • Planbare, wiederkehrende Einnahmen mit hoher Vorhersehbarkeit.

  • Marktorientiert: Gebühren nach Marktpreisen; Wettbewerbsneutralität.

  • Krisenfest: Diversifizierte Abnehmerbasis (Industrie, Forschung, Verwaltung).

Sicherungsmechanismen

  • Langfristverträge mit Abnahmegarantien.

  • Inflationsindexierung und Upgrade‑Klauseln.

  • Reservefonds für Ausfallrisiken.

Säule 4 Hebelwirkung durch EU, Bund und Private

Bestandteile

  • EU‑Kofinanzierung (EFRE, InvestEU, Horizon).

  • Bundesprogramme (IPCEI, Reallabore, Wasserstoffförderung).

  • Privates Folgekapital (VC, Corporate Investors, Banken).

Charakteristika

  • Multiplikator: Landesmittel als Kofinanzierung aktivieren externe Mittel.

  • Skaleneffekt: größere Projekte, höhere Sichtbarkeit, bessere Konditionen.

  • Flexibel: projektbezogene Hebelwirkung je nach Programm.

Sicherungsmechanismen

  • Projektpipeline: vorqualifizierte Projekte zur schnellen Antragstellung.

  • Matching‑Rules: Landesmittel nur bei nachweisbarem externen Hebel.

  • Kapazitätsaufbau: Antragsteams, EU‑Management, Co‑Financing‑Controlling.

Einnahmenprognose und Zusammenspiel

SäuleJährliche BandbreitePrimärer Zweck
Landesabgaben850–1.350 Mio. €Innovation, Talente, digitale Infrastruktur
Fonds & Beteiligungen60–200 Mio. € (wachsend)Reinvestition, Haushaltsentlastung
Infrastrukturgebühren12–120 Mio. €Betrieb, Wartung, Rückflüsse
EU/Bund/Privat Hebel1.150–1.800 Mio. € mobilisiertGroßprojekte, Skalierung

Gesamtsumme realistisch: ≈ 2,0–2,85 Mrd. € pro Jahr (Konsistenz mit 15‑Prozent‑Programm).

Fairness, Krisenfestigkeit und Wachstumsorientierung

  • Progressive Belastung: KMU‑Schonung, gezielte Belastung digitaler Monopole.

  • Automatische Stabilisatoren: Einnahmenpuffer, Konjunktur‑Schwellen, temporäre Aussetzungsklauseln in Krisen.

  • Wachstumsanreize: steuerliche Absetzbarkeit, Co‑Investorenpflicht, Matching‑Prämien für private Folgeinvestitionen.

  • Sozialer Ausgleich: Regionalquoten, Sozialfonds‑Anteile aus Rückflüssen, gezielte Förderungen für strukturschwache Regionen.

Implementierung und Governance

  • Einnahmenkonto mit öffentlichem Dashboard und jährlichem Wirkungsbericht.

  • Einnahmenrat (Land, Kommunen, Wirtschaft, Zivilgesellschaft) überwacht Verteilung und Fairness.

  • Rechtsrahmen: Fondsgesetz, Einnahmenverwendungsordnung, EU‑Compliance.

  • Monitoring: KPI‑Set für Planbarkeit, Hebelwirkung, Verteilungswirkung und Krisenresilienz.

Politische Formulierung für das Programm

„Thüringen 2035 schafft eine moderne Einnahmenarchitektur: breit, planbar und gerecht. Landesabgaben finanzieren gezielt Zukunftsinvestitionen, Beteiligungen und Infrastruktur erzeugen wiederkehrende Cashflows, und EU‑, Bundes‑ sowie private Mittel vervielfachen die Wirkung. So wird Transformation fiskalisch nachhaltig, krisenfest und sozial ausgewogen.“

4.1 Innovationsabgabe

Die Innovationsabgabe ist ein zentrales, zweckgebundenes Einnahmeinstrument für Thüringen 2035. Sie aktiviert die großen Wertschöpfungsströme des Landes, belastet nicht Bürgerinnen, Bürger oder den Mittelstand und finanziert gezielt Innovation, Talente, Energie und Digitalisierung.

Kerndaten

  • Satz Unternehmensumsatz: 0,30 %

  • Satz Lohnsumme: 0,15 %

  • Erwartete Einnahmen: 450–650 Mio. € / Jahr

  • Zweckbindung: Innovation, Talente, Energie, Digitalisierung

  • Einführung: gestaffelt mit Evaluationspunkten nach 12 und 36 Monaten

Zielsetzung

  • Mobilisierung stabiler, planbarer Mittel für Zukunftsinvestitionen.

  • Schonung von KMU und Privathaushalten durch Gestaltung der Bemessungsgrundlage und Absetzbarkeit.

  • Hebelwirkung auf EU‑, Bundes‑ und privates Kapital durch gezielte Kofinanzierung.

  • Transparenz und Zweckbindung: Einnahmen fließen ausschließlich in definierte Programme.

Designprinzipien

  • Breitenwirkung ohne Belastung der Basis: Belastung richtet sich primär nach Unternehmensumsatz und Lohnsumme; Schwellen und Freibeträge schützen Kleinstunternehmen.

  • Wachstumsfreundlich: Absetzbarkeit der Abgabe als Betriebsausgabe; Staffelmechanismen bei Investitionsintensität.

  • Zweckgebunden und transparent: eigenes Einnahmenkonto; öffentliches Dashboard mit Verwendungsnachweis.

  • Kompensationsmechanismen: Übergangsregelungen und Kompensationshilfen für besonders betroffene Branchen in der Startphase.

Bemessung und Ausnahmen

  • Bemessungsgrundlage Umsatz: Bruttoumsatz aus dem Thüringer Geschäftsbereich; konzerninterne Eliminierungen nach Standardregeln.

  • Bemessungsgrundlage Lohnsumme: Bruttolohnsumme der in Thüringen beschäftigten Arbeitnehmer.

  • Schwellenregel: Unternehmen mit Jahresumsatz < 2 Mio. € sind befreit.

  • KMU‑Schonung: gestaffelte Reduktion für Unternehmen mit Umsatz 2–10 Mio. €.

  • Sektorale Ausnahmen: zeitlich befristete Ausnahmen für Sektoren mit nachgewiesener besonderer Belastung (z. B. Pflege, soziale Dienste).

  • Steuerliche Absetzbarkeit: Abgabe ist als Betriebsausgabe absetzbar; wirkt damit nicht als Doppelbelastung.

Einnahmenmodell und Verwendungslogik

PostBandbreite p.a.Zweck
Innovationsabgabe Umsatz + Lohn450–650 Mio. €Innovation, Talente, Energie, Digitalisierung
DeepFonds Equity Allokation~40 % der 15‑% MittelBeteiligungen an Start‑ups und Infra
Infrastruktur‑ und TalentprogrammeRestliche MittelPilotfabriken, Rechenzentren, Visa, Fachkräfte

Verwendungsregeln

  • Priorität 1: Seed‑ und Equity‑Investitionen über DeepFonds.

  • Priorität 2: Infrastruktur mit Nutzungsgebühren (Rechenzentren, Speicher).

  • Priorität 3: Talentprogramme (Thüringen‑Visa, Fachkräftezentren).

  • Reporting: jährlicher Wirkungsbericht; Dashboard mit Projektstatus und Cashflows.

Wirkungsmechanik und Hebelwirkung

  • Direkter Effekt: Finanzierung von Infrastruktur, Talentgewinnung und F&E‑Programmen.

  • Indirekter Effekt: Landesmittel als Kofinanzierung aktivieren EU‑ und Bundesmittel sowie privates Kapital.

  • Hebelannahme (konservativ): 1 € Landesmittel → 3 € externes Projektvolumen in relevanten Programmen.

  • Langfristwirkung: Royalty‑Einnahmen, Dividenden und Nutzungsgebühren erzeugen wiederkehrende Rückflüsse.

Governance und Verwaltung

  • Einnahmenkonto: separates, öffentliches Konto mit Echtzeit‑Dashboard.

  • Verwaltungseinheit: One‑Stop‑Investment‑Unit verwaltet Einziehung, Verteilung und Monitoring.

  • Kontrollgremien: unabhängiger Einnahmenrat (Land, Kommunen, Wirtschaft, Zivilgesellschaft) überwacht Fairness und Zweckbindung.

  • Compliance: jährliche externe Prüfung; EU‑Beihilfe‑Check vor größeren Zuweisungen.

Implementierungsschritte und Zeitplan

  1. Monat 0–6: Rechtsrahmen verabschieden; Schwellen, Ausnahmen und Absetzbarkeitsregeln finalisieren.

  2. Monat 6–12: IT‑Systeme für Erhebung und Dashboard aufbauen; One‑Stop‑Unit operationalisieren.

  3. Monat 12–24: Gestaffelte Einführung; erste Mittelverteilung an DeepFonds und Pilotinfrastruktur.

  4. Monat 36: umfassende Evaluation; Anpassung von Sätzen, Schwellen und Kompensationsmechanismen.

Monitoring KPIs

  • Einnahmen € p.a. (Soll/Ist)

  • Anteil Mittel an DeepFonds und Infrastruktur (%)

  • Mobilisiertes externes Kapital pro € Landesmittel (Hebel)

  • Anteil KMU‑Befreiungen (%)

  • Zeit bis Mittelverwendung (Monate)

  • Wirkungsindikatoren: Anzahl geförderter Start‑ups, neue Fachkräfte, MWh erneuerbare Kapazität

Politische Kommunikation

  • Kernbotschaft: Die Innovationsabgabe ist kein Steuermehrbelastungspaket, sondern ein Investitionsinstrument, das Thüringen produktiv macht.

  • Argumentationslinien: schützt KMU; trifft große Wertschöpfungsströme; finanziert Talente, Energie und Digitalisierung; erzeugt Rückflüsse.

  • Transparenzversprechen: öffentliches Dashboard, jährlicher Wirkungsbericht, unabhängige Evaluation.

Risikoanalyse und Gegenmaßnahmen

  • Risiko Einnahmevolatilität: Reservefonds und automatische Stabilisatoren; temporäre Anpassungsklausel in Krisen.

  • Risiko Wettbewerbsverzerrung: klare EU‑Compliance, Markttests vor Zuweisungen, Co‑Finanzierungsregeln.

  • Soziale Risiken: gezielte Sozialfondsanteile aus Rückflüssen; regionale Ausgleichsmechanismen.

  • Implementationsrisiko: Pilotphase, IT‑Tests, Schulungen für Verwaltung und Unternehmen.

Abschlussformulierung für das Programm

„Die modernisierte Innovationsabgabe mobilisiert 450–650 Mio. € jährlich, schützt Bürger und Mittelstand und finanziert gezielt Innovation, Talente, Energie und Digitalisierung. Sie ist zweckgebunden, transparent und so gestaltet, dass öffentliche Mittel produktiv werden und langfristig Rückflüsse erzeugen.“

4.2 Digitalabgabe

Zweck Die Digitalabgabe stellt sicher, dass große digitale Plattformen, KI‑Dienste, Cloud‑Anbieter und Online‑Werbung einen fairen Beitrag zur Finanzierung der digitalen Infrastruktur leisten. Sie trifft ausschließlich große Digitalkonzerne und ist zweckgebunden für Glasfaser, KI‑Rechenzentren, Cloud‑Souveränität und digitale Testfelder.

Kerndaten

  • Satz: 5 % auf digitale Umsätze großer Plattformen

  • Zielgruppe: internationale und nationale Großplattformen mit hoher Marktmacht und signifikanten Thüringer Umsätzen

  • Erwartete Einnahmen: 250–400 Mio. € / Jahr

  • Zweckbindung: digitale Infrastruktur, KI‑Rechenkapazitäten, Cloud‑Sicherheit, Testfelder, digitale Bildung

Abgrenzung und Bemessungsgrundlage

  • Bemessungsgrundlage: Nettoumsatz aus digitalen Leistungen, die in Thüringen realisiert werden oder an Thüringer Nutzer gerichtet sind (Werbeumsätze, Marktplatzumsätze, Plattformgebühren, Cloud‑Service‑Umsätze, KI‑Service‑Umsätze).

  • Schwellenregel: Anwendung nur bei globalen Jahresumsätzen ≥ 750 Mio. € und Thüringer Umsätzen ≥ 5 Mio. € pro Jahr.

  • Ausnahmen: KMU‑Plattformen, gemeinnützige Bildungsplattformen, staatliche Dienste, B2B‑Cloud‑Reseller mit nachgewiesener Weiterverrechnung an KMU.

  • Konzernkonsolidierung: Umsätze werden konzernweit aggregiert; Verrechnungspreise nach OECD‑Standards.

Designprinzipien

  • Targeting großer Akteure: Vermeidung Belastung lokaler KMU und Start‑ups.

  • Wachstumsneutralität: Absetzbarkeit als Betriebsausgabe; Staffelung für Investitionsintensive Anbieter.

  • Rechtskonformität: Ausgestaltung mit Blick auf EU‑Beihilferecht, WTO‑Risiken und internationale Steuerreformen.

  • Transparenz: jährliche Veröffentlichung der Einnahmen und Verwendungszwecke.

Einnahmenmodell und Verwendung

  • Einnahmenbandbreite: 250–400 Mio. € jährlich, abhängig von Marktstruktur, Schwellen und Abgrenzungsregeln.

  • Verwendungspriorität:

    1. Ausbau regionaler KI‑Rechenzentren und sichere Cloud‑Infrastruktur

    2. Glasfaser‑ und Edge‑Netze für Clusterregionen

    3. Testfelder, Sandboxes und digitale Bildungsprogramme

  • Zweckbindung: eigenes Einnahmenkonto mit öffentlichem Dashboard.

Durchsetzung und Compliance

  • Meldepflicht: Plattformen melden vierteljährlich Umsätze nach Thüringer Kriterien.

  • Erhebungsmechanismus: Kombination aus Selbstveranlagung, Quellenabzug bei inländischen Vertragspartnern und Informationsaustausch mit Steuerbehörden.

  • Kontrollen: Prüfungen durch Landesfinanzverwaltung; Sanktionen bei Nichtmeldung und Nachversteuerung.

  • Kooperation: Datenabgleich mit Bundesfinanzverwaltung und EU‑Partnern zur Vermeidung von Doppelbesteuerung und Steuerumgehung.

Governance und Rechtsrahmen

  • Gesetzliche Grundlage: Landesgesetz mit klarer Definition der Bemessungsgrundlage, Schwellen, Ausnahmen und Einspruchsrechten.

  • Einnahmenrat: Überwacht Fairness, Zweckbindung und Evaluationszyklen.

  • Rechtsprüfung: Vor Inkrafttreten externe Gutachten zu EU‑ und WTO‑Konformität.

  • Evaluationsklausel: Review nach 24 Monaten; Anpassungsszenarien bei internationalen Regeländerungen.

Risiken und Gegenmaßnahmen

RisikoWirkungGegenmaßnahme
Internationale GegenmaßnahmenHandelskonflikte, US‑ReaktionenSchwellen hoch setzen; EU‑Koordination; Diplomatische Abstimmung
DoppelbesteuerungRechtsstreit, InvestitionshemmnisOECD‑/EU‑Konformität prüfen; Doppelbesteuerungsmechanismen
EinnahmevolatilitätBudgetunsicherheitReservefonds; automatische Stabilisatoren
UmgehungsstrategienUmsatzverlagerung, VertragsgestaltungKonzernaggregation, wirtschaftliche Substanzprüfung
Rechtsrisiken EU‑BeihilferechtRückforderungenRechtsgutachten, transparente Zweckbindung, Markttests

KPIs und Monitoring

KPIZiel
Jährliche Einnahmen250–400 Mio. €
Anzahl betroffener Konzerne≤ 50 (Fokus auf Großakteure)
Durchschnittliche Compliancequote≥ 95 % Meldungen pünktlich
Zeit bis Mittelverwendung≤ 12 Monate nach Eingang
Evaluationsintervall24 Monate

Implementierungsfahrplan 0–18 Monate

  1. Monat 0–3: Rechtsentwurf, Schwellen und Ausnahmen finalisieren, externes Rechtsgutachten beauftragen.

  2. Monat 4–6: IT‑Meldeplattform entwickeln, Meldeformate definieren, Informationskampagne für Betroffene.

  3. Monat 7–12: Pilotphase mit ausgewählten Plattformen; erste Meldungen und Testprüfungen.

  4. Monat 13–18: Vollerhebung starten; Dashboard live; erste Mittelverwendung für prioritäre Infrastrukturprojekte.

  5. Monat 24: Evaluation und Anpassung.

Politische Formulierung für das Programm

„Die Digitalabgabe stellt sicher, dass große digitale Plattformen fair zur Finanzierung der digitalen Infrastruktur beitragen. Mit klaren Schwellen, gezielten Ausnahmen und strikter Zweckbindung mobilisiert Thüringen 250–400 Mio. € jährlich für KI‑Rechenzentren, sichere Cloud‑Infrastruktur und digitale Testfelder, ohne Mittelstand oder Bürger zu belasten.“

4.3 Erweiterte Zukunftsabgaben

Übersicht

Ziel: Moderne, technologie‑gerechte Abgaben heben Wertströme aus Daten, Plattformtransaktionen, KI‑Modellen, Cloud‑Infrastruktur, Robotik und Green‑Tech und generieren jährlich 150–300 Mio. €. Einnahmen sind zweckgebunden für Speicher, KI‑Rechenkapazität, Energiespeicher, Robotik‑Testfelder, Forschung und Qualifizierung.

Komponenten und Funktionsweise

Datenwert‑Abgabe

  • Bemessung: Prozentsatz auf den monetarisierten Datenumsatz oder auf Transaktionen, bei denen Nutzerdaten zentral monetarisiert werden.

  • Zielgruppe: Große datenintensive Unternehmen mit konzernweiten Datenmonetarisierungsmodellen.

  • Schwellen: Konzernumsatz ≥ 750 Mio. € global und Thüringer Datenumsatz ≥ 5 Mio. € p.a.

  • Mechanik: Meldepflichtige Unternehmen deklarieren Datenumsätze; Abgabe als Betriebsausgabe absetzbar.

Plattformtransaktionsabgabe

  • Bemessung: Pauschale oder Prozentsatz pro Transaktion auf Marktplätzen, Vermittlungsplattformen und Werbevermittlungen.

  • Zielgruppe: Große Plattformbetreiber mit Marktplatz‑ oder Werbeumsätzen in Thüringen.

  • Design: Staffelung nach Transaktionsvolumen; KMU‑Plattformen ausgenommen.

KI‑Modellabgabe

  • Bemessung: Nutzungsabhängige Gebühr pro API‑Call, Modell‑Deployment oder pro trainiertem Modell‑Parameter‑Volumen bei kommerzieller Nutzung.

  • Zielgruppe: Anbieter kommerzieller KI‑Services und Betreiber großer LLM/AI‑APIs.

  • Zweck: Finanzierung von KI‑Testfeldern, Ethik‑Audits, Sicherheitszertifizierungen.

Cloud‑Infrastrukturabgabe

  • Bemessung: Anteil auf in Thüringen erbrachte Cloud‑Umsätze oder auf belegte Rechenkapazität (z. B. €/vCPU‑Monat).

  • Zielgruppe: Große Hyperscaler und regionale Cloud‑Provider mit Rechenzentren oder signifikantem Thüringer Umsatz.

  • Zweck: Ausbau regionaler, souveräner Rechenzentren, Edge‑Netze und Energieeffizienzmaßnahmen.

Robotik‑Abgabe

  • Bemessung: Jahresgebühr oder Umsatzanteil für Anbieter industrieller Robotik‑Systeme und Betreiber von Robotik‑Dienstleistungen.

  • Zweck: Finanzierung von Testfeldern, Zertifizierungszentren und Umschulungsprogrammen für Automatisierung.

Green‑Tech‑Abgabe

  • Bemessung: Umlage auf Hersteller/Importeur energieintensiver oder emissionsrelevanter Technologien, alternativ auf CO₂‑Äquivalente bei Produkten.

  • Zweck: Förderung Speicher, Wasserstoffinfrastruktur, Recycling‑Technologien und Green‑Tech‑Pilotprojekte.

Designprinzipien

  • Targeting großer Wertströme: Schwellen so setzen, dass KMU und Privathaushalte nicht belastet werden.

  • Wachstumsneutralität: Absetzbarkeit als Betriebsausgabe; Investitions‑Staffelungen für forschungsintensive Anbieter.

  • Zweckbindung & Transparenz: eigenes Einnahmenkonto; jährliches Dashboard mit Verwendungsnachweis.

  • EU‑ und WTO‑Konformität: Rechtsgutachten vor Einführung; Koordination mit Bundes‑ und EU‑Partnern.

  • Technische Messbarkeit: klare Definitionen (z. B. „Datenumsatz“, „Thüringer Transaktion“) und standardisierte Meldeformate.

Einnahmenschätzung und Zusammenspiel

  • Konservatives Szenario: 150 Mio. € p.a. — Fokus auf wenige, klar definierte Abgaben mit hohen Schwellen.

  • Ambitioniertes Szenario: 300 Mio. € p.a. — breitere Bemessungsbasis, zusätzliche KI‑ und Cloud‑Komponenten.

  • Verteilung: Einnahmen fließen in Infrastruktur (Rechenzentren, Speicher), Fonds‑Co‑Finanzierung, KI‑Testfelder, Umschulung und regionale Green‑Tech‑Projekte.

  • Hebelwirkung: Landesmittel aus diesen Abgaben dienen als Kofinanzierung für EU/Bund‑Programme und ziehen privates Kapital an.

Governance, Erhebung und Compliance

  • Gesetzlicher Rahmen: Landesgesetz mit Definitionen, Schwellen, Meldepflichten und Einspruchsrechten.

  • Erhebungsmechanismus: Kombination aus Selbstveranlagung, Quellenabzug bei inländischen Vertragspartnern und Datenaustausch mit Steuerbehörden.

  • Kontrollen: Prüfungen durch Landesfinanzverwaltung; Sanktionen bei Nichtmeldung; Konzernaggregation zur Vermeidung von Umsatzverlagerung.

  • Koordination: Abstimmung mit Bundesfinanzverwaltung und EU zur Vermeidung von Doppelbesteuerung und Handelskonflikten.

KPIs und Monitoring

  • Jährliche Einnahmen (Soll/Ist) für jede Abgabe.

  • Anteil betroffener Unternehmen und Anzahl der Meldepflichtigen.

  • Zeit bis Mittelverwendung (Monate).

  • Mobilisiertes externes Kapital pro € Abgabe.

  • Wirkungsindikatoren: zusätzliche Rechenkapazität (MW), MWh Speicher, Anzahl KI‑Zertifizierungen, Anzahl zertifizierter Robotik‑Teststunden, Green‑Tech‑Projekte finanziert.

  • Evaluationszyklus: umfassende Review nach 24 Monaten; Anpassungsmechanismen bei Marktveränderungen.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Internationale Gegenreaktionen → hohe Schwellen, EU‑Koordination, diplomatische Abstimmung.

  • Umsatzverlagerung / Umgehung → Konzernaggregation, wirtschaftliche Substanzprüfung, Reportingpflichten.

  • Doppelbesteuerung → Rechtsgutachten, Doppelbesteuerungsmechanismen, Informationsaustausch.

  • Komplexität der Messung → Standardisierte Meldeformate, Pilotphasen, IT‑Meldeplattform.

  • Wettbewerbsverzerrung → Ausnahmen für KMU, Absetzbarkeit, Investitionsstaffelungen.

Implementierungsfahrplan (0–24 Monate)

  1. Monat 0–3: Priorisierung der Abgaben, Rechtsgutachten, Stakeholder‑Konsultation.

  2. Monat 4–8: Definition technischer Begriffe, Schwellen, Meldeformate; IT‑Meldeplattform entwerfen.

  3. Monat 9–12: Pilotphase mit 1–2 Abgaben (z. B. Cloud‑Infrastrukturabgabe, KI‑Modellabgabe) und ausgewählten Unternehmen.

  4. Monat 13–18: Vollausrollung der ersten Abgaben; Compliance‑Prüfungen starten.

  5. Monat 19–24: Erweiterung um weitere Abgaben, Dashboard‑Launch, erste Evaluation und Anpassungen.

Politische Formulierung (druckreif)

„Erweiterte Zukunftsabgaben heben Wertströme aus Daten, Plattformtransaktionen, KI, Cloud, Robotik und Green‑Tech. Mit klaren Schwellen, KMU‑Schonung und strikter Zweckbindung mobilisieren sie 150–300 Mio. € jährlich für digitale Souveränität, Speicher, KI‑Testfelder und Green‑Tech‑Investitionen.“

4.4 EU‑Mittel 700–900 Mio. € pro Jahr

Ziel: Thüringen maximiert systematisch die jährlichen EU‑Zuwendungen und verwandelt Landesmittel in skalierbare, kofinanzierte Großprojekte. Durch eine professionelle Projektpipeline, gezielte Kofinanzierung und strategische Führung von Konsortien wird das Potenzial auf 500–650 Mio. € mobilisierbare EU‑Mittel zusätzlich pro Jahr gehoben, sodass die jährlichen EU‑Zuweisungen auf 700–900 Mio. € steigen.

Strategische Hebel und Prioritäten

  • Kofinanzierung als Türöffner: Landesmittel (15‑Prozent‑Programm) gezielt als Kofinanzierung einsetzen, um EFRE‑, InvestEU‑ und JTF‑Projekte zu qualifizieren.

  • Konsortialführung: Thüringer Lead‑Partnerschaften in Horizon‑Europe‑Konsortien anstreben, um Forschungs‑ und Innovationsmittel zu sichern.

  • Großprojekte bündeln: Clusterübergreifende Großvorhaben (z. B. regionale Wasserstoff‑Value‑Chain, KI‑Rechenzentrum‑Netzwerk, Pilotfabriken) so strukturieren, dass sie EU‑Großförderlinien adressieren.

  • Digital‑Europe‑Fokus: gezielte Projekte für KI‑Testfelder, sichere Cloud‑Infrastruktur und digitale Souveränität priorisieren.

  • JTF‑Ausschöpfung: Just Transition Fund vollständig nutzen für Strukturwandel‑Projekte in besonders betroffenen Regionen.

Operative Maßnahmen zur Mittelsteigerung

  1. Projektpipeline und Vorqualifizierung

    • Projektkatalog mit 3‑5 vorgeprüften Großprojekten pro Cluster (Business Case, Kostenplan, Kofinanzierungsplan).

    • Pre‑Application Teams: spezialisierte Antragsteams, die Förderfähigkeit vorab mit EU‑Agenturen klären.

  2. Kapazitätsaufbau und Antragsexzellenz

    • EU‑Büro Thüringen: zentrale Einheit für Horizon/EFRE/InvestEU‑Anträge, Fristenmanagement und Konsortialverhandlungen.

    • Antragswerkstätten und Templates für schnelle, qualitativ hochwertige Einreichungen.

  3. Finanzierungsarchitektur

    • Matching‑Rules: Landesmittel werden nur bei nachweisbarem Hebel freigegeben (z. B. ≥ 1:3).

    • Co‑Financing‑Reserve: gezielte Rücklagen für Kofinanzierungsanteile, um kurzfristig Anträge zu besichern.

  4. Strategische Partnerschaften

    • Transnationale Allianzen mit Regionen und Universitäten in EU‑Hubs; Lead‑Partnerschaften in Horizon‑Konsortien anstreben.

    • Private Co‑Finanzierer früh einbinden (Corporate, VC, Banken) zur Erhöhung der Antragsschlagkraft.

  5. Governance und Compliance

    • EU‑Projektboard im Fonds‑Beirat zur Priorisierung und Freigabe.

    • Standard‑Compliance‑Checks (Beihilfe, State Aid, Procurement) vor Einreichung.

  6. Monitoring und Learning

    • Pipeline‑Dashboard mit Status, Fristen, erwarteten Bewilligungen und Cashflow‑Prognosen.

    • Lessons‑Learned‑Prozess nach jeder Einreichungsrunde.

Typische Projektformate und Zielprogramme

  • EFRE Großprojekte: regionale Infrastruktur, Pilotfabriken, Rechenzentren.

  • Horizon Europe: Leitprojekte in Photonik, KI, MedTech, Mikroelektronik.

  • Digital Europe: KI‑Testbeds, souveräne Cloud‑Infrastruktur, Cybersecurity.

  • InvestEU: Investitionsplattformen für Infrastruktur‑Co‑Finanzierung.

  • JTF: Strukturwandelprojekte in betroffenen Regionen (Umschulung, Dekarbonisierung).

Finanzierungs‑ und Hebelmodell (Beispiel)

InstrumentLandesanteilErwarteter EU HebelZielwirkung
EFRE Großprojekt20–30 %2–4×Pilotfabrik, Infrastruktur
Horizon Konsortium10–20 %3–6×Forschung, Skalierung
InvestEU Projekt15–25 %4–8×Infrastrukturfinanzierung
JTF Maßnahme10–30 %1–2×Strukturwandel, Soziales

KPIs und Reporting

KPIZiel
Jährliche EU‑Mittel700–900 Mio. €
Neu mobilisierte EU‑Mittel p.a.500–650 Mio. €
Anzahl eingereichter Großanträge p.a.≥ 20
Bewilligungsquote≥ 35 % (große Projekte)
Durchschnittlicher Hebel≥ 3:1

Quartalsweise Pipeline‑Reports; jährlicher EU‑Wirkungsbericht; externe Evaluation alle 2 Jahre.

Implementierungsfahrplan 0–36 Monate

  • 0–6 Monate: EU‑Büro aufbauen; Top‑10 Projektkandidaten priorisieren; Co‑Financing‑Reserve definieren.

  • 6–18 Monate: erste EFRE/InvestEU/Horizon‑Einreichungen; Pre‑Application‑Dialoge mit EU‑Agenturen; Konsortialverträge schließen.

  • 18–36 Monate: Skalierung erfolgreicher Projekte; systematische Nutzung von InvestEU‑Instrumenten; JTF‑Programme vollständig operationalisieren.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Bewilligungsrisiko → starke Vorqualifizierung, externe Gutachten, Pilotanträge.

  • Kofinanzierungslücke → Co‑Financing‑Reserve, PPP‑Strukturen, private Ankerinvestoren.

  • Compliance‑Risiko → Standardprüfungen, externe Rechtsgutachten, transparente Dokumentation.

  • Kapazitätsengpass → Ausbau Antragsteams, externe Beraternetzwerke, Schulungsprogramme.

Politisch druckreife Formulierung

„Thüringen macht Landesmittel zum Schlüssel für EU‑Großprojekte: durch eine professionelle Projektpipeline, gezielte Kofinanzierung und aktive Konsortialführung mobilisieren wir 700–900 Mio. € EU‑Mittel jährlich. So wird jede Landesinvestition zum Multiplikator für Forschung, Infrastruktur und digitale Souveränität.“

4.5 Bundesmittel

Thüringen nutzt Landesmittel strategisch als Kofinanzierung, um systematisch Bundesprogramme zu aktivieren. Ziel ist, durch gezielte Projektvorbereitung, Kofinanzierungs‑Reserven und Konsortialführung jährliche Bundesmittel auf 450–600 Mio. € zu steigern. Realistisch mobilisierbares Potenzial zusätzlich: 350–450 Mio. € pro Jahr.

Wirkmechanik und Hebelwirkung

  • Kofinanzierung als Türöffner: Viele Bundesprogramme (IPCEI, Reallabore, Wasserstoff, Hightech‑Initiativen) verlangen Landesanteile. Landesmittel fungieren als Hebel, um größere Bundeszuwendungen auszulösen.

  • Kritische Schwelle 10 Prozent: Mit einer Investitionsquote von 10 % (Haushaltsbasis) erreicht Thüringen die operative Mindestfähigkeit für IPCEI‑Anträge, Reallabore und Großprojekte — d. h. formale Kofinanzierungsanforderungen können verlässlich erfüllt werden.

  • Multiplikatorwirkung: Landesanteile ermöglichen Teilnahme an nationalen Förderwettbewerben, erhöhen Bewilligungswahrscheinlichkeit und verbessern Konditionen für InvestEU‑/Bundesdarlehen.

Prioritäre Bundesprogramme und Zielwirkung

  • IPCEI — strategische Leitprojekte in Mikroelektronik, Photonik, Speicher und Wasserstoff; Ziel: Großinvestitionen, Technologie‑Souveränität, hohe private Co‑Finanzierung.

  • Hightech‑Strategie — Förderung von Leuchtturmprojekten in KI, MedTech, Mikroelektronik; Ziel: Forschungs‑ und Skalierungsförderung.

  • Wasserstoffprogramme — Aufbau von Erzeugung, Netzen und industriellen Abnehmerketten; Ziel: industrielle Dekarbonisierung.

  • Reallabore — praxisnahe Testfelder für Mobilität, Energie, KI; Ziel: regulatorische Erprobung und Marktreife.

  • EXIST — Gründungsförderung aus Forschung; Ziel: Start‑up‑Pipeline stärken.

  • Digitalpakt — digitale Bildung und Schul‑IT; Ziel: Talentbasis und digitale Kompetenzen.

  • Energie‑ und Speicherprogramme — Förderung von Batteriespeichern, Power‑to‑X, Netzausbau; Ziel: Versorgungssicherheit und Resilienz.

Operative Maßnahmen zur Mittelmobilisierung

  1. Kofinanzierungsreserve

    • Aufbau einer zweckgebundenen Reserve zur kurzfristigen Absicherung von Bundesanträgen; flexible Freigabe bei Bewilligungsentscheidungen.

  2. Projektpipeline und Vorqualifizierung

    • Priorisierte Liste von 10–15 Großprojekten mit vollständigen Business Cases, Kosten‑ und Kofinanzierungsplänen; Pre‑Application‑Dialoge mit Bundesstellen.

  3. Antragskapazität und Antragsexzellenz

    • Zentrales Bundesprogramm‑Team in der One‑Stop‑Agency; Templates, Legal‑Checks (Beihilfe), Finanzmodelle, Monitoring.

  4. Strategische Partnerschaften

    • Bündelung mit anderen Ländern, Forschungseinrichtungen und Industrie zur Erhöhung der Projektgröße und Bewilligungswahrscheinlichkeit.

  5. Co‑Financing‑Regeln

    • Landesmittel werden nur freigegeben, wenn ein nachweisbarer Bundeshebel ≥ 1:2 vorliegt; Priorisierung nach Hebel, Beschäftigungswirkung und Klimarelevanz.

  6. Governance und Reporting

    • Bundesmittel‑Board im Fonds‑Beirat; halbjährliche Berichte an Parlament; transparente Zweckbindung.

Finanzielle Projektion und Wirkung

KategorieLandesbeitrag (Beispiel)Erwarteter BundeshebelJährliche Mobilisierung
IPCEI‑Leitprojekt50–150 Mio. €2–5×100–500 Mio. € (projektbezogen)
Reallabore & Hightech30–80 Mio. €2–4×60–320 Mio. €
Wasserstoff & Speicher40–120 Mio. €1,5–3×60–360 Mio. €
EXIST, Digitalpakt, Programme20–40 Mio. €1–2×20–80 Mio. €
Summe Potenzial p.a.350–450 Mio. € mobilisiert

KPIs zur Steuerung

  • Jährliche Bundesmittel (Soll/Ist)

  • Anzahl eingereichter Großanträge und Bewilligungsquote

  • Durchschnittlicher Hebel (Bundesmittel pro € Landesmittel)

  • Zeit bis Auszahlung nach Bewilligung

  • Beschäftigungswirkung (neue Vollzeitäquivalente pro Projekt)

  • CO₂‑Reduktionspotenzial pro gefördertem Projekt

Zeitplan 0–36 Monate

  • 0–6 Monate: Kofinanzierungsreserve definieren; Top‑10 Projektkandidaten priorisieren; Bundesprogramm‑Team aufbauen.

  • 6–18 Monate: IPCEI‑Vorbereitung, Reallabor‑Anträge, erste Hightech‑Einreichungen; Konsortialverträge schließen.

  • 18–36 Monate: Skalierung bewilligter Projekte; systematische Nutzung von Bundesprogrammen; Monitoring und Anpassung.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Kofinanzierungslücke → Reservefonds, PPP‑Modelle, private Ankerinvestoren.

  • Beihilfe‑/Compliance‑Risiken → verpflichtende Rechtsgutachten vor Einreichung; Standard‑Procurement‑Templates.

  • Kapazitätsengpässe → externe Antragsexpertise, temporäre Secondments aus Forschung/Industrie.

  • Politische Volatilität → mehrjährige Finanzierungsvereinbarungen, vertragliche Absicherungen.

  • Projektabhängigkeit → Portfolioansatz, Diversifikation über Sektoren und Regionen.

Druckreife Formulierung für das Programm

„Mit einer gezielten Kofinanzierungsstrategie und einer Investitionsquote von 10 % macht Thüringen sich IPCEI‑, Reallabor‑ und Großprojekt‑fähig. Landesmittel werden als Hebel eingesetzt, um jährlich zusätzliche Bundesmittel in der Größenordnung von 350–450 Mio. € zu mobilisieren. So werden Forschung, Wasserstoff, Speicher und digitale Souveränität in Thüringen beschleunigt.“

Kurzfassung der Rückflussprojektion

Die geplanten Rückflüsse aus DeepFonds, Infrastrukturgebühren, Royalties und Beteiligungen steigen schrittweise und finanzieren die Erweiterungen: Jahr 1–3: 0–50 Mio. €/Jahr Jahr 4–7: 150–300 Mio. €/Jahr Jahr 7–12: 400–800 Mio. €/Jahr ab Jahr 12: 800 Mio. – 1,5 Mrd. €/Jahr

Diese Entwicklung ist erreichbar, wenn Portfolioaufbau, Infrastrukturverträge, EU‑/Bund‑Hebel und Exit‑Disziplin wie geplant umgesetzt werden.

Annahmen hinter den Zahlen

  • Portfolioaufbau: Equity‑Tranche und Infra‑Tranche werden gemäß 40/40/20‑Aufteilung kapitalisiert.

  • Zeitliche Realisierung: Seed‑Investments brauchen 4–8 Jahre bis nennenswerte Exits; Infra‑Fees liefern frühere, stabilere Cashflows.

  • Hebelwirkung: Landesmittel aktivieren EU/Bund/Privat mit konservativem Hebel 1:3 im Mittel.

  • Rückflussmix: Jahr 1–3 dominiert Infrastruktur‑Anlauf, Jahr 4–7 erste Dividenden und kleine Exits, Jahr 7–12 mehrere mittlere Exits plus volle Infra‑Auslastung, ab Jahr 12 regelmäßige große Exits und skalierte Nutzungsgebühren.

  • Konservativer Plan: Schätzungen berücksichtigen Ausfallquoten, längere Exit‑Zeiten und Marktzyklen.

Cashflow Projektion nach Zeitfenstern

ZeithorizontBandbreite Rückflüsse €/JahrHauptquellenPrioritäre Verwendung
Jahr 1–30–50 Mio. €Infrastruktur‑Anlaufgebühren; erste Royalty‑ZahlungenLiquiditätsreserve; Aufbau Fondsmanagement
Jahr 4–7150–300 Mio. €Dividenden, kleine Exits, steigende NutzungsgebührenReinvestition 70 %; Co‑Financing‑Reserve; erste Haushaltsentlastung 30 %
Jahr 7–12400–800 Mio. €Mehrere Exits, stabile Infra‑Fees, RoyaltiesFondsaufstockung; Schuldentilgung; Ausbau Cluster
ab Jahr 12800 Mio. – 1,5 Mrd. €Regelmäßige große Exits, volle Infra‑MonetarisierungLangfristige Haushaltsentlastung; Reinvestitionsfonds; Sozialausgleich

Verwendungsregeln und Prioritäten

  • Verteilungsregel Standard: 70 % Reinvestition in Fonds/Programme; 30 % Haushaltsentlastung.

  • Liquiditätspriorität: Zuerst Liquiditätsreserve (3–5 Jahre Betriebskosten) auffüllen.

  • Co‑Financing‑Reserve: Teil der Rückflüsse dient als Kofinanzierungs‑Puffer für EU/Bund‑Anträge.

  • Sozialausgleich: Mindestens 5 % der Haushaltsentlastung jährlich fließen in regionale Sozial‑ und Umschulungsfonds.

  • Schuldenmanagement: Bei hoher Rückflussvolatilität vorrangig Schuldentilgung zur Reduktion Zinsrisiko.

Steuerung, Meilensteine und Trigger

  • Trigger A (Jahr 3): Rückflüsse ≥ 30 Mio. € → Fonds erhöht Growth‑Tranche um X %; Co‑Financing‑Reserve aufgestockt.

  • Trigger B (Jahr 6): Rückflüsse ≥ 200 Mio. € → gezielte Umschichtung in Infra‑Skalierung und Talentprogramme.

  • Trigger C (Jahr 10): Rückflüsse ≥ 500 Mio. € → Reduktion jährlicher Landeszuschüsse für Programme um definierte Quote; erhöhte Haushaltsentlastung.

  • Stage‑Gate: Jede Folgeallokation an Fonds oder Infrastruktur erfordert KPI‑Erfüllung des Vorprojekts.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Marktrisiko / Exit‑Delay

    • Maßnahme: Diversifiziertes Portfolio; Co‑Investorenpflicht; konservative Bewertungsannahmen.

  • Liquiditätsengpässe in Aufbauphase

    • Maßnahme: gestaffelte Auszahlungen, Kreditlinien, Co‑Financing‑Reserve.

  • Einnahmevolatilität bei Infra‑Fees

    • Maßnahme: langfristige Abnahmeverträge, Indexierung, Mindestabnahmegarantien.

  • Politische/Regulatorische Risiken

    • Maßnahme: rechtliche Verankerung, EU‑Compliance, transparente Governance.

  • Soziale Risiken

    • Maßnahme: feste Sozialquote aus Rückflüssen, regionale Ausgleichsmechanismen.

Monitoring KPIs und Reporting

  • Finanzielle KPIs: jährliche Rückflüsse €; NPV des Portfolios; Fondsrendite (IRR).

  • Operative KPIs: Anzahl Exits p.a.; Infra‑Auslastung %; Royalty‑Einnahmen € p.a.

  • Hebel‑KPIs: extern mobilisiertes Kapital pro € Landesmittel.

  • Soziale KPIs: Mittelanteil für Regionalfonds; Anzahl umgeschulter Personen.

  • Reportingrhythmus: monatliches Cashflow‑Reporting intern; quartalsweises Dashboard für Beirat; jährlicher öffentlicher Wirkungsbericht.

Konkrete nächste Schritte 0–24 Monate

  • Finalisieren Liquiditätsreserve und Reinvestitionsregeln.

  • Standardverträge für Infra‑Nutzungsgebühren mit Mindestabnahmen abschließen.

  • Pilot‑Portfolio mit 10–15 Beteiligungen starten, Monitoring‑Templates einführen.

  • Dashboard und Trigger‑Mechanik implementieren.

Struktur des 15‑Prozent‑Programms

Das 15‑Prozent‑Programm ist ein portfoliobasiertes Investitionsprogramm: mindestens 15 % des Landeshaushalts werden dauerhaft in Zukunftsbereiche investiert — cashflow‑optimiert, zweckgebunden und in fünf Hauptclustern mit klaren Verbundregionen gebündelt. Öffentliche Mittel werden als Equity, Infrastruktur‑Beteiligungen, Nutzungsgebühren und gezielte Anschubförderung eingesetzt.

Fünf Hauptcluster und Verbundregionen

  • Photonik und Mikroelektronik Verbundregion: Jena, Ilm‑Kreis, Saale‑Holzland Fokus: Halbleiterfertigung, optische Systeme, Test‑ und Kalibrierinfrastruktur

  • Künstliche Intelligenz und Robotik Verbundregion: Erfurt, Weimar, Nordhausen Fokus: industrielle Automatisierung, LLM‑Anwendungen, Robotik‑Testfelder

  • Energie, Speicher und Wasserstoff Verbundregion: Gotha, Eisenach, Altenburger Land Fokus: Power‑to‑X, Batteriespeicher, Netzinfrastruktur

  • Gesundheitstechnologien und MedTech Verbundregion: Jena, Erfurt, Gera Fokus: digitale Gesundheitsdienste, MedTech‑Pilotfabriken, klinische Testfelder

  • Nachhaltige Mobilität und Präzisionsfertigung Verbundregion: Suhl, Schmalkalden, Ilmenau Fokus: Leichtbau, Präzisionsmaschinenbau, Teststrecken für Mobilität

Mittelallokation des 15‑Prozent‑Programms

InstrumentAnteilZweck
Equity Tranche (DeepFonds)40 %Beteiligungen an Start‑ups, Scale‑ups, Pilotfabriken
Infra Tranche40 %Rechenzentren, Pilotfabriken, Speicher, Testfelder
Anschub Tranche20 %Proof‑of‑Concept, Talentprogramme, regionale Anschubhilfen

Betragsbeispiel (bei 15 % ≈ 2,22 Mrd. €/Jahr): Equity ≈ 888 Mio. €, Infra ≈ 888 Mio. €, Anschub ≈ 444 Mio. €.

Auswahlkriterien und Investitionslogik

  • Primäre Filter: Cashflow‑Potenzial; Exit‑Pfad; Hebel auf externes Kapital; regionale Wertschöpfung.

  • Impact‑Kriterien: Beschäftigungswirkung, CO₂‑Reduktion, Innovationsgrad, Verbleibsquote Fachkräfte.

  • Reifegrad: Seed → Series B für Equity; Projektfinanzierung und PPPs für Infra; befristete Anschubförderung mit Rückflussklauseln.

  • Vertragsmechanik: Revenue Share, Royalty, Equity‑Warrants, Mindestabnahmeverträge, Exit‑Klauseln.

Operative Architektur und Governance

  • One‑Stop‑Agency (OSA) — zentrale Anlaufstelle für Anträge, Genehmigungen, Kofinanzierung und Case‑Management.

  • DeepFonds Management — professionelles Investmentteam mit externen Co‑Investoren und unabhängigen Beiräten.

  • Clusterboards — je Cluster: Vertreter aus Wirtschaft, Forschung, Kommunen, Gewerkschaften.

  • Regionalentwicklungsräte — koordinieren Verbundregionen, kommunale Prioritäten und Infrastruktur.

  • Einnahmenkonto und Dashboard — öffentliches Reporting aller Mittelzuflüsse und Rückflüsse.

  • Unabhängige Evaluation — externe Evaluation alle 3 Jahre; jährlicher Wirkungsbericht.

Operative Instrumente und Programme

  • Pilotfabriken mit Nutzungsgebühren — Shared‑Facilities für Skalierung; Land hält Minderheitsbeteiligung.

  • KI‑ und Rechenzentrumspartnerschaften — Infra‑Tranche finanziert souveräne Kapazitäten mit langfristigen Mietverträgen.

  • Talentoffensive — Thüringen‑Visa, Stipendien, Fachkräftezentren, Weiterbildungschecks.

  • Regionalfonds — KMU‑Modernisierung, Zuliefernetzwerke, Nahversorgungsprojekte.

  • Regulatorische Sandboxes — Fast‑Track für Reallabore und Pilotprojekte.

Cashflow‑ und Rückflussstrategie

  • Priorität Rückflüsse: Infra‑Fees liefern frühe, stabile Cashflows; Equity liefert mittelfristig Dividenden und Exits.

  • Verteilungsregel: 70 % Reinvestition, 30 % Haushaltsentlastung; Mindestquote für Sozialausgleich aus Rückflüssen.

  • Liquiditätsreserve: Reserve für 3–5 Jahre operative Stabilität.

  • Trigger‑Mechanik: Rückflüsse steuern Aufstockung Growth‑Tranche, Co‑Financing‑Reserve und Haushaltsentlastung.

KPIs zur Steuerung und Bewertung

  • Finanziell: jährliche Rückflüsse €; Fonds‑IRR; NPV der Projekte.

  • Wirtschaftlich: privates Folgekapital pro € Landesmittel; Anzahl skalierter Unternehmen; zusätzliche Vollzeitäquivalente.

  • Regional: Anteil Projekte in Verbundregionen; Umlandanteil der Investitionen.

  • Sozial: Verbleibsquote Fachkräfte nach 5 Jahren; Anteil Mittel für Umschulung.

  • Operativ: Time‑to‑Decision OSA; Automatisierungsquote Genehmigungen; Nutzerzufriedenheit.

Zeitplan und Meilensteine

  • 0–12 Monate: Rechtsrahmen, Fondsgesetz, OSA‑Aufbau, Seed‑Tranche kapitalisieren, Pilotprojekte starten.

  • 12–36 Monate: Portfolioaufbau Equity, erste Infra‑Verträge, Talentprogramme operational, EU/Bund‑Anträge einreichen.

  • 36–84 Monate: , steigende Rückflüsse, Skalierung Pilotfabriken, sichtbare Beschäftigungswirkung.

  • 84+ Monate: Fonds erreicht kritische Masse; substanzielle Haushaltsentlastung; Thüringen als europäische Nischenreferenz.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Marktrisiko → Diversifikation, Co‑Investorenpflicht, konservative Bewertungsannahmen.

  • Liquiditätsrisiko → gestaffelte Auszahlungen, Kreditlinien, Reservefonds.

  • Soziale Risiken → Sozialverträglichkeitsprüfungen, regionale Ausgleichsmechanismen.

  • Compliance‑Risiken → EU‑Beihilfe‑Checks, externe Rechtsgutachten, transparente Vergabeverfahren.

  • Governance‑Risiko → unabhängige Beiräte, externe Evaluation, Whistleblower‑Mechanismen.

Druckreife Programmbotschaft

„Das 15‑Prozent‑Programm macht Thüringen zum Investor: 15 % des Landeshaushalts werden dauerhaft in fünf strategische Cluster investiert — cashflow‑optimiert, zweckgebunden und mit klaren Rückflüssen. So entsteht ein selbstverstärkender Kapitalstock für Innovation, Infrastruktur und soziale Stabilität.“

5.1 50 Prozent Fonds Wagniskapital — 600 Millionen jährlich

Kurzbeschreibung Die Hälfte der 15‑Prozent‑Linie wird jährlich als staatlicher Innovationsfonds (DeepFonds Equity Pool) bereitgestellt: ~600 Mio. € p.a. Ziel ist ein diversifiziertes Wagniskapital‑ und Beteiligungsportfolio, das Cashflows erzeugt (Royalty, Dividenden, Nutzungsgebühren, Exits) und ab Jahr 15 selbsttragend ist.

Anlageuniversum und Allokationsregeln

  • Fokussektoren: KI, Robotik, Photonik, Mikroelektronik, MedTech, Pilotfabriken, Energie‑Speicher.

  • Reifegrade: Pre‑Seed → Series B; selektive Growth‑Beteiligungen mit Co‑Investorenpflicht ab Serie A.

  • Instrumente: Equity, Mezzanine, Revenue Share, Royalty‑Finanzierungen, Minderheitsbeteiligungen an Pilotfabriken.

  • Diversifikation: Ziel 40 % Technologie‑Startups; 30 % Scale‑ups/Growth; 20 % strategische Infra‑Beteiligungen; 10 % Liquiditätsreserve/Opportunitäten.

InstrumentZielanteilZweck
Start‑ups Equity40 %Innovationspipeline, hohe Upside
Scale‑ups Growth30 %Skalierung, Follow‑on‑Hebel
Infra Beteiligungen20 %Frühe Cashflows, Nutzungsgebühren
Reserve/Opportunitäten10 %Liquidität, Co‑Investments

Ertragsmechaniken und Rückflussmodelle

  • Royalty‑Finanzierung: Umsatzabhängige Rückflüsse bei frühen Kommerzialisierungen.

  • Dividenden: bei profitablen Beteiligungen und Infra‑Assets.

  • Exits: Trade sales, IPOs, Secondary Sales.

  • Revenue Share und Nutzungsgebühren: Pilotfabriken, Rechenzentren, Testfelder.

  • Wiederverwendung: 70 % der Rückflüsse reinvestiert; 30 % zur Haushaltsentlastung und Sozialquote.

Governance und Rechtsrahmen

  • Fondsgesetz: Mandat, Zweckbindung, Reinvestitionsquote, Transparenzpflichten gesetzlich verankert.

  • Management: Professionelles, externes Fondsmanagement mit marktüblichen Vergütungen; Investmentkomitee trifft Entscheidungen nach Mandat.

  • Unabhängiger Beirat: Finanz‑, Technologie‑ und Rechts‑Expertise; jährliche externe Prüfung.

  • Compliance: EU‑Beihilfe‑Checks, Interessenkonfliktregeln, Anti‑Verwässerungs‑ und Mitverkaufsklauseln.

Risikomanagement und Schutzmechanismen

  • Co‑Investorenpflicht: Privates Kapital teilt Risiko und diszipliniert Governance.

  • Stage‑Gate‑Finanzierung: Folgefinanzierung nur bei KPI‑Erfüllung.

  • Liquiditätsreserve: Reserve für 3–5 Jahre operative Stabilität.

  • Portfolio‑Stress‑Tests: jährliche Szenarioanalysen; Limits für Sektor‑ und Klumpenrisiken.

  • Exit‑Disziplin: vor Investition definierte Exit‑Szenarien und Zeitfenster.

KPIs Monitoring und Zielpfad zur Selbsttragfähigkeit

  • Startwerte: jährliche Allokation 600 Mio. €; Ziel‑Diversifikation innerhalb 3 Jahren.

  • Kurzfristige KPIs (Jahre 1–3): Anzahl Investments; Anteil Co‑Investoren; Verwaltungsquote ≤ 2,5 %.

  • Mittelfristige KPIs (Jahre 4–7): jährliche Rückflüsse 150–300 Mio. €; Anzahl Follow‑on‑Runden; Portfolio‑IRR Ziel > Marktbenchmark.

  • Langfristige KPIs (Jahre 8–15): Rückflüsse 400–800 Mio. € p.a.; Fonds‑IRR stabil; Fonds erreicht Selbsttragfähigkeit ab Jahr 15.

  • Reporting: monatliches Cashflow‑Reporting intern; quartalsweises Dashboard; jährlicher öffentlicher Wirkungsbericht; externe Evaluation alle 3 Jahre.

Implementierungsfahrplan 0–36 Monate

  1. 0–6 Monate: Fondsgesetz verabschieden; Management rekrutieren; Investmentmandat finalisieren.

  2. 6–12 Monate: Seed‑Tranche kapitalisieren; erste 20–30 Pilotinvestments tätigen; Standardverträge implementieren.

  3. 12–24 Monate: Co‑Investorennetzwerk ausbauen; Infra‑Beteiligungen mit Nutzungsvereinbarungen abschließen.

  4. 24–36 Monate: Portfolio‑Monitoring standardisieren; erste Royalty‑ und Dividendeneinnahmen realisieren; Reinvestitionsprozesse operationalisieren.

Diese Fondsarchitektur macht öffentliche Mittel produktiv, schafft Marktdisziplin und legt den Pfad zur langfristigen Selbsttragfähigkeit des Programms fest.

5.2 Infrastruktur cashflow‑positiv — 600 Millionen jährlich

Kurzfassung Die Hälfte der 15‑Prozent‑Linie (≈ 600 Mio. € p.a.) finanziert ausschließlich Infrastrukturprogramme, die selbst Einnahmen erzeugen. Ziel: stabile, früh einsetzende Cashflows zur Fondsstabilisierung und zur Finanzierung weiterer Programme. Jedes Programm muss mindestens 3–5 % Cashflow p.a. liefern.

Allokationsprinzipien und Instrumente

  • Priorität Nutzungsgebühren und Revenue Share vor reinen Zuschüssen.

  • Langfristverträge mit Abnahmegarantien und Indexierung sichern Planbarkeit.

  • Instrumentmix: Minderheitsbeteiligungen, PPPs, Concessions, Revenue‑Share‑Verträge, Royalty‑Modelle, Miet‑ und Serviceverträge.

  • Liquiditätsstruktur: 60 % direkte Infra‑Investitionen; 25 % strategische Beteiligungsrechte; 15 % Talent‑ und Technologiezentren mit Gebührenmodell.

Typische Programme und Cashflowmechanik

ProgrammEinnahmequelleCashflowziel p.a.
RechenzentrenNutzungsgebühren, Colocation‑Mieten3–6 %
Energie SpeicherEinspeisevergütung, Arbitrage, Netzdienste4–7 %
KI InfrastrukturLizenzgebühren, API‑Nutzungsgebühren3–6 %
TalentzentrenKurs‑ und Zertifikatsgebühren, Employer‑Contracts3–5 %
TechnologiezentrenNutzungsgebühren, Beteiligungsrechte3–6 %

Vertrags‑ und Preisgestaltungsvorgaben

  • Mindestlaufzeiten: Infra‑Serviceverträge ≥ 7–15 Jahre.

  • Indexierung: Preisbindung an CPI oder Energieindex; Upgrade‑Klauseln für Kapazitätserweiterungen.

  • Mindestabnahmegarantien: für kritische Assets (Rechenzentren, Speicher) vertraglich sichern.

  • Rückflussklauseln: Revenue Share, Royalty‑Triggers, Exit‑Mitverkaufsklauseln bei Beteiligungen.

  • Wettbewerbsneutralität: Ausschreibungen nach EU‑Recht; staatliche Beteiligungen marktgerecht bewerten.

Governance und operative Umsetzung

  • Infra‑Unit innerhalb der One‑Stop‑Agency für Projektentwicklung, Vertragsverhandlung und Betrieb.

  • Investmentkomitee Infra entscheidet über Projekte > X Mio. €; standardisierte Due‑Diligence‑Checkliste.

  • Operatives Management: Public‑Private‑Operatoren für Betrieb; Land hält Minderheitsrechte und Nutzungsansprüche.

  • Transparenz: öffentliches Dashboard mit Auslastung, Einnahmen und Vertragslaufzeiten.

KPIs Monitoring und Zielwerte

KPIMessgrößeZiel
Projekt‑Cashflowjährliche Nettoeinzahlungen €≥ 3–5 % des eingesetzten Kapitals
Auslastung Rechenzentren% belegte Kapazität≥ 70 % nach Jahr 2
Verfügbarkeit Speicher% Betriebszeit≥ 95 %
Time to RevenueMonate bis erste Einnahmen≤ 12 Monate für Pilotprojekte
Vertragslaufzeit mittl.Jahre≥ 10 Jahre

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Nachfrageausfall → Mindestabnahmegarantien, flexible Pricing‑Modelle, Marketing‑Offensive für Clusterkunden.

  • Technologischer Wandel → Upgrade‑Klauseln, modulare Infrastruktur, Reserve für Refurbishment.

  • Finanzierungsrisiko → Co‑Investorenpflicht, Kreditlinien, gestaffelte Auszahlungen.

  • Regulatorische Risiken → EU‑Compliance‑Checks vor Vertragsabschluss, Rechtsreserve.

  • Betriebsrisiko → Betreiber‑SLAs, Performance‑Bonusse und Penalties.

Implementierungsfahrplan 0–36 Monate

  • 0–3 Monate: Priorisierung Pipeline; Standardverträge und Preisvorlagen erstellen.

  • 3–9 Monate: Ausschreibungen Rechenzentren und Speicherpilot; erste PPP‑Verträge verhandeln.

  • 9–18 Monate: Inbetriebnahme erster KI‑Infrastruktur‑Nodes; Talentzentren starten mit modularen Kursangeboten.

  • 18–36 Monate: Skalierung erfolgreicher Modelle; Monitoring‑Dashboard live; Cashflow‑Reporting etabliert.

Operative Vorgabe Alle Infra‑Projekte müssen vor Bewilligung einen Business Case mit Cashflow‑Prognose, Break‑Even‑Analyse und Exit‑Szenarien vorlegen. Nur Projekte mit plausiblen ≥ 3 % p.a. Cashflow‑Erwartung werden freigegeben.

5.3 5 Hauptcluster

Die 950 Mio. € Jahresallokation für die fünf Hauptcluster bündelt Investitionen regional fokussiert und cashflow‑orientiert. Ziel: klare Spezialisierung, starke Verbundregionen, schnelle Wirkung und messbare Rückflüsse.

Allokationsprinzip und Verteilungslogik

  • Proportionale Basis: Mittelverteilung nach strategischer Priorität, Hebelpotenzial und regionaler Kapazität.

  • Verbundregionförderung: Mindestens 20 % jeder Clusterallokation fließt in Verbundregionprojekte (Infrastruktur, Zuliefernetzwerke, Talentzentren).

  • Cashflow‑Vorgabe: Jedes Projekt muss plausiblen Cashflow ≥ 3–5 % p.a. ausweisen.

  • Co‑Financing‑Regel: Landesmittel lösen mindestens 1:3 externes Kapital aus (EU/Bund/Privat) an.

Empfohlene Jahresallokation pro Cluster

ClusterVerbundregionJährliche AllokationPrioritäre Instrumente
Photonik, MedTech, BioTechJena220 Mio. €Pilotfabriken; MedTech‑Testfelder; IP‑Beteiligungen
KI, Robotik, SensorikIlmenau200 Mio. €Rechenzentren; Robotik‑Testfelder; Start‑up‑Equity
Energie, MikroelektronikErfurt200 Mio. €Speicher‑Assets; Mikroelektronik‑Fabs; PPP‑Infrastruktur
Automotive & PräzisionSüdthüringen165 Mio. €Präzisionsfertigung; Leichtbau‑Pilotstrecken; Zulieferfonds
GesundheitsdigitalisierungGera165 Mio. €Digitale Kliniken; Telemedizin‑Plattformen; Talentzentren

Flagship‑Programme pro Cluster

  • Jena Photonik MedTech: Shared Pilotfabrik für Optik‑Fertigung; klinische Testumgebung; IP‑Royalty‑Modelle.

  • Ilmenau KI Robotik: Sovereign AI‑Nodes; Robotik‑Testfeld mit Industriepartnerschaften; API‑Lizenzmodelle.

  • Erfurt Energie Mikroelektronik: Batteriespeicher‑Park mit Einspeiseverträgen; Mikroelektronik‑Wafer‑Line Co‑Invest.

  • Südthüringen Automotive Präzision: Präzisionsfertigungszentrum; Teststrecke für Leichtbaukomponenten; Zuliefernetzwerk‑Matching.

  • Gera Gesundheitsdigitalisierung: Regionale Telemedizinplattform; digitale Versorgungszentren; Ausbildungs‑ und Zertifizierungszentrum.

Verbundregionförderung Mechanik

  • Regionalfonds: Je Cluster ein Regionalfonds (10–20 % der Clusterallokation) für KMU‑Modernisierung, Zuliefernetzwerke und Nahversorgung.

  • Matching‑Grants: Kommunale Beiträge werden 1:1 bis 1:3 durch Landesmittel gehebelt.

  • Mobilitäts‑ und Wohnpakete: gezielte Wohnraumförderung und Pendlerpakete zur Fachkräftebindung.

  • Koordination: Regionalentwicklungsräte steuern Prioritäten, Genehmigungen laufen über One‑Stop‑Agency.

Auswahlkriterien und Bewertungsfilter

  • Cashflow: NPV positiv innerhalb 10 Jahren; Mindest‑Cashflow 3–5 % p.a.

  • Hebel: Nachweis externes Kapital ≥ 3:1.

  • Regionale Wirkung: ≥ 30 % der Beschäftigungseffekte in Verbundregion.

  • Innovationsgrad: klare IP‑ oder Skalierungspfade; Time‑to‑Market ≤ 5 Jahre.

  • Soziale Verträglichkeit: Sozialverträglichkeitsprüfung bei Großprojekten.

Governance, Monitoring und KPIs

  • Clusterboards mit Wirtschaft, Forschung, Kommunen und Gewerkschaften priorisieren Projekte.

  • KPIs: jährliche Rückflüsse €; zusätzliche Vollzeitäquivalente; privates Folgekapital pro € Landesmittel; Infra‑Auslastung %; Verbleibsquote Fachkräfte nach 5 Jahren.

  • Reporting: Quartals‑Dashboard; jährlicher Wirkungsbericht; externe Evaluation alle 3 Jahre.

  • Sanktionen: Förderstopp, Umwandlung Zuschuss→Darlehen, Rückforderung bei KPI‑Verfehlung.

Zeitplan 0–36 Monate

  • 0–6 Monate: Clusterboards installieren; Top‑30 Projektpipeline; Regionalfonds‑Regelwerk.

  • 6–18 Monate: Pilotfabriken und Rechenzentrumsausschreibungen; erste Infra‑Verträge; Talentzentren starten.

  • 18–36 Monate: Skalierung erfolgreicher Piloten; EU/Bund‑Anträge für Großprojekte; erste nennenswerte Rückflüsse aus Infra.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Konzentrationsrisiko → Diversifikation innerhalb Cluster; Regionalfonds für Umland.

  • Nachfrageausfall → Mindestabnahmegarantien, flexible Pricing‑Modelle.

  • Fachkräftemangel → Talentoffensive, Thüringen‑Visa, Ausbildungskooperationen.

  • Regulatorische Risiken → EU‑Beihilfe‑Checks, Standardverträge, externe Rechtsgutachten.

Diese Cluster‑Strategie verbindet regionale Stärke mit klarer Investitionslogik: hohe Hebelwirkung, planbare Cashflows und messbare soziale Wirkung.

Zusammenfassung

Rückflussziele

  • Jahr 1–3: 0–50 Mio. €/Jahr

  • Jahr 4–7: 150–300 Mio. €/Jahr

  • Jahr 7–12: 400–800 Mio. €/Jahr

  • ab Jahr 12: 800 Mio. – 1,5 Mrd. €/Jahr

Diese Staffelung macht das 15‑Prozent‑Programm langfristig haushaltsneutral, indem frühe Infra‑Cashflows und mittelfristige Equity‑Rückflüsse sukzessive Reinvestition, Kofinanzierung und Haushaltsentlastung ermöglichen.

Annahmen

  • Portfolioaufbau: Equity‑ und Infra‑Tranche werden gemäß 40/40/20‑Modell kapitalisiert.

  • Zeithorizont Exits: Seed‑/Early‑Stage‑Investments benötigen 4–12 Jahre bis zu nennenswerten Exits.

  • Infra‑Cashflows: Rechenzentren, Speicher und Nutzungsmodelle liefern frühere, stabile Einnahmen.

  • Hebel: Konservativer Mittelhebel im Mittel 1:3 (Landesmittel → externes Kapital).

  • Konservativer Puffer: Schätzungen berücksichtigen Ausfallquoten, längere Exit‑Zeiträume und Marktzyklen.

Zeitpfad und Meilensteine

  • 0–3 Jahre: Governance aufbauen, Seed‑Tranche kapitalisieren, Pilot‑Infra in Betrieb, Liquiditätsreserve initialisieren.

  • 4–7 Jahre: erste Dividenden, Revenue‑Share‑Zahlungen und kleine Exits; Reinvestition und Aufbau Co‑Financing‑Reserve.

  • 7–12 Jahre: mehrere mittlere Exits, volle Infra‑Monetarisierung; substanzielle Haushaltsentlastung möglich.

  • ab Jahr 12: regelmäßige große Exits und stabile Nutzungsgebühren; Fonds erreicht kritische Masse, Programm weitgehend selbsttragend.

Verwendung und Verteilungsregeln

  • Priorität 1: Liquiditätsreserve für 3–5 Jahre Betriebskosten auffüllen.

  • Priorität 2: 70 % der Rückflüsse reinvestieren in Fonds, Infra‑Skalierung und Co‑Financing.

  • Priorität 3: 30 % zur Haushaltsentlastung; davon mind. 5 % jährlich für Sozialausgleich und regionale Fonds.

  • Einsatzregeln: Reinvestition ist Standard; Abweichungen nur mit Beiratsbeschluss und parlamentarischer Zustimmung.

  • Zweckbindung: Rückflüsse werden vorrangig für Zukunftsinvestitionen und Kofinanzierung verwendet.

Trigger Steuerung und KPIs

Automatisierte Trigger

  • Trigger A: Rückflüsse ≥ 30 Mio. €/Jahr → Growth‑Tranche aufstocken; Co‑Financing‑Reserve erhöhen.

  • Trigger B: Rückflüsse ≥ 200 Mio. €/Jahr → erste planbare Haushaltsentlastung freigeben.

  • Trigger C: Rückflüsse ≥ 500 Mio. €/Jahr → sukzessive Reduktion jährlicher Landeszuschüsse möglich.

Kern‑KPIs

  • Jährliche Rückflüsse € (Soll/Ist)

  • Anteil Reinvestition % (Ziel ≥ 70 %)

  • Fonds‑IRR und NPV des Portfolios

  • Mobilisiertes externes Kapital / € Landesmittel (Ziel ≥ 3:1)

  • Liquiditätsreserve in Jahren (Ziel 3–5 Jahre) Reportingrhythmus: monatlich intern, quartalsweise Beirat, jährlicher öffentlicher Wirkungsbericht.

Risiken Gegenmaßnahmen und Abschlussformulierung

Hauptrisiken

  • Exit‑Verzögerungen und Marktzyklen

  • Niedrigere Infra‑Nachfrage als prognostiziert

  • Politische oder regulatorische Volatilität

Gegenmaßnahmen

  • Strikte Diversifikation, Co‑Investorenpflicht, konservative Bewertungsannahmen

  • Langfristige Abnahmeverträge, Indexierung und Mindestabnahmen für Infra‑Assets

  • Rechtsverankerung der Reinvestitionsregeln, unabhängige Evaluationen, Reserve‑ und Kreditlinien

Abschlussformulierung „Die gestaffelten Rückflussziele machen das 15‑Prozent‑Programm zu einem selbstverstärkenden Investitionsmotor: frühe Infra‑Cashflows sichern Stabilität, Equity‑Rückflüsse schaffen Wachstumskapital, und eine verbindliche Reinvestitionslogik führt langfristig zur Haushaltsneutralität.“

6 Der Thüringer Staatsfonds

Der Thüringer Staatsfonds ist das zentrale, rechtlich verankerte Finanzierungsinstrument der Transformation. Er bündelt Kapital aus dem Landeshaushalt, Innovationsabgaben, Digitalabgabe, EU/Bund‑Hebel und privaten Co‑Investments, investiert strategisch in die fünf Cluster und erzeugt dauerhafte, rückfließende Einnahmen.

Zweck und Mandat

  • Primärer Zweck: Aufbau eines selbstverstärkenden Kapitalstocks zur Finanzierung von Innovation, Infrastruktur, Talent und Dekarbonisierung.

  • Ziel: Langfristige Erträge und Cashflows zur teilweisen Haushaltsentlastung; Hebelwirkung auf EU, Bund und privates Kapital.

  • Zeithorizont: strategisch ausgerichtet auf 15+ Jahre; Fonds strebt Selbsttragfähigkeit ab Jahr 15 an.

  • Zweckbindung: Mittel sind zweckgebunden für die fünf Cluster, Verbundregionförderung und Co‑Financing‑Reserven.

Kapitalbasis und Allokation

  • Startkapitalquellen: jährliche 15‑Prozent‑Allokation; Innovationsabgabe; Digitalabgabe; ergebnisabhängige Rückflüsse; Anleihen oder Kreditlinien für Brückenfinanzierung.

  • Zielgröße (auf Sicht 5 Jahre): skalierbar, Zielvolumen Fondsvermögen € X–Y Mrd. (politisch zu beschließen).

  • Strategische Allokation:

    • Equity / Wagniskapital: ~50 % (DeepFonds)

    • Infra / Cashflow‑Assets: ~40 %

    • Reserve / Anschub: ~10 %

  • Co‑Investorenregel: Private Co‑Investments verpflichtend ab definierten Schwellen; staatliche Beteiligungen marktgerecht bewerten.

Investmentpolitik und Instrumente

  • Risikoprofile: gestaffelte Mandate (Seed, Growth, Infra) mit klaren Risiko‑Limits.

  • Ertragsmechaniken: Equity‑Beteiligungen, Royalty/Revenue‑Share, Nutzungsgebühren, Miet‑ und Abnahmeverträge, Mezzanine.

  • Mindest‑Cashflowanforderung Infra: Projekte müssen 3–5 % p.a. Cashflow nachweisen.

  • Exit‑Disziplin: vor Investition definierte Exit‑Szenarien; Zeitfenster und Performance‑Triggers.

  • ESG und Sorgfalt: verbindliche ESG‑Kriterien, Menschenrechts‑ und Compliance‑Checks, Cybersecurity‑Standards für digitale Assets.

Governance und Kontrolle

GremiumAufgabeZusammensetzung
Stiftungsrat / Aufsichtsratstrategische Steuerung, MandatsgenehmigungVertreter Land, Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft
InvestmentkomiteeFreigabe einzelner Investmentsunabhängige Finanz‑ und Sektor‑Expert:innen
Operatives ManagementPortfoliomanagement, Deal Executionprofessionelles externes Managementteam
Unabhängiger PrüfbeiratCompliance, Evaluation, Ethikexterne Auditoren, Rechts‑ und Technologieexpert:innen
  • Transparenz: öffentliches Dashboard, jährlicher Wirkungsbericht, externe Prüfungen alle 1–3 Jahre.

  • Rechenschaft: parlamentarische Hearings halbjährlich; Einspruchsrechte für Kommunen bei regionalen Projekten.

Risiko‑ und Liquiditätsmanagement

  • Diversifikation: sektorale und regionale Streuung; Klumpenlimits.

  • Liquiditätsreserve: Reserve für 3–5 Jahre operative Stabilität; Kreditlinien als Backstop.

  • Stresstests: jährliche Szenarioanalysen; Limits für illiquide Engagements.

  • Beihilfe‑ und Rechtsprüfung: verpflichtende EU‑State‑Aid‑Checks vor größeren Zuweisungen.

KPIs Monitoring und Reporting

KPIZiel
Jährliche RückflüsseErreichen der gestaffelten Rückflussziele
Fonds‑IRRÜber Benchmark vergleichbarer öffentlicher Fonds
Mobilisiertes externes Kapital≥ 3:1 Hebel
Anteil Reinvestition≥ 70 % der Rückflüsse
Time to Revenue Infra≤ 12 Monate für Pilotprojekte
TransparenzscoreDashboard live, jährlicher Auditbericht

Implementierungsfahrplan 0–24 Monate

  1. Monat 0–3 — Gesetzesentwurf Fondsrahmen; Mandat und Zweckbindung; Stakeholder‑Konsultation.

  2. Monat 4–6 — Governance‑Struktur einrichten; Management rekrutieren; Fondsgesetz verabschieden.

  3. Monat 7–12 — Kapitalisierungsplan umsetzen; Seed‑Allokation tätigen; OSA und Infra‑Unit operationalisieren.

  4. Monat 13–24 — Portfolioaufbau intensivieren; Co‑Investorennetzwerk ausbauen; Dashboard und Reporting live; erste externe Evaluation vorbereiten.

Politische Kurzformulierung

„Der Thüringer Staatsfonds bündelt Landesmittel und Hebelkapital, investiert strategisch in Zukunftscluster und erzeugt dauerhafte Rückflüsse. Er macht Transformation planbar, krisenfest und wachstumsfreundlich — mit klarer Governance, strikter Reinvestitionslogik und voller Transparenz.“

6.1 Struktur des Fonds

Der Thüringer Staatsfonds wird als klar gegliederte, rechtsverankerte und transparente Institution aufgebaut. Er kombiniert staatliche Eigentümerschaft mit unabhängiger Steuerung und professionellem Management, verfolgt messbare Rendite‑ und Wirkungsziele und berichtet vollständig öffentlich.

Rechtsform und Eigentum

  • Staatlicher Eigentümer: Eigentum liegt beim Land Thüringen; Zweckbindung gesetzlich verankert.

  • Rechtsform: Stiftung öffentlichen Rechts oder Anstalt des öffentlichen Rechts mit Fondscharakter; Fondsgesetz regelt Mandat, Zweckbindung, Reinvestitionsquote und Berichtspflichten.

  • Kapitalzuführung: jährliche 15‑Prozent‑Allokation, Innovations‑ und Digitalabgaben, Rückflüsse, ggf. Anleihen für Brückenfinanzierung.

Governance Ebenen

Stiftungsrat / Aufsichtsrat

  • Aufgabe: strategische Steuerung, Mandatsgenehmigung, Risiko‑Limits, Ernennung Management.

  • Zusammensetzung: Vertreter Land, Kommunen, Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft; Mehrheit unabhängiger Expert:innen.

  • Amtszeit: feste Amtsperioden, Rotationspflichten, Offenlegung von Interessen.

Unabhängiges Fonds‑Board (Investment Board)

  • Aufgabe: Investmentpolitik, Freigabe großer Engagements, Überwachung Performance.

  • Zusammensetzung: externe Finanz‑ und Sektorexpert:innen, ein Vertreter des Stiftungsrats ohne Stimmrecht in operativen Fällen.

  • Entscheidungsmodus: qualifizierte Mehrheit; klare Delegationsmatrix für Managemententscheidungen.

Operatives Management

  • Aufgabe: Deal‑Sourcing, Due‑Diligence, Portfoliomanagement, Reporting.

  • Struktur: CEO/Managing Director, CIO, Head of Infra, Head of Equity, Risk & Compliance, Legal, Operations.

  • Vergütung: marktgerecht, teilvariabel an Rendite‑ und Wirkungskennzahlen gekoppelt; klare Cap‑ und Clawback‑Regeln.

Unabhängiger Prüfbeirat und Auditoren

  • Aufgabe: Compliance, Ethik, ESG‑Monitoring, externe Evaluation.

  • Audit: jährliche externe Finanzprüfung; Ad‑hoc Audits bei KPI‑Abweichungen.

Investmentmandat und Renditeziele

  • Zielrendite: Ziel‑IRR für das Gesamtportfolio; differenzierte Benchmarks je Tranche (Seed, Growth, Infra).

  • Risikoprofile: gestaffelte Mandate mit klaren Limits für illiquide Engagements, Sektor‑ und Klumpenrisiken.

  • Reinvestitionsregel: 70 % der Rückflüsse reinvestiert; 30 % für Haushaltsentlastung/Sozialquote.

  • Mindest‑Cashflowanforderung Infra: Projekte müssen ≥ 3–5 % p.a. Cashflow erwarten.

  • ESG‑ und Wirkungsziele: CO₂‑Reduktion, Beschäftigungswirkung, regionale Verteilung als bindende Investmentkriterien.

Transparenz und Rechenschaft

  • Öffentliches Dashboard: Echtzeit‑KPIs (Rückflüsse, IRR, Auslastung Infra, Hebel, regionale Verteilung).

  • Berichtswesen: Quartals‑Dashboard für Beirat; halbjährliche parlamentarische Hearings; jährlicher öffentlicher Wirkungsbericht mit externem Audit.

  • Offenlegung: vollständige Liste der Beteiligungen, Bewertungsmethoden, Gebührenstruktur, Interessenkonflikte.

  • Whistleblower‑ und Compliance‑Kanäle: geschützte Meldesysteme, Rotationspflichten für Entscheider.

Governance Safeguards und Interessenkonflikte

  • Interessenkonfliktregeln: Offenlegungspflicht, Ausschluss von Entscheidungsprozessen bei Betroffenheit.

  • Clawback und Rückforderungsmechanismen: bei Fehlverhalten oder grober Fahrlässigkeit.

  • Beihilfe‑ und Rechtsprüfung: verpflichtende EU‑State‑Aid‑Checks vor größeren Zuweisungen.

Operative Vorgaben und Prozesse

  • Investmentprozess: Sourcing → Screening → Due‑Diligence → Investmentkomitee → Vertragsabschluss → Monitoring → Exit.

  • Stage‑Gate‑Finanzierung: Folgefinanzierung an KPI‑Erfüllung knüpfen.

  • Co‑Investorenpflicht: Private Co‑Investments verpflichtend ab definierten Schwellen zur Risikoteilung.

  • Standardverträge: Templates für Revenue Share, Royalty, PPP, Abnahmegarantien.

KPIs zur Steuerung des Fonds

KPIZiel
Jährliche RückflüsseErreichen der gestaffelten Rückflussziele
Fonds‑IRRÜber Benchmark vergleichbarer öffentlicher Fonds
Mobilisiertes externes Kapital≥ 3:1 Hebel
Anteil Reinvestition≥ 70 %
TransparenzscoreDashboard live; jährlicher Auditbericht

Implementierungsfahrplan 0–18 Monate

  1. 0–3 Monate: Fondsgesetz‑Draft; Stakeholder‑Konsultation; Governance‑Design finalisieren.

  2. 4–6 Monate: Ernennung Stiftungsrat und Investment Board; Managementrekrutierung starten.

  3. 7–12 Monate: Mandat finalisieren; Seed‑Allokation tätigen; Dashboard‑MVP launchen.

  4. 12–18 Monate: Volle operative Tätigkeit; erste Investments; externes Audit initialisieren.

Transparenter Eigentümer, unabhängiges Board, professionelles Management, klare Rendite‑ und Wirkungsziele: so wird der Thüringer Staatsfonds zum verlässlichen Motor der Transformation.

Investitionslogik

Der Fonds verfolgt eine zielgerichtete, risikogestufte Investitionslogik, die öffentliche Mittel produktiv macht, frühe Cashflows priorisiert und zugleich Upside durch Equity‑Beteiligungen sichert. Kernprinzipien: Stage‑Diversifikation, Co‑Investorenpflicht, Cashflow‑First bei Infra, Wirkungs‑ und Renditezielverknüpfung.

Allokation nach Sektor und Instrument

SektorInstrumenteZielanteilTypische Ticketgrößen
StartupsEquity, Convertible, Royalty20 %€0.1–5 Mio.
ScaleupsGrowth Equity, Mezzanine20 %€5–50 Mio.
PilotfabrikenMinderheitsbeteiligung, Revenue Share15 %€10–150 Mio.
Energie InfrastrukturProjektfinanzierung, PPP, Equity15 %€20–200 Mio.
KI InfrastrukturInfra Equity, Lizenzverträge10 %€5–100 Mio.
Robotik TechnologienEquity, Strategic Partnerships10 %€1–40 Mio.
MedTech BioTechSeed to Series B, Co‑funding10 %€0.5–40 Mio.

Investmentkriterien und Due Diligence

  • Finanzielle Kriterien: plausibler Business Case; Break‑Even‑Pfad; Mindest‑Cashflow‑Erwartung Infra ≥ 3–5 % p.a.; Ziel‑IRR je Tranche definiert.

  • Markt und Hebel: adressierbarer Markt; Nachweis externer Hebelwirkung ≥ 1:3; Skalierbarkeit.

  • Technologie und IP: Schutzrechte, Time‑to‑Market ≤ 5 Jahre für Produktprojekte.

  • Team und Governance: Gründer‑Track‑Record; Management‑KPIs; Board‑Rechte.

  • Sozialer und regionaler Impact: Beschäftigungswirkung in Verbundregion; CO₂‑Reduktion bei Energieprojekten.

  • Rechtsprüfung: EU‑Beihilfe‑Check; Procurement‑Compliance; Vertragsstandardisierung.

Due Diligence umfasst Finanzmodell, Marktvalidierung, IP‑Audit, Tech‑Review, ESG‑Screening, rechtliche Prüfung und Exit‑Szenarien.

Finanzierungsinstrumente und Vertragsmechanik

  • Equity: Minderheitsbeteiligungen mit Liquiditäts‑ und Mitverkaufsklauseln.

  • Revenue Share / Royalty: frühe Rückflüsse bei Pre‑Profit Firmen.

  • Mezzanine: zinstragende Instrumente mit Equity‑Warrant.

  • PPP / Concession: für Pilotfabriken und Infra mit Mindestabnahmeverträgen.

  • Co‑Investment‑Mandat: Private Co‑Investoren verpflichtend ab definierten Schwellen; Land behält Minderheitsposition.

  • Exitklauseln: definierte Zeitfenster, Tag‑along, Drag‑along, Put/Call‑Optionen.

Beispiel Standardkonditionen: Vesting, Liquidation Preference 1x, Anti‑Dilution Full Ratchet nur in Ausnahmefällen, Board‑Sitz bei >10% Anteil.

Renditeziele, Cashflowstrategie und Exit

  • Renditeziel Equity: Ziel‑IRR 12–20 % je nach Risikoklasse.

  • Renditeziel Infra: Cashflowrendite 3–7 % p.a.; stabile Dividenden und Nutzungsgebühren.

  • Cashflowpriorität: Infra‑Assets und Royalty‑Modelle liefern frühe Rückflüsse; diese finanzieren Reinvestition und Co‑Financing‑Reserve.

  • Exitpfad: Trade Sale, Secondary Sale, IPO, strukturierte Buybacks; Exitplanung bereits bei Investmententscheidung.

  • Reinvestitionsregel: 70 % der Rückflüsse reinvestiert; 30 % für Haushaltsentlastung und Sozialquote.

Risikomanagement und Monitoring

  • Diversifikation: Sektorale und regionale Limits; Klumpenlimit pro Investment.

  • Stresstests: jährliche Szenarioanalysen; Liquiditätsstress.

  • Stage‑Gate: Folgefinanzierung nur bei KPI‑Erfüllung.

  • Operatives Monitoring: Quartals‑Reporting, KPI‑Scorecards, Infra‑SLAs.

  • Absicherungen: Mindestabnahmeverträge, Versicherungen, Performance‑Bonds.

  • Governance‑Trigger: bei KPI‑Verfehlung automatische Maßnahmen wie Umwandlung Zuschuss→Darlehen, Sanierungsplan, Eskalation an Investment Board.

Implementierungsschritte und Zeitplan

  1. 0–6 Monate: Mandat finalisieren, Investmentkomitee besetzen, Standardverträge erstellen.

  2. 6–12 Monate: Deal‑Sourcing Pipeline aufbauen, erste Seed‑ und Infra‑Pilotinvestments tätigen.

  3. 12–36 Monate: Portfolio diversifizieren, Co‑Investorennetzwerk skalieren, Monitoring‑Dashboard live.

  4. 36+ Monate: Performanceoptimierung, Exit‑Sequenzierung, Reinvestitionszyklen operationalisieren.

Schlussbemerkung Die Investitionslogik verbindet finanzielle Disziplin mit strategischem Staatsinteresse: frühe, planbare Cashflows sichern Stabilität; gezielte Equity‑Risiken schaffen Wachstum und technologische Souveränität; strikte Governance schützt öffentliche Interessen.

Rückflussmechanismen

Der Fonds generiert planbare, wiederkehrende Einnahmen über neun klar definierte Mechaniken: Royalty‑Flows, Dividenden, Beteiligungsrechte, Lizenzmodelle, Cloud‑Gebühren, Netzdienstleistungen, Durchleitungsentgelte, Nutzungsgebühren und Service‑Fees. Jede Mechanik ist vertraglich abgesichert, messbar und priorisiert frühe Cashflows.

Mechaniken im Detail

  • Royalty‑Flows Beschreibung: Umsatzabhängige Zahlungen aus kommerzialisierten Technologien oder Produkten. Einsatz: Pre‑Profit und Early‑Revenue Startups; IP‑Lizenzierungen. Vorteil: Frühe Rückflüsse ohne Equity‑Verkäufe.

  • Dividenden Beschreibung: Ausschüttungen aus profitablen Beteiligungen und Infra‑SPVs. Einsatz: Scale‑ups, Infra‑Assets mit stabiler Ertragslage. Vorteil: Regelmäßige, prognostizierbare Cashflows.

  • Beteiligungsrechte Beschreibung: Minderheits‑ oder Mehrheitsanteile mit Mitverkaufsrechten und Exitklauseln. Einsatz: Pilotfabriken, strategische Industrieprojekte. Vorteil: Kapitalwertsteigerung und Exit‑Upside.

  • Lizenzmodelle Beschreibung: Gebühren für Nutzung von Software, KI‑Modellen oder Patenten. Einsatz: KI‑Infrastruktur, MedTech‑Plattformen. Vorteil: Skalierbare, margenstarke Erträge.

  • Rechenzentren Cloud‑Gebühren Beschreibung: Colocation, vCPU‑Mieten, Storage‑Fees, Managed Services. Einsatz: Sovereign Cloud Nodes, Edge‑Hubs. Vorteil: Hohe Auslastungsabhängigkeit, langfristige Verträge.

  • Speicherinfrastruktur Netzdienstleistungen Beschreibung: Arbitrage, Regelenergie, Kapazitätszahlungen, Systemdienstleistungen. Einsatz: Batteriespeicher, Power‑to‑X‑Parks. Vorteil: Marktpreise plus vertragliche Mindesterlöse.

  • Wasserstoff Durchleitungsentgelte Beschreibung: Gebühren für Transport, Speicherung und Durchleitung in H2‑Netzen. Einsatz: Pipelineinfrastruktur, H2‑Hubs. Vorteil: Langfristige, volumenbasierte Erlöse.

  • Robotik Testfelder Nutzungsgebühren Beschreibung: Stunden‑ oder Flächentarife für Testzeit, Zertifizierungen, Trainings. Einsatz: Industrie 4.0 Testfelder, Logistikzentren. Vorteil: Hohe Margen bei B2B‑Kunden.

  • Digital Health Service‑Fees Beschreibung: Abonnements, Transaktionsgebühren, Pay‑per‑Use für Telemedizin und Plattformdienste. Einsatz: Regionale Telemedizinplattformen, digitale Versorgungszentren. Vorteil: Wiederkehrende Nutzererlöse und Skaleneffekte.

Vertragsgestaltung und Preisregeln

  • Mindestlaufzeiten: Infra‑Verträge ≥ 7 Jahre; bevorzugt 10–15 Jahre.

  • Mindestabnahmegarantien: vertraglich für kritische Assets.

  • Indexierung: Preise an CPI oder Energieindex koppeln.

  • Revenue Share Struktur: Staffelung nach Umsatzstufen; Cap‑ und Floor‑Mechanismen.

  • Clawback und Performance‑Triggers: automatische Anpassungen bei Zielverfehlung.

  • Marktneutralität: Ausschreibungen und Marktpreisprüfungen zur Vermeidung staatlicher Wettbewerbsverzerrung.

Cashflow Modellierung und Zielvorgaben

  • Projektlevel: konservative Szenarien (Base, Stress, Upside) mit Break‑Even, NPV und IRR.

  • Portfolioperspektive: Zielgewichtung frühe Cashflow‑Assets 60 %; Equity Upside 40 %.

  • Mindestrendite Infra: 3–5 % p.a. Netto‑Cashflow.

  • Zielpfad Rückflüsse: Jahr 1–3: 0–50 Mio.; Jahr 4–7: 150–300 Mio.; Jahr 7–12: 400–800 Mio.; ab Jahr 12: 800 Mio.–1,5 Mrd. €.

Risikoabsicherung

  • Diversifikation: sektorale und regionale Limits; Klumpenlimit pro Engagement.

  • Absicherungen: Versicherungen, Performance‑Bonds, Garantien.

  • Co‑Investorenpflicht: privates Kapital teilt Risiko und erhöht Marktdisziplin.

  • Stresstests: jährliche Szenarioanalysen; Liquiditätsbackstop durch Reserve und Kreditlinien.

  • Regulatorische Absicherung: EU‑Beihilfe‑Checks und Procurement‑Compliance vor Finalisierung.

Monitoring KPIs

KPIMessgrößeZiel
Jährliche Rückflüssep.a.Entspricht Zielband je Zeitfenster
Infra Cashflowquote% des eingesetzten Kapitals3–5 % p.a.
Anteil Royalty/License% der Rückflüsse15 % nach Jahr 5
Durchschnittliche VertragslaufzeitJahre10
Mobilisiertes externes Kapitalexternes / Landesmittel3:1

Implementierungsfahrplan 0–24 Monate

  • 0–3 Monate: Standardverträge und Preisvorlagen entwickeln; rechtliche Prüfungen.

  • 3–9 Monate: Pilotverträge für Rechenzentrum, Speicher und Robotik‑Testfeld abschließen.

  • 9–18 Monate: Rollout Lizenzmodelle und Digital‑Health‑Plattformen; Monitoring‑Dashboard live.

  • 18–24 Monate: Portfoliooptimierung, erste Royalty‑ und Dividendenflüsse realisieren; Trigger‑Mechaniken aktivieren.

Der Fonds verbindet vertragliche Disziplin mit marktorientierten Erlösmodellen: so entstehen frühzeitige, verlässliche Cashflows, die Reinvestition, Kofinanzierung und langfristige Haushaltsneutralität ermöglichen.

Reinvestitionsprinzip und Ausschüttungsregel

Kernaussage Bei guter Haushaltslage werden 100 % aller jährlichen Rückflüsse des Staatsfonds reinvestiert, um das Fondsvermögen exponentiell zu vergrößern. Bei schlechter Haushaltslage wird ab Jahr 5 eine gestufte Ausschüttung aktiviert, um kurzfristige Haushaltsbedarfe zu decken, ohne die langfristige Kapitalbasis unverhältnismäßig zu schwächen.

Definitionen und Schwellenwerte

  • Gute Haushaltslage (Ausschlusskriterium für Ausschüttung)

    • Budgetsaldo: jährlicher struktureller Überschuss ≥ 0,5 % des Landeshaushalts.

    • Verschuldungsquote: Nettofinanzschulden sinkend oder ≤ definierter Zielwert.

    • Liquiditätsreserve: Liquiditätsreserve des Fonds und Landes ≥ 3 Jahre operative Kosten.

    • Makroindikatoren: Arbeitslosenquote stabil oder fallend; BIP‑Wachstum ≥ Trend.

  • Schlechte Haushaltslage (Ausschüttungs‑Trigger)

    • Budgetsaldo: strukturelles Defizit > 0,5 % des Landeshaushalts.

    • Liquiditätsreserve: Reserve < 2 Jahre operative Kosten.

    • Außerordentliche Schocks: Naturkatastrophe, schwere Rezession (BIP‑Rückgang > 3 %) oder fiskalische Notlage.

  • Governance

    • Entscheidung über Status (gut/schlecht) trifft ein Haushaltsgremium (Finanzministerium + Fonds‑Beirat) nach standardisiertem Score‑Verfahren; parlamentarische Information innerhalb 14 Tagen.

Mechanik bei guter Haushaltslage: 100 % Reinvestition

  • Automatikregel: Alle Rückflüsse werden vollumfänglich in die Mandate reinvestiert (Equity, Infra, Reserve).

  • Wirkung: Zinseszinseffekt, schnellere Skalierung der Fondsbasis, höhere zukünftige Rückflüsse.

  • Einsatzprioritäten (Reihenfolge bei Reinvestition)

    1. Liquiditätsreserve auf Zielniveau auffüllen.

    2. Growth‑Tranche aufstocken (Skalierung erfolgreicher Portfoliounternehmen).

    3. Infra‑Skalierung (Rechenzentren, Speicher, H2‑Netze).

    4. Co‑Financing‑Reserve für EU/Bund‑Anträge.

  • Transparenz: Reinvestitionsentscheidungen werden quartalsweise publiziert.

Mechanik bei schlechter Haushaltslage: gestufte Ausschüttung ab Jahr 5

  • Zeitliche Bedingung: Ausschüttung möglich erst ab Jahr 5 nach Fondsstart, um Aufbauphase nicht zu gefährden.

  • Stufenmodell Ausschüttung

    • Stufe 1 (moderate Notlage): Ausschüttung bis 10 % der jährlichen Rückflüsse.

    • Stufe 2 (ernste Notlage): Ausschüttung 10–25 % der jährlichen Rückflüsse.

    • Stufe 3 (extreme Notlage): Ausschüttung 25–50 % der jährlichen Rückflüsse; nur mit parlamentarischer Zustimmung.

  • Bedingungen

    • Auszahlung nur, wenn Liquiditätsreserve nach Auszahlung ≥ 1 Jahr Betriebskosten bleibt (Ausnahme bei parlamentarischer Notfallgenehmigung).

    • Ausschüttungen sind zweckgebunden: kurzfristige Haushaltsstabilisierer, keine dauerhaften Strukturkosten.

    • Rückführungsplan: jede Ausschüttung begleitet von einem 5‑Jahres‑Wiederaufbauplan der Reinvestitionsquote.

Wachstumspfad bis 2035

Annahmen

  • Jährliche Startallokation des Programms bleibt konstant; Rückflussziele wie vereinbart.

  • Reinvestitionsquote bei guter Lage = 100 %; konservative Portfoliorendite (IRR) angenommen für Modellierungseffekte.

  • Fokus auf Cashflow‑Assets in frühen Jahren, Equity‑Upside mittelfristig.

ZeithorizontErwartete Rückflüsse / JahrReinvestitionsregelWirkung auf Fondsvermögen
Jahr 1–30–50 Mio. 100 % reinvestiert (bei guter Lage)Aufbau Basis, geringe Vermögenszunahme
Jahr 4–7150–300 Mio. 100 % reinvestiert oder gestufte AusschüttungBeschleunigtes Wachstum; Co‑Financing‑Reserve füllt sich
Jahr 7–12400–800 Mio. 100 % reinvestiert bevorzugtExponentielles Wachstum; erste substanzielle Haushaltsentlastungen möglich
ab Jahr 12800 Mio. 1,5 Mrd. Reinvestition priorisiert; selektive Ausschüttungen möglichFonds erreicht kritische Masse; Selbsttragfähigkeit erreicht

Interpretation

  • Exponentialität entsteht durch vollständige Reinvestition in Kombination mit positiven IRR: jedes Jahr höhere Basis, die wiederum höhere Rückflüsse generiert.

  • Selbsttragfähigkeit wird bei Erreichen der oberen Rückflussbänder wahrscheinlich (Jahr 12+), weil wiederkehrende Infra‑Erlöse plus Equity‑Exits stabile Cashflows liefern.

KPIs, Monitoring und Trigger‑Dashboard

  • Haushaltsindikatoren: struktureller Budgetsaldo % des Landeshaushalts; Verschuldungsquote; Liquiditätsreserve Jahre.

  • Fondsindikatoren: jährliche Rückflüsse €; Fondsvermögen €; IRR; Anteil Reinvestition %; Hebel externes Kapital.

  • Trigger‑Dashboard: automatisierte Score berechnet Status (gut/schlecht) monatlich; Entscheidungspaket für Gremium bei Statuswechsel.

  • Reporting: monatlich intern; quartalsweise Beirat; halbjährlich Parlament; jährliche externe Evaluation.

Governance Safeguards und politische Absicherung

  • Parlamentarische Kontrolle: jede Ausschüttung > 10 % der Rückflüsse bedarf parlamentarischer Genehmigung.

  • Sozialschutzklausel: mindestens 5 % jeder Ausschüttung sind für Sozialausgleich und regionale Stabilisierung reserviert.

  • Sunset‑Clause: temporäre Ausschüttungen sind befristet; Wiederaufbauplan für Reinvestitionsquote verpflichtend.

  • Externe Prüfung: unabhängiger Auditor prüft Einhaltung der Regeln jährlich.

Konkrete nächste Schritte 0–24 Monate

  1. Regelwerk finalisieren: formale Definitionen für gute/schlechte Haushaltslage in Gesetzestext gießen.

  2. Trigger‑Score implementieren: Dashboard‑MVP mit automatisierten Indikatoren.

  3. Kommunikationsplan: Transparenzregeln und Ausschüttungsmechanik öffentlich erklären.

  4. Simulationsläufe: Szenario‑Stress‑Tests (Basisszenario, Rezession, Schock) durchführen und Reinvestitionspfade validieren.

  5. Parlamentarische Verankerung: Zustimmung zu Governance‑Safeguards und Sozialschutzklausel einholen.

Schlussformulierung 100‑prozentige Reinvestition in guten Zeiten schafft die Basis für exponentielles Wachstum und langfristige Selbsttragfähigkeit. Die gestufte Ausschüttungslogik ab Jahr 5 schützt Haushalt und Bevölkerung in Krisen, ohne den langfristigen Kapitalaufbau zu gefährden. Transparente Trigger, parlamentarische Kontrolle und verpflichtende Wiederaufbaupläne sichern fiskalische Verantwortung und politische Akzeptanz.

Wachstumspfad bis 2035

Kernziele

Startvolumen: 1 Mrd. € Jahr 5: 3–4 Mrd. € Jahr 10: 6–8 Mrd. € Jahr 15: 10–15 Mrd. € Ergebnis: Thüringen wird zu einem der stärksten Innovationsfondsstandorte Europas.

Projektionstabelle und implizierte Wachstumsraten

ZeithorizontFondsvermögen ZielImplizierte jährliche Wachstumsrate (CAGR, grob)
Start1,0 Mrd. €
Jahr 53,0–4,0 Mrd. €~25–32 %
Jahr 106,0–8,0 Mrd. €~18–22 % (ab Start)
Jahr 1510–15 Mrd. €~13–20 % (ab Start)

Treiber des Wachstums

  • Volle Reinvestition der Rückflüsse in Phasen guter Haushaltslage (Zinseszinseffekt).

  • Frühe, planbare Infra‑Cashflows (Rechenzentren, Speicher, H2‑Durchleitung) liefern stabile Erträge ab Jahr 1–4.

  • Mittelfristige Equity‑Exits und Royalty‑Einnahmen aus Start‑/Scale‑ups treiben Sprünge in Jahr 4–12.

  • Hebelwirkung durch EU/Bund/Privat: konsequente Kofinanzierung erhöht investierbares Volumen (Zielhebel ≥ 3:1).

  • Aktive Portfoliosteuerung: selektive Follow‑on‑Finanzierungen, Co‑Investorenpflicht, Exit‑Disziplin.

Meilensteine und Zeitplan bis 2035

  • 0–2 Jahre: Fondsgesetz, Governance, Seed‑Allokation, erste Infra‑Pilotverträge.

  • 3–5 Jahre: Fondsvermögen erreicht 3–4 Mrd.; Infra‑Cashflows stabil; Co‑Financing‑Reserve gefüllt.

  • 6–10 Jahre: Serie‑A/B‑Exits und Trade Sales; Fondsvermögen 6–8 Mrd.; erste planbare Haushaltsentlastungen.

  • 11–15 Jahre: Skalierte Pilotfabriken, wiederkehrende Lizenz‑ und Royalty‑Erlöse; Fonds 10–15 Mrd.; Selbsttragfähigkeit erreicht.

Steuerungslogik, Trigger und Verwendung der Mittel

  • Reinvestitionsregel: bei guter Haushaltslage 100 % Reinvestition.

  • Ausschüttungsregel: bei schlechter Haushaltslage gestufte Ausschüttungen ab Jahr 5, parlamentarisch kontrolliert.

  • Triggerbeispiele:

    • Rückflüsse ≥ 30 Mio. € → Growth‑Tranche aufstocken.

    • Fondsvermögen ≥ 4 Mrd. € → erhöhte Co‑Financing‑Freigaben für EU/Bund‑Großprojekte.

  • Verwendung: Liquiditätsreserve, Growth‑Tranche, Infra‑Skalierung, Co‑Financing‑Reserve; nur überschüssige Mittel für Haushaltsentlastung.

KPIs zur Erfolgsmessung

  • Fondsvermögen € (monatlich)

  • Jährliche Rückflüsse € (Soll/Ist)

  • Portfolio‑IRR % (jährlich)

  • Mobilisiertes externes Kapital / € Landesmittel (Ziel ≥ 3:1)

  • Anteil Reinvestition % (Ziel 100 % bei guter Lage)

  • Time to Revenue Infra Monate (Ziel ≤ 12)

  • Anzahl Exits p.a. und durchschnittlicher Exit‑Multiple

Sensitivität und Risiken mit Gegenmaßnahmen

  • Risiko Exit‑Verzögerung → Gegenmaßnahme: stärkere Gewichtung Infra und Royalty‑Modelle; längere Haltedauern einplanen.

  • Nachfragerisiko Infra → Gegenmaßnahme: Mindestabnahmeverträge, Indexierung, Marketing für Clusterkunden.

  • Politische Volatilität → Gegenmaßnahme: gesetzliche Verankerung, parlamentarische Transparenz, unabhängige Evaluation.

  • Marktcrash → Gegenmaßnahme: Liquiditätsreserve, gestaffelte Ausschüttungsregeln, Stress‑Tests.

Politische Kurzbotschaft druckreif

„Mit einem Startvolumen von 1 Mrd. € und einer disziplinierten Reinvestitions‑ und Governance‑Logik wächst der Thüringer Staatsfonds bis 2035 auf 10–15 Mrd. €. Damit wird Thüringen zu einem der führenden Innovationsfondsstandorte Europas — resilient, hebelstark und nachhaltig.“

Haushaltsneutralität Ziel

Ziel: Ab 2035 soll die Transformation so viele wiederkehrende Einnahmen erzeugen, dass die jährlichen Nettoausgaben des Landes für Zukunftsinvestitionen durch Fonds‑Rückflüsse, Infra‑Erlöse und externe Hebel weitgehend kompensiert werden — die Transformation finanziert sich selbst. Haushaltsneutralität bedeutet hier: Netto‑Zuschussbedarf für die 15‑Prozent‑Linie ≈ 0 über einen mehrjährigen Zyklus, bei gleichzeitiger Erhaltung der Kapitalbasis des Staatsfonds.

Grundannahmen und Zeitpfad

Kernannahmen

  • Startkapital Fonds: 1 Mrd. €; jährliche 15‑%‑Allokation läuft weiter.

  • Reinvestitionsregeln: bei guter Haushaltslage 100 % Reinvestition; bei Bedarf gestufte Ausschüttungen ab Jahr 5.

  • Hebel: konservativer Mittelhebel ≥ 3:1 (externes Kapital pro Landes‑€).

  • Assetmix: Infra‑Cashflows früh, Equity‑Upside mittelfristig.

  • Rückflussprofile: wie vereinbart (Jahr 1–3: 0–50 Mio.; Jahr 4–7: 150–300 Mio.; Jahr 7–12: 400–800 Mio.; ab Jahr 12: 800–1,5 Mrd. €).

Zeitpfad bis 2035

  • 2026–2028: Aufbau Governance, Seed‑Portfolio, erste Infra‑Erlöse.

  • 2029–2032: beschleunigte Rückflüsse, Co‑Financing‑Reserve gefüllt, erste Haushaltsentlastungen möglich.

  • 2033–2035: stabile, wiederkehrende Cashflows; Netto‑Zuschussbedarf für 15‑Prozent‑Linie gegen Null.

Einnahmequellen und Hebel

Primäre Einnahmequellen

  • Infra‑Erlöse: Rechenzentren, Speicher, H2‑Durchleitung, Nutzungsgebühren.

  • Fonds‑Rückflüsse: Dividenden, Royalty, Exit‑Proceeds.

  • Erweiterte Abgaben: Datenwert‑, Plattform‑, KI‑Model‑Abgaben (zusätzliche Landesmittel).

  • EU/Bund Hebel: kofinanzierte Großprojekte, InvestEU, JTF, IPCEI.

Hebelwirkung

  • Landesmittel als Kofinanzierung multiplizieren EU/Bund/Privatmittel.

  • Ziel: mobilisiertes externes Kapital ≥ 3:1; dadurch sinkt Netto‑Landesanteil pro investiertem Euro.

Fiskalregeln und Trigger

Bindende Fiskalregeln

  • Reinvestitionsstandard: bei guter Haushaltslage 100 % Rückflüsse reinvestiert; Mindestreserve 3 Jahre Betriebskosten.

  • Ausschüttungsrahmen: ab Jahr 5 gestuft (Stufe 1: ≤10 %, Stufe 2: 10–25 %, Stufe 3: 25–50 %), parlamentarische Zustimmung ab Stufe 2.

  • Sozialquote: mind. 5 % jeder Ausschüttung für Sozialausgleich und Umschulung.

  • Haushaltsindikatoren: struktureller Saldo, Verschuldungsquote, Liquiditätsreserve definieren Gut/Schlecht‑Status.

Automatisierte Trigger

  • Trigger A: Rückflüsse ≥ 30 Mio. € → Growth‑Tranche aufstocken.

  • Trigger B: Rückflüsse ≥ 200 Mio. € → planbare Haushaltsentlastung freigeben.

  • Trigger C: Fondsvermögen ≥ 4 Mrd. € → erhöhte Co‑Financing‑Freigaben.

Risiken und Gegenmaßnahmen

Hauptrisiken

  • Exit‑Verzögerungen und Marktzyklen.

  • Nachfragerisiko Infra (Auslastung unter Plan).

  • Politische Volatilität und Rechtsrisiken (Beihilfe).

  • Konzentrationsrisiken in Sektoren oder Regionen.

Gegenmaßnahmen

  • Diversifikation zwischen Infra und Equity, Regionen und Sektoren.

  • Vertragliche Absicherungen: Mindestabnahmen, Indexierung, Langfristverträge.

  • Co‑Investorenpflicht zur Risikoteilung.

  • Rechtsverankerung des Fondsgesetzes, EU‑State‑Aid‑Checks, externe Evaluation.

  • Liquiditätsbackstop: Reserve + Kreditlinien; Stress‑Tests jährlich.

KPIs, Monitoring und Kommunikation

Kern‑KPIs

  • Jährliche Rückflüsse € (Soll/Ist)

  • Fondsvermögen € (monatlich)

  • Mobilisiertes externes Kapital / € Landesmittel (Ziel ≥ 3:1)

  • Anteil Reinvestition % (Ziel 100 % bei guter Lage)

  • Infra‑Cashflowquote (Netto % p.a., Ziel ≥ 3–5 %)

  • Anzahl Exits p.a. und durchschnittliches Exit‑Multiple

Reporting

  • Monatlich intern, quartalsweise Beirat, halbjährlich Parlament, jährlich öffentlicher Wirkungsbericht mit externem Audit.

Kommunikation

  • Klare, wiederkehrende Botschaften: Zweckbindung, Transparenz, Sozialschutz.

  • Öffentliches Dashboard mit Echtzeit‑KPIs; jährliche Stakeholder‑Konferenz zur Rechenschaft.

Schlussformulierung druckreif „Die Transformation wird sich selbst finanzieren: durch eine disziplinierte Kombination aus frühzeitigen Infra‑Cashflows, mittelfristigen Equity‑Rückflüssen, konsequenter Kofinanzierung und gesetzlich verankerten Reinvestitions‑ und Ausschüttungsregeln erreichen wir bis 2035 Haushaltsneutralität — resilient, transparent und sozial abgesichert.“

7.1 Rückflussprojektion

Kurzbeschreibung

Ab Jahr 15 erzeugt das System jährliche Rückflüsse von 800 Mio. – 1,5 Mrd. €, womit die vollständige Deckung der 15‑Prozent‑Linie erreicht und der Landeshaushalt entlastet wird. Die Projektion basiert auf kombinierten Infra‑Cashflows, Royalty‑ und Dividendenerlösen sowie Equity‑Exits.

Projektionstabelle und Deckungswirkung

ZeithorizontPrognose Rückflüsse € / JahrWirkung auf 15‑Prozent‑Linie
Jahr 1–30–50 Mio. €Aufbauphase, keine Deckung
Jahr 4–7150–300 Mio. €Teildeckung; Co‑Financing‑Reserve füllt sich
Jahr 7–12400–800 Mio. €Substantielle Deckung möglich; erste Haushaltsentlastungen
Ab Jahr 15800 Mio. – 1,5 Mrd. €Vollständige Deckung der 15‑Prozent‑Linie; Nettoentlastung

Ergebnis: Bei konservativer Annahme am unteren Band (800 Mio. €) ist die 15‑Prozent‑Linie gedeckt; am oberen Band (1,5 Mrd. €) entsteht ein struktureller Überschuss zur weiteren Reinvestition oder Haushaltsentlastung.

Wichtige Annahmen hinter der Projektion

  • Startvolumen Fonds: 1 Mrd. €; jährliche 15‑%‑Allokation läuft weiter.

  • Assetmix: Infra‑Assets liefern frühe, stabile Cashflows; Equity‑Beteiligungen erzeugen mittelfristig Exits.

  • Reinvestitionsregel: bei guter Haushaltslage 100 % Reinvestition bis kritische Masse; bei Bedarf gestufte Ausschüttungen ab Jahr 5.

  • Hebel: konservativer Mittelhebel ≥ 3:1 externes Kapital pro Landes‑€.

  • Mindest‑Cashflow Infra: Projekte müssen ≥ 3–5 % p.a. Nettoertrag ausweisen.

  • Marktannahmen: moderate Wachstumsraten, keine langanhaltende schwere Rezession.

Verwendung der Rückflüsse und Prioritäten

  • Priorität 1: Liquiditätsreserve auf Zielniveau (3–5 Jahre Betriebskosten).

  • Priorität 2: 70–100 % Reinvestition (je Haushaltslage) in Growth‑Tranche, Infra‑Skalierung, Co‑Financing‑Reserve.

  • Priorität 3: Haushaltsentlastung und Sozialquote (mind. 5 % jeder Ausschüttung für Umschulung/Regionen).

  • Überschussverwendung: bei Überschuss über Deckung hinaus: zusätzliche Kofinanzierung für EU/Bund‑Großprojekte, Schuldentilgung oder gezielte Steuerentlastungen.

Steuerung, Trigger und Monitoring

  • Automatisierte Trigger steuern Umschichtungen:

    • Trigger A: Rückflüsse ≥ 30 Mio. € → Growth‑Tranche aufstocken.

    • Trigger B: Rückflüsse ≥ 200 Mio. € → planbare Haushaltsentlastung freigeben.

    • Trigger C: Fondsvermögen ≥ 4 Mrd. € → erhöhte Co‑Financing‑Freigaben.

  • Reporting: monatliches Cashflow‑Reporting intern; quartalsweises Dashboard für Beirat; halbjährliche parlamentarische Hearings; jährlicher externer Auditbericht.

  • KPIs: jährliche Rückflüsse €, Fondsvermögen €, IRR %, mobilisiertes externes Kapital / € Landesmittel, Liquiditätsreserve in Jahren.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Exit‑Verzögerungen → stärkere Gewichtung Infra, Royalty‑Modelle, längere Haltedauern.

  • Infra‑Nachfrage schwächer als geplant → Mindestabnahmeverträge, Indexierung, Marketing für Clusterkunden.

  • Politische Volatilität oder Rechtsrisiken → gesetzliche Verankerung des Fondsgesetzes, EU‑State‑Aid‑Checks, transparente Governance.

  • Konzentrationsrisiken → sektorale und regionale Diversifikation, Klumpenlimits, Co‑Investorenpflicht.

Schlussformulierung druckreif „Ab Jahr 15 liefert das System 800 Mio. – 1,5 Mrd. € jährlich. Damit ist die 15‑Prozent‑Linie vollständig was Eigenmittel angeht gedeckt, der Landeshaushalt entlastet und Thüringen auf dem Weg zur dauerhaften, selbstfinanzierten Transformation.“

Langfristige Stabilität des Staatshaushalts

Die Transformation macht den Haushalt planbarer, krisenfester, unabhängiger von Bundesmitteln und weniger anfällig für Konjunkturschwankungen durch eine Kombination aus dauerhaften Rückflussquellen, gesetzlich verankerten Fiskalregeln und aktiver Portfoliosteuerung. Nachfolgend die konkrete Mechanik, Steuerungsinstrumente und Messgrößen.

Mechanismen zur Planbarkeit und Krisenfestigkeit

  • Wiederkehrende Einnahmequellen: Infra‑Erlöse (Rechenzentren, Speicher, H2‑Durchleitung), Lizenz‑ und Royalty‑Flows sowie Dividenden schaffen verlässliche, prognostizierbare Cashflows.

  • Diversifizierter Assetmix: Mischung aus Cashflow‑Assets und Equity reduziert Volatilität; Infra stabilisiert, Equity liefert Upside.

  • Reinvestitionsregeln: bei guter Haushaltslage 100 % Reinvestition; bei Bedarf gestufte Ausschüttungen ab Jahr 5 begrenzen fiskale Schwankungen.

  • Co‑Financing Hebel: Landesmittel als Kofinanzierung multiplizieren EU/Bund/Privatmittel und senken den Netto‑Landesanteil pro investiertem Euro.

Fiskalregeln und Governance zur Absicherung

  • Gesetzliche Verankerung des Fondsmandats, Reinvestitionsquote und Ausschüttungsregeln sichert Kontinuität.

  • Automatisierte Trigger steuern Umschichtungen und Ausschüttungen anhand transparenter Haushaltsindikatoren.

  • Liquiditätsreserve für 3–5 Jahre Betriebskosten als Puffer gegen Schocks.

  • Parlamentarische Kontrolle: Ausschüttungen über definierte Schwellen bedürfen parlamentarischer Zustimmung; halbjährliche Hearings erhöhen Rechenschaft.

  • Unabhängige Evaluation alle 3 Jahre prüft Wirkungs‑ und Risikoentwicklung.

Maßnahmen gegen Konjunkturabhängigkeit

  • Stabilisierungsmechanik: in Rezessionen priorisiert der Fonds Infra‑Cashflows und reduziert Growth‑Auszahlungen; in Boomphasen wird stärker reinvestiert.

  • Kontrazyklische Investitionsplanung: gezielte Investitionsbeschleunigung in Abschwungphasen nutzt günstige Bewertungen und schafft Beschäftigung.

  • Diversifikation nach Laufzeiten: kurze Laufzeiten und Revenue‑Share‑Modelle liefern kurzfristige Liquidität; langfristige Beteiligungen liefern Wertsteigerung.

Operative Steuerung und Risikomanagement

  • Portfoliosteuerung mit klaren Klumpenlimits, Sektor‑ und Regionalquoten.

  • Stage‑Gate‑Finanzierung für Folgeinvestments; KPI‑gebundene Freigaben reduzieren Blind‑Spending.

  • Vertragliche Absicherungen: Mindestabnahmen, Indexierung, Performance‑Bonusse und Clawbacks.

  • Stresstests und Szenarioanalysen jährlich; Kreditlinien als Backstop für extreme Stressfälle.

KPIs zur Messung langfristiger Stabilität

KPIZiel
Jährliche Rückflüsse €Erreichen der Zielbänder je Zeitfenster
Anteil wiederkehrender Erlöse≥ 60 % der Rückflüsse aus Infra/Service
Mobilisiertes externes Kapital / € Landesmittel≥ 3:1
Liquiditätsreserve3–5 Jahre Betriebskosten
Volatilität RückflüsseReduktion Jahr‑zu‑Jahr; Ziel: stabile Zunahme
Haushaltsneutralität IndikatorNetto‑Zuschussbedarf 15‑Prozent‑Linie ≈ 0 ab 2035

Quartalsweise Dashboard, halbjährliche parlamentarische Berichte und jährliche externe Audits gewährleisten Transparenz.

Zeitpfad und politische Kommunikation

  • Kurzfristig (0–3 Jahre): Rechtsrahmen, Governance, Seed‑Portfolio, Liquiditätsreserve.

  • Mittelfristig (4–12 Jahre): Aufbau stabiler Infra‑Cashflows, erste planbare Haushaltsentlastungen.

  • Langfristig (ab Jahr 15): Vollständige Deckung der 15‑Prozent‑Linie; strukturelle Entlastung des Landeshaushalts.

  • Kommunikation: klare Botschaften zu Zweckbindung, Sozialschutz und Transparenz stärken politische Akzeptanz und Vertrauen der Märkte.

Die Kombination aus vertraglich gesicherten Erlösquellen, gesetzlich verankerten Fiskalregeln, aktiver Portfoliosteuerung und transparenter Rechenschaft macht den Staatshaushalt planbarer, krisenfester, unabhängiger von Bundesmitteln und deutlich weniger anfällig für Konjunkturschwankungen.

Thüringen als selbstfinanzierter Innovationsstaat

Vision Thüringen wird eines der ersten europäischen Länder, das seine strategische Zukunft nicht durch neue Schulden, sondern durch wiederkehrende Rückflüsse aus gezielten Investitionen finanziert. Der Staatsfonds und die 15‑Prozent‑Linie schaffen einen dauerhaften Kapitalstock, der Innovation, Infrastruktur und soziale Stabilität verbindet.

Mechanik der Selbstfinanzierung

  • Primäre Einnahmequellen: Infra‑Erlöse (Rechenzentren, Speicher, H2‑Netze), Royalty‑ und Lizenzzahlungen, Dividenden und Exit‑Proceeds aus Fondsbeteiligungen.

  • Hebelwirkung: Landesmittel als Kofinanzierung mobilisieren EU, Bund und privates Kapital mit Zielhebel ≥ 3:1.

  • Reinvestitionslogik: In guten Haushaltsjahren werden Rückflüsse vorrangig reinvestiert, um Zinseszinseffekte zu nutzen; in Notlagen greift eine gestufte Ausschüttungsregel ab Jahr 5.

  • Cashflow‑First‑Ansatz: Infra‑Assets liefern frühe, planbare Erlöse; Equity‑Beteiligungen liefern mittelfristig Upside.

Fiskalregeln und Stabilitätsgarantien

  • Gesetzliche Verankerung: Fondsgesetz regelt Mandat, Reinvestitionsquote, Ausschüttungsbedingungen und Sozialschutzklausel.

  • Liquiditätspuffer: Reserve für 3–5 Jahre operative Kosten als Schutz gegen Schocks.

  • Ausschüttungs‑Trigger: Automatisierte Score‑Indikatoren für Budgetsaldo, Verschuldung und Liquidität steuern Ausschüttungen; parlamentarische Zustimmung bei größeren Auszahlungen.

  • Sozialquote: Mindestens 5 % jeder Ausschüttung fließt in Umschulung und regionale Ausgleichsmaßnahmen.

Governance und Marktdisziplin

  • Staatlicher Eigentümer, unabhängiges Board, professionelles Management sorgen für Marktdisziplin und öffentliche Kontrolle.

  • Co‑Investorenpflicht bei größeren Tickets teilt Risiko und erhöht Marktrelevanz.

  • Transparenz: öffentliches Dashboard, externe Audits und regelmäßige parlamentarische Hearings sichern Vertrauen.

  • Beihilfe‑Compliance: verpflichtende EU‑State‑Aid‑Prüfungen vor größeren Zuweisungen.

KPIs und Meilensteine bis 2035

KPIZiel
Fondsvermögen10–15 Mrd. € bis Jahr 15
Jährliche Rückflüsse800 Mio. – 1,5 Mrd. € ab Jahr 15
Mobilisiertes externes Kapital≥ 3:1 Hebel
Anteil wiederkehrender Erlöse≥ 60 % der Rückflüsse aus Infra/Service
Liquiditätsreserve3–5 Jahre Betriebskosten

Meilensteine: Startvolumen 1 Mrd. €, 3–4 Mrd. € in Jahr 5, 6–8 Mrd. € in Jahr 10, Selbsttragfähigkeit und Haushaltsneutralität ab 2035.

Politische Kernbotschaft druckreif

„Thüringen wird zum selbstfinanzierten Innovationsstaat: durch disziplinierte Investitionen, vertraglich gesicherte Erlösmodelle und gesetzlich verankerte Fiskalregeln schaffen wir dauerhafte Einnahmen statt neuer Schulden. So sichern wir Wachstum, Beschäftigung und soziale Stabilität für kommende Generationen.“

8 Zukunftsindustrien Thüringen 2035

Thüringen richtet seine Wirtschaftsstrategie konsequent auf Technologien aus, die globales Wachstum, Wohlstand und Resilienz bestimmen. Die Zukunftsindustrien werden systematisch aufgebaut, finanziert und in regionale Wertschöpfungsketten integriert, sodass Forschung, Produktion und Dienstleistungen eng verzahnt sind.

Vision und strategische Ziele

  • Vision: Thüringen als führender europäischer Standort für Photonik, KI, Robotik, Mikroelektronik, MedTech, Energie‑ und Mobilitätslösungen.

  • Ziele bis 2035: starke industrielle Wertschöpfung, nachhaltige Beschäftigung, technologische Souveränität, positive Handelsbilanzbeiträge, resilientere regionale Ökonomien.

  • Leitprinzipien: Marktorientierte Förderung, Cashflow‑First‑Infrastruktur, Co‑Financing, regionale Vernetzung, messbare Wirkungsziele.

Zielindustrien und Flagship Actions

IndustrieKernkompetenzenFlagship Actions
PhotonikOptikfertigung; Sensorik; PräzisionsfertigungPilotfabrik Optik; Exportförderung; IP‑Royalty‑Modelle
KI und RobotikAlgorithmen; Edge‑AI; autonome SystemeSovereign AI‑Nodes; Robotik‑Testfeld; API‑Lizenzierung
MikroelektronikWafer‑Lines; Packaging; SensorenMikroelektronik‑Fab Co‑Invest; Zuliefernetzwerk
MedTech BioTechKlinische Tests; BioprozessierungKlinische Testumgebung; MedTech‑Scaleup‑Fund
Energie und SpeicherBatteriespeicher; H2‑InfrastrukturSpeicherpark mit Einspeiseverträgen; H2‑Hubs
Automotive PräzisionLeichtbau; FertigungstechnikPräzisionsfertigungszentrum; Teststrecken
Digital HealthTelemedizin; PlattformdiensteRegionale Telemedizinplattform; Zertifizierungszentrum

Systemische Aufbauinstrumente

Finanzierung und Marktmechanik

  • Staatsfonds als Hebel: gezielte Equity‑ und Infra‑Investments, Co‑Investorenpflicht, Reinvestitionslogik.

  • Revenue‑First‑Modelle: Royalty, Revenue Share und Nutzungsgebühren priorisieren frühe Rückflüsse.

  • Public‑Private Partnerships: PPPs für Pilotfabriken, Rechenzentren und Speicher.

  • Fördermix: Zuschuss für Risikoteile; Darlehen und Garantien für Skalierung; steuerliche Anreize für F&E.

Regulierung und Beschaffung

  • Innovationsfreundliche Beschaffung: staatliche Abnahme als Markteintrittshilfe für Pilotkunden.

  • Regulatorische Sandboxes: beschleunigte Zulassung für KI, MedTech und H2‑Projekte.

  • Beihilfe‑Compliance: EU‑konforme Fördermechanismen und transparente Ausschreibungen.

Regionale Wertschöpfung und Verbundförderung

  • Clusterzentren: Jena, Ilmenau, Erfurt, Südthüringen, Gera als spezialisierte Hubs.

  • Verbundregionförderung: regionale Zuliefernetzwerke, Shared Services, Mobilität und Wohnraumprogramme.

  • Intercluster‑Synergien: gemeinsame Testfelder, standardisierte Schnittstellen, gemeinsame Talentpools.

Talent, Bildung und Fachkräftebindung

  • Talentzentren: praxisnahe Ausbildung, Zertifikatsprogramme, Umschulungsangebote.

  • Akademische Kooperationen: gezielte Promotions‑ und Postdoc‑Programme mit Industriepartnerschaften.

  • Fachkräftebindung: Wohnraumpakete, Pendlerlösungen, internationale Rekrutierung mit Integrationsangeboten.

Infrastruktur und Testumgebungen

  • Pilotfabriken und Testfelder: modulare, skalierbare Produktionslinien für schnelle Validierung.

  • Sovereign Cloud und Edge Nodes: sichere KI‑Infrastruktur mit kommerziellen Lizenzmodellen.

  • Energie‑ und H2‑Hubs: Speicher, Netzdienste und Durchleitungsinfrastruktur mit langfristigen Abnahmeverträgen.

Governance, Monitoring und Wirkungssteuerung

  • Governance: Fonds, Clusterboards, Regionalräte und unabhängige Evaluation.

  • KPIs: Fondsvermögen, jährliche Rückflüsse, mobilisiertes externes Kapital, Anzahl Exits, Beschäftigungswirkung, regionale Verbleibsquote.

  • Reporting: öffentliches Dashboard, jährlicher Wirkungsbericht, externe Evaluation alle 3 Jahre.

Implementierungsfahrplan 2026–2035

Phase 1 Aufbau 2026–2028

  • Fondsgesetz finalisieren; Seed‑Allokation; Governance installieren; erste Pilotverträge.

Phase 2 Skalierung 2029–2032

  • Ausbau Pilotfabriken; Rechenzentren und Speicher in Betrieb; Talentzentren voll funktionsfähig; Fondsvermögen 3–4 Mrd.

Phase 3 Konsolidierung 2033–2035

  • Breite Kommerzialisierung; regelmäßige Exits und stabile Rückflüsse; Fondsvermögen 6–15 Mrd.; Haushaltsneutralität in Reichweite.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Technologierisiko: gezielte Diversifikation, IP‑Schutz, schnelle Iterationszyklen.

  • Nachfragerisiko: staatliche Abnahmegarantien, Exportförderung, Markterschließungsprogramme.

  • Fachkräftemangel: Ausbildungs‑ und Rekrutierungsprogramme, internationale Anwerbung.

  • Finanzierungsrisiko: Co‑Investorenpflicht, Kreditlinien, konservative Stress‑Tests.

Politische Kernbotschaft

„Thüringen baut systematisch Zukunftsindustrien auf: mit strategischen Investitionen, marktorientierten Erlösmodellen und regionaler Vernetzung schaffen wir nachhaltiges Wachstum, hochwertige Arbeitsplätze und technologische Souveränität.“

Ziel

Thüringen als führender KI‑Standort in Deutschland und Europa: Aufbau eines vollständigen, marktorientierten KI‑Ökosystems mit souveräner Recheninfrastruktur, skalierbaren Modellfabriken, starken Start‑ und Scale‑ups sowie breiter Anwendung in Industrie, Verwaltung und Gesundheit.

Kernkomponenten und Infrastruktur

  • KI‑Rechenzentren Funktionen: Sovereign Cloud‑Nodes, Edge‑Hubs für industrielle Anwendungen, zertifizierte Datenschutz‑Zonen für Health‑Data. Vertragsform: Colocation, SLA‑basierte Nutzungsgebühren, langfristige Abnahmeverträge.

  • KI‑Modellfabriken Funktionen: Datenaufbereitung, MLOps‑Pipelines, Fine‑Tuning, Validierung und Zertifizierung von Modellen; Bereitstellung von API‑Lizenzen. Governance: Standardisierte Modell‑Governance, Audit‑Logs, Reproduzierbarkeitspflichten.

  • KI‑Start‑ups und Scale‑ups Instrumente: Seed‑Equity, Growth‑Tranche, Royalty‑Finanzierung für Pre‑Revenue‑Use‑Cases; Co‑Investorenpflicht zur Marktdisziplin.

  • Anwendungsfelder Industrie: Predictive Maintenance, autonome Fertigung, Robotik‑Integration. Verwaltung: Prozessautomation, Entscheidungsunterstützung, Bürgerdienste. Gesundheit: Diagnostik‑Assistenz, Telemedizin‑Workflows, datenschutzkonforme KI‑Modelle.

Finanzierung und Geschäftsmodelle

InstrumentEinsatzErtragsmechanik
EquityStartups, ScaleupsExit‑Proceeds, Kapitalwertsteigerung
Royalty / Revenue ShareEarly commercialisationUmsatzabhängige Rückflüsse
Infra‑SPVsRechenzentren, EdgeNutzungsgebühren, Colocation‑Miete
Lizenzmodelle / APIModellfabrikenwiederkehrende Lizenz‑/Transaktionsgebühren

Finanzlogik: Cashflow‑First bei Infrastruktur; 70–100 % Reinvestition der Rückflüsse in Wachstumsphasen; Co‑Financing‑Hebel ≥ 3:1.

Talent, Bildung und Arbeitsmarkt

  • KI‑Ausbildungsprogramme: modulare Zertifikate (MLOps, Responsible AI, Data Engineering), duale Studiengänge mit Industriepartnern.

  • Talentzentren: regionale Bootcamps, Upskilling‑Programme für Beschäftigte in KMU, internationale Rekrutierungs‑ und Integrationspakete.

  • Akademische Kooperation: gezielte Promotions‑ und Postdoc‑Programme mit Transferpflichten in regionale Unternehmen.

Governance, Ethik und Compliance

  • Fonds‑ und Projekt‑Governance: Investment Board, unabhängiger Prüfbeirat, standardisierte Due‑Diligence‑Checklisten für KI‑Projekte.

  • Ethik‑ und Sicherheitsrahmen: verpflichtende Impact‑Assessments, Bias‑Audits, Datenschutz‑by‑Design, Cybersecurity‑Standards für Modelle und Datenplattformen.

  • Regulatorische Sandboxes: beschleunigte Tests für KI‑Anwendungen in Gesundheit und Verwaltung unter Aufsicht.

KPIs, Zeitplan und Risiken

Kern‑KPIs

  • Anzahl KI‑Nodes / Rechenkapazität (Petaflops)

  • Anzahl Modellfabriken live

  • Jährliche Lizenz‑/Royalty‑Erlöse €

  • Anzahl Startups/Scaleups und Exit‑Multiples

  • Anteil zertifizierter KI‑Projekte (Ethik/Privacy)

Zeitplan 2026–2035

  • 2026–2028: Aufbau Sovereign Nodes, erste Modellfabrik‑Piloten, Start Zertifikatsprogramme.

  • 2029–2032: Skalierung Modellproduktion, erste nennenswerte Lizenz‑ und Royalty‑Erlöse, Cluster‑Adoption in Industrie.

  • 2033–2035: Thüringen als exportfähiger KI‑Hub mit wiederkehrenden Erlösen und internationaler Sichtbarkeit.

Hauptrisiken und Gegenmaßnahmen

  • Datenverfügbarkeit und Qualität: Aufbau regionaler Datenräume mit Privacy‑Preserving‑Techniken.

  • Fachkräftemangel: beschleunigte Upskilling‑Programme, Anreize für Rückkehrer und internationale Talente.

  • Marktakzeptanz: staatliche Abnahme als Referenzkunde, Pilotprogramme mit Industriepartnern.

  • Regulatorische Unsicherheit: proaktive EU‑Compliance, Sandboxes, transparente Governance.

Politische Botschaft Thüringen baut ein souveränes, marktorientiertes KI‑Ökosystem: Infrastruktur, Modellproduktion, Unternehmen und Talente vernetzt — mit klaren Erlösmodellen, Ethik‑Standards und internationaler Wettbewerbsfähigkeit.

8.2 Robotik und Automatisierung

Ziel Thüringen wird Robotik nicht nur anwenden, sondern produzieren: Pilotfabriken, Automatisierungszentren und Kompetenznetzwerke schaffen Produktivität, kompensieren Fachkräftemangel und generieren Export‑ und Wertschöpfungspotenzial.

Kernkomponenten

  • Robotik‑Pilotfabriken Modulare Produktionslinien für schnelle Validierung, Serienanläufe und Technologietransfer in KMU.

  • Automatisierungszentren Integrations‑Hubs für Systemintegration, Retrofit‑Services und industrielle Digitalisierung.

  • Humanoide und industrielle Robotik Entwicklungsspektren von kollaborativen Leichtbaurobotern bis zu autonomen Logistiksystemen.

  • Robotik‑Startups und Scaleups Frühphasenfinanzierung, Growth‑Kapital und Markteintrittsunterstützung.

  • Robotik‑Kompetenzzentren Forschung, Zertifizierung, Normung, Testlabore und Schulungsangebote.

Finanzierung und Geschäftsmodelle

InstrumentZweckErtragsmechanik
EquityStartups und ScaleupsExit‑Proceeds; Kapitalwertsteigerung
Revenue SharePilotfabriken, TestfelderUmsatzabhängige Rückflüsse
PPP / ConcessionAutomatisierungszentrenNutzungsgebühren; Service‑Contracts
Service‑FeesRetrofit, Integrationwiederkehrende Wartungs‑ und Lizenzgebühren

Talent Aufbau und Qualifizierung

  • Ausbildungsprogramme: duale Studiengänge Robotik, Mechatronik, MLOps‑Kurse.

  • Upskilling für Beschäftigte: modulare Zertifikate, Inhouse‑Trainings in Pilotfabriken.

  • Talentzentren: regionale Bootcamps, internationale Rekrutierungspakete, Fachkräftebindungsmaßnahmen.

  • Akademische Kooperationen: Professuren mit Industriepartnerschaften, gemeinsame Promotionsprogramme.

Infrastruktur und Testumgebungen

  • Offene Testfelder: realistische Produktionsumgebungen für Validierung und Zertifizierung.

  • Interoperabilitätslabore: Standardisierte Schnittstellen, Plug‑and‑Play Komponenten.

  • Sicherheits‑ und Compliance‑Stacks: Cybersecurity, Functional Safety, Normenkonformität.

  • Shared Services: Robotik‑Werkstätten, Sensorik‑Pools, Simulationsinfrastruktur.

KPIs Zeitplan Risiken Gegenmaßnahmen

Kern KPIs

  • Anzahl Pilotfabriken live

  • Anzahl zertifizierter Robotiklösungen p.a.

  • Umsatz aus Service‑Fees und Nutzungsgebühren € p.a.

  • Anzahl Startups/Scaleups und Exit‑Multiples

  • Verbleibsquote ausgebildeter Fachkräfte nach 5 Jahren

Zeitplan 2026–2035

  • 2026–2028: Aufbau Pilotfabriken, erste Automatisierungszentren, Start Zertifikatsprogramme.

  • 2029–2032: Skalierung industrieller Anwendungen, Exportförderung, erste nennenswerte Service‑Erlöse.

  • 2033–2035: Breite Serienproduktion, starke KMU‑Adoption, Thüringen als Produktionsstandort.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Fachkräftemangel → beschleunigte Upskilling‑Programme, internationale Rekrutierung.

  • Technologischer Wandel → modulare Pilotfabriken, Upgrade‑Klauseln, kontinuierliche F&E.

  • Nachfrageverzögerung → staatliche Abnahme als Referenzkunde, Förderanreize für Early Adopters.

  • Sicherheitsrisiken → verbindliche Safety‑ und Cyberstandards, Zertifizierungszentren.

Politische Kernbotschaft

„Robotik macht Thüringen produktiver und resilienter: durch Produktion, nicht nur Nutzung. Mit Pilotfabriken, Kompetenzzentren und gezielter Finanzierung schaffen wir hochwertige Arbeitsplätze, stärken KMU und bauen ein exportfähiges Industrie‑Ökosystem.“

8.3 Energie‑Technologien

Thüringen investiert systematisch in Speicher, Wasserstoff, Netze, Solar/Wind und Effizienz‑systeme, um eine sichere, bezahlbare und regionale Energieversorgung zu gewährleisten. Die Strategie verbindet Pilotprojekte, Infrastruktur‑SPVs, langfristige Abnahmeverträge und marktorientierte Erlösmodelle.

Kernkomponenten und Ziele

  • Speichertechnologien: Batteriespeicher, Power‑to‑Heat, saisonale Speicherkonzepte; Ziel: Netzstabilität, Arbitrage‑Erlöse und Systemdienstleistungen.

  • Wasserstoff: Produktion, Speicherung und Verteilung grünen Wasserstoffs; Aufbau regionaler H2‑Hubs und Durchleitungsinfrastruktur. Thüringen treibt bereits regionale H2‑Projekte und Pilotinfrastrukturen voran.

  • Netzinfrastruktur: Ausbau von Verteilnetzkapazitäten, intelligente Netzsteuerung (Flexibilitätsplattformen) und Anbindung von Speicher‑ und H2‑Assets.

  • Solar‑ und Windtechnologien: Flächen‑ und Dachausbau, Repowering bestehender Anlagen, Integration in lokale Wertschöpfungsketten.

  • Energie‑Effizienzsysteme: Industrie‑Effizienzprogramme, Gebäude‑Sanierungs‑Pakete, Demand‑Side‑Management.

Geschäftsmodelle und Rückflussmechaniken

  • Einspeise‑ und Netzdienstleistungen: Kapazitätszahlungen, Regelenergie, Arbitrage‑Erlöse für Speicher.

  • Durchleitungsentgelte H2: Gebühren für Transport und Speicherung in H2‑Netzen; langfristige Koncessions‑ oder PPP‑Modelle.

  • PPP/Concession‑SPVs: Projektfinanzierung mit Nutzungsgebühren und teilweiser staatlicher Anschubfinanzierung.

  • Revenue‑Share und Abnahmeverträge: Langfristige Power‑Purchase‑Agreements (PPA) und Abnahmegarantien für H2‑Produkte sichern Cashflows.

Finanzierung und Rolle des Staatsfonds

  • Infra‑Tranche des Staatsfonds co‑investiert in Speicherparks, H2‑Hubs und Re‑Powering‑Projekte; Mindest‑Cashflowanforderung 3–5 % p.a. für Infra‑Engagements.

  • Hebelwirkung: Landesmittel als Kofinanzierung mobilisieren EU‑, Bundes‑ und privates Kapital; Zielhebel ≥ 3:1.

  • Fördermix: Zuschüsse für Risikoteile (z. B. Pilotanlagen), Darlehen/Garantien für Skalierung, marktnahe Beteiligungen für nachhaltige Rückflüsse.

Infrastruktur‑Architektur und Testfelder

  • Regionale H2‑Hubs: Produktion nahe erneuerbarer Erzeugung, lokale Speicherung (z. B. unterirdische Kavernen) und Verteilnetze; Pilotprojekte wie TH2ECO bilden die Grundlage.

  • Speicherparks: gekoppelt an Wind/Solar‑Cluster; Integration in Regelenergiemärkte.

  • Smart‑Grid‑Testfelder: Lastmanagement, virtuelle Kraftwerke, Sektorkopplung (Strom‑Wärme‑H2).

  • Industrial Demonstrators: Kopplung von Speicher/H2 mit Industrie‑Abnehmern (Chemie, Stahl, Mobilität).

KPIs, Zeitplan und Zielwerte

KPIZiel bis 2035
Installierte SpeicherkapazitätX–Y GWh (regionalspezifisch)
Produzierte grüne H2‑Menget H2/Jahr (Pilot→Skalierung)
Anteil erneuerbarer Erzeugungsignifikante Erhöhung im Erzeugungsmix
Infra‑Cashflow≥ 3–5 % p.a. Nettoertrag pro Projekt
Time to Revenue Pilot≤ 12 Monate für Demonstratoren

Zeitplan 2026–2035

  • 2026–2029: Pilotierung (Speicher, H2‑Hub‑Piloten wie TH2ECO), Netzausbauplanung, erste PPA‑Verträge.

  • 2030–2032: Skalierung von Speicherparks und H2‑Infrastruktur; kommerzielle Durchleitungsentgelte etabliert.

  • 2033–2035: Vollintegration in Industrie‑Wertschöpfungsketten; stabile Einnahmen und Beitrag zur Haushaltsneutralität.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Wirtschaftlichkeit H2: hohe Produktionskosten → Maßnahme: Skaleneffekte, Standortnahe Erzeugung, CO₂‑Preis‑Effekte und Förderinstrumente.

  • Netzengpässe: Verzögerte Netzausbauprojekte → Maßnahme: Flexibilitätsmärkte, Speicher‑First‑Strategie, koordinierte Planung mit Netzbetreibern.

  • Genehmigungs‑ und Flächenkonflikte: lange Genehmigungszeiten → Maßnahme: beschleunigte Genehmigungsverfahren, klare Flächenstrategie, Stakeholder‑Dialog.

  • Technologierisiko: schnelle Innovationszyklen → Maßnahme: modulare Anlagen, Upgrade‑Klauseln, Pilot‑to‑Scale‑Pfad.

Umsetzungsempfehlungen (priorisiert)

  1. Schnellstart‑Piloten (Speicher + H2) mit klaren PPA/Abnahmegarantien.

  2. Regionale H2‑Roadmaps und Koordination mit Netzbetreibern; Nutzung bestehender Projekte als Skalierungsbasis.

  3. Staatsfonds‑Infra‑Mandat für co‑investive SPVs mit Mindest‑Cashflowanforderung.

  4. Regulatorische Sandboxes für innovative Speicher‑ und H2‑Geschäftsmodelle.

  5. Talent‑ und Zulieferoffensive: Ausbildung für Betrieb, Wartung und Engineering der neuen Energieinfrastruktur.

Politische Kernbotschaft „Mit gezielten Investitionen in Speicher, Wasserstoff, Netze und Effizienz macht Thüringen Energie zur Grundlage seiner industriellen Zukunft: sicher, bezahlbar und regional verankert.“

8.3 Energie‑Technologien

Thüringen macht Energie zur Grundlage industrieller Wertschöpfung: gezielte Investitionen in Speicher, Wasserstoff, Netze, Solar & Wind und Effizienz sichern Versorgung, senken Kosten und schaffen regionale Wertschöpfung.

Strategische Ziele

  • Sichere Versorgung: Reduktion von Ausfallrisiken durch dezentrale Speicher und intelligente Netze.

  • Bezahlbarkeit: Senkung systemischer Kosten durch lokale Produktion, Sektorkopplung und Effizienzmaßnahmen.

  • Regionalität: Produktion, Speicherung und Verteilung bleiben in regionalen Wertschöpfungsketten.

  • Wirtschaftlichkeit: Infra‑Projekte müssen planbare Cashflows liefern (Mindestziel 3–5 % p.a. Netto).

  • Klimazielbeitrag: Erhöhung des Anteils erneuerbarer Erzeugung und Reduktion CO₂‑Intensität der Industrie.

Kernprogramme und Geschäftsmodelle

ProgrammKernfunktionErlösmodell
SpeicherparksNetzstabilität, Arbitrage, RegelenergieEinspeise‑ und Systemdienstleistungen
Wasserstoff HubsProduktion, Speicherung, DistributionDurchleitungsentgelte; H2‑Verkäufe
NetzinfrastrukturKapazitätserweiterung, Smart GridNetznutzungsentgelte; Flexibilitätsmarkt
Solar & Wind ClusterErzeugung lokaler erneuerbarer EnergiePPA, Einspeisevergütung, Repowering‑Erlöse
EnergieeffizienzprogrammeIndustrie‑ und GebäudesanierungEinspar‑Sharing; Contracting‑Fees

Rolle des Staatsfonds und Finanzierungslogik

  • Infra‑Mandat: Staatsfonds co‑investiert in SPVs für Speicher, H2‑Hubs und Repowering; Infra‑Investments müssen Cashflow‑Prognosen mit ≥ 3–5 % p.a. vorlegen.

  • Hebelwirkung: Landesmittel als Kofinanzierung mobilisieren EU/Bund/Privatkapital; Zielhebel ≥ 3:1.

  • Instrumentmix: Zuschüsse für Demonstratoren; Darlehen/Garantien für Skalierung; Revenue‑Share‑Modelle und Concessions für Durchleitungsnetze.

  • Vertragssicherheit: langfristige PPA/Abnahmeverträge, Mindestabnahmegarantien und Indexierung sichern Planbarkeit.

Infrastrukturarchitektur und Technologiepfad

  • Kurzfristig (0–3 Jahre): Pilot‑Speicherparks, H2‑Demonstratoren, Smart‑Grid‑Testfelder, erste PPA‑Verträge.

  • Mittelfristig (4–8 Jahre): Skalierung von Speicherparks, Aufbau regionaler H2‑Hubs, Netzausbau für Clusteranbindung.

  • Langfristig (9–15 Jahre): Integration in Industrieprozesse, saisonale Speicherlösungen, H2‑Durchleitungsnetze mit kommerziellen Entgelten.

Implementierungsfahrplan 2026–2035

  1. 2026–2028: Priorisierte Pilotprojekte starten; Standardverträge und Preisvorlagen entwickeln; Netzplanung mit Übertragungsnetzbetreibern koordinieren.

  2. 2029–2032: Skalierung Speicherparks; erste kommerzielle H2‑Durchleitungsentgelte; Repowering‑Programme für Wind/Solar.

  3. 2033–2035: Vollbetriebene H2‑Hubs; integrierte Sektorkopplung; stabile Infra‑Cashflows tragen zur Fonds‑Rückflussbasis bei.

KPIs Monitoring und Zielwerte

KPIMessgrößeZiel bis 2035
Installierte SpeicherkapazitätGWhRegionale Zielwerte definieren
Produzierte grüne H2‑Menget H2/JahrPilot→Skalierungspfad
Anteil erneuerbarer Erzeugung% ErzeugungsmixDeutliche Erhöhung gegenüber Basis
Infra Cashflow% Netto p.a.≥ 3–5 %
Time to Revenue PilotMonate≤ 12

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Wirtschaftlichkeit H2: hohe Kosten → Maßnahme: Skaleneffekte, Standortnahe Produktion, Förderbrücken, PPA‑Modelle.

  • Netzengpässe: Verzögerter Netzausbau → Maßnahme: Flexibilitätsmärkte, Speicher‑First‑Strategie, koordinierte Planung.

  • Genehmigungsrisiken: lange Verfahren → Maßnahme: beschleunigte Genehmigungsstrecken, klare Flächenstrategie.

  • Technologierisiko: schnelle Innovationszyklen → Maßnahme: modulare Anlagen, Upgrade‑Klauseln, Pilot‑to‑Scale‑Pfad.

Umsetzungsempfehlungen Priorisiert

  • Schnellstart‑Piloten für Speicher und H2 mit klaren PPA/Abnahmegarantien.

  • Infra‑SPVs über Staatsfonds mit klarer Mindest‑Cashflow‑Anforderung.

  • Smart‑Grid‑Testfelder zur Integration von Speicher und Lastmanagement.

  • Repowering‑Initiative für bestehende Wind‑ und Solarflächen.

  • Ausbildungsprogramme für Betrieb, Wartung und Engineering der neuen Energieinfrastruktur.

Thüringen macht Energie zum Hebel industrieller Transformation: technisch robust, finanziell planbar und regional verankert — sicher, bezahlbar und resilient.

8.4 MedTech und BioTech

Ziel Thüringen baut ein integriertes MedTech‑ und BioTech‑Ökosystem auf, das Forschung, klinische Validierung, Produktion und digitale Gesundheitsdienste verbindet, hochwertige Arbeitsplätze schafft und stabile, wiederkehrende Cashflows generiert.

Kernkomponenten

  • MedTech‑Startups Frühphasenfinanzierung, Inkubatoren, Marktzugang über staatliche Pilotkunden.

  • BioTech‑Labore Shared‑Lab‑Infrastruktur, GMP‑fähige Produktionskapazitäten, Bioprocessing‑Units.

  • Diagnostik‑Technologien Point‑of‑Care‑Devices, molekulare Diagnostik, Companion Diagnostics für Kliniken und Industrie.

  • Digitale Gesundheitssysteme Telemedizinplattformen, interoperable Patientenakten, KI‑gestützte Entscheidungsunterstützung.

  • Klinische Testumgebungen Regionale Trial‑Netzwerke, zertifizierte Studienzentren, schnelle Rekrutierungspipelines.

Finanzierung und Geschäftsmodelle

InstrumentEinsatzErtragsmechanik
Seed/EquityStartups, Spin‑outsExit‑Proceeds; Kapitalwertsteigerung
Revenue ShareDiagnostik, Plattformenwiederkehrende Service‑Fees
Infra‑SPVsGMP‑Produktion, LaboreMiet‑ und Nutzungsgebühren
Public‑Private PartnershipsKlinische NetzwerkeService‑Contracts; Studiengebühren

Innovations‑ und Kommerzialisierungs‑Pipeline

  • Proof of Concept: beschleunigte Förderlinien für Prototypen und Validierung.

  • Clinical Validation: regionale Studienzentren mit standardisierten Protokollen.

  • Scale‑Up: GMP‑Contract‑Manufacturing und lokale Fertigungslinien.

  • Market Access: staatliche Pilotabnahmen, Erstattungs‑Roadmaps und Exportförderung.

Talent und Ausbildung

  • Ausbildungsprogramme: duale Studiengänge MedTech, Bioprocessing‑Zertifikate, Regulatory Affairs‑Kurse.

  • Fachkräftebindung: Karrierepfade, Wohnraum‑ und Familienpakete, internationale Rekrutierung.

  • Wissenstransfer: Industry‑Fellowships, gemeinsame Professuren, Postdoc‑Programme mit Transferpflicht.

Infrastruktur und Standards

  • Shared Labs: Biosafety Level 2/3‑fähige Labore, High‑throughput‑Sequencing, Bioreaktoren.

  • GMP‑Kapazitäten: skalierbare Produktionslinien für klinische und kommerzielle Chargen.

  • Interoperabilität: offene APIs, Datenschutz‑by‑Design, CE‑ und MDR‑Konformität.

  • Zertifizierungszentrum: Prüfungen für klinische Software, Device‑Safety und Cybersecurity.

KPIs und Zielwerte

KPIZiel bis 2035
Anzahl MedTech Startups100+ aktive Unternehmen
GMP ProduktionskapazitätX Produktionslinien (regionalspezifisch)
Jährliche Lizenz‑/Service‑Erlösesignifikante, wiederkehrende Einnahmen
Anzahl klinischer Studien p.a.zweistellige Studienzahl
Verbleibsquote Fachkräfte 5 Jahre≥ 70 %

Zeitplan 2026–2035

  • 2026–2028: Aufbau Shared Labs, Start Inkubatoren, erste klinische Pilotstudien.

  • 2029–2032: Skalierung GMP‑Kapazitäten, Markteintritt erster Diagnostikprodukte, Ausbau Telemedizin.

  • 2033–2035: Breite Kommerzialisierung, Exportaktivitäten, stabile Service‑Erlöse und Beitrag zu Fonds‑Rückflüssen.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Regulatorische Hürden → Maßnahme: Regulatory‑Support‑Unit, beschleunigte Zulassungs‑Sandboxes.

  • Hohe Kapitalbedarfe → Maßnahme: gestaffelte Finanzierungsinstrumente, Co‑Investorenpflicht, Public‑Private‑Partnerships.

  • Daten‑ und Patientenschutz → Maßnahme: Privacy‑Preserving‑Infrastruktur, strenge Governance, Zertifizierungszentrum.

  • Fachkräftemangel → Maßnahme: gezielte Ausbildung, internationale Rekrutierung, Bindungsanreize.

Wirkung und Nutzen

  • Wirtschaftlich: hochwertige Arbeitsplätze, Exportpotenzial, stabile Service‑Erlöse für den Fonds.

  • Gesellschaftlich: bessere regionale Gesundheitsversorgung, schnellere Diagnostik, gesteigerte Resilienz im Gesundheitswesen.

  • Finanziell: wiederkehrende Cashflows aus Diagnostik‑Services, Plattformgebühren und GMP‑Vermietung tragen zur Fonds‑Rückflussbasis bei.

Politische Kernbotschaft „Thüringen macht MedTech und BioTech zur regionalen Stärke: mit Labs, GMP‑Kapazitäten, klinischen Netzwerken und digitalen Plattformen schaffen wir hochwertige Jobs, bessere Versorgung und verlässliche Einnahmen für die Transformation.“

8.5 Mikroelektronik und Sensorik

Thüringen stärkt seine vorhandenen Kompetenzen in Optik, Photonik und Sensorik durch gezielten Ausbau von Chip‑Prototyping, Sensorik‑Clustern, Photonik‑Laboren und Start‑up‑Förderung. Ziel ist ein robustes High‑Tech‑Ökosystem mit Fertigungstiefe, Exportfähigkeit und stabilen Erlösquellen.

Strategische Ziele und Wirkung

  • Ziel: Aufbau einer regionalen Wertschöpfungskette von Forschung bis Serienfertigung.

  • Wirkung: höhere Exportanteile, hochwertige Arbeitsplätze, Zuliefernetzwerke für KI, Robotik und MedTech.

  • Leitprinzipien: Technologie‑Souveränität, Marktnahe Kommerzialisierung, Revenue‑First‑Infrastruktur.

Kernprogramme und Angebote

ProgrammFunktionOutput
Chip‑Prototyping Hubschnelle Turnaround‑Fertigung für Prototypenfunktionale Muster; IP‑Absicherung
Sensorik‑ClusterVernetzung von Forschung, Industrie, KMUSerienreife Sensorlösungen
Photonik‑LaborePräzisionsfertigung, Test und Kalibrierungzertifizierte Komponenten
Fab‑Ready PilotlinienScale‑up von NPI zu SerienproduktionProduktionskapazität
Start‑up‑ProgrammeInkubation, Seed‑Finanzierung, Marktzugangwachstumsfähige Unternehmen

Finanzierung und Geschäftsmodelle

  • Staatsfonds‑Co‑Investments: Equity für Startups; Infra‑SPVs für Pilotlinien.

  • Revenue‑Share und Lizenzmodelle: IP‑Lizenzen, Sensor‑SaaS, Wartungs‑ und Kalibrierungs‑Fees.

  • Public‑Private Partnerships: Shared fabs und Testinfrastruktur mit Nutzungsgebühren.

  • Hebelwirkung: Landesmittel als Kofinanzierung mobilisieren EU/Bund/Privatkapital; Zielhebel ≥ 3:1.

Infrastruktur Testumgebungen und Standards

  • Shared Foundry Services: Masken, Packaging, Test‑&‑Burn‑In; schnelle Prototypzyklen.

  • Interoperabilitätslabore: Standardisierte Schnittstellen für Sensorintegration.

  • Qualitäts‑ und Zertifizierungszentrum: ISO, CE, Kalibrierung, Photonik‑Messtechnik.

  • Supply Chain Hub: Materialbeschaffung, Mikroassembly, Logistik für kleine Serien.

Talent, Forschung und Kommerzialisierung

  • Ausbildung: duale Studiengänge Mikroelektronik, Photonik‑Techniker, Packaging‑Zertifikate.

  • Forschungstransfer: gemeinsame Professuren, Industry Fellowships, Tech‑Transfer‑Offices.

  • Start‑up Support: Proof‑of‑Concept‑Grants, Demo‑Days, internationale Markteintrittsprogramme.

  • Retention: Karrierepfade, Wohnraum‑Pakete, Cluster‑Karrieremessen.

KPIs Zeitplan und Implementierungsschritte

  • Kern‑KPIs: Anzahl Prototypen p.a.; installierte Produktionslinien; Umsatz Sensorik‑Cluster € p.a.; Anzahl Startups/Exits.

  • Zeitplan:

    • 2026–2028: Chip‑Prototyping Hub aufbauen; Photonik‑Labore ausstatten.

    • 2029–2032: Fab‑Ready Pilotlinien in Betrieb; Cluster‑Netzwerk skaliert.

    • 2033–2035: Serienfertigung, Exportförderung, stabile Service‑Erlöse.

  • Implementierung: Governance‑Board, Standardverträge, Co‑Investorenpflicht, Fördermix aus Seed‑Equity, Revenue‑Share und Infra‑SPVs.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Hohe Kapitalintensität → Maßnahme: PPP‑Modelle, gestaffelte Investitionsphasen, Co‑Investorenpflicht.

  • Lieferkettenabhängigkeit → Maßnahme: regionale Zulieferentwicklung, strategische Lagerhaltung.

  • Technologischer Wandel → Maßnahme: modulare Pilotlinien, kontinuierliche F&E‑Förderung.

  • Fachkräftemangel → Maßnahme: beschleunigte Ausbildung, internationale Rekrutierung, Bindungsanreize.

Thüringen wird so zum High‑Tech‑Standort, der Photonik, Sensorik und Mikroelektronik von der Idee bis zur Serienfertigung beherrscht — mit marktfähigen Produkten, stabilen Erlösen und starken regionalen Wertschöpfungsketten.

8.6 Software & Plattformen

Vision Thüringen entwickelt ein skalierbares Software‑ und Plattformökosystem, das SaaS, Plattformmodelle, Cloud‑Technologien und digitale Geschäftsmodelle verbindet, wiederkehrende Erlöse schafft und als technologische Basis für KI, Robotik, MedTech und Industrie dient.

Kernkomponenten

  • Plattform‑Modelle: Branchenplattformen für Fertigung, Health Data und Energie mit API‑Ökosystem und Partner‑Marketplace.

  • SaaS‑Unternehmen: vertikale Lösungen für KMU, Industrieautomation, Telemedizin und Verwaltungsprozesse.

  • Cloud‑Technologien: souveräne Landes‑Cloud, Edge‑Nodes für latenzkritische Anwendungen, Managed‑Service‑Angebote.

  • Digitale Geschäftsmodelle: Pay‑per‑use, Subscription, Transaction Fees, Data‑Licensing und Revenue‑Share‑Modelle.

  • Developer‑Ecosystem: SDKs, Sandboxes, Standard‑APIs und Marktplatz für Integratoren.

Programme, Funktionen und Erlösmodelle

ProgrammFunktionErlösmodell
Sovereign Cloud Nodessichere Datenhaltung, Managed ServicesNutzungsgebühren; Colocation
Vertical SaaS AcceleratorGo‑to‑Market, Sales‑Ops, ComplianceEquity; Revenue Share
Platform MarketplaceIntegratoren, Add‑Ons, ZertifizierungTransaktions‑ und Listing‑Fees
Developer Sandbox & APIsschnelle Integration, TestumgebungenLizenz‑ und Support‑Fees

Geschäftsmodelle, Finanzierung und Rückflüsse

  • Wiederkehrende Erlöse: Subscription, Transaction Fees und API‑Lizenzen bilden stabile Cashflows.

  • Finanzierung: Seed‑Equity für Produktentwicklung; Growth‑Tranche für Skalierung; Revenue‑Share‑Modelle für frühe Rückflüsse.

  • Staatsfonds‑Rolle: Co‑Investments in SaaS‑Scaleups, Infra‑Investments in Cloud‑Nodes mit Nutzungsgebühren als Rückflussquelle.

  • Hebelwirkung: Landesmittel als Ankerkapital mobilisieren Private und EU‑Mittel; Zielhebel ≥ 3:1.

Talent, Infrastruktur und Standards

  • Talentprogramme: modulare Zertifikate (Cloud Ops, DevOps, Product Management), Bootcamps, duale Studiengänge mit Praxisphasen.

  • Infrastruktur: souveräne Cloud in Ilmenau, Edge‑Hubs in Industrieclustern, CI/CD‑Pipelines als Shared Service.

  • Standards & Compliance: Open APIs, Interoperabilitätsstandards, Datenschutz‑by‑Design, Security‑Baseline für Plattformanbieter.

  • Markteintrittsunterstützung: staatliche Pilotkunden, Zertifizierungs‑Badges, Export‑ und Skalierungsförderung.

KPIs, Zeitplan und Risiken mit Gegenmaßnahmen

  • Kern‑KPIs: Anzahl SaaS‑Scaleups; wiederkehrende Umsätze € p.a.; API‑Transaktionen; Mobilisiertes externes Kapital / Landesmittel.

  • Zeitplan 2026–2035:

    • 2026–2028: Sovereign Cloud live; Accelerator‑Cohorts starten.

    • 2029–2032: Plattform‑Marktplätze und Edge‑Hubs skalieren; erste nennenswerte Lizenz‑Erlöse.

    • 2033–2035: Exportfähige SaaS‑Champions, stabile wiederkehrende Cashflows.

  • Risiken & Gegenmaßnahmen:

    • Marktfragmentierung → Standardisierung, Marketplace‑Incentives.

    • Datenschutz‑Risiken → Privacy‑by‑Design, zertifizierte Hosting‑Zonen.

    • Fachkräftemangel → Upskilling, internationale Rekrutierung, Bindungsanreize.

    • Cloud‑Konkurrenz → Fokus auf Sovereignty, Nischen‑Verticals und Integrationsservices.

Politische Kernbotschaft

„Software und Plattformen sind die Hebel moderner Wertschöpfung. Mit souveräner Cloud, gezielter Startup‑Förderung und marktfähigen Plattformen macht Thüringen digitale Geschäftsmodelle zur stabilen Erlösquelle und technologischen Basis für die Industrie von morgen.“

8.7 Cluster im Einzelnen

Übersicht

Ziel: Detaillierte Beschreibung der regionalen Cluster, ihrer Kernkompetenzen, Infrastruktur‑Assets, Finanzierungs‑ und Kommerzialisierungsinstrumente sowie messbarer KPIs. Jedes Cluster ist so gestaltet, dass es Forschung, Produktion und Marktintegration verbindet und direkt an Fonds‑Mandate und Rückflussmechaniken anschließt.

Photonik & Optik (Jena, Ilmenau)

Kernkompetenzen: Präzisionsoptik, Lasertechnik, Sensorik, Mess‑ und Prüftechnik. Infrastruktur: Photonik‑Labore; Präzisionsfertigung; Kalibrier‑ und Zertifizierungszentren. Flagship‑Projekte: Pilotfabrik Optik; Shared Foundry für optische Komponenten; Exportförderprogramm. Finanzierung & Erlöse: Equity für Startups; Lizenz‑ und IP‑Royalty‑Modelle; Nutzungsgebühren für Testinfrastruktur. KPIs: Anzahl zertifizierter Komponenten p.a.; Exportvolumen €; Anzahl Spin‑outs.

Künstliche Intelligenz & Data (Ilmenau, Jena, Erfurt)

Kernkompetenzen: MLOps, Edge‑AI, Modell‑Governance, Datenschutz‑Zonen. Infrastruktur: Sovereign Cloud Nodes; Modellfabriken; Datenräume mit Privacy‑Preserving‑Tools. Flagship‑Projekte: Modellfabrik für industrielle KI; Sovereign AI‑Node; öffentliche Verwaltungs‑Piloten. Finanzierung & Erlöse: API‑Lizenzen; Royalty für Modelle; Nutzungsgebühren für Cloud‑Nodes. KPIs: Petaflops Rechenkapazität; Lizenz‑Erlöse €; Anzahl zertifizierter Modelle.

Robotik & Automatisierung (Gera, Südthüringen, Nordthüringen)

Kernkompetenzen: Kollaborative Robotik, autonome Logistik, Retrofit‑Integration. Infrastruktur: Robotik‑Pilotfabriken; offene Testfelder; Interoperabilitätslabore. Flagship‑Projekte: Regionales Robotik‑Testfeld; Automatisierungszentrum für KMU; Humanoid‑Demonstrator. Finanzierung & Erlöse: Revenue‑Share aus Testfeldnutzung; Service‑Fees für Integration; Equity in Scaleups. KPIs: Stunden Testfeldnutzung; Service‑Umsatz €; Anzahl KMU‑Integrationen.

Mikroelektronik & Sensorik (Ilmenau, Jena)

Kernkompetenzen: Chip‑Prototyping, Packaging, Photonik‑integrierte Sensorik. Infrastruktur: Chip‑Prototyping‑Hub; Shared Foundry‑Services; Kalibrier‑ und Testzentren. Flagship‑Projekte: Fab‑Ready Pilotlinien; Sensorik‑Cluster mit Serienanbindung. Finanzierung & Erlöse: Nutzungsgebühren Foundry; IP‑Lizenzen; Co‑Investments in Pilotlinien. KPIs: Prototyp‑Durchlaufzeit; installierte Produktionslinien; Serienaufträge €.

MedTech & BioTech (Erfurt, Jena, Weimar)

Kernkompetenzen: Diagnostik, Bioprozessierung, digitale Gesundheitsplattformen. Infrastruktur: Shared Labs (BSL2/3), GMP‑Produktion, klinische Studienzentren. Flagship‑Projekte: Regionale Trial‑Netzwerke; Telemedizin‑Plattform; GMP‑Contract‑Manufacturing‑Unit. Finanzierung & Erlöse: Service‑Fees für Labornutzung; Lizenz‑Erlöse; Studien‑ und Serviceverträge. KPIs: Anzahl klinischer Studien; GMP‑Auslastung %; wiederkehrende Plattform‑Erlöse.

Energie & Speicher (Regionale Hubs)

Kernkompetenzen: Batteriespeicher, Power‑to‑X, H2‑Durchleitung, Smart‑Grid. Infrastruktur: Speicherparks; H2‑Hubs; Smart‑Grid‑Testfelder; PPA‑Strukturen. Flagship‑Projekte: H2‑Hub‑Piloten (TH2ECO‑Typ); Speicherpark‑Cluster mit Regelenergievermarktung. Finanzierung & Erlöse: Durchleitungsentgelte; Einspeise‑ und Systemdienstleistungen; Concession‑SPVs. KPIs: GWh installierte Speicherkapazität; t H2/Jahr; Infra‑Cashflow % p.a.

Software, Cloud & Plattformen (Erfurt, Ilmenau)

Kernkompetenzen: Vertical SaaS, Plattform‑Marktplätze, Sovereign Cloud‑Services. Infrastruktur: Sovereign Cloud Nodes; Developer Sandboxes; Marketplace‑Plattform. Flagship‑Projekte: Vertical SaaS Accelerator; Cloud‑Node für öffentliche Verwaltung; Plattform‑Marketplace. Finanzierung & Erlöse: Subscriptions; Transaction Fees; Cloud‑Nutzungsgebühren. KPIs: ARR SaaS €; API‑Transaktionen; Mobilisiertes externes Kapital.

Automotive Präzision & Fertigungstechnik (Nord‑/Südthüringen)

Kernkompetenzen: Leichtbau, Präzisionsfertigung, Teststrecken für E‑Mobility. Infrastruktur: Präzisionsfertigungszentrum; Teststrecken; Pilotfabriken für Komponenten. Flagship‑Projekte: Präzisionsfertigungszentrum mit Serienanbindung; E‑Mobility‑Testcluster. Finanzierung & Erlöse: Produktionsaufträge; Service‑Contracts; Co‑Investments in Pilotfabriken. KPIs: Serienaufträge €; Beschäftigte in Fertigung; Exportanteil.

Agritech & Bioökonomie (ländliche Regionen)

Kernkompetenzen: Sektorkopplung, nachhaltige Produktion, Bio‑Veredelung. Infrastruktur: Demonstrationshöfe; Sektorkopplungs‑Testfelder; Verarbeitungs‑SPVs. Flagship‑Projekte: Smart‑Farm‑Cluster; Biorefinery‑Pilot. Finanzierung & Erlöse: Produktvermarktung; Service‑Fees; PPA‑ähnliche Abnahmeverträge. KPIs: Anzahl Smart‑Farms; Wertschöpfung regional €; CO₂‑Reduktion t/Jahr.

Cross‑Cluster Mechaniken

  • Shared Services: Legal, Regulatory, Certification, Talent‑Pools, Testinfrastruktur.

  • Finanzierungsbrücke: Staatsfonds‑Co‑Investments, Revenue‑Share‑Modelle, PPP‑SPVs.

  • Interoperabilität: Standard‑APIs, gemeinsame Datenräume, Zertifizierungsstandards.

  • Mobilisierung externer Mittel: Zielhebel ≥ 3:1 externes Kapital pro Landes‑€.

  • Governance: Clusterboards, Regionalräte, jährliche externe Evaluation.

Implementierungsprioritäten (0–5 Jahre)

  1. Operationalisierung Shared Labs und Pilotfabriken in Photonik, Robotik und MedTech.

  2. Sovereign Cloud Nodes und erste Modellfabrik‑Piloten für KI.

  3. H2‑Hub‑ und Speicher‑Piloten mit PPA/Abnahmegarantien.

  4. Chip‑Prototyping Hub und Photonik‑Foundry‑Services.

  5. Accelerator‑Programme für SaaS, Robotik und MedTech mit Co‑Investorenpflicht.

Monitoring und Erfolgsmessung

  • Quartals‑Dashboard pro Cluster: Fonds‑Allokation €, Rückflüsse €, Mobilisiertes Kapital, Beschäftigte, Exits.

  • Jährliche Wirkungsprüfung: regionale Wertschöpfung, Verbleibsquote Fachkräfte, CO₂‑Effekte, Exportwachstum.

  • 3‑Jahres‑Evaluation durch externe Prüfer zur Anpassung von Förderinstrumenten und Mandaten.

Thüringens Clusterlandschaft wird so operationalisiert: spezialisierte Hubs mit klaren Erlösmodellen, verbindenden Shared Services und einem Fonds‑gestützten Finanzierungsrahmen, der frühe Cashflows priorisiert und langfristige Wertschöpfung sichert.

Jena Leitcluster Übersicht

Ziel: Jena wird Top‑3‑Photonikstandort weltweit und zugleich ein führender Hub für MedTech und BioTech. Das Cluster verbindet Spitzenforschung, industrielle Fertigung und klinische Validierung mit klaren Erlösmodellen und einem jährlichen Budgetrahmen von 240 Mio. €. Fokus: Skalierbare Pilotinfrastruktur, internationale Talente, IP‑Kommerzialisierung und wiederkehrende Rückflüsse.

Budget, KPIs und Zeitplan

PositionJährliches BudgetKern‑KPI (bis 2035)
Europäisches Laser Innovationszentrum60 Mio. €Anzahl zertifizierter Laserprodukte p.a.
BioTech Campus50 Mio. €GMP‑Auslastung %
MedTech Accelerator30 Mio. €Anzahl Scaleups / Jahr
1.000 internationale PhD‑Stipendien20 Mio. €Verbleibsquote PhD nach 5 Jahren
Zwei neue Fraunhofer Institute60 Mio. €Drittmittelmobilisierung € p.a.
Reserve Betrieb, Infrastruktur, Programme20 Mio. €Time to Market Pilotprojekte Monate

Zeitplan Kurz: 2026–2028 Aufbau und Rekrutierung; 2029–2032 Skalierung, erste Exporte; 2033–2035 internationale Sichtbarkeit, Top‑3‑Ranking‑Ambition operationalisiert.

Flagship Projekte und Wirkmechanik

  • Europäisches Laser Innovationszentrum Zentrum für Prototyping, Kalibrierung, Serienanlauf und IP‑Lizenzierung; Erlöse durch Test‑Services, Zertifizierungen und Lizenzgebühren.

  • BioTech Campus Shared Labs, BSL‑Infrastruktur, Pilot‑Bioprozessierung und GMP‑Chargenfertigung; Einnahmen durch Miet‑ und Service‑Fees, Contract Manufacturing.

  • MedTech Accelerator Marktnahe Beschleunigung mit klinischen Pilotkunden, Reimbursement‑Support und Growth‑Equity; Rückflüsse via Equity‑Upside und Revenue‑Share.

  • 1.000 internationale PhD‑Stipendien Talentpipeline für Forschung und Industrie; Stipendien gekoppelt an Transfer‑ und Verbleibsvereinbarungen.

  • Zwei Fraunhofer Institute Angewandte Forschung, Transferplattformen, Prüf‑ und Zertifizierungsservices; Hebel für Drittmittel und Industriekooperationen.

Talent, Forschung und Institutionelle Verankerung

  • Talentstrategie: internationale Rekrutierungspakete, Karrierepfade, Wohnraum‑ und Familienangebote; Upskilling‑Programme für Industriepartner.

  • Forschungsnetzwerk: enge Kooperationen Universität‑Forschungseinrichtungen‑Fraunhofer; gemeinsame Professuren und Industry Fellowships.

  • PhD‑Programm: strukturierte Promotionspfade mit Industrieprojekten, verpflichtender Transfer‑Komponente und Incentives für regionale Verbleib.

  • Governance: Clusterboard mit Vertretern aus Wissenschaft, Industrie, Fonds und Kommune; jährliche externe Evaluation.

Infrastruktur, Betrieb und Finanzierungsmechanik

  • Shared Infrastructure: Reinräume, Präzisionsfertigung, Kalibrierlabore, klinische Studienzentren; Nutzungsgebühren und Service‑Contracts als Rückflussquelle.

  • Kommerzialisierungs‑Pipeline: Proof‑of‑Concept‑Grants → Pilotaufträge → Scale‑Finanzierung; Staatsfonds co‑investiert in Pilotlinien und nimmt Revenue‑Share‑Modelle wahr.

  • Markteintrittsunterstützung: staatliche Pilotabnahmen, Exportförderung, IP‑Lizenzplattform.

  • Nachhaltigkeit der Finanzierung: Zielhebel ≥ 3:1 externes Kapital pro Landes‑€; klare Vorgaben für Mindest‑Cashflow bei Infra‑SPVs (≥ 3–5 % p.a.).

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Fachkräftemangel → Maßnahme: Stipendien, internationale Rekrutierung, Bindungsanreize.

  • Hohe Kapitalintensität → Maßnahme: PPP‑Modelle, gestaffelte Investitionsphasen, Co‑Investorenpflicht.

  • Regulatorische Hürden (MedTech/BioTech) → Maßnahme: Regulatory‑Support‑Unit, beschleunigte Zulassungs‑Sandboxes.

  • Kommerzialisierungsrisiko → Maßnahme: staatliche Pilotabnahmen, frühe Industriepartnerschaften, Revenue‑Share‑Verträge.

  • Konzentrationsrisiko → Maßnahme: Diversifikation innerhalb Cluster (Photonik ↔ MedTech ↔ BioTech), Klumpenlimits, externe Evaluation.

Politische Kernbotschaft druckreif „Mit einem jährlichen Budget von 240 Mio. € macht Jena den Sprung in die Weltspitze: ein europäisches Laser‑Innovationszentrum, ein leistungsfähiger BioTech‑Campus, ein marktorientierter MedTech‑Accelerator, 1.000 internationale PhD‑Stipendien und zwei neue Fraunhofer‑Institute bilden die Basis. Jena wird Top‑3‑Photonikstandort weltweit und Motor für hochwertige Jobs, Exporte und nachhaltige Rückflüsse.“

Ilmenau KI Robotik Sensorik

Ziel: Ilmenau wird zum KI‑Leuchtturm Europas: souveräne Recheninfrastruktur, großflächige Robotik‑Testfelder, ein starker Sensorik‑Cluster und eine exzellente Talentbasis mit 50 neuen KI‑Professuren.

Budgetallokation pro Jahr (180 Mio. €)

ProgrammJährliches Budget
Europäisches KI Rechenzentrum60 Mio. €
Robotik Testfelder und Pilotfabriken40 Mio. €
50 neue KI Professuren30 Mio. €
Sensorik Cluster Industrie 4.020 Mio. €
Talentprogramme und PhD Stipendien15 Mio. €
Forschungsinstitute und Transferzentren10 Mio. €
Betrieb, Infrastrukturreserve, Programme5 Mio. €

Flagship Projekte und Wirkmechanik

  • Europäisches KI Rechenzentrum Funktion: Sovereign Cloud Nodes, zertifizierte Health‑Data Zonen, Edge‑Hubs für Industrie. Rückfluss: Nutzungsgebühren, Colocation, Managed Services.

  • Robotik Testfelder und Pilotfabriken Funktion: offene Testflächen, Zertifizierungslabore, Serienanlaufstrecken. Rückfluss: Nutzungsgebühren, Service‑Contracts, Revenue‑Share mit Betreibern.

  • 50 neue KI Professuren Funktion: Forschung, Lehrprogramme, Industriekooperationen. Wirkung: Talentpipeline, Drittmittelmobilisierung, Spin‑outs.

  • Sensorik Cluster Industrie 4.0 Funktion: Prototyping Hub, Packaging, Kalibrierung, Integrationsservices. Rückfluss: Foundry‑Fees, Lizenz‑Erlöse, Wartungsverträge.

Infrastruktur und Testumgebungen

  • Sovereign Cloud Nodes mit SLA‑Verträgen und zertifizierten Datenschutzzonen.

  • Großflächige Robotik Testfelder mit modularen Hallen, Außenparcours und Simulationsumgebungen.

  • Sensorik Prototyping Hub mit Masken, Packaging, Test‑&‑Kalibrierung.

  • Interoperabilitätslabore für Schnittstellen, MLOps und Safety‑Zertifizierung.

Talent Aufbau und Akademische Vernetzung

  • 50 Professuren gekoppelt an Industriepartnerschaften und Transferverpflichtungen.

  • PhD‑Programme und Stipendien mit verpflichtenden Industrieprojekten und Verbleib‑Incentives.

  • Upskilling‑Programme für KMU: MLOps, Edge‑AI, Robotik‑Integration.

  • Internationale Rekrutierungspakete inklusive Wohnraum‑ und Familienunterstützung.

Finanzierungslogik und Hebel

  • Staatsfonds Co‑Investments in Infra‑SPVs für Rechenzentrum und Pilotfabriken.

  • Co‑Financing Pflicht bei größeren Tickets: privates Kapital und EU‑Mittel mobilisieren.

  • Erlösmodelle: Nutzungsgebühren, API‑Lizenzen, Revenue‑Share, Service‑Fees.

  • Zielhebel: mobilisiertes externes Kapital ≥ 3:1 pro Landes‑€.

  • Mindest‑Cashflowanforderung Infra: 3–5 % p.a. Netto für SPVs.

KPIs und Zielwerte bis 2035

  • Rechenkapazität Petaflops installiert und verfügbar.

  • Anzahl Robotik Teststunden p.a. und Auslastung Testfelder %.

  • Anzahl KI‑Professuren besetzt und Drittmittel € p.a.

  • ARR Sensorik Foundry € und Anzahl Serienaufträge.

  • Mobilisiertes externes Kapital / Landesmittel ≥ 3:1.

  • Verbleibsquote promovierter Talente nach 5 Jahren ≥ 70 %.

Zeitplan 2026–2035

  • 2026–2028: Standortauswahl, Governance, Start Rechenzentrum‑Pilot, erste Robotik‑Testfelder, Berufungsrunden Professuren.

  • 2029–2032: Skalierung Rechenkapazität, Ausbau Testfelder, Sensorik Foundry live, erste Lizenz‑ und Nutzungserlöse.

  • 2033–2035: Vollbetrieb, internationale Sichtbarkeit, regelmäßige Exporte und stabile Rückflüsse in Fonds.

Governance und Marktintegration

  • Clusterboard mit Universität, Forschung, Industrie, Fonds und Kommune.

  • Standardverträge für Nutzungsgebühren, IP‑Lizenzierung und Revenue‑Share.

  • Regulatorische Sandboxes für industrielle KI und Robotik‑Zulassungen.

  • Transparenz: öffentliches Dashboard zu Auslastung, Rückflüssen und KPIs.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Fachkräftemangel → beschleunigte Professurenbesetzung, internationale Rekrutierung, Verbleibsanreize.

  • Hohe Kapitalintensität → PPP‑Modelle, gestaffelte Investitionsphasen, Co‑Investorenpflicht.

  • Datenschutz und Sicherheit → zertifizierte Data Zones, Privacy‑Preserving‑Techniken, strenge SLAs.

  • Technologieveränderung → modulare Infrastruktur, Upgrade‑Klauseln, kontinuierliche F&E‑Förderung.

  • Nachfrageverzögerung → staatliche Pilotabnahmen, Early‑Adopter‑Incentives für Industriepartner.

Implementierung 0–5 Jahre Prioritäten

  1. Governance und Rechtsrahmen finalisieren; Standardverträge erstellen.

  2. Rechenzentrum Pilot in Betrieb nehmen; erste Edge‑Nodes für Industrie anschließen.

  3. Robotik Testfeld Phase 1 eröffnen; Betreibernetzwerk aufbauen.

  4. Berufungswellen für 50 Professuren starten; PhD‑Programme aufsetzen.

  5. Sensorik Prototyping Hub mit Foundry‑Services operationalisieren.

  6. Co‑Financing‑Runden mit EU und privaten Partnern initiieren.

Politische Kernbotschaft „Mit 180 Mio. € jährlich macht Ilmenau das Herz der KI‑ und Robotik‑Revolution in Europa: souveräne Rechenkapazität, großflächige Testinfrastruktur, exzellente Forschung und marktfähige Sensorik – für Wachstum, Jobs und stabile Rückflüsse.“

Erfurt Energie und Mikroelektronik

Ziel: Erfurt wird zum Energie‑Innovationszentrum Deutschlands und zum regionalen Halbleiter‑Transferzentrum: integrierte H2‑Hubs, Großspeicher, Smart‑Grid‑Testregionen und Fab‑Ready‑Transferkapazitäten schaffen Versorgungssicherheit, industrielle Wertschöpfung und planbare Rückflüsse. Jahresbudget 160 Mio. €.

Budgetallokation pro Jahr

ProgrammJährliches Budget
Wasserstoff Campus50 Mio. €
Großspeicher Pilotanlagen40 Mio. €
Halbleiter Transferzentrum35 Mio. €
Smart‑Grid Testregion20 Mio. €
Talentprogramme und Betrieb10 Mio. €
Reserve Infrastruktur und Programme5 Mio. €

Flagship Projekte und Wirkmechanik

  • Wasserstoff Campus Aufbau von Produktion, Speicherung und Verteilinfrastruktur; kommerzielle Durchleitungsentgelte und H2‑Verkäufe als Rückflussquelle.

  • Großspeicher Pilotanlagen Batteriespeicher und Sektorkopplung für Regelenergie, Arbitrage und Systemdienstleistungen; Erlöse über Einspeise‑ und Kapazitätszahlungen.

  • Halbleiter Transferzentrum Fab‑Ready Pilotlinien, Packaging und Testservices für Sensorik und Mikroelektronik; Nutzungsgebühren und Foundry‑Fees als Einnahmequelle.

  • Smart‑Grid Testregion Integration von Speicher, H2 und Lastmanagement; Flexibilitätsmärkte und PPA‑Modelle sichern planbare Cashflows.

Infrastruktur und Testumgebungen

  • Modulare Fab‑Ready Linien für schnelle NPI‑Skalierung und Contract Manufacturing.

  • Regionale H2‑Hubs mit Produktion nahe erneuerbarer Erzeugung und lokalen Abnehmern.

  • Verbundspeicherparks gekoppelt an Wind/Solar‑Cluster und Regelenergiemärkte.

  • Smart‑Grid Sandbox mit VPP, Demand‑Side‑Management und Echtzeit‑Monitoring.

  • Shared Services: Zertifizierung, Kalibrierung, Maintenance‑Pools, Logistik.

Finanzierung, Rückflussmechanik und Hebel

  • Staatsfonds‑Infra‑Mandat co‑investiert in SPVs; Infra‑Projekte müssen Mindest‑Cashflow 3–5 % p.a. nachweisen.

  • PPP und Concession‑Modelle für H2‑Durchleitung und Speicherparks mit langfristigen Entgelten.

  • Revenue‑Share und Nutzungsgebühren für Halbleiter‑Foundry und Testservices.

  • Hebelwirkung: Landesmittel mobilisieren EU/Bund/Privatkapital; Zielhebel ≥ 3:1 externes Kapital pro Landes‑€.

  • Vertragsmechanik: PPA, Mindestabnahmegarantien, Indexierung an Energie‑ oder CPI‑Indizes.

KPIs Zeitplan Risiken Gegenmaßnahmen

  • Kern‑KPIs: installierte Speicherkapazität GWh; t H2/Jahr; Auslastung Fab‑Linien %; Infra‑Cashflow % p.a.; mobilisiertes externes Kapital / Landesmittel.

  • Zeitplan 2026–2035:

    • 2026–2028: Standortauswahl H2 und Speicher, Pilot Fab‑Line, Smart‑Grid Sandbox starten.

    • 2029–2032: Skalierung Speicherparks, H2‑Durchleitung kommerzialisieren, Halbleiter Transferzentrum in Betrieb.

    • 2033–2035: Vollintegration in Industrieprozesse, stabile Entgelte und planbare Rückflüsse.

  • Risiken: Wirtschaftlichkeit H2; Netzausbauverzögerungen; Kapitalintensität Halbleiter; Genehmigungs‑ und Flächenkonflikte.

  • Gegenmaßnahmen: PPA‑ und Abnahmegarantien; koordinierte Netzplanung mit Betreibern; PPP‑Finanzierung und Co‑Investorenpflicht; beschleunigte Genehmigungsverfahren.

Implementierungsprioritäten 0–5 Jahre

  1. Governance und Rechtsrahmen für H2‑Campus und Fab‑SPVs finalisieren.

  2. Pilot Großspeicher mit klaren PPA und Regelenergieverträgen in Betrieb nehmen.

  3. Halbleiter Transferzentrum Phase 1 (Fab‑Ready Pilotlinie, Packaging, Test) operationalisieren.

  4. Smart‑Grid Sandbox mit VPP und Lastmanagement starten.

  5. Co‑Financing‑Runden mit EU‑Programmen und Industriepartnern initiieren; Standardverträge und Mindest‑Cashflow‑Kriterien implementieren.

Politische Kernbotschaft „Mit 160 Mio. € jährlich macht Erfurt Energie‑ und Halbleiterinfrastruktur zur industriellen Rückgratachse Thüringens: sichere Energie, regionale H2‑Wertschöpfung, Fab‑Ready‑Kapazitäten und planbare Rückflüsse für nachhaltiges Wachstum.“

8.7.4 Südthüringen – Automotive und Präzision

Ziel Südthüringen wird zur High‑Tech‑Präzisionsregion Europas: Wasserstoffmobilität, Automatisierung, Robotik‑Weiterbildung und ein Zulieferer‑Transformationsprogramm schaffen hochwertige Industriearbeitsplätze, steigern Produktivität und liefern planbare Rückflüsse. Jahresbudget 140 Mio. €.

Budgetallokation pro Jahr

ProgrammJährliches Budget
Wasserstoff Mobilitätszentrum45 Mio. €
Automatisierungscluster35 Mio. €
Robotik Weiterbildungsakademie20 Mio. €
Zulieferer Transformationsprogramm25 Mio. €
Betrieb, Reserve, Programme15 Mio. €

Flagship Projekte und Wirkmechanik

  • Wasserstoff Mobilitätszentrum Aufbau von Produktion, Betankungsinfrastruktur, Teststrecken und Flottenprojekten; Erlöse durch H2‑Verkäufe, Durchleitungsentgelte und Service‑Contracts.

  • Automatisierungscluster Pilotfabriken für Retrofit‑Automatisierung, Integrationsservices für KMU und Shared Automation Tools; Rückflüsse durch Nutzungsgebühren und Service‑Verträge.

  • Robotik Weiterbildungsakademie Zertifikatsprogramme, Umschulungen, Inhouse‑Trainings für regionale Betriebe; Einnahmen durch Kursgebühren, staatliche Zuschüsse und Unternehmenspartnerschaften.

  • Zulieferer Transformationsprogramm Modernisierungsdarlehen, Co‑Investments, Beratungs‑ und Digitalisierungsservices für Zulieferer; Rückflüsse durch Revenue‑Share, Tilgung und Equity‑Upside.

Geschäftsmodelle und Finanzierungslogik

  • Infra‑SPVs für H2‑Infrastruktur mit langfristigen Abnahmeverträgen.

  • PPP‑Modelle für Pilotfabriken und Weiterbildungszentren; private Betreiber tragen Betriebsrisiko.

  • Revenue‑Share und Nutzungsgebühren als primäre Rückflussquellen.

  • Co‑Financing Pflicht bei größeren Projekten; Zielhebel ≥ 3:1 externes Kapital pro Landes‑€.

  • Mindest‑Cashflowanforderung Infra: 3–5 % p.a. Nettoertrag für SPVs.

KPIs und Zielwerte bis 2035

KPIZiel bis 2035
Produzierte H2 Menget H2/Jahr, skalierend mit Hubausbau
Anzahl automatisierter KMU% der regionalen Zulieferer modernisiert
Zertifikate Robotik AkademieZertifikate p.a.
Mobilisiertes externes Kapital / Landesmittel≥ 3:1
Infra Cashflow≥ 3–5 % p.a. pro Projekt

Zeitplan 2026–2035

  • 2026–2028: Governance einrichten; Standortwahl H2‑Hub; Pilot Robotik‑Akademie; Start Transformationskredite.

  • 2029–2032: Skalierung H2‑Tankstellen und Flottenprojekte; Automatisierungs‑Pilotfabriken in Betrieb; breite Akademie‑Cohorts.

  • 2033–2035: Serienreife Automatisierungslösungen; starke Zuliefernetzwerke; stabile Rückflüsse und Exportaktivitäten.

Governance, Marktintegration und Kooperationen

  • Clusterboard mit Land, Kommunen, Industrie, Gewerkschaften und Fonds.

  • Standardverträge für Abnahme, Nutzungsgebühren und Revenue‑Share.

  • Kooperationen mit OEMs, Logistikern, Forschungseinrichtungen und Berufsschulen.

  • Monitoring: Quartals‑Dashboard zu Auslastung, Rückflüssen, Beschäftigung; 3‑Jahres‑externe Evaluation.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Nachfragerisiko H2 Mobilität → Maßnahme: staatliche Flottenpilotaufträge, Abnahmegarantien, PPA‑ähnliche Verträge.

  • Fachkräftemangel → Maßnahme: Robotik‑Akademie, Umschulungsprogramme, Bindungsanreize.

  • Kapitalintensität Automatisierung → Maßnahme: PPP, gestaffelte Investitionsphasen, Co‑Investorenpflicht.

  • KMU‑Adoptionsbarrieren → Maßnahme: Transformationskredite, Shared Services, Retrofit‑Subventionen.

  • Technologie‑Risiko → Maßnahme: modulare Systeme, Upgrade‑Klauseln, kontinuierliche F&E‑Förderung.

Priorisierte Maßnahmen 0–5 Jahre

  1. Governance und Standardverträge finalisieren.

  2. Start H2‑Pilot mit Flottenpartnern und erste Tankstellen errichten.

  3. Eröffnung Robotik Weiterbildungsakademie und erste Zertifikatskohorten.

  4. Pilot Automatisierungsfabrik für Retrofit‑Projekte in KMU.

  5. Transformationskredite und Co‑Financing‑Runden für Zulieferer starten.

Politische Kernbotschaft „Mit 140 Mio. € jährlich macht Südthüringen den Sprung zur High‑Tech‑Präzisionsregion Europas: Wasserstoffmobilität, Automatisierung und gezielte Weiterbildung sichern Arbeitsplätze, stärken Zulieferer und liefern planbare Einnahmen für die regionale Transformation.“

8.7.5 Gera – Gesundheitsdigitalisierung

Kurzbeschreibung

Ziel: Gera wird Zentrum für digitale Gesundheit in Thüringen: Telemedizin‑Campus, Pflege‑Tech‑Accelerator, eine regionale digitale Gesundheitsplattform und enge Kooperationen mit Krankenkassen schaffen bessere Versorgung, Innovation und wiederkehrende Erlöse. Jahresbudget 80 Mio. €.

Budgetallokation pro Jahr

ProgrammJährliches Budget
Telemedizin Campus30 Mio.
Pflege‑Tech‑Accelerator15 Mio.
Digitale Gesundheitsplattform20 Mio.
Kooperationen mit Krankenkassen8 Mio.
Betrieb, Talentprogramme, Reserve7 Mio.

Flagship Projekte und Wirkmechanik

  • Telemedizin Campus Aufbau von zertifizierten Telemedizin‑Studios, Telekonsil‑Netzwerk, Tele‑ICU‑Anbindungen und regionalen Telehealth‑Hubs. Rückflüsse durch Service‑Fees, Abrechnungsmodelle mit Krankenkassen und Subskriptionsmodelle für Kliniken.

  • Pflege‑Tech‑Accelerator Inkubator für Assistenzrobotik, Monitoring‑Devices und digitale Pflege‑Workflows; Pilotprojekte in Pflegeeinrichtungen; Rückflüsse via Revenue‑Share, Lizenzgebühren und Service‑Contracts.

  • Digitale Gesundheitsplattform Interoperable Patientenakte, Telemedizin‑Marktplatz, API‑Ecosystem für Anbieter; Erlösmodelle: Transaktionsgebühren, Subscriptions, Data‑Licensing unter strikter Datenschutz‑Governance.

  • Kooperationen mit Krankenkassen Modellverträge für Pilotvergütungen, gemeinsame Präventionsprogramme und datengetriebene Versorgungsmodelle; Finanzmechanik: shared‑savings, outcome‑basierte Vergütung, Co‑Funding von Studien.

Infrastruktur und Betrieb

  • Zertifizierte Telehealth‑Studios in Kliniken und Kommunen; 24/7‑Support und Tele‑Triage.

  • Testumgebung Pflege‑Tech mit Real‑World‑Piloten in Pflegeheimen und ambulanten Diensten.

  • Sichere Datenräume und Privacy‑Preserving‑Analytics für Versorgungsforschung.

  • Interoperabilitätslayer mit offenen APIs, FHIR‑Standards und CE/MDR‑Konformität für MedTech‑Integrationen.

Finanzierung, Rückflussmechanik und Hebel

  • Staatsfonds‑Co‑Investments in Plattforminfrastruktur und Accelerator‑Equity.

  • Revenue‑First‑Modelle: Transaktionsgebühren, Subscriptions und Revenue‑Share priorisieren frühe Rückflüsse.

  • Ko‑Finanzierung mit Krankenkassen für Pilotvergütungen und Shared‑Savings‑Modelle.

  • Zielhebel: mobilisiertes externes Kapital ≥ 3:1 pro Landes‑€.

  • Mindest‑Cashflowanforderung Infra: 3–5 % p.a. für SPVs und Plattform‑Investments.

KPIs Zeitplan Risiken Gegenmaßnahmen

KPIZiel bis 2035
Telekonsile p.a.Zehntausende Telekonsile
Pflege‑Tech Pilotenzweistellige Pilotprojekte p.a.
ARR Plattform signifikante wiederkehrende Erlöse
Verbleibsquote Fachkräfte70 % nach 5 Jahren
Mobilisiertes Kapital / Landesmittel3:1

Zeitplan 2026–2035

  • 2026–2028: Telemedizin Campus Phase 1, Accelerator Start, Plattform MVP.

  • 2029–2032: Skalierung Telehealth‑Netzwerk, breite Kassenkooperationen, erste Lizenz‑Erlöse.

  • 2033–2035: Vollintegration in Versorgungsprozesse, stabile Subscriptions und Shared‑Savings‑Modelle.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Datenschutz und Compliance → strenge Privacy‑by‑Design, Zertifizierungszentrum, externe Audits.

  • Akzeptanz bei Leistungserbringern → staatliche Pilotabnahmen, Schulungsprogramme, finanzielle Anreize.

  • Finanzierungsrisiko → Co‑Financing mit Kassen und privaten Investoren, Revenue‑Share‑Modelle.

  • Interoperabilitätsprobleme → verbindliche API‑Standards, FHIR‑Konformität, Integrationssupport.

Priorisierte Maßnahmen 0–5 Jahre

  1. Telemedizin Campus Phase 1 mit regionalen Kliniken und Hausärzten operationalisieren.

  2. Start Pflegetech‑Accelerator mit ersten Pilotkooperationen in Pflegeeinrichtungen.

  3. Plattform MVP entwickeln, Kassen‑Pilotverträge abschließen und Datenschutz‑Zertifizierung erreichen.

  4. Talent‑ und Schulungsprogramme für Telemedizin und digitale Pflege starten.

  5. Co‑Financing‑Runden mit Krankenkassen und strategischen Investoren initiieren.

Politische Kernbotschaft „Mit 80 Mio. € jährlich macht Gera digitale Gesundheit zur regionalen Stärke: Telemedizin, Pflege‑Tech und eine interoperable Plattform verbessern Versorgung, schaffen Jobs und liefern planbare, wiederkehrende Erlöse für die Transformation.“

Einbindung des Umlands — Thüringen‑Netzwerk 2035

Ziel Kein Zwei‑Klassen‑Thüringen: Die Transformation erreicht alle Regionen durch gezielte Investitionen in Zulieferketten, Bildung, Mikrocluster und kommunale Innovationsbudgets. Das Programm verbindet Infrastruktur, Qualifizierung und Marktzugang, um regionale Resilienz und nachhaltige Wertschöpfung zu sichern.

Budgetverteilung jährlich (150 Mio. €)

ProgrammJährliches Budget
Zuliefer‑ und Dienstleistungsachsen50 Mio. €
Fachkräfte‑ und Bildungszentren40 Mio. €
Mikrocluster in ländlichen Räumen30 Mio. €
Kommunale Innovationsbudgets30 Mio. €

Programme im Detail

Zuliefer‑ und Dienstleistungsachsen (50 Mio. €)

Fokus: Modernisierung regionaler Zulieferer, Aufbau von Shared‑Service‑Hubs (Logistik, Montage, Qualitätsprüfung) und Integration in Cluster‑Lieferketten. Instrumente: Transformationskredite; Retrofit‑Subventionen; Co‑Investments in Shared Pilotfabriken; Beratungs‑ und Digitalisierungsservices. Wirkmechanik: Zuschüsse für Erstinvestitionen, tilgungsreduzierte Darlehen für Modernisierung, Revenue‑Share‑Modelle bei Produktivitätsgewinnen. Erwarteter Nutzen: höhere Produktivität, Erhalt von Arbeitsplätzen, schnellere Marktzugänge für KMU.

Fachkräfte‑ und Bildungszentren (40 Mio. €)

Fokus: Regionale Ausbildungs‑ und Umschulungszentren, duale Programme, mobile Trainings‑Units für ländliche Regionen. Instrumente: Stipendien, Ausbildungsprämien für Unternehmen, modulare Zertifikatskurse (Robotik, KI‑Basics, Energie‑Technik). Wirkmechanik: Kombination aus staatlicher Förderung und Arbeitgeber‑Co‑Finanzierung; Bindungsanreize für Absolventen (Wohnraumzuschüsse, Karrierepfade). Erwarteter Nutzen: schnell verfügbare Fachkräfte, geringere Abwanderung, bessere KMU‑Adoptionsraten.

Mikrocluster in ländlichen Räumen (30 Mio. €)

Fokus: Kleine, thematische Innovationszentren (z. B. Agritech, Bioökonomie, lokale Energieprojekte) mit Pilotinfrastruktur und Marktzugang. Instrumente: Seed‑Grants für Mikrocluster; Shared Labs; regionale Marktplätze; Mobilitäts‑ und Logistikzuschüsse. Wirkmechanik: Niedrigschwellige Förderlinien, lokale Governance‑Boards, Verknüpfung mit Leitclustern für Skalierung. Erwarteter Nutzen: regionale Wertschöpfung, Diversifizierung lokaler Ökonomien, Innovationsdynamik vor Ort.

Kommunale Innovationsbudgets (30 Mio. €)

Fokus: Flexible Mittel für Kommunen zur Umsetzung lokaler Innovationsprojekte, Flächenentwicklung, Start‑up‑Ansiedlung und soziale Infrastruktur. Instrumente: Wettbewerbsbasierte Zuschüsse; Matching‑Funds; technische Unterstützung bei Projektentwicklung. Wirkmechanik: jährliche Ausschreibungen mit klaren Wirkungszielen; Priorisierung von Projekten mit Hebelwirkung für private Investitionen. Erwarteter Nutzen: schnellere Umsetzung lokaler Ideen, stärkere kommunale Eigenverantwortung, bessere Lebensqualität.

Governance und Koordinationsmechanik

  • Thüringen‑Netzwerk Board: Vertreter Land, Regionalräte, Clusterboards, Kammern und Gewerkschaften; entscheidet über strategische Allokationen und Prioritäten.

  • Regional Delivery Units: operative Einheiten in jedem Regierungsbezirk zur Projektumsetzung, Monitoring und Ko‑Finanzierung.

  • Standardverträge und Templates: Muster für Co‑Finanzierung, Revenue‑Share, Darlehensbedingungen und Verbleibsvereinbarungen.

  • One‑Stop‑Support: zentrale Anlaufstelle für Antragstellung, technische Beratung und Investorensuche.

  • Transparenz: öffentliches Dashboard mit Budgetfluss, Projektstatus und Wirkungskennzahlen.

KPIs, Monitoring und Erfolgskriterien

  • Beschäftigungswirkung: Netto‑Arbeitsplätze p.a. in Umlandsregionen.

  • KMU‑Modernisierungsquote: % der regionalen Zulieferer mit durchgeführten Modernisierungen.

  • Abwanderungsrate Fachkräfte: Veränderung der Abwanderung junger Fachkräfte nach 5 Jahren.

  • Mikrocluster‑Skalierung: Anzahl Mikrocluster mit Marktzugang/Exporte nach 3 Jahren.

  • Mobilisiertes externes Kapital: Verhältnis externes Kapital zu Landesmitteln (Ziel ≥ 3:1).

  • Monitoringrhythmus: Quartals‑Reporting regional; jährliche Wirkungsprüfung; externe Evaluation alle 3 Jahre.

Implementierungsprioritäten 0–5 Jahre

  1. Start der Regional Delivery Units und Einrichtung des One‑Stop‑Support.

  2. Schnellstart‑Runden für Transformationskredite an Zulieferer und erste Mikrocluster‑Seed‑Grants.

  3. Aufbau von 5 Fachkräfte‑ und Bildungszentren mit modularen Curricula.

  4. Pilotkommunen für Innovationsbudgets auswählen und skalierbare Best‑Practice‑Pakete entwickeln.

  5. Ko‑Finanzierungsrunden mit EU‑Programmen und regionalen Banken initiieren.

Politische Kernbotschaft „Das Thüringen‑Netzwerk 2035 sorgt dafür, dass die Transformation das ganze Land erreicht: gezielte Investitionen in Zulieferketten, Bildung, Mikrocluster und kommunale Projekte schaffen Chancen statt Abhängigkeiten — kein Zwei‑Klassen‑Thüringen, sondern ein starkes, vernetztes Land.“

Thüringen‑Visa Cluster‑Visa High‑Tech‑Talente

Kurzfassung Zweck: Beschleunigte, digitalisierte Zuwanderungsroute für internationale Spitzenkräfte, Gründerinnen, Forschende und Fachkräfte, die direkt in die fünf High‑Tech‑Cluster und die Fachkräftezentren vermittelt werden. Servicelevel: digitale Antragstellung, Entscheidung innerhalb 30 Tage, gekoppelt an Cluster‑Platzierungen und Integrationspakete. Budget: 80 Mio. € jährlich.

Eligibility und Prioritäts‑Tracks

  • Cluster‑Talent Track — Senior Engineers, Principal Researchers, KI‑/Photonik‑Architekten, Lead‑Robotics‑Engineers.

  • Founder Track — Gründerinnen mit skalierbarem Geschäftsmodell und bestätigtem Cluster‑Pilotkunden.

  • Research Track — Postdocs, Gruppenleiter, Gastprofessuren mit Cluster‑Kooperationsvertrag.

  • Skilled Worker Track — Fachkräfte für Produktion, GMP, Fab‑Lines, H2‑Betrieb mit anerkanntem Qualifikationsnachweis.

  • Family & Retention Priority — Familiennachzug, Kinderbetreuung und Verbleibsanreize priorisiert für High‑Impact‑Platzierungen.

Prozess, Fristen und digitale Abläufe

  • One‑Stop Digital Portal: Antrag, Uploads, Job‑Matching, Status‑Tracking, e‑Signaturen.

  • 30‑Tage SLA: Vollständige Prüfung oder begründete Ablehnung innerhalb 30 Tagen; beschleunigte Notfallroute 7 Tage für Schlüsselpositionen.

  • Verknüpfung mit Clustern: Antrag nur mit bestätigtem Cluster‑Offer; Cluster‑Boards validieren Qualifikation innerhalb 5 Arbeitstagen.

  • Vorab‑Prüfung: Pre‑Screening durch Cluster‑Recruiter reduziert Formalfehler; digitale Checklisten für Arbeitgeber.

  • Onboarding‑Visa: Vorläufige Einreisegenehmigung für 90 Tage zur schnellen Aufnahme der Arbeit; Vollvisum nach Erfüllung einfacher Integrationsschritte.

Integrationspaket und Anreize

  • Relocation‑Support: Wohnraumvermittlung, Kinderbetreuung, Sprachkurse, Steuer‑ und Rechtsberatung.

  • Finanzielle Anreize: Umzugszuschuss, Mietzuschuss für 12 Monate, Stipendien für Forschungspersonal.

  • Karriere‑Bindung: Bonuszahlungen bei Verbleib 3 und 5 Jahre; Zugang zu Gründerfonds‑Tranche für Founder Track.

  • Beschleunigte Anerkennung: Anerkennung ausländischer Abschlüsse über Cluster‑gestützte Fast‑Track‑Panels.

  • Familienintegration: Partner‑Arbeitsvermittlung, Kinderbetreuungsplätze, Schulplatzpriorisierung.

Governance, Compliance und Schnittstellen

  • Operative Steuerung: Thüringen‑Visa Office im Wirtschaftsministerium; Cluster‑Liaisons in jedem Leitcluster.

  • Rechtsrahmen: Abstimmung mit Bundes‑ und EU‑Aufenthaltsrecht; Standardverträge für Arbeitgeber‑Verpflichtungen.

  • Datenschutz: DSGVO‑konforme Plattform; nur notwendige Daten für Visaprozess und Integrationsmonitoring.

  • Monitoring: Quartalsreporting zu Bearbeitungszeiten, Platzierungsquote, Verbleibsraten; jährliche externe Evaluation.

  • Employer Obligations: verbindliche Arbeitsplatzgarantie, Integrationsplan, Mitfinanzierung von Relocation‑Leistungen.

KPIs Budgetaufteilung und Rollout

PostenJährliches Budget
Operativer Betrieb Thüringen‑Visa Office8 Mio. €
Relocation und Integrationspakete20 Mio. €
Stipendien und Forschungsförderung12 Mio. €
Founder Grants und Seed‑Tranche15 Mio. €
Employer‑Incentives und Anerkennungsfonds10 Mio. €
IT‑Plattform und Digitalisierungsaufwand8 Mio. €
Marketing, Rekrutierung international4 Mio. €
Reserve und Evaluationsbudget3 Mio. €

Rollout: Pilotphase 2026 in Jena und Ilmenau; landesweite Skalierung 2027–2029; Volllauf 2030. Ziel‑KPIs bis 2035: jährliche Zuzüge 10.000 Cluster‑Talente; Verbleibsquote 5 Jahre ≥ 70 %; Time‑to‑Hire ≤ 60 Tage; 30‑Tage‑SLA‑Erfüllung ≥ 90 %.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Bürokratische Verzögerungen → digitale End‑to‑End‑Prozesse, Pre‑Screening durch Cluster.

  • Integrationslücken → umfassende Relocation‑Pakete, lokale Mentorenprogramme.

  • Abhängigkeit von Arbeitgebern → Arbeitgeber‑Verpflichtungen und Rückforderungsmechanismen bei Vertragsbruch.

  • Rechtskonflikte mit Bundesrecht → enge Abstimmung mit Bundesbehörden, Pilotklauseln zur Rechtsprüfung.

  • Image‑Risiko → internationale Kampagne, Alumni‑Netzwerk, Erfolgskommunikation.

Politische Kernbotschaft druckreif „Das Thüringen‑Visa bringt die Welt nach Thüringen: schnell, digital und zielgerichtet. Spitzenkräfte, Gründerinnen und Forschende kommen an, bleiben und bauen mit uns die Zukunftsindustrien — für Wachstum, Jobs und nachhaltige Rückflüsse.“

Cluster‑Visa High‑Tech‑Talente

Zweck Das Cluster‑Visa ist eine beschleunigte, digitalisierte Zuwanderungsroute, die internationale Spitzenkräfte, Gründerinnen, Forschende und Fachkräfte gezielt in die fünf Leitcluster Thüringens bringt. Ziel ist schnelle Besetzung kritischer Stellen, Stärkung der Innovationskraft und dauerhafte Fachkräftebindung.

Eligibility und Prioritätsprofile

  • Cluster‑Talent Track: Senior Engineers, Principal Researchers, Lead‑Architects für KI, Photonik, Robotik, Mikroelektronik.

  • Founder Track: Gründerinnen mit validiertem Geschäftsmodell und bestätigtem Pilotkunden im Cluster.

  • Research Track: Postdocs, Gastprofessuren, Gruppenleiter mit Cluster‑Kooperationsvertrag.

  • Skilled Worker Track: Fachkräfte für GMP, Fab‑Lines, H2‑Betrieb, Automatisierung mit anerkannten Qualifikationen.

  • Family Priority: Familiennachzug und Kinderbetreuung werden priorisiert, um Verbleib zu fördern.

Prozess und Servicelevel

  • Digitale Antragstellung über ein One‑Stop‑Portal mit Job‑Matching und Status‑Tracking.

  • 30‑Tage‑SLA für die abschließende Entscheidung; 7‑Tage‑Notfallroute für Schlüsselpositionen.

  • Sofortige Arbeitserlaubnis bei Erteilung des Vorabvisums; Onboarding‑Visa für 90 Tage zur schnellen Aufnahme der Tätigkeit.

  • Anerkennung von Abschlüssen innerhalb 48 Stunden über Cluster‑gestützte Fast‑Track‑Panels.

  • Direkter Zugang zu Talent‑ und Fachkräftezentren für Integration, Umschulung und Wohnraumsuche.

Integrationspaket und Anreize

  • Relocation Support: Wohnraumvermittlung, Mietzuschuss 12 Monate, Kinderbetreuung, Sprachkurse.

  • Finanzielle Anreize: Umzugszuschuss, Stipendien für Forschungspersonal, Bonuszahlungen bei Verbleib 3 und 5 Jahre.

  • Founder Grants: Seed‑Tranche und Zugang zu Cluster‑Investorennetzwerken für Founder Track.

  • Beschleunigte Anerkennung: Cluster‑Panels prüfen Qualifikationen; Arbeitgeber erhalten Checklisten zur Vorabvalidierung.

  • Familienintegration: Partner‑Arbeitsvermittlung und Schulplatzpriorisierung.

Employer Obligations und Cluster‑Verknüpfung

  • Cluster‑Offer erforderlich: Antrag nur mit bestätigtem Arbeitsplatzangebot im jeweiligen Cluster.

  • Verpflichtungen Arbeitgeber: Integrationsplan, Mitfinanzierung bestimmter Relocation‑Leistungen, Rückforderungsmechanismen bei Vertragsbruch.

  • Schnittstellen: Cluster‑Liaisons validieren Qualifikationen; Fachkräftezentren übernehmen Onboarding und Weiterbildung.

Governance und Rechtsrahmen

  • Operative Steuerung: Thüringen‑Visa Office im Wirtschaftsministerium; Cluster‑Liaisons in jedem Leitcluster.

  • Rechtsabstimmung: enge Koordination mit Bundes‑ und EU‑Aufenthaltsrecht; Pilotklauseln zur rechtlichen Prüfung.

  • Datenschutz: DSGVO‑konforme Plattform, minimale Datenspeicherung, transparente Datenverwendung.

  • Monitoring: Quartalsreports zu Bearbeitungszeiten, Platzierungsquote und Verbleibsraten; jährliche externe Evaluation.

KPIs Ziele und Budgetwirkung

KPIZiel bis 2035
Jährliche Zuzüge Cluster‑Talente10.000
Verbleibsquote nach 5 Jahren≥ 70 %
30‑Tage‑SLA Erfüllung≥ 90 %
Time‑to‑Hire≤ 60 Tage
Mobilisiertes externes Kapital durch ZugezogeneVerhältnis ≥ 3:1

Budgetrahmen: Teil des Thüringen‑Visa Programms mit 80 Mio. € jährlicher Ausstattung; Mittel fließen in IT‑Plattform, Relocation, Stipendien, Founder‑Grants und operativen Betrieb.

Implementierungsfahrplan 2026–2030

  • 2026 Pilotphase in Jena und Ilmenau: Portal, 30‑Tage‑SLA, erste Berufungen.

  • 2027–2028 Skalierung: landesweite Ausrollung, Integration Fachkräftezentren, Ausbau Anerkennungs‑Panels.

  • 2029–2030 Volllauf: internationale Rekrutierungskampagnen, Alumni‑Netzwerk, regelmäßige Evaluationszyklen.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Bürokratische Blockaden → digitale End‑to‑End‑Prozesse, Pre‑Screening durch Cluster‑Recruiter.

  • Integrationslücken → umfassende Relocation‑Pakete, Mentorenprogramme, Familienservices.

  • Rechtskonflikte → enge Abstimmung mit Bundesbehörden, rechtliche Pilotprüfungen.

  • Abhängigkeit von Arbeitgebern → verbindliche Arbeitgeberpflichten und Rückforderungsmechanismen.

  • Image‑Risiko → internationale Marketingkampagnen, Erfolgskommunikation, sichtbare Alumni‑Erfolge.

Politische Kernbotschaft „Das Cluster‑Visa bringt internationale Spitzenkräfte schnell und sicher nach Thüringen: digital, verlässlich und direkt verknüpft mit unseren Zukunftsindustrien — für Wachstum, Jobs und nachhaltige Innovationskraft.!

Fachkräfte‑Visa Berufsausbildung und Praxis

Zweck Beschleunigte, praxisorientierte Zuwanderungsroute für Auszubildende, Fachkräfte in Pflege, Handwerk, Industrie, Logistik, Bau und Energie. Ziel: schnelle Besetzung von Ausbildungsplätzen und betrieblichen Stellen, nachhaltige Integration in regionale Arbeitsmärkte und Unterstützung von KMU‑Zulieferern.

Kernmerkmale des Programms

  • Duale Ausbildung in Fachkräftezentren: verbindliche Ausbildungsplätze in Betrieben kombiniert mit modularen Lehrgängen in regionalen Fachkräftezentren.

  • Garantierte Sprachförderung: verpflichtende Sprachkurse (A2→B1 innerhalb 6–9 Monate; B2‑Pfad für Fachkräfte) mit finanzieller Unterstützung.

  • Regionale Integrationspakete: Wohnraumvermittlung, Kinderbetreuung, Mentoring, Mobilitätszuschüsse.

  • KMU‑Unterstützung: Zuschüsse für Ausbildungsmentorate, Retrofit‑Beratung, Lohnkostenzuschüsse in der Anlernphase.

Eligibility und Prioritätsgruppen

  • Auszubildende Track: Bewerber mit Schulabschluss und Ausbildungszusage in einem anerkannten dualen Ausbildungsberuf.

  • Praxis‑Track: Fachkräfte mit einschlägiger Qualifikation oder Nachqualifizierungsvereinbarung (z. B. Umschulung).

  • Short‑Term Support Track: Saisonale/zeitlich befristete Fachkräfte für kritische Engpassbereiche mit klarer Weiterqualifizierungsoption.

  • Family Support: Familiennachzug möglich; Priorität bei Ausbildungsverträgen mit regionaler Bindung.

Prozess und Servicelevel

SchrittServicelevel
Digitale AntragstellungEingangsbestätigung ≤ 48 Std
Entscheidung VisumStandard ≤ 30 Tage; Fast‑Track ≤ 10 Tage
Anerkennung QualifikationVorprüfung ≤ 7 Tage; Vollprüfung ≤ 30 Tage
Sprachkursstartinnerhalb 14 Tage nach Einreise
Onboarding in Fachkräftezentruminnerhalb 30 Tage nach Ankunft

Integrationspaket für Teilnehmende

  • Sprachförderung: Intensivkurse, berufsspezifische Sprachmodule, Prüfungsvorbereitung.

  • Berufliche Nachqualifizierung: modulare Kurse, Prüfungsgebührenübernahme anteilig.

  • Soziale Integration: Mentorinnen/ Mentoren, lokale Buddy‑Programme, Kinderbetreuungsplätze.

  • Wohn‑ und Mobilitätspaket: Mietzuschuss 6–12 Monate, Mobilitätszuschuss für Pendler.

  • Verbleibsanreize: Bonuszahlungen bei Verbleib 2 und 5 Jahre; Unterstützung bei Anerkennungsverfahren.

Unterstützung für KMU und Zulieferer

  • Ausbildungsprämien: Zuschuss pro neuem Ausbildungsvertrag in Engpassberufen.

  • Anlern‑Lohnzuschuss: zeitlich befristete Lohnkostenerstattung für erste 6–12 Monate.

  • Beratungs‑ und Retrofitfonds: Zuschüsse für Automatisierung, Arbeitsplatzanpassung und digitale Lernmittel.

  • Matching‑Service: One‑Stop‑Portal verbindet KMU mit Bewerbern, Fachkräftezentren und Fördermitteln.

Governance und Rechtsrahmen

  • Operative Steuerung: Thüringen‑Visa Office koordiniert Fachkräfte‑Track mit Arbeitsagentur, Kammern und Fachkräftezentren.

  • Bundesabstimmung: enge Abstimmung mit Bundes‑Aufenthaltsrecht und Anerkennungsstellen; Pilotklauseln zur Beschleunigung.

  • Verpflichtungen Arbeitgeber: Ausbildungs‑ oder Beschäftigungszusage, Integrationsplan, Mitfinanzierung bestimmter Leistungen.

  • Datenschutz: DSGVO‑konforme Plattform, minimale Datenspeicherung, transparente Nutzung.

KPIs und Zielwerte bis 2035

KPIZiel
Neuaufnahmen p.a. (Ausbildung & Praxis)15.000
Anerkennungszeit Abschlüsse30 Tage
Sprachkursabschluss B1 innerhalb 9 Monate75 %
Verbleibsquote 5 Jahre65 %
KMU‑Teilnahme an Förderprogrammen50 % der regionalen Zulieferer in 5 Jahren

Budgetempfehlung und Mittelverwendung

  • Empfohlener Anteil Thüringen‑Visa Budget: ca. 30–35 % der 80 Mio. € (z. B. 25–28 Mio. € p.a.) für Fachkräfte‑Track.

  • Verwendung: Sprachförderung, Stipendien für Nachqualifizierung, Miet‑/Mobilitätszuschüsse, Ausbildungsprämien, IT‑Plattformbetrieb, regionale Delivery Units.

Implementierungsfahrplan 2026–2030

  1. 2026 Pilotphase in ausgewählten Fachkräftezentren; digitale Portal‑Launch; erste Kohorten.

  2. 2027 Skalierung: landesweite Rollout, KMU‑Matching, Ausbau Sprachkapazitäten.

  3. 2028–2030 Konsolidierung: Integration mit Thüringen‑Netzwerk, Monitoring‑Dashboard, Anpassung Fördermechaniken.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Qualitätsrisiko Ausbildung → verbindliche Ausbildungsstandards, Monitoring der Fachkräftezentren.

  • Integrationslücken → umfassende Sprach‑ und Mentoringpakete, Familienunterstützung.

  • KMU‑Finanzierungsdruck → Anreizmodelle, Lohnzuschüsse, Beratungsfonds.

  • Rechtliche Hürden → frühzeitige Abstimmung mit Bundesstellen, Pilotvereinbarungen.

Kurzbotschaft druckreif „Das Fachkräfte‑Visa macht Ausbildung und Praxis zum Motor regionaler Resilienz: schnell, praxisorientiert und partnerschaftlich mit Betrieben — damit Pflege, Handwerk und Industrie in ganz Thüringen Fachkräfte finden und halten.“

Gründer‑Visa Programm Übersicht

Zweck Beschleunigte, zielgerichtete Zuwanderungsroute für internationale Gründerinnen und Gründer in KI, Robotik, Energie, BioTech, MedTech und Photonik. Ziel: schnelle Unternehmensgründungen, Technologie‑Transfer, Arbeitsplätze und skalierbare Deep‑Tech‑Startups mit direktem Anschluss an Cluster‑Infrastruktur und Finanzierungsmechanismen.

Eligibility und Auswahlkriterien

  • Fokusbranchen: KI, Robotik, Energie, BioTech, MedTech, Photonik.

  • Kriterien: überzeugender technologischer Nachweis; skalierbares Geschäftsmodell; bestätigter Pilot‑ oder Kooperationspartner im Cluster; Team‑Commitment für 12 Monate in Thüringen.

  • Prioritätsprofile: Deep‑Tech‑Founders; Gründerteams mit Prototyp; Gründer mit klarer Kommerzialisierungsroute; Gründer mit sozialer oder regionaler Verankerung.

  • Dauer: initiales Aufenthaltsrecht 12 Monate mit automatischer Verlängerungsoption bei Erfüllung von Meilensteinen.

Leistungen und Unterstützung

  • 12‑Monate Gründerstipendium zur Deckung von Lebenshaltung und frühen Betriebskosten.

  • Zugang zu Technologiezentren: kostenfreie oder subventionierte Arbeitsplätze in Inkubatoren, Labors, Pilotfabriken und Shared‑Foundries.

  • Mentoring und Business Support: Zugang zu Industrie‑Mentoren, Regulatory‑Support, IP‑Beratung, Sales‑ und Fundraising‑Coaching.

  • Marktzugang: staatliche Pilotabnahmen, Testfelder, Cluster‑Kunden und Partnernetzwerke.

  • Administrative Erleichterungen: 30‑Tage‑Visa‑SLA, Fast‑Track‑Anerkennung technischer Abschlüsse, Unterstützung bei Firmengründung und Steuerfragen.

  • Familienpaket: erleichterter Familiennachzug, Kinderbetreuung und Integrationsangebote.

Finanzierung und DeepFonds Beteiligung

InstrumentFunktionMechanik
GründerstipendiumLebenshaltung, Prototypkostennicht‑verwässernd; Meilensteinabhängig
Seed‑GrantsProof‑of‑ConceptZuschuss bis Series A Trigger
DeepFonds BeteiligungFollow‑on Kapital für Deep‑TechEquity‑Tranche; Co‑Investorenpflicht
In‑Kind SupportLabornutzung, TestfelderNutzungsgebühren reduziert

Finanzlogik: Stipendien und Grants reduzieren Pre‑Seed‑Risiko; DeepFonds übernimmt selektiv Equity‑Beteiligungen bei Erreichen technischer und kommerzieller Meilensteine; Co‑Investorenpflicht erhöht Hebelwirkung und Marktdisziplin.

Prozess Ablauf und Zeitplan

  • Bewerbung über digitales One‑Stop‑Portal mit Pitch, Tech‑Due‑Diligence und Cluster‑Offer.

  • Vorprüfung durch Cluster‑Liaison innerhalb 7 Tage.

  • Entscheidung Thüringen‑Visa Office innerhalb 30 Tage; Notfallroute 7 Tage für Schlüsselprojekte.

  • Onboarding: Zuweisung zu Inkubator, Mentor und DeepFonds‑Scouting; Auszahlung Stipendium in Tranchen.

  • Meilenstein‑Monitoring: Quartalsweise Reviews; bei Erreichen definierter KPIs Zugang zu DeepFonds‑Tranche.

  • Exit‑Optionen: Standard‑Termsheet für Fondsbeteiligung; Rückkauf‑ und Exit‑Regeln zur Sicherung öffentlicher Interessen.

KPIs Governance und Erfolgsmessung

  • Kern‑KPIs: Anzahl Gründer‑Visas p.a.; Anteil Gründer mit DeepFonds‑Investment; Anzahl Produkt‑Piloten mit Cluster‑Partnern; Arbeitsplätze geschaffen; Follow‑on‑Finanzierung pro Gründer.

  • Zielwerte bis 2035: 1.000 Gründer‑Visas p.a.; ≥ 30 % der geförderten Startups erhalten DeepFonds‑Follow‑On; Verbleibsquote Gründer nach 5 Jahren ≥ 65 %.

  • Governance: Gründer‑Visa Board mit Wirtschaftsministerium, Cluster‑Vertretern, DeepFonds, Kammern; unabhängiges Evaluationsgremium; jährlicher Wirkungsbericht.

  • Rückforderungsmechanismen: teilweises Rückforderungsrecht bei grobem Vertragsbruch oder Nicht‑Erscheinen; klare Exit‑ und Beteiligungsregeln zum Schutz öffentlicher Mittel.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Missbrauch und Low‑Quality‑Anträge → strenge Tech‑Due‑Diligence, Cluster‑Validierung, Meilenstein‑Finanzierung.

  • Abwanderung nach Förderung → Verbleibs‑Bonusse, Beteiligungs‑Clawbacks, Anker‑Arbeitsverträge mit regionaler Bindung.

  • Kapitalmangel für Skalierung → DeepFonds‑Co‑Investorenpflicht, internationale LP‑Akquise, Matching‑Runden.

  • Regulatorische Hürden → Regulatory‑Fast‑Track, Legal‑Helpdesk, enge Abstimmung mit Bundesstellen.

Politische Kernbotschaft „Das Gründer‑Visa macht Thüringen zur Magnetregion für Deep‑Tech‑Gründer: 12 Monate Stipendium, direkte Anbindung an Technologiezentren und Beteiligung durch den DeepFonds schaffen Startups mit globaler Strahlkraft, Arbeitsplätzen und nachhaltigen Rückflüssen.“

D Forschungs‑Visa Hochschulen und Institute

Zweck Gezielte Zuwanderungsroute für Doktoranden, Postdocs, Forschungsgruppen und internationale Professorinnen und Professoren zur Stärkung von Forschung, Lehre und Transfer in Thüringens Clustern. Fokus auf schnelle Projektstart‑Finanzierung, Familienintegration und langfristiger Bindung wissenschaftlicher Talente.

Eligibility und Prioritätsprofile

  • PhD Track: Promovierende mit zugesichertem Promotionsplatz an Universität oder Forschungsinstitut; Priorität für Jena‑Cluster‑Stipendien.

  • Postdoc Track: Postdocs mit Drittmittelprojekten, Gastgruppenleiter oder Fellowships mit Cluster‑Kooperation.

  • Group Leader Track: Leiter kleiner Forschungsgruppen mit klarer Transfer‑ oder Skalierungsstrategie.

  • Professor Track: internationale Berufungen mit Lehr‑ und Transferverpflichtung; Tenure‑Track‑Optionen.

  • Collaborative Projects: internationale Konsortien mit klarer Industrie‑ oder Klinik‑Anbindung.

Leistungen und Vorteile

  • 1.000 PhD‑Stipendien Jena: stipendiengebundene Promotionsplätze mit Forschungsbudget, Zugang zu Shared Labs und verpflichtender Transferkomponente.

  • Vereinfachte Familiennachholung: priorisierte Bearbeitung, Unterstützung bei Schul‑ und Kita‑Plätzen, Partner‑Arbeitsvermittlung.

  • Sofortige Projektfinanzierung: Brückenmittel für Start‑Up‑Projekte, Anschubfinanzierung für Drittmittelanträge, Rapid‑Grant für Proof‑of‑Concept.

  • Infrastrukturzugang: kostenreduzierte Nutzung von BSL‑Labors, GMP‑Einrichtungen, Photonik‑ und Recheninfrastruktur.

  • Karriere‑ und Transferpaket: Mentoring, Regulatory‑Support, IP‑Management, Entrepreneurship‑Coaching.

Prozess und Servicelevel

  • Digitale Antragstellung über Hochschul‑/Institutsportal mit Cluster‑Liaison.

  • Vorprüfung durch Host‑Institution innerhalb 7 Tage.

  • Visumsentscheidung innerhalb 30 Tage; Notfallroute 7 Tage für Schlüsselberufungen.

  • Projektstartfinanzierung: Auszahlung erster Tranchen innerhalb 14 Tage nach Bewilligung.

  • Familienservices: Vermittlung von Kita/Schulplätzen und Partner‑Arbeitsvermittlung innerhalb 30 Tage.

Finanzierungsmechanik und Anreize

  • Stipendienstruktur: Lebensunterhalt, Forschungsbudget, Reisekosten; gekoppelt an Transfer‑Meilensteine.

  • Rapid‑Grant‑Facility: kleine, unbürokratische Anschubmittel für Proof‑of‑Concept und Antragspitches.

  • Matching‑Mechanismen: Host‑Institution co‑finanziert, Staatsfonds co‑investiert in Infrastruktur, Drittmittel werden aktiv akquiriert.

  • Retention‑Incentives: Karriereboni bei Verbleib 3 und 5 Jahre; Unterstützung bei Tenure‑Track‑Verfahren.

Governance und Schnittstellen

  • Operative Steuerung: Forschungs‑Visa Unit im Wissenschaftsministerium; Cluster‑Liaisons an Universitäten und Fraunhofer‑Instituten.

  • Koordination: enge Abstimmung mit Drittmittelstellen, Personalräten und lokalen Behörden.

  • Rechtsrahmen: Abstimmung mit Bundesaufenthaltsrecht; Standardverträge für Host‑Verpflichtungen.

  • Datenschutz: DSGVO‑konforme Verwaltung von Bewerberdaten; transparente Datenverwendung.

KPIs und Zielwerte bis 2035

KPIZiel
PhD‑Stipendien vergeben p.a.1.000 (Jena‑Cluster)
Time to Project Funding14 Tage nach Bewilligung
Verbleibsquote nach 5 Jahren70 %
Anteil Berufungen mit Industrie‑Kooperation40 %
Mobilisiertes DrittmittelvolumenVerhältnis 4:1 zu Landesmitteln

Implementierungsfahrplan 2026–2030

  1. 2026 Pilotphase: Vergabe erster 300 PhD‑Stipendien in Jena; Aufbau Forschungs‑Visa Unit; digitale Plattform.

  2. 2027 Skalierung: Ausweitung auf Postdocs und Professuren; Rapid‑Grant‑Facility operational.

  3. 2028–2030 Konsolidierung: Vollprogramm mit Familienservices, Tenure‑Track‑Angeboten und internationaler Rekrutierungskampagne.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Überlastung von Host‑Institutionen → Kapazitätsplanung, verbindliche Host‑Commitments, Ausbau Shared‑Infrastructure.

  • Abwanderung nach Förderung → Verbleibsboni, Karrierepfade, Beteiligungs‑Clawbacks bei grobem Vertragsbruch.

  • Regulatorische Verzögerungen → enge Abstimmung mit Bundesstellen, Pilotklauseln, rechtliche Clearingstelle.

  • Integrationsprobleme → umfassende Familien‑ und Mentoringpakete, lokale Buddy‑Programme.

Politische Kernbotschaft „Das Forschungs‑Visa macht Thüringen zum Magneten für Spitzenforschung: 1.000 PhD‑Stipendien, schnelle Projektfinanzierung und vereinfachte Familiennachholung sorgen für exzellente Forschung, starken Transfer und nachhaltige Bindung internationaler Talente.“

E Umland‑Visa Regional Fachkräfte

Zweck Das Umland‑Visa bringt gezielt Fachkräfte in kleinere Städte und ländliche Regionen Thüringens (Gotha, Weimar, Eisenach, Altenburg, Nordhausen, Suhl, Mühlhausen). Ziel ist regionale Arbeitsmarktintegration, Stärkung von KMU‑Zulieferern und dauerhafte Bindung von Beschäftigten außerhalb der Leitcluster.

Eligibility and Priority Sectors

  • Zielgruppen: Pflegekräfte, Handwerk, Industriefachkräfte, Logistik, Bau, Energie‑Techniker.

  • Prioritätsprofile: Bewerber mit Ausbildungszusage, Arbeitsvertrag oder Nachqualifizierungsplan; Saisonale Fachkräfte mit Weiterqualifizierungsoption.

  • Regionale Bindung: Bonuspunkte für Kandidaten mit Bereitschaft zur Wohnsitznahme in der jeweiligen Kommune.

Vorteile und Leistungen für Teilnehmende

  • Direkte Anbindung an Fachkräftezentren für duale Ausbildung und Nachqualifizierung.

  • Regionale Integrationspakete: Mietzuschuss, Mobilitätszuschuss, Mentorprogramm, Kinderbetreuung.

  • Garantierte Sprachförderung und berufsspezifische Module.

  • Schnelle Visumsbearbeitung: digitale Antragstellung, Standard‑SLA 30 Tage, Fast‑Track 10 Tage.

  • Unterstützung bei Anerkennung ausländischer Abschlüsse über regionale Anerkennungsstellen.

Prozess und Servicelevel

  • One‑Stop‑Portal für Bewerbung, Matching mit Arbeitgebern und Status‑Tracking.

  • Vorprüfung Arbeitgeber durch Regional Delivery Unit innerhalb 5 Arbeitstagen.

  • Visumsentscheidung innerhalb 30 Tage; Fast‑Track 10 Tage für Engpassberufe.

  • Onboarding: Platzierung in Fachkräftezentrum und Start Integrationspaket innerhalb 30 Tage nach Einreise.

Unterstützung für KMU und Zulieferer

  • Ausbildungsprämien für neue Ausbildungsverträge in Engpassberufen.

  • Anlern‑Lohnzuschuss für die ersten 6–12 Monate.

  • Retrofit‑Beratung und Zuschüsse für Arbeitsplatzanpassung und Digitalisierung.

  • Matching‑Service verbindet KMU mit Bewerbern, Fördermitteln und Fachkräftezentren.

Employer Obligations

  • Beschäftigungszusage mit Mindestlaufzeit 12 Monate oder Ausbildungsbindung.

  • Integrationsplan inklusive Sprachförderung und Mentoring.

  • Mitfinanzierung bestimmter Relocation‑Leistungen bei größeren Einstellungen.

  • Reportingpflicht zu Beschäftigungsstatus und Weiterqualifizierung.

Governance Coordination and Delivery

  • Regional Delivery Units in jedem Regierungsbezirk steuern Umsetzung und Matching.

  • Thuringia‑Visa Office koordiniert rechtliche Fragen und SLA‑Monitoring.

  • One‑Stop Support für KMU, Bewerber und Kommunen.

  • Kommunale Partnerschaften mit Jobcentern, Kammern und Fachkräftezentren.

KPIs Targets and Monitoring

KPIZiel bis 2035
Neuaufnahmen p.a. Umland‑Visa8.000
Anerkennungszeit Abschlüsse30 Tage
Sprachkursabschluss B1 innerhalb 9 Monate70 %
KMU‑Teilnahme an Förderprogrammen60 % regionaler Zulieferer
Verbleibsquote 5 Jahre60 %

Quartals‑Reporting durch Regional Delivery Units; jährliche externe Evaluation.

Budgetempfehlung und Mittelverwendung

  • Empfohlener Anteil Thüringen‑Visa Budget: 20 Mio. € jährlich (aus dem Gesamtbudget 80 Mio. €).

  • Verwendung: Relocation‑ und Integrationspakete; Sprach‑ und Nachqualifizierungsprogramme; KMU‑Anreizfonds; IT‑Portalbetrieb; Regional Delivery Units.

PostenJährliches Budget
Integrationspakete und Sprachförderung8 Mio. €
KMU‑Anreize und Lohnzuschüsse6 Mio. €
Fachkräftezentren Anbindung3 Mio. €
Regional Delivery Units und IT‑Portal2 Mio. €
Reserve und Evaluierung1 Mio. €

Rollout Timeline 2026–2030

  • 2026 Pilotphase in drei Kommunen mit Schnellstart‑Matching und ersten Kohorten.

  • 2027 Skalierung auf alle genannten Umlandstädte; Ausbau Fachkräftezentren.

  • 2028–2030 Konsolidierung: Integration mit Thüringen‑Netzwerk, Monitoring, Anpassung Fördermechaniken.

Risiken and Mitigations

  • KMU‑Kapazitätsengpässe → vereinfachte Förderanträge, Beratungs‑Outreach, Matching‑Services.

  • Integrationsprobleme → verstärkte Mentoring‑Programme, Familienservices, lokale Community‑Buddies.

  • Abwanderung nach Qualifizierung → Verbleibsboni, Wohnraum‑Anreize, regionale Karrierepfade.

  • Rechtliche Hürden → enge Abstimmung mit Bundesstellen, Pilotklauseln für beschleunigte Anerkennung.

Kurzbotschaft druckreif „Das Umland‑Visa bringt Fachkräfte direkt in die Regionen: schnelle Integration, gezielte KMU‑Unterstützung und dauerhafte Bindung — damit ganz Thüringen von der Transformation profitiert.“

Wirkung auf die Cluster

Das Thüringen‑Visa wirkt als Hebel für Personal, Forschung und Gründungsdynamik: es füllt akute Fachkräftelücken, stärkt regionale Ausbildungs‑ und Integrationsstrukturen, internationalisiert Forschung und Wirtschaft und beschleunigt die gesamte Transformation bis 2035.

WirkungKonkrete EffekteMessbare KPIs
Sichert FachkräftebedarfSchnelle Besetzung kritischer Stellen in Produktion, Forschung und BetriebAnzahl besetzter Schlüsselstellen p.a.; Time‑to‑Fill
Stärkt Fachkräftezentren im UmlandHöhere Auslastung, mehr Kurse, bessere NachqualifizierungAuslastung Fachkräftezentren %; Teilnehmer p.a.
Internationalisiert Forschung und UnternehmenMehr internationale Projekte, Drittmittel, KooperationenDrittmittelvolumen €; internationale Publikationen; Kooperationsverträge
Zieht Gründer und Deep‑Tech‑Startups anSchnellere Gründungen, mehr Seed‑Deals, höhere InnovationsdichteGründer‑Visas p.a.; Startups mit Pilotverträgen
Macht Thüringen global sichtbarHöhere Medienpräsenz, internationale Rekrutierungswirkung, ExportkontakteAnzahl internationale Rekrutierungs‑Events; Exportkontakte p.a.
Beschleunigt Transformation bis 2035Kürzere Time‑to‑Market für Pilotprojekte, schnellere Skalierung von ClusternTime‑to‑Market Pilotprojekte; Mobilisiertes externes Kapital / Landesmittel

Operative Maßnahmen zur Hebung der Wirkung

  • Priorisierte Matching‑Pipelines zwischen Visa‑Anträgen und Cluster‑Offern zur Reduktion von Time‑to‑Hire.

  • Integrations‑One‑Stop in jedem Cluster: Housing, Kinderbetreuung, Anerkennung, Sprachkurse.

  • Cluster‑Liaisons validieren Qualifikationen in 5 Arbeitstagen und koordinieren Onboarding.

  • Verknüpfung mit Fonds: DeepFonds‑Scouting für Gründer; Staatsfonds‑Co‑Investments für Infra‑Talente.

  • Retention‑Incentives: Verbleibsboni, Karrierepfade, Familienpakete.

  • Umland‑Anreize: Mobilitätszuschüsse und Wohnraumprämien zur Verteilung der Fachkräfte über das Land.

Monitoring Dashboard und Zielvorgaben

  • Dashboard‑Metriken: Besetzte Stellen, Time‑to‑Fill, Visum‑SLA‑Erfüllung, Verbleibsquote 3/5 Jahre, Mobilisiertes Kapital, Fachkräftezentrum‑Auslastung.

  • Kurzfristziele (2026–2028): 30‑Tage‑SLA ≥ 90 %; Time‑to‑Hire ≤ 60 Tage; erste 5.000 Cluster‑Zuzüge.

  • Mittelfristziele (2029–2032): Verbleibsquote 5 Jahre ≥ 70 %; Fachkräftezentren Auslastung ≥ 80 %.

  • Langfristziele (2033–2035): messbare Reduktion von Engpassberufen; deutliche Erhöhung von Exporten und Drittmitteln.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Überhitzung lokaler Märkte → gesteuerte Zuteilung, Umland‑Anreize, Monitoring regionaler Engpässe.

  • Integrationslücken → Ausbau Mentoring, verpflichtende Sprachmodule, Familienservices.

  • Abwanderung nach Förderung → Verbleibsboni, vertragliche Bindungen, Beteiligungs‑Clawbacks.

  • Bürokratische Reibungsverluste → digitale End‑to‑End‑Prozesse, Pre‑Screening durch Cluster‑Recruiter.

Kurzbotschaft „Das Thüringen‑Visa macht die Cluster handlungsfähig: Fachkräfte, Forscher und Gründer kommen schnell, bleiben länger und treiben die Transformation bis 2035 messbar voran.“

Pilotfabriken und Technologiezentren

Kernidee Pilotfabriken und Technologiezentren verbinden Forschung, Prototyping, Ausbildung und Serienanlauf in einem operativen Ökosystem. Sie reduzieren Time‑to‑Market, senken Skalierungsrisiken und erzeugen frühzeitige, planbare Erlöse durch Nutzungsgebühren, Contract Manufacturing und Serviceverträge.

Kernfunktionen und Facility Typen

Facility TypHauptfunktionKernservicesPrimäre Nutzer
Prototyping Hubschnelle MusterfertigungRapid tooling; Test & Validierung; IP‑SupportStartups; F&E Teams
Fab Ready PilotlinieNPI zu KleinserieWafer/PCB; Packaging; Test & Burn‑InScaleups; KMU
Shared Labs und GMP UnitsBiotech und MedTech Scale‑UpBSL2/3; GMP Chargen; QCBiotech; CMOs
Photonik und Optik LaborePräzisionsfertigungReinräume; Kalibrierung; MetrologiePhotonik Firmen; Forschung
Robotik TestfeldSystemintegrationSimulationsumgebungen; Safety‑ZertifizierungRobotik Integratoren; OEMs
Sovereign Cloud Node Labsdigitale ValidierungEdge‑Nodes; MLOps; DatenräumeKI Teams; Industriepartner

Geschäftsmodelle und Finanzierungslogik

  • Erlösquellen: Nutzungsgebühren; Mietverträge; Contract Manufacturing; Service‑Fees (Kalibrierung, Zertifizierung); Revenue‑Share bei Kommerzialisierung.

  • Finanzierungsstruktur: Staatsfonds‑Seed für Aufbau; Infra‑SPVs für Pilotlinien; PPP‑Modelle mit Industriepartnern; Zuschüsse für Demonstratoren; Co‑Investorenpflicht bei größeren Tickets.

  • Return‑Mechanik: Zielmindest‑Cashflow 3–5 % p.a. für Infra‑SPVs; frühe Revenue‑First‑Modelle (Test‑Fees, Lab‑Rentals) zur Reduktion von Förderbedarf; Exit‑Optionen über Sale/Leaseback oder Concession‑Modelle.

Governance, Betrieb und Partnerschaften

  • Governance: Cluster‑Boards steuern strategische Ausrichtung; Facility‑Advisory‑Panels aus Industrie, Forschung und Gewerkschaften definieren Nutzungsprioritäten.

  • Betriebsmodell: Betreiber‑Mix aus öffentlicher Hand, spezialisierten Betreibern und Industrie‑Consortia; standardisierte Nutzungsverträge und SLA‑Kataloge.

  • Partnerschaften: enge Anbindung an Hochschulen, Fraunhofer‑Institute, DeepFonds und Cluster‑Acceleratoren; Preferred‑User‑Programme für lokale KMU.

  • Talentintegration: Ausbildungsplätze, duale Studienmodule und On‑the‑Job‑Trainings direkt in den Fabriken; Zertifikate für Bediener und Wartungspersonal.

KPIs, Monitoring und Zeitplan

  • Kern‑KPIs: Auslastung %; Time‑to‑Prototype Wochen; Anzahl NPI→Kleinserie p.a.; Infra‑Cashflow % p.a.; Mobilisiertes externes Kapital / Landesmittel.

  • Kurzfrist 2026–2028: Aufbau Prototyping Hubs und Shared Labs; Standardverträge; erste Fab‑Ready Pilotlinien Phase 1.

  • Mittelfrist 2029–2032: Skalierung Pilotlinien; Integration Contract Manufacturing; Ausbau Trainingskapazitäten.

  • Langfrist 2033–2035: Vollbetriebene Serienanläufe, stabile Erlöse, Exportfähige Produktionsservices.

  • Monitoring: Quartalsdashboard pro Facility; jährliche externe Evaluation; 3‑Jahres Review zur Anpassung Mandaten.

Risiken, Gegenmaßnahmen und Prioritäten

  • Risiko Kapitalintensität → Maßnahme: PPP, gestaffelte Investitionen, Co‑Investorenpflicht.

  • Risiko Unterauslastung → Maßnahme: Pre‑Commitments, staatliche Pilotabnahmen, flexible Shared‑Use‑Modelle.

  • Technologischer Wandel → Maßnahme: modulare Anlagen, Upgrade‑Klauseln, kontinuierliche F&E‑Förderung.

  • Fachkräftemangel → Maßnahme: Ausbildungsprogramme in‑house, Zertifikatskurse, Bindungsanreize.

  • Prioritäten 0–5 Jahre: 1. Schnellstart Prototyping Hubs; 2. Shared Labs und GMP‑Units operationalisieren; 3. Fab‑Ready Pilotlinie Phase 1; 4. Standardverträge und Pricing‑Templates; 5. Ausbildungsintegration und Betreiber‑Partnerschaften.

Pilotfabriken sind kein Selbstzweck, sondern das operative Rückgrat der Clusterstrategie: sie machen Forschung marktfähig, schaffen Jobs, generieren frühzeitige Erlöse und reduzieren Skalierungsrisiken — damit Thüringen seine Leitcluster schnell und nachhaltig hochfährt.

9.1 Pilotfabriken als Cashflow‑Zentren

Pilotfabriken werden so gestaltet, dass sie dauerhafte, skalierbare Einnahmen erzeugen und nicht nur Investitionskosten absorbieren. Ziel ist ein Portfolio aus wiederkehrenden Gebühren, IP‑Erlösen und Beteiligungen, das Dividenden an Fonds oder Betreiber liefert, Lizenzströme generiert und gleichzeitig Unternehmen und Talente anzieht.

Einnahmequellen (Übersicht)

Revenue StreamMechanismusVertragsformTypische Laufzeit
NutzungsgebührenStunden‑/Flächen‑ oder MaschinenmieteService‑ oder Mietvertrag1–5 Jahre
Contract ManufacturingLohnfertigung für KleinserienWerkvertrag mit MOQProjektbasiert
LizenzgebührenIP‑Lizenzierung von Prozessen/DesignsLizenzvertrag mit Royalty5–15 Jahre
Equity / BeteiligungenGegen Services oder Seed‑SupportEquity‑Termsheet3–10 Jahre
Zertifizierungs‑ & PrüfservicesKalibrierung, Zertifikate, TestsServicevertragwiederkehrend
Training & ZertifikateAusbildungen, Kurse, UpskillingKursgebühren; AbosJahresverträge
Revenue‑Share bei KommerzialisierungAnteil an ProduktumsätzenRevenue‑Share‑Vertrag5–10 Jahre

Eigentums‑ und Finanzierungsmodelle

  • Infra‑SPV mit Concession: Staatsfonds oder PPP hält Mehrheit; Betreiber erhält Concession‑Erlöse; SPV zahlt Dividende an Fonds.

  • Hybrid‑Betreibermodell: öffentlicher Eigentümer, privater Betreiber; Betreiber erhält Performance‑Fee und Umsatzbeteiligung.

  • Equity‑for‑Services: Startups erhalten vergünstigte Nutzung gegen Minderheitsbeteiligung; Fonds behält Call‑Optionen.

  • Revenue‑First‑Tranche: Aufbaukosten durch Zuschüsse; Betriebskosten durch Nutzungsgebühren gedeckt; Überschüsse als Dividenden.

  • Finanzkennzahl: Infra‑SPVs sollten Zielmindest‑Cashflow 3–5 % p.a. nach Betriebskosten liefern.

Betriebsmodell, Preisgestaltung und Vertragslogik

  • Mehrstufige Preisstruktur: Basis‑Miete für Infrastruktur; Premium‑Fees für Schnelllauf, Reinraum, GMP‑Support.

  • Precommitments: Rabatte für Vorbuchungen und Jahresverträge zur Sicherung Auslastung.

  • Standardisierte SLAs: Verfügbarkeit, Durchlaufzeiten, Qualitätsgarantien; Straf‑ und Bonusmechanismen.

  • IP‑ und Datenregelung: klare IP‑Ownership‑Regeln; Lizenzrahmen für gemeinsam entwickelte Prozesse; Datenhoheit für Betreiber/Host.

  • Cross‑Selling: Bundling von Lab‑Nutzung, Testservices, Zertifizierung und Training zu Paketpreisen.

  • Finanzprodukte: Leasing, Pay‑per‑use und Revenue‑Share‑Optionen für KMU zur Senkung Eintrittsbarrieren.

Talent, Ausbildung und Ökosystemwirkung

  • On‑site Ausbildungsprogramme: duale Lehrgänge, Zertifikate für Bediener, Wartung und Qualitätssicherung.

  • Paid‑Traineeships: Unternehmen finanzieren Trainees; Pilotfabrik stellt Praxisplätze und Prüfungen.

  • Talent‑Retention‑Mechaniken: Bindungsboni, Karrierepfade in Partnerunternehmen, Alumni‑Netzwerk.

  • Forschungs‑ und Transferpfad: enge Verbindung zu Hochschulen, PhD‑Projekten und Fraunhofer‑Units; IP‑Spinouts werden bevorzugt unterstützt.

  • Erlös aus Ausbildung: Kursgebühren, staatliche Ausbildungszuschüsse und Placement‑Fees.

KPIs und Implementierungsfahrplan

Kern‑KPIs

  • Auslastung: Ziel ≥ 70 % nach 3 Jahren.

  • Time‑to‑Prototype: ≤ 8 Wochen für Standard‑Projekte.

  • Infra‑Cashflow: ≥ 3–5 % p.a. Netto.

  • Anteil Equity‑Deals: Ziel 15–30 % der Kunden erhalten Equity‑Konditionen.

  • Trainingsumsatz: Anteil Trainingserlöse ≥ 10 % der Betriebseinnahmen.

0–18 Monate

  1. Standardverträge, Pricing‑Templates und SLA‑Katalog entwickeln.

  2. Schnellstart‑Prototyping‑Hubs operationalisieren; Precommitments mit 10–15 Ankern abschließen.

  3. Pilot‑SPV‑Struktur und Betreiber‑Ausschreibung finalisieren.

18–48 Monate

  1. Fab‑Ready Pilotlinien hochfahren; Contract Manufacturing starten.

  2. Lizenzierungs‑ und Beteiligungsprozesse institutionalisiert; erste Equity‑Exits anstoßen.

  3. Ausbildungsprogramme integrieren; Trainee‑Cohorts starten.

48–72 Monate

  1. Volle Auslastung, stabile Dividendenzahlungen an Fonds.

  2. Skalierung weiterer Pilotlinien; Export von Contract‑Manufacturing‑Services.

  3. Evaluation und Reinvestitionsplan für Upgrades.

Pilotfabriken sind Cashflow‑Maschinen, wenn sie von Anfang an als kommerzielle Plattformen geplant werden: klare Preislogik, diversifizierte Erlösströme, Beteiligungsmodelle und enge Verzahnung mit Ausbildung und Forschung. So werden sie Einnahmequellen für Fonds, Magneten für Unternehmen und Brutstätten für Talente.

Standortlogik Pilotfabriken

Pilotfabriken werden nach klaren, messbaren Kriterien ausgewählt, um maximale Hebelwirkung für Forschung, Produktion, Ausbildung und regionale Wertschöpfung zu erzielen. Jede Entscheidung folgt einem standardisierten Bewertungsrahmen, einem klaren Profil für den Standort und einem Umsetzungsfahrplan.

Auswahlkriterien und Gewichtung

Kernkriterien mit Gewichtung

  • Akademische Anbindung — Nähe zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen; gemeinsame Lehr‑ und Forschungsprogramme.

  • Industriekooperation — vorhandene oder verbindliche Industriepartner und Ankerkunden.

  • Infrastruktur — Energie, Verkehr, Breitband, Reinraum‑ und Logistikflächen.

  • Regionale Wertschöpfung — Potenzial für Zuliefernetzwerke, Arbeitsplätze und lokale Lieferketten.

  • Regulatorische und Genehmigungsfähigkeit — Flächennutzungsrecht, Umweltauflagen, Genehmigungsdauer.

  • Finanzierbarkeit — Co‑Financing‑Partner, Förderfähigkeit, PPP‑Potenzial.

  • Talentverfügbarkeit — lokale Ausbildungskapazitäten, Fachkräftezentren, Wohnraum.

  • Marktzugang — Nähe zu Kundenmärkten, Exportinfrastruktur, Testfeldern.

Bewertungslogik Jeder Standort wird auf einer Skala 1–5 pro Kriterium bewertet; gewichtete Summe entscheidet über Priorität. Mindestschwelle für Umsetzung: ≥ 70 % des maximalen Scores.

Standardisierte Standortbewertung (Beispielmatrix)

KriteriumGewicht %Score 1–5Gewichteter Wert
Akademische Anbindung20
Industriekooperation18
Infrastruktur16
Regionale Wertschöpfung14
Regulatorik & Genehmigung10
Finanzierbarkeit10
Talentverfügbarkeit8
Marktzugang4

Standortprofile und Zuordnungsempfehlung

  • Robotik und KI — Standorte mit starken Informatik‑/Ingenieurfakultäten, Testflächen und Robotik‑Integratoren.

  • Photonik und MedTech — Standorte mit Optik‑Labors, GMP‑Units und klinischen Partnern.

  • Biotech — Nähe zu BSL‑Labors, Kliniken und Bioprozess‑Infrastruktur.

  • Energie und Speicher — Zugang zu erneuerbaren Erzeugern, Netzanschlüssen und Großspeicherflächen.

  • Mikroelektronik — Fab‑Ready Flächen, Packaging‑Partner und Reinraumkapazitäten.

  • Automotive Präzision — Nähe zu OEMs, Zulieferern und Teststrecken.

Zuweisungsprinzip Jeder Standort erhält ein einziges primäres Profil und bis zu zwei sekundäre Profile zur Risikostreuung und Synergie.

Infrastrukturanforderungen pro Profil

  • Reinraum und Metrologie — Photonik, Mikroelektronik, MedTech.

  • GMP und BSL‑Labors — Biotech, MedTech.

  • Großflächige Hallen und Außenparcours — Robotik, Automotive.

  • Sovereign Cloud Nodes und Edge‑Hubs — KI, Sensorik.

  • H2‑Anbindung und Netzanschluss — Energie, Mobilität.

  • Logistik und Exportanbindung — alle Serienanlauf‑Pilotlinien.

Umsetzungsphasen und Zeitplan

  1. Phase 0 Bewertung 0–6 Monate

    • Standortscoring, Stakeholder‑Commitments, Pre‑Feasibility.

  2. Phase 1 Schnellstart 6–18 Monate

    • Prototyping Hub, Precommitments mit 5–10 Ankern, Standardverträge.

  3. Phase 2 Aufbau 18–36 Monate

    • Fab‑Ready Pilotlinie Phase 1, Shared Labs, Ausbildungsintegration.

  4. Phase 3 Skalierung 36–60 Monate

    • Volle Serienanläufe, Contract Manufacturing, Revenue‑Share‑Modelle.

  5. Phase 4 Konsolidierung 60+ Monate

    • Reinvestition, Exportaufbau, Dividenden‑ und Beteiligungsmanagement.

Governance, Betreiberwahl und KPIs

Governance

  • Site Steering Committee mit Hochschule, Kommune, Industrie, Staatsfonds.

  • Facility Operator über Ausschreibung; Betreiber erhält Performance‑Fee und Umsatzbeteiligung.

  • Standardverträge für Nutzungsgebühren, IP‑Regeln, Revenue‑Share.

Kern‑KPIs

  • Auslastung % Ziel ≥ 70 % nach 3 Jahren.

  • Time‑to‑Prototype Ziel ≤ 8 Wochen.

  • Infra‑Cashflow Ziel ≥ 3–5 % p.a. Netto.

  • Anzahl NPI→Kleinserie p.a. Ziel messbar je Profil.

  • Anteil lokaler Zulieferaufträge Ziel ≥ 50 % der Produktionsaufträge.

Prioritäten für Standortentscheidungen

  • Priorität A: Standorte mit starke Hochschule + verbindliche Industriepartner + verfügbare Flächen.

  • Priorität B: Gute Infrastruktur und Finanzierbarkeit, aber noch fehlende Host‑Commitments.

  • Priorität C: Hohe strategische Bedeutung, aber größere Investitions‑ oder Genehmigungsrisiken; nur mit PPP‑Garantie.

Pilotfabriken folgen einer klaren Standortlogik: akademische Exzellenz, Industrie‑Anker, verfügbare Infrastruktur und messbarer regionaler Mehrwert bestimmen Auswahl und Profil. So werden Pilotfabriken zu nachhaltigen Cashflow‑Zentren, Talentmotoren und Skalierungsplattformen für die Thüringer Transformation.

Technologiezentren

Kurz: Technologiezentren ergänzen Pilotfabriken als flexible Inkubatoren, Ausbildungsstätten und Innovationsplattformen. Sie beschleunigen Prototyping, Markteintritt und Qualifizierung, schaffen niedrigschwellige Zugänge für KMU und Startups und liefern wiederkehrende Erlöse durch Services, Kurse und Mitgliedschaften.

Kernfunktionen und Services

FunktionKernservices
InkubationCo‑working, Mentoring, Business Coaching
TechnologiezugangShared Labs, Testbeds, Edge/Cloud‑Nodes
AusbildungZertifikatskurse, Traineeships, duale Module
ValidierungZertifizierung, Kalibrierung, Pilotversuche
NetzwerkInvestor‑Matching, Corporate‑Piloten, Partnernetzwerke
KommerzialisierungMarket‑Readiness‑Support, Regulatory Helpdesk

Geschäftsmodelle und Erlösquellen

ErlösquelleMechanik
Mitgliedsbeiträgemonatliche oder jährliche Mitgliedschaften
NutzungsgebührenStunden‑ oder Flächenmiete für Labore/Equipment
Kursgebührenberufliche Zertifikate und Weiterbildung
Service‑FeesPrüfungen, Kalibrierung, Zertifizierung
Equity‑for‑Servicesvergünstigte Nutzung gegen Minderheitsbeteiligung
Sponsoring und PartnerschaftenCorporate‑Sponsoring, Forschungsaufträge

Integration mit Pilotfabriken und Clustern

  • On‑Ramp für Startups: Technologiezentren übernehmen frühe Inkubation; erfolgreiche Teams „graduieren“ in Pilotfabriken für NPI und Kleinserie.

  • Shared Pipeline: gemeinsame Projekt‑Roadmap, standardisierte Übergabe‑SLA zwischen Zentrum und Pilotfabrik.

  • Kompetenzvernetzung: Zentren hosten Trainings, Pilotfabriken liefern Praxisplätze; Hochschulen stellen Curriculum und Forschungsexpertise.

  • Marktzugang: Cluster‑Partner nutzen Zentren für Proof‑of‑Concepts; Zentren orchestrieren Pilotkunden und Testfelder.

Talententwicklung und Ausbildungsangebote

  • Modulare Curricula: berufsspezifische Module (KI, Robotik, GMP, Photonik) abgestimmt auf Fachkräftezentren.

  • Traineeships und Apprenticeships: bezahlte Praxisphasen in Pilotprojekten mit Übernahmeoptionen.

  • Microcredentials: kurze, stackable Zertifikate für Upskilling von KMU‑Mitarbeitern.

  • Train‑the‑Trainer: Aufbau lokaler Lehrkapazitäten zur Skalierung in Umlandregionen.

  • Ertragsmodell Ausbildung: Kursgebühren, staatliche Ausbildungszuschüsse, Placement‑Fees.

Governance, Standortprofil und Zeitplan

  • Governance: Site Advisory Board mit Hochschule, Industrie, Kommune und Betreiber; Betreibervertrag mit KPI‑Zielen.

  • Standortprofil: jedes Zentrum erhält ein klares Technologieprofil (z. B. KI‑Zentrum in Ilmenau, MedTech‑Zentrum in Jena).

  • Finanzierung: Seed‑Förderung für Aufbau, dann Mischfinanzierung aus Nutzungsgebühren, Mitgliedschaften und PPP‑Verträgen.

  • Kurzfrist 0–18 Monate: Aufbau Kerninfrastruktur, Start Pilotkurse, erste Inkubationskohorten.

  • Mittelfrist 18–48 Monate: Skalierung Nutzerbasis, Integration Pilotfabriken, erste Revenue‑Share‑Verträge.

  • Langfrist 48–72 Monate: Vollbetrieb, Export von Trainingsangeboten, stabile Erträge.

KPIs und Erfolgsmessung

  • Auslastung Laborflächen Ziel ≥ 70 % nach 3 Jahren.

  • Anzahl Inkubierte Startups p.a. Ziel messbar je Zentrum.

  • Teilnehmer Weiterbildung p.a. Ziel ≥ 1.000 pro großem Zentrum.

  • Time to Pilot Ziel ≤ 6 Monate von Idee zu Proof‑of‑Concept.

  • Infra‑Cashflow Ziel ≥ 3–5 % p.a. für Betreiber‑SPVs.

Technologiezentren sind die skalierbaren, niederschwelligen Knoten im Ökosystem: sie bilden Talente, inkubieren Ideen und schaffen die Pipeline, die Pilotfabriken in nachhaltige Industrie‑ und Exportaktivitäten überführt.


Start‑ups und Scale‑ups Zielbild

Ziel: Ein integriertes Ökosystem, das Deep‑Tech‑Innovation, schnelle Kommerzialisierung und skalierbares Beschäftigungswachstum verbindet. Start‑ups liefern disruptive Technologien; Scale‑ups schaffen Arbeitsplätze, Exportvolumen und nachhaltige Rückflüsse in Fonds und Regionen.

Kernbausteine des Ökosystems

  • Inkubation und Frühphase Technologiezentren bieten Co‑working, Labore, Mentoring und Seed‑Grants; Acceleratoren liefern Markt‑ und Reimbursement‑Support; Founder‑Visa und Gründerstipendien sichern Talentzufluss.

  • Pilotierung und Validierung Pilotfabriken und Testfelder ermöglichen NPI, GMP‑Chargen, Robotik‑Trials und Feldtests; staatliche Pilotabnahmen reduzieren Markteintrittsrisiko.

  • Finanzierungspfade Seed‑Grants → DeepFonds‑Seed → DeepFonds‑Follow‑On → Series‑A/Scale‑Investoren; Co‑Investorenpflicht und Matching‑Runden erhöhen Hebel.

  • Skalierungsinfrastruktur Fab‑Ready Linien, Contract Manufacturing, Sales‑Partnerships mit OEMs und Zugang zu internationalen Vertriebskanälen.

  • Talent und Ausbildung Traineeships in Pilotfabriken, duale Studienmodule, Microcredentials und Gründer‑Fellowships; Retention‑Bonusse und Karrierepfade.

  • Marktintegration Cluster‑Kunden, Krankenkassen‑Piloten, OEM‑Partnerschaften und Exportförderung als direkte Absatzkanäle.

Finanzierungsarchitektur und Anreizmechanik

InstrumentZweckRückflussmechanik
Seed‑GrantsProof‑of‑Conceptkeine Verwässerung; Meilensteinbindung
DeepFonds EquityFollow‑on für Deep‑TechEquity; Co‑Investorenpflicht
Infra‑SPVsPilotfabriken AufbauDividenden; Revenue‑Share
Revenue‑Share VerträgeKommerzialisierungspartnerschaftenAnteil an Umsätzen
Convertible InstrumentsBrückenfinanzierungWandlung bei Series‑A

Designprinzip: öffentliche Mittel reduzieren Technologie‑Risiko, private Mittel finanzieren Skalierung; Fonds‑Returns durch Equity‑Exits, Dividenden und Lizenzströme.

Operative Angebote für Gründer und Scale‑ups

  • One‑Stop Founders Desk: Gründungsformalitäten, Visum, Steuer‑ und Rechtsberatung, Bürozuweisung.

  • Market‑Readiness Tracks: Regulatory‑Fast‑Track, Reimbursement‑Support, Pilotkunden‑Matching.

  • Growth‑Services: Sales‑Acceleration, Internationalisierungspakete, HR‑Scaling‑Support.

  • Finance‑Pathway: standardisierte Term‑Sheets, Demo‑Days mit internationalen LPs, Co‑Invest‑Runden.

  • Talent‑Pipeline: verbindliche Trainee‑Cohorts in Pilotfabriken; Hiring‑Credits für Scale‑ups.

KPIs und Zielwerte bis 2035

  • Gründer‑Visas p.a.: 1.000

  • Start‑ups gegründet p.a.: 500

  • Scale‑ups (≥50 MA) p.a.: 50

  • Follow‑on Rate DeepFonds: ≥ 30 % der Seed‑Portfoliounternehmen

  • Mobilisiertes externes Kapital / Landesmittel: ≥ 4:1

  • Time‑to‑Pilot: ≤ 6 Monate von Idee zu Feldtest

  • Infra‑Cashflow Pilotfabriken: ≥ 3–5 % p.a. nach 5 Jahren

Schnelle Maßnahmen 0–36 Monate (Prioritäten)

  1. Start Founders Desk und digitale Plattform für Visas, Grants und Matching.

  2. Seed‑Tranche für 100 Deep‑Tech Teams; Pilotkohorten in Jena und Ilmenau.

  3. Standardterm‑Sheets und Co‑Invest‑Regeln für DeepFonds; erste Co‑Invest‑Runde.

  4. Graduierungs‑Pipeline: Technologiezentren → Pilotfabriken → Contract Manufacturing.

  5. Scale‑up‑Supportprogramm: Sales‑Acceleration, HR‑Credits, Export‑Booster.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Zu frühe Kommerzialisierung → strikte Meilenstein‑Gatekeeping, staatliche Pilotabnahmen.

  • Kapitalknappheit bei Series‑A → internationale LP‑Akquise, Co‑Investorenpflicht, steuerliche Anreize für VC.

  • Talentfluktuation → Verbleibsboni, Familienpakete, Karrierepfade in regionalen Unternehmen.

  • Unterauslastung Pilotfabriken → Precommitments, Jahresverträge, Cross‑Cluster Nutzung.

  • IP‑Konflikte → klare IP‑Regeln, Standardlizenzverträge, Neutral IP‑Mediation.

Messung, Governance und Skalierung

  • Ecosystem Board mit Staatsfonds, DeepFonds, Cluster‑Leads, Hochschulen und Investoren steuert Strategie.

  • Dashboard: wöchentliche Deal‑Pipeline, Quartals‑KPIs, jährliche externe Evaluation.

  • Incentive‑Loop: erfolgreiche Exits und Dividenden fließen zurück in Seed‑ und Infra‑Tranches zur Reinvestition.

Kurzbotschaft „Thüringen baut ein vollständiges Start‑up‑und Scale‑up‑Ökosystem: von der Idee über Pilotierung bis zur globalen Skalierung — mit klaren Finanzierungswegen, operativer Infrastruktur und messbaren Rückflüssen.“

Frühphasenfinanzierung Übersicht

Ziel: Der Staatsfonds finanziert jährlich 100–150 neue Start‑ups über eine abgestufte Pipeline (Pre‑Seed → Seed → Series A). Fokus auf Deep‑Tech in den fünf Clustern, Hebelwirkung durch Co‑Investoren, klare Meilensteine und starke operative Unterstützung zur Maximierung von Überlebensrate, Skalierung und Rückflüssen.

Budgetverteilung und Zielgrößen

StageAnzahl p.a. (Ziel)Durchschnittliches TicketFondsanteil pro Deal
Pre‑Seed60–80€50k–€150kGrant / Convertible / Small Equity 5–15 %
Seed30–50€250k–€750kEquity 10–25 % (Co‑Invest)
Series A10–20€2m–€6mLead/Co‑Lead Equity 10–30 %

Designprinzip: öffentliche Mittel decken Technologie‑ und Marktvalidierungsrisiko; private Co‑Investoren finanzieren Skalierung. Co‑Investorenpflicht: mindestens 1:1 bei Seed und 2:1 bei Series A.

Auswahlkriterien und Investmentprozess

Kernkriterien

  • Technologiefit mit Clusterprofilen (Photonik, KI, Energie, Biotech, MedTech, Automotive).

  • Technische Validierung: Prototyp oder überzeugender PoC.

  • Marktzugang: bestätigte Pilotpartner oder Letter of Intent aus Cluster.

  • Team: Gründerteam mit komplementären Fähigkeiten.

  • Skalierbarkeit: klarer Pfad zu Series A und Exportmärkten.

Prozessschritte

  1. Sourcing: Technologiezentren, Cluster‑Liaisons, Gründer‑Visa Pipeline.

  2. Pre‑Screening: 7–14 Tage durch Investment Analysts.

  3. Tech Due Diligence: 2–4 Wochen mit Hochschul‑ und Fraunhofer‑Panels.

  4. Investment Committee: Entscheidung innerhalb 30 Tage nach vollständiger DD.

  5. Termsheet & Closing: Standardterm‑Sheets zur Beschleunigung; Closing ≤ 60 Tage.

  6. Post‑Investment Monitoring: Quartalsweise Reviews, Meilenstein‑Tranchierung.

Finanzinstrumente und Konditionen

  • Non‑dilutive Seed Grants für Pre‑Seed Proof‑of‑Concept.

  • Convertible Notes / SAFE als Brückeninstrument bei Pre‑Seed mit Cap und Discount.

  • Equity‑Investments bei Seed und Series A mit standardisierten Liquidationspräferenzen.

  • Revenue‑Share‑Tranche optional für KMU‑nahes Produkt mit frühen Umsätzen.

  • Follow‑On‑Reserve: 30–40 % des Portfoliobudgets für Follow‑On‑Runden.

  • Equity‑for‑Services: vergünstigte Pilotfabrik‑Nutzung gegen Minderheitsbeteiligung.

Vertragsmechanik: Meilenstein‑gebundene Tranchen; Rückforderungs‑ oder Clawback‑Klauseln bei grobem Vertragsbruch; Verbleibs‑Bonusse für regionale Bindung.

Operative Unterstützung und Hebelwirkung

  • One‑Stop Founders Desk: Visum, Gründung, Rechts‑ und Steuerhilfe.

  • Markt‑Readiness Tracks: Regulatory, Reimbursement, Pilotkunden‑Matching.

  • Infrastrukturzugang: bevorzugte Slots in Technologiezentren und Pilotfabriken.

  • Mentoring und Talentzugang: Zugang zu Fachkräftezentren, Trainee‑Cohorts und Alumni‑Netzwerk.

  • Investor‑Syndication: strukturierte Co‑Invest‑Runden mit internationalen VCs und Corporate‑Investoren.

Governance, Risiko und Exitstrategie

  • Investment Committee mit Staatsfonds, externen VC‑Partnern und Cluster‑Repräsentanten.

  • Risikosteuerung: Diversifikation über Branchen und Stages; Follow‑On‑Reserve; strikte KPIs; Early‑Warning‑System für Underperformer.

  • Exit‑Strategien: Trade‑sale, strategische Akquisitionen durch Cluster‑Player, Secondary‑Sales, IPO‑Pfad; Rückflüsse fließen in Re‑Investment‑Tranche.

  • Performance‑Fee‑Mechanik: Erfolgsabhängige Vergütung für Fondsmanager zur Ausrichtung auf Returns.

KPIs und Zeitplan

Kern‑KPIs

  • Deals p.a.: 100–150 Start‑ups finanziert.

  • Follow‑On Rate: ≥ 40 % der Pre‑Seed in Seed; ≥ 30 % Seed → Series A.

  • Überlebensrate 3 Jahre: ≥ 60 %.

  • Mobilisiertes Co‑Investment: Verhältnis ≥ 3:1 externes Kapital zu Staatsmitteln.

  • IRR Ziel: marktkonformes Ziel für VC‑Fonds (zielorientiert, nicht garantiert).

  • Time‑to‑Investment: Pre‑Seed Decision ≤ 30 Tage; Seed Decision ≤ 60 Tage.

Roadmap 0–36 Monate

  • 0–6 Monate: Aufbau Investment‑Team, Standardterm‑Sheets, Pilot‑Seed‑Tranche für 100 Teams.

  • 6–18 Monate: Skalierung Sourcing über Cluster, erste Co‑Invest‑Runden, Integration Pilotfabriken.

  • 18–36 Monate: Volllauf Portfolio, Follow‑On‑Reserve aktiv, erste Exits/Trade‑Sales initiieren.

Schlussbemerkung Ein klar strukturiertes Frühphasenprogramm kombiniert schnelle Entscheidungswege, starke operative Unterstützung und strikte Co‑Invest‑Regeln. So werden 100–150 Start‑ups pro Jahr nicht nur finanziert, sondern auch marktfähig gemacht — mit messbaren Rückflüssen für den Fonds und nachhaltigem Nutzen für die Cluster.

Wachstumsfinanzierung für Scale‑ups

Pilotierte Finanzierungsinstrumente, die Wachstum ermöglichen, ohne Verkauf zu erzwingen: Royalty‑Finanzierung, Dividendenmodelle und Beteiligungsrechte. Ziel: Liquidität für Skalierung, Kapitalstruktur‑Flexibilität, Eigentumserhalt und planbare Rückflüsse an Fonds.

Vergleich der Instrumente

InstrumentCashflowwirkungVerwässerungLaufzeit / RückzahlungBeste Anwendung
Royalty‑Finanzierunglaufende Umsatzabhängige Zahlungenkeine bis sehr geringbis Umsatzziel oder fixe LaufzeitUmsatzstarke Scale‑ups mit stabiler Marge
DividendenmodelleAusschüttung aus Überschusskeinelaufend bei GewinnverfügbarkeitReife Scale‑ups mit stabilen Cashflows
Beteiligungsrechte (Preferred Equity)Kapitalzufluss, Dividenden möglichja (Eigenkapital)unbefristet mit LiquiditätsereignisWachstumsunternehmen mit Exit‑Perspektive
Revenue‑Based Financingprozentualer Umsatzanteilkeinebis Rückzahlungsziel erreichtEarly‑Scale mit wachsendem Umsatz
Mezzanine / WandelanleiheZins + ggf. Wandlungpotentiell bei Wandlung3–7 JahreBrückenfinanzierung vor Series B/C

Strukturprinzipien und Vertragsbestandteile

  • Royalty‑Finanzierung

    • Mechanik: Investor zahlt Kapital; Unternehmen zahlt X % des Brutto‑ oder Nettoumsatzes bis Rückzahlungsfaktor (z. B. 1.5–3x) erreicht.

    • Vorteile: keine Verwässerung; Zahlungen skalieren mit Umsatz; einfache Covenants.

    • Kernklauseln: Umsatzdefinition; Reporting; Mindestumsatz‑Schwellen; Cap auf kumulative Zahlungen; Change‑of‑control‑Trigger.

  • Dividendenmodelle

    • Mechanik: Staatsfonds oder Investoren erhalten bevorzugte Dividendenrechte aus ausgeschütteten Gewinnen; Dividenden können kumulativ oder nicht kumulativ sein.

    • Vorteile: Eigentum bleibt; Anreiz zur Profitabilität; planbare Rückflüsse.

    • Kernklauseln: Dividendenrang, Ausschüttungsbedingungen, Reinvestitionspflichten, Board‑Mitspracherechte.

  • Beteiligungsrechte (Preferred Equity)

    • Mechanik: Kapital gegen Vorzugsaktien mit Liquidationspräferenz, Dividenden und Anti‑Dilution.

    • Vorteile: langfristiges Kapital; Signalwirkung; Follow‑on‑Optionen.

    • Kernklauseln: Liquidationspräferenz, Dividendenrate, Verwässerungsschutz, Exit‑Mitverkaufsrechte.

Underwriting und Auswahlkriterien

  • Umsatzstabilität: Mindestumsatz und Wachstumspfad; Bruttomarge‑Profil.

  • Unit Economics: Deckungsbeitrag pro Kunde, CAC, LTV.

  • Skalierbarkeit: Produktions‑ oder Vertriebsengpässe identifiziert und adressierbar.

  • Governance: Management‑Track‑Record, Reporting‑Disziplin, KPI‑Transparenz.

  • Verwendungszweck: klare Meilensteine für Wachstumskapital (z. B. Internationalisierung, Produktionsausbau).

  • Exit‑Pfad: Trade‑sale, IPO oder Refinanzierungsmöglichkeiten.

Risiko‑ und Schutzmechanismen

  • Caps und Floors: maximale kumulative Royalty‑Zahlung; Mindestumsatz‑Schutz für Unternehmen.

  • Step‑Down‑Raten: Royalty‑Satz reduziert nach Erreichen bestimmter Meilensteine.

  • Covenants: Liquiditätskennzahlen, Mindest‑Working‑Capital, Investitionsgenehmigungen.

  • Security Stack: bei Bedarf nachrangige Sicherheiten; IP‑Pledge nur in Ausnahmefällen.

  • Clawback‑ und Performance‑Triggers: Anpassung der Konditionen bei Underperformance; Bonus bei Übererfüllung.

  • Refinanzierungsoptionen: Möglichkeit zur Ablösung durch Eigenkapital oder Bankkredit bei günstigerer Kondition.

Steuerliche und rechtliche Gestaltungshinweise

  • Royalty vs. Zins: klare Dokumentation, damit Zahlungen nicht als steuerlich abzugsfähige Zinsen klassifiziert werden, wenn das nicht gewünscht ist.

  • Dividenden: Ausschüttungen unterliegen Kapitalertragsteuer; Strukturierung über Holding‑SPVs kann steuerliche Effizienz erhöhen.

  • Equity‑Instrumente: Verwässerungs‑ und Corporate‑Governance‑Regeln frühzeitig regeln.

  • Compliance: Transparente Reporting‑Pflichten, DSGVO‑konforme Datenweitergabe an Investoren, Einhaltung Kapitalmarktrecht bei öffentlichen Angeboten.

KPIs zur Erfolgsmessung

  • Umsatzwachstum p.a.

  • EBITDA‑Marge und Free Cashflow‑Entwicklung

  • Royalty‑Payback‑Faktor (aktuelle kumulative Zahlungen / eingesetztes Kapital)

  • Dividendenrendite auf eingesetztes Kapital

  • Kapitalbindungsdauer bis nächster Finanzierungsrunde oder Refinanzierung

  • Anteil Eigenkapital vs. Fremdkapital in Kapitalstruktur

Implementierungsfahrplan 0–36 Monate

  • 0–3 Monate: Policy‑Rahmen definieren; Standardterm‑Sheets für Royalty, Preferred Equity und Dividendenmodelle erstellen.

  • 3–9 Monate: Pilot‑Deals mit 5–10 Scale‑ups abschließen; Templates für Reporting und Covenants testen.

  • 9–18 Monate: Portfolio‑Monitoring‑System aufsetzen; Follow‑On‑Reserve definieren; Steuer‑ und Rechtsoptimierung implementieren.

  • 18–36 Monate: Skalierung auf breitere Pipeline; Refinanzierungsmechanismen etablieren; erste Rückflüsse reinvestieren.

Beispielkonditionen für Pilotangebote

  • Royalty‑Pilot

    • Ticket: €1–5 Mio.

    • Royalty: 2–6 % des Nettoumsatzes bis 2.0–2.5x Rückzahlung

    • Reporting: monatlich; Quartals‑Covenants

  • Dividenden‑Pilot

    • Ticket: €5–20 Mio. (Preferred Dividend Rights)

    • Dividendenrate: 4–8 % p.a. kumulativ möglich

    • Bedingung: Ausschüttung nur bei positiven Free Cashflow

  • Preferred Equity‑Pilot

    • Ticket: €2–10 Mio.

    • Liquidationspräferenz: 1x–1.5x; nicht kumulative Dividende 3–6 %

    • Governance: Beobachterrechte im Board; Veto bei Kapitalmaßnahmen

Empfehlung zur Portfolio‑Governance

  • Dedicated Growth Desk im Staatsfonds für Strukturierung und Monitoring.

  • Standardisierung von Term‑Sheets zur Geschwindigkeit.

  • Co‑Investoren‑Netzwerk aktivieren zur Hebelung und Marktdisziplin.

  • Exit‑Playbook definieren: Ablöse durch Bankkredit, IPO oder Trade‑sale.

  • Reinvestitionsregel: Rückflüsse zu mindestens 50 % in neue Wachstumsinstrumente reinvestieren.

Schlussbemerkung Royalty‑Finanzierung, Dividendenmodelle und Beteiligungsrechte sind komplementäre Werkzeuge. Kombiniert in einem flexiblen Produktmix ermöglichen sie Scale‑ups schnelles, eigenständiges Wachstum, erhalten Gründer‑Eigentum und schaffen planbare Rückflüsse für Fonds und Region.

Internationalisierung — Vergleich der Zielmärkte (Kernattribute)

AttributEU‑MärkteUSAAsien
MarktzugangBinnenmarkt; Harmonisierte Normen; EEN‑MatchmakingGroßmarkt; lokale Zertifizierungen; starke Buyer‑PowerHeterogen; hohe Wachstumsraten; lokale Partner nötig
RegulatorikEU‑Regeln, CE, IPR‑SchutzBundes‑ und Staatenrecht; FDA/FTC für Health/MedTechLänderspezifisch; IPR‑Risiken; lokale Zulassungen
Finanzielle FörderungExportkonsortien, EU‑ProgrammeExportkredite, InvestorennetzwerkeFörderprogramme, Marktzugangszentren (China, SE‑Asien)
Go‑to‑Market‑HebelEnterprise Europe Network; Cluster‑KooperationCorporate‑Piloten; Strategic PartnershipsDistributoren; lokale Joint‑Ventures
ZeithorizontKurz‑ bis mittelfristigMittelfristigMittelfristig bis langfristig

Strategische Säulen für Thüringer Internationalisierung

  1. Marktsegmentierung & Priorisierung — Zielkunden, Regulatorik‑Hürden und Zahlungsbereitschaft pro Marktsegment analysieren; priorisieren nach Umsatzpotenzial und Skalierbarkeit.

  2. Markthubs & lokale Partnerschaften — regionale Hubs (Brüssel, New York/Boston, Singapur/Shanghai) mit lokalen Business‑Development‑Teams und Partnernetzwerken.

  3. Regulatory & Compliance Fast‑Track — standardisierte Checklists, lokale Regulatory‑Advisors und Vorab‑Zertifizierungsservices.

  4. Finanz‑ und Risikoinstrumente — Exportkredite, Kreditgarantien, Royalty‑Brücken und Co‑Finanzierung für Markteintritts‑Piloten.

  5. Markt‑Ready‑Support — Sales‑Acceleration, Pilotkunden‑Matching, lokale Proof‑of‑Concept‑Programme und kulturelle/Sprachliche Vorbereitung.

  6. Cluster‑getriebene Internationalisierung — Bündelangebote (Produkt + Pilotfabrik + Talentpaket) für strategische Kunden und Investoren.

Taktiken pro Region

EU‑Märkte

  • Nutzen: Harmonisierte Normen, Enterprise Europe Network (EEN) für Matchmaking und IPR‑Support; Exportkonsortien fördern Skaleneffekte.

  • Maßnahmen: Teilnahme an EEN; koordinierte Cluster‑Delegationen zu Messen; standardisierte CE‑Vorbereitungs‑Pakete; Export‑Consortia für KMU.

USA

  • Nutzen: Zugang zu großen Kunden, VC‑Märkte und strategischen OEM‑Partnerschaften.

  • Maßnahmen: Markt‑Hubs in Boston/NYC/Silicon Valley; lokale Regulatory‑Counsel (FDA/FTC) für MedTech/Health; Corporate‑Pilotprogramme mit US‑Ankern; gezielte Roadshows für Investoren und Vertriebspartner.

Asien (China, SE‑Asien, Japan, Korea)

  • Nutzen: Hohe Wachstumsraten, Fertigungspartnerschaften, große Endmärkte; aber heterogene Regeln und IPR‑Risiken.

  • Maßnahmen: Lokale Marktzugangszentren (z. B. EU‑China/China Desk), Distributor‑Onboarding, Joint‑Ventures für Produktion, Schutzmechanismen für IP und Daten; Pilotprojekte mit lokalen Lead‑Customers.

Operative Umsetzung (Struktur & Angebote)

  • One‑Stop Export Desk Thüringen: Marktanalysen, rechtliche Checklists, Förderberatung, Matching zu Hubs und Investoren; digitale Plattform für Leads und Pilotanfragen.

  • Markthubs (physisch & virtuell): lokale Business‑Developer, Legal/Regulatory Advisors, Sales‑Support; Cluster‑Delegationen für Messe‑ und Pilotprogramme.

  • Finanz‑Toolkit: Exportgarantien, Markteintritts‑Grants, Co‑Finanzierung für Pilotkunden, Royalty‑Brücken für Scale‑ups.

  • Go‑to‑Market‑Pakete: Compliance‑Bundle (Zertifikate), Pilotfabrik‑Slot, Sales‑Acceleration (Lead‑Gen, Local Sales Agent), Cultural Onboarding.

  • Talent & Sales‑Capacity: Secondments von Thüringer Experten in Hubs; Trainings für lokale Vertriebsteams; Incentives für Export‑Sales.

KPIs, Zeitplan und Zielvorgaben

  • Kurzfrist (0–12 Monate): One‑Stop Desk operational; 3 Markthubs initial; 50 KMU in Export‑Onboarding.

  • Mittelfrist (12–36 Monate): 200 KMU aktiv in EU/USA/Asien‑Programmen; 100 Pilot‑Projekte im Ausland; mobilisiertes externes Kapital ≥ 3:1 zu Landesmitteln.

  • Langfrist (36–72 Monate): messbare Umsatzsteigerung Exportanteil +30 % für teilnehmende Unternehmen; etablierte Vertriebskanäle in Top‑3 Zielmärkten.

  • KPIs: Anzahl exportierender KMU; Time‑to‑First‑Sale im Zielmarkt; Pilot‑Conversion‑Rate; mobilisiertes Fremdkapital; Verbleib/Skalierung der Pilotkunden.

Risiken und Gegenmaßnahmen

  • Regulatorische Hürden → Fast‑Track Regulatory Panels, lokale Counsel, Pre‑Certification‑Services.

  • IP‑Risiken in Asien → IPR‑Helpdesks, Vertrags‑Clauseln, Datenlokalisierung‑Strategien.

  • Marktfragmentierung & Kultur → lokale Partner, Distributor‑Onboarding, kulturelle Trainings.

  • Finanzierungsrisiko → Exportgarantien, Co‑Finanzierung, Royalty‑Brücken zur Reduktion Verwässerung.

  • Kapazitätsengpässe bei KMU → gebündelte Cluster‑Delegationen, Shared‑Sales‑Teams, Pilotfabrik‑Slots.

Empfehlung (priorisierte nächste Schritte)

  1. Einrichtung One‑Stop Export Desk und digitale Plattform (0–3 Monate).

  2. Aufbau 3 Pilot‑Hubs (Brüssel/EU, Boston/USA, Singapur/Shanghai) mit lokalen Business‑Developer‑Teams (3–9 Monate).

  3. Start Export‑Pilotprogramm für 50 KMU (9–18 Monate) mit Pilotfabrik‑Slots, Regulatory‑Bundles und Co‑Finanzierung.

Kurzbotschaft „Gezielte Hubs, standardisierte Compliance‑Bundles und finanzielle Hebel machen Thüringer Technologieunternehmen in EU, USA und Asien schnell sichtbar und marktfähig.“

Internationalisierung — Kurzantwort und nächste Schritte

Kernaussage: Priorisierte Markt‑Hubs, lokale Partnernetzwerke, standardisierte Regulatory‑Bundles und finanzielle Hebel sind die bewährten Bausteine, um KMU schnell in EU, USA und Asien zu bringen.

Konkrete Best‑Practices

  • Marktpriorisierung nach Segment‑Fit, Regulatorik‑Hürden und Umsatzpotenzial.

  • Lokale Hubs & Partner (Business‑Developer, Distributoren, Corporate‑Piloten) statt alleiniger Direktansiedlung.

  • Regulatory Fast‑Track und Vorab‑Zertifizierungsservices für MedTech/Health und Industrieprodukte.

  • Finanzinstrumente: Exportkredite, guarantees, co‑funding und royalty‑bridges zur Reduktion von Risiko und Verwässerung.

Sofort‑Prioritäten (0–12 Monate)

  1. One‑Stop Export Desk (Marktanalysen, Förderberatung, Hub‑Matching).

  2. Aufbau 3 Pilot‑Hubs (EU, USA, Asien) mit lokalen Business‑Developer‑Teams.

  3. Start Export‑Pilotprogramm für 50 KMU mit Pilotfabrik‑Slots und Regulatory‑Bundles.

Kurz‑KPI‑Vorschlag

  • 50–200 KMU im Export‑Onboarding (12–36 Monate).

  • Time‑to‑First‑Sale im Zielmarkt ≤ 12 Monate für Pilotteilnehmer.

Wenn Sie möchten, setze ich diese Prioritäten in ein kurzes Umsetzungs‑Roadmap‑Dokument mit Verantwortlichkeiten und Budgetrahmen.









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